Schlagwort-Archive: Gehirn

Verrückte Wissenschaft: Die 10 kuriosesten Experimente

Bild: spektrum.de

Manchmal muss die Wissenschaft an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen – selbst wenn die Forscher in Selbstversuchen Hand an sich legen müssen. Das zeigen zehn Experimente, die auf den ersten Blick ziemlich schräg wirken.

Von Daniel LingenhöhlSpektrum.de

Das Suizidexperiment

Der rumänische Mediziner Nicolas Minovici wollte 1905 herausfinden, wie sich Erhängen anfühlt. Dazu studierte er nicht nur mehr als 170 Suizide. Er hängte sich tatsächlich selbst zu Testzwecken auf – zuerst “nur” mit einer Schlinge, die sich nicht zuzieht: Sechs bis sieben Mal probierte er dies maximal fünf Sekunden lang, um sich “daran zu gewöhnen”, so seine Aufzeichnungen. Schon hier empfand er den Schmerz unerträglich, der ihn noch zwei Wochen später plagte. Nichtsdestotrotz machte Minovici mit seinem Assistenten weiter – und ließ sich von diesem in einer echten Schlinge insgesamt zwölf Mal aufknüpfen. Wie durch ein Wunder überlebte er diese Prozedur bis auf die extremen Schmerzen im Halsbereich unbeschadet. Länger als ein paar Sekunden konnte er diese pro Versuch nicht durchstehen, wofür er sich in seinem Bericht mehrfach “entschuldigte”. Die Tests zeigten, dass der Tod beim Erhängen nicht durch Ersticken eintritt, sondern weil das Gehirn kein Blut mehr erhält.

Bewusstsein: Meine Welt und ich

Magnetresonanztomographieaufnahmen eines menschlichen Gehirns, Quelle. wikipedia

Wie erzeugt das Gehirn unser Bild von uns selbst? Der Physiker Christof Koch erforscht, wie Bewusstsein entsteht.

Von Stefan KleinZEIT ONLINE

Unser Gehirn besteht aus eineinhalb Kilo Wasser, Eiweiß und Fett. Wie erzeugt diese wabbelige Masse all unser Erleben? Vor der Frage schrecken selbst optimistische Denker zurück. Christof Koch allerdings behauptet, das Rätsel Bewusstsein sei lösbar. Aufsehen erregte der Biophysiker auch mit seinen Experimenten. So entdeckte er Hirnzellen, die auf die Erkennung von Hollywoodstars spezialisiert sind.

Seit zwei Jahren arbeitet er als wissenschaftlicher Direktor des Allen Institute for Brain Science in Seattle, das Hirnforschung im industriellen Stil betreibt. Der Gründer, Microsoft-Milliardär Paul Allen, stellt dafür eine halbe Milliarde Dollar bereit. Koch und ich trafen uns in einem Vollwert-Café am New Yorker Washington Square. Koch, der in Kansas City als Sohn deutscher Diplomaten geboren wurde und in Tübingen studiert hat, spricht Englisch mit deutschem Akzent. Nur wenn wir auf Persönliches kommen, wechselt er in unsere gemeinsame Muttersprache. Serviert werden Salate, denn Koch, der sogar Regenwürmern eine Spur von Bewusstsein zuerkennt, ist Vegetarier.

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Informatik-Professor: “Arterhaltung ist nicht der Sinn des Lebens”

Eckhard_Kruse-Der_Geist_in_der_Materie

Den Erkenntnissen der modernen Geistesforschung begegnen auch Naturwissenschaftler heute nicht mehr nur mit Ablehnung. Dem Heidelberger Eckhard Kruse – seit 2008 Professor für Angewandte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim – gelang in seinem Buch “Der Geist in der Materie” eine überzeugende Synthese von Wissenschaft und Spiritualität. Eine der Ideen: Das Gehirn ist nicht die zentrale Recheneinheit, sondern ein Internet-Browser. Und jenseits des Alltagsbewusstseins gebe es eine Fülle unterschiedlicher Bewusstseinszustände.

Rhein-Neckar-Zeitung

Herr Professor Kruse, was treibt einen Informatiker dazu, das Geistige zu suchen?

Es sind letztlich Erfahrungen, die ich gemacht habe, etwa bei Selbsterfahrungsseminaren wie der Familienaufstellung. Oder bei der Meditation. Da gibt es Phänomene, die nicht hineinpassen in die Weltsicht, die man als Schulwissenschaftler hat. Auch ein Gedankenübertragungserlebnis mit meiner Frau gehört dazu. Ich habe dann versucht, die Sache systematisch anzugehen. Es gibt eine Menge Bücher über Gedankenübertragung, Telepathie, Hellsehen. Selbst der amerikanische Geheimdienst hat da im Bereich Spionage geforscht. Nicht alles ist natürlich ernst zu nehmen.

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Hat Kriminalität biologische Wurzeln?

Bild: REUTERS

Kriminalität hat biologische Wurzeln. Diese These galt lange als unhaltbar. Adrian Raine weist nach: Sie stimmt doch – auch wenn Gene nicht alles bestimmen.

NewScientist

Wenn Sie voraussagen sollten, welcher Dreijährige aus einer Kindergruppe später Gewaltverbrecher wird – worauf würden Sie Ihr Urteil stützen? Die meisten Menschen werden vermutlich nach dem sozialen Umfeld fragen; ob ein Kind aus einem zerrütteten Elternhaus stammt oder ob es misshandelt wird. Es gibt aber einen viel simpleren Indikator, sagt Adrian Raine von der University of Pennsylvania in Philadelphia: den Ruhepuls. Die Studien des Kriminologen zeigen, dass ein langsamer Herzschlag ein eindeutigerer Vorbote für kriminelles Verhalten ist als das Rauchen für Lungenkrebs.

Messbare Hirnschäden

In seinem Buch zieht Raine Forschungsergebnisse aus den vergangenen Jahrzehnten heran – viele davon stammen von ihm selbst. Damit untermauert er die Theorie, dass sich Verbrecher rein biologisch vom Rest der Bevölkerung unterscheiden.

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Türkischer Soziologe:”Autismus ist eine Form des Atheismus”

Bild: Humanist News

Fehmi Kaya ist Soziologe und der Präsident eines Vereins in Adana (Türkei), der sich der Betreuung autistischer Kinder und Jugendlicher verschrieben hat.

Humanist News

Die türkische Presseagentur “IHA” zitierte Kaya mit den Worten: “in den Gehirnen autistischer Kinder ist die, für den Glauben an Allah zuständige Region nicht ausgebildet. Deswegen können sie nicht an Allah glauben und keine Empathie dafür empfinden, warum andere Menschen glauben. Autistische Kinder müssen verstehen lernen, dass es einen Schöpfer-Gott gibt, und dass andere Menschen sich diesem hingeben”.

Die fehlende ‘Allah Region’ im Gehirn

Weiters sagte Kaya, “Weil ihnen die ‘Allah Region’ im Gehirn fehlt, können sie nicht glauben und Empathie für andere Menschen empfinden.

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Religion auf dem Prüfstand

Eine Langzeitstudie hat ergeben, dass Mönche im Schnitt vier Jahre älter werden als Männer, die außerhalb von Klostermauern leben. Auch tibetanische Buddhisten (unten) wurden untersucht, und zwar auf neurologische Funktionen während der Meditation. Zweifelhaft sind beide Experimente . . . Foto: apa

Eine Langzeitstudie hat ergeben, dass Mönche im Schnitt vier Jahre älter werden als Männer, die außerhalb von Klostermauern leben. Auch tibetanische Buddhisten (unten) wurden untersucht, und zwar auf neurologische Funktionen während der Meditation. Zweifelhaft sind beide Experimente . . . Foto: apa

Sitzt Gott im Gehirn? Von der “Neurotheologie” bis zur Frage, ob Glaube gesünder macht, gibt es jede Menge wissenschaftliche Untersuchungen. Letzte Antworten kann keine davon geben.

Von Andreas Lorenz-MeyerWiener Zeitung.at

Der Neurologe Uffe Schjødt versammelte sehr unterschiedliche Menschen in einem Labor an der Aarhus Universität in Dänemark: 18 fromme Pfingstchristen und 18 nicht-religiöse Menschen. Die Probanden legten sich in einen Magnetresonanztomographen, eine High-Tech-Röhre, die neuronale Prozesse im Gehirn scannt, und lauschten dort Fürbittgebeten. Diese sprachen abwechselnd ein Nichtchrist, ein Christ und ein Christ mit der Gabe der Heilung – zumindest dachten die Probanden das. In Wirklichkeit handelte es sich bei allen drei Betern um normale Christen ohne heilerische Fähigkeiten.

Hinterher untersuchte Schjødt die Aufnahmen aus dem Inneren der Köpfe. Die neuronalen Reaktionen der Gläubigen unterschieden sich voneinander, je nachdem, wem sie gerade zugehört hatten. Sprach der “Nichtchrist”, ging es im präfrontalen Cortex, einem Teil des Stirnlappens, der für kritisches Denken zuständig ist, ganz rege zu – ein Zeichen von Skepsis oder Misstrauen. Betete dagegen der “Wunderheiler”, war in dem Hirnareal kaum “Betrieb”, es schien durch die Stimme der charismatischen Person wie abgeschaltet.

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Nocebo-Effekt: Krank vor Angst beim Arzt

Bild: onmeda

Die Furcht vor Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung behindert oft die Heilung. Ein falsches Wort vom Arzt kann Patienten sogar krank machen.

Von Susanne WächterOnmeda

“Ihr Rücken ist ein Trümmerfeld”, oder: “dann machen wir sie jetzt fertig”, solche Aussagen von Medizinern, können für Patienten fatale Folgen haben. Während Tabletten ohne jeglichen Wirkstoff heilen können, kann im Umkehrschluss eine bloße Erwartung bei der Einnahme von pharmazeutischen Mitteln oder einer ärztlichen Behandlung krank machen. Nocebo, was übersetzt so viel heißt wie “ich werde schaden”, gilt als das Gegenteil des bekannteren Placebo-Effektes.

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Die Evolution der Fledertiere aus Sicht von “Wort und Wissen”

Bild: ag-evolutionsbiologie.de

Was wissen wir über die Entstehung der Fledermausflügel?

Autoren: Hansjörg Hemminger, Martin Neukamm, Andreas BeyerAG Evolutionsbiologie

Die Fledertiere treten im Eozän fast ohne fossile Übergangsformen auf – für Kreationisten ein Argument gegen Evolution. Auch Reinhard Junker, Geschäftsführer von “Wort und Wissen”, macht seine Evolutionskritik an der Fluganpassung dieser Säugerordnung fest. Er stellt es so dar, als hätten alle Anpassungen an das Fliegen gleichzeitig stattfinden müssen, als sei der Bauplan der Fledertiere im Sinne eines “intelligenten Designs” nicht reduzierbar komplex. Weiterhin behauptet er, die Taxonomie der Fledermäuse mache die evolutionäre Entstehung ihrer Echoortung unwahrscheinlich. Seine Kritik enthält jedoch gravierende Fehler, und er verschweigt wichtige Informationen. Erstens ist die Evolution des Echoortungssystems nicht so unplausibel wie er es darstellt. Zweitens ist es gelungen, die entwicklungsgenetischen Mechanismen weitgehend aufzuklären, die aus den Vordergliedmaßen eines Säugetiers Flügel entstehen lassen: Sowohl die Bildung von Flughäuten als auch die funktionale Verlängerung der Fingerknochen kann durch relativ einfache Veränderungen der Genregulation hervorgerufen werden. Beteiligte Untermerkmale wie Muskeln, Nerven, Blutgefäße usw. können automatisch mitwachsen und sich reorganisieren. Weitreichende morphologische Veränderungen, die einen Gleitflug ermöglichen, könnten sich also vergleichsweise einfach und rasch vollzogen haben, was auch das Fehlen fossiler Übergangsformen erklären würde. Weitergehende Spezialisierungen (z.B. Erwerb der Echoortung, der leichten Knochen usw.) sind als das Ergebnis schrittweiser Optimierung der Funktion bestehender Strukturen interpretierbar.

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Religion: Der bloße Anblick des Denkens schwächt die Kraft des Glaubens

Bild: (c) AP (DAVID EULITT)

Das Gehirn arbeitet analytisch und intuitiv, Letzteres tut es gerne bei religiösen Menschen. Aber schon kleine unterschwellige Signale – „priming“ – können das ändern.

Von Jürgen LangenbachDie Presse

Wir sind nicht immer gleich, schon unterschwellige Umwelteinflüsse modulieren unser Empfinden und Denken. Wer sich sozial isoliert fühlt, weil ihm kalte Schultern gezeigt werden, der fröstelt auch am Körper, und wer eine Tasse warmen Kaffee in der Hand hat, dem rückt sich alles in ein warmes Licht. Diese Kraft des Subliminalen zeigt sich allerorten, auch dort, wo es gar nicht um Soziales geht: Allein der Anblick einer Kirche stimmt Menschen konservativ, Jordan Labouff (Baylor University) hat es im Vorjahr gezeigt, er hat Straßenpassanten um ihre politische Meinung zu verschiedenen Minderheiten gebeten, und die Antworten fielen neben Westminster Abbey in London anders aus als neben dem Rathaus von Maastricht (Int. J. Psych. Rel, 19. 1.).

Eine ähnliche Macht des Orts hatte man früher schon in Wahllokalen in den USA bemerkt: Wurde über die Erhöhung einer Steuer – und die Widmung des Betrags für Bildung – abgestimmt, war die Zustimmung in Schulen höher als in Kirchen.

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Turm der Sinne: Verantwortung als Illusion

Gespannt verfolgten die 500 Gäste die Vorträge | Foto: Kian Bernous, turmdersinne

Ein Bericht vom Symposium des turmdersinne 2011, bei dem es um Moral, Schuld, Strafe und das Menschenbild der Hirnforschung ging.

Von Inge Hüsgendiesseits.de

Wer ein Verbrechen begeht, hätte sich auch anders entscheiden können – oder? Intuitiv gehen wir davon aus, dass wir über einen freien Willen verfügen. Diese Annahme spiegelt sich auch im geltenden Strafrecht wider. Ein Familienvater mit pädophilem Verhalten gegenüber den eigenen Kindern muss demnach bestraft werden. Was aber, wenn sich herausstellt, dass seine Neigungen durch eine Veränderung im Gehirn – einen Tumor – ausgelöst wurden? Und wenn sie mit der Entfernung der Geschwulst verschwinden?

In solchen Fällen wird anders argumentiert: der Täter konnte zum Tatzeitpunkt keine freie Entscheidung treffen, gilt also als nicht verantwortlich für seine Handlung. Ihn trifft keine Schuld und niemand kann von ihm Sühne verlangen.

Aber warum nur dann, fragen viele Neurowissenschaftler und einige Juristen. Aktuelle Forschungsbefunde weisen darauf hin, dass sich unsere Entscheidungen gänzlich auf Gehirnaktivitäten zurückführen lassen. Sie sind damit im Prinzip physikalisch erklärbar und eingebunden in Ursachenzusammenhänge.

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Mensch-Tier-Kreuzungen im Labor

Großbritannien: Die geheimen Forschungen laufen bereits seit drei Jahren. Beispielsweise können tierische Eizellen mit menschlichen Spermium befruchtet werden; Menschenaffen werden menschliche Stammzellen in ihr Gehirn eingespritzt.

kath.net

Britische Laboratorien haben in den vergangenen Jahren bereits über 150 Mensch-Tier-Kreuzungen erzeugt. Diese Embryonen enthalten in ihrem Erbmaterial sowohl menschliche wie tierische DNA und wurden erzeugt, nachdem 2008 in Großbritannien das Gesetz über „Human Fertilisation and Embryology“ rechtskräftig wurde. Dies berichtete „MailOnline“.

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Hirnforschung und Philosophie

Während die Geisteswissenschaft den qualitativen Sprung in der Evolution, der sich mit der Entwicklung des menschlichen Gehirns vollzieht, eher phänomenologisch ableitet als wissenschaftlich begründet, verallgemeinern die Naturwissenschaftler die jeweils aktuellen Ergebnisse ihrer empirischen Forschung auf unzulässige Weise und unterschlagen dabei vor allem die kulturelle Entwicklungsfähigkeit als Folge menschlichen Bewusstseins. Mit seinem Buch Bewusstsein – der Abgrund zwischen Mensch und Tier versucht Alexander Braidt zwischen den Fronten zu vermitteln.

Von Reinhard Jellentp

Herr Braidt, Sie schreiben in ihrem Buch, dass Geistes- und Naturwissenschaften in Bezug auf das Bewusstsein konträre Positionen vertreten. Welche sind das?

Alexander Braidt: Verkürzt ließe sich antworten: Die Geisteswissenschaft sieht im Bewusstsein die Einzigartigkeit des Menschen begründet. Dagegen hat sich die Hirnforschung erst in ihrer jüngsten Geschichte an das Bewusstsein herangewagt und gefunden, dass es den Menschen nur graduell vom Tier unterscheide. Die Geisteswissenschaft erkennt einzigartige, kognitive Leistungen des Menschen, kann sie aber nicht neuronal erklären. Die Hirnforschung erkennt lediglich eine höhere Intelligenz des Menschen, kann aber damit das Entwicklungspotenzial seiner kognitiven Leistungen nicht überzeugend erklären. Bildlich gesprochen: Der Geisteswissenschaft stellt ihre Erdferne, der Naturwissenschaft ihre Erdnähe ein Bein.

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Gott ist zweifellos auch ein Hirngespinst

Ein typisches Neuron im Gehirn hat viele Tausende von Synapsen, d.h. Kontaktpunkte mit anderen Neuronen - hier gezeigt für ein Neuron als rote Punkte (links oben). Nur etwa ein Promille der anderen Neurone, zu denen es Kontakte hat, wird hier dargestellt. TU Graz/IGI, idw-online.de

Religiöse Gefühle lassen sich im Gehirn des Menschen nachweisen und messen. In den USA boomen Forschungsarbeiten, die zeigen, was in unseren Köpfen beim Beten passiert.

Von Katrin EigendorfWELT ONLINE

„Gott ist zweifellos auch ein Hirngespinst“ sagt Regina Oehler, „denn unsere religiösen Gefühle lassen sich im Gehirn messen – also letztendlich auch Gott.“ Die Wissenschaftsjournalistin beim Hessischen Rundfunk ist fasziniert von der Erforschung Gottes im Gehirn – der Neurotheologie.

So haben amerikanische Forscher Franziskaner-Nonnen und buddhistische Mönche im Labor beten und meditieren lassen und festgestellt: In ihren Gehirnen ließen sich nahzu identische Veränderungen messen.

Lässt Gott sich also im Großhirn nachweisen? Die Neurobiologie zeigt, dass religiöse Gefühle in unseren Köpfen Ordnung schaffen, während des Gebets schwingen sich weite Bereiche der Großhirnrinde aufeinander ein, der Kopf arbeitet synchroner. Der Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer bezeichnet es als „Hirn-Hygiene“.

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Warum ein großes Gehirn

Schluckauf, Leistenbrüche und genetische Gemeinsamkeiten verraten, dass wir den Tieren näher stehen, als wir glauben. Die Abbildung zeigt ein menschliches Embryo im Mutterleib (l.) und einen Mäusefötus. AFP

Elefanten, Primaten, Wale und Menschen haben große Hirne: Forscher haben herausgefunden, welchen Preis Mensch und Tier dafür bezahlen.

WELT ONLINE

Die Größe des Gehirns ist bei Säugetieren eng mit der Länge der Tragedauer und Stillzeit verknüpft. Diesen Zusammenhang zeigen die Analysen zweier britischer Evolutionsbiologen zu den Daten verschiedener Säugetierarten inklusive dem Menschen.

Sie verglichen die Spezies bezüglich vieler körperlicher Faktoren und Verhaltensweisen. Dabei wurde eine eindeutige Verknüpfung deutlich: Je größer das Gehirn, desto mehr müssen Muttertiere in ihre Nachkommen investieren.

Offenbar ist der Nutzen einer starken Hirnleistung für den Erfolg einer Tierart den Aufwand wert, sagen die Forscher. Über ihre Ergebnisse berichten Robert A. Barton von der Durham University und Isabella Capellini von der University of Belfast im Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

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Das Gehirn – ein Unfall der Natur

und der Designer Gottes

Von Wolfgang Schneiderwelt online

Das menschliche Gehirn – die Krone der Schöpfung! Was tragen wir da doch für einen Supercomputer auf dem Hals herum, durchschnittlich nur 1,5 Kilogramm schwer. Solcher verbreiteten Gehirnverehrung tritt das Buch des amerikanischen Neurowissenschaftlers David Linden schon im Titel mit erfrischendem Witz entgegen: “Das Gehirn – Ein Unfall der Natur”.

Das zielt auch auf die Lehre vom “intelligenten Design”. Mit ihr versuchen Kreationisten vor allem in den Vereinigten Staaten der Evolutionsbiologie Boden abzugraben. Die vermeintliche Perfektion der Schöpfung setze demnach notwendig einen Schöpfer voraus. Linden dagegen zeigt, dass das Design des Gehirns alles andere als perfekt ist; angesichts der technischen Mängel und unnötigen Kompliziertheiten erscheint es eher wunderbar, dass es leistet, was es leistet.

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