Schlagwort-Archive: Heimat

Muslimischer Schützenkönig: Du sollst nicht heucheln

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Ein westfälischer Schützenkönig soll seinen Titel verlieren, weil er kein Christ ist. Lachhaft. Die Religion ist bei den dörflichen Gelagen doch bloße Staffage.

Von Jörg DiehlSpON

Waren Sie schon einmal auf einem Schützenfest? Nein? Seien Sie froh!

Ich bin auf dem Land groß geworden, in einer Gegend, in der man erstens katholisch war, zweitens CDU wählte und drittens Mitglied im Schützenverein-Fußballklub-Musikzug war. Es gibt Schlimmeres, aber schön war das nicht immer.

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Vom “frommen Ketzer” Janosch

Janosch, Bild: wikipedia

Die Geschichten von Janosch gehören zu den beliebtesten Kinderbüchern – aber passen die Weltanschauungen des „frommen Ketzers“ in Kinderzimmer? Was, wenn in Geschichten, die Kinder gerne mögen, Werte vermittelt werden, die nicht mit dem eigenen Glauben übereinstimmen? pro ist der Frage nachgegangen, was in Kinderbüchern erlaubt ist und was nicht.

pro Medienmagazin

Der vierjährige Jakob hat das große Vorlese-Buch von Janosch geschenkt bekommen. Die Großmutter nimmt ihr Enkelkind auf den Schoß und beginnt vorzulesen. Doch dann gerät sie ins Stocken. In der ersten Geschichte des Buches geht es um den „Vogelmann“. Er fängt mit seinen Fallen Vögel, steckt sie in Käfige und verkauft sie an den Vogelhändler. Ob der Vogelmann sich in der Bibel auskennt? Jedenfalls zweifelt er an Jesu Versprechen, dass Gott die Vögel im Himmel ernährt, selbst wenn sie nicht säen und ernten.

Kurze Zeit später liest die Großmutter eine Stelle vor, in der es heißt, dass es freilich nicht wahr sei, „was da in der Bibel steht, denn Gottvater ernährt sie keineswegs. Sie müssen sich ihr Futter mühsam selber suchen, oft auch aus der Erde graben.“ Im Winter sorgten die Menschen durch ihr Futter und nicht Gott dafür, dass die Tiere überleben können. Der Vogelmann jedenfalls entgegnet jedem der gefangenen Vögel: „Seht ihr, nun ernährt euch Gottvater nimmer.“

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Tomas Halik(Theologe): “Etwassismus” ist die am weitesten verbreitete Religion

Tomas Halik, Bild: KNA

Der Prager Theologe Tomas Halik fordert ein Umdenken beim Thema Atheismus. “Meine Erfahrung aus Tschechien ist: Viele, die sich als Atheisten bezeichnen, negieren ihre Vorstellungen von Gott”, sagte er am Montagabend in Hamburg. “Wenn ich nachfrage, sagen viele: Ich bin kein dummer Materialist, ich weiss, dass etwas über uns ist”, so Halik, der an der Prager Karls-Universität Soziologie lehrt.

kipa-apic

“`Etwassismus` ist die am meisten verbreitete Religion unserer Zeit. Dieses `Etwas` ist eine Herausforderung für die Christen, ein Anknüpfungspunkt für den Dialog”, betonte Halik. Heute sinke sowohl die Zahl der überzeugten Christen als auch die der Atheisten, sagte der Wissenschaftler. Die Grenze verlaufe nicht zwischen Gläubigen und Atheisten, sondern zwischen denjenigen, die gegenüber der Frage nach Gott gleichgültig oder auf der Suche seien. Diese gebe es sowohl unter konventionell Gläubigen als auch leidenschaftlichen Atheisten, erklärte der katholische Priester.

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Hessen: Muslime für Abschaffung der Sargpflicht

Muslim-Organisationen werben für die Abschaffung der Sargpflicht – Kommunen und Koalition im hessischen Landtag lehnen dies aber ab. ©DPA

Die Sargpflicht abzuschaffen – diese bitte haben der Zentralrat der Muslime und Islamische Religionsgemeinschaft Hessen im Landtag vorgetragen. Vertreter der großen christlichen Kirchen machten keine Einwände geltend.

Frankfurter Allgemeine

Die in Hessen lebenden Muslime haben für die Abschaffung der Sargpflicht bei Beerdigungen geworben. „Heimat ist da, wo man leben und auch sterben darf“, sagte Hamza Wördemann vom Zentralrat der Muslime Deutschland bei einer Anhörung im Wiesbadener Landtag. Er befürwortete damit eine entsprechende SPD-Initiative. Bestattungen in weißen Tüchern, wie es im Islam üblich sei, werde die Identifikation der Einwanderer mit Deutschland verstärken.

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Glaube, Sitte, Heimat – JA: Aber bitte nicht schwul!

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch (links) bekam wegen des Neins der katholischen Schützen zu gleichgeschlechtlichen Königspaaren Morddrohungen per E-Mail
Foto: pa/dpa; dpa/Martin Gerten, Christiane Schräder

Eine katholische Schützenbruderschaft will kein schwules Königspaar dulden. Doch auch in einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft gibt es für ein Verbot Gründe.

Von Gernot FaciusWELT ONLINE

Nur eine rheinische Provinzposse? Nein, der Leverkusener Beschluss der (katholischen) Historischen Schützenbruderschaften, homosexuellen Königspaaren öffentliche Auftritte zu verwehren, steht exemplarisch für den Grundsatzkonflikt zwischen Religion, Religionsfreiheit und dem Wandel im ethischen Bewusstsein. Bischöfe möchten die alte kirchliche Lehrmeinung zum Ausdruck bringen, die Ehe von Mann und Frau habe eine besondere, über andere Lebensformen hinausgehende Bedeutung.

Homosexuelle Menschen sollten keineswegs ausgegrenzt werden, beteuern sie, man wolle aber verhindern, dass das öffentliche Auftreten als Schützenkönig und -königin als Demonstration dafür missbraucht werde, jede partnerschaftliche Beziehung sei gleichwertig und gleichartig.

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Dodo Jürgen Fliege:”Die Kirche steht da wie der Ochs vorm Berg”

Pfarrer Jürgen Fliege auf der Terrasse seines Hauses in Tutzing (Bayern) beim Interview mit dem epd. Er fordert die Kirche auf, die Menschen mehr zu lieben als die Liturgie. Foto: epd-bild/Michael McKee

Der TV-Moderator und evangelische Theologe Jürgen Fliege liegt nach wie vor mit seiner Kirche über Kreuz. Diese “labert Gott die Ohren voll”, beklagt er kurz vor seinem 65. Geburtstag. Austreten wolle er dennoch nicht: “Einmal Pfarrer, immer Pfarrer.”

Christiane Ried und Stephan Cezanneevangelisch.de

Herr Fliege, Sie sind evangelischer Pfarrer, TV-Moderator, Kirchenkritiker und beschäftigen sich mit alternativen Heilweisen. Wo ist der rote Faden in Ihrer Biografie?

Jürgen Fliege: Ich wollte immer ein Jesus-Mann sein, ein Bruder. Ich bin in einer Kirche aufgewachsen, die mir nicht fromm genug und geschwisterlich genug ist, und die all meine Reformversuche vom ersten Tag an nicht mochte.

Außerdem hasse ich Hierarchien, vor allem, wenn sie auf Macht begründet sind. Ich kann Menschen nicht danach beurteilen, ob sie mir unterstellt oder überstellt sind und sortiere sie auch nicht danach, ob sie kirchlich sind oder nicht. Religion ist Heimat und nicht Wahrheit.

Und dann empfinde ich mich in der pietistischen Tradition als Beter. Ich lehre Menschen, wie Beten geht. Die Kirche betet nicht wie Jesus. Sie nimmt seinen Kurs nicht zur Kenntnis. Sie labert Gott die Ohren voll.

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P. Fonda: »In God – We Trust«-teuflische Kombination

Peter Fonda bekennt politisch Farbe. Foto: Ian Langsdon

Da hat einer die Nase so richtig voll: Von seinen Selbstinszenierungs-Kollegen, von den konservativen Kräften in seinem Land und von der Unheil verheißenden Kombination aus Geld und Religion.

n-tv

Hollywoodstar Peter Fonda sorgt sich um die politische Lage in den USA. “Die Konservativen zerstören gerade meine Heimat”, sagte der 72-jährige US-Amerikaner dem Männermagazin “GQ”.

“Die rechten, christlichen Parteien gewinnen an Einfluss.” Religion dürfe aber einem Land nicht die Politik diktieren, auch nicht die Banken. “Thomas Jefferson hatte recht, als er sagte, man dürfe nicht “In God We Trust” auf Geldscheine und Münzen drucken.” Das ist laut Fonda eine “teuflische Kombination”: Geld und Religion als Regenten.

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Philipp Rösler: Der liberal-katholische Sonderfall

Betont einig: Angela Merkel stellte am Dienstag ein Porträt-Buch über Philipp Rösler vor. Foto: pro

Pausen müssen sein, auch bei der Euro-Rettung. Angela Merkel und Philipp Rösler nutzten eine solche am Dienstag, um ein neues Buch vorzustellen. Der Journalist Michael Bröcker hat sich an einem Porträt des FDP-Politikers versucht und zeichnet Rösler als gläubigen und demütigen Katholiken, der mehr kann, als nur nett zu sein.

pro Medienmagazin

In Zeiten der päpstlichen Deutschlandreise, so scheint es, gehört es in der Bundeshauptstadt ein wenig zum guten Ton, stolz seine katholischen Wurzeln zu bekennen. So präsentiert das Porträt-Buch “Glaube. Heimat. FDP” auch den Parteichef Rösler als streitbaren Gläubigen. Passend, dass ausgerechnet die Kanzlerin am Dienstag in Berlin zur Tat schritt, um das Werk gemeinsam mit dem Autor Michael Bröcker und dem Beschriebenen selbst vorzustellen. Denn ein wenig gesellschaftliche Anerkennung tut auch der Bundesregierung derzeit gut – ebenso wie eine Demonstration der Einigkeit. So gaben sich Angela Merkel und Philipp Rösler in der Katholischen Akademie und vor der Hauptstadtpresse betont verbunden, witzelten, zwinkerten sich auf dem Podium zu und zeigten Gemeinsamkeiten in ihren Biografien auf: Eine davon, so erklärte Merkel, sei ihre christliche Herkunft.

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Schwuler Schützenkönig – Homophober Kölner Weihbischof

Dem Schützenverein St. Wilhelmi gehören 150 Mitglieder an

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der auch Chef einer Dachorganisation von Schützenbruderschaften ist, verbietet einem schwulen Schützenkönig, gemeinsam mit seinem Lebenspartner aufzutreten.

QUEER.DE

Der offen schwule Getränkehändler Dirk Winter ist Anfang Juni zum diesjährigen Schützenkönig seines Vereins St. Wilhelmi in Münster aufgestiegen. Im 130 Mitglieder zählenden Verein gab es damals keine Bedenken, dass Winter gemeinsam mit seinem Lebenspartner als “Königin” auftritt. Doch jetzt gibt es ein Verbot von Oben, berichtet spiegel.de. Der Dachverband Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft aus Leverkusen hat dem Paar untersagt, nebeneinander bei Veranstaltungen wie dem Landesbezirks-Königsschießen aufzutreten.

In einem Brief an Dirk Winter und seinen Lebenspartner erklärte Heiner Koch, der Chef des Dachverbandes: “Es spricht nichts gegen die Mitgliedschaft homosexueller Personen in unseren Schützenbrüderschaften”. Allerdings habe das “Sakrament der Ehe eine wesentlich tiefere Bedeutung als jede andere Lebenspartnerschaft.” Daher dürfe kein schwuler Lebenspartner mit dem Schützenkönig auftreten.

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ZDF: Reli-Outing der Protagonisten

Der gläubige Katholik Peter Frey macht eine interessante Bestandsaufnahme seiner katholischen Kirche. Foto: ZDF / Carmen Sauerbrei

Welchen Stellenwert hat Gott in meinem Leben und was bedeutet die Gegenwart Gottes für die Gestaltung der Welt? Mit diesen Fragen setzt sich der ZDF-Chefredakteur Peter Frey in einem Beitrag der “Zeit”-Beilage “Christ und Welt” kritisch auseinander.

pro Medienmagazin

Der gläubige Katholik beschreibt, wie ihn der Katholizismus bereits als Kind geprägt habe: “Ich empfinde das heute als Geschenk, unverdient, aber auch unverkrampft – und das macht einen Unterschied zu denen, die sich den Glauben aneignen mussten.” Der Glaube sei so etwas wie ein roter Faden in seinem Leben gewesen, der zur Gelassenheit und und zur Einordnung in einen größeren Zusammenhang geführt hat.

Mit dem “C” in die Beliebigkeit

Aus dem Film "Zeitgeist", Screenshot brightsblog

Führende CDU-Politiker: Nicht dem Zeitgeist hinterherlaufen

kath.net

In der CDU mehren sich die Stimmen, die den Kurs der Partei kritisieren. Hintergrund sind die anhaltend schlechten Umfragewerte der Union um 32 Prozent, der Regierungsverlust in Baden-Württemberg und Gedankenspiele über mögliche Bündnisse mit Bündnis 90/Die Grünen. Nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Hessischen Landtag, Christean Wagner, fehlt den Christdemokraten die programmatische Erkennbarkeit. „Unberechenbar und beliebig zu werden, ist für die Union eine Todsünde“, schreibt der bekennende evangelische Christ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Seine Forderung: „Die CDU „muss sich wieder deutlicher in Abgrenzung von SPD, Grünen und Linkspartei einsetzen für die Eigenverantwortung und die Mündigkeit des Bürgers, für Freiheit und soziale Marktwirtschaft, für Christentum und Nation, für innere und äußere Sicherheit, für Heimat, Familie und Tradition.“

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