Archiv der Kategorie: Psychologie

«Diese Faszination des Tötens bleibt ein Leben lang in Erinnerung»

Bild: nationalreview.com

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Ein nicht unwesentlicher Teil der IS-Kämpfer stammt aus dem Westen. Weshalb zieht es diese, meist noch sehr jungen Männer, in den Krieg? Thomas Elbert, Psychologe mit Fokus auf Trauma-Forschung gibt Auskunft.

Von Kian RamezaniAARGAUER ZEITUNG

Tausende Europäer und Amerikaner kämpfen in den Reihen des Islamischen Staats. Was treibt die jungen Männer in die Arme der Terroristen? Der Konstanzer Psychologe Thomas Elbert hat viele Konfliktgebiete bereist und mit Kämpfern über ihre Motivation gesprochen. Religion spielt eine Rolle, ist aber nicht allein ausschlaggebend, sagt er im Interview.

Was läuft in unseren Gesellschaften falsch, dass junge Männer sich dem Islamischen Staat anschliessen?

Thomas Elbert: Um das im Detail zu beantworten, müsste man diese Gruppe systematisch befragen können. Wir wissen aber über Gewaltbereitschaft, dass sie vor allem von zwei Faktoren beeinflusst wird: Zum einen eigene Erfahrungen von Gewalt und emotionaler Vernachlässigung in Kindheit und Jugend. Zum anderen die Erziehung zu moralischen Hemmschwellen der Gewalt, die bei Personen anderer Gruppen, anderer Religion oder Ethnie nicht greift.

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Orthorexie: Gesunde Ernährung als Ersatzreligion

Bild: essen&trinken.de

Kreisen alle Gedanken um gesundes Essen, kann das krank machen. Betroffene vereinsamen, entwickeln Mangelerscheinungen, magern ab. Manche Psychologen sprechen dann von Orthorexie und sehen Parallelen zur Magersucht.

Von Gerlinde Gukelberger-FelixSpON

Milch ist tabu, Zucker sowieso, Weizenprodukte werden verschmäht, selbst Obst und Gemüse aus dem konventionellen Anbau kommen nicht mehr auf dem Tisch. Gegessen werden nur noch wenige ausgewählte Lebensmittel, im Extremfall vielleicht nur im eigenen Garten Angebautes. Manche Menschen beschäftigen sich so intensiv mit gesunder Ernährung, dass es geradezu krankhaft wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnte vor Kurzem vor der sogenannten Orthorexie, bei der Menschen “vom gesunden Essen besessen” seien.

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Welt als Gehirnversuch, Unsicherheit zu reduzieren

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über “das Selbst”, psychoaktive Drogen und die Dimension der Zukunft in der ethischen Debatte. Teil 2

Der Philosoph Thomas Metzinger erblickt aufgrund der rasanten Entwicklung der Neurowissenschaften einen erhöhten Reflexionsbedarf in der Philosophie und eine nicht minder drängende Notwendigkeit, politisch zu handeln.

Zu Teil 1: “Ein physikalisch determiniertes System könnte einen hohen Grad an Autonomie besitzen”

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Metzinger, welche Kritikpunkte an ihrer “Philosophie des Selbst” fanden Sie am unangebrachtesten – und gab es welche, aus denen Sie etwas lernen konnten?

Thomas Metzinger: Eine Sache, die in Being No One[1] und auch in der überarbeiteten Neufassung des “Ego-Tunnels” fast vollständig fehlt, ist die Theorie des so genannten Predictive Coding, die zu großen Teilen von dem britischen Mathematiker Karl Friston entwickelt wurde und die mich und viele junge Leute in meiner Gruppe sehr beschäftigt.

Diese Theorie sagt, dass alle geistigen Inhalte kontrafaktische Inhalte sind, eine vom Gehirn dargestellte Wahrscheinlichkeitsverteilung, immer nur eine Möglichkeit, eben die beste Hypothese, die das System im Moment über die Außenwelt hat – oder auch über seinen eigenen Zustand.

Es gibt im Moment in der Kognitionswissenschaft und den informierten Teilen der Philosophie des Geistes eine regelrechte Hysterie, weil viele kluge Leute den Eindruck haben, dass dies die Anfänge des übergreifenden formalen, begrifflichen Rahmens sein könnten, nach dem wir so lange gesucht haben. Zum Beispiel lässt uns diese Theorie auf einer tieferen mathematischen Ebene verstehen, warum Handeln und Wahrnehmen im Grunde dasselbe sind, nämlich die kontinuierliche Minimierung eines Vorhersagefehlers.

Sie liefert uns aber auch ein neues Verständnis davon, was Aufmerksamkeit eigentlich ist: Was wir als “die Welt” erleben, ist in Wirklichkeit ein generatives Modell in unserem Gehirn, das kontinuierlich versucht, Unsicherheit zu reduzieren und “hässliche Überraschungen” zu vermeiden, indem es automatisch immer neue Vorhersagen erzeugt, testet und auf diese Weise die kausale Struktur der Außenwelt extrahiert. Das Problem: Die notwendige Mathematik ist für Philosophen mit einer normalen universitären Ausbildung nicht zu beherrschen. Wir brauchen in der Philosophie des Geistes jetzt auf einmal junge Leute, die nicht nur empirisch gut informiert sind, sondern auch solche, die Mathematik studiert haben.

Ich lerne viel von den kritischen Zuschriften wissenschaftlich gebildeter Leser aus aller Welt (die ich leider nicht mehr alle beantworten kann), aber es gibt natürlich auch das Rauschen an der Oberfläche, die klassischen Missverständnisse: Wenn es doch gar kein Selbst gibt, wer ist es denn dann, der sich täuscht oder die ominöse “Illusion des Selbst” aus dem Esoterikbuchladen hat?

Nun, es ist die Person als Ganzes, und sie wird vom Organismus zur Person genau dadurch, dass sie in einen sozialen Kontext eingebettet ist, der evolutionär und kulturgeschichtlich eben genau dadurch entstanden ist, dass Wesen das subpersonale Selbstmodell in ihrem Gehirn zu großen Teilen nicht als ein Modell erleben konnten und sich deshalb mit seinem Inhalt identifiziert haben. Das transparente Selbstmodell war die Brücke von der Biologie in die Kultur.

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All You Need To Know About the 10 Percent Brain Myth, in 60 Seconds

The reality is that we already use 100 percent of our brains _DJ_/Flickr

The new Luc Besson movie Lucy, starring Scarlett Johansson, opens tomorrow in theaters countrywide. It’s based on the immortal myth that we use only 10 percent of our brains.

By Christian JarrettWIRED

Johansson’s character is implanted with drugs that allow her to access 100 percent of her brain capacity. She subsequently gains the ability to learn Chinese in an instant, beat up bad guys, and throw cars with her mind (among other new talents). Morgan Freeman plays neuroscientist Professor Norman, who’s built his career around the 10 percent claim. “It is estimated most human beings use only 10 percent of the brain’s capacity,” he says, “Imagine if we could access 100 percent.”

As it happens, I’ve written a book all about brain myths (Great Myths of the Brain; due out this November). I thought I’d use what I learned to give you a 60-second explainer on the 10 percent myth.

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“Neuro-Bashing” als Nachfolger des “Veganer-Bashings”

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über die Hirnforschung und die Willensfreiheitsdebatte. Teil 1

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Der Philosoph Thomas Metzinger hat mit seinem Buch Der Ego-Tunnel eine Debatte über die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus der Neuro-Wissenschaft in die Philosophie und zur Autonomie des Willens ausgelöst. Zur erweiterten Neu-Auflage des Buches sprach Telepolis mit dem Autor.

Herr Metzinger, welche umwälzenden Erkenntnisse hat die Gehirnforschung in der Öffentlichkeit so prominent gemacht – und wie sind sie für den Alltag und andere Wissenschaften fruchtbar zu machen?

Thomas Metzinger: Da müssten Sie eigentlich eher einen Hirnforscher fragen als einen Philosophen. Echte Revolutionen sind in der Wissenschaft eher selten, denn die Stärke der wissenschaftlichen Methode besteht ja gerade darin, dass sie inkrementell (also in vielen kleinen Schritten) fortschreitet. Bei Parkinson und multipler Sklerose versteht man jetzt zum Beispiel die zu Grunde liegenden Mechanismen wesentlich besser, aber Depressionen und die Schizophrenie sind Beispiele dafür, dass Erkenntnisfortschritt sich leider nicht immer direkt in neuen, funktionierenden Therapien niederschlägt.

Andererseits gibt es einen interessanten Teilaspekt der aktuellen Entwicklung: Aus der Neurowissenschaft entsteht Neurotechnologie, und eine kleine Teilmenge dieser Neurotechnologien werden auch Bewusstseinstechnologien sein. Ich leite ja in Mainz die Forschungsstelle Neuroethik, wie ich aber in der erweiterten Neuauflage meines Buchs deutlich gemacht habe, brauchen wir im Grunde sogar so etwas wie eine “Bewusstseinsethik”: In der Zukunft wird es Technologien geben, die immer direkter, präziser und auch immer selektiver auf das neuronale Korrelat des subjektiven Erlebens selbst zugreifen.

Was aber ist ein “guter” Bewusstseinszustand? Darüber müssen wir uns gesellschaftlich verständigen. Wir kommen um eine ethische Grundlagendiskussion nicht herum. Wichtige Zielvorstellungen sind für mich Leidensverminderung, Selbsterkenntnis, Nachhaltigkeit und die Erhöhung von geistiger Autonomie.

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Three Myths About the Brain

Bild: BB

Bild: BB

IN the early 19th century, a French neurophysiologist named Pierre Flourens conducted a series of innovative experiments. He successively removed larger and larger portions of brain tissue from a range of animals, including pigeons, chickens and frogs, and observed how their behavior was affected.

By GREGORY HICKOKThe New York Times

His findings were clear and reasonably consistent. “One can remove,” he wrote in 1824, “from the front, or the back, or the top or the side, a certain portion of the cerebral lobes, without destroying their function.” For mental faculties to work properly, it seemed, just a “small part of the lobe” sufficed.

Thus the foundation was laid for a popular myth: that we use only a small portion — 10 percent is the figure most often cited — of our brain. An early incarnation of the idea can be found in the work of another 19th-century scientist, Charles-Édouard Brown-Séquard, who in 1876 wrote of the powers of the human brain that “very few people develop very much, and perhaps nobody quite fully.”

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Richard Dawkins: It would be ‘immoral’ not to abort a fetus with Down syndrome

dawkinsNoted atheist and evolutionary theorist Richard Dawkins stirred up controversy again by saying that it would be immoral for a mother not to abort a fetus if she knew that it had Down syndrome.

By Scott KaufmanThe Raw Story

The exchange began yesterday morning as Dawkins and some of his Twitter followers were discussing the case of a woman in Ireland who was denied an abortion at 8 weeks and forced by local authorities to undergo a caesarean section 17 weeks later after she threatened to go on a hunger strike.

As that conversation progressed, one of his followers asked him a hypothetical question, which he responded to:

 

He was quickly attacked by those who know people with Down syndrome who are happy, productive members of society; and then criticized more abstractly by those who claim that he was advocating eugenics. Dawkins returned to Twitter late last night to insist that he was advocating nothing of the sort:

 

He then answered critics who claimed he was telling women what to do if their fetus was detected to have Down syndrome:

 

“Narcose”: Ein Atemzug

Der Kurzfilm “Narcose” zeigt den fünfminütigen Tauchgang des Apnoe-Tauchers Guillaume Néry – und seine Halluzinationen

Von Jörg auf dem HövelTELEPOLIS

Nie zuvor wurde die quasi-psychedelische Erfahrung des Extremtauchens so nahe gebracht. Die französische Kamerafrau und Regisseurin Julie Gautier hat den Apnoetaucher Guillaume Néry in Echtzeit auf seinen fünfminütigen Hochleistungstrip in die Unterwasserwelt begleitet.

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Faszinierend: Selbst-organisierender Roboter-Schwarm

Fortschritt bedeutet nicht nur Abgrund

sloterdijk_1Die Moderne bringt sozialen Aufstieg und politische Emanzipation: Eine Replik auf Peter Sloterdijks Pessimismus.

Von Ralf FücksDIE WELT

Peter Sloterdijk, Philosoph und zeitdiagnostischer Großmeister aus Karlsruhe, gibt mit seinem neuen Buch “Die schrecklichen Kinder der Moderne” dem fortschrittskritischen Zeitgeist eine Stimme. Nun ist die Botschaft, dass die Moderne aus den Fugen geraten ist und einem schlimmen Ende entgegenstürzt, alles andere als originell. Was Sloterdijk von anderen Zivilisationskritikern abhebt, ist sein Erklärungsmuster für den permanenten Tumult, der die Neuzeit als ein Zeitalter beschleunigten Wandels kennzeichnet. Nicht die üblichen Verdächtigen – das Kapital, die wissenschaftlich-technische Revolution, den Kampf um soziale und politische Emanzipation – sieht er als Movens der westlichen Zivilisation, sondern die “genealogische Frage”: die Spannung zwischen Erbe und Generationenbruch. Erbe steht für die Weitergabe tradierter Werte, Sitten, Lebensformen; Generationenbruch für Verweigerung, Autonomie, Revolte, Neuanfang.

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Sam Harris Looks Back on ‘New Atheist’ Movement, Insists Not All Religions Are Equally as Bad

Bild: medimops.de

Sam Harris, author of the book The End of Faith that was published 10 years ago, has been credited for starting the “new atheist” movement. Reflecting back on his work, Harris downplays the impact the book might have had on the growth of atheism in national surveys. He also contends that not all religions are equally as bad, by singling out the dangers of radical Islam.

By Stoyan ZaimovChristian Post

“I certainly see the impact that The End of Faith had on publishing — as you indicated, the book initiated the ‘new atheist’ run of bestsellers. But I don’t know what effect these books have had on the wider culture. The poll numbers seem to be inching in our direction — with the percentage of Americans claiming ‘no affiliation’ with religion, or even declaring their ‘atheism’ outright, slowly growing,” Harris said in an email to “The Friendly Atheist” website founder Hemant Mehta, posted on Monday.

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Testosteron: Das verkannte Hormon

Strukturformel von Testosteron, Summenformel: C19H28O2 Bild: wikimedia.org/PD

Seit Jahrzehnten heißt es, zu viel Testosteron im Blut mache Männer aggressiv, triebhaft und antisozial. Doch tatsächlich wirkt das Sexualhormon auf die menschliche Psyche in vielfältiger Weise – mitunter fördert es sogar die Fairness.

Von Christoph EiseneggerSpektrum.de

Johnny ist ein maskuliner Typ, muskulös und mit kantigem Gesicht, der schon in manche Schlägerei verwickelt war. Eines Nachts verprügelt er vor dem Klub “Prater Dome” in Wien den körperlich unterlegenen Richard. Worum es bei dem Streit genau ging, ist später nicht mehr zu klären, ebenso wie die Frage, wer von den beiden zuerst handgreiflich wurde. Einhellig ist aber das Urteil aller Freunde von Johnny: Ihr Kumpel sei eben “testosterongesteuert”. Deshalb sei er oft aggressiv und reagiere unbeherrscht, wenn man ihn provoziert.

Das Männlichkeitshormon Testosteron hat traditionell einen schlechten Ruf. Dem Klischee nach sorgt es nicht nur körperlich für stärker ausgeprägte maskuline Züge, sondern fördert auch antisoziales, aggressives Verhalten und Sexsucht. Der US-amerikanische Schauspieler Alan Alda sprach in den 1970er Jahren sogar scherzhaft von einer “Testosteronvergiftung”, unter der fast alle Männer litten und derentwegen sie sich so sonderbar verhielten. Noch heute beschreibt der Begriff “testosterone poisoning” im Englischen unvernünftiges, stereotyp negatives Gebaren von Männern. Ob der Botenstoff aber tatsächlich das Sozialverhalten beeinflusst, wird erst seit Kurzem wissenschaftlich untersucht – mit teils überraschenden Ergebnissen.

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Christlicher Glaube braucht das Smartphone

Der christliche Glaube hat nichts mit einer Glücks-Philosophie zu tun, sondern ist am stärksten, wenn es um Leiden geht. Das sagt der christliche Psychologe Henning Freund vom Institut für Religion und Psychotherapie in Marburg.

pro Medienmagazin

Freund will zusammen mit der Universität Lüneburg untersuchen, wie sich eine Haltung der Dankbarkeit auf eine Therapie gegen Depressionen auswirkt. Dafür hat er eine App für Smartphones entwickelt.

Wer an Gott glaubt, glaubt auch an Aschenputtel

© picture-alliance / Design Pics Vergrößern Religiös erzogene Kinder können Fiktion schlechter von Fakten trennen, fand eine neue Studie heraus

Kinder können sehr gut zwischen Fakten und Fiktionen unterschieden, wenn sie eine Geschichte hören. Aber nur, wenn sie nicht religiös erzogen werden, wie eine neue Studie herausfand.

Von Maria WiesnerFrankfurter Allgemeine

Kinder lernen viel über Erzählungen. Aber können sie auseinanderhalten, ob Aschenputtel oder Tom Sawyer fiktive oder reale Personen sind? Durchaus. Aber nur, wenn ihre Eltern sie nicht religiös erziehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „Cognitive Science“ erschienen ist.

Erarbeitet wurde die Studie von den drei Wissenschaftler Kathleen Corriveau (Boston University), Eva Chen (Hong Kong University) und Paul Harris (Harvard University). Für ihr gemeinsames Projekt haben sie 66 Kindern im Alter von fünf und sechs Jahren aus konfessionellen und nicht-konfessionellen Einrichtungen ausgewählt und ihnen Geschichten erzählt. Manche Geschichten entnahmen sie der Bibel, in manchen hatte der Protagonist magische Fähigkeiten, manchmal handelten die Erzählungen schlicht von realen Menschen.

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Mensch und Willensfreiheit

Marco Stier
Willensfreiheit
Verlag: Ernst Reinhardt, München 2014
ISBN: 9783497024346
19,90 €

“Ein Pfund Menschenhirn gab, außer vielem Wasser, zwei Drachmen Laugensalzgeist, 1 2/3 Unzen ranziges Öl, 40 Gran flüchtiges Salz.” Mit diesen Worten des deutschen Naturforschers Samuel Thomas von Soemmerring (1755-1830) beginnt das amüsant und verständlich geschriebene Buch von Marco Stier, der als Philosoph und Historiker arbeitet. Wie kann von einer so unspektakulären Stoffmischung ein freier Wille ausgehen?

Von Claudia Borchard-TuchSpektrum.de

Viele Forscher bestreiten, dass es den freien Willen gibt. Der Philosoph Marco Stier kennt ihre Einwände. “Wenn die Hirnforscher Recht haben, dann ist das Gefühl, sich nach reiflicher Überlegung frei entscheiden zu können, nur eine Illusion”, stellt er fest. Stier geht auf die Versuche des amerikanischen Physiologen Benjamin Libet (1916-2007) ein, die unter Neurowissenschaftlern und Philosophen noch immer zu den meistdiskutierten Experimenten zählen. In den 1980er-Jahren hatte Libet die zeitliche Abfolge zwischen einer Handlung, ihrer Einleitung auf neuronaler Ebene und dem dazugehörigen bewussten Willensakt untersucht. Die Versuchspersonen bewegten ihre Hände zu einem selbst gewählten Zeitpunkt, den sie an einer Uhr ablesen konnten. Währenddessen wurde die elektrische Aktivität der Muskeln und des Gehirns aufgezeichnet. Das Ergebnis war für Libet selbst überraschend. Das Gehirn leitet die Bewegung etwa 500 Millisekunden vor ihrem Beginn ein. Der Willensakt jedoch, also die Entscheidung, die Hand zu bewegen, wird den Teilnehmern erst 200 Millisekunden vor Ausführen der Bewegung bewusst – also nachdem das Gehirn die Handlung bereits eingeleitet hat. Viele Wissenschaftler haben hieraus weitreichende Schlüsse in Sachen Willensfreiheit gezogen. Ihrer Meinung nach zeigen die Libet-Experimente, dass menschliches Handeln nicht von bewussten Entscheidungen abhängt, sondern von unbewussten Hirnprozessen.

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Philosophie: Heideggers umstrittenes NS-Verhältnis

Martin Heidegger (Pinselzeichnung von Herbert Wetterauer) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

1966 wurde der Philosoph Martin Heidegger von dem “Spiegel”-Journalisten Rudolf Augstein interviewt. Darin äußerte sich der öffentlichkeitsscheue Heidegger erstmals zu seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus. Der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch mit der Frage, wie es dazu kam.

Von Thomas PalzerDeutschlandfunk

Es besitzt seine eigene Pointe, wenn für Heideggers Philosophie Begriffe wie Entbergung, Unverborgenheit oder Lichtung von zentraler Bedeutung sind, während der Philosoph selbst das Geheimnis liebte, die Verschleierung und die List. So hat der “Meister aus Deutschland”, wie ihn der Biograf Rüdiger Safranski einst tituliert hat, es etwa selbst bestimmt, dass man seine Notizbücher erst nach Abschluss der Gesamtausgabe veröffentlichen dürfe. Das ist inzwischen passiert – und die “Schwarzen Hefte” haben sich als geeignet erwiesen, die Diskussion um Heidegger neu zu entfachen und seine – ganz im Sinn des Erfinders – frag-würdige Philosophie bis auf Weiteres der zahllosen Fragen für würdig zu befinden.

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Heilpraktiker auf dem Vormarsch: Krankenkassen werben mit dubiosen Therapien

Bild: rbb

Immer mehr Gesetzliche Krankenkassen locken neue Mitglieder durch Kostenübernahmen für Alternativmedizin. Doch das Sozialgesetzbuch untersagt den Kassen eigentlich, Rechnungen von Heilpraktikern zu begleichen. Denn deren Kenntnisse sind oftmals ungenügend, die Methoden umstritten. Die IKK Südwest bricht nun ganz offensiv die Regeln im Kampf um Kunden: Auch teure Heilpraktiker-Gespräche werden abgerechnet.

Kontraste—RBB

Homöopathie, die sanfte Heilbehandlung, – für die einen Hokuspokus, die anderen schwören auf die Heilkraft der Globuli, der kleinen weissen Kügelchen. Immer mehr Menschen in Deutschland sind der Meinung: Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt. Inzwischen übernehmen viele Krankenkassen sogar die Kosten für homöopathische und andere alternative Behandlungen. Das allerdings sorgt bei den Ärzten für großen Ärger. Denn die Homöopathen dürfen viel mehr Zeit für Patientengespräche abrechnen als die Ärzte. Chris Humbs, André Kartschall und Markus Pohl haben recherchiert.

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Researchers: Children exposed to religion have difficulty distinguishing fact from fiction

["Child praying" on Shutterstock]

A study published in the July issue of Cognitive Science determined that children who are not exposed to religious stories are better able to tell that characters in “fantastical stories” are fictional — whereas children raised in a religious environment even “approach unfamiliar, fantastical stories flexibly.”

By Scott KaufmanThe Raw Story

In “Judgments About Fact and Fiction by Children From Religious and Nonreligious Backgrounds,” Kathleen Corriveau, Eva Chen, and Paul Harris demonstrate that children typically have a “sensitivity to the implausible or magical elements in a narrative,” and can determine whether the characters in the narrative are real or fictional by references to fantastical elements within the narrative, such as “invisible sails” or “a sword that protects you from danger every time.”

However, children raised in households in which religious narratives are frequently encountered do not treat those narratives with the same skepticism. The authors believed that these children would “think of them as akin to fairy tales,” judging “the events described in them as implausible or magical and conclude that the protagonists in such narratives are only pretend.”

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Rapper Andre Johnson: “I cut off my penis because sex is for mortals, and I’m a god.”

Andre Johnson (Bild: Independent.co.uk)

Andre Johnson (Bild: Independent.co.uk)

Rapper Andre Johnson made headlines this past April when he cut off his own penis and jumped off the second story of a North Hollywood building.

E! News – Marcus Mulick and Rebecca Macatee

He survived, and on Sunday, he spoke to E! News exclusively about why he cut off his penis, noting that this is the first time he’s spoken truthfully about the incident.

“Yes, I was using drugs that night, but I was in complete control,” said the rapper, who also goes by the name of Christ Bearer. “I cut it off because that was the root of all my problems. My solution to the problem was the realization that sex is for mortals, and I am a god…Those kinds of activities got me into trouble, and I came here to be a god.”

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Domestikation: Die Ursache der Haustierdegeneration

Bild: facebook

Bild: facebook

Zahme Tiere haben einen besonderen Entwicklungsdefekt. Der macht Haustiere auf verblüffende Weise auch noch niedlich und in vieler Hinsicht gleich.

Von Jan OsterkampSpektrum.de

Es ist eines der ältesten Rätsel der Vererbungslehre und hat schon Charles Darwin beschäftigt: Beim Züchten von Haustieren aus Wildtieren werden alle möglichen Spezies nicht nur zahmer, sie erwerben zudem nach und nach auch einen immer gleichen Mix typischer Haustiermerkmale. Denn egal ob die durch Zuchtwahl auf Milchleistung optimierte Kuh, ob der Hund, der einst ein Wolf war oder Hausschwein und Schaf: Alle diese und weitere Haustiere zeigen übereinstimmend äußere, verhaltensbiologische und physiologische Merkmalsabweichungen gegenüber ihrer Wildform. Dazu zählen sehr unterschiedliche Dinge: Etwa ein häufigeres Vorkommen von Schlappohren und einer Kindchenschema-Physiognomie, längeren Jugendzeiten, Veränderungen von Hirnchemie und Hormonen, gefleckte Körperfarben und ein insgesamt kleineres Hirn neben weiteren, sehr diversen und speziellen Eigenheiten. Woher, fragte sich schon Darwin, kommt diese auffallende Parallele bei so unterschiedlichen Arten?

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