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Philosophie-Magazin: Gott und naiv wissenschaftsgläubiger Atheimus

Das “Philosophie-Magazin” hat das Thema Glaube an Gott zum Titelthema gemacht Foto: pro

Das “Philosophie-Magazin”, das seit einem Jahr auf dem Markt ist, hat sich in der aktuellen Ausgabe dem Thema Gott gewidmet. Es kommen Philosophen, gläubige und nichtgläubige zu Wort. Die Theologin Margot Käßmann streitet mit dem Religionskritiker Herbert Schnädelbach.

pro Medienmagazin

Das “Philosophie-Magazin” will nach eigener Aussage allgemein verständliche Texte über Philosophie mit aktuellen Berichten und Lebensberatung verbinden. Es erscheint alle zwei Monate. Die Redaktion mit Sitz in Berlin sieht sich ausdrücklich “keiner Weltanschauung, Ideologie, Religion, politischer Richtung oder Partei verpflichtet”. Die Ausgabe Nr. 1/2013 stellt als Titelthema die Frage “Gott – Eine gute Idee?”

Chefredakteur Wolfram Eilenberger stellt im Leitartikel fest: “Wer ernsthaft die zentrale Bedeutung der Religion für unsere Gegenwart infrage stellen will, möge zuvor die Zeitung lesen: ‘Gott’ dominiert dort das Geschehen.” Er sehe auf der einen Seite oft einen radikalen “Glaubensfundamentalismus”, auf der anderen einen naiv wissenschaftsgläubigen Atheismus. Die reflektierende Mehrheit verweile jedoch “in einer religiösen Zwischenzone”, so Eilenberger.

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Dem “Neuen Atheismus” fehlt der existenzielle Ernst

Bild: bistum-augsburg.de

Dem sogenannten “neuen Atheismus”, wie er etwa von dem Evolutionsbiologen Richard Dawkins propagiert wird, fehlt es an “existenziellem Ernst”. Dies unterstrich der deutsche Philosoph und Religionskritiker Franz Josef Wetz bei einem Vortrag am Donnerstag in Innsbruck.

kathweb

Die gegenwärtig “aggressive Religionskritik” enthalte “nur wenig Neues”, sie langweile ihn gar, da ihre Emphase einzig der medialen Sensationslust geschuldet sei, so Wetz: “Die neue Religionskritik konnte nur darum eine hohe Aktualität gewinnen, weil sie wie Boxkämpfe und Krimis im Fernsehen einen hohen Unterhaltungswert besitzt”. Ihr mangele jedoch ein “existenzieller Hintergrund”, wie er noch die religionskritischen Klassiker von David Humes über Friedrich Nietzsche bis Sigmund Freud gekennzeichnet habe.

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Theologen-Sprech und Naturwissenschaft

In der Ausgabe 1/2012 der "Spektrum der Wissenschaft" dreht sich das Titelthema um "Vernunft und Glaube" Foto: "Spektrum der Wissenschaft" / http://www.christian-tapp.de

Normalerweise beschäftigen sich die Artikel des Magazins “Spektrum der Wissenschaft” mit handfesten naturwissenschaftlichen Themen wie Weltraum, Klima, Bakterien, Materialforschung und Teilchenphysik. In der Ausgabe 1/2012 kommt jedoch ein Theologe zu Wort, auf acht Seiten, und noch dazu ein Prof. Dr. Dr., der über das Verhältnis zwischen “Vernunft und Glaube” referiert.

pro Medienmagazin

Prof. Dr. phil. Dr. rer. nat. Christian Tapp ist Juniorprofessor für Philosophisch-Theologische Grenzfragen in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und Leiter der Emmy-Noether-Nachwuchsforschergruppe “Infinitas Dei” (Die Unendlichkeit Gottes). Sein Leitartikel “Vernunft und Glaube” ist ein acht Seiten langer Versuch, erst ein Spannungsfeld zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Religion und Wissenschaft, aufzuzeigen, um es dann als nicht wirklich stark zu relativieren.

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Das Wunder des Theismus

Das vorliegende Werk des australischen Philosophen John Leslie Mackie (1917-1981) setzt tiefer an als viele geläufige Texte des zeitgenössischen Atheismus. Mackie arbeitet mit einer sich jedem Argument ernsthaft nähernden, es gründlich auf logische Zulässigkeit und empirische Plausibilität hin prüfenden, unpolemischen Geltungsreflexion.

Von Ingo ElbeRote Ruhr Uni

Die Diagnosen eines säkularen, schon post-atheistischen bürgerlichen Zeitalters sind gescheitert. Nicht nur Esoterik und anderer Neo-Mystizismus, sogar der traditionelle Gottesglaube scheint wieder en vogue. In Zeiten, in denen christlicher und islamischer Fundamentalismus weltweit auf dem Vormarsch sind, in denen der Papst von den Medien besinnungslos als (deutscher) Popstar abgefeiert wird, die EU-Kommission sich nicht zu einer Ablehnung des Kreationismus durchringen kann, in Deutschland Ex-Muslime und in den USA Abtreibungsärzte um ihr Leben fürchten müssen oder in denen wieder und wieder die Lüge vom christlichen Ursprung der bürgerlich-demokratischen Rechtsordnung kolportiert wird, in solchen Zeiten ist man schon für jedes Zeichen klassischer bürgerlicher Aufklärung und offensiven Atheismus dankbar – selbst in dem Bewusstsein, dass diese selten zu den Ursachen des neo-archaischen Denkens vordringen.

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