Schlagwort-Archive: Debatte

Propaganda: Facebook, Twitter, Google, Youtube und Islamischer Staat

Facebook wolle den "Diskurs" ermöglichen und löscht gewaltverherrlichende Videos deshalb nicht immer. Screenshot: derStandard.at

Facebook wolle den “Diskurs” ermöglichen und löscht gewaltverherrlichende Videos deshalb nicht immer. Screenshot: derStandard.at

Abgetrennte Köpfe, Fotos von Massakern: Youtube spricht von Überforderung, Facebook will “Debatte ermöglichen”

derStandard.at

Seit die Terrormiliz IS (Islamischer Staat) immer tiefer in den Irak vordringt, werden soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Youtube von einer neuen Welle an propagandistischen Inhalten überschwemmt. Hinrichtungen, Massengräber, verletzte oder getötete Kinder: Ein paar Klicks genügen, um zu expliziten Inhalten zu gelangen, die oftmals schon seit Wochen oder Monaten verfügbar sind. Und das, obwohl die Nutzungsbedingungen aller bekannten Dienste darauf hinweisen, dass gewaltverherrlichende oder explizite Inhalte verboten sind – ein offensichtlicher Widerspruch zur Praxis.

“Unglaublich” kompetent

Für diese Diskrepanz gibt es mehrere Gründe: So verfügt die Terrororganisation IS (vormals ISIS) über eine “unglaublich ausgereifte” Social-Media-Kompetenz, wie Vox.com berichtet. Die Miliz habe ein weitreichendes, globales Netzwerk an Unterstützern aufgebaut und könne ihre Botschaften so über unzählige Kanäle gleichzeitig absenden.

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Ministerpräsident Kretschmann rügt “irre Debatte” um Bildungsplan

Foto: iStockphoto/creativeye99

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Verlauf der Debatte um den umstrittenen Bildungsplan als “irre” kritisiert.

evangelisch.de

“Die Debatte ist völlig aus dem Ruder gelaufen und hat viele Menschen verunsichert”, sagte Kretschmann am Donnerstagabend in Nürtingen. Der baden-württembergische Bildungsplan sollte eigentlich einer Diskriminierung von Homosexuellen entgegentreten, argumentierte der Regierungschef. Die entsprechende öffentliche Diskussion sei aber dadurch in falsche Bahnen gelenkt worden, dass ein innerhalb der Landesregierung nur auf Arbeitsebene erstelltes, noch gar nicht druckreifes Papier den Medien gesteckt worden sei. “Das Problem ist, dass heute alles durchgestochen wird”, sagte Kretschmann.

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Früheres Anglikaneroberhaupt für Sterbehilfe unter Voraussetzungen

George Carey, Bild: dailymail.co.uk

Wenige Tage vor einer Debatte im britischen Oberhaus zur Sterbehilfe hat sich das frühere Oberhaupt der anglikanischen Kirche, George Carey, für deren Zulassung unter bestimmten Voraussetzungen ausgesprochen.

ZEIT ONLINE

“Ich habe meine Meinung geändert”, schrieb der ehemalige Erzbischof von Canterbury, selbst Mitglied der Kammer, in einem Beitrag für die Tageszeitung “Daily Mail” vom Samstag. “Die alten philosophischen Gewissheiten sind angesichts der Realität von unnötigem Leiden zusammengebrochen”, erklärte der 78-Jährige, der bis zum Jahr 2002 Anglikanerprimas war.

Pränataldiagnostik: KK und Unions-Christen kritisieren “Selektion” Behinderter

Drei Ultraschall-Untersuchungen gehören zum Standard-Programm der Frauenärzte. (© picture-alliance, dpa)

Unionspolitiker und die katholische Kirche haben davor gewarnt, dass die Pränataldiagnostik zunehmend zur Selektion von Behinderten führt. “Es gibt einen Druck zur Pränataldiagnostik und bei auffälligem Befund zur Abtreibung”, sagte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe (CDU) der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

FinanzNachrichten.de

Er beklagte die Doppelgesichtigkeit der Debatte. Einerseits werde beschworen, dass Menschen mit Behinderungen unser Leben bereichern. Andererseits würde mit Leid und Verzweiflung der Eltern behinderter Kinder argumentiert. “Die Pränataldiagnostik befördert in unserer Gesellschaft eine Mentalität der vorgeburtlichen Selektion”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz.

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Beschneidung: Hass-Mails an den Rabbiner

Andrew Steinman ist im Frankfurter Budge-Heim tätig. Foto: Rolf Oeser

Die Debatte um die Beschneidung von Jungen lässt den Frankfurter Rabbiner Andrew Steinman darüber nachdenken, in ein anderes Land auszuwandern. Er und seine Kollegen erhalten täglich Hass-E-Mails. Steinmann spricht von „Pogromstimmung“.

Von Martina Propson-HauckFrankfurter Rundschau

Plötzlich bekommen Gedenken und Trauer, Mahnung und Entsetzen eine ganz gegenwärtige Dimension: Der Frankfurter Rabbiner Andrew Steinman – schon so oft geistreicher Redner bei vielen Gedenkstunden in Bad Homburg – tritt als letzter ans Rednerpult der Volkshochschule. Ein symbolischer Ort, stand dort doch vor den Novemberpogromen von 1938 die Synagoge und das jüdische Gemeindezentrum von Bad Homburg.

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Die Dialektik der Gegenaufklärung

Die Debatte um Beschneidung ist nicht nur eine Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern der Beschneidung, sondern viel mehr noch ein Streit zwischen Gegnern und Befürwortern der Debatte selbst.

Von Thierry Chervelperlentaucher.de

Denn viele der Gegner stört an der Debatte bereits, dass sie überhaupt geführt wird. Allein die Problematisierung von Beschneidung gilt ihnen bereits als Antisemitismus oder Islamophobie oder, wie Jörg Lau konstatiert, als beides zugleich und “ein und dasselbe”. Es ist auch die erste Debatte, in der Zaimoglu, Bahners und Broder mit grimmiger Miene Hand in Hand gehen. Viele der Autoren, die eben noch den Islamismus und seine Verharmlosung durch die Toleranzfraktion mit Vernunftargumenten bekämpfen wollten, bescheinigen nun all jenen, die die archaische Sitte der Beschneidung als Körperverletzung sehen, Antisemitismus im Namen eines “Kults der Vernunft“. Hannes Stein findet Antisemitismus bei Voltaire und schließt daraus auf achgut.de, dass Aufklärung antisemitisch ist. Matthias Küntzel, der im Perlentaucher ebenfalls schon die bloße Debatte selbst in den Verdacht des Antisemitismus rückt, opfert ihr gewissermaßen die Vernunft selbst: “Vernunft”, so schreibt er (und die Anführungszeichen sind von ihm), sei keine ethische Größe an sich. Und er möchte den “Kult der Vernunft”, diese “säkulare Ersatzreligion” in die Religionskritik mit einbeziehen.

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Katholische Kirche kritisiert Gesetzentwurf zu Sterbehilfe

Das Betäubungsmittel Natrium-Pentobarbital: Wer einem Angehörigen ein solches Suizidmittel beschafft, soll nicht bestraft werden. Bild: dpa

In der Debatte um die Strafbarkeit der Sterbehilfe hat die katholische Kirche massive Kritik am Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) geübt.

WELT ONLINE

«Man kann nur hoffen, dass sich der Entwurf des Bundesjustizministeriums nicht im Kabinett durchsetzt», sagte Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, den «Stuttgarter Nachrichten».

Dem Entwurf zufolge soll gewerbliche Sterbehilfe mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Ungeahndet bleiben soll dagegen Beihilfe durch Angehörige und andere nahestehende Personen, auch wenn diese Ärzte oder Pflegekräfte sind. Man könne davon ausgehen, «dass jede Form der Sterbehilfe, nicht nur die gewerbsmäßige, (…) zur Normalisierung der Inanspruchnahme einer solchen Dienstleistung beiträgt», kritisierte der Sprecher der Bischofskonferenz.

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Sterbehilfe Österreich: Was dürfen Ärzte?

Bild: (c) APN (Thomas Kienzle)

Weil der Begriff Sterbhilfe viele Unsicherheiten enthält, schlägt die Bioethikkommission neue Begriffe dafür vor. Ulrich Körtner, Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin, fordert eine Debatte über Sterbetourismus.

Von ULRIKE WEISERDie Presse

Die Presse: Die Bioethikkommission empfiehlt der Politik eine neue „Terminologie medizinischer Entscheidungen am Lebensende“. Warum?

 Ulrich Körtner: Im deutschen Sprachraum gibt es eine große Unsicherheit, was Begriffe wie aktive und passive Sterbehilfe bedeuten. Noch komplizierter wird es, wenn man international diskutiert: „Euthanasia“ im Englischen meint Sterbebegleitung, bei uns verbindet man mit Euthanasie das Töten von Behinderten im Nationalsozialismus. All das führt zu Unsicherheit, auch in der ärztlichen Praxis.

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Wieviel Religion verkraftet ein Staat?

In Deutschland leben heute mehrere Religionen zusammen, vor allem Christen, Muslime und Juden. Auf einer Tagung in Italien ging es darum, wie der Staat ihr friedliches Zusammenleben fördern kann. Foto: epd-bild / Jörn Neumann

“Der Islam ist ein Teil unseres Landes.” Mit diesem Satz leitete der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) 2006 eine neue Etappe in der deutschen Debatte über den Islam und das Religionsrecht ein. Denn neben den beiden großen christlichen und den orthodoxen Kirchen sowie den kleinen Freikirchen sind auf der religiösen Deutschlandkarte auch Juden und vor allem rund vier Millionen Muslime unübersehbar.

Von Rainer Closevangelisch.de

Bei der Tagung “Religion im öffentlichen Raum” der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die am Mittwoch im norditalienischen Cadenabbia zu Ende ging, loteten Politiker, Rechtswissenschaftler und Kirchenvertreter aus, wie sich das Nebeneinander alter und neuer Religionsgemeinschaften auf das gewachsene Verhältnis von Staat und Religionen auswirkt.

Den Blick auf die unterschiedlichen Modelle der Staat-Kirche-Beziehungen in Europa lenkte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernhard Felmberg. Einige Länder kennen noch Staatskirchen, für andere wie die Bundesrepublik ist eine fördernde Neutralität kennzeichnend, und schließlich gibt es die radikale Trennung wie etwa in Frankreich. Diese Vielfalt religionsrechtlicher Traditionen, so legte Prälat Felmberg dar, trug auch dazu bei, dass die Aufnahme eines Gottesbezuges in den EU-Reformvertrag scheiterte.

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Der Islam ist eine deutsche Religion

Tariq Ramadan, wikipedia

Tariq Ramadan über die Kunst, zugleich Muslim und Europäer zu sein

Von Jörg LauZEIT ONLINE

DIE ZEIT: Professor Ramadan, in Europa macht sich eine Stimmung gegen den Islam breit. Minarette, Burkas und Kopftücher werden verboten. Deutschland debattiert über integrationsunwillige Muslime. Warum diese Zuspitzung?

Tariq Ramadan: Unsere westlichen Gesellschaften sind verunsichert durch die Globalisierung. Auch die Einwanderungsströme gehören dazu. Aber entscheidend ist das Sichtbarwerden des Fremden. Darum erregen sich die Leute über Moscheebauten, Minarette, Kopftücher, andere Hautfarben, Sprachen und Gerüche in ihren Vierteln. Wenn gegen die angebliche Islamisierung der Städte protestiert wird, geht es um die Sichtbarkeit einer fremden Religion, die dazugehören will. Das ist neu. Solange das Fremde nicht dazugehört, kann man leichter damit leben.

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Biodiversitygate?

artenschutz.ch

Von Wolfgang CramerVielfalter-Blog

Nun ist es genau ein Jahr her, dass ein medialer Sturm losbrach, als Folge des Diebstahls von Tausenden E-Mails aus dem Archiv der Climatic Research Unit (CRU) der Universität of East Anglia, in Norwich, United Kingdom. Der Begriff “Climategate” war schnell geprägt und viele Menschen begannen zu fragen, ob in der Klimawirkungsforschung alle Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis befolgt worden waren – oder aber ob vielleicht die negativen Folgen des menschengeschaffenen Klimawandels doch übertrieben worden waren. Mehrere seriöse Untersuchungen wurden zwischenzeitlich angestellt – keine ergab das von vielen “Klimazweiflern” erhoffte Ergebnis. Den Beteiligten konnte zwar in ihrer privaten Korrespondenz ein zeitweise lockerer Sprachgebrauch nachgewiesen werden, nicht aber ein wissenschaftliches Fehlverhalten. Insbesondere ergaben alle Überprüfungen der Fakten (z.B. durch die amerikanische Umweltbehörde EPA), dass der menschengeschaffene Klimawandel weiterhin, und in zunehmendem Maße, ein sehr reales Problem für die Menschheit darstellt.

Was lernen wir aus dieser Situation für die Biodiversitätsdebatte?

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