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Homöopathie: Hamers Ideen beim DZVhÄ

Bild: agpf.de

Ryke Geerd Hamer Bild: agpf.de

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte hat zwei Gesichter. Hier zeigt er sein hässliches.

Von MerdeisterderFreitag

Es ist eines der Verdienste Edzard Ernsts seit seiner Emeritierung auf seinem Blog ausdauernd, lesenswert und einen Hauch ironisch über “alternative” Medizin zu berichten. Man hat das Gefühl, die Apologeten der magischen Methoden kommen gar nicht mit Studien hinterher, die er auseinandernehmen kann. Ein Gefühl das leider trügt.

Kürzlich berichtete Ernst über ein Interview, in dem der Arzt und Homöopath Dr. Jens Wurster über seine Erfolge bei der Behandlung von Krebs berichten darf. Er arbeitet in einer Klinik in der Patienten mit Krebserkrankungen teilweise ausschließlich homöopathisch behandelt werden. Weil das geht! Tolle Erfahrungen und so! Die haben ganze SÄCKE mit beeindruckenden Anekdoten. Das Interview ist gruselig zu lesen. “Schulmedizin” wird in dem Interview wie ein Störfaktor der homöopathischen Behandlung beschrieben, nicht als beste Chance die man hat. Man solle doch nach Bekanntwerden der Diagnose lieber ein paar Wochen warten (6-8), anstatt sich “panisch” in die Hände irgendeines “Schul”mediziners zu begeben. Die homöopathische Behandlung solle, geht nach Herrn Wurster, vor der “schulmedizinischen” Therapie beginnen.

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Glaubensfrage Homöopathie: Meine Kinder bekommen Kügelchen

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Bei harmlosen Erkrankungen verabreichen viele Eltern ihren Kindern Kügelchen. Dabei gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Homöopathika besser wirken als Placebos. Viele Mütter und Väter glauben trotzdem daran. Warum nur?

Von Lisa HarmannSpON

Homöopathie ist Quatsch. Das sieht jedenfalls Sarah so, meine Freundin. Sie glaubt an eine einzige große, von der Wirtschaft gesteuerte Lügenblase, wenn es um Kügelchen in verschiedenen Potenzen geht.

Aber: Sarah hat drei Kinder, und eines davon hustet. Andauernd. Und weil es die anderen Kinder im Kindergarten stört – oder die Erzieher nervt – setzen sie Sarah unter Druck. “Geh doch mal zum Heilpraktiker“, sagen sie. Und: “Hast du es schon mal mit Kügelchen probiert?” Nein, habe ich nicht, möchte sie entgegnen, weil es für die Wirkung von Homöopathie keinen einzigen ernstzunehmenden Beweis gibt.

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Edzard Ernst: “Schätze in der Pflanzenmedizin”

Image:mistletoe.org.uk

Seit mehr als 20 Jahren untersucht Edzard Ernst alternative Heilmethoden. Er erklärt, was die Schulmedizin von Homöopathie und Co. lernen kann und welche Verfahren wirklich helfen.

Das Interview führten Annette Bruhns und Eva-Maria SchnurrSpON

SPIEGEL: Herr Ernst, viele Menschen empfinden die Schulmedizin als herzlose Reparaturanstalt, die an Symptomen herumdoktert, ohne den Menschen als Ganzes zu sehen. Können Sie das verstehen?

Ernst: Wenn ich sehe, was meine kranke Frau jetzt manchmal bei Arztbesuchen erlebt, dann schon. Aber das liegt nicht an der sogenannten Schulmedizin: Empathie und Hingabe sind Kennzeichen jeder guten Medizin. Wenn sie fehlen, ist es schlechte Medizin – egal, ob Neurologie, Gynäkologie oder Naturheilkunde. “Schulmedizin” ist übrigens eine Begriffsschöpfung des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann und seiner Anhänger, die damit die etablierten Doctores verunglimpfen wollten.

SPIEGEL: Als junger Arzt waren Sie Homöopath. Wie kam es dazu?

Ernst: Ich stamme aus einer Arztfamilie. In Bad Tölz, wo wir wohnten, lebte einer der berühmtesten deutschen Homöopathen, Willibald Gawlik. Der war unser Hausarzt. Ich habe als Kind jede Menge Globuli geschluckt, für mich war das Medizin.

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Dodo Monat April 2013: Bayrischer Rundfunk-Redaktion Wissenschaft

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

brHomöopathie ist die sanfte Art der Heilung. “Schulmedizin” aggressiv, harte, nicht unbedingt wirksame Drogen, zweifelhafter Heilungserfolg zumal noch evidenzbasiert. Das will Mensch nicht, Mensch will glauben und so gläubig wie die Wissenschaftsredaktion des Bayrischen Rundfunks wird man nur im homöopathischen Vollrausch. Homöopathisches Petroleum könnte die Ursache sein. Diejenigen, die von der Gabe des homöopathischen Mittels Petroleum profitieren, neigen dazu sehr reizbar, ärgerlich und streitsüchtig zu sein. Sie können verwirrt sein und sich sogar in gewohnter Umgebung verlaufen. Manchmal empfinden sie eine Dualität in ihrer Persönlichkeit, was sich in dem eigenartigen Gefühl zeigt, sie seien “doppelt” oder in der Mitte geteilt. Fälle von Komasaufen sind noch nicht berichtet worden.
Der Homöopath übernimmt die Rolle des Priesters und Arztes, der Patient, welcher der aggressiven “Schulmedizin” so kritisch skeptisch gegenübersteht, lässt sich vom Allmachtglauben einlullen, Zuckerkügelchen tun nicht weh und im Zweifelsfall schaden sie nicht.
Geradezu dumm-dreist vermittelt die Redaktion in der Sendung den Eindruck, Homöopathie helfe, da sie auch in der Tiermedizin Erfolge vorweise. Über die Konditionierung des Verhaltens von Tieren denken die Herrschaften gar nicht nach. Wissen wird im Bayrischen Rundfunk außerordentlich verdünnt, hochpotenziert und natürlich geschüttelt eingesetzt.  Wissensvermittlung wird hier in C30 Verdünnungen produziert. Das Informationsbit der Sendung hat sich dann irgendwo im Sonnensystem befunden.

Der Moderator der Sendung, Gunnar Mergne, schwurbelt dann auch, bar jeder Vernunft:

“Wenn die HP eine Wirkung hat, dann ist sie mit naturwissenschaftlichen Gesetzen nicht zu erklären”[...]die Logik der Zahlen scheint übermächtig zu sein.“

Die Wissenschaftsbankrotteure des Bayrischen Rundfunks auf einer intellektuellen Schmalspurbahn. Beim Bayrischen Rundfunk hat das gute Tradition, am 22. Mai 1986 blendete sich der Bayerische Rundfunk für die Dauer der Ausstrahlung einer Folge der Kabarettsendung Scheibenwischer aus dem gemeinsamen Fernsehprogramm der ARD aus, nachdem sich Helmut Oeller, der Fernsehdirektor des BR, der an einigen Passagen des Manuskriptes Anstoß nahm, mit seiner Forderung nach Absetzung der Folge nicht hatte durchsetzen können. Diese Maßnahme rief bundesweite Proteste hervor.

Staatsnähe, CSU-Hörigkeit, Parteilichkeit, Wissensfeindlichkeit, man möchte den Machern des Senders ein freundliches saludos amigos zurufen. Im Rundfunkbeirat sind die Kirchen gut vertreten. Der Münchner Domdekan und sein evangelischer Kollege wachen darüber, dass der Bayerische Rundfunk seine Aufgaben gemäß dem Gesetz erfüllt. Seine Mitglieder sind verpflichtet, sich für die Interessen des Rundfunks und seines Publikums einzusetzen.

Ich meine, wenn Politiker ihre Familien-Clans im Parlament beschäftigen und so in die öffentlichen Töpfe greifen, warum sollte sich nicht die Homöopathen-Lobby in Bayern mal so eine kleine Sendung kaufen, wertneutral bezuschussen.

Niemand von den “Wissenschaftsredakteuren” kommt auf die Idee nachzufragen, wie denn die Grundlagen der Mikrobiologie, der Physiologie oder der Biochemie funktionieren, wenn Homöopathie funktionieren soll. Leben, wie wir es kennen, wäre schlicht unmöglich.

Kritik, skeptischen Meinungen wurden in der besagten Sendung überhaupt nicht dargestellt. Im Bayrischen Rundfunk wurde das Hohelied der Homöopathie gegrölt, Herbert Hackl, der Macher der Sendung, die letzte noch verbliebene Gehirnzelle beanspruchend beantwortet die Frage eines Kommentators der Sendung, warum nicht Edzard Ernst zu Worte gekommen ist:

Mit Herrn Ernst wollte ich nicht sprechen! Er wiederholt nur immer die gleichen Argumente und geht seinerseits nicht auf neuere Studien ein. Übrigens hat Herr Ernst früher selbst zu Homöopathie geforscht. Allerdings nach allgemeiner wissenschaftlicher Meinung methodisch ziemlich schlecht.

Das ist Idiotie(Punkt)

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Die homöopathischen Wissensfeinde vom Bayerischen Rundfunk

Eine Wissenssendung sollte informieren, denkt man. Dass auch das Gegenteil geht, beweist “Faszination Wissen” vom Bayerischen Rundfunk.

Von Martin BallaschkDETRITUS-Blog

Update: Inzwischen hat die Redaktion der Sendung eine Stellungnahme abgegeben. Weiter unten ist dieser von mir kommentiert worden.

„Dafür, dass da angeblich mit einem „Nichts“ kuriert wird, macht dieses „Nichts“ ganz schön viel Arbeit.“ – Moderator Gunnar Merger

Wenn es um Homöopathie geht, scheint es bei Einigen auszusetzen: mit religiösem Eifer wird die geliebte Wundermedizin verteidigt. Der öffentlich finanzierten Rundfunk hat mit Herbert Hackels Sendung “Medizin oder Mogelpackung?”, die gestern (22.04.) zu sehen war, diesen Personen haltloses Argumentationsfutter geliefert. Allem Anschein nach wussten das Autorenteam schon sehr früh, wohin die Reise gehen soll, denn um eine Lanze für die Homöopathie zu brechen, verlässt es sich auf Anekdoten, zweifelhafte Wissenschaft und eine sehr selektive Auswahl der Interview-Partner – von Objektivität keine Spur.

Als erstes wird einem die Erfolgsgeschichte von einer eigentlich unheilbar an Krebs erkrankten Ärztin und „eingefleischten Schulmedizinerin“ vorgeführt. Diese hätte neben ihrer Chemotherapie noch Homöopathie genommen, und sei daraufhin in der Privatklinik Clinica St. Croce genesen. Der behandelnde Arzt Dr. Jens Wurster hält eine Heilung von Krebs durch Homöopathika durch „Immunmodulation“ für möglich. 100 Erfolgsgeschichten gäbe es an der Klinik, ohne Verweis auf die Gesamtzahl der Behandelten. Es bleibt letztlich offen, was der Grund für die Heilung der Frau war, aber der Rest der Sendung drängt die Zuschauer/innen in die gewünschte Richtung. Dabei wissen wir: Eine Anekdote ersetzt keine Daten und eine fantastische und spekulative Erklärung ersetzt keine stichfeste Theorie.

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DIE GRÜNEN: Alternativlos in die sozial-esoterische Teilhabe?

Die_GruenenBundestagswahljahr 2013. Entsprechend bringen die Parteien ihre Wahlprogramme auf Vordermann. Am kommenden Wochenende nun wollen die GRÜNEN/Bündnis90 über ihr Programm zur Bundestagswahl abstimmen.

Die Öko-Partei, längst in der politischen Mitte der Gesellschaft angekommen macht sich stark und mit Barbara Steffens wissen wir dass es Themen sind wie Alternativmedizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin welche über die sogenannte “Solidargemeinschaft” finanziert werden sollen. Dagegen steht die evidenzbasierte Medizin, ein selbsterklärender Begriff, sollte man meinen. Den grünen Polit-Schamanen ist das nicht genug.
In der Bundesdelegiertekonferenz steht das Parteiprogramm zur Wahl, dort heißt es im Kapitel “G) Teilhaben an sozialer Sicherung”

“Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben

Eine sehr dehnbare Formulierung, sie kann aber als Bezugnahme auf den “Binnenkonsens” der “Alternativmedizin” interpretiert werden.

Es wird erfreulicher. Der Kreisvorstand Hagen, noch nicht im Zuckerkügelchen-Sumpf der Glaubuli-Fundamentalisten ersoffen, stellt den Antrag BTW-S-01-165.

In Z. 165/166 ist die Formulierung „unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“ mit dem Adjektiv „wissenschaftlich“ zu ergänzen. Die Formulierung soll lauten: „unter Einbeziehung wissenschaftlich anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“

Begründung

In den beiden Abschnitten ab Z. 167 bzw. Z. 174 bekennen wir uns richtigerweise zu wissenschaftlich validierten Wirksamkeits- und Nutzenbewertungen für Medizinprodukte, Behandlungsmethoden und Arzneimittel. Gerade im Bereich der alternativen Behandlungsmethoden muss sichergestellt sein, dass von diesen tragfähigen Standards nicht abgewichen werden kann, wenn die Solidargemeinschaft zukünftig mit den Kosten solcher Behandlungsformen belastet werden soll.

Folgt man den im Antrag genannten wissenschaftlich validierten Wirksamkeits-und Nutzensbewertungen wird schnell klar, da bleibt nichts mehr übrig, von alternativen Heilmethoden, Schamanentum und Wunderheilerpraxis.

Der zweite Antrag(Kreisvorstand Freiburg), mit der Nummer BTW-S-01-165-1 postuliert nun:

Ersetze “auch unter Einbeziehung alternativer Behandlungsmethoden” durch: “haben, sofern diese nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin anerkannt sind.“

Begründung

Die bisherige Formulierung verlangt, dass Patientinnen und Patienten auch Zugang zu anerkannten „alternativen“ Behandlungsmethoden haben, aber ohne zu klären, was mit diesem Begriff gemeint ist. Alternativ zu was? Vermutlich ist hier die „Schulmedizin“ gemeint, die aber als Begriff genauso wenig definiert ist. Wesentliches und einziges Kriterium dafür, ob Patientinnen und Patienten Zugang zu bestimmten Methoden haben sollen, sprich: ob die gesetzliche Krankenversicherung die Methode in den Leistungskatalog der beitragsfinanzierten Angebote übernehmen muss, sollte die Anerkennung der Methode nach fachlich-wissenschaftlichen Standards der Evidenzbasierten Medizin sein. Dies schließt eine gemeinsame Entscheidungsfindung unter Einbeziehung des Stands der Wissenschaft, der Präferenzen der Patientin/des Patienten und der Erfahrung des/der Behandelnden ein. Allein die wissenschaftliche Methode ist geeignet, einen ausreichenden Grad an Objektivität herzustellen, der davor schützt, dass Methoden ohne Nutzennachweis mit Kassenmitteln finanziert werden müssen. Durch die vorgeschlagene Formulierung wird der unklare Begriff „alternativ“ überflüssig, ohne die Behandlungsmethoden a priori auf die „Schulmedizin“ zu beschränken. Der Begriff der „anerkannten“ Methoden wird präzisiert.

Deutlicher kann man es nicht formulieren. Insider, die, die hierarchischen Hinterzimmer-Spielchen, durchaus kein Alleinstellungsmerkmal grüner Politiker, kennen befürchten nun, dass folgender Antrag die Mehrheit der Bundesdelegiertenkonferenz finden wird.

Herr Andreas Roll, Mitglied im Kreisvorstand Ludwigsburg spricht nun schon von “qualifizierter homöopathischer Behandlung.”

Antragsnummer: BTW-S-01-166-2
AntragstellerIn: Andreas Roll KV Ludwigsburg
Änderungsantrag zu BTW-S-01

Nach Zeile 166 („Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben.“) wird der folgende Satz eingefügt:

„Dabei machen wir uns auch stark für den allgemein freien Zugang zu jeder Allgemeinärztin und jedem Allgemeinarzt unabhängig von einer Kassenzulassung.“

Begründung:

Die berechtigte grüne Forderung nach Wahlmöglichkeiten bei den Behandlungsarten bleibt wirkungslos, wenn wir den Patientinnen und Patienten weiterhin die entsprechenden ärztlichen Strukturen versperren.
Gerade in den anerkannten und wirksamen alternativen Therapierichtungen wie z.B. der klassischen Homöopathie, ist diese Wahlfreiheit innerhalb der kassenvertragsärztlichen Versorgung nicht gewährleistet. Eine qualifizierte homöopathische Behandlung wird bisher fast ausschließlich privatärztlich erbracht, auch wenn viele Kassenärztinnen und -ärzte diese Therapierichtung aus Marketinggründen formal anbieten.
Keiner Patientin und keinem Patienten wird deshalb die Einschränkung der Wahl auf ÄrztInnen innerhalb eines Monopols der Kassenärztlichen Vereinigung gerecht. Die Krankenkassen müssen verpflichtet werden, auch die Kosten anerkannter alternativer Therapieverfahren zu übernehmen. Damit wird eine tatsächliche Wahlfreiheit für alle Patientinnen und Patienten unabhängig von deren sozialem Status sichergestellt.

Die beiden vernünftigen Änderungsanträge haben wohl keine Chance auf dem Parteitag angenommen zu werden, dort wird die Unvernunft grassieren und die Idiotie fröhliche, alternative Urständ feiern.

Zum Abschluss möchte ich Prof. Edzard Ernst zu Worte kommen lassen. In einem Interview mit dem Schweizer “Tagesanzeiger” sprach Prof. Edzard Ernst über tatsächlich wirkungsvolle Komplementärmedizin, den Placebo-Effekt bei Säuglingen, mittelalterliche Homöopathie-Mythen und den aktuellen Stand der Forschung.

Demnach ist Prof. Ernst überzeugt, dass

“die Homöopathie auf Grund der heutigen Datenlage eine widerlegte Methode ist. Die wissenschaftlichen Methoden sind zwar nicht geeignet, einen Negativbeweis zu erbringen. Aber irgendwann kommt man zum Punkt, an dem man die Wirkungslosigkeit einer Methode eingestehen muss. [...]

Denn über alle 200 vorliegenden Studien betrachtet ist die Wirkung der Homöopathie nicht belegt. Ihre beiden Hauptprämissen – starke Verdünnung soll stärkere Effekte bringen und Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden – sind wissenschaftlich nicht haltbar. [...]

Wir haben uns deshalb zu folgender Wette entschlossen: Wenn jemand den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie liefert, zahlen wir ihm 100.000 Dollar. Das Angebot besteht seit einem Jahr. Abgeholt wurde das Geld bisher nicht.”

Vielleicht sollte sich Herr Andreas Roll um die ausgelobten 100KUS$ bewerben.

Danke für den Tipp. ;)

Edzard Ernst: More rubbish homeopathic research from Boiron

Screenshot:brightsblog

Screenshot:brightsblog

Today, one day after a homeopathic retailer made headlines for advocating homeopathy as a treatment of measles, is the start of WORLD HOMEOPATHY AWARENESS WEEK. This is an ideal occasion, I think, for raising awareness of the often lamentably poor research that is being conducted in this area.

by Edzard Ernst

We have already on this blog discussed some rather meaningless research by Boiron, the world’s largest manufacturer of homeopathic preparations. I concluded my post by asking: “what can possibly be concluded from this article that is relevant to anyone? I did think hard about this question, and here is my considered answer: nothing (other than perhaps the suspicion that homeopathy-research is in a dire state)”. Now a new article has become available which sheds more light on those issues.

With this prospective observational study, the Boiron researchers wanted to determine the ”characteristics and management of patients in France consulting allopathic general practitioners (AGPs) and homeopathic general practitioners (HGPs) for influenza-like illness (ILI)”. The investigation was conducted in Paris during the 2009-2010 influenza season. Sixty-five HGPs and 124 AGPs recruited a total of 461 patients with ILI. All the physicians and patients completed questionnaires recording demographic characteristics as well as patients’ symptoms.

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Alternative Heilverfahren: Kritiker sind Extremisten

Bei der Akupunktur gibt es Hinweise auf Wirksamkeit. Deshalb sollte sie weiter erforscht werden, sagt Edzard Ernst. Für andere sogenannte alternative Heilverfahren wie Homöopathie sollte dagegen endlich Schluss sein. (© OBS)

Sogenannte alternative Heilverfahren sind auf dem Vormarsch. Doch für viele Methoden fehlen Belege für eine Wirksamkeit, andere widersprechen den Naturgesetzen. Wer darauf hinweist, muss sich derzeit auf ruppige Reaktionen aus der Szene gefasst machen. Besonders betroffen davon ist Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Paramedizin.

Interview: Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Edzard Ernst ist einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der sogenannten alternativen Heilverfahren, die er an der University of Exeter in Großbritannien erforscht hat. Zugleich ist er einer der schärfsten Kritiker von Verfahren wie der Homöopathie oder der anthroposophischen Medizin. Das verschafft ihm wenig Freunde in der Szene. Und derzeit weht der Gegenwind besonders scharf.

SZ.de: Sie hätten heute in München einen Vortrag zum Thema Akupunktur halten sollen. Aber der Veranstalter, das Wissenschaftszentrum der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, hat den Vortrag überraschend abgesagt. Warum?

Edzard Ernst: Ich bin vom Vorsitzenden mit einer äußerst seltsamen Begründung ausgeladen worden: Man wolle nicht den Eindruck erwecken, in ein laufendes Verfahren an der Universität Zürich einzugreifen. Dort wird zurzeit entschieden, wer den Lehrstuhl für Naturheilkunde übernehmen soll.

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Aurachirurgie rettet das Gesundheitssystem

Aura Chakra Chart

Aurachirurgie: Ein Blick über den Tellerrand könnte Rettung bringen. Oder Verderben, je nachdem, wen man fragt.

Von Merdeisterder Freitag

Vor einigen Tagen kam auf arte ein vollkommen unkritischer, um nicht zu sagen suggestiver Bericht über den Aurachirurgen Gerhard Klügl. Herr Klügl nimmt chirurgische Instrumente und fuchtelt damit wenige Zentimeter über der Hautoberfläche von Menschen herum, die hilfesuchend zu ihm gekommen sind. Mithilfe des Ruchtelns und Ruckelns schneidet er z.B. alte Zöpfe ab oder stellt Schrauben nach, in der Aura. Oder er piekt in einem Anatomiebuch oder Modell herum und fragt ob sein Gegenüber das merke. Das Gegenüber merkt es in der Regel, es werde warm, drücke oder sei “irgendwie (viel) besser”. Zumindest alle in dieser Dokumentation intervieweten Menschen sind hochzufrieden, unter ihnen einige Ärzte, “Schulmediziner” wie sie sich nennen, die herumschwadronieren, sie wüssten auch nicht, wie der Herr Aurachirurg Kügl das mache und das sei ja auch egal, wer heilt, habe schließlich Recht. Deine Mudda hat Recht.

Prächtig ist der Moment, wenn Herr Klügl eine Nierenschale in der Hand, das Universum um ein Stück Schädelknochen für den vor ihm sitzenden Herren bestellt, welches ankommen soll, wenn es nötig ist. Es ist nötig und so nimmt er das Knochenstück mit einem Instrument aus der Schale um es dem Herren einzusetzen, dem das Stück Auraschädel fehlt, verursacht durch ein Traum in einem früheren Leben, welches er noch immer mit sich herumschleppt. Oder eben nicht herumschleppt, es fehlt ja ein Stück. Herr Klügl, ihr Patient.

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Edzard Ernst über die “Homöopathie-gesponserte Dreckschleuder”

Edzard Ernst, Bild: thejamhouse.com

Die ganze Dimension des CAMgate-Skandals entfaltet sich in launiger Art und Weise auf 16 Bingo-Feldern.

Von Bernd HarderBlog GWUP – Die Skeptiker

Beim “Bullshit-Bingo Skeptiker-Skeptiker” im RatioBlog geht es um grelle Schlagworte wie “postmoderne Inquisition”, “kriminelles Internetprojekt”, “atheistische Fundamentalisten”, “anonymer Intertpranger”, “Hetze” und ähnliches mehr.

Dieser Begriffs-Fundus ist keineswegs frei erfunden. Solche phantasievollen Diffamierungen der Skeptiker-Bewegung vagabundieren seit Jahren durchs Internet und gehen zuvörderst auf eine Person zurück, der die Süddeutsche Zeitung unlängst einen kritischen Artikel widmete:

Homöopathie-Lobby im Netz: Schmutzige Methoden der sanften Medizin.”

Darin heißt es unter anderem:

Arzneimittelhersteller finanzieren einen Journalisten, der die Kritiker ihrer Produkte anschwärzt – bei jedem herkömmlichen Pharmakonzern wäre dies ein Skandal.”

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Die schmutzigen Methoden der Homöopathie-Lobby im Netz

Bild: dpa

Arzneimittelhersteller finanzieren einen Journalisten, der die Kritiker ihrer Produkte namentlich an den Netz-Pranger stellt. Bei jedem herkömmlichen Pharmakonzern wäre dies ein Skandal. Doch die Globuli-Hersteller sehen darin kein Problem, sondern einen “konstruktiven Dialog”.

Von Jens LubbadehSüddeutsche.de

Der Google-Pranger funktioniert ganz einfach: Man setzt eine professionell wirkende Webseite auf, in der die Glaubwürdigkeit einer Person untergraben wird. Dann wird der Name der anzuprangernden Person möglichst oft im Text genannt. Die Seite wird nun automatisch unter den oberen Treffern rangieren, wenn jemand nach der Person sucht. Für Menschen, deren Glaubwürdigkeit ihr Kapital ist, beispielsweise Journalisten und Wissenschaftler, ist dieser digitale Rufmord besonders verheerend.

Googelt man den Journalisten Max Rauner, erscheint als einer der ersten Treffer eine Seite des Blogs des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Der Titel: “Max Rauner glänzt mit Halbwissen über Edzard Ernst”. Dem mehrfach preisgekrönten Journalisten Rauner wird in dem Beitrag schlechte Recherche und Verletzung seiner Sorgfaltspflicht als Journalist unterstellt. Rauner habe die Wahrheit für eine gute Story geopfert.

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Warum Esoterik so erfolgreich ist: Von Engeln und bunten Karten

Foto: Bayern2

Esoterik hat die Mitte der Gesellschaft erreicht: Laut Umfragen ist jeder Dritte hierzulande aufgeschlossen gegenüber esoterischen Lehren und Praktiken. Wieso erleben esoterische Angebote heute wieder einen Boom – und was taugen sie?

Von Yvonne MaierBayern2

Der Begriff “Esoterik” kommt aus dem Griechischen und heißt eigentlich “das Innere”, also das Wissen, in das nur ein “innerer Zirkel” eingeweiht ist. Heute ist dieses Geheimwissen gar nicht mehr so geheim: Wer will, findet eine Antwort auf jede nur erdenkliche esoterische Frage – sei es im Internet oder auf einer der zahlreichen Esoterikmessen.

Alternativmedizin: Edzard gegen Charles

Edzard Ernst war der erste Professor für Alternativmedizin in Großbritannien.

Edzard Ernst erforscht die Alternativmedizin mit wissenschaftlichen Methoden – und ernüchternden Resultaten. Damit hat er sich viele Feinde gemacht, bis ins britische Königshaus. Als seine Universität ihn loswerden wollte, kam es zum Machtkampf.

Von Max RaunerZEIT ONLINE

Es ist schon Mittag, aber noch ruhig. Keine Hassmails von Homöopathen, keine Briefe von Anwälten, kein Ärger mit Prinz Charles. Aber das kann ja noch kommen. Edzard Ernst sitzt im Restaurant der Royal Society of Medicine in London und bestellt ein Sirloin-Steak medium rare, dazu Wasser, keinen Wein, er muss noch Vorträge halten. Mit Lesebrille, Schnauzbart und Doppelkinn sieht er sehr britisch aus, aber vielleicht ist das Einbildung, jedenfalls ist Ernst, geboren 1948 in Wiesbaden, seit zwölf Jahren britischer Staatsbürger. Er liebt dieses Land, er sagt: »Man wird hier nicht nach der Größe des Autos beurteilt.« Nur die Sache mit dem Königshaus, die könne man sich als Deutscher nicht vorstellen.

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