Schlagwort-Archive: Behandlung

NRW-Atheisten für weltanschaulich neutrale Krankenhäuser

Zur Abweisung mehrerer Vergewaltigungsopfer in zwei Kölner Kliniken sagt Rainer Ponitka, NRW-Pressesprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA):

IBKA

„Der Staat muss der Bevölkerung flächendeckend Krankenhäuser zur Verfügung stellen. Auch kirchliche Träger handeln im Auftrag der gesamten Gesellschaft und dürfen keinesfalls aus religiösen Gründen medizinische Standards in Behandlung, Beratung und Medikation verweigern.“
Ponitka weiter: „ Anlässlich des Kölner Krankenhaus-Skandals bekräftigt der IBKA seine Forderung nach einer flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit weltanschaulich neutralen Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge.“
Auch Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft seien durch die öffentliche Hand, Versicherungsbeiträge und Eigenleistungen der Patienten finanziert. So habe die Umsetzung der Forderung keine stärkere Belastung des Steuerzahlers zur Folge.

Hintergrund:

Im Dezember 2012 war einem 25-jährigen mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer von zwei Kölner Kliniken in Trägerschaft der „Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria“ Untersuchung und Beratung verweigert worden.

 

Nocebo-Effekt: Krank vor Angst beim Arzt

Bild: onmeda

Die Furcht vor Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung behindert oft die Heilung. Ein falsches Wort vom Arzt kann Patienten sogar krank machen.

Von Susanne WächterOnmeda

“Ihr Rücken ist ein Trümmerfeld”, oder: “dann machen wir sie jetzt fertig”, solche Aussagen von Medizinern, können für Patienten fatale Folgen haben. Während Tabletten ohne jeglichen Wirkstoff heilen können, kann im Umkehrschluss eine bloße Erwartung bei der Einnahme von pharmazeutischen Mitteln oder einer ärztlichen Behandlung krank machen. Nocebo, was übersetzt so viel heißt wie “ich werde schaden”, gilt als das Gegenteil des bekannteren Placebo-Effektes.

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Kinder in Militärhaft

Bild: krone.at

Eine Delegation britischer Anwälte hat die Behandlung palästinensischer Kinder unter israelischer Besatzung untersucht und darüber den Bericht Children in Military Custody* erstellt, der vom britischen Außenministerium finanziert und veröffentlicht wurde.

www.SteinbergRecherche.com

Darin heißt es unter anderem: Palästinenser, die Steine in Richtung einer Person oder von Eigentum geworfen haben, werden auf der Grundlage der Militärgesetze zu einer 10-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt und zu 20 Jahren Gefängnis, wenn sie Steine gegen Fahrzeuge, zum Beispiel Panzer, geworfen haben. 12- und 13-jährige Kinder werden zu Gefängnisstrafen von bis zu 10 Monaten verurteilt.

Von den britischen Anwälten werden abschließend die Artikel 2, 3, 36 a, b, c und d, sowie der Artikel 40 der UN-Kinderrechtskonvention und die Artikel 65 und 76 der 4. Genfer Konvention genannt: Der Staat Israel mißachtet all diese Artikel bei der Verhaftung, Verurteilung und Inhaftierung palästinensischer Kinder.

* Children in Military Custody. A report written by a delegation of British lawyers on the treatment of Palestinian children under Israeli military law. June 2012, .pdf-Datei; Executive Summary in Arabic; Executive Summary in English.

Dazu Terry Judd: UK ready to take on Israel over fate of children clapped in irons. Report funded by Foreign Office details claims of routine abuse for Palestinian youths. The Independent, 27. Juni 2012

Auf der Suche nach der Humanität im Knast

Was passiert hinter den Mauern deutscher Gefängnisse? Das Buch "Strafvollzug in Deutschland" zeichnet ein vernichtendes Bild von der Strafhaft und ihren Folgen.
Foto: dpa

Was passiert in Deutschlands Gefängnissen? Seit sich das Schlagzeilen-Gewitter rund um die teilweise Rechtswidrigkeit der Sicherungsverwahrung gelegt hat, scheint das die Öffentlichkeit nicht mehr zu interessieren. Dabei geht es hinter den stacheldrahtbewährten Mauern alles andere als human zu. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das Buch “Strafvollzug in Deutschland“.

nordbayern.de

Entstanden ist diese vernichtende Abrechnung mit der Praxis des deutschen Strafrechtssystems nach einer Tagung der Humanistischen Union in Bremen. Die Vertreter dieser vor 51 Jahren gegründeten Organisation gehören zu den hartnäckigsten Kritikern der Kriminalpolitik und der Haftbedingungen in der Bundesrepublik.

Was sie konkret kritisieren, verdeutlichen die Aufsätze in dem von dem Freiburger Kriminologen Jens Puschke herausgegebenen Buch sehr deutlich: Zu volle Gefängnisse; zu wenig Personal; zu wenig Bereitschaft, die Häftlinge als Menschen mit eigenen Rechten zu sehen. Zu wenig Bereitschaft, aus Vorfällen wie 2006 in der JVA Siegburg, als ein 20-Jähriger von drei Mithäftlingen gefoltert und getötet wurde, zu lernen.

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