Schlagwort-Archive: Charles Darwin

300 unveröffentlichte Darwin-Briefe gehen online

Darwin_letterWas hat Charles Darwin seinem besten Freund geschrieben? Das wollen britische Forscher des Darwin-Projekts bald öffentlich machen. Sie haben angekündigt, dass sie 1.200 Briefe des Forschers online stellen wollen, darunter 300 bisher unveröffentlichte.

Deutschlandradio Kultur

Darin tauscht sich Darwin mit seinem besten Freund, dem Botaniker Joseph Dalton Hooker, aus, der auch an Darwins Buch “Über die Entstehung der Arten” mitgearbeitet hatte. – Bezogen auf den gesamten Briefverkehr Darwins macht die Korrespondenz zu Hooker zehn Prozent aus. Der Brite Charles Darwin lebte von 1809 bis 1882 und legte die Grundlage für die Evolutionsbiologie.(Bild: Natural Selections)

Mehr die Veröffentlichung seiner Briefe erfahren Sie auf der Seite des Darwin-Projekts

Happy Darwin Day!

Türkei: Großbusig gegen Darwin – Kreationismus ala Adnan Oktar?

Gülsah Gücyetmez in der Talk-Show von A9 TV. Antworten vom Teleprompter.

Im türkischen Sender A9 TV widerlegen großbrüstige Blondinen Darwin auf Deutsch mit Koransuren. Dahinter steht der vom Verfassungsschutz beobachtete Sekten-Guru Adnan Oktar.

Von Til BiermannDIE WELT

Vier stark geschminkte Wasserstoffblondinen sitzen in einer Talkshow. Sie wollen in gebrochenem Deutsch beweisen, dass Charles Darwin mit seiner Evolutionstheorie Unrecht hatte. Es ist ein besonders bizarres Beispiel aus dem Reich der religiösen Propaganda: Schöpfungstheorien werden so vom türkischen, seit 2011 bestehenden Satelliten- und Streaming-Sender A9 TV westlich verpackt an die Gläubigen gebracht – auf Türkisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch und Aserbaidschanisch. Der dazugehörige Youtube-Kanal Yaratilistr verzeichnet fast 20.000 Abonnenten und über 67 Millionen Videoaufrufe.

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Alfred Russel Wallace: Der vergessene Entdecker der Evolutionstheorie

Alfred Russel Wallace um 1908 Bild: released into public domain

Der britische Biologe Alfred Russel Wallace gilt zusammen mit Charles Darwin als Begründer der Evolutionstheorie. Der in Vergessenheit geratene Wissenschafter war ausserdem ein eifriger Gesellschaftskritiker, Ökologe und Spiritualist. Zu seinem 100. Todestag veröffentlicht das Naturhistorische Museum in London seine private Korrespondenz.

Von Alice KohliNeue Zürcher Zeitung

«Charles Darwin!» – So käme es wohl millionenfach wie aus der Pistole geschossen, würde man in sämtlichen Schulen dieser Welt nach dem geistigen Vater der Evolutionstheorie fragen. Doch tatsächlich entwickelten zwei Wissenschafter zeitgleich dieselbe Idee: Der zweite Mann war Alfred Russel Wallace (1823–1913).

Wallace war Mitte des vorletzten Jahrhunderts ein bekannter Naturwissenschafter und Soziologe. Er verfasste zahlreiche Abhandlungen zu Landreformen, Arbeiterrecht und Sozialismus. Und er sammelte rund um den Globus Käfer, Schmetterlinge und Vögel, um deren Verbreitung zu analysieren.

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Türkei: TÜBİTAK stoppt Darwin, Watson, Gould und Evolutionstheorie

charles_darwin_nkmbDer Wissenschaftliche- und Technische Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) hat einen Stopp der Veröffentlichung und den Verkauf aller Bücher, aus ihren Archiven heraus, die die Evolutionstheorie beinhalten, verfügt.

Die evolutionistischen Bücher waren vorher auf einer Liste populär-wissenschaftlicher Publikationen veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen sind nicht mehr vorhanden. Auf der Webseite des Forschungsrates wurden die Bücher gelistet, aber als “vergriffen” gekennzeichnet. Der nun verordnete Stopp soll endgültig sein. Es geht um Titel von Charles Darwin, Richard Dawkins, Alan Moorehead, Stephen Jay Gould, Richard Levontin und James Watson.

Im Frühjahr 2009 kam es zu einem Eklat, als der Forschungsrat einen Artikel über Charles Darwin zurückzog, weil er sich zu sehr auf die Evolutionstheorie konzentriere. Der türkische Wissenschafts- und Forschungsrat (Tübitak) hat in seinem Magazin eine Titelgeschichte zum 200. Geburtstag des Naturforschers Charles Darwin gekippt. Der Einband und ein 15-seitiger Bericht in dem Monatsheft «Bilim ve Teknik» (Wissenschaft und Technik) seien kurz vor dem Druck verändert worden. Gleichzeitig sei Chefredakteurin Cigdem Atakuman abgelöst worden.

Turkey’s science state council halts publication of evolution books

Es lebe die Verblödung!

Charles Darwin kämpft um Platz im US-Kongress

Etwa 4.000 Stimmen hat Charles Darwin, der im 19. Jahrhundert lebte, bei den Wahlen ins Repräsentantenhaus des US-Kongresses bekommen.

radio Stimme Russlands

Am Wahltag, den 6. November, trugen die Wähler des 10. Wahlbezirks in Georgia den Namen von Charles Darwin in den Wahlzettel ein und machten ein Kreuz rechts von seinem Namen.

Der Anlass zur Aktion wurde die Erklärung des Kongressmitgliedes von der Republikanischen Partei Paul Brown. Beim Treffen mit seinen Anhänger sagte er, die Lehre von Darwin und andere wissenschaftliche Theorien, die den Ursprung des Lebens auf der Erde erklären, seien „Lügen, die aus der Hölle selbst stammen“. Im Bezirk, wo der kämpferische Kongressmann gewählt wurde, wurden seine Aussagen als Obskurantismus ausgelegt.

Kirche versus Wissenschaft

Kopernikus und der Heliozentrismus, ©akg-images/dpa

Wo “wohnt” Gott, wenn das Universum unendlich ist? Wie kann der Mensch die Krone der Schöpfung sein, wenn er vom Affen abstammt? Immer wieder brachten Wissenschaftler die katholische Kirche in Erklärungsnot.

Manche als gesichert geltende Erkenntnisse erkannte diese erst Jahrhunderte später an. So wurde Galileo Galilei erst vor 20 Jahren, im Herbst 1992, von der Kirche rehabilitiert, Kopernikus gar erst im Jahr 2010. Welche Wissenschaftler waren der katholischen Kirche ein besonderer Dorn im Auge? Und welche Forschungsgebiete stehen auch heute noch unter Beschuss?

Von Silke StadlerWEB.de

Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543)

Bis ins 16. Jahrhundert haben Theologen den Alleinanspruch, die komplette Wirklichkeit zu erfassen und zu erklären. Nach ihrer Auffassung ist die Erde der Mittelpunkt des Universums. Nikolaus Kopernikus (1473-1543) bringt dieses Weltbild mächtig ins Wanken. Er beschreibt erstmals das heliozentrische Weltbild, wonach die Sonne das Zentrum des Universums bildet, um das die Erde als ein Planet von vielen kreist. Damit widerspricht er dem geozentrischen Weltbild von Ptolemäus, dem die Kirche verbunden ist. Die Lehren Kopernikus’ werden daher als ketzerisch verdammt. Erst ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2010, wird der Astronom von der Kirche rehabilitiert und in einem geweihten Grab bestattet.

Evangeliums-Rundfunk (ERF): Senden um zu fischen

Bild: t-online.de

In der Reichweite übertrifft er heute manch renommierten Sender: Aus dem mittelhessischen Wetzlar verkündet der Evangeliums-Rundfunk (ERF) seit über 50 Jahren der im deutschsprachigen Raum die christliche Nachricht. Als einer der ersten Privatsender in der Bundesrepublik ging er 1961 on air und hat sich mittelerweile zu einem Medienunternehmen entwickelt, das mit drei Radioprogrammen und einem TV-Kanal seine biblisch-evangelikale Botschaft ausstrahlt. “Täglich 120.000 Radiohörer”, vermeldet ERF-Sprecher Michael vom Ende stolz.

t-online.de

Wenig Freude dürfte das Programm hingegen Homosexuellen und all denjenigen machen, die von Charles Darwins Evolutionstheorie überzeugt sind. Von beiden halten die Betreiber des Senders jedenfalls wenig. Der Evangeliums-Rundfunk bekennt sich zur evangelikal ausgerichteten Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), der auch Vereine wie Christival und ProChrist angehören und die von den meisten freikirchlichen Gemeinden in Deutschland mitgetragen wird. “Die Glaubensbasis der Allianz ist für unsere Arbeit die Grundlage”, sagt vom Ende.

Heftige Kontroverse um evangelikale Schule in München

Screenshot Brightsblog

Zu einer heftigen Kontroverse ist es um eine evangelikal orientierte Bekenntnisschule in München gekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ wirft der von einem christlichen Verein getragenen Lukas-Schule vor, dem „christlich fundamentalistischen Spektrum“ nahezustehen. Dabei beruft sich das Blatt auf anonyme Aussagen von Eltern.

idea.de

Zu einer heftigen Kontroverse ist es um eine evangelikal orientierte Bekenntnisschule in München gekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ wirft der von einem christlichen Verein getragenen Lukas-Schule vor, dem „christlich fundamentalistischen Spektrum“ nahezustehen. Dabei beruft sich das Blatt auf anonyme Aussagen von Eltern. In der Ausgabe vom 19. Oktober wurde berichtet, die Schule vermittele eine kreationistische Lehre, die die Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809-1882) als unwahr betrachtet. Im Unterricht und auf Schulbusfahrten sei Kindern mit dem Teufel Angst gemacht und Homosexualität als Sünde bezeichnet worden.

„Frei Erfundenes“ im Zeitungsartikel

Diesen Behauptungen hat ein Vorstandsmitglied, der Verleger Ingo Resch, widersprochen. Nach seinen Angaben sind Teile des Zeitungsartikels „frei erfunden“, etwa die Darstellung, dass Schüler nachsitzen müssten, wenn sie keine Bibel hätten. Ferner wirft Resch der Autorin des Artikels vor, seine Haltung zur Homosexualität nur halb zitiert zu haben. Sie habe korrekt wiedergegeben, dass sich Menschen gemäß dem biblischen Auftrag vermehren sollen und dies nur bei heterosexuellem Verhalten möglich sei. Hingegen habe sie seine Aussage verschwiegen, dass das Propagieren gleichgeschlechtlicher Beziehungen mit der Bibel unvereinbar sei.

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Türkische Schulbücher: “Charles Darwin war ein großnasiger Jude”

Charles Darwin, Bild: brightsblog

Türkische Schulkinder haben in den letzten Tagen ihre Schulbücher erhalten. Das interessante daran, wissenschaftliche Persönlichkeiten der Geschichte werden geradezu verketzert. Unter anderem wird Charles Darwin als “großnasiger Jude” beschrieben.

Die Bücher wurden an hunderte Schulkinder und Studenten im Stadtbezirk Maltepe, der türkischen Hauptstadt, verteilt.

“Der Evolutionsbiologe hätte zwei wirkliche Probleme gehabt. Zuerst sei er Jude gewesen, dann hasste er seine hervorstehende Stirn, die große Nase und seine schlechten Zähne.”

Fakt ist, Darwin war kein Jude und wenn, würde es für die Biologie keine Rolle spielen. Mit einer gehörigen Portion Antisemitismus, so scheint es jedenfalls, will man die Evolutionstheorie in Abrede stellen, in dem man Darwin schlicht und einfach diskreditiert, in dem man die Klischees über das Judentum bedient. Religiöser Fundamentalismus ist in der Türkei wieder en vogue, die religiöse Verblödung gesellschaftlicher Individuen nimmt man billig in Kauf. Dem Laizismus Atatürks jedenfalls hat man abgeschworen.

In einem anderen Buch wird Albert Einstein als “schmutzig” und “schlampig” beschrieben und man wirft ihm vor, Seife gegessen zu haben. Das Buch ergänzt, “der traurige Teil an der Geschichte ist, dass die Gestapo Juden in den Öfen verbrannte und Seife produzierte.”

Der Direktor für Bildung im Stadtbezirk Maltepe, Faik Kaptan, daraufhin gewiesen, dass die Schulbücher Antisemitismus enthalten äußerte: ” man kann nicht alle Schulbücher auf die Inhalte kontrollieren, die im Verantwortungsbereich verteilt werden.”

Die Türkei auf dem Marsch in Osmanische Reich, vielleicht verkündet Erdogan das Kalifat, nichts ist ausgeschlossen bei religiösen Eiferern.

Turkish book on Darwin sparks outrage

Kreationismus: Die mentale Retardierung von “Wort und Wissen”

«In der Evolutionsforschung zeichnet sich ein Wandel ab», sagt Reinhard Junker. Er ist Mitautor eines alternativen Lehrbuchs. Die Studiengemeinschaft «Wort und Wissen» tagte vergangene Woche in Beatenberg und vermittelte Wissenswertes über Schöpfung und Bibel. Gemäss Reinhard Junker wächst die Kritik an der klassischen Evolutionstheorie.

jesus.ch

«Wie intelligent ist die Natur?» – «Was sage ich meinen Kindern über Dinosaurier?» – «Warum Charles Darwin trotz Theologiestudium nicht mehr glauben konnte». Das waren einige der Themen im Rahmen der «Wort und Wissen»-Tagung, an der rund 130 Erwachsene und Kinder teilnahmen.

Altes Testament und archäologische Zeugen

Richard Wiskin präsentierte archäologische Funde aus dem Alltagsleben zur Zeit Jesu. Auch der Archäologe Peter van der Veen führte in seinen Beiträgen zurück in die Vergangenheit, zu den Anfängen des Volkes Israels und zu archäologischen Zeugen, die mit dem alttestamentlichen Text übereinstimmen. Seine Spurensuche umfasste die Zeit von Abraham bis Mose.

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Welcher Religion gehören Schimpansen an?

Sind Menschen Affen? Foto: dpa

Die Wissenschaften haben seit der Neuzeit die vielfältigsten Anstrengungen unternommen, um den Affen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Die Humanisierung der Menschenaffen nährt längst einen Medienhype mit absurden Zügen.

Von Paul MünchFrankfurter Rundschau

Sind Affen Menschen? Oder sind wir Menschen vielleicht nur nackte Affen? Nie hat man diese Fragen einvernehmlich beantworten können. Seit Menschen über ihre Nähe zu diesen Tieren nachdenken, betonen sie mal mehr die Unterschiede, mal mehr die Verwandtschaft der Arten. Lange dominierten Differenzargumente.

Die meinungsbildenden antiken Philosophen setzten den Menschen aufgrund seiner nur ihm eigenen Vernunft an die Spitze der irdischen Lebensformen, weit über die anderen Tiere.

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Yps 2.0: Darwineum – Evolutionsmuseum im Rostocker Zoo eröffnet

Mutig: Rostocks OB Roland Methling (58, l.) und Gorilla Assumbo (40). Bild: dpa

Mit Riesenbrimborium wurde am letzten Wochenende das sogenannte Darwineum eröffnet, eine 20.000 Quadratmeter umfassende Freizeitanlage auf dem Gelände des Rostocker Zoos, in der den Besuchern „die Entwicklung des Lebens auf der Erde als spannendes Abenteuer“ präsentiert wird.

Von Colin Goldnertaz

Sogar ein Ururenkel des Namensgebers Charles Darwin war eingeflogen worden, damit auch ja keiner auf die Idee kommen würde, hier habe ein Provinzzoodirektor namens Udo Nagel mit 23 Millionen Euro Steuergeld sein höchstpersönliches „Nageleum“ hingeklotzt, ungeachtet der Frage, ob und wie sich das angeblich „modernste Edutainmentcenter entlang der Ostsee“ jemals amortisieren soll. Der Nürburgring lässt grüßen.

Das „Darwineum“ bietet dem Besucher für 16 Euro Eintritt eine Vielzahl an Schautafeln und musealen Staubfängervitrinen, die tatsächlich zu allem anderen taugen, als „die Geburt des Universums bestaunen, explodierende Sterne sehen und die Entstehung der Erde erleben“ zu können. Das Ganze ist ungefähr so spannend und pädagogisch wertvoll wie ein Yps-Heftchen aus den 1970ern.

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Evo-Devo, die Synthese von Entwicklungs- und Evolutionsbiologie

Durch das Pax-6-Gen induziertes Auge bei Drosophila. Pax-6 ist ein Master-Gen, das bei allen Tieren die Augenentwicklung steuert. (© Max-Planck-Gesellschaft)

 

Die Evo-Devo-Forschung hat zu ganz neuen Vorstellungen über die Entstehung der Tiere und ihrer Gewebe und Organe geführt. Deren immense Formenvielfalt beruht auf der Variation von Aktivitäten einer begrenzten Anzahl von Master-Genen, die die Entwicklung des frühen Embryos steuern. Diese Master-Gene wurden während der Evolution in hohem Maße konserviert. Ihre Analyse erlaubt Rückschlüsse, wie die vielzelligen Tiere und ihre unterschiedlichen Baupläne entstanden sind.

BIO PRO

Die Verbindung von Evolutionsforschung und Entwicklungsbiologie ist nicht neu. Schon Darwin hat diesen Zusammenhang erkannt. Besonders Ernst Haeckel, der eifrigste Verbreiter darwinscher Gedanken in Deutschland, hat sich dafür stark gemacht. Mit seinem „biogenetischen Grundgesetz“, mit dem er die Embryogenese als kurze und unvollständige Wiederholung der Phylogenese formulierte, ist Haeckel bei vielen Biologen später in Verruf geraten. Man muss ihm aber zugutehalten, dass zu seiner Zeit alle Forscher nach „Naturgesetzen“ suchten und die Übertreibungen und Vereinfachungen auch der Durchsetzung der revolutionär neuen Evolutionsbiologie dienten. Heute sollte man anerkennen, dass Haeckel den Weg für die moderne Evo-Devo-Forschung geebnet hat, die in den letzten Jahren geradezu triumphale Erfolge erzielt hat.

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Ururenkel von Charles Darwin eröffnet Darwineum

Darwins Nachfahre, der britische Anthropologe Felix Padel Bild:Ostsee-Zeitung

Ein Ururenkel des Evolutionsforschers Charles Darwin (1809-1882) wird Mecklenburg-Vorpommerns neues Museums-Highlight, das Darwineum im Rostocker Zoo, eröffnen.

Ostsee-Zeitung

Nach mehr als zehn Jahren Planung und 15 Monaten Bauzeit soll der Neubau am 7. September mit mehr als 600 Gästen gefeiert werden. Der Nachfahre Darwins, der britische Anthropologe Felix Padel, reist aus Indien an, wie der Zoo am Dienstag mitteilte. Der Wissenschaftler forsche dort im Urwald.

Für Besucher öffnet das knapp 29 Millionen Euro teure Darwineum ab dem 8. September. Auf 20 000 Quadratmetern Fläche wird ihnen eine spektakuläre Reise durch die Evolution versprochen. Das Ausstellungskonzept verbinde Abenteuer, Umweltbildung und Wissenschaft, heißt es. Anfassen und Mitmachen seien erwünscht. Zudem bekommen die Menschenaffen des Rostocker Zoos im Darwineum ihr neues Zuhause. Sie sind bereits vor einigen Wochen eingezogen und gewöhnen sich an ihre neue Umgebung.

Vielfältige Vorfahren

Meave Leakey, Turkana Basin Institute, (l.) und Fred Spoor, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, (r.) sichten Fossilien am Turkana See. (Bild: National Geographic/Mike Hettwer)

Paläoanthropologie. – Die Wiege der Menschheit stand in Afrika, das wusste schon Charles Darwin vor mehr als 150 Jahren. Aber wann und wie hat sich unser Gattung Homo entwickelt? Bislang gingen Forscher davon aus, dass sie die Anfänge im Prinzip verstanden hatten. Doch nun präsentieren Paläoanthropologen im Fachblatt “Nature” gleich drei neue Fossilien. Und die machen die Frühzeit des Menschen komplizierter als bislang angenommen.

Von Michael StangDeutschlandfunk

Die Ursprünge der menschlichen Gattung Homo liegen noch weitestgehend im Dunkeln. Irgendwann vor 2,5 und zwei Millionen Jahren ging sie aus der Gattung Australopithecus hervor, zu der auch die berühmte Lucy gehört. Trotz zahlreicher Fossilienfunde in den vergangenen Jahrzehnten streiten sich Paläoanthropologen weiter darum, wie viele Menschenarten vor knapp zwei Millionen Jahren gleichzeitig in Afrika gelebt haben. Gab es neben Homo erectus nur eine, vielleicht zwei oder sogar drei weitere Spezies, die sich irgendwo im menschlichen Stammbaum getummelt haben? Nun lichtet sich Meave Leakey zufolge das Theoriendickicht etwas. Die Paläoanthropologin vom Turkana Basin Institute in Nairobi hat zusammen mit ihrem Ausgrabungsteam gleich drei Fossilien entdeckt: einen Gesichtsschädel und zwei Unterkiefer.

“Die neuen Fossilien ermöglichen es uns zum ersten Mal klar zu unterscheiden, welche Fossilien nicht zu Homo erectus gehören. Zudem zeigen sie uns, dass die anderen Knochen zu zwei verschiedenen Gruppen gehören. Das bedeutet, dass es zu Beginn unserer Gattung Homo mehrere Gruppen gegeben hat und der Ursprung der heutigen Menschen tatsächlich sehr verschieden war.”

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How the Blind Watchmaker Made Eyes

By Donald R. Prothero – eSkeptic

Since the days of Darwin, eyes and evolution have been an irresistible topic for scientists and amateur authors alike. British biologist St. George Jackson Mivart was initially a supporter of Darwin, but when his Catholic religion caused conflict with Thomas Henry Huxley in 1871, he changed to a critic. Mivart’s critique focused on the issue of the perfection of the human eye and how he could not fathom how it could have evolved by natural selection and random chance (a point still raised by creationists today who know nothing about comparative biology).

In later editions of On the Origin of Species, Darwin specifically addressed Mivart’s criticism and carefully explained how the incipient stages of complex structures like the eye could be useful, and could have evolved by small steps; it did not require a giant leap to the complexity to develop the human eye. As Darwin first showed, nature is full of examples of every kind of photoreceptor, from simple light-sensitive cells to eyespots to simple eyes with no lenses, to a variety of solutions of seeing with more and more complex eyes. Once you arrange these solutions in an array, it is only a small step from one to the next, more complex eye. (Indeed, many animals actually show this transition during their embryonic development as their eyes change, and in some organisms, the eyes develop differently in males and females). In fact, the passages where Darwin talks about the eye are one of the most frequently “quote mined” by creationists trying to distort Darwin’s meaning, because they quote only the beginning of the paragraph were Darwin is setting up the creationist position in order to shoot it down the in the rest of the passage (which creationists never quote). Here is the first section that creationists quote (On the Origin of Species, 6th ed., 1872, 143–144):

To suppose that the eye, with all its inimitable contrivances for adjusting the focus to different distances, for admitting different amounts of light, and for the correction of spherical and chromatic aberration, could have been formed by natural selection, seems, I freely confess, absurd in the highest possible degree.

Here is the rest of the quote that creationists conveniently leave out:

Yet reason tells me, that if numerous gradations from a perfect and complex eye to one very imperfect and simple, each grade being useful to its possessor, can be shown to exist; if further, the eye does vary ever so slightly, and the variations be inherited, which is certainly the case; and if any variation or modification in the organ be ever useful to an animal under changing conditions of life, then the difficulty of believing that a perfect and complex eye could be formed by natural selection, though insuperable by our imagination, can hardly be considered real. How a nerve comes to be sensitive to light, hardly concerns us more than how life itself first originated; but I may remark that several facts make me suspect that any sensitive nerve may be rendered sensitive to light, and likewise to those coarser vibrations of the air which produce sound.

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Grundrechte für Menschenaffen

Junger Orang-Utan, Bild: wikipedia

Gerade noch hat Banjo gelangweilt auf dem Boden gesessen, seinen breiten Rücken den Menschen zugewandt, die sich im Stuttgarter Zoo Wilhelma vor seinem Gehege drängeln. Er scheint sich für nichts zu interessieren als für ein Endchen Hornhaut am Nagelbett seines linken Daumens. «Wie öde», murrt ein junger Mann. Er stellt sich dicht hinter den Gorilla und versucht durch Herumfuchteln und Grimassieren, die Aufmerksamkeit des Affen zu erregen. Mit Erfolg: Der 300-Kilo-Koloss wirbelt herum und hämmert mit der flachen Hand gegen das trennende Panzerglas. Es dröhnt, als hätte er einen gigantischen Gong geschlagen. Die Besucher schreien auf und springen zurück. Während sie sich langsam fassen, sitzt Banjo schon wieder mit dem Rücken an der Scheibe und inspiziert seine schwarzen Fingernägel. Jetzt hat er Ruhe. «Hast ja recht», sage ich mir.

Von Jürgen NakottNational Geographic Deutschland

Das Ereignis liegt einige Jahre zurück. An den Blick, den Banjo den Besuchern über die Schulter zuwarf, erinnere ich mich aber, als wäre es gestern gewesen. «Wieso müsst ihr da draußen euch immer so zum Affen machen?», schien er zu fragen. Mir kam dazu – leicht verändert – der Schlusssatz aus George Orwells „Farm der Tiere“ in den Sinn: «Ich schaute vom Affen zum Menschen und vom Menschen zum Affen und konnte kaum sagen, wer was ist.»

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Zaubergarten Biologie

Vom brodelnden Tümpel zum Paradiesgarten

In einem „kleinen warmen Tümpel“ könnte das Leben entstanden sein, mutmaßte Charles Darwin privatim einmal. Und tatsächlich: Als sich der heiße Feuerball, der einst unsere Erde werden würde, vor knapp vier Milliarden Jahren abkühlte und keine Meteo­re mehr einschlugen, gab es bereits Leben. Mikrobische Nachfahren dieser Urformen leben heute in kochend heißen Geysiren, ohne dass ihre Proteine zerstört werden.

Von Sebastian Kiefer – Falter.at

„Waren die heißen Krater vielleicht Retorten, in denen unbelebte Materie sich zu Leben formte? Könnte es sein, dass das biblische Paradies fatal der Hölle glich?“, fragt Gottfried Schatz, emeritierter Biochemiker, berühmt für seine (Mit-)Entdeckung, dass die Mitochondrien, die Energielieferanten der Zelle, ein eigenes Genom besitzen und daher ursprünglich eigene Lebewesen waren, die von den frühesten Zellen adaptiert worden sein müssen. Schatz verbrachte ein halbes Jahrhundert im Labor, hat sich doch eine jungenhafte Neugierde auf das unerschöpfliche Werden und Vergehen des Lebens bewahrt.

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Evolution via Voting: Pop für Darwinisten?

Bild: (c) Bilderbox

Funktioniert Kulturentwicklung auch mit Mutation und Selektion? Englische Forscher erproben Komposition durch Konsumentenwahl. Einstweilen klingen die Ergebnisse weniger nach Hits als nach Minimal Music.

Von Thomas KramarDie Presse

Gäbe es einen Preis für den besten Titel einer Presseaussendung eines wissenschaftlichen Instituts, das Imperial College of London hätte ihn dafür verdient: „On the Origin of Music by Means of Natural Selection or the Preservation of Favored Ditties (Liedchen, Anm.) in the Struggle for Existence“.

Das Vorbild ist ehrwürdig: „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“, so hieß das 1859 erstmals erschienene Buch, in dem Charles Darwin die Evolutionstheorie begründete. Der Ansatz ist so schlicht wie genial: 1) Individuen einer Population unterscheiden sich voneinander, diese Variationen sind erblich. 2) Individuen, die besser an die Umwelt angepasst sind, haben eine höhere Überlebenschance und (damit) mehr Nachkommen; sie werden in der Population häufiger. Das nennt man natürliche Selektion.

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