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Philosoph Joachim Kahl in Vortragsreihe zur Spiritualität
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Am Montag, 4. Juni, um 19.30 Uhr wird die Klever Reihe „Spiritualität – Spurensuche in und neben den Religionen“ fortgesetzt. Im VHS-Haus an der Hagschen Poort spricht der bekannte Philosoph Joachim Kahl über „Weltlich-humanistische Spiritualität – Seele des Atheismus“.
Was kann man von einem Humanismus ohne Gott lernen? Kahl versteht Spiritualität als eine allgemein menschliche Dimension des Gemüts, die eine religiöse oder aber auch eine nicht-religiöse, weltlich-humanistische Ausgestaltung finden kann. In einer zunehmend sinn-leeren Welt kann es immer wieder gelingen, ohne weltanschauliche Vorgaben einer Religion Inseln von Sinn und Menschenfreundlichkeit für sich und andere zu schaffen. Unter anderem bieten Motive aus den Lebenskunstphilosophien des Altertums, besonders der Stoiker und Epikureer, brauchbare Hilfen bei der heutigen Suche nach Sinn. In der Auseinandersetzung mit dem Tod als absolutem Ende des Lebens erweist sich die Radikalität der humanistischen Philosophie, die jedoch keineswegs Hoffnunsglosigkeit bedeutet.
Joachim Kahl (Foto) erwarb sich früh große Bekanntheit durch die 1968 erschienene Streitschrift „Das Elend des Christentums oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott“. Heute vertritt der in Marburg lebende Ex-Theologe, Philosoph und Buchautor einen weltlichen Humanismus, der seinen atheistischen Kern nicht verleugnet, aber auch nicht bekenntnishaft vor sich herträgt, sondern den Dialog sucht.
Die Veranstaltungsreihe in Kooperation von VHS, Evangelischen Forum und Katholischen Bildungswerk Kleve wird im Herbst fortgesetzt. Der Eintritt beträgt 5,– EUR an der Abendkasse. Infotelefon 02821-723118.