Archiv der Kategorie: Psychologie

Mensch und Willensfreiheit

Marco Stier
Willensfreiheit
Verlag: Ernst Reinhardt, München 2014
ISBN: 9783497024346
19,90 €

“Ein Pfund Menschenhirn gab, außer vielem Wasser, zwei Drachmen Laugensalzgeist, 1 2/3 Unzen ranziges Öl, 40 Gran flüchtiges Salz.” Mit diesen Worten des deutschen Naturforschers Samuel Thomas von Soemmerring (1755-1830) beginnt das amüsant und verständlich geschriebene Buch von Marco Stier, der als Philosoph und Historiker arbeitet. Wie kann von einer so unspektakulären Stoffmischung ein freier Wille ausgehen?

Von Claudia Borchard-TuchSpektrum.de

Viele Forscher bestreiten, dass es den freien Willen gibt. Der Philosoph Marco Stier kennt ihre Einwände. “Wenn die Hirnforscher Recht haben, dann ist das Gefühl, sich nach reiflicher Überlegung frei entscheiden zu können, nur eine Illusion”, stellt er fest. Stier geht auf die Versuche des amerikanischen Physiologen Benjamin Libet (1916-2007) ein, die unter Neurowissenschaftlern und Philosophen noch immer zu den meistdiskutierten Experimenten zählen. In den 1980er-Jahren hatte Libet die zeitliche Abfolge zwischen einer Handlung, ihrer Einleitung auf neuronaler Ebene und dem dazugehörigen bewussten Willensakt untersucht. Die Versuchspersonen bewegten ihre Hände zu einem selbst gewählten Zeitpunkt, den sie an einer Uhr ablesen konnten. Währenddessen wurde die elektrische Aktivität der Muskeln und des Gehirns aufgezeichnet. Das Ergebnis war für Libet selbst überraschend. Das Gehirn leitet die Bewegung etwa 500 Millisekunden vor ihrem Beginn ein. Der Willensakt jedoch, also die Entscheidung, die Hand zu bewegen, wird den Teilnehmern erst 200 Millisekunden vor Ausführen der Bewegung bewusst – also nachdem das Gehirn die Handlung bereits eingeleitet hat. Viele Wissenschaftler haben hieraus weitreichende Schlüsse in Sachen Willensfreiheit gezogen. Ihrer Meinung nach zeigen die Libet-Experimente, dass menschliches Handeln nicht von bewussten Entscheidungen abhängt, sondern von unbewussten Hirnprozessen.

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Philosophie: Heideggers umstrittenes NS-Verhältnis

Martin Heidegger (Pinselzeichnung von Herbert Wetterauer) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

1966 wurde der Philosoph Martin Heidegger von dem “Spiegel”-Journalisten Rudolf Augstein interviewt. Darin äußerte sich der öffentlichkeitsscheue Heidegger erstmals zu seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus. Der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch mit der Frage, wie es dazu kam.

Von Thomas PalzerDeutschlandfunk

Es besitzt seine eigene Pointe, wenn für Heideggers Philosophie Begriffe wie Entbergung, Unverborgenheit oder Lichtung von zentraler Bedeutung sind, während der Philosoph selbst das Geheimnis liebte, die Verschleierung und die List. So hat der “Meister aus Deutschland”, wie ihn der Biograf Rüdiger Safranski einst tituliert hat, es etwa selbst bestimmt, dass man seine Notizbücher erst nach Abschluss der Gesamtausgabe veröffentlichen dürfe. Das ist inzwischen passiert – und die “Schwarzen Hefte” haben sich als geeignet erwiesen, die Diskussion um Heidegger neu zu entfachen und seine – ganz im Sinn des Erfinders – frag-würdige Philosophie bis auf Weiteres der zahllosen Fragen für würdig zu befinden.

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Heilpraktiker auf dem Vormarsch: Krankenkassen werben mit dubiosen Therapien

Bild: rbb

Immer mehr Gesetzliche Krankenkassen locken neue Mitglieder durch Kostenübernahmen für Alternativmedizin. Doch das Sozialgesetzbuch untersagt den Kassen eigentlich, Rechnungen von Heilpraktikern zu begleichen. Denn deren Kenntnisse sind oftmals ungenügend, die Methoden umstritten. Die IKK Südwest bricht nun ganz offensiv die Regeln im Kampf um Kunden: Auch teure Heilpraktiker-Gespräche werden abgerechnet.

Kontraste—RBB

Homöopathie, die sanfte Heilbehandlung, – für die einen Hokuspokus, die anderen schwören auf die Heilkraft der Globuli, der kleinen weissen Kügelchen. Immer mehr Menschen in Deutschland sind der Meinung: Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt. Inzwischen übernehmen viele Krankenkassen sogar die Kosten für homöopathische und andere alternative Behandlungen. Das allerdings sorgt bei den Ärzten für großen Ärger. Denn die Homöopathen dürfen viel mehr Zeit für Patientengespräche abrechnen als die Ärzte. Chris Humbs, André Kartschall und Markus Pohl haben recherchiert.

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Researchers: Children exposed to religion have difficulty distinguishing fact from fiction

["Child praying" on Shutterstock]

A study published in the July issue of Cognitive Science determined that children who are not exposed to religious stories are better able to tell that characters in “fantastical stories” are fictional — whereas children raised in a religious environment even “approach unfamiliar, fantastical stories flexibly.”

By Scott KaufmanThe Raw Story

In “Judgments About Fact and Fiction by Children From Religious and Nonreligious Backgrounds,” Kathleen Corriveau, Eva Chen, and Paul Harris demonstrate that children typically have a “sensitivity to the implausible or magical elements in a narrative,” and can determine whether the characters in the narrative are real or fictional by references to fantastical elements within the narrative, such as “invisible sails” or “a sword that protects you from danger every time.”

However, children raised in households in which religious narratives are frequently encountered do not treat those narratives with the same skepticism. The authors believed that these children would “think of them as akin to fairy tales,” judging “the events described in them as implausible or magical and conclude that the protagonists in such narratives are only pretend.”

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Rapper Andre Johnson: “I cut off my penis because sex is for mortals, and I’m a god.”

Andre Johnson (Bild: Independent.co.uk)

Andre Johnson (Bild: Independent.co.uk)

Rapper Andre Johnson made headlines this past April when he cut off his own penis and jumped off the second story of a North Hollywood building.

E! News – Marcus Mulick and Rebecca Macatee

He survived, and on Sunday, he spoke to E! News exclusively about why he cut off his penis, noting that this is the first time he’s spoken truthfully about the incident.

“Yes, I was using drugs that night, but I was in complete control,” said the rapper, who also goes by the name of Christ Bearer. “I cut it off because that was the root of all my problems. My solution to the problem was the realization that sex is for mortals, and I am a god…Those kinds of activities got me into trouble, and I came here to be a god.”

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Domestikation: Die Ursache der Haustierdegeneration

Bild: facebook

Bild: facebook

Zahme Tiere haben einen besonderen Entwicklungsdefekt. Der macht Haustiere auf verblüffende Weise auch noch niedlich und in vieler Hinsicht gleich.

Von Jan OsterkampSpektrum.de

Es ist eines der ältesten Rätsel der Vererbungslehre und hat schon Charles Darwin beschäftigt: Beim Züchten von Haustieren aus Wildtieren werden alle möglichen Spezies nicht nur zahmer, sie erwerben zudem nach und nach auch einen immer gleichen Mix typischer Haustiermerkmale. Denn egal ob die durch Zuchtwahl auf Milchleistung optimierte Kuh, ob der Hund, der einst ein Wolf war oder Hausschwein und Schaf: Alle diese und weitere Haustiere zeigen übereinstimmend äußere, verhaltensbiologische und physiologische Merkmalsabweichungen gegenüber ihrer Wildform. Dazu zählen sehr unterschiedliche Dinge: Etwa ein häufigeres Vorkommen von Schlappohren und einer Kindchenschema-Physiognomie, längeren Jugendzeiten, Veränderungen von Hirnchemie und Hormonen, gefleckte Körperfarben und ein insgesamt kleineres Hirn neben weiteren, sehr diversen und speziellen Eigenheiten. Woher, fragte sich schon Darwin, kommt diese auffallende Parallele bei so unterschiedlichen Arten?

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Exorzismus: “Der Satan ist ein reales Wesen”

Bild: Bill Flavell, FB

Bild: Bill Flavell, FB

Nach Legitimation der Exorzistenvereinigung AIE bekräftigt Gründer Padre Amorth die Notwendigkeit des Kampfes gegen leibhaftige Dämonen

Von Gerhard MumelterderStandard.at

Der Vatikan hat die internationale Exorzistenorganisation AIE als Rechtsperson anerkannt. “Das ist eine gute Nachricht nicht nur für uns Mitglieder, sondern für die gesamte Kirche”, erklärte der Exorzismusbeauftrage der Diözese Rom, Francesco Bamonte, der Vatikan-Zeitung “Osservatore Romano”. Die 1992 von einigen Priestern gegründete Associazione internazionale esorcisti, der rund 200 Geistliche angehören, gilt damit als Vereinigung nach dem Kirchenrecht.

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Ober-Exorzist: Immer mehr Bitten um Teufelsaustreibung

Bild: Bill Flavell, FB

Bild: Bill Flavell, FB

Exorzismen sind höchst umstritten. Immer wieder sterben Menschen bei den riskanten Teufelsaustreibungen. Trotzdem fragen angeblich immer mehr Menschen danach. Das behauptet zumindest Francesco Bamonte. Der sollte es wissen. Bamonte ist Ober-Exorzist des Vatikan.

FOCUS ONLINE

Das Interesse an einer Teufelsaustreibung nimmt nach Angaben eines leitenden Exorzisten offenbar zu. Allerdings seien die tatsächlichen Fälle von Besessenheit „ziemlich begrenzt im Vergleich zur Zahl der Anrufe“, sagte der italienische Ordensgeistliche Francesco Bamonte am Samstag in Radio Vatikan.

Viele Interessenten hätten sich lediglich vom Glauben entfernt oder verwechselten medizinische Probleme mit spirituellen, so Bamonte. Der italienische Geistliche ist Präsident der „Internationalen Vereinigung der Exorzisten“. Die vatikanische Kleruskongregation hatte den Zusammenschluss erst kürzlich offiziell anerkannt.

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Papst Franz: „Wer nicht zu Gott betet, betet den Teufel an“

Verehrungswürdige Puppe.

Verehrungswürdige Puppe.

Der Vatikan hat die „Internationale Vereinigung der Exorzisten“ offiziell anerkannt. Schon unter Papst Franziskus’ Vorgänger Benedikt XVI. hatte die katholische Kirche wieder deutlich mehr Teufelsaustreiber zugelassen.

Von Jörg BremerFrankfurter Allgemeine

Der Vatikan hat die „Internationale Vereinigung der Exorzisten“ (Aie) offiziell anerkannt und ihre Statuten gebilligt. Das berichtete am Donnerstag die päpstliche Tageszeitung „L`Osservatore“. Der derzeitige Chef der Organisation, der italienische Ordensgeistliche Francesco Bamonte, sagte in einer ersten Reaktion,  er hoffe, dass nun mehr Priester der „oft ausgeblendeten oder unterschätzten dramatischen Situation“ jener Beachtung schenkten, die „vom Teufel besessen“ seien.

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Bild: Bill Flavell, FB

Bild: Bill Flavell, FB

Schützt die Tiere vor den Tierrechtlern!

chimpanzee-deityGorillas können keine Menschenrechte wollen. Sie wollen nichts weiter als das Recht, Gorilla zu sein – ob in der Natur oder im Zoo: Plädoyer eines langjährigen Zoodirektors für ein bisschen Verstand.

Von Gunter NoggeFrankfurter Allgemeine

Im Fokus der Debatte um das Verhältnis von Mensch und Tier stehen gegenwärtig die Zoologischen Gärten und besonders die Menschenaffen, wie beispielsweise die Gorillas. Tiere im Zoo sind Botschafter ihrer in der Natur zumeist bedrohten Artgenossen, und sie wollen die Menschen auf den Zustand ihres geschundenen Lebensraumes und ihre deshalb in der Regel erbärmlichen Lebensbedingungen aufmerksam machen und sie zu einem Umdenken im Umgang mit der Natur bewegen. Da sie selbst aber nicht sprechen können, helfen ihnen die Zoos, ihre Botschaft den Menschen zu vermitteln und zu interpretieren.

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Schlafforschung: Schläfer vom Vollmond unbeeindruckt

Bild: futureclick.net

Viele Menschen haben den Eindruck, bei Vollmond schlechter schlafen zu können. Eine Studie widerlegt das – und zeigt außerdem, dass solche Befunde leicht in Schubladen verschwinden.

Von Lars FischerSpektrum.de

Viele Anekdoten und auch einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Menschen bei Vollmond schlechter schlafen. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München kommt allerdings nun zu dem gegenteiligen Ergebnis. Die Gruppe um den Neurowissenschaftler Martin Dresler wertete Schlafdaten von 1265 Probanden aus über 2000 Nächten aus. Einen signifikanten Zusammenhang zwischen Mondphase und Schlaf fanden sie dabei nicht.

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Pre-teen girls accused of stabbing friend 19 times to honor mythological creature

Police Chief Waukesha County Russell Jack

Police Chief Waukesha County Russell Jack

The prosecutor asked: “Isn’t that the worst kind of killer, the cold-blooded killer?”

By Lindsey BeverThe Washington Post

“Most of the time in a crime like this, with such violence like this, there’s spur of the moment, there’s the heat of passion,” Waukesha County District Attorney Brad Schimel told reporters, describing the weekend’s slumber party stabbing. “It’s troubling when a person lashes out in anger. It’s more troubling when they lash out in cold blood.”

He was talking about a months-long murder plot involving three 12-year-old girls — two of them the alleged attackers and one of them the victim, who had 19 stab wounds.

One of the 12-year-old suspects told police the two girls decided to kill their friend to honor a mythological character they read about online, the criminal complaint stated.

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Evolutionary Humanism: The First Religion Devoted to Evolution

image: io9

Julian Huxley (1887-1975) is remembered as one of the most eminent biologists and science writers of the 20th century. He’s less well known for what he considered to be his true life’s work: the establishment of a new religion he called “evolutionary humanism.”

By Jon W. Phillipsio9

Huxley was the grandson of Charles Darwin’s friend and “bulldog,” Thomas Henry Huxley, and the brother of novelist Aldous Huxley, who wrote Brave New World. He was also one of the architects of the “Modern Synthesis” that ultimately united Darwinian evolution and Mendelian genetics.

Huxley abandoned his traditional academic career in the early 1930s to write for popular audiences and by the 1950s, he was arguably the world’s most prominent and authoritative voice on scientific matters. Huxley was a sort of early twentieth century version of Neil DeGrasse Tyson, and historians have come to refer to him as the “statesman of science.” A committed leftist, he argued fiercely argued that science had failed to prove any innate racial differences (although he personally suspected such differences existed). He was also an ardent and unrepentant eugenicist.

The Invention of Evolutionary Humanism

Huxley’s genteel progressivism seems at odds with the popular image of eugenics. While many eugenics enthusiasts were racists on the the far right of the political spectrum, Huxley was part of a “reform eugenics” movement which was popular among British socialists like H.G. Wells and George Bernard Shaw.

For these reform eugenicists, social equality was a necessary prerequisite for identifying genetic inequality. And that’s where Huxley’s notion of evolutionary humanism came in. He wrote that evolutionary humanism elevated this mission to a religious quest:

The lineaments of the new religion … will arise to serve the needs of the coming era… Instead of worshipping supernatural rulers, it will sanctify the higher manifestations of human nature, in art and love, in intellectual comprehension and aspiring adoration, and will emphasize the fuller realization of life’s possibilities as a sacred trust.

The key to achieving these aims was to educate the public, enabling them to think in evolutionary terms. In Huxley’s mind, a widespread acceptance of an evolutionary worldview represented the process of evolution “reaching self-consciousness [and] becoming aware of itself.”

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Synthetische Biologie am Scheideweg

Evo-Devo oder: Der gelenkte ZufallWelcher Zukunft geht die synthetische Biologie entgegen? Werden Bastler in Garagen medizinische Durchbrüche feiern – oder doch eher die Industrie mit Patenten?

Von Bryn NelsonSpektrum.de

Der kanadische Visionär Andrew Hessel will ungewöhnliche Wege bei der Entwicklung einer Brustkrebstherapie gehen. “Was wäre, wenn sich Hobbyforscher in ihren Bastelkellern zusammenschlössen und es mit milliardenschweren Pharmafirmen aufnähmen?”

Sein Crowdfunding-Unternehmen Pink Army Cooperative versucht genau das und will Open-Source-Techniken nutzen, also frei zugängliche Methoden der synthetischen Biologie. In diesem aufstrebenden Forschungsgebiet sollen biologische Produkte nach Art der Ingenieure im Baukastensystem hergestellt werden. Seit der Gründung der Initiative im Jahr 2009 haben nahezu 600 Leute investiert. Mitmachen kostet lediglich 20 US-Dollar. Obwohl diese radikale Geschäftsidee vor beachtlichen Hindernissen steht, hat sie doch die Aufmerksamkeit von Industrie und Medien auf sich gezogen. Die von Andrew Hessel und zwei Mitgründern ins Leben gerufene Kooperation von Wissenschaftlern hofft bereits in diesem Jahr mit Zellkulturuntersuchungen beginnen zu können. Darüber hinaus erwägt sie eine Therapiestudie an Hunden.

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Neue Religion mit “Messias” Mark Zuckerberg gegründet

foto: reuters/galbraith Mark Zuckerberg hat die Ehre, von einer neuen Glaubensrichtung als Messias verehrt zu werden

Initiator sucht Mitstreiter für eine Glaubensrichtung, die auf dem Leben des Facebook-Gründers basiert.

derStandard.at

Die Palette an skurrilen Religionen, die auf dem Leben von Berühmtheiten basieren, ist um einen Eintrag reicher: Ein Craigslist-Poster hat laut CNET eine Glaubensrichtung ins Leben gerufen, die Weisheiten und Lebensgeschichte von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zum Inhalt hat.

Zuckerberg von Gott gesteuert

So soll Zuckerberg in Wahrheit ein Avatar sein, der von Gott gesteuert wird. Das gesamte Universum sei “wie ein Computerspiel“, das Gott programmiert habe.

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Falsche Verheißungen der Hirnforschung – auch ohne Theologie

Bild: BB

Bild: BB

Die Hirnforschung wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Im vergangenen Jahr hat etwa die Europäische Union eine Milliarde Euro an Forschungsmitteln für das „Human Brain-Projekt“ bereitgestellt.

Von Dr.Michael UtschEvangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW)

Vor 10 Jahren hatten führende Neurowissenschaftler mit einem „Manifest der Hirnforschung“ für Aufsehen gesorgt (Vgl. MD 3/2006, 85ff). Darin prophezeiten sie ihrer Disziplin großartige Fortschritte in Diagnostik, Therapie und Grundlagenforschung. Zum zehnten Jahrestag des Manifests hat nun eine Gruppe von Neurobiologen, Psychiatern, Psychologen und Philosophen eine ernüchternde Bilanz gezogen. In ihrem „Memorandum Reflexive Neurowissenschaft“ kritisieren sie, dass die Ziele des Manifests verfehlt worden seien, Bewusstsein und Denken biologisch erklären zu können. Die Unterzeichner des neuen Memorandums lehnen die „wenig durchdachten“ des Manifests ab und fordern eine „systemwissenschaftliche“ Gesamtschau, die auch kulturelle, soziale und moralische Dimensionen mit einbeziehe. Für ein angemessenes Verständnis von Denken und Bewusstsein sei eine intensivere Zusammenarbeit der Hirnforscher mit anderen Disziplinen wie der klinischen Psychologie, Systemforschung und Philosophie nötig. Leider werden die wichtigen theologischen Beiträge zur Hirnforschung dabei nicht berücksichtigt.
Ohne Zweifel besteht ein Nachholbedarf an interdisziplinärer Zusammenarbeit, um Geist und Gehirn besser zu verstehen. Solange Forschungsgelder aber an naturalistische Voraussetzungen gebunden sind, werden solche Studien nur einseitige Erkenntnisse hervorbringen.

Memorandum „Reflexive Neurowissenschaft“

Tierversuche: Primatenforschung in Europa

affe3.jpgSeit 2010 erlaubt eine hart erkämpfte EU-Richtlinie unter strengen Vorgaben wissenschaftliche Studien an Primaten. Doch in einigen EU-Staaten droht die Umsetzung in nationales Recht zu scheitern. Der Grund: Widerstand von Tierschutzverbänden.

Von Alison AbbottSpektrum.de

Das schlimmste Erlebnis während seines jahrelangen Kampfes um seine Forschungen war für Andreas Kreiter, als seine Frau nach der Geburt des zweiten Kindes nach Hause kam und eine Morddrohung gegen ihren Dreijährigen vorfand. Kreiter, Neurowissenschaftler an der Universität Bremen, untersucht Hirnfunktionen unter anderem bei Makaken. Seit er dort arbeitet, ist er Verleumdungen und immer wieder auch Aggressionen von Tierschutzaktivisten ausgesetzt. Auf dem Höhepunkt der Proteste in den späten 1990er Jahren musste er unter Polizeischutz leben. Trotz alldem gab er seine Studien nicht auf. “Als ich mich für Primatenforschung entschied, habe ich mir das sehr gründlich überlegt”, sagt er. “Ich halte sie für notwendig, wenn wir das menschliche Gehirn verstehen wollen.”

Später trat ein weiterer Gegenspieler auf den Plan: der Bremer Senat. Die Stadt suchte die Primatenforschung einzudämmen, und die für die Genehmigung von Tierexperimenten zuständige Gesundheitsbehörde erlaubte Kreiters Versuche 2008 nicht mehr. Der Streit ging durch die gerichtlichen Instanzen bis zum Bundesverwaltungsgericht, das Anfang 2014 wie vorher schon die Gerichte Bremens zu Gunsten dieser Forschungen entschied (siehe Kommentar von Andreas Kreiter ).

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Asperger: Die Kreiszahl π 22 514 Stellen hinter dem Komma

Daniel Tammet Die Poesie der Primzahlen Aus dem Englischen von Dagmar Mallett Verlag: Hanser, München 2014 ISBN: 9783446438774 19,90 €

Der 35-jährige Brite Daniel Tammet beherrscht zehn Sprachen, darunter Finnisch, Litauisch, Rumänisch, Walisisch – und Isländisch, das er innerhalb einer einzigen Woche gelernt hat. Zudem kann er anspruchsvollste Rechenaufgaben in halsbrecherischem Tempo lösen.

Von Frank UfenSpektrum.de

Vor zehn Jahren stellte er einen neuen Europa-Rekord auf, als er es schaffte, die Kreiszahl π bis auf 22 514 Stellen hinter dem Komma korrekt wiederzugeben. Meist sieht Tammet das Ergebnis von Mathematikaufgaben sofort vor sich, weil sein Gehirn Zahlen mit Farben, Figuren und Emotionen verknüpft. “Synästhesie” nennt man diese Kopplung verschiedener Sinne im Gehirn.

Jeden Morgen Haferbrei

Auf der anderen Seite hat Tammet hat bereits Mühe damit, rechts und links voneinander zu unterscheiden. Es fällt ihm schwer, die Gefühle anderer Menschen nachzuvollziehen und ihre Mimik und Gestik zu deuten. Auch läuft er ständig Gefahr, von Reizen überflutet zu werden. Um sich dagegen zu schützen, hat er seinen Alltag strengen Ritualen unterworfen.

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Denver radio host Dan Caplis means: “All racists are, at the end of the day, atheists”

Dan-CaplisDenver radio host on Donald Sterling: ‘All racists are, at the end of the day, atheists`. A Denver talk radio host suggested that it wasn’t possible to believe in God and still be racist.

By Travis Gettys THE RAW STORY

Dan Caplis, of KNUS-AM, made the comments Monday morning during a discussion of Los Angeles Clippers owner Donald Sterling, who made bigoted comments against black people during a recorded phone call.

“The roots of this kind of racism, this kind of attitude where somebody really thinks they’re superior to somebody, just because of the color of the other person’s skin? First, what it tells me — you know, my constitutionally-protected opinion about that person — is they don’t believe in God,” Caplis said.

The Friendly Atheist blog posted audio clips of the program, along with excerpted comments.

“Nobody who believes in God can be a racist, in my view, because once you believe God made us, you mean, God made junk?” Caplis continued. “God made somebody lesser just by virtue of the color of their skin? So my starting point is always: All racists must be atheists. They can’t possibly believe in God.”

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“Frei-von”-Produkte erobern den Supermarkt

Bild: kochzauber.de

Laktosefrei! Glutenfrei! Damit werben mittlerweile viele Lebensmittelproduzenten – und lassen sich das auch teuer bezahlen. Dabei müssten nur wenige Konsumenten aus medizinischen Gründen darauf verzichten.

Von Ulrike GebhardtSpektrum.de

Eigentlich hätte Joachim Burger es gleich wissen müssen. Für die heftigen Bauchschmerzen seines zehnjährigen Sohnes war nicht ein Leistenbruch verantwortlich, wie er zuerst annahm, sondern eine Laktoseintoleranz. “Auf einmal war es aus mit der Milch, obwohl der Junge vorher jeden Tag einen Liter davon getrunken hatte”, sagt Burger. Als Leiter der Arbeitsgruppe Paläogenetik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz beschäftigt sich der Anthropologe auch beruflich mit dem Thema. Im internationalen Projekt “LeCHE” erforscht er mit anderen Wissenschaftlern das Phänomen der Laktasepersistenz. Dabei geht es um die vor rund 8000 Jahren innerhalb der europäischen Bevölkerung zum ersten Mal aufgetretene Genvariante, die es auch Erwachsenen ermöglicht, Milchzucker zu verdauen.

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