Schlagwort-Archive: Großbritannien

Großbritannien: Größtenteils geheimes Gerichtsverfahren erlaubt

Der Court of Appeal Vergrößern Bild: antmoose, CC BY 2.0

In Großbritannien darf ein Gerichtsverfahren gegen zwei Terrorverdächtige “im Kern” geheim stattfinden. Das Oberste Berufungsgericht hat entschieden, dass die Namen der Angeklagten aber genannt werden dürfen.

Heise News

Das oberste britische Berufungsgericht, der Court of Appeal, hat entschieden, dass ein Gerichtsverfahren gegen Terrorverdächtige in einem beispiellosen Vorgehen “in seinem Kern” geheim stattfinden darf. Das berichtet der Guardian, eine der Zeitungen, die gegen die ursprünglichen Pläne, das Verfahren gänzlich geheimzuhalten, geklagt hatten.

weiterlesen

Kirche steht Geld eines insolventen Spenders zu

Bild: tilly

Bild: tilly

Spenden an eine Kirche, die sich ausschließlich aus milden Gaben finanziert, sind sakrosankt. Ein Insolvenzverwalter möchte 33.000 Euro von der Russisch Orthodoxen Diözese in München zurück, die ein Gläubiger gespendet hatte – vergebens.

Von Ekkehard Müller-JentschSüddeutsche.de

Spenden an eine Kirche, die sich ausschließlich aus milden Gaben finanziert, sind sakrosankt – das ist einem ungewöhnlichen Prozess vor dem Oberlandesgericht München (OLG) zu entnehmen. Ein Insolvenzverwalter fordert dort von der Russisch Orthodoxen Diözese insgesamt 33 000 Euro Spendengeld eines Gläubigen zurück, der inzwischen bankrott ist und vor allem einer Krankenkasse viel Geld schuldet. In erster Instanz hatte das Landgericht München I die Kirche des Münchner Erzbischofs Mark zur Zahlung verurteilt, weil sie sich an den Spenden sozusagen bereichert habe. Doch der Insolvenz-Senat des OLG hält diese Betrachtungsweise für “unglücklich”.

weiterlesen

Wie der Vatikan einen gesuchten Kriegsverbrecher schützte

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

CIA-Dokumente belegen den Aufenthalt des kroatischen Faschistenführers Ante Pavelic in Rom. Die USA klagten zwar, dass die Briten Pavelic entkommen ließen. Selbst festnehmen wollten sie ihn aber auch nicht.

Von HELMAR DUMBSDiePresse.com

Unter den Verbündeten Adolf Hitlers war er der schlimmste, sein Ustascha-Regime das grausamste, das Europa – abgesehen von Nazi-Deutschland – erlebt hat: Ante Pavelic. Der „Führer” des 1941 gegründeten, sogenannten „Unabhängigen Staates Kroatien” ist unter anderem verantwortlich für den Massenmord an bis zu 100.000 (die genaue Opferzahl ist bis heute ungewiss) Menschen im Konzentrationslager Jasenovac, vor allem Serben, Juden, Roma und Regimegegner. Doch er musste sich bis zu seinem Tod 1959 dafür nie vor Gericht verantworten. Dazu leisteten der Vatikan, aber auch Großbritannien und in geringerem Maße die USA ihren Beitrag, wie jüngst freigegebene Dokumente des US-Geheimdienstes CIA aus dem Jahre 1947 zeigen.

weiterlesen

Islamisierung britischer Schulen – Arabisch als Pflichtfach, Verschleierungspflicht für Lehrerinnen

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Großbritannien erwachte am Morgen und mußte feststellen, daß sechs staatliche Schulen heimlich „islamisiert“ worden waren. So geschehen in Birmingham, wo die Mädchen abgesondert hinten in der Klasse sitzen, die Lehrerinnen Schleier tragen und alle Schüler Arabisch lernen müssen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

In diesen Tagen ist Sir Michael Wilshaw, Englands oberster Schulinspektor persönlich in Birmingham im Einsatz, um ein heißes Eisen anzufassen. Sein Amt, dasOffice for Standards in Education, Children’s Services and Skills (Ofsted), muß ein Problem zu lösen, das die britische Öffentlichkeit in Unruhe versetzt hat. Sechs staatliche Schulen Birminghams, der mit mehr als einer Million Einwohnern zweitgrößten Stadt Englands, wurden stillschweigend islamisiert. Islamisiert wurden Kleiderordnung, interne Verhaltensregeln und der Lehrplan. Wie britische Zeitungen berichten, hatten Mädchen hinter den Jungen am Ende der Klasse zu sitzen. Weibliche Lehrkräfte hatten ausnahmslos verschleiert zu erscheinen. Auch für christliche Schüler gab es an den Schulen nur islamischen Religionsunterricht.

weiterlesen

Britische Intellektuelle: Großbritannien kein christliches Land

Großbritanniens Premier David Cameron hat das Land, das er regiert, als christlich bezeichnet – und damit den Widerspruch von 50 britischen Intellektuellen herausgefordert. Sie sagen, Cameron würde damit die Spaltung der Gesellschaft schüren.

Mehr als 50 britische Intellektuelle haben Premierminister David Cameron wegen dessen Aussage, das Königreich sei ein christliches Land, kritisiert. In einem offenen Brief, der am Montag in der britischen Zeitung “Daily Telegraph” veröffentlicht wurde, werfen sie ihm vor, mit dieser Haltung “Entfremdung” zu schüren. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen die Bestseller-Autoren Sir Terry Prachett und Ken Follett, der Chemie-Nobelpreisträger Harold Kroto sowie weitere Wissenschaftler, Journalisten, Akademiker und Philosophen. Einer der Hauptunterzeichner ist Jim Al-Khalili, Präsident der Britischen Humanistischen Vereinigung.

weiterlesen

Katholische Kirche medienwirksamer

&cpoy;Rolling Stone

&cpoy;Rolling Stone

Image ist alles: Papst Franziskus‘ positives Image bietet der Kirche die Chance, eher mit der Osterbotschaft als mit Skandalen wahrgenommen zu werden. Dies hat eine internationale Fernsehanalyse ergeben.

pro Medienmagazin

Die Katholische Kirche dominiert das Medienbild des Christentums. In den Hauptabendnachrichten in Europa, Amerika und Afrika schauten mehr als 90 Prozent aller Berichte auf das Christentum der Katholischen Kirche, fand das Schweizer Forschungsinstitut „Media Tenor“ in einer internationalen Fernsehanalyse für die Jahre 2012 bis 2014 heraus. In einem Drittel der Beiträge ging es um Papst Franziskus. Die Wahl und der Beginn des Pontifikats vom Papst fielen nicht in den Untersuchungszeitraum.

weiterlesen

Abhören in der EU jetzt grenzenlos

Bild: format.at

Anordnungen von Hausdurchsuchungen, Spitzeleinsätzen, Telekommunikationsüberwachung, Trojanern und zur Aufhebung des Bankgeheimnisses sind nun unter allen EU-Mitgliedstaaten möglich

Von Matthias MonroyTELEPOLIS

Weitgehend unbeachtet hat das EU-Parlament Ende Februar eine weitreichende Richtlinie beschlossen, um die Zusammenarbeit Ermittlungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten zu vereinfachen. Der nun verabschiedete Gesetzentwurf einer “Europäischen Ermittlungsanordnung” regelt die grenzüberschreitende Anordnung von Zwangsmaßnahmen. Sofern das eigene Recht dies erlaubt, dürfen Anträge ausländischer Behörden nicht mehr abgelehnt werden. Der Erlass der Richtlinie war 2009 im Fünfjahresplan “Stockholmer Programm” festgeschrieben worden.

Mit nur 22 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen haben die EU-Abgeordneten für die neue “Europäische Ermittlungsanordnung” (EEA) gestimmt. Vorausgegangen war ein erstaunlich kurzes Verfahren: Nach informellen Gesprächen des Rates, des Parlaments und der Kommission wurde in erster Lesung eine Einigung erzielt. Zahlreiche Delegationen, darunter auch die deutsche, begrüßten die Annahme.

Nun muss der Ausschuss der Ständigen Vertreter (wo sich die 28 Mitgliedstaaten organisieren) seine formale Zustimmung geben. Wie die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung wird die EEA dann vom Ministerrat gebilligt. Danach haben die Mitgliedstaaten drei Jahre Zeit, um sie in nationales Recht umzusetzen. Im Gegensatz zu Irland und Dänemark will sich auch Großbritannien anschließen. Nach der Unterzeichnung durch den Präsidenten des EU-Parlaments und den Präsidenten des Rates wird der Gesetzgebungsakt im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

weiterlesen

EGMR: Mormonen-Tempel in Großbritannien steuerpflichtig

mormon_tempelDie mormonische Glaubensgemeinschaft der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ kann in Großbritannien keine völlige Steuerbefreiung verlangen. Ein Tempel, der nur auserlesenen Anhängern zugänglich ist, darf der Steuer unterworfen werden, urteilte am Dienstag, 4. März 2014, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg (Az.: 7552/09).

JuraForum

Die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ gehört zur weltweiten Kirche der Mormonen und ist in Großbritannien als Unternehmen registriert. Die Steuerbehörden zogen sie zu Vermögens- und Unternehmenssteuern heran.

weiterlesen

Großbritannien: erste offizielle Scientology-Trauung in London vollzogen

Was bei uns nicht möglich ist, fand nun in Großbritannien erstmals statt.

Deutschlandradio Kultur

In London hat ein Paar in einer Kapelle von Scientology geheiratet, und diese Ehe wird erstmals vom Staat anerkannt, wie britische Medien berichten. Vorausgegangen war ein fünf Jahre dauernder Rechtsstreit. Britische Behörden ließen lange nicht gelten, dass eine Kapelle von Scientology anderen religiösen Stätten gleichzustellen sei. Im Dezember machte dann das Oberste Gericht in London den Weg frei für die legale Trauung.

In Deutschland wird Scientology seit Langem vom Verfassungsschutz beobachtet. In den USA ist die Organisation als Religionsgemeinschaft anerkannt.

CDU: Christlich-konservativ gegen die “Pille danach”

pille_danachDen konservativen Gesundheitsexperten der Union kommt das Ergebnis des Sachverständigenausschusses ungelegen. Sie wollen die rezeptfreie Abgabe der “Pille danach” verhindern – obwohl sie eine große Chance ist.

Von Christina BerndtSüddeutsche.de

Tagtäglich muss vermeintliche Wissenschaft an Stammtischen und in Büros dafür herhalten, die jeweils eigene Meinung zu untermauern. Dann werden “Studien” angeführt, die die gewünschte Ansicht unangreifbar machen sollen.

Ähnlich verhält es sich, wenn CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn und Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die rezeptfreie Abgabe der “Pille danach” weiter verhindern wollen, wegen der angeblichen Nebenwirkungen.

weiterlesen

Asylgrund Gottlosigkeit

iran-hanging

Einem Afghanen ist vom Vereinigten Königreich der Flüchtlingsstatus zuerkannt worden, weil er Atheist ist. Erst während seines Aufenthalts in England hatte er seinen Glauben aufgegeben. Bei einer Rückkehr in sein Heimatland müsste der heute 23-Jährige fürchten, wegen des Abfalls vom Islam mit dem Tod bestraft zu werden.

diesseits.de – Arik Platzek

Es ist ein Erfolg für die ausdauernde Arbeit der britischen Humanisten: Erstmals hat das Land einem Menschen Asyl gewährt, weil nichtreligiöse Menschen nicht nur in vielen Ländern der Welt mit teils massiver Diskriminierung oder Verfolgung konfrontiert werden, sondern mitunter sogar von tödlicher Gewalt bedroht sind – bloß weil sie nicht an einen Gott glauben.

weiterlesen

Beschneidungsgesetz “offensichtlich verfassungswidrig”?

beschneidungEin Jahr ist das Beschneidungsgesetz alt. Doch die Debatte um die rituelle Entfernung der Vorhaut bei Jungen geht weiter. So gibt es ernsthafte Zweifel daran, dass die Betäubung bei Neugeborenen überhaupt funktioniert. Und wer sich etwa am Jüdischen Krankenhaus in Berlin über den Eingriff informiert, bekommt erst mal einen falschen Eindruck.

Von Brigitta vom LehnSüddeutsche.de

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 12. Dezember 2012, verabschiedeten die Parlamentarier des Deutschen Bundestages das Beschneidungsgesetz. Und sie waren davon überzeugt, zugleich im Sinne der Muslime und Juden zu handeln und im Sinne der betroffenen Jungen. Eltern dürfen nun gemäß Paragraf 1631d BGB ihren männlichen Nachwuchs beschneiden lassen – jedoch nur, wenn gewährleistet ist, dass der Eingriff nach den “Regeln der ärztlichen Kunst” erfolgt.

Für die Bundestagsabgeordneten beinhaltete dies eine effektive Schmerzbehandlung. Das aber, so hatten sie sich zuvor von Experten versichern lassen, sei auch bei neugeborenen Jungen schon möglich.

weiterlesen

GB: Oberstes Gericht erklärt Scientology zur Religion

Das Hauptquartier von Scientology in London bei der Eröffnung 2006. Bild: orf.at

Der Oberste Gerichtshof Großbritanniens hat die „Church of Scientology“ zur Religion erklärt. Ein Mitglied der Gruppierung hatte geklagt, weil sie ihre Hochzeit offiziell in einer Scientology-Kirche feiern wollte.

religion ORF.at

Der Oberste Gerichtshof entschied am Mittwoch, dass Scientology als Religion einzustufen sei und dass daher auch die Räumlichkeiten der Gruppierung ein Ort religiöser Handlungen seien. Die Klägerin hatte juristische Schritte eingeleitet, nachdem die zuständigen Behören sich geweigert hatten, die Scientology-Kirche als Ort für ihre Hochzeit anzuerkennen. Sie hatten sich auf ein Urteil aus dem Jahr 1970 berufen, dass festhielt, dass Scientology-Treffen keine Verehrung im religiösen Sinn vorsähen.

Der Oberste Gerichtshof entschied nun einstimmig, dass dieses Urteil von einer veralteten Definition religiöser Verehrung ausgehe. Damals hieß es, diese bestehe in der „Ehrfurcht vor oder Verehrung Gottes oder eines höheren Wesens“ („reverence or veneration of God or of a Supreme Being“).

weiterlesen

Homosexualität: Bäcker als Eheberater

Darf ein Konditor sich weigern, Schwule zu bedienen? Darüber wird in den USA gerade vor Gericht verhandelt
Foto: Amy Walters/Fotolia

Ein amerikanischer Konditor will ein schwules Paar nicht beliefern und steht deshalb vor Gericht. Ist die Religionsfreiheit bedroht oder reagiert der Christ schlicht über? Die pro-Redakteure Moritz Breckner und Anna Lutz haben den Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln kommentiert.

pro Medienmagazin

von Moritz Breckner

Verfechter der Homo-Ehe behaupten gerne, Heterosexuelle seien von homosexuellen Partnerschaften überhaupt nicht betroffen. Weder dem Durchschnitts-Hetero, noch Christen, die sich gegen die staatliche Aufwertung von Homosexualität engagieren, entstünde ein Nachteil, wenn gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe gleichgestellt würden.

Weit gefehlt! Im US-Bundesstaat Colorado steht ein christlicher Bäcker vor Gericht, weil er die „Hochzeit“ zweier Männer nicht mit der Lieferung einer Torte unterstützen wollte. Im Bundesstaat Washington läuft ein Verfahren gegen eine Floristin, die keine Blumen für die Trauzeremonie eines schwulen Paares liefern wollte. Der von einem Christen gegründeten Online-Partnervermittlung eHarmony wurde mit Prozessen gedroht, bis sie begann, auch homosexuell Orientierte zu vermitteln.

weiterlesen

Salafismus: Eine Art islamistische Internationale

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

Was bewegt junge Männer aus Deutschland, nach Syrien in den Dschihad zu ziehen? Und wie erklärt sich der rege Zulauf in der deutschen Salafistenszene? Religionssoziologe Rauf Ceylan erklärt in Interview mit n-tv.de, was den Reiz dieser Gemeinden ausmacht und warum die Prävention in der Schule beginnen muss.

n-tv

n-tv.de: Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass der ehemalige Jugendnationalspieler Burak Karan in Syrien ums Leben gekommen sein soll. Es wird spekuliert, dass er sich einer salafistischen Gruppe angeschlossen hatte. Vor Kurzem warnte der Verfassungsschutz, aus Syrien zurückkehrende deutsche Salafisten seien besonders gefährlich. Was zieht diese jungen Männer aus dem komfortablen Deutschland in diesen mörderischen Krieg?

Rauf Ceylan: Gewaltorientierte Salafisten sehen in solchen Konflikten in der islamischen Welt die Möglichkeit, ihre Ideologie praktisch umzusetzen. Das heißt, für einen totalitären Gottesstaat zu kämpfen. Wir haben das im Irak und in Afghanistan bereits in den 1980er Jahren erlebt. In Afghanistan hat sich das ein Jahrzehnt später mit den Taliban wiederholt. Genauso ist das jetzt in Syrien der Fall. In Deutschland gibt es inzwischen weitreichende Kommunikationsstrukturen, junge Leute anzuwerben.

weiterlesen

Katholiken protestieren gegen Freigabe der „Pille danach“

pille_danachDer Bundesrat will die „Pille danach“ rezeptfrei in Apotheken verkaufen lassen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken warnt vor einer „falschen Entwicklung“.

Frankfurter Allgemeine

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, warnt vor einer Freigabe der „Pille danach“. Dieses Medikament rezeptfrei abzugeben, wie es der Bundesrat am Freitag gefordert hatte, sei „nicht im Sinne eines qualitativen Gesundheitsschutzes“, sagte Glück dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Ich halte das für eine falsche Entwicklung, zumal es auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.“

weiterlesen

Großbritannien: Vereidigung auf die Bibel soll aus Gerichtssälen verschwinden

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Nachdem aus den englischen Gerichtssälen das Kreuz entfernt wurde, könnte nun auch die Bibel und die Anrufung Gottes daraus verbannt werden. Die Richter haben den Vorschlag gemacht, in den Gerichtsverhandlungen die Vereidigung auf die Heilige Schrift abzuschaffen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Zeugen und Angeklagte sind vor Gericht angehalten, die Wahrheit zu sagen. Zeugen werden ausdrücklich vereidigt und unter Anrufung Gottes zur wahrheitsgetreuen Aussage verpflichtet. Die Anrufung Gottes, mit Blick auf das Achte Gebot, dient der Wahrheitsfindung, weshalb bei Zuwiderhandlung eine Strafverfolgung wegen Meineides droht. Im deutschen Sprachraum ist die Vereidigungsformel „Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe“. Die Anrufung Gottes stellt keine Verpflichtung dar, auch nicht in Großbritannien.

Antike Tradition zur Anerkennung einer höheren göttlichen Gewalt

Die in den Gerichtssälen geübte Vereidigungspraxis findet sich bereits im ersten Buch der Bibel. Im Buch Genesis sagt Abraham zum König von Sodom: „Ich erhebe meine Hand zum Herrn, dem Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde“ (Genesis 14,22). Auch die alten Griechen erhoben, wenn sie einen Schwur leisteten, eine Hand zum Himmel oder berührten einen Altar. In diesen Traditionen erkannte der Mensch die Existenz einer göttlichen Gewalt an, die sein Handeln und seine Worte werten und von der er zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Sie drückt die Anerkennung einer göttlichen Gerechtigkeit jenseits der menschlichen Justiz aus.

weiterlesen

Don’t Bank on the Bomb: Acht deutsche Banken finanzieren Atomwaffen

Bild: wikimapia.org

Deutsche Finanzinstitute investieren insgesamt 7,6 Milliarden Euro in Atomsprengköpfe und Trägersysteme wie Raketen oder U-Boote. Nummer eins in Deutschland ist die Deutsche Bank.

Berliner Zeitung

Acht deutsche Finanzinstitute sind einer Untersuchung zufolge an der Finanzierung von Atomwaffen beteiligt. Unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Allianz gewährten Kredite und investierten in Aktien und Anleihen von Unternehmen, die Atomsprengköpfe und Trägersysteme wie Raketen oder U-Boote herstellen, teilte die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) am Donnerstag mit.

Laut der Studie „Don’t Bank on the Bomb“ (PDF) der Friedensgruppe IKV Pax Christi unterhielten zwischen 2010 und 2012 weltweit 298 Finanzdienstleister aus 30 Ländern Geschäftsbeziehungen zu Atomwaffen-Herstellern – in einer Größenordnung von insgesamt 235 Milliarden Euro. In Deutschland steckten demnach acht Finanzinstitute insgesamt 7,6 Milliarden Euro in die Atomwaffen-Industrie. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland damit nach den USA, Großbritannien und Frankreich Platz vier ein.

weiterlesen

Muslimin muss Gesichtsschleier vor britischem Gericht abnehmen

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Eine Studentin in Birmingham darf ihren Nikab zur Vorlesung tragen, eine Angeklagte in London muss ihn vor Gericht abnehmen: Großbritannien debattiert wieder über Gesichtsschleier im öffentlichen Raum. Am Ende gilt: Im Zweifel für die Toleranz.

Spiegel Online – Carsten Volkery

Müssen strenggläubige Muslime vor Gericht ihr Gesicht zeigen? Der Londoner Richter Peter Murphy meint Ja. Er hat am Montag entschieden, dass eine muslimische Angeklagte bei ihrem Prozess im November ihren Gesichtsschleier zumindest zeitweise abnehmen muss. Die 22-jährige Londonerin hatte sich bislang geweigert, ihr Gesicht in Anwesenheit von Männern im Gerichtssaal zu entblößen. Eine weibliche Polizistin musste sie im Nebenraum identifizieren, bevor sie vollverhüllt im Saal erschien.

weiterlesen

Plastikmüll: Fertig zum Entern!

Plastikmüll in allen Tiefen. Auch in arktischen Gewässern fanden Forscher des Alfred-Wegener-Instituts überraschend viel Plastikmüll – wie diese Tüte. Oft wird der Abfall jedoch kleingemahlen und driftet in Form winziger Partikel durch die Meere. Bild: Alfred Wegener-Institut

 

Plastikmüll im Meer war lange vor allem wegen seiner Risiken für Seevögel und Schildkröten bekannt. Für viele Organismen aber bietet er auch neue Lebensräume und Reisemöglichkeiten – mit schwer abschätzbaren ökologischen Folgen.

Von Kerstin VieringSpektrum.de

Ein Lebensraum kaum größer als ein Stecknadelkopf, und doch lockt er massenweise Bewohner an. Die unzähligen kleinen Plastikteilchen, die als Zivilisationsmüll in den Weltmeeren treiben, scheinen ein echtes Dorado für Bakterien zu sein. Erik Zettler von der Sea Education Association im US-amerikanischen Woods Hole und seine Kollegen staunten jedenfalls nicht schlecht, als sie solche Partikel mit feinen Netzen aus dem Nordatlantik fischten und unter die Lupe nahmen [1]. Per Elektronenmikroskop und Erbgutanalyse fanden sie darauf mindestens tausend verschiedene Typen von Bakterienzellen – darunter zahlreiche Arten, die sie erst noch identifizieren müssen. Offenbar hat eine vielfältige Crew von Mikroorganismen die winzigen Kunststoffflöße geentert und schippert nun damit über den Ozean. Und diese exzentrische Besatzung unterscheidet sich deutlich von den Lebensgemeinschaften des ringsum schwappenden Meerwassers.

Überall Plastik

Diese Erkenntnisse liefern ein paar neue Mosaiksteine für das Bild, das sich Forscher von den Folgen des Kunststoffbooms im Meer machen. Von den weltweit rund 245 Millionen Tonnen Plastik, die derzeit pro Jahr produziert werden, sollen schätzungsweise mehr als zehn Prozent in den Ozeanen landen. Der Müll wird von Schiffsbesatzungen über Bord geworfen und an den Küsten achtlos im Gelände verteilt, er kommt mit Flüssen aus dem Inland und mit dem Wind von Mülldeponien. “Alles, was ungesichert irgendwo herumliegt, kann früher oder später im Meer auftauchen”, sagt Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Mit der Zeit wird das Material zwar oft zu winzigen Partikeln zerrieben, es verschwindet aber nicht. Und mit den Meeresströmungen reist es um die Welt. Plastikfreie Ozeanregionen dürfte es kaum noch geben.

weiterlesen