Schlagwort-Archive: Glaube

Eine Esoterik-Welle schwappt durch das Land

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Der Glaube an Übersinnliches und Irrationales ist weiter verbreitet als man bisher dachte. Zwar herrscht in Einzelfällen oft rationale Ernüchterung, die Esoterik ist aber auf einem Siegeszug.

Von Hans ZippertDIE WELT

Jeder zweite Westdeutsche glaubt, laut einer Umfrage, an Wunder. Diese Zahl deckt sich mit der erwarteten Wahlbeteiligung im September. Wer an die Wirkung von Wahlen glaubt, glaubt auch an Wunder.

Die Westdeutschen sind dabei sehr viel wundergläubiger als die Ostdeutschen, die ja schon ihr Wunder erlebt haben und dementsprechend gelangweilt sind. Jeder vierte Westdeutsche glaubt an die Wiedergeburt, hofft aber inständig, nicht als Ostdeutscher wiedergeboren zu werden.

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Der Kirchentag ist nicht die Kirche

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Es gibt weder Gründe zur Hoffnung noch Anlässe zur Sorge, dass der Glaube aus der Gesellschaft verschwindet. Gerade Kirchentage waren stets entscheidende Impulsgeber und Debattenorte. Gerade hier wurden wesentliche Fragen der Gesellschaft verhandelt.

Von Dirk Pilz - Frankfurter Rundschau

Es ist wieder Kirchentag, Deutscher Evangelischer Kirchentag, diesmal in Hamburg. Alle zwei Jahre findet diese größte Laienveranstaltung in Deutschland statt. Den Eröffnungsgottesdienst am Abend des Ersten Mai besuchten knapp 90 000 Menschen, bis zum Sonntag gibt es über 2 500 Veranstaltungen, vom Rockkonzert bis zur Bibelstunde. Kirchentag heißt immer: volle Stadt, lustige Menschen, eifrige Debatten. Das ist auch in seiner 34. Auflage so.

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Papst: “Diebe” und “Banditen” bedrohen das Christentum

antichrist_vatikanFranziskus bei Predigt: “Karreristen” machen mit ihrem Glauben Geschäfte nach dem Motto “Ich gebe dir Glanz, damit du mir Glanz gibst”

kathweb

Papst Franziskus hat davor gewarnt, das Christentum zum Tauschgeschäft mit Gott zu instrumentalisieren. Auch unter Christen gebe es “Karrieristen”, die nach dem Motto lebten “Ich gebe dir Glanz, damit du mir Glanz gibst”, sagte der Papst am Montag im Vatikan. Wer so denke, sei jedoch ein “Dieb” und “Bandit”, weil er Jesus seinen Glanz raube, so Franziskus in einem Gottesdienst in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta. Das “Tor” zu Gott sei nicht eine geschäftemacherische Religion, sondern allein Christus.

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Dodo März 2013: Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF)

Dodo des Monat März 2013

Dodo des Monat März 2013

ZDFImmer dann wenn der HERR über den Mainzer Lerchenberg fliegt wird sein bis dahin gleitender Flug eine Flucht. Zum einen gehen ihm die naiv-blöden Mainzelmännchen gehörig auf die Nüsse, die er auch noch in einem Chorfenster der Karmeliterkirche in Mainz, seit ca.1970, zu sehen bekommt, zum anderen ist es die dumpfe religöse Servilität des zweiten öffentlich-rechtlichen Funktionärsfernsehen, die ihn ungöttlich verängstigt.

50 Jahre ZDF hieß es am 1.April 2013. 50 Jahre Glaube, Kirche und Christentum, Mission im Programm, mit Steuergeldern nunmehr finanziert, rauscht die Märchen-und Sagenwelt der Bibel durch den Äther. Häufiger als in anderen Kanälen tauchen christliche Glaubensinhalte sogar in den Nachrichtensendungen auf. Es gilt die christliche Leidkultur unters Volk zu bringen. Eine Studie im März 2012 bestätigt, das „heute-journal“ berichtet deutlich öfter über Glaubensinhalte als z.B. die ARD.
Zum 85. Geburtstag der römischen Spukgestalt kam die lange Papstnacht zum Zuschauer. Die Dauer-Kontroverse zwischen Küng und Ratzinger war dem ZDF eine eigene Doku wert. Die  EKD-Lutherbotschafterin Margot Käßmann vor der Kamera
der Doku-Reihe „Terra X“. Bibelrätsel, die von Wissenschaftlern untersucht werden, “Sterbehilfe” aus Sicht der Händefalter in den Redaktionsstuben des Senders. Und am Karfreitag das abolute Highlight des Osterfestes, Christenverfolgung, 2000 Jahre lang, über die Verfolgten der Christen wird nichts gesagt. Der Dreißigjährige Krieg wird im ZDF ausgefochten, gut christliche Unterschiede machte nur Guido Knopp in seiner Sendung “History Quiz” deutlich, hagere Intellektuelle aus protestantischem gegen wohlgenährte, barocke Frohnaturen aus katholischem Stall, Wortseligkeit gegen Ritenfrömmigkeit, dozierende Karfreitags- gegen singende Fronleichnamsmenschen.

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Der Glaube soll nicht an eine steuerliche Verbindung geknüpft sein

Wie passen Glaube und Steuern zusammen? – Foto: dpa

Der franziskanische Armutsappell kann bereichernd sein – für eine notwendige Debatte über die Kirchensteuer. Die Steuer muss ständig neu gerechtfertigt werden.

Von Stephan-Andreas CasdorffDER TAGESSPIEGEL

Der Philosoph Robert Spaemann erzählte vor zwei Jahren, wie ihm Papst Benedikt XVI. noch als Erzbischof von München auf einem Spaziergang gesagt habe: „Wissen Sie, was das größte Problem der Kirche in Deutschland ist? Sie hat zu viel Geld.“ Das war passend zur Reise Benedikts durch sein Heimatland. Zwei Jahre später ist mit der Wahl eines neuen Papstes das Thema von damals angekommen: der franziskanische Armutsappell. Er findet Widerhall. Denn die Kirche leidet am Ideellen, nicht an finanzieller Not.

In den Parteien wird jetzt diskutiert werden müssen, was aus der Kirchensteuer werden soll; ob etwas anderes daraus werden soll. Die sächsische FDP hat sich nun als erste Partei in Regierungsverantwortung getraut, diese Forderung zu beschließen: dass die Kirchensteuer nicht mehr vom Finanzamt eingezogen, sondern durch ein von den Kirchen selbst organisiertes Beitragssystem ersetzt werden soll. Und zwar für die katholische wie die evangelische Kirche.

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Kirche muss sich auf dem spirituellen Markt bewähren

Bild: sein.de

Papst Franziskus hat erste Zeichen und Worte gesetzt. Ein überzeugender Stil der Volksnähe und der einfachen Seelsorge zeichnet sich ab. Kritiker und Historiker haben erste Blicke in seine Vergangenheit geworfen. Eine politisch taktierende Persönlichkeit kommt zum Vorschein, die nicht leicht einzuordnen ist.

Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten – Neue Zürcher Zeitung

Als Papst ist Bergoglio Seelsorger und Politiker zugleich. Das Erbe des Konzils – pastoral, wie es sein wollte – wird er mit einem Sinn für die Grundwerte des Evangeliums vertreten. Das Wohl der Menschen liegt ihm am Herzen, daran besteht kein Zweifel. Damit unterläuft er den dogmatischen Streit ums Konzil, den sein Vorgänger hinterlassen hat. Sichtbar verlegen stehen denn nun auch jene Kreise da, die mit dem vorkonziliaren, neo-scholastisch-tridentinischen Katholizismus geliebäugelt haben. Und gespannt warten Beobachter, wie Franziskus das Staatssekretariat besetzen wird, kommt sein politisch-strategisches Handeln dabei doch besonders zum Ausdruck.

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Glauben am Osterfest: Die Kraft des Zweifels

jesus_schaukelSelig sind, die nicht zweifeln, sondern glauben? Das passt den obersten Funktionären gut ins Konzept. Sie halten jene, die Finger in Wunden legen, für Störer. Aber darum geht es: Jeder Glaube, jede Ideologie braucht den Zweifel. Er ist ein kluges Korrektiv. Zweifel sind Schutzschild gegen den Fanatismus, Heilmittel gegen aggressive Unduldsamkeit. Doch meist kommen sie zu spät.

Von Heribert PrantlSüddeutsche.de

Alan Greenspan, der 18 Jahre lang der mächtige Chef der mächtigen US-Notenbank war und an der Weltfinanzkrise, vorsichtig gesagt, nicht unschuldig, bekennt sich zum Atheismus. Wer die wirtschaftswissenschaftlichen Lehren des Mannes kennt, weiß, dass das nicht stimmt. Der Mann hat einen Gott, der nur anders heißt; er hat eine Konfession, die nur nicht zu den klassischen Religionen zählt.

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Gott soll mir gefallen. Sonst darf er nicht existieren!

Bild: heise.de

Ab und zu werden sie in der Öffentlichkeit geführt, ja: So ging es vor einigen Jahren in den deutschen Feuilletons um die Rechtfertigungslehre. Es gibt in den Medien auch den Platz und Fachleute: Die Wochenzeitung Die Zeit etwa hat ein Ressort namens Glauben und Zweifeln, auch bei den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten finden sich entsprechende Sendeplätze.

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Aber es ist doch wenig. Angesichts der Tatsachen, dass eine Partei in der Regierung sitzt, die sich “christlich” nennt, und dass das Christentum gelegentlich als, nun ja, “einheimische” Religion ins Feld geführt wird, vor allem gegenüber dem Islam: Da sollte man eigentlich mehr – vielleicht nicht wünschen, aber doch erwarten. Oder?

Ein widersprüchlicher Befund: Irgendwie ist Religion da, im öffentlichen Leben. Aber irgendwie auch nicht: Eine seltsame, schwer fassbare Ambivalenz. Das Ganze wird noch widersprüchlicher, wenn man weiter drüber nachdenkt. Drei Fragen stellen sich:

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ZDF: Zentrales Deutsches Kirchenfernsehen

Partystimmung in Mainz: Maybritt Illner führt durch die ZDF-Jubiläumsgala Foto: ZDF / Thomas Kierok

Am 1. April feiert das Zweite Deutsche Fernsehen seinen 50. Geburtstag, bereits am Donnerstag zeigt der Sender eine große Jubiläumsgala. pro blickt auf das ZDF-Programm der letzten Monate zurück.

pro Medienmagazin

Der Blick ins pro-Archiv zeigt schnell, dass die Themen Glaube, Kirche und Christentum recht häufig im ZDF-Programm auftauchen – sowohl in fiktionalen Formaten, als auch in Nachrichten- und Dokumentationssendungen. Das bestätigte eine Studie im März 2012, wonach das „heute-journal“ deutlich öfter als die „Tagesthemen“ über religiöse Themen berichtet. Bei den Privatsendern spiele das Thema nur eine untergeordnete Rolle.

Anlässlich des 85. Geburtstags von Papst Benedikt XVI. zeigte das ZDF im April 2012 die „Lange Papst-Nacht“ – unter anderem mit einer Dokumentation über Joseph Ratzinger und Hans Küng.

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Marx über das “Hofstaat-Gehabe” im Vatikan

“Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein”, so Kardinal Reinhard Marx. (Foto: dpa)

Weniger Brimborium, mehr Glaube: Der Münchner Kardinal Marx kritisiert eine Tendenz zu Äußerlichkeiten im Vatikan. Die Schweizer Garde und Briefmarken seien zwar ganz nett, ein Papst könne aber kein Monarch sein.

Süddeutsche.de

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wirft dem Vatikan eine Tendenz zu “Hofstaat-Gehabe” vor. “Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein. Das widerspräche aus meiner Sicht dem Petrusamt”, sagte der Erzbischof in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

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Grafschaft Flintshire: Gratis Schulbus – nur mit Taufschein

flintshireIn dem Streit geht es um Glaube, Diskriminierung und Schulbusse. In der walisischen Grafschaft Flintshire sollen Kinder, die eine Schule katholischer Trägerschaft besuchen, künftig nur noch dann den Gratis-Schulbus benutzen dürfen, wenn sie einen Konfessionsnachweis erbracht haben, zum Beispiel durch eine Taufurkunde.

Deutschlandradio Kultur

Nach Angaben des britischen Telegraph soll die Regel im kommenden Jahr in Kraft treten. Eine Initiative von Eltern und Geistlichen wirft den Regionalbehörden angesichts der Pläne Diskriminierung Nichtgläubiger vor. Diese verweisen in einer Stellungnahme auf geforderte Kürzungen öffentlicher Ausgaben.

Weil die Bibel existiert muss Jesus gelebt haben!

Der katholische Neutestamentler Thomas Söding war als Experte geladen. Ob Jesus gelebt hat? – Klar! Foto: SWR/Brigitte Karwath

Hat Jesus wirklich gelebt? Diese Frage stellte sich „Planet Wissen“ am vergangenen Freitag im WDR. Ein Münsteraner Theologe fand deutliche Worte.

pro Medienmagazin

Für viele Menschen ist es eine reine Glaubensfrage, ob Jesus von den Toten auferstanden ist. Manche zweifeln sogar an, dass er überhaupt gelebt hat und gestorben ist. Dabei ist Jesus die zentrale Figur des christlichen Glaubens, der sich etwa zwei Milliarden Menschen zugehörig fühlen. Eine Sendung der Reihe „Planet Wissen“ im WDR widmete sich jetzt diesem Thema. Als Experte war Thomas Söding eingeladen, katholischer Neutestamentler an der Universität Bochum. Gleich zu Anfang stellte Moderator Dennis Wilms die große Frage: „Hat Jesus gelebt?“ Für Söding ist die Antwort klar: „Ja! Er hat gelebt. Er ist geboren. Er ist gestorben, er ist sogar von den Toten auferstanden, sagt das Neue Testament. Das ist Glaube – aber der Rest ist Wissen.“

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Atheismus als theologisches Modell

iamatheistErlösung und Heil verspricht die Atheistische Religionsgesellschaft nicht – sie kämpft um Gleichstellung mit anderen konfessionellen Gruppen

Von Mascha DabićderStandard.at

Gott und Mensch, Götter und Menschen: eine Beziehung, die seit Menschengedenken existiert und unzählige Kunstwerke, Bauten und Erzählungen hervorgebracht hat, aber auch als Vorwand für Kriege herhalten musste. Während die meisten religiösen Vorstellungen den Menschen als eine göttliche Schöpfung sehen, sind Atheisten vom Gegenteil überzeugt: Es ist Gott oder es sind die Götter, die von den Menschen erschaffen wurden. So lautet jedenfalls die Überzeugung von Wilfried Apfalter, Präsidiumsmitglied der Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich.

Kein Widerspruch

Wenn Apfalter über seine Überzeugungen spricht, drückt er sich präzise und bedächtig aus. Den Einwand, Atheismus sei keine Religion und eine atheistische Religionsgesellschaft somit ein Widerspruch in sich, kann er nicht gelten lassen:

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U.Parzany über ProChrist: Glaube an Gott ist Kopfsache

“Die Homöopathie-Lüge” – Ein Interview (Teil 2)

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Fortsetzung von “Die Homöopathie-Lüge”: Interview mit Christian Weymayr, Teil 1

Wie definieren Sie „Scientabilität“?

gwup | die skeptiker

 Man könnte „Scientabilität“ mit „klinischer Überprüfbarkeit“ übersetzen.

Das bedeutet: Bevor es an klinische Studien geht, sollte man erst einmal fragen, ob das behauptete Verfahren im Einklang mit den gesicherten Erkenntnissen der Naturwissenschaften steht. Ist das nicht der Fall, sollte es keine klinische Untersuchung geben, weil die Ergebnisse irrelevant sind. Damit wird sichergestellt, dass positive Ergebnisse, die zum Beispiel auf dem Hidden Bias oder auch nur auf Zufall beruhen, nicht missbraucht werden können.

Das sagen übrigens nicht nur wir.

Ähnlich argumentieren beispielsweise auch der Epidemiologe Jan P. Vandenbroucke, der Mediziner und einer Vorreiter der Evidenz-basierten Medizin in Deutschland Johannes Köbberling, und Harriet Hall, die beim World Skeptics Congress im Mai in Berlin diesen „blinden Fleck“ der Evidenz-basierten Medizin kritisiert hat.”

Ebenso der Arzt Kimball Atwood beim CSICon-Skeptikerkongress Ende Oktober in Nashville. In diesem Kontext ist auch das Bonmot von IQWiG-Chef Prof. Jürgen Windeler beim Berliner WSC zu sehen: „Lasst uns darüber lachen, lass es uns ignorieren, untersucht es nicht.“ Was würde das für die Homöopathie-Debatte bedeuten?

 Uns geht es um einen radikalen Schnitt, der auch rückwirkend gilt. Homöopathie ist nicht scientabel, also ist die gesamte Studienlage irrelevant. Weder die negativen noch die positiven Studien können etwas über die Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels aussagen und taugen deshalb nicht länger als Argument, für keine der beiden Seiten.

Die Skeptiker verlieren dabei nichts, denn bekanntermaßen akzeptieren Homöopathen negative Studienergebnisse sowieso nicht. Sie lassen sich dadurch in ihrem Glauben nicht erschüttern.”

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Kirchenstaat Deutschland: Religion hat in der Politik nichts verloren

picture alliance

Religionen erleben gerade so etwas wie eine Renaissance. Doch Religionsfreiheit meint auch und gerade die Freiheit von Religion. Glaube hat in der Politik nichts verloren. Warum wir weniger statt mehr Religion brauchen

Von Timo SteinCicero

Der Glaube steht hoch im Kurs. Besonders zur Weihnachtszeit. Jener Zeit, in der wir von Besinnen sprechen und gleichwohl besinnungslos konsumieren, in vorweihnachtszeitlicher Hektik die Einkaufsstraßen dieser Republik rauf und runter jagen und vergessen, worum es eigentlich geht. Doch worum geht es – eigentlich?  Zur Ruhe kommen, gemütlich werden und religiöse Historie rekapitulieren?

Schließen die Geschäfte, haben die Kirchen Hochkonjunktur. Sie sind es auch, die dieses besinnungsepische Paralleluniversum stoisch aufrechterhalten. Am 24. Dezember füllen sich die Gotteshäuser, als gelte es, all das, was 364 Tage zuvor an weltlicher Sünde begangen wurde, am 365. Tag noch schnell in die Kirche zu tragen, um Abbitte zu leisten.

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Beschneidung: Geist und Fleisch

Beschneidungsbesteck: Juden und Muslime wundern sich über den aktuellen Furor über den Ritus ©DPA

Die Praxis wie auch die Ablehnung der Beschneidung sind in hohem Maß kulturrelativ. Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

Vernunft und Zivilisation können auf archaische Riten rückständiger Minderheiten keine Rücksicht nehmen! Im Namen des Rechts ist es sogar geboten, unaufgeklärte Minderheiten vor der Verstümmelung ihrer Kinder zu schützen! In etwa so legten sich – zwei Jahrtausende vor Erfindung von Talkshow und Internetforum – auch schon griechische und römische Autoren die Sache mit der Beschneidung zurecht. In der longue durée hat sich also wenig geändert: Viele Europäer halten für fortschrittlich, was sie schon immer für fortschrittlich hielten.

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Praise the Lord! – Aber nur wenn es opportun ist

US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney (Bild: picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo)

“Let’s praise the Lord!” – wenn Barack Obama will, zelebriert er politische Auftritte mit einem religiösen Pathos, das viele seiner europäischen Bewunderer befremden dürfte. Doch in den USA ist der Glaube eines Politikers nicht dessen Privatsache.

Von Sabina MatthayDeutschlandradio Kultur

Mehr als zwei Drittel der Amerikaner legen Wert darauf, dass ihr Präsident starke christliche Überzeugungen hat, sie gar öffentlich formuliert. Von den 535 Abgeordneten des Repräsentantenhauses bekennt sich nur ein einziger offen zum Atheismus.

Doch die religiöse Landschaft Amerikas wandelt sich, abzulesen am Glaubenshintergrund der beiden wichtigsten Präsidentschaftskandidaten 2012.

Der Amtsinhaber wurde erzogen von einer Mutter, die er als Agnostikerin mit Interesse an vielen unterschiedlichen Religionen und Neigung zur Spiritualität beschreibt und konvertierte erst als Erwachsener zum christlichen Glauben. Sein Rivale gehört als Mormone einer vergleichsweise jungen Religionsgemeinschaft an, die zwar ur-amerikanisch, aber keineswegs “mainstream” ist. Die beiden Kandidaten für die Vizepräsidentschaft sind Katholiken.

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Nobelpreisträger Werner Arber: „Ehrfurcht ist Brücke zu Gott“

Werner Arber (2008) Bild: wikipedia

Der Vatikan will mit der Neuevangelisierung auch Naturwissenschaftler ansprechen. Deshalb nahm ein bekannter Vertreter der Naturwissenschaften an einer Generalkongregation auf der gegenwärtigen Synode im Vatikan teil. Werner Arber ist Mikrobiologe und Nobelpreisträger. Der Schweizer Reformierte ist auch Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

münchner-kirchenradio.de

Am Freitagabend sprach er vor den Synodenvätern und vor dem Papst über den Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaften. Mario Galgano hat ihn gefragt, wie sein Wortbeitrag in der Synodenaula aufgenommen wurde.

„Es war in der Tat das erste Mal, dass nicht nur ich persönlich, sondern auch ein Vertreter der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften an sich in direkten Dialog mit den Synodenväter treten konnte. Ich bin dafür sehr dankbar. Dies verstärkt die Kontakte vieler Wissenschaftler mit der katholischen Kirche. Ich war überrascht zu sehen, wie die Kardinäle und Bischöfe in der Synodenaula sehr aufmerksam meine Darstellung verfolgt haben. Ich hatte versucht, naturwissenschaftliche Kenntnisse in einer verständlichen Sprache einzubringen. Bei vielen Zuhörern ist das meiner Meinung nach gut angekommen.“

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Müller: Kirche bei Missbrauch nicht Täterin

Gerhard L. Müller links im Bild

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, wies die Behauptung zurück, dass sexueller Missbrauch im System Kirche liege.

Mittelbayrische

Der neue Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, sieht die Kirche in den Skandalen um sexuellen Missbrauch nicht als Täterin. Niemand habe den Tätern irgendwie die Möglichkeit eingeräumt, die Vertrauensstellung, die ihnen zu Recht zukomme, in einer so schlimmen Weise zu missbrauchen, betonte Müller nach Angaben des NDR vom Donnerstag in einem Interview mit NDR Kultur; es soll am Samstag gesendet werden. „Die Behauptung, dass diese Untaten im System Kirche liegen, muss ich als ein schweres Unrecht zurückweisen“, so Müller demnach.

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