Schlagwort-Archive: Homöopathie

Bernd Kramer über Esoterik und esoterische Selbstversuche

Bild: tip-berlin.de

Der Berliner Journalist Bernd Kramer wagte einige esoterische Selbstversuche: Er ließ sich reinkarnieren, übte hellsehen und trat sogar als Heiler auf. Jetzt hat er ein Buch geschrieben: “Erleuchtung gefällig?”

tip-Berlin

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie im Rahmen Ihres Esoterik-Selbstversuchs reinkarniert, also in Ihre angeblich frühere Existenz als Mönch Josef zurückgeführt wurden?
Ich war hin- und hergerissen: Inwiefern lasse ich mich jetzt darauf ein? Diese Reinkarnation funktioniert ja nur, wenn man sich da reinfallen und Bilder hochkommen lässt. Andererseits wollte ich ja nur austesten, wie da vorgegangen wird. Trotzdem war ich dann in diese Mönchs-Geschichte involviert, in die man mich suggestiv hineingelockt hatte.

Warum haben Sie sich überhaupt in die Esoterik-Szene begeben?
Mir war aufgefallen, dass Esoterik ganz beiläufig in immer mehr Lebensbereichen auftaucht. Yoga zum Beispiel wird heute zwar vor allem als Sport oder als Entspannungstechnik begriffen, weist aber immer noch viele esoterische Elemente auf. Als Journalist beschäftige ich mich im Alltag außerdem schwerpunktmäßig mit Bildungsthemen. Und da hatte ich mich gefragt, warum die Arbeitsagentur etwa eine Weiterbildung zum Astrologen fördert oder was Esoterik in Uni-Kursen zu suchen hat.

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Dodo Monat April 2013: Bayrischer Rundfunk-Redaktion Wissenschaft

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

brHomöopathie ist die sanfte Art der Heilung. “Schulmedizin” aggressiv, harte, nicht unbedingt wirksame Drogen, zweifelhafter Heilungserfolg zumal noch evidenzbasiert. Das will Mensch nicht, Mensch will glauben und so gläubig wie die Wissenschaftsredaktion des Bayrischen Rundfunks wird man nur im homöopathischen Vollrausch. Homöopathisches Petroleum könnte die Ursache sein. Diejenigen, die von der Gabe des homöopathischen Mittels Petroleum profitieren, neigen dazu sehr reizbar, ärgerlich und streitsüchtig zu sein. Sie können verwirrt sein und sich sogar in gewohnter Umgebung verlaufen. Manchmal empfinden sie eine Dualität in ihrer Persönlichkeit, was sich in dem eigenartigen Gefühl zeigt, sie seien “doppelt” oder in der Mitte geteilt. Fälle von Komasaufen sind noch nicht berichtet worden.
Der Homöopath übernimmt die Rolle des Priesters und Arztes, der Patient, welcher der aggressiven “Schulmedizin” so kritisch skeptisch gegenübersteht, lässt sich vom Allmachtglauben einlullen, Zuckerkügelchen tun nicht weh und im Zweifelsfall schaden sie nicht.
Geradezu dumm-dreist vermittelt die Redaktion in der Sendung den Eindruck, Homöopathie helfe, da sie auch in der Tiermedizin Erfolge vorweise. Über die Konditionierung des Verhaltens von Tieren denken die Herrschaften gar nicht nach. Wissen wird im Bayrischen Rundfunk außerordentlich verdünnt, hochpotenziert und natürlich geschüttelt eingesetzt.  Wissensvermittlung wird hier in C30 Verdünnungen produziert. Das Informationsbit der Sendung hat sich dann irgendwo im Sonnensystem befunden.

Der Moderator der Sendung, Gunnar Mergne, schwurbelt dann auch, bar jeder Vernunft:

“Wenn die HP eine Wirkung hat, dann ist sie mit naturwissenschaftlichen Gesetzen nicht zu erklären”[...]die Logik der Zahlen scheint übermächtig zu sein.“

Die Wissenschaftsbankrotteure des Bayrischen Rundfunks auf einer intellektuellen Schmalspurbahn. Beim Bayrischen Rundfunk hat das gute Tradition, am 22. Mai 1986 blendete sich der Bayerische Rundfunk für die Dauer der Ausstrahlung einer Folge der Kabarettsendung Scheibenwischer aus dem gemeinsamen Fernsehprogramm der ARD aus, nachdem sich Helmut Oeller, der Fernsehdirektor des BR, der an einigen Passagen des Manuskriptes Anstoß nahm, mit seiner Forderung nach Absetzung der Folge nicht hatte durchsetzen können. Diese Maßnahme rief bundesweite Proteste hervor.

Staatsnähe, CSU-Hörigkeit, Parteilichkeit, Wissensfeindlichkeit, man möchte den Machern des Senders ein freundliches saludos amigos zurufen. Im Rundfunkbeirat sind die Kirchen gut vertreten. Der Münchner Domdekan und sein evangelischer Kollege wachen darüber, dass der Bayerische Rundfunk seine Aufgaben gemäß dem Gesetz erfüllt. Seine Mitglieder sind verpflichtet, sich für die Interessen des Rundfunks und seines Publikums einzusetzen.

Ich meine, wenn Politiker ihre Familien-Clans im Parlament beschäftigen und so in die öffentlichen Töpfe greifen, warum sollte sich nicht die Homöopathen-Lobby in Bayern mal so eine kleine Sendung kaufen, wertneutral bezuschussen.

Niemand von den “Wissenschaftsredakteuren” kommt auf die Idee nachzufragen, wie denn die Grundlagen der Mikrobiologie, der Physiologie oder der Biochemie funktionieren, wenn Homöopathie funktionieren soll. Leben, wie wir es kennen, wäre schlicht unmöglich.

Kritik, skeptischen Meinungen wurden in der besagten Sendung überhaupt nicht dargestellt. Im Bayrischen Rundfunk wurde das Hohelied der Homöopathie gegrölt, Herbert Hackl, der Macher der Sendung, die letzte noch verbliebene Gehirnzelle beanspruchend beantwortet die Frage eines Kommentators der Sendung, warum nicht Edzard Ernst zu Worte gekommen ist:

Mit Herrn Ernst wollte ich nicht sprechen! Er wiederholt nur immer die gleichen Argumente und geht seinerseits nicht auf neuere Studien ein. Übrigens hat Herr Ernst früher selbst zu Homöopathie geforscht. Allerdings nach allgemeiner wissenschaftlicher Meinung methodisch ziemlich schlecht.

Das ist Idiotie(Punkt)

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats April 2013

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

Es scheint als ob Politik und Kirchenvertreter im Monat April darüber stritten, wer von ihnen den größten polit-religiösen Blödsinn von sich gibt. Hier eine Auswahl:
  1. Winfried Kretschmann, “Kirche soll sich stärker einmischen.”
  2. Bayrischer Rundfunk, “…und die homöopathischen Wissensfeinde.”
  3. Bundesarbeitsgericht, “…christliche Parallelwelten.”
  4. Holger Doetsch, “Der homosexuelle Friede mit der katholischen Kirche.”
  5. Siegfried Kauder, “Straftat Genitalverstümmelung.”
  6. Andreas Laun, “Himmeldumm und homophob.”
  7. Fa. Ströer, “ …Kundenbeschwerden bei Ströer.”
  8. Reinhard Marx, “Religiös motivierte Gewalt ist Blasphemie.”
  9. Joachim Meisner,”Roma sind in unsere Zivilisation nicht zu integrieren.”
  10. Präsidium CDU, “Wenn die Politik mit der Kirche ins Bett geht.”
  11. Joachim Herrmann, ” Innenminister mit Gottvertrauen.”
  12. Norbert Lammert, “Der liberale Staat braucht religiöse Begründungen.”
  13. Angela Merkel, “Zu Gast beim Homo-Heilern.”
  14. Julia Klöckner, “…das fehlende Kreuz im NSU-Gerichtssaal.”
  15. Reinhard Junker, “Wo Biologie mit der Bibel unterrichtet werden soll.”
  16. BAG Grüne ChristInnen, “ …auf Kifferjagd.”
  17. P€€r Steinbrück, “…will getrennten Schulsport für Muslime.”
  18. Christa Meves, “Schwule sind unnatürliche Konstrukte.”

Die Wahl ist bis zum 07.Mai 2013 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08. Mai in einer Laudatio, hier auf dem Blog, gewürdigt. Viel Spaß.

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Die homöopathischen Wissensfeinde vom Bayerischen Rundfunk

Eine Wissenssendung sollte informieren, denkt man. Dass auch das Gegenteil geht, beweist “Faszination Wissen” vom Bayerischen Rundfunk.

Von Martin BallaschkDETRITUS-Blog

Update: Inzwischen hat die Redaktion der Sendung eine Stellungnahme abgegeben. Weiter unten ist dieser von mir kommentiert worden.

„Dafür, dass da angeblich mit einem „Nichts“ kuriert wird, macht dieses „Nichts“ ganz schön viel Arbeit.“ – Moderator Gunnar Merger

Wenn es um Homöopathie geht, scheint es bei Einigen auszusetzen: mit religiösem Eifer wird die geliebte Wundermedizin verteidigt. Der öffentlich finanzierten Rundfunk hat mit Herbert Hackels Sendung “Medizin oder Mogelpackung?”, die gestern (22.04.) zu sehen war, diesen Personen haltloses Argumentationsfutter geliefert. Allem Anschein nach wussten das Autorenteam schon sehr früh, wohin die Reise gehen soll, denn um eine Lanze für die Homöopathie zu brechen, verlässt es sich auf Anekdoten, zweifelhafte Wissenschaft und eine sehr selektive Auswahl der Interview-Partner – von Objektivität keine Spur.

Als erstes wird einem die Erfolgsgeschichte von einer eigentlich unheilbar an Krebs erkrankten Ärztin und „eingefleischten Schulmedizinerin“ vorgeführt. Diese hätte neben ihrer Chemotherapie noch Homöopathie genommen, und sei daraufhin in der Privatklinik Clinica St. Croce genesen. Der behandelnde Arzt Dr. Jens Wurster hält eine Heilung von Krebs durch Homöopathika durch „Immunmodulation“ für möglich. 100 Erfolgsgeschichten gäbe es an der Klinik, ohne Verweis auf die Gesamtzahl der Behandelten. Es bleibt letztlich offen, was der Grund für die Heilung der Frau war, aber der Rest der Sendung drängt die Zuschauer/innen in die gewünschte Richtung. Dabei wissen wir: Eine Anekdote ersetzt keine Daten und eine fantastische und spekulative Erklärung ersetzt keine stichfeste Theorie.

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DIE GRÜNEN: Alternativlos in die sozial-esoterische Teilhabe?

Die_GruenenBundestagswahljahr 2013. Entsprechend bringen die Parteien ihre Wahlprogramme auf Vordermann. Am kommenden Wochenende nun wollen die GRÜNEN/Bündnis90 über ihr Programm zur Bundestagswahl abstimmen.

Die Öko-Partei, längst in der politischen Mitte der Gesellschaft angekommen macht sich stark und mit Barbara Steffens wissen wir dass es Themen sind wie Alternativmedizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin welche über die sogenannte “Solidargemeinschaft” finanziert werden sollen. Dagegen steht die evidenzbasierte Medizin, ein selbsterklärender Begriff, sollte man meinen. Den grünen Polit-Schamanen ist das nicht genug.
In der Bundesdelegiertekonferenz steht das Parteiprogramm zur Wahl, dort heißt es im Kapitel “G) Teilhaben an sozialer Sicherung”

“Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben

Eine sehr dehnbare Formulierung, sie kann aber als Bezugnahme auf den “Binnenkonsens” der “Alternativmedizin” interpretiert werden.

Es wird erfreulicher. Der Kreisvorstand Hagen, noch nicht im Zuckerkügelchen-Sumpf der Glaubuli-Fundamentalisten ersoffen, stellt den Antrag BTW-S-01-165.

In Z. 165/166 ist die Formulierung „unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“ mit dem Adjektiv „wissenschaftlich“ zu ergänzen. Die Formulierung soll lauten: „unter Einbeziehung wissenschaftlich anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“

Begründung

In den beiden Abschnitten ab Z. 167 bzw. Z. 174 bekennen wir uns richtigerweise zu wissenschaftlich validierten Wirksamkeits- und Nutzenbewertungen für Medizinprodukte, Behandlungsmethoden und Arzneimittel. Gerade im Bereich der alternativen Behandlungsmethoden muss sichergestellt sein, dass von diesen tragfähigen Standards nicht abgewichen werden kann, wenn die Solidargemeinschaft zukünftig mit den Kosten solcher Behandlungsformen belastet werden soll.

Folgt man den im Antrag genannten wissenschaftlich validierten Wirksamkeits-und Nutzensbewertungen wird schnell klar, da bleibt nichts mehr übrig, von alternativen Heilmethoden, Schamanentum und Wunderheilerpraxis.

Der zweite Antrag(Kreisvorstand Freiburg), mit der Nummer BTW-S-01-165-1 postuliert nun:

Ersetze “auch unter Einbeziehung alternativer Behandlungsmethoden” durch: “haben, sofern diese nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin anerkannt sind.“

Begründung

Die bisherige Formulierung verlangt, dass Patientinnen und Patienten auch Zugang zu anerkannten „alternativen“ Behandlungsmethoden haben, aber ohne zu klären, was mit diesem Begriff gemeint ist. Alternativ zu was? Vermutlich ist hier die „Schulmedizin“ gemeint, die aber als Begriff genauso wenig definiert ist. Wesentliches und einziges Kriterium dafür, ob Patientinnen und Patienten Zugang zu bestimmten Methoden haben sollen, sprich: ob die gesetzliche Krankenversicherung die Methode in den Leistungskatalog der beitragsfinanzierten Angebote übernehmen muss, sollte die Anerkennung der Methode nach fachlich-wissenschaftlichen Standards der Evidenzbasierten Medizin sein. Dies schließt eine gemeinsame Entscheidungsfindung unter Einbeziehung des Stands der Wissenschaft, der Präferenzen der Patientin/des Patienten und der Erfahrung des/der Behandelnden ein. Allein die wissenschaftliche Methode ist geeignet, einen ausreichenden Grad an Objektivität herzustellen, der davor schützt, dass Methoden ohne Nutzennachweis mit Kassenmitteln finanziert werden müssen. Durch die vorgeschlagene Formulierung wird der unklare Begriff „alternativ“ überflüssig, ohne die Behandlungsmethoden a priori auf die „Schulmedizin“ zu beschränken. Der Begriff der „anerkannten“ Methoden wird präzisiert.

Deutlicher kann man es nicht formulieren. Insider, die, die hierarchischen Hinterzimmer-Spielchen, durchaus kein Alleinstellungsmerkmal grüner Politiker, kennen befürchten nun, dass folgender Antrag die Mehrheit der Bundesdelegiertenkonferenz finden wird.

Herr Andreas Roll, Mitglied im Kreisvorstand Ludwigsburg spricht nun schon von “qualifizierter homöopathischer Behandlung.”

Antragsnummer: BTW-S-01-166-2
AntragstellerIn: Andreas Roll KV Ludwigsburg
Änderungsantrag zu BTW-S-01

Nach Zeile 166 („Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben.“) wird der folgende Satz eingefügt:

„Dabei machen wir uns auch stark für den allgemein freien Zugang zu jeder Allgemeinärztin und jedem Allgemeinarzt unabhängig von einer Kassenzulassung.“

Begründung:

Die berechtigte grüne Forderung nach Wahlmöglichkeiten bei den Behandlungsarten bleibt wirkungslos, wenn wir den Patientinnen und Patienten weiterhin die entsprechenden ärztlichen Strukturen versperren.
Gerade in den anerkannten und wirksamen alternativen Therapierichtungen wie z.B. der klassischen Homöopathie, ist diese Wahlfreiheit innerhalb der kassenvertragsärztlichen Versorgung nicht gewährleistet. Eine qualifizierte homöopathische Behandlung wird bisher fast ausschließlich privatärztlich erbracht, auch wenn viele Kassenärztinnen und -ärzte diese Therapierichtung aus Marketinggründen formal anbieten.
Keiner Patientin und keinem Patienten wird deshalb die Einschränkung der Wahl auf ÄrztInnen innerhalb eines Monopols der Kassenärztlichen Vereinigung gerecht. Die Krankenkassen müssen verpflichtet werden, auch die Kosten anerkannter alternativer Therapieverfahren zu übernehmen. Damit wird eine tatsächliche Wahlfreiheit für alle Patientinnen und Patienten unabhängig von deren sozialem Status sichergestellt.

Die beiden vernünftigen Änderungsanträge haben wohl keine Chance auf dem Parteitag angenommen zu werden, dort wird die Unvernunft grassieren und die Idiotie fröhliche, alternative Urständ feiern.

Zum Abschluss möchte ich Prof. Edzard Ernst zu Worte kommen lassen. In einem Interview mit dem Schweizer “Tagesanzeiger” sprach Prof. Edzard Ernst über tatsächlich wirkungsvolle Komplementärmedizin, den Placebo-Effekt bei Säuglingen, mittelalterliche Homöopathie-Mythen und den aktuellen Stand der Forschung.

Demnach ist Prof. Ernst überzeugt, dass

“die Homöopathie auf Grund der heutigen Datenlage eine widerlegte Methode ist. Die wissenschaftlichen Methoden sind zwar nicht geeignet, einen Negativbeweis zu erbringen. Aber irgendwann kommt man zum Punkt, an dem man die Wirkungslosigkeit einer Methode eingestehen muss. [...]

Denn über alle 200 vorliegenden Studien betrachtet ist die Wirkung der Homöopathie nicht belegt. Ihre beiden Hauptprämissen – starke Verdünnung soll stärkere Effekte bringen und Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden – sind wissenschaftlich nicht haltbar. [...]

Wir haben uns deshalb zu folgender Wette entschlossen: Wenn jemand den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie liefert, zahlen wir ihm 100.000 Dollar. Das Angebot besteht seit einem Jahr. Abgeholt wurde das Geld bisher nicht.”

Vielleicht sollte sich Herr Andreas Roll um die ausgelobten 100KUS$ bewerben.

Danke für den Tipp. ;)

Die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein – Westfalens und Dodo-Steffens

steffens Pseudowissenschaften haben keinen Platz an unseren Hochschulen
An deutschen wie europäischen Hochschulen sind Alternativmedizin und Esoterik auf dem Vormarsch. Diesem Trend stellen sich die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens entschieden entgegen.

Liberale Hochschulgruppen NRW

Eine Hinwendung zur alternativen Medizin bedeutet eine Abwendung von den Maßstäben akademischer Arbeit. Alternativmedizin schadet NRW als Forschungsstandort im internationalen Wettbewerb. Homöopathie im Hochschulwesen bedeutet eine Abkehr vom Denkstil der Aufklärung. Das »sapere aude« Kants ist der vorrangige Wahlspruch jedes Wissenschaftlers und darf nicht den Interessen der Landesregierung und privater Verbände geopfert werden. Landesministerin Barbara Steffens plant eine schrittweise Integration von wirkungslosen Therapieformen in der Hochschullandschaft. Den dahinterstehenden Ideologien begegnen die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens mit den Worten Adornos:»Okkultismus ist die Metaphysik der dummen Kerle«.

«Die Liberalen Hochschulgruppen in NRW lehnen die Schaffung von eigens eingerichteten Lehrstühlen und verbindliche Veranstaltungen zur Alternativmedizin an öffentlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ab. Behandlungsmethoden, die den Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin widersprechen, sollen erforscht, aber nicht ohne kritische Auseinandersetzung gelehrt werden. Dabei ist der Freiheit von Forschung und Lehre insofern Rechnung zu tragen, als dass Mindermeinungen im wissenschaftlichen Diskurs eine weitestgehende Freiheitssphäre eröffnet bleibt, solange eine Einschränkung nicht erforderlich ist, um Gefahren im Gesundheitswesen durch zweifelhafte Behandlungsmethoden Rechnung zu tragen.

Begründung

Pseudomedizin auf dem Vormarsch

Die Zahl der nicht staatlichen Hochschulen steigt rapide. Von 2000 bis 2010 stieg die Anzahl privater Hochschulen von 47 auf 108 auf ein Viertel der Hochschulen insgesamt. Wenngleich es im Grundsatz zu begrüßen ist, wenn Staat und Private um die besten Studenten werben, birgt diese Entwicklung die Gefahr der Einflussnahme von Interessengruppen in sich. Gerade die Ausbildung in Heilbehandlungsberufen ist anfällig für den Einfluss der Pharmahersteller, aber auch von Ideologien und bedarf daher externer Qualitätssicherung.

In Taunstein in Oberbayern soll die erste europäische Hochschule für Homöopathie eröffnet werden. Getragen wird sie von dem Lobbyverband »European Union of Homeopathy«. Hier sollen künftig Studenten einen Abschluss in Homöopathischer Medizin mit BA/MA erwerben können.
Die Berliner Steinbeis-Hochschule, die Berliner Hochschule für Gesundheit und Sport und die Idsteiner Fresenius-Hochschule bieten Studiengänge in Komplementärmedizin an. Mit der Alanus-Hochschule in Alfter
entstand in NRW ein Bachelorstudiengang in anthroposophischer Eurhythmie. Einen BA/MA-Abschluss in Waldorfpädagogik können Interessenten an der Anthroposophischen Freien Hochschule in Mannheim erwerben. Die Liste der Beispiele ist nur exemplarisch und könnte fortgesetzt werden.

Doch nicht nur private Hochschulen sind anfällig für die Einflussnahme alternativmedizinischer Interessengruppen. An der Universität Zürich wurde ein Lehrstuhl für Naturheilkunde eingeführt.
An der renommierten Charité-Berlin werden Akupunktur, Mind-Body-Medizin, Neuraltherapie und Pflanzenheilkunde angewendet. Ähnliche Angebote findet man im Klinikum Essen-Mitte.

Im Klinikum München setzt man auf traditionelle chinesische Medizin. An der Universität Bern hingegen wird anthroposophische Medizin erforscht und gelehrt. An der Universität Frankfurt/Oder wurde 2008 der Masterstudiengang Komplementäre Medizin eingeführt. Zu diesem zählt auch eine Ausbildung in Homöopathie als Wahlpflichtfach. Der Studiengangleiter Harald Walach war Berater einer niederländischen Firma, die in Afrika ein homöopathisches Aids-Medikament erproben wollte.

Einflussnahme von Interessengruppen

Forschung, Lehre und Praxis alternativmedizinischer und esoterischer Behandlungsmethoden finden in Herstellern homöopathischer Präparate liquide Sponsoren.
Dazu zählen Hersteller wie die Biologische Heilmittel Heel GmbH, die Deutsche Homöopathie Union GmbH & Co. KG oder die Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG. Aber auch Stiftungen. Wie der Krupp-Stiftung, der Carstens-Stiftung und andere Interessengruppen treten als Sponsoren von Lehrstühlen und Forschungsprojekten auf. Insbesondere die Carstens-Stiftung hat das Ziel, »Naturheilkunde und Homöopathie in Wissenschaft und Forschung zu integrieren« und fördert diese mit knapp 1,5 Millionen Euro pro Jahr.

Barbara Steffens und die Pseudomedizin

Mit der Wahl von Barbara Steffens zur Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen traf die rot-grüne Landesregierung eine Richtungsentscheidung zugunsten der Integration der Alternativmedizin und Esoterik in den Wissenschaftsbetrieb.

Steffens ist bekennende Streiterin für Homöopathie und Esoterik. Ziel Steffens ist es, Einfallstore für Pseudowissenschaften in das Hochschulwesen zu errichten. Nicht nur eröffnete sie den Deutschen Homöopathiekongress und warb für den DZVhÄ für die Homöopathie. Auch argumentierte sie auf der Website des MGEPA für Alternativheilverfahren und deren Aufwertung durch die europaweite Akademisierung des Heilpraktikerberufs.

Die Ministerin wandte sich gegen das »Entweder-oder in Bezug auf konventionelle, integrative oder komplementäre Verfahren« und sprach sich für ein »Sowohl-als-auch« aus. Steffens vertritt die unter Homöopathen verbreitete Ansicht »Wer heilt hat recht« und schließt sich somit gängigen Argumentationsmustern von Heilpraktikern und Alternativmedizinern an. Diesen zufolge sind Vorgänge im menschlichen Körper nicht abschließend wissenschaftlich erklärbar1. Gleichzeitig existiert nach ihrer Auffassung kein Gegensatz zwischen Schul-und Alternativmedizin. Steffens argumentiert mit Studien, z.B. des Charité Berlin, die den Anschein der Wirksamkeit homöopathischer Präparate suggerieren. Tatsächlich konnte niemals in qualitativ hochwertigen Studien und Metaanalysen nachgewiesen werden, dass homöopathische Mittel eine nennenswerte,über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit haben2.
Neben der Werbung für Alternativheilverfahren fordert Steffens3 deren Integration in das Medizinstudium. Dadurch könnten »Medizinstudentinnen und-studenten auch diese Tätigkeitsfelder bei der Ausrichtung ihres weiteren beruflichen Werdegangs angemessen prüfen.« Ziel im Rahmen ihrer Arbeit sei es, »eine bessere Vernetzung Nordrhein-Westfalen auch als Standort für Integrierte Medizin beziehungsweise Komplementärmedizin« herzustellen. Daneben kritisiert sie, dass Alternativheilverfahren noch nicht ausreichend in den Leistungskatalogen der Krankenkassen gewürdigt seien.

Barbara Steffens und die evidenzbasierte Medizin

Der Weg zur Verwirklichung der genannten Vorhaben führt nach Ansicht Steffens über die Diffusion der Maßstäbe wissenschaftlicher Lauterkeit. Da es keinen evidenzbasierten Nachweis der Wirksamkeit Homöopathischer Mittel gibt, soll nach Ansicht Steffens der Maßstab der Beurteilung der Wirksamkeit geändert werden: »Bei der Beurteilung von neuen Untersuchungs-und Behandlungsmethoden hat der Gemeinsame Bundesausschuss neben der Frage der Wirtschaftlichkeit auch den jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der jeweiligen Therapierichtung zu beachten. Hieran wird sich in der nächsten Zeit vermutlich nichts ändern. [...]Wir brauchen für die Homöopathie ein anderes, akzeptiertes Verfahren zum Wirksamkeitsnachweis, um die Frage der Kostenerstattung zu öffnen. «
Mit anderen Worten: Eine Integration der Alternativmedizin ist nur zu rechtfertigen, wenn ein entsprechender Wirkungsnachweis erbracht wird. Anhand von Forschungsergebnissen müsste nachgewiesen werden, dass alternativmedizinische Verfahren eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Heilwirkung haben. Da dieser Nachweis jedoch voraussichtlich erbracht werden kann, sollen die Voraussetzungen für einen Nachweis gesenkt werden. Eine solche Veränderung der Gütekriterien wissenschaftlicher Arbeitsweise bedeutete jedoch die Abkehr von der evidenzbasierten Wissenschaft. Diese Abkehr betrifft insofern nicht nur den Standpunkt der Schulmedizin, sondern gleichsam jene Maßstäbe, die an die Wissenschaftlichkeit selbst angelegt werden.

1Es besteht ein Unterschied zwischen der zutreffenden Hypothese, die Vorgänge im menschlichen Körper seien wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt einerseits und der Hypothese, die Vorgänge im menschlichen Körper seien wissenschaftlich nicht erklärbar andererseits. Der Unterschied beider Hypothesen wird gerade deshalb schwammig und offen formuliert, weil er von eminenter Bedeutung für die Argumentationsmuster des Obskurantismus ist.

2Vgl. hierzu die ausschlaggebende Metaanalyse von Shang et al. (2005)

3z.B. im Interview mit der DZVhÄ

Was Wissenschaft von Esoterik trennt

Bild: orf.at

Wenn zur Erklärung von medizinischen Phänomenen bzw. als Verkaufsargument von Produkten Begriffe wie “Energie”, “Schwingung” oder “Quanten” verwendet werden, dann sollten beim Konsumenten die Alarmglocken klingeln. Obwohl oft umstritten, ist die Grenze zwischen Pseudowissenschaft und Wissenschaft klar geregelt.

SCIENCE ORF.at

“Warum das Thema polarisiert, verstehe ich nicht”, meinte Bernd Mayer vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften an der Universität Graz Mittwochabend bei einem Vortrag in Wien. Schließlich gebe es eindeutige Kriterien, um festzustellen, wann man es mit Wissenschaft zu tun hat und wann nicht.

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“Homöopathie ist institutionalisierter Geisterglaube”

Christian Weymayr zu alternativer Medizin, Geisterglauben und Anhängern der Lehre von Samuel Hahnemann

Von Harald NeuberTELEPOLIS

Christian Weymayr hat als Biologe promoviert. Er arbeitet seit 1987 als Wissenschafts- und Medizinjournalist für Unternehmen und verschiedene Medien. Gemeinsam mit Nicole Heißmann erschien von ihm zuletzt das Buch “Die Homöopathie-Lüge”.

Herr Weymayr, es gibt hunderte Bücher zur Homöopathie, darunter auch einige, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen. Was hat Sie dazu motiviert, noch ein Buch zu schreiben?

Christian Weymayr: In der bisherigen Auseinandersetzung ging es vor allem um die Frage, ob homöopathische Arzneien wirken können. Nicole Heißmann und ich handeln das relativ knapp in unserem ersten Kapitel ab. Davon ausgehend zeigen wir, wie etabliert die Homöopathie im Gesundheitswesen ist. Wir kritisieren diese Hinwendung, denn die Homöopathie ist keine Alternative und auch keine Ergänzung zur etablierten Medizin, also keine Medizin auf Augenhöhe, sondern Esoterik. Das war durchaus die Hauptmotivation für dieses Buch.

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Volkshochschulen: Neues Halbjahr, alter Schwachfug

Bild: vhs-frankfurt-oder.de

Zweimal im Jahr erscheint bundesweit und in hoher Auflage ein für Skeptiker zunehmend deprimierender Lesestoff:

das lokale VHS-Programmheft.

Laut dem Deutschen Volkshochschul-Verband sind Volkshochschulen kommunale Weiterbildungszentren, die „zur lokalen Daseinsvorsorge“ beitragen.

Kennzeichnend für die Volkshochschulen sei ihre „prinzipielle Offenheit für alle“.

Und leider auch für alles.

Von Holger von Rybinski – gwup|die skeptiker

Laut dem Deutschen Volkshochschul-Verband sind Volkshochschulen kommunale Weiterbildungszentren, die „zur lokalen Daseinsvorsorge“ beitragen.

Kennzeichnend für die Volkshochschulen sei ihre „prinzipielle Offenheit für alle“.

Und leider auch für alles.

Zwar hätten sich „die VHS in den letzten Jahren mehrheitlich Zertifizierungsprozessen für ihre Qualitätsentwicklung und -sicherung (sowohl im pädagogischen als auch im Servicebereich) unterzogen und damit auf die veränderte Marktsituation in der Weiterbildung reagiert”, heißt es weiter.

Zugleich aber müssten die VHS “wettbewerbsfähig agieren”, was für jede einzelne Einrichtung bedeute ….

… die Notwendigkeit wirtschaftlichen Erfolgs mit ihrem bildungspolitischen Auftrag auszubalancieren.”

Und das ist genau das Problem.

Abseits der Wissenschaft angesiedelte Erkenntnisbereiche, die weitgehend auf illusionärem Denken beruhen, boomen”,

schrieb gestern der Standard.

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Alternative Heilverfahren: Kritiker sind Extremisten

Bei der Akupunktur gibt es Hinweise auf Wirksamkeit. Deshalb sollte sie weiter erforscht werden, sagt Edzard Ernst. Für andere sogenannte alternative Heilverfahren wie Homöopathie sollte dagegen endlich Schluss sein. (© OBS)

Sogenannte alternative Heilverfahren sind auf dem Vormarsch. Doch für viele Methoden fehlen Belege für eine Wirksamkeit, andere widersprechen den Naturgesetzen. Wer darauf hinweist, muss sich derzeit auf ruppige Reaktionen aus der Szene gefasst machen. Besonders betroffen davon ist Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Paramedizin.

Interview: Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Edzard Ernst ist einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der sogenannten alternativen Heilverfahren, die er an der University of Exeter in Großbritannien erforscht hat. Zugleich ist er einer der schärfsten Kritiker von Verfahren wie der Homöopathie oder der anthroposophischen Medizin. Das verschafft ihm wenig Freunde in der Szene. Und derzeit weht der Gegenwind besonders scharf.

SZ.de: Sie hätten heute in München einen Vortrag zum Thema Akupunktur halten sollen. Aber der Veranstalter, das Wissenschaftszentrum der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, hat den Vortrag überraschend abgesagt. Warum?

Edzard Ernst: Ich bin vom Vorsitzenden mit einer äußerst seltsamen Begründung ausgeladen worden: Man wolle nicht den Eindruck erwecken, in ein laufendes Verfahren an der Universität Zürich einzugreifen. Dort wird zurzeit entschieden, wer den Lehrstuhl für Naturheilkunde übernehmen soll.

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Carstens-Stiftung: Veterinärhomöopathie oder das Placebo im Schwein

Logo-Carstens-Stiftung, Bild: twitter

Bisher gibt es nur sehr wenige klinische Studien im Bereich Veterinärhomöopathie. Um herauszufinden, ob es Evidenz für eine Wirksamkeit der Homöopathie in der Veterinärmedizin gibt, hat sich die British Homeopathic Association das Ziel gesetzt, die gesamte veterinärmedizinische Literatur in der Homöopathie zu analysieren. Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung ist an diesem Projekt beteiligt, und jüngst ist die erste (einleitende) Übersichtsarbeit veröffentlicht worden [1]

Presseerklärung Carstens-Stiftung

Insgesamt konnten 150 Studien im Bereich Veterinärhomöopathie identifiziert werden. Von diesen wurden allein 88 in einer ersten Vorsortierung ausgesondert, da sie in nicht „peer reviewten“ Zeitschriften veröffentlicht worden waren. Der Prozess des „peer reviewens“ beschreibt, dass ein unveröffentlichtes Manuskript vor der Veröffentlichung von anonymen Experten geprüft und bewertet wird. Dieser Vorgang soll der Qualitätssteigerung von Publikationen dienen.

Aus den verbleibenden 62 Studien wurden noch einmal 24 ausgesondert, weil sie entweder keine randomisierte oder kontrollierte Studie beschreiben oder weil es sich um zu kurze Veröffentlichungen handelt.

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Iran: Als Atheist in der Theokratie leben

Bild: news.bbc.co.uk

Atheisten droht im Iran die Todesstrafe. Aber immer mehr Iraner bekennen sich zu ihrem Nichtglauben – wenn auch nicht öffentlich.

Von Marcus LattonZEIT ONLINE

Den Tag, an dem Ali Ebrahimi* eingeschult wurde, bezeichnet er als den Beginn einer religiösen Gehirnwäsche. Koransuren, heroische Erzählungen über den Propheten Mohammed, rigorose Moralpredigten: In iranischen Lehrplänen nimmt der Islam viel Platz ein. Ebrahimis Eltern, säkulare Akademiker, hielten während der Islamischen Revolution 1979 loyal zum Schah-Regime. Sie schworen ihn früh darauf ein, vor seinen Lehrern keine Kritik an der Staatsreligion Islam zu äußern. “Erzähle ihnen das, was sie hören wollen”, sagten sie ihm. Und vor allem: “Sag niemals, dass du nicht daran glaubst.”

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“Goldenes Brett vorm Kopf” für Prof. Harald Walach – Viadrina(Dodo)

Bild: derstandard.at

Das “Goldene Brett vorm Kopf 2012″ geht an Harald Walach, Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder, für sein “einzigartiges Bemühen, wissenschaftsbefreite Theorien in die akademische Welt hineinzubringen”. Das gab die Gesellschaft für Kritisches Denken am Freitagabend bei der Preisverleihung für den “erstaunlichsten pseudowissenschaftlichen Unfug des Jahres” im Naturhistorischen Museum Wien bekannt. Das erstmals vergebene “Goldene Brett vorm Kopf für das Lebenswerk” ging an Buchautor und “Alien-Forscher” Erich von Däniken.

derStandard.at

Harald Walach hat eine Stiftungsprofessur für Forschungsmethodik Komplementäre Medizin und Heilkunde am Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften der 1991 gegründeten Universität Viadrina und leitet dort den Masterstudiengang “Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizin”. Walach – der “Spiegel” schrieb im Zusammenhang mit dessen Tätigkeiten von einem “Rückfall ins Mittelalter” – versuche “als Universitätsprofessor der Esoterik einen wissenschaftlichen Mantel umzuhängen”, so Goldenes-Brett-Initiator Michael Horak. Er finde immer “eine Erklärung an wissenschaftlichen Modellen vorbei, egal ob er sich mit der ‘Schwachen Quantentheorie’ befasst, die angeblich Homöopathie erklären kann, oder sich mit Kozyrev-Spiegeln beschäftigt, die angeblich telepathische Kanäle öffnen können”.

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Die schmutzigen Methoden der Homöopathie-Lobby im Netz

Bild: dpa

Arzneimittelhersteller finanzieren einen Journalisten, der die Kritiker ihrer Produkte namentlich an den Netz-Pranger stellt. Bei jedem herkömmlichen Pharmakonzern wäre dies ein Skandal. Doch die Globuli-Hersteller sehen darin kein Problem, sondern einen “konstruktiven Dialog”.

Von Jens LubbadehSüddeutsche.de

Der Google-Pranger funktioniert ganz einfach: Man setzt eine professionell wirkende Webseite auf, in der die Glaubwürdigkeit einer Person untergraben wird. Dann wird der Name der anzuprangernden Person möglichst oft im Text genannt. Die Seite wird nun automatisch unter den oberen Treffern rangieren, wenn jemand nach der Person sucht. Für Menschen, deren Glaubwürdigkeit ihr Kapital ist, beispielsweise Journalisten und Wissenschaftler, ist dieser digitale Rufmord besonders verheerend.

Googelt man den Journalisten Max Rauner, erscheint als einer der ersten Treffer eine Seite des Blogs des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Der Titel: “Max Rauner glänzt mit Halbwissen über Edzard Ernst”. Dem mehrfach preisgekrönten Journalisten Rauner wird in dem Beitrag schlechte Recherche und Verletzung seiner Sorgfaltspflicht als Journalist unterstellt. Rauner habe die Wahrheit für eine gute Story geopfert.

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Viadrina: Esoterik-Institut vor dem Aus?

Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder

Studien zur Hellseherei, die Vermittlung esoterischer Heilverfahren – immer wieder ist das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder in die Kritik geraten. Nun empfiehlt die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg der Uni, sich von dem Institut zu trennen.

Von Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Eine bizarre Masterarbeit zur Hellseherei hatte die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder kürzlich wieder einmal in die Schlagzeilen gebracht – angefertig von einem Berliner Orthopäden am Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (IntraG).

Es war nicht das erste Mal, dass das 2007 gegründete Institut heftige Kritik auf sich gezogen hatte: Mehrfach wurde in den Medien und der Blogger-Szene kritisiert, dass dort im Rahmen des Masterstudienganges “Kulturwissenschaften – Komplementäre Medizinpseudowissenschaftliche und esoterische Verfahren wie etwa Biologische Medizin, Ayurveda, Systemaufstellung oder Homöopathie gelehrt werden.

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Edgar Wunder : GWUP ist eine ideologisch motivierte „Gesinnungsgemeinschaft“ und ein „Kampfverband“

IQWiG-Chef auf dem Skeptiker Kongress

6. Weltkongress der Skeptiker: IQWiG-Chef Windeler: „Der ‚Artenschutz‘ der komplementären Medizin in der deutschen Gesundheitsgesetzgebung ist wissenschaftlich und praktisch total unbegründet“

Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Vom 18. bis 20. Mai fand in Berlin der sechste Weltkongress der Skeptiker statt, der von der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) organisiert wurde. Die GWUP ist laut einer Studie des Heidelberger Soziologen Edgar Wunder – ursprünglich ein Mitbegründer der GWUP und Chefredakteur des Vereinsblatts Skeptiker – eine ideologisch motivierte „Gesinnungsgemeinschaft“ und ein „Kampfverband“ gegen alles, was der etablierten Wissenschaft zuwiderlaufe. Wunder verließ den Verein. Mit wissenschaftlicher Aufklärung habe die GWUP nichts zu tun, vielmehr betreibe sie „ Meinungsmache“. Etwa 300 Teilnehmer zählte der “Weltkongress der Skeptiker”.

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Die Jungfrau weint Männerblut

Entlarvt die Wunder Gottes: Luigi Garlaschelli.
Foto: gwup

Das Grabtuch von Turin, ein weinende Marienstatue in Rom und andere Gotteszeichen: Moderne Skeptiker glauben nur das, was sich mit wissenschaftlichen Mitteln beweisen lässt.

Von Alice AhlersFrankfurter Rundschau

Der Mann, der die Mutter Maria entzauberte, lächelt schelmisch. Seine Augen blitzen hinter dem schwarzen Brillengestell. Vielleicht, weil er schon so manchem Wundergläubigen den Spaß verdorben hat. Luigi Garlaschelli, klein, schlank, königsblaues Jackett, wird von seiner Gemeinde dafür gefeiert, dass er paranormale Phänomene in die Welt der Vernunft überführt. Auf der sechsten Welt-Skeptiker-Konferenz in Berlin bekam er am Wochenende den europäischen Skeptiker-Award. Denn dafür vernetzen sich Skeptiker in der ganzen Welt: Sie wollen erklären, was scheinbar unerklärlich ist. Sie glauben nur das, was sich wissenschaftlich beweisen lässt.

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Von der Quantenphysik zur Quantenreligion

Glauben ist Alles, auch bei den Esos! ©Brightsblog

Wie mit einer mysteriösen Theorie alles Mysteriöse erklärt wird

Von Eduard KaeserNZZOnline

Seit einiger Zeit erstreckt sich der Erklärungsanspruch der Quantentheorie über die naturwissenschaftlichen Grenzen hinaus: Sie nimmt den menschlichen Geist ins Visier. Versuch einer Zeitdiagnose.

Die Quantentheorie – weiss man mittlerweile – ist paradox: Einerseits ist sie das bisher erfolgreichste Instrument zur Erklärung der Natur; andererseits ist sie unverständlich, wenn man sie aus der Sicht des gesunden Menschenverstands interpretieren möchte. In dieser Notlage riet der Physiker David Mermin seinen Kollegen: «Mund halten und rechnen!»

Es lockt das Bewusstsein

Diesen Rat schlagen die Physiker in den Wind. Sie rechnen zwar fleissig, halten den Mund aber immer weniger zu Fragen, mit denen sich traditionell eher die Philosophen abmühen. Zum Beispiel hat es ihnen das Bewusstsein angetan. Das zeigte sich kürzlich an der Tagung «Das Grosse, das Kleine und der menschliche Geist» im Verkehrshaus Luzern, organisiert von der Neuen Galerie Luzern. Anlässlich der 9. Schweizer Biennale zu Technik, Wissenschaft und Ästhetik diskutierten Physiker, Neurowissenschafter und Molekularbiologen über die Frage nach der «mysteriösen Brücke» zwischen Quantenwelt und unserer klassischen Alltagswelt.

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Schul-„Medizin“ am Ende

Foto: PA

Die moderne, „wissenschaftlich anerkannte“ Schul-„Medizin“ ist am Ende. Wir müssen zurück zu den seit Jahrhunderten und Jahrtausenden bewährten Naturheilverfahren. Die großen klassischen Medizin-Systeme der Menschheit sind die Klassische Indische, die Klassische Tibetische und die Traditionelle Chinesische Medizin, die Klassische Arabische Medizin, die Signaturen-Lehre und die Spagyrik, die Hildegard-Medizin, die Homöopathie und die Anthroposophische Medizin. Die Medizin der Zukunft ist die Frequenz-Therapie.

Von Norbert KnoblochMMnews

»Heil« und »Heilung« sind das zentrale Thema der Esoterik und der Spiritualität – sowohl im physisch-medizinischen wie auch im religiös-spirituellen Sinn. »Heil« und »Heilung« lagen von jeher in der Zuständigkeit der Religion, denn Krankheit spielt in allen Religionen eine besondere Rolle als Möglichkeit der Krisen-Erfahrung und Problem-Bewältigung und damit der persönlichen Weiterentwicklung und des persönlichen Wachstums (vgl. THORWALD DETHLEFSEN1), Schicksal als Chance und Krankheit als Weg). Der Schamane, Brahmane, Druide oder Priester war immer auch Medizinmann, also Heilkundiger, Heiler (»Arzt«), Psychologe und Psychiater in Personaleinheit.

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Alternativmedizin: Edzard gegen Charles

Edzard Ernst war der erste Professor für Alternativmedizin in Großbritannien.

Edzard Ernst erforscht die Alternativmedizin mit wissenschaftlichen Methoden – und ernüchternden Resultaten. Damit hat er sich viele Feinde gemacht, bis ins britische Königshaus. Als seine Universität ihn loswerden wollte, kam es zum Machtkampf.

Von Max RaunerZEIT ONLINE

Es ist schon Mittag, aber noch ruhig. Keine Hassmails von Homöopathen, keine Briefe von Anwälten, kein Ärger mit Prinz Charles. Aber das kann ja noch kommen. Edzard Ernst sitzt im Restaurant der Royal Society of Medicine in London und bestellt ein Sirloin-Steak medium rare, dazu Wasser, keinen Wein, er muss noch Vorträge halten. Mit Lesebrille, Schnauzbart und Doppelkinn sieht er sehr britisch aus, aber vielleicht ist das Einbildung, jedenfalls ist Ernst, geboren 1948 in Wiesbaden, seit zwölf Jahren britischer Staatsbürger. Er liebt dieses Land, er sagt: »Man wird hier nicht nach der Größe des Autos beurteilt.« Nur die Sache mit dem Königshaus, die könne man sich als Deutscher nicht vorstellen.

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