Schlagwort-Archive: Homöopathie

Transwasser und Homöopathie

Image: Carmen/Pinterest

Gentechnisch verändertes Wasser aus den USA wird bald zu uns herüberschwappen – mit unabsehbaren Folgen für unsere Gesundheit und Wunschkultur.

Von Leo Fischertaz.de

Groß war die Aufregung, als herauskam, dass das geplante Freihandelsabkommen TTIP unter anderem auch die Zulassung von Chlorhühnchen aus den USA vorsieht. Viele Verbraucher sind zu Recht besorgt, dass ihre guten deutschen Batteriehühnchen nun mit einer fremdländischen Substanz („chlorine“) in Kontakt kommen, ihren typischen Geschmack verlieren und nach Schwimmbad riechen.

Doch enthält das ohnehin schon streng geheime TTIP-Abkommen noch geheimere Zusatzprotokolle, die unter anderem eine völlige Liberalisierung des Wassers vorsehen. Dabei können auch gentechnisch veränderte Wasser, sogenannte Transwasser oder Wassermischgetränke, in den deutschen Handel gelangen – ohne Kennzeichnungspflicht für den Hersteller.

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Gemeinnützigkeit der Homöopathen ohne Grenzen ist unmöglich

Seit Jahren versucht der beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer 17436 eingetragene, angeblich gemeinnützige Verein Homöopathen ohne Grenzen (HOG) Menschen in der Dritten Welt und in Krisengebieten mit Homöopathie zu helfen. Diese Bemühungen waren und sind von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn alle bisher durchgeführten, belastbaren Studien haben die von Homöopathen behaupteten Wirkungen von Homöopathika widerlegt. Homöopathie ist nichts weiter als eine magisch ritualisierte Scheinmedizin, die günstigstenfalls Placebo-Effekte provoziert.(1)

openPetition

Die Indoktrination hilfsbedürftiger Menschen durch missionierende Homöopathen birgt stets die Gefahr, dass von evidenzbasierter und wirksamer Medizin abgelenkt wird. Den Menschen wird das, was wirklich hilft vorenthalten und sie bekommen stattdessen wertlose Pseudomedizin eingeredet. Langfristig muss das zu Vertrauensverlusten und Konflikten führen, die dann auch die Arbeit seriöser Hilfsorganisationen behindern können. Außerdem steht das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland auf dem Spiel.

Der Verein Homöopathen ohne Grenzen ist von der Hamburger Finanzbehörde als gemeinnützig anerkannt worden. Er wird damit indirekt staatlich gefördert. Aufgrund der gegebenen Sachlage halten wir diese Anerkennung für falsch. Bei genauer Prüfung der Hintergründe und Zusammenhänge wird sich unseres Erachtens herausstellen, dass tatsächlich keine der in § 52 AO genannten Voraussetzungen für eine Anerkennung vorliegt. Die Kritik an den HOG ist schon länger öffentlich und dürfte auch der Hamburger Finanzbehörde nicht entgangen sein. Warum sie bisher dort keine Beachtung fand, ist nicht bekannt. (2-4)

Wir fordern deshalb die Finanzbehörde Hamburg auf, eine erneute und gewissenhafte Prüfung der Angelegenheit vorzunehmen. Sollte dies nicht geschehen und sollte der Freistellungsbescheid für die Homöopathen ohne Grenzen weiterhin bestehen bleiben, sehen wir für diesen Missstand den Senator und Präses der Hamburger Finanzbehörde in der politischen Verantwortung.

(1) www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/blog/
(2) www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/homoeopathie-alternativheiler-fuer-die-krisengebiete-12608083.html
(3) www.heise.de/tp/artikel/40/40415/1.html
(4) www.tagesspiegel.de/meinung/alternativmedizin-der-grenzenlose-irrglaube-der-homoeopathie/9163108.html

Begründung:

Die Hamburger Finanzbehörde wurde wegen dieses Missstandes schon mehrfach angeschrieben, hat aber bisher nicht darauf reagiert. Ich bitte deshalb alle Kritiker der Homöopathie und anderer irrationaler Heilslehren, an dieser Petition mit ihrer Unterschrift teilzunehmen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Homöopathie und alternative Heilmethoden: Globuli stoppen Ebola nicht

Tödlicher Erreger. Ein mutmaßliches Ebolaopfer wird von Helfern abtransportiert. – Foto: Reuters

Der Westen bringt nicht nur Helfer in die betroffenen Regionen, sondern auch allerhand Gerüchte, wie die Krankheit angeblich mit Alternativmethoden geheilt werden kann. Mit verheerenden Folgen: Der Glaube an Homöopathie und anderen Hokus-Pokus kann Leben kosten.

Von Kai KupferschmidtDER TAGESSPIEGEL

Die Krankheit war plötzlich aufgetaucht. Im Sommer 1976, mitten im afrikanischen Dschungel. Die Erkrankten klagten über Kopfschmerzen und hohes Fieber, nach ein paar Tagen begannen sie zu bluten. Dann starben sie. Der Erreger war unbekannt, es gab kein Heilmittel. In einem Missionskrankenhaus im Zentrum der Epidemie versuchten belgische Nonnen, die sterbenden Patienten zu retten. Vergebens.

Beerdigung folgte auf Beerdigung. Und immer mehr Gerüchte verbreiteten sich. Viele Einheimische blieben dem Krankenhaus fern. Das scheint irrational, hat aber manchen vermutlich das Leben gerettet. Forscher stellten später fest, dass fast alle der frühen Opfer von den Nonnen behandelt worden waren, ehe sie erkrankten.

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Anekdotische Evidenz und Homöopathie

Bild: brightsblog

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Der spanische Arzt Dr. Manuel Mateu i Ratera beschäftigt sich seit langem mit Homöopathie in der Notfallmedizin.

Von Irmtraud GutschkeND

Frühere Skepsis mag ihn mit vielen Lesern verbinden: Der spanische Arzt Dr. Manuel Mateu i Ratera hätte sich nach schulmedizinischer Universitätsausbildung und Praxis womöglich nie für Homöopathie interessiert, wenn er sich bezüglich einer immer wiederkehrenden Angina seines zweijährigen Sohnes nicht so hilflos gefühlt hätte. Antibiotika waren in beträchtlicher Menge verabreicht worden, aber immer wieder hatte es Rückschläge gegeben.

So beginnt es oft: Es gibt gesundheitlich Belastendes, man hört, dass Homöopathie wenigstens »nichts schaden« kann, will es versuchen … Dann aber ist das Entscheidende, einen richtig guten Arzt oder Heilpraktiker zu finden. Denn die Wahl des passenden Medikaments setzt Wissen, Erfahrung und Intuition voraus. Manuel Mateu i Ratera vergleicht die homöopathische Behandlung mit einer »maßgeschneiderten« Impfung, durch die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

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Esoterik: Sind wir Frauen gutgläubiger als Männer?

Bild: svz.de

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Die RTL-Undercover-Reporter haben gezeigt, mit welch dumpfen Tricks angebliche Wahrsager, Hellseher und Wunderheiler arbeiten. Gutgläubige Menschen werden auf simple Art veräppelt – und zahlen dafür ordentlich Geld. Die Opfer scheinen vor allem Frauen zu sein. Warum ist das so – und gibt es auch seriöse Esoteriker?

Von Christiane MitatselisFRAUENZIMMER

Es ist ein Gemeinplatz: Frauen gehen eher als Männer zu einer Wahrsagerin, lassen sich die Karten legen – und am Besten erzählen, dass der Traummann, Reichtum oder andere wünschenswerte Dinge auf sie warten. Frauen gelten dafür als anfälliger, da die Hellseher-Branche aber keine Zahlen dazu veröffentlicht, lässt sich der Eindruck nicht belegen. Sicher scheint nur zu sein, dass Frauen religiöser sind als Männer. In einer Erhebung des “World Value Survey”, die in 57 Staaten durchgeführt wurde, bezeichneten sich 74 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer als religiös.

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Heilpraktiker auf dem Vormarsch: Krankenkassen werben mit dubiosen Therapien

Bild: rbb

Immer mehr Gesetzliche Krankenkassen locken neue Mitglieder durch Kostenübernahmen für Alternativmedizin. Doch das Sozialgesetzbuch untersagt den Kassen eigentlich, Rechnungen von Heilpraktikern zu begleichen. Denn deren Kenntnisse sind oftmals ungenügend, die Methoden umstritten. Die IKK Südwest bricht nun ganz offensiv die Regeln im Kampf um Kunden: Auch teure Heilpraktiker-Gespräche werden abgerechnet.

Kontraste—RBB

Homöopathie, die sanfte Heilbehandlung, – für die einen Hokuspokus, die anderen schwören auf die Heilkraft der Globuli, der kleinen weissen Kügelchen. Immer mehr Menschen in Deutschland sind der Meinung: Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt. Inzwischen übernehmen viele Krankenkassen sogar die Kosten für homöopathische und andere alternative Behandlungen. Das allerdings sorgt bei den Ärzten für großen Ärger. Denn die Homöopathen dürfen viel mehr Zeit für Patientengespräche abrechnen als die Ärzte. Chris Humbs, André Kartschall und Markus Pohl haben recherchiert.

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Gegen alle Vernunft: Warum Homöopathie „wirkt“

Bild: brightsblog

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Welche Kraft steckt tatsächlich in den weißen Zuckerkügelchen? Die Wirksubstanzen sind bis auf Molekülebene verdünnt. Trotzdem setzen mehr Deutsche als jemals zuvor auf Homöopathie, weil sie ihnen hilft. Was wirklich hinter diesem Phänomen steckt.

Von Monika PreukFOCUS ONLINE

Die Deutschen vertrauen mehr denn je auf Homöopathie. Allein für homöopathische Arzneimittel, also vor allem Globuli und Tropfen, gaben sie 2012 rund 400 Millionen Euro aus. Vor wenigen Jahren waren es noch 200 Millionen Euro. Denn viele sind überzeugt: Homöopathie wirkt. Doch das ist bei genauer Betrachtung unerklärlich.

D23 – wie ein Fingerhut voll Bier in zehn Litern Wasser

Die Basis homöopathischer Heilmittel bilden pflanzliche, tierische und mineralische Substanzen. Sie werden mit Milchzucker „zerrieben“, also verdünnt. Die so entstandene Mischung wird stufenweise verwässert. Hohe Verdünnungen, wie etwa D23, enthalten damit so gut wie gar nichts mehr von der Ausgangssubstanz, der so genannten Urtinktur.

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Erfahrungen wichtiger als Studien-Warum die Deutschen auf Homöopathie schwören

10²³: Globuli-Überdosis der Skeptiker blieb ohne Folgen

10_23»Homöopathie – nichts drin, nichts dran« riefen 13 Frauen und Männer am Maxplatz, ehe jeder von ihnen ein Fläschchen mit hochdosierten Globuli exte. Zuvor hatten sie der Reihe nach angegeben, was sie zu sich nehmen werden und was ihnen laut homöopathischer Lehre nach der Einnahme droht – von Augenzucken über Malaria bis hin zum Tiefschlaf.

Traunsteiner Tagblatt

Angst vor schädlichen Auswirkungen hatten die Beteiligten nicht. Sie gehören einer regionalen Skeptiker-Bewegung an, die mittels Selbstversuch auf ironische Weise auf die Unwirksamkeit von Homöopathie aufmerksam machen wollte. »Denn das Dilemma ist, dass die naturwissenschaftliche Argumentation an die Wand prallt, wenn es um so emotional besetzte Themen geht«, so Dr. Edmund Berndt, Autor von »Der Pillendreh: Ein Apotheker packt aus«, gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Wirklich gelungen ist ihnen das nicht – nur wenige Passanten interessierten sich für die Aktion.

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Studie: Homöopathie wirkungslos

Bild: brightsblog

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Eine große Überblicksstudie der australischen Gesundheitsbehörde stellt fest, dass der wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel weiter aussteht.

Telepolis – Thomas Pany

Wirken homöopathische Mittel? Die australische Gesundheitsbehörde NHMRC ist der Frage, die große Streitigkeiten auch unter Medizinern, in der Öffentlichkeit, in Foren und in Familien auslöst, anhand klar definierter wissenschaftlicher Kriterien in einer evidenzbasierten Studie nachgegangen. Sie ist zu einem Ergebnis gekommen, das die Wirkungsfrage dorthin verweist, wo sie für viele Skeptiker ohnehin angesiedelt ist: in der privaten Halbwelt des religionsgleichen Glaubens.

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Glaubensfrage Homöopathie: Meine Kinder bekommen Kügelchen

Bild: brightsblog

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Bei harmlosen Erkrankungen verabreichen viele Eltern ihren Kindern Kügelchen. Dabei gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Homöopathika besser wirken als Placebos. Viele Mütter und Väter glauben trotzdem daran. Warum nur?

Von Lisa HarmannSpON

Homöopathie ist Quatsch. Das sieht jedenfalls Sarah so, meine Freundin. Sie glaubt an eine einzige große, von der Wirtschaft gesteuerte Lügenblase, wenn es um Kügelchen in verschiedenen Potenzen geht.

Aber: Sarah hat drei Kinder, und eines davon hustet. Andauernd. Und weil es die anderen Kinder im Kindergarten stört – oder die Erzieher nervt – setzen sie Sarah unter Druck. “Geh doch mal zum Heilpraktiker“, sagen sie. Und: “Hast du es schon mal mit Kügelchen probiert?” Nein, habe ich nicht, möchte sie entgegnen, weil es für die Wirkung von Homöopathie keinen einzigen ernstzunehmenden Beweis gibt.

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Homöopathie: Es hilft, was nützt – für jedes Leiden ein Kügelchen

Bild: brightsblog

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Die Medizin als «Heilkunst» oder als angewandte Chemie, Biochemie oder Biologie? Es gibt Skeptiker und Fanatiker. Homöopathie bringt nichts, sagen die einen, es hat schon kranken Leuten geholfen, sagen die anderen.

Von Christoph BoppBasellandschaftliche Zeitung

Skeptiker sind besser als Fanatiker. Homöopathie und Schulmedizin können durchaus koexistieren.

Man muss sich eben auf den skeptischen Standpunkt stellen, dass man noch zu wenig weiss, um ein sicheres Urteil zu fällen.

Das Buch «Homöopathie für Skeptiker» von Irene Schlingensiepen und Mark-Alexander Brysch erfüllt diesen Anspruch.

Allerdings gelingt es ihm auch nicht, für die Homöopathie einzunehmen. Der Skeptiker bleibt dabei: Es gibt zwei Standpunkte, die man gegenüber der Homöopathie einnehmen kann.

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Ist Homöopathie für Christen akzeptabel?

Bild: brightsblog

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Der Glaube an die Heilkraft der extrem verdünnten Wirkstoffe ist weit verbreitet. Dass Homöopathie eine Wissenschaft ist, bezweifeln aber viele.

kath.net

An einer privaten Hochschule in Traunstein (Oberbayern) soll im März ein Studiengang in Homöopathie starten. Der Glaube an die Heilkraft der extrem verdünnten Wirkstoffe ist weit verbreitet. Dass Homöopathie eine Wissenschaft ist, bezweifeln aber viele. Auch Christen stehen der alternativen Behandlungsmethode meist skeptisch gegenüber. Zu Recht?

PRO
Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, die Homöopathie mit anderen Heilungsmethoden zu vergleichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die von Gott geschaffenen Selbstheilungskräfte durchaus in der Lage sind, den Körper ohne Einflussnahme von Medikamenten zu heilen.

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Schamanen versuchen GWUP zu korrigieren

dzvhäDer Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) hat ein von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) herausgegebenes Faltblatt über Homöopathie korrigiert. Damit der GWUP-Text noch lesbar bleibt, wurden die knapp 30 DZVhÄ-Anmerkungen in roter Farbe neben die markierten Textstellen gesetzt.

Fachportal Naturheilkunde

Ihrem wissenschaftlichen Anspruch werden die Skeptiker in diesem Faltblatt nicht gerecht: Behauptungen werden aufgestellt und nicht belegt, Studienergebnisse einseitig interpretiert, falsche Aussagen zur Medizin und zur Medizingeschichte formuliert – an vielen Stellen springt dem Leser schlicht die Unkenntnis der Verfasser über die ärztliche Homöopathie ins Auge.

Verschiedene Medien haben über die Korrektur des Flyers berichtet, auf dem DZVhÄ-Blog wurde heftig diskutiert. Die Deutsche Apothekerzeitung online schrieb, dass durch die Korrektur eine „kurzweilige Broschüre“ herausgekommen sei, „die aufzeigt, wie beim Thema Homöopathie Welten aufeinander prallen.“ DocCheck über die DZVhÄ-Kritik: Durchaus ernst gemeint, aber trotzdem mit einem Augenzwinkern, greifen sie zentrale Argumente der Kritiker auf. Unter http://www.dzvhae-homoeopathie-blog.de findet sich der korrigierten Flyer und die Diskussion.

Heinz Oberhummer: Wie Sie einen überzeugten Homöopathen bekehren

Homöopathische Globuli gibt es je nach Grundsubstanz und Verdünnung in beliebig vielen Variationen Erwin Wodicka / colourbox

Die Homöopathie ist eine umstrittene Methode zur Behandlung von Erkrankungen. Alles Hokus-Pokus, findet FOCUS-Online-Experte Heinz Oberhummer und will Homöopathen zur Vernunft bringen.

FOCUS ONLINE

Die Homöopathie wurde vom Arzt Samuel Hahnemann etwa um 1800 begründet und existiert bis heute nahezu unverändert. Die Verdünnung von homöopathischen Mitteln ist irrwitzig. Bei einer üblichen Verdünnung von C30 wird die ursprüngliche Substanz 30-mal um ein Hundertstel verdünnt. Das entspricht der Auflösung eines einzigen Tropfens der Ursprungssubstanz im Volumen des gesamten Sonnensystems.

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Schamanen-Bachelor in Homöopathie

Bild: brightsblog

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In Bayern soll im September ein Bachelor-Studiengang in Homöopathie starten. Kritiker sehen in der Globuli-Kunde eine Pseudowissenschaft. Der Streit offenbart: Die üblichen Genehmigungsverfahren stoßen hier an ihre Grenzen.

Von Bärbel SchwertfegerSpON

Anja Wilhelm ist guter Dinge. “Es läuft alles nach Plan”, sagt die Leiterin der Homöo-Akademie im bayerischen Traunstein. Im September sollen 20 bis 25 Studenten im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe mit dem neuen Studiengang zum Bachelor of Science in Homöopathie beginnen. Schon am 24. März startet das erste Vormodul für Abiturienten. Gelehrt werden soll “klassische Homöopathie auf Hochschulniveau”.

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Früher war die Zukunft auch besser – Teil 2: Die Wissensgesellschaft

helmholtz_perspektivenDie Herausforderungen für die Zukunft im Anthropozän sind gewaltig: Klimawandel, schwindende Ressourcen, demographischer Wandel, globale Gerechtigkeit – die Liste ist verlängerbar. Die große Transformation in eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft kann nur mit Hilfe einer Wissensgesellschaft funktionieren, da werden viele sicherlich zustimmen. Also brauchen wir Wissenschaft und Forschung mehr denn je? Sicherlich. Früher machte die Wissenschaft gigantische Fortschritte und wir trauten ihr vieles zu. Die Technologien der Welterkundungen und später der Industrialisierung waren zunehmend wissenschaftsbasiert, Telefon, Röntgen, die Entdeckung elektromagnetischer Strahlen, die grüne Revolution und der Flug auf den Mond, alles basierend auf Wissenschaft. Da müssten wir doch auch mit den heutigen Problemen rasch weiterkommen, die Wissensgesellschaft müsste es doch richten können!

Von Prof.Dr. Reinhold LeinfelderDER ATNTHROPOZÄNIKER

Aber leider gibt es ja immer noch die „Unaufgeklärten“, die ewig gestrigen, die Angsthasen, welche weiten und – je nach persönlicher Ausrichtung – unterschiedlichen Teilen der Wissenschaften  mit Argwohn, Skepsis und Ablehnung begegnen: Klimawandelleugner, Evolutionsskeptiker, Gentechnikbekämpfer, Nanotechnik-Verunsicherte, Impfgegner usw. Klimawissenschaftskepsis hatten wir ja in Teil 1 dieser kleinen Serie behandelt, aber uns dann vor allem mit den Entschuldigungsmechanismen fürs Nichthandeln trotz Einsicht in den anthropogenen Charakter des Klima- und Umweltwandels beschäftigt. Aber ist es nicht vielleicht doch so, dass weite Teile der Gesellschaft den Wissenschaften eigentlich überhaupt nicht mehr über den Weg trauen? Wenden sich nicht viel zu viele unwissenschaftlichen und esoterischen Methoden zu, suchen ihr persönliches Heil in Homöopathie, Bachblütenbehandlung oder Steinheilkunde, und vertrauen bei Zukunftsfragen lieber der Astrologie oder auch der Religion?

Ist dies das Ende der Wissensgesellschaft? Müssen wir gar Homöopathie, Astrologie und Co. verbieten? Sollten Politiker vielleicht nur noch aus der Wissenschaft stammen? Oder sollten wir zumindest Journalismus und soziale Medien, welche pseudowissenschaftliches befördern, entsprechend zensieren? Natürlich nicht, aber was dann tun? Sind diese Wissenschaftsverweigerer denn nicht daran Schuld, dass es nach wie vor so viel „ Halbwissen“ gibt, dass wir bei drängenden Zukunftsfragen nicht vom Wissen zum Handeln kommen? Also alle, die der Wissenschaft misstrauen, in die Ecke stellen und mit dem Finger drauf zeigen, marginalisieren? Dieser Schuss würde sicherlich nach hinten los gehen.

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Homöopathie: Ritterschlag für Quacksalber an der LMU München?

Bild: brightsblog

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Verfechter der Homöopathie nutzen klinische Studien als Waffe, um glaubwürdig zu wirken. Es könnte an der Zeit sein, die Grenzen evidenzbasierter Methoden anzusprechen.

Von Martina Lenzen-SchulteFrankfurter Allgemeine

Roland Zimmermann, der Leiter der Frauenklinik am Universitätsspital in Zürich, wagte einiges, als er jüngst auf dem Perinatalmedizin-Kongress in Berlin öffentlich die Ansicht äußerte, Globuli & Co hätten im Kreißsaal nichts zu suchen. Der Schweizer Frauenarzt stemmt sich damit nämlich gegen eine weit verbreitete Praxis: 93,4 Prozent der geburtshilflichen Abteilungen, so das Ergebnis einer Umfrage in Deutschland, bieten den werdenden Müttern homöopathische Globuli an („Forschende Komplementärmedizin“, Bd. 16, S. 111). Zimmermann begründete seine Absage damit, dass es für die Wirksamkeit der homöopathischen Mittel keine wissenschaftliche Evidenz gebe. Fast zeitgleich widmete sich eine andere Tagung in München just den wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien: Auf dem Internationalen Symposium „Homöopathie in Klinik, Praxis und Forschung“ wurden unter anderem die Zehn-Jahres-Ergebnisse einer so genannten placebokontrollierten Studie vorgestellt, die die Wirksamkeit verschiedenster homöopathischer Arzneien bei der ADHS-Symptomatik von Kindern belegen soll.

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Vince Ebert über Homöopathie und “Schulmedizin”

Vince Ebert erklärt in “Der dritte Bildungweg” mit Jürgen Becker den Mythos Homöopathie.

Edzard Ernst: “Schätze in der Pflanzenmedizin”

Image:mistletoe.org.uk

Seit mehr als 20 Jahren untersucht Edzard Ernst alternative Heilmethoden. Er erklärt, was die Schulmedizin von Homöopathie und Co. lernen kann und welche Verfahren wirklich helfen.

Das Interview führten Annette Bruhns und Eva-Maria SchnurrSpON

SPIEGEL: Herr Ernst, viele Menschen empfinden die Schulmedizin als herzlose Reparaturanstalt, die an Symptomen herumdoktert, ohne den Menschen als Ganzes zu sehen. Können Sie das verstehen?

Ernst: Wenn ich sehe, was meine kranke Frau jetzt manchmal bei Arztbesuchen erlebt, dann schon. Aber das liegt nicht an der sogenannten Schulmedizin: Empathie und Hingabe sind Kennzeichen jeder guten Medizin. Wenn sie fehlen, ist es schlechte Medizin – egal, ob Neurologie, Gynäkologie oder Naturheilkunde. “Schulmedizin” ist übrigens eine Begriffsschöpfung des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann und seiner Anhänger, die damit die etablierten Doctores verunglimpfen wollten.

SPIEGEL: Als junger Arzt waren Sie Homöopath. Wie kam es dazu?

Ernst: Ich stamme aus einer Arztfamilie. In Bad Tölz, wo wir wohnten, lebte einer der berühmtesten deutschen Homöopathen, Willibald Gawlik. Der war unser Hausarzt. Ich habe als Kind jede Menge Globuli geschluckt, für mich war das Medizin.

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Gesundheitsmythen: Auch Haie bekommen Krebs

Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Bild: wikipedia

Krebs – allein der Name macht Angst. Zahllose Mythen ranken sich um das gefürchtete Leiden. Warum es kein Allheilmittel gibt und man einen Tumor nicht aushungern kann.

Von Hartmut Wewetzer - ZEIT ONLINE

Es war im Jahr 1902, als der deutsche Biologe Theodor Boveri eine geniale Idee hatte. Krebs könnte darauf beruhen, dass etwas mit den Erbträgern, den Chromosomen, nicht stimmt. Wenn sie bei der Zellteilung nicht gleichmäßig auf die Tochterzellen verteilt werden, könnte das zu entfesseltem und zerstörerischem Wachstum einer Tochterzelle führen, spekulierte der Würzburger Forscher. Also zu Krebs.

Boveris Annahme stieß auf wenig Gegenliebe. Verständlich, da zu jener Zeit noch kaum etwas über das Innenleben einer Zelle bekannt war. Doch die Intuition des Wissenschaftlers stellte sich Jahrzehnte später als richtig heraus. Nach allem, was wir heute wissen, entsteht Krebs in einer einzigen Zelle. Ursache sind genetische Veränderungen in den Chromosomen, die dazu führen, dass die entartete Zelle sich immer weiter teilt. Aus dem Zellhaufen wird eine Geschwulst, die Absiedlungen in andere Organe streut.

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