Schlagwort-Archive: Ärzte

Atheisten rüsten zum Suizid

Gibt es ein Recht auf einen pünktlichen Tod? Bild: Cicero/picture alliance

Ein Lobbybündnis wirbt für die Sterbehilfe. Es sind die gleichen, die früher für die Abtreibung mobil machten: Atheisten. Daran wird deutlich, dass es beim begleiteten Suizid weniger um den Tod als um die Gottesfrage geht.

Von Alexander KisslerCicero

Der brachiale Selbstmord des Udo Reiter war der Auftakt zu einem heißen Herbst des Sterbens. Genauer: der Sterbehilfe, denn um diese wird im November der Deutsche Bundestag ringen. Soll wie bisher alle „Suizidbeihilfe“ straffrei bleiben? Generell oder nur dann, wenn Ärzte sich ihrer ausnahmsweise annehmen? Mit welchen Regularien müssen „Sterbehilfe-Vereine“ rechnen, mit Verbot oder Minderem? Ohne Fraktionszwang wollen die Volksvertreter in diesen schwierigen Fragen ihrem Gewissen folgen.

Seit Anfang dieser Woche machen die Befürworter passiver und indirekter Sterbehilfe mobil. Das „Recht der Ärzte, (…) Suizidwilligen zu helfen,“ stehe unter dem Schutz der Verfassung und dürfe nicht eingeschränkt werden. Auf Bussen und an Bahnstationen wirbt ein „Bündnis für Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ für die Losung „Mein Ende gehört mir“ – ein Slogan, so direkt wie einst das Motto der Abtreibungsverbotsgegner.

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Sterbehilfe: Warnung vor Kriminalisierung von Ärzten

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Das Polizeirecht sieht nach Meinung von Experten bereits genügend Möglichkeiten zum Eingreifen vor. Die atheistische Giordano-Bruno-Stiftung plädiert indes für ein “Recht auf letzte Hilfe”.

evangelisch.de

Kritiker eines kompletten Verbots organisierter Beihilfe zum Suizid haben erneut vor einer Änderung des Strafgesetzbuches gewarnt. Die geltende Rechtslage reiche vollkommen aus, sagte der Rechtsphilosoph Eric Hilgendorf von der Universität Würzburg am Freitag in Berlin. Eine “Neukriminalisierung von Ärzten” sei unnötig und schade den Medizinern mehr als sie ihnen nütze. Etwa im Falle einer Kommerzialisierung von Sterbehilfe sehe das Polizeirecht bereits Möglichkeiten des Eingreifens dagegen vor, betonte Hilgendorf, der den Bundestag mehrfach in Fragen des Medizinstrafrechts beraten hat.

Nach Angaben der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung sollte es ähnlich wie das Recht auf Erste Hilfe auch ein “Recht auf eine letzte Hilfe geben, um das Leben in Würde zu beschließen”, sagte der Vorstandssprecher der Stiftung, Michael Schmidt-Salomon.

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Sterbehilfe würde “auch Jesus sicher okay finden”

Die Gäste bei Maybritt Illner sprachen über das Thema Sterbehilfe. Bild: ZDF

Die Politik will das selbstbestimmte Ende von Todkranken ermöglichen. In Maybritt Illners Talkshow stritten sich Sterbebegleiter, Ärzte, Theologen. Margot Käßmann sagte, was sie als Segen empfindet.

Von Christian DüringerDIE WELT

Ein neuer Gruppenantrag zur Sterbehilfe von Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) und den stellvertretenden SPD-Fraktionschefs Carola Reimann und Karl Lauterbach soll es todkranken Patienten ausdrücklich erlauben, bei schwerer, unheilbarer Krankheit mithilfe eines Arztes aus dem Leben zu scheiden. Die Rechtssicherheit für Patienten und Ärzte soll in diesem Zusammenhang gestärkt werden. Im Herbst 2015 wird der Bundestag über die Vorschläge abstimmen. Am Donnerstagabend taten das bereits die Talkgäste bei Maybrit Illner.

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Gemeinsamkeiten: Saudi-Arabien und “Islamischer Staat”

Hinrichtung in Saudi-Arabien, Bild: igfm.de

In Saudi-Arabien haben die Enthauptungen drastisch zugenommen. Auch wenn das Königreich die Dschihadisten des „Islamischen Staats“ bekämpft, sind die Gemeinsamkeiten in religiösen Fragen nicht so einfach beiseite zu wischen. Das wird besonders deutlich bei einer öffentlichen Hinrichtung.

Von Markus BickelFrankfurter Allgemeine

Gespenstische Stille liegt über dem Platz, als die beiden Henker zur Tat schreiten. Silbern blitzen die hüfthohen Krummsäbel in ihren Händen, ihre Augen sind hinter schwarzen Sonnenbrillen verborgen. Ein heißer Windstoß treibt Plastiktüten und einen Pappkarton über das Areal, Scharfschützen stehen auf den Dächern. Strammen Schrittes marschieren die großen Männer in ihren hellen Gewändern zur Mitte des Platzes, Mund und Nase sind mit Tüchern bedeckt. Vornübergebeugt auf zwei dünnen Stapeln Decken knien die beiden zum Tode Verurteilten Männer. Ihre Augen sind verbunden, Hals und Schultern freigelegt.

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Diakoniechef gegen schärferes Strafrecht bei Sterbehilfe

sterbenIn der Diskussion um die gesetzliche Regelung der Sterbehilfe hat sich Diakoniepräsident Ulrich Lilie gegen ein schärferes Strafrecht ausgesprochen.

Von Thomas Schillerevangelisch.de

“Es muss weiterhin Freiräume geben”, sagte der Chef der bundesweiten Diakonie dem Evangelischen Pressedienst. Ärzte, Pflegende und Angehörige müssten ihre persönliche Verantwortung für sich, vor den anderen und vor Gott wahrnehmen. “Das ist ein gutes protestantisches Prinzip”, sagte der Theologe. Die Handelnden hätten die konkrete Verantwortung, die staatlichen und kirchlichen Richtlinien in die beste Lösung für die Beteiligten zu übersetzen. “Das Strafrecht kann diese Dilemma-Situation nicht lösen”, erklärte Lilie.

Der Spitzenvertreter des evangelischen Sozialverbands sprach sich aber strikt gegen eine Institutionalisierung der Sterbehilfe aus. “Jede organisierte, erst recht jede kommerzialisierte Form von Sterbehilfe ist zu verhindern”, sagte Lilie. Diese Grenze dürfe auch bei einer gesetzlichen Neuregelung nicht überschritten werden.

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Mediziner schlagen straffreien Suizidhilfe durch Ärzte unter Auflagen vor

sterbenIn der Sterbehilfe-Debatte haben Mediziner, Ethiker und Juristen einen Vorschlag präsentiert, der Suizid-Beihilfe in Ausnahmefällen bei Schwerstkranken zulassen will.

evangelisch.de

Ärzte sollen demnach dann straffrei bleiben, wenn sie nach einem persönlichen Gespräch und der Prüfung durch einen zweiten unabhängigen Mediziner einem unheilbar Kranken mit begrenzter Lebenserwartung bei der Selbsttötung helfen, sieht der am Dienstag in München vorgelegte Gesetzentwurf vor.

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Ärzte nicht zu Tötungsassistenten machen

Huber Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, Bild: aachener-zeitung.de

Politiker Hüppe warnt vor einer Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung.

kath.net

Der CDU-Gesundheitspolitiker Huber Hüppe hat sich nachdrücklich gegen eine legale Beihilfe zur Selbsttötung durch Ärzte gewandt. „Der Forderung, dass Ärzte als Tötungsassistenten tätig werden, ist entschieden zu widersprechen“, sagte Hüppe am Montag in Berlin. Dies würde die Rolle der Mediziner grundlegend verändern, warnte der CDU-Politiker. „Statt wie bisher dem Patienten gegenüber das unbedingte Ja der Solidargemeinschaft zu dessen Existenz zu repräsentieren, würde er dem Patienten nun die Option einer Beendigung seiner Existenz zur Wahl stellen“.

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Montgomery: Ärzte sind keine “Tötungsmedikamentebeschaffer”

Frank Ulrich Montgomery, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat Forderungen, Ärzten die Beihilfe zum Suizid zu erlauben, widersprochen.

evangelisch.de

“Der Arzt als billiger Tötungsmedikamentebeschaffer, das kann ja wohl nicht gemeint sein”, sagte er der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (Samstagsausgabe). Die moderne Palliativmedizin biete auch Schwerstkranken viele Möglichkeiten, ihr Leben schmerzlos und in Würde zu Ende zu leben.

Die Folgen einer Regelung, die Beihilfe zum Suizid zur ärztliche Aufgabe machen würde, wolle er sich nicht ausmalen. “Das sind ja nicht nur todbringende Infusionen”, sagte Montgomery. “Am Ende gäbe es noch eine Abrechnungsziffer für Beihilfe zum Selbstmord. Nein, das ist Tötung auf Verlangen, und die ist falsch, sie verstößt gegen ärztliche Ethik.”

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Polen: Streit um „Glaubenserklärung“ von Lehrern

kirche_polenNach einer Reihe von Ärzten denken jetzt auch einige Lehrer in Polen über eine eigene „Glaubenserklärung“ nach, die unter anderem den Vorrang göttlichen Rechts vor dem des Staates betonen soll.

religion ORF.at

Seit einigen Tagen sorgt ein von dem rechtsgerichteten Blogger Janusz Gorzynski verfasster Entwurf einer solchen Erklärung in polnischen Medien für Debatten. Die Glaubenserklärung beinhaltet das Versprechen, sich als Lehrer nach den Werten des Evangeliums zu richten und sich um die eigene sowie um die Erlösung seiner Schutzbefohlenen zu kümmern.

Man verpflichtet sich, die jungen Menschen zur Liebe zur katholische Kirche zu erziehen und ihnen den Respekt für das menschliche Leben in allen Phasen seiner Entwicklung, von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende, zu lehren. In dem Blog ist inzwischen eine heftige Diskussion der Anhänger und Gegner der Glaubenserklärung der Lehrer im Gange.

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Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem—monetärer Mummenschanz

Einzug der Ritter, Bild: youtube

Einzug der Ritter, Bild: youtube

Konservativ, katholisch, elitär verbunden. Das sind die Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Ihre Aufgabe: Sammeln und im Nahen Osten die Fahne der Christenheit hochhalten. Auch jetzt, auch im Krieg.

Von Ewald HetrodtFrankfurter Allgemeine

Zu den großen, aber exklusiven Clubs dieser Welt zählt der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Mit Millionenbeträgen unterstützen rund 30.000 Katholiken in mehr als 30 Ländern karitative Einrichtungen ihrer Kirche in Israel, Palästina und Jordanien. Peter Gattineau aus Wiesbaden gehört dazu. „Wer wirklich helfen will, braucht Geld“, sagt er.

Geld spielte schon bei der Entstehung des Ordens eine gewisse Rolle. Wenn der katholische Adel nach Jerusalem pilgerte, ließ er sich den Ritterschlag am Grab des Auferstandenen etwas kosten. Davon profitierte der lateinische Patriarch, mit dem Rom seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Jerusalem vertreten ist. Im Jahr 1868 gründete Papst Pius IX. für die Grabesritter aus aller Welt den Laienorden in seiner heutigen Form. 20 Jahre später wurden Frauen zugelassen. Die deutsche Statthalterei des Ordens erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg einen Aufschwung.

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Transphobie: Größte protestantische US-Kirche: Es gibt keine Transsexualität

Ronnie Floyd, der neue Chef der Südstaatenbaptisten, gilt als erbitterter Gegner von Homo- und Trans-Rechten. Bild: queer.de

Die Synode der 16 Millionen Mitglieder zählenden Southern Baptist Convention hat am Dienstag in Baltimore beschlossen, dass Transsexualität nicht existiert.

QUEER.DE

Die überwiegende Mehrheit der 5.000 Delegierten unterstützte die transphobe Resolution. Darin heißt es unter anderem, dass “Geschlechtsidentität nur vom biologischen Geschlecht und nicht von der eigenen Wahrnehmung” bestimmt werde. Transsexuelle würden demnach “Gottes Gesetze missachten”.

Transpersonen werden in der Resolution aufgefordert, nicht zu Ärzten oder Psychologen zu gehen, sondern zu beten: “Wir laden alle Transgender ein, Jesus Christus zu vertrauen und einen neuen Weg durch das Evangelium zu finden”. Transsexuelle dürften nur Mitglied der Kirche sein, wenn sie ihre Geschlechtsidentität “bereuen”.

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Die Religionen der Ärzte—medizinische Pseudo-Ethik

Themenbild. suedtirolnews.it

Im Nachbarland Polen verpflichten sich 3.000 Ärzte, auf der Grundlage ihres katholischen Glaubens, Abtreibungen, künstliche Befruchtung und Rezepte für Verhütungsmittel zu verweigern.

Die Aktion ein sicherer Hinweis darauf, dass es mit der weltanschaulichen Neutralität, auch im Gesundheitswesen, bergab geht. Als Patient kann man unter solchen Voraussetzungen nicht mehr davon aus gehen, dass der behandelnde Arzt, das Wohl, die Gesundheit und die Verbesserung der Lebenssituation im Auge hat, sondern primär seine religiöse Pseudo-Ethik. Ein Vertrauensverhältnis Arzt-Patient will unter solchen Umständen wohl nicht mehr gedeien. Ganz abgesehen davon muss man sich fragen, was derart eingestellte Ärzte machen, wenn sie feststellen, dass der Patient andersgläubig oder gar ungläubig ist.
Medizin-Ethik wird weltanschaulichen, religiösen Bekenntnissen geopfert, leidtragend wird der Patient sein. Misstrauen ist angesagt, kann ich mir doch nicht mehr sicher sein entsprechend der ärztlichen Kunst behandelt zu werden, sondern nach Maßstäben die der Geisterwelt der Bibel entsprungen sind.
Vielleicht sollte für Ärzte die weltanschaulich-religiöse Kennzeichen-Pflicht eingeführt werden, evangelisch, katholisch, jüdisch, islamisch usw. Der Patient wird durch die Offenbarung der Religion in die Lage versetzt, einem ihn genehmen Arzt zu wählen. Das würde auch der Intention der freien Arztwahl entsprechen.
Problematisch, geht es um Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Pflegeheime usw. die per se von den Kirchen betrieben werden, da kann man gleich einen Bogen machen. Therapien die Katholizismus, Protestantismus enthalten sollten dann für jene gelten, die sich zu diesen Glaubenskonstrukten bekennen. Vielleicht hilft ja beten, stirbt sich auf alle Fälle schöner.
Vielleicht sollte man sich auch Gedanken darüber machen medizinische Religiotie entsprechend zu behandeln, weltanschaulich neutral natürlich.

Ansonsten kann nur gelten, religiotische Ärzte haben mich mit ihren Pfoten nicht zu berühren.

Evolutionstheorie: Spinnen die Amerikaner?

books_dawkins

@perth_atheist

Richard Dawkins hat gestern ein Foto von vier Buchcovern über Twitter weitergeleitet, zusammen mit einer Anleitung zum Atheismus: 1. mindestens eines der Bücher lesen (darunter eins von Dawkins sowie die Bibel), 2. nachdenken – das sollte seiner Meinung nach genügen.

Von Alexander MäderStuttgarter Zeitung

Man darf wohl davon ausgehen, dass dieser Aufruf an seine Anhänger gerichtet ist und sich Dawkins nicht davon erhofft, jemanden umzustimmen. Schade eigentlich, dass es keine so profilierten Autoren gibt, die sich an eine andere Zielgruppe wenden: Menschen, in deren Leben sowohl Wissenschaft als auch Glaube eine Rolle spielen. Diese Gruppe ist viel größer als die der wissenschaftsaffinen Atheisten (und vielleicht ist diese diffuse Breite auch der Grund, warum es Autoren schwer fällt, sich zu profilieren).

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Comeback: Die Teufel-Gläubigkeit der Christen

Photo Credit: GrandeDuc/Shutterstock.com

Bei Ärzten, Geistlichen und Exorzisten häufen sich die Anfragen Hilfe suchender Menschen. Die meinen, sie seien von einem Dämon oder gar dem Teufel besessen. Das berichtet das Magazin Focus in seiner aktuellen Ausgabe.

pro Medienmagazin

Ärzte, Kirchenleute und Beratungsstellen haben den Eindruck, dass Teufelsaustreibung und Besessenheit für immer mehr Menschen ein reales Problem seien. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus unter dem Titel „Und erlöse uns von dem Bösen“ in seiner aktuellen Ausgabe. Die Menschen wüßten demnach nicht mehr weiter in einer Welt, in der ihnen das Böse übermächtig erscheine. Daher suchten sie Rat. Unter den Hilfesuchenden fänden sich viele junge Frauen mit Migrationshintergrund aus Osteuropa.

Das Magazin berichtet von dem katholischen Priester des Pallottiner-Ordens Jörg Müller, der alleine aus dem Raum München und Freising hunderte Anfragen von Menschen bekommen habe, die sich nach den Worten Müllers für „dämonisch belastet“ hielten. Der katholische Theologe berichtet von einem Exorzismus, den er selbst beobachtet hat: „Das Augenverdrehen, Schreien, Sprachenwechseln und die tiefe Bassstimme der Frau waren sehr spektakulär, das war ein Grenzfall.“ Offiziell werde der große Exorzismus in Deutschland seit dem Jahr 1976 nicht mehr praktiziert, schreibt der Focus.

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Ärzte und Sexualberater bemängeln Beschneidungsgesetz

Bild:stern.de

Ältere Kinder sollen besser über “mögliche Einschränkungen der sexuellen Erlebnisfähigkeit” aufgeklärt werden

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Am 12. Dezember 2012 verabschiedete der Bundestag nach einem kontrovers diskutierten Urteil des Landgerichts Köln einen neuen Paragrafen [1631d http://dejure.org/gesetze/BGB/1631d.html%5D, der im Bürgerlichen Gesetzbuch regelt, dass die elterliche Personensorge “auch das Recht [umfasst], in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll”.

Ärzte stellen diesem neuen Gesetz ein Jahr später ein schlechtes Zeugnis aus: Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Pressekonferenz der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und mehrerer anderer Organisationen kritisierte der Kinderarztsprecher Ulrich Fegeler, dass Absatz 2 des neuen Paragrafen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auch religiösen Zeremonienmeistern, die keine ausgebildeten Ärzte sind, Beschneidungen erlaubt, obwohl diese kein “simpler Schnitt”, sondern ein “hochpräziser Eingriff” seien.

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Exorzismus und Dämonen: Finstere Mächte, mitten unter uns

An Seelsorger und Pastoren gelangen immer wieder Menschen, die sich von finsteren Mächten bedrängt fühlen. SRF/CHRISTA MIRANDA

Dämonenglaube und Teufelsaustreibung – dunkles Mittelalter? Nicht zwingend: Ein Blick auf verschiedene christliche Gemeinschaften zeigt, dass Dämonenglaube und Exorzismus immer noch viele Menschen umtreibt.

Von Christa MirandaSRF

Jeder kennt die Angst vor Schicksalsschlägen, Katastrophen. Gläubigen Menschen hilft da ihr Glaube und für andere tut es manchmal auch der Aberglaube. Ob säkular oder religiös, wir kennen die Gesten und Rituale im Alltag. Und sei es, dass wir um die schwarze Katze und die Zahl 13 einen Bogen machen.

Doch was, wenn die Angst Überhand nimmt? Phänomene von Besessenheit und Austreibungen sind nicht verschwunden, aller Aufklärung zum Trotz. Es gibt stark religiöse Menschen, die sich von finsteren Mächten bedrängt fühlen und Hilfe suchen – nicht nur in der Psychiatrie und bei Ärzten, sondern zunehmend auch bei Seelsorgern, Priestern und Pastoren.

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Meisner kann aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Rio

meisner_400qErzbistum Köln widerspricht einem Bericht des “Kölner Stadtanzeigers”, in dem behauptet wurde, dass Meisner nicht zum Weltugendtag fahre, weil sich seine Begeisterung für Papst Franziskus in Grenzen halte

kath.net

Das Erzbistum Köln weist einen Pressebericht des “Kölner Stadtanzeigers” zurück, in dem behauptet wurde, dass Kardinal Joachim Meisner nicht nach Rio zum Weltjugendtag fliegen werde, weil sich seine Begeisterung für den Papst Franziskus in Grenzen halt. Gegenüber der KNA teilte ein Sprecher mit, dass Meisner mit Rücksicht auf sein Alter und seine Gesundheit von Ärzten die interkontinentale Flugreise untersagt worden.

ARD-Arztserien: “Süß parfümierter Hirnschiss”

dpa

Sie hat 2011 schmerzhaft erfahren, wie es Patienten in einem deutschen Krankenhaus ergehen kann: Im SPIEGEL-Gespräch kritisiert die ARD-Journalistin Sonia Mikich vor allem die Arztserien ihres Senders: “Dieser Kitsch führt dazu, dass die Leute nicht mehr skeptisch sind und Fragen stellen.”

SpON

Die ARD-Fernsehjournalistin Sonia Mikich kritisiert die Arztserien des Senders. “Ich verüble meiner ARD tatsächlich sehr, dass sie diesen süß parfümierten Hirnschiss mitmacht”, sagte Mikich in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. “Diese Arztserien stabilisieren ein Bild der Klinik als sterile Welt, in der alles gutläuft, wo ein Arzt ein Heilsbringer ist, und man sich vertrauensselig ausliefern kann. Das halte ich für falsch.”

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Warten auf göttliche Heilung?

Foto: sridgway / flickr

Bereits das zweite Kind einer amerikanischen Familie ist verstorben, weil die strenggläubigen Eltern auf Arztbesuche verzichteten. Sie hofften auf Heilung durch Gott. Die Vorgehensweise hält Joel White von der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen für „vermessen und anmaßend“.

pro Medienmagazin

Der acht Monate alte Brandon litt unter starkem Husten und Durchfall, berichtet die Tageszeitung Die Welt. Die Eltern Catherine und Herbert Schaible, die der „First Century Gospel Church“ in Philadelphia (USA) angehören, wollten das Kind aber nicht ärztlich behandeln lassen. Dies sei Sünde, begründeten sie ihre Entscheidung. Die Bibel verbiete einen Arztbesuch. Sie hofften daher auf die Heilung des Kindes durch Gott. Brandon habe trotz der Krankheit Nahrung zu sich genommen, daher seien sie von einer Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegangen.

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Christian Couple Kills Their Second Child… with Prayer

Dodo-Universität: Zwischen Esoterik und Wissenschaft

Die Akkupunktur gehört zu chinesischen Heilmethoden (Bild: Stock.XCHNG)

Streit um Alternativmedizin an der Uni Frankfurt/Oder

Deutschlandfunk

Seit einigen Monaten sorgt das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder für Aufregung: Es bietet den Masterstudiengang Komplementäre Medizin an. Eine berufsbegleitende Weiterbildung für alternative Heilmethoden. Die brandenburgische Landesregierung hält das ungewöhnliche Institut, das erst vor sechs Jahren gegründet wurde, für überflüssig, die Uni will die Einrichtung behalten.

Dozent:
“Beginnen wir mal wirklich bei null. Dieses Zeichen Qi sieht so aus.”.

Viadrina Frankfurt/Oder, im Studiengang Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin.
Der Dozent, ein China-Experte, zeichnet eine Art Sternchen, rechts darüber ein umgedrehtes L – und obendrauf so etwas wie ein breites F.

Dozent:
“Dieses Zeichen Qi hat sehr viele Bedeutungen. Es kann heißen psychischer Ausdruck. Aber hier sind wir eher heilkundlich orientiert, und deshalb untersuche ich das Qi hier als seine Bedeutung als Lebenskraft.”

Im Seminarraum: rund 30 gestandene Frauen und Männer: Ärzte, Apotheker, Heilpraktiker. Darunter Inge Mangelsdorf, 55 Jahre alt. Die Hannoveraner Toxikologin hat sich für die ungewöhnliche Master-Weiterbildung entschieden, weil sie selbst einmal körperlich schwer gelitten hat.

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