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Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

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Vom grinsenden Glückskeks

Quelle: brightsblog

Von Colin Goldner - JW

Am gestrigen  Dienstag feierte »Seine Heiligkeit« der 14. Dalai Lama, Tendzin Gyatsho, seinen 75. Geburtstag. Die hiesige Qualitätsjournaille, von Bild bis Spiegel, wird ihm den gewohnten Ehrerbietungsstrauß flechten aus schwiemeliger Hofberichterstattung und propagandistischen Breitseiten gegen China, die einschlägig Verdächtigen aus Politik und TV-Unterhaltung, von Roland Koch bis Marcus Lanz, werden ihm artig ihr Sprüchlein aufsagen. Und selbst Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird, ungeachtet der Schwulenfeindlichkeit des »Führers vom Dache der Welt«, seine Reverenz erweisen.

Der Umstand, daß der Dalai Lama als oberster Repräsentant einem brutalen und ausbeuterischen theokratischen Unterdrückersysteme vorstand, bleibt dabei, wie üblich, unerwähnt. Kein Wort über die bittere Armut, in der die große Masse der Menschen in Tibet dahinzuvegetieren genötigt war, über ihre elenden Behausungen, die immer wieder grassierenden Hungersnöte; kein Wort zu Schuldknechtschaft und Sklaverei, in der sie unentrinnbar und über Generationen hinweg gehalten wurden, ausgebeutet bis aufs Blut von einer winzigen Schicht aus Adel und hohem Klerus. Allein die Familie des Dalai Lama, die nach seiner Inthronisierung 1939 in den höchsten Adelsstand erhoben worden war, besaß 27 Landgüter samt der diese bewirtschaftenden Familien: mehr als 40000 Menschen in persönlicher Leibeigenschaft.

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