
Drei von vier Ostdeutschen gehören keiner Kirche an. Im Krieg wurden viele Kirchen zerstört, in der DDR ließ man sie verfallen. Dennoch stehen noch viele alte Gebäude, etwa diese Backsteinkirche aus dem frühen 13. Jahrhundert in Vietlübbe (Kreis Gadebusch). Die Fotos stammen aus dem Buch: “Dorfkirchen im östlichen Deutschland” mit Fotografien von Florian Monheim aus Krefeld.
Ein nachhaltiges Erbe der SED: Nirgendwo sonst gibt es so wenige Menschen, die einer Religion angehören. Wie ist es dazu gekommen? Eine Reise durch den Osten Deutschlands auf der Suche nach Antworten.
Von Alan Posener – DIE WELT
In der Augustinerkirche zu Erfurt ist es bitterkalt. Das scheint die kleine Gemeinde nicht zu stören, die sich zu einem Festgottesdienst eingefunden hat. Die “Evangelische Bruderschaft St. Georgs-Orden” feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Ausgerechnet in der Kirche des Augustinerklosters, wo Martin Luther vor einem halben Jahrtausend als Mönch lebte und wo nach der von Luther ausgelösten Revolution der letzte Mönch 1556 starb, wird der Gedanke des Ordenslebens wiederbelebt. Zwar leben die Ordensbrüder nicht als Mönche, wohl aber wollen sie sich einer “körperlichen und seelischen Zucht” unterwerfen, um Gottes Werk in der Welt zu tun.




















































































