Archiv der Kategorie: Psychologie

Schein-Therapien und der Placebo-Effekt

Wirkung ohne Wirkstoff – Wie funktionierern Placebos? © freeimages

Placebos lindern Schmerzen, hemmen Entzündungen und lösen Asthma – und enthalten doch keinerlei wirksame Bestandteile. Trotzdem wirken diese Schein-Therapien bei vielen Menschen verblüffend gut. Aber warum? Wie funktioniert der Placebo-Effekt?

scinexx.de

“Placebo” – Ich werde gefallen: So nannten schon rund 250 Jahren Mediziner ihre Schein-Arzneien. Sie verabreichten ihren Patienten Pillen aus Brot und Zucker oder Tränke aus gefärbtem Wasser, um diese zu beruhigen, ihnen Linderung bei unheilbaren Krankheiten zu verschaffen oder schlicht, um Geld zu verdienen. Doch schon damals stellte man fest: Die Schummel-Kuren wirken.

Inzwischen weiß man, dass Placebos reale und physiologisch messbare Veränderungen im Körper auslösen können. Ihre Wirkung geht damit weit über einen rein psychologischen Effekt hinaus. Was aber genau den Placebo-Effekt verursacht, wie er sich manifestiert und warum nicht jeder gleichermaßen anfällig ist, das haben Forscher erst in den letzten Jahren zumindest in Teilen herausgefunden.

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Religiöser Wahn: Kindermörder muss dauerhaft in die Psychiatrie

justiz_grossSüddeutsche.de

  • Nach dem Mord an seinen beiden Kindern wird ein 39 Jahre alter Mann dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen.
  • Weil er in religiösem Wahn handelte, gilt der Täter als nicht schuldfähig.

Kindermörder muss in die Psychiatrie

Im Prozess um den Mord an zwei Kindern in Glinde bei Hamburg hat das Landgericht Lübeck den angeklagten Vater dauerhaft in die forensische Psychiatrie eingewiesen. Der aus Afghanistan stammende Zahnarzt hatte gestanden, seiner vierjährigen Tochter und seinem sechsjährigen Sohn die Kehlen durchgeschnitten zu haben. Das Motiv des Zahnarztes war offenbar religiöser Wahn.

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Kreative sind wirklich oft nahe am Wahnsinn

Immer wieder wird diskutiert, ob Kreativität und Wahnsinn miteinander verknüpft sind. Sind sie, sagt eine neue Studie. Kreative zeigen häufiger Züge, die ins Psychotische und in die Hypomanie gehen.

Von Fanny JiménezDIE WELT

Die Hypothese, dass Kreativität und Wahnsinn eng miteinander verknüpft sind, geistert schon so lange durch die Kulturgeschichte, dass man gar nicht mehr genau weiß, wer sie eigentlich in die Welt gesetzt hat. Das ist im Grunde aber auch egal, denn entscheidend ist ja, ob sie denn stimmt, diese Hypothese. Trotz vielfältiger Bemühungen ist der Nachweis dessen bisher nicht gelungen.

Zu anekdotenhaft sind die Beweise bisher, berühmte Persönlichkeiten der Vergangenheit oder Einzelfälle der Gegenwart wurden dazu herangezogen. Das liegt einfach daran, dass nur wenige kreativ und wahnsinnig gleichzeitig sind. Zu wenige, um daraus eine für Wissenschaftler akzeptabel solide Datenbasis zu schaffen.

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Glaube an Schutzengel macht vorsichtig

Bild: stupidedia.org

Sie glauben an Schutzengel? Dann haben Sie wohl besonders viel Angst und handeln vorsichtiger als andere. Eine Studie legt nahe, dass gerade die Draufgänger nichts von mythischen Beschützern halten.

SpON

Es wäre ziemlich praktisch einen Schutzengel zu haben. Man könnte unbekümmert Dinge tun, die Spaß machen, aber gefährlich sind: Von Ahnungslosen gesammelte Pilze essen, durch dicht befahrene Straßen rasen oder sich bei Gewitter aufs offene Feld stellen. Doch so einfach ist es nicht, wie eine Untersuchung mit Menschen zeigt, die an Schutzengel glauben. Trotz ihres imaginären Beschützers, verhalten sie sich im Alltag vorsichtiger als Vergleichspersonen.

Die Zahl der Amokläufer in den USA ist deutlich angestiegen

Die Stadt Houston informiert in einem Video darüber, wie man einen Amoklauf überleben kann

Das FBI hat einen Bericht über die 160 Amokläufe vorgelegt, die sich zwischen 2000 und 2013 ereignet und 486 Menschen das Leben gekostet haben

Von Florian RötzerTELEPOLIS

Gegenwärtig hat man den Eindruck, dass die Welt nach dem Kalten Krieg in neue geopolitische Konflikte und endlose Kämpfe gegen islamistische Terroristen versinkt. Aber es gibt auch Terroranschläge, die nicht politisch oder religiös motiviert sind. Es sind die Amokläufer, die von Wut, Verzweiflung und dem Streben nach Aufmerksamkeit getrieben möglichst viele Menschen mit in den Tod ziehen wollen. Wahrscheinlich hängt die Motivation, sich Terrorgruppen im Ausland anzuschließen und sein Leben aufs Spiel zu setzen, mit der zusammen, sich selbst in einem finalen und blutigen Aufmerksamkeitsspektakel aus dem Leben zu verabschieden.

Die Verbindung zwischen den islamistischen Selbstmordattentätern, die möglichst viele Menschen töten wollen, um als Märtyrer für die Sache Allahs und des Islam in den Himmel zu gelangen, und den Amokläufern, die nur ihr eigenes Schicksal im Auge haben, aber derselben Logik der Aufmerksamkeitsökonomie folgen, liegt auf der Hand (Aufmerksamkeitsterror). Das Leben scheint einen Sinn durch die eigene Vernichtung zu erhalten, durch den Beweis, das Selbsterhaltung und Unterwerfung unter das Bestehende nicht alles ist. Während die einen sich in die Luft sprengen, lassen sich die anderen meist erschießen oder töten sich selbst vor einer Gefangennahme (Selbstmord durch Massaker).

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It’s Official: Religion Doesn’t Make You More Moral

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

A recent study comparing views on morality of religious and non-religious people found something surprising: Religion doesn’t make our everyday lives more moral.

By Elizabeth PicciutoTHE DAILY BEAST

Suppose you actually do have an angel over your shoulder telling you the right thing to do. That angel probably wouldn’t tell you anything you didn’t already know. A recent study in Science aimed at uncovering how we experience morality in our everyday lives suggests that religious people are no more moral—or immoral—than non-religious people. Whether or not we believe that divine precepts give us guidance, our behavior is remarkably similar.

The fact that atheists are apparently as moral as believers will be counterintuitive to some. In Fyodor Dostoevsky’s The Brothers Karamazov, Dmitri Karamazov famously worries, “But what will become of men then…without God and immortal life? All things are lawful then, they can do what they like?”

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«Diese Faszination des Tötens bleibt ein Leben lang in Erinnerung»

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Ein nicht unwesentlicher Teil der IS-Kämpfer stammt aus dem Westen. Weshalb zieht es diese, meist noch sehr jungen Männer, in den Krieg? Thomas Elbert, Psychologe mit Fokus auf Trauma-Forschung gibt Auskunft.

Von Kian RamezaniAARGAUER ZEITUNG

Tausende Europäer und Amerikaner kämpfen in den Reihen des Islamischen Staats. Was treibt die jungen Männer in die Arme der Terroristen? Der Konstanzer Psychologe Thomas Elbert hat viele Konfliktgebiete bereist und mit Kämpfern über ihre Motivation gesprochen. Religion spielt eine Rolle, ist aber nicht allein ausschlaggebend, sagt er im Interview.

Was läuft in unseren Gesellschaften falsch, dass junge Männer sich dem Islamischen Staat anschliessen?

Thomas Elbert: Um das im Detail zu beantworten, müsste man diese Gruppe systematisch befragen können. Wir wissen aber über Gewaltbereitschaft, dass sie vor allem von zwei Faktoren beeinflusst wird: Zum einen eigene Erfahrungen von Gewalt und emotionaler Vernachlässigung in Kindheit und Jugend. Zum anderen die Erziehung zu moralischen Hemmschwellen der Gewalt, die bei Personen anderer Gruppen, anderer Religion oder Ethnie nicht greift.

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Orthorexie: Gesunde Ernährung als Ersatzreligion

Bild: essen&trinken.de

Kreisen alle Gedanken um gesundes Essen, kann das krank machen. Betroffene vereinsamen, entwickeln Mangelerscheinungen, magern ab. Manche Psychologen sprechen dann von Orthorexie und sehen Parallelen zur Magersucht.

Von Gerlinde Gukelberger-FelixSpON

Milch ist tabu, Zucker sowieso, Weizenprodukte werden verschmäht, selbst Obst und Gemüse aus dem konventionellen Anbau kommen nicht mehr auf dem Tisch. Gegessen werden nur noch wenige ausgewählte Lebensmittel, im Extremfall vielleicht nur im eigenen Garten Angebautes. Manche Menschen beschäftigen sich so intensiv mit gesunder Ernährung, dass es geradezu krankhaft wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnte vor Kurzem vor der sogenannten Orthorexie, bei der Menschen “vom gesunden Essen besessen” seien.

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Welt als Gehirnversuch, Unsicherheit zu reduzieren

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über “das Selbst”, psychoaktive Drogen und die Dimension der Zukunft in der ethischen Debatte. Teil 2

Der Philosoph Thomas Metzinger erblickt aufgrund der rasanten Entwicklung der Neurowissenschaften einen erhöhten Reflexionsbedarf in der Philosophie und eine nicht minder drängende Notwendigkeit, politisch zu handeln.

Zu Teil 1: “Ein physikalisch determiniertes System könnte einen hohen Grad an Autonomie besitzen”

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Metzinger, welche Kritikpunkte an ihrer “Philosophie des Selbst” fanden Sie am unangebrachtesten – und gab es welche, aus denen Sie etwas lernen konnten?

Thomas Metzinger: Eine Sache, die in Being No One[1] und auch in der überarbeiteten Neufassung des “Ego-Tunnels” fast vollständig fehlt, ist die Theorie des so genannten Predictive Coding, die zu großen Teilen von dem britischen Mathematiker Karl Friston entwickelt wurde und die mich und viele junge Leute in meiner Gruppe sehr beschäftigt.

Diese Theorie sagt, dass alle geistigen Inhalte kontrafaktische Inhalte sind, eine vom Gehirn dargestellte Wahrscheinlichkeitsverteilung, immer nur eine Möglichkeit, eben die beste Hypothese, die das System im Moment über die Außenwelt hat – oder auch über seinen eigenen Zustand.

Es gibt im Moment in der Kognitionswissenschaft und den informierten Teilen der Philosophie des Geistes eine regelrechte Hysterie, weil viele kluge Leute den Eindruck haben, dass dies die Anfänge des übergreifenden formalen, begrifflichen Rahmens sein könnten, nach dem wir so lange gesucht haben. Zum Beispiel lässt uns diese Theorie auf einer tieferen mathematischen Ebene verstehen, warum Handeln und Wahrnehmen im Grunde dasselbe sind, nämlich die kontinuierliche Minimierung eines Vorhersagefehlers.

Sie liefert uns aber auch ein neues Verständnis davon, was Aufmerksamkeit eigentlich ist: Was wir als “die Welt” erleben, ist in Wirklichkeit ein generatives Modell in unserem Gehirn, das kontinuierlich versucht, Unsicherheit zu reduzieren und “hässliche Überraschungen” zu vermeiden, indem es automatisch immer neue Vorhersagen erzeugt, testet und auf diese Weise die kausale Struktur der Außenwelt extrahiert. Das Problem: Die notwendige Mathematik ist für Philosophen mit einer normalen universitären Ausbildung nicht zu beherrschen. Wir brauchen in der Philosophie des Geistes jetzt auf einmal junge Leute, die nicht nur empirisch gut informiert sind, sondern auch solche, die Mathematik studiert haben.

Ich lerne viel von den kritischen Zuschriften wissenschaftlich gebildeter Leser aus aller Welt (die ich leider nicht mehr alle beantworten kann), aber es gibt natürlich auch das Rauschen an der Oberfläche, die klassischen Missverständnisse: Wenn es doch gar kein Selbst gibt, wer ist es denn dann, der sich täuscht oder die ominöse “Illusion des Selbst” aus dem Esoterikbuchladen hat?

Nun, es ist die Person als Ganzes, und sie wird vom Organismus zur Person genau dadurch, dass sie in einen sozialen Kontext eingebettet ist, der evolutionär und kulturgeschichtlich eben genau dadurch entstanden ist, dass Wesen das subpersonale Selbstmodell in ihrem Gehirn zu großen Teilen nicht als ein Modell erleben konnten und sich deshalb mit seinem Inhalt identifiziert haben. Das transparente Selbstmodell war die Brücke von der Biologie in die Kultur.

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All You Need To Know About the 10 Percent Brain Myth, in 60 Seconds

The reality is that we already use 100 percent of our brains _DJ_/Flickr

The new Luc Besson movie Lucy, starring Scarlett Johansson, opens tomorrow in theaters countrywide. It’s based on the immortal myth that we use only 10 percent of our brains.

By Christian JarrettWIRED

Johansson’s character is implanted with drugs that allow her to access 100 percent of her brain capacity. She subsequently gains the ability to learn Chinese in an instant, beat up bad guys, and throw cars with her mind (among other new talents). Morgan Freeman plays neuroscientist Professor Norman, who’s built his career around the 10 percent claim. “It is estimated most human beings use only 10 percent of the brain’s capacity,” he says, “Imagine if we could access 100 percent.”

As it happens, I’ve written a book all about brain myths (Great Myths of the Brain; due out this November). I thought I’d use what I learned to give you a 60-second explainer on the 10 percent myth.

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“Neuro-Bashing” als Nachfolger des “Veganer-Bashings”

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über die Hirnforschung und die Willensfreiheitsdebatte. Teil 1

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Der Philosoph Thomas Metzinger hat mit seinem Buch Der Ego-Tunnel eine Debatte über die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus der Neuro-Wissenschaft in die Philosophie und zur Autonomie des Willens ausgelöst. Zur erweiterten Neu-Auflage des Buches sprach Telepolis mit dem Autor.

Herr Metzinger, welche umwälzenden Erkenntnisse hat die Gehirnforschung in der Öffentlichkeit so prominent gemacht – und wie sind sie für den Alltag und andere Wissenschaften fruchtbar zu machen?

Thomas Metzinger: Da müssten Sie eigentlich eher einen Hirnforscher fragen als einen Philosophen. Echte Revolutionen sind in der Wissenschaft eher selten, denn die Stärke der wissenschaftlichen Methode besteht ja gerade darin, dass sie inkrementell (also in vielen kleinen Schritten) fortschreitet. Bei Parkinson und multipler Sklerose versteht man jetzt zum Beispiel die zu Grunde liegenden Mechanismen wesentlich besser, aber Depressionen und die Schizophrenie sind Beispiele dafür, dass Erkenntnisfortschritt sich leider nicht immer direkt in neuen, funktionierenden Therapien niederschlägt.

Andererseits gibt es einen interessanten Teilaspekt der aktuellen Entwicklung: Aus der Neurowissenschaft entsteht Neurotechnologie, und eine kleine Teilmenge dieser Neurotechnologien werden auch Bewusstseinstechnologien sein. Ich leite ja in Mainz die Forschungsstelle Neuroethik, wie ich aber in der erweiterten Neuauflage meines Buchs deutlich gemacht habe, brauchen wir im Grunde sogar so etwas wie eine “Bewusstseinsethik”: In der Zukunft wird es Technologien geben, die immer direkter, präziser und auch immer selektiver auf das neuronale Korrelat des subjektiven Erlebens selbst zugreifen.

Was aber ist ein “guter” Bewusstseinszustand? Darüber müssen wir uns gesellschaftlich verständigen. Wir kommen um eine ethische Grundlagendiskussion nicht herum. Wichtige Zielvorstellungen sind für mich Leidensverminderung, Selbsterkenntnis, Nachhaltigkeit und die Erhöhung von geistiger Autonomie.

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Three Myths About the Brain

Bild: BB

Bild: BB

IN the early 19th century, a French neurophysiologist named Pierre Flourens conducted a series of innovative experiments. He successively removed larger and larger portions of brain tissue from a range of animals, including pigeons, chickens and frogs, and observed how their behavior was affected.

By GREGORY HICKOKThe New York Times

His findings were clear and reasonably consistent. “One can remove,” he wrote in 1824, “from the front, or the back, or the top or the side, a certain portion of the cerebral lobes, without destroying their function.” For mental faculties to work properly, it seemed, just a “small part of the lobe” sufficed.

Thus the foundation was laid for a popular myth: that we use only a small portion — 10 percent is the figure most often cited — of our brain. An early incarnation of the idea can be found in the work of another 19th-century scientist, Charles-Édouard Brown-Séquard, who in 1876 wrote of the powers of the human brain that “very few people develop very much, and perhaps nobody quite fully.”

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Richard Dawkins: It would be ‘immoral’ not to abort a fetus with Down syndrome

dawkinsNoted atheist and evolutionary theorist Richard Dawkins stirred up controversy again by saying that it would be immoral for a mother not to abort a fetus if she knew that it had Down syndrome.

By Scott KaufmanThe Raw Story

The exchange began yesterday morning as Dawkins and some of his Twitter followers were discussing the case of a woman in Ireland who was denied an abortion at 8 weeks and forced by local authorities to undergo a caesarean section 17 weeks later after she threatened to go on a hunger strike.

As that conversation progressed, one of his followers asked him a hypothetical question, which he responded to:

 

He was quickly attacked by those who know people with Down syndrome who are happy, productive members of society; and then criticized more abstractly by those who claim that he was advocating eugenics. Dawkins returned to Twitter late last night to insist that he was advocating nothing of the sort:

 

He then answered critics who claimed he was telling women what to do if their fetus was detected to have Down syndrome:

 

“Narcose”: Ein Atemzug

Der Kurzfilm “Narcose” zeigt den fünfminütigen Tauchgang des Apnoe-Tauchers Guillaume Néry – und seine Halluzinationen

Von Jörg auf dem HövelTELEPOLIS

Nie zuvor wurde die quasi-psychedelische Erfahrung des Extremtauchens so nahe gebracht. Die französische Kamerafrau und Regisseurin Julie Gautier hat den Apnoetaucher Guillaume Néry in Echtzeit auf seinen fünfminütigen Hochleistungstrip in die Unterwasserwelt begleitet.

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Faszinierend: Selbst-organisierender Roboter-Schwarm

Fortschritt bedeutet nicht nur Abgrund

sloterdijk_1Die Moderne bringt sozialen Aufstieg und politische Emanzipation: Eine Replik auf Peter Sloterdijks Pessimismus.

Von Ralf FücksDIE WELT

Peter Sloterdijk, Philosoph und zeitdiagnostischer Großmeister aus Karlsruhe, gibt mit seinem neuen Buch “Die schrecklichen Kinder der Moderne” dem fortschrittskritischen Zeitgeist eine Stimme. Nun ist die Botschaft, dass die Moderne aus den Fugen geraten ist und einem schlimmen Ende entgegenstürzt, alles andere als originell. Was Sloterdijk von anderen Zivilisationskritikern abhebt, ist sein Erklärungsmuster für den permanenten Tumult, der die Neuzeit als ein Zeitalter beschleunigten Wandels kennzeichnet. Nicht die üblichen Verdächtigen – das Kapital, die wissenschaftlich-technische Revolution, den Kampf um soziale und politische Emanzipation – sieht er als Movens der westlichen Zivilisation, sondern die “genealogische Frage”: die Spannung zwischen Erbe und Generationenbruch. Erbe steht für die Weitergabe tradierter Werte, Sitten, Lebensformen; Generationenbruch für Verweigerung, Autonomie, Revolte, Neuanfang.

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Sam Harris Looks Back on ‘New Atheist’ Movement, Insists Not All Religions Are Equally as Bad

Bild: medimops.de

Sam Harris, author of the book The End of Faith that was published 10 years ago, has been credited for starting the “new atheist” movement. Reflecting back on his work, Harris downplays the impact the book might have had on the growth of atheism in national surveys. He also contends that not all religions are equally as bad, by singling out the dangers of radical Islam.

By Stoyan ZaimovChristian Post

“I certainly see the impact that The End of Faith had on publishing — as you indicated, the book initiated the ‘new atheist’ run of bestsellers. But I don’t know what effect these books have had on the wider culture. The poll numbers seem to be inching in our direction — with the percentage of Americans claiming ‘no affiliation’ with religion, or even declaring their ‘atheism’ outright, slowly growing,” Harris said in an email to “The Friendly Atheist” website founder Hemant Mehta, posted on Monday.

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Testosteron: Das verkannte Hormon

Strukturformel von Testosteron, Summenformel: C19H28O2 Bild: wikimedia.org/PD

Seit Jahrzehnten heißt es, zu viel Testosteron im Blut mache Männer aggressiv, triebhaft und antisozial. Doch tatsächlich wirkt das Sexualhormon auf die menschliche Psyche in vielfältiger Weise – mitunter fördert es sogar die Fairness.

Von Christoph EiseneggerSpektrum.de

Johnny ist ein maskuliner Typ, muskulös und mit kantigem Gesicht, der schon in manche Schlägerei verwickelt war. Eines Nachts verprügelt er vor dem Klub “Prater Dome” in Wien den körperlich unterlegenen Richard. Worum es bei dem Streit genau ging, ist später nicht mehr zu klären, ebenso wie die Frage, wer von den beiden zuerst handgreiflich wurde. Einhellig ist aber das Urteil aller Freunde von Johnny: Ihr Kumpel sei eben “testosterongesteuert”. Deshalb sei er oft aggressiv und reagiere unbeherrscht, wenn man ihn provoziert.

Das Männlichkeitshormon Testosteron hat traditionell einen schlechten Ruf. Dem Klischee nach sorgt es nicht nur körperlich für stärker ausgeprägte maskuline Züge, sondern fördert auch antisoziales, aggressives Verhalten und Sexsucht. Der US-amerikanische Schauspieler Alan Alda sprach in den 1970er Jahren sogar scherzhaft von einer “Testosteronvergiftung”, unter der fast alle Männer litten und derentwegen sie sich so sonderbar verhielten. Noch heute beschreibt der Begriff “testosterone poisoning” im Englischen unvernünftiges, stereotyp negatives Gebaren von Männern. Ob der Botenstoff aber tatsächlich das Sozialverhalten beeinflusst, wird erst seit Kurzem wissenschaftlich untersucht – mit teils überraschenden Ergebnissen.

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Christlicher Glaube braucht das Smartphone

Der christliche Glaube hat nichts mit einer Glücks-Philosophie zu tun, sondern ist am stärksten, wenn es um Leiden geht. Das sagt der christliche Psychologe Henning Freund vom Institut für Religion und Psychotherapie in Marburg.

pro Medienmagazin

Freund will zusammen mit der Universität Lüneburg untersuchen, wie sich eine Haltung der Dankbarkeit auf eine Therapie gegen Depressionen auswirkt. Dafür hat er eine App für Smartphones entwickelt.

Wer an Gott glaubt, glaubt auch an Aschenputtel

© picture-alliance / Design Pics Vergrößern Religiös erzogene Kinder können Fiktion schlechter von Fakten trennen, fand eine neue Studie heraus

Kinder können sehr gut zwischen Fakten und Fiktionen unterschieden, wenn sie eine Geschichte hören. Aber nur, wenn sie nicht religiös erzogen werden, wie eine neue Studie herausfand.

Von Maria WiesnerFrankfurter Allgemeine

Kinder lernen viel über Erzählungen. Aber können sie auseinanderhalten, ob Aschenputtel oder Tom Sawyer fiktive oder reale Personen sind? Durchaus. Aber nur, wenn ihre Eltern sie nicht religiös erziehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „Cognitive Science“ erschienen ist.

Erarbeitet wurde die Studie von den drei Wissenschaftler Kathleen Corriveau (Boston University), Eva Chen (Hong Kong University) und Paul Harris (Harvard University). Für ihr gemeinsames Projekt haben sie 66 Kindern im Alter von fünf und sechs Jahren aus konfessionellen und nicht-konfessionellen Einrichtungen ausgewählt und ihnen Geschichten erzählt. Manche Geschichten entnahmen sie der Bibel, in manchen hatte der Protagonist magische Fähigkeiten, manchmal handelten die Erzählungen schlicht von realen Menschen.

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