Schlagwort-Archive: Humanismus

Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

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Humanismus und Rechtskultur

Bild: diesseits.de

Es gibt keinen Humanismus ohne Humanität, ohne Barmherzigkeit. Der Begriff „Menschenwürde“ wurde in der Antike entdeckt, in der Renaissance wieder angeeignet, Ende des 18. Jahrhunderts erstmals in individuelle „Menschenrechte“ gegossen. Hier setzte dann das Streben nach Humanisierung des Rechts ein. Eine Konferenz geht dem nach.

Dr. Horst Groschoppdiesseits.de

Goethe berichtet um 1820 in den Wanderjahren vom Streben nach „menschlicher Behandlung der Gefangenen”, dem Streben, „gegen Schuldige gelind, gegen Verbrecher schonend, gegen Unmenschliche menschlich zu sein”. Das klingt wie in aktuellen Debatten, was den Umgang mit Gefangenen überall auf der Welt und auch hierzulande betrifft, denken wir nur an das Thema „Sicherungsverwahrung”.

Woran misst sich hier das Menschliche? Was sind die Kriterien? Welche Rechtsfelder wären zu bearbeiten, wenn es um humane Lösungen gesellschaftlicher Widersprüche geht – über das Problem des Umgangs mit Verurteilten hinaus? Wie steht es heute um die Menschenwürde in unserer Rechtskultur? Wie sind Grenzfälle zu bewerten im Streit der Ethiken? Ist das Ziel gar ein humanistisches Recht? Letzteres ist sicher strittig und dürfte nicht verwechselt werden mit „humanem” Recht.

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Dodo des Monats September 2012: Johannes Singhammer(CSU)

Dodo des Monat September 2012

Bei den Recherchen für den Dodo-Preisträger des Monats September ging mir ein Licht auf. Ein ganz besonderes Exemplar eines katholischen Fundamentalisten hat es erwischt. Der Mann, Johannes Singhammer, sitzt seit 1994 im Bundestag. Steht sofort die Frage, wer oder was wählt so eine Type?

Paulus an die Galater

“Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten.”

Mit diesem Zitat wendete sich die Partei Bibelfrommer Christen(PBC) gegen das provokantes Theaterstück “Corpus Christi”, des US-amerikanischen Dramatikers Terrence McNally. Der Dramatiker hat in seinem Bühnenwerk, Jesus und seine Jünger, als saufende Homosexuelle dargestellt. Diese Darstellung verletze aufs Gröbste die religiösen Gefühle der Christenheit. Ach ja, die PBC schäme sich fürs Abendland.

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2. Vatikanisches Konzil: Dodo Kissler ex cathedra

Vollversammlung des Konzils im Petersdom, Bild: heiligenlexikon.de

Vor 50 Jahren begann das Zweite Vatikanische Konzil. Es war durch und durch katholisch. Nicht alle, die sich auf das Konzil berufen, kennen dessen Texte. Zeit für eine Klarstellung.

Von Alexander KisslerFOCUS ONLINE

Sogar eine Sonderbriefmarke im Nennwert von 45 Cent wird erscheinen. Vom kommenden Donnerstag an kann jeder, der es mag, seine Postkarte in Erinnerung an ein historisches Ereignis frankieren. Genau 50 Jahre sind vergangen, seit in Rom die katholische Kirche ihr Zweites Vatikanisches Konzil eröffnete. An den Ehrungsfeierlichkeiten landauf, landab wäre nichts auszusetzen; der Mensch ist ein nostalgisches Wesen, das gerne zurückblickt. Die Konzilsjubeltage der Altvorderen indes befremden. Je geringer nämlich die Kenntnis der Konzilstexte ist, desto lauter wird dem Konzil applaudiert. Je weniger das Konzil bekannt ist, desto verbissener wird dessen Anerkennung gefordert. Darum kann die Devise dieser Tage nur lauten: Rettet das Konzil in seiner wahren Aussage!

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Humanismus und Aufklärung: Kein Respekt für Respektlose

M. Schmidt-Salomon, Bild: brightsblog

” Wir müssen für die Werte von Humanismus und Aufklärung entschieden eintreten”, sagt der Philosoph Michael Schmidt-Salomon. Sonst haben jene, die das Rad der Geschichte zurückdrehen möchten, leichtes Spiel.

Von ANTJE BERGSÜDWEST PRESSE

Was stört Sie an der öffentlichen Diskussion über das Video “Die Unschuld der Muslime” am meisten?

SCHMIDT-SALOMON: Es ist dieser Reflex: Religiöse Fanatiker müssen nur auf die Barrikaden gehen, schon fordern westliche Politiker Respekt für religiöse Gefühle. Das ist absurd, weil gerade diese Fanatiker den Respekt gegenüber Andersdenkenden mit Füßen treten.

Nun wird darüber diskutiert, ob man das Video “Die Unschuld der Muslime” zeigen soll oder nicht. SCHMIDT-SALOMON: Der Trailer zu dem Filmchen verrät, dass es sich dabei wohl nicht um ein hochrangiges Kunstwerk handelt. Allerdings gilt die Kunstfreiheit auch für schlechte Filme! Wo kämen wir hin, wenn wir es von ästhetischen Kriterien oder gar vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig machen würden, ob ein Film in Deutschland gezeigt werden darf oder nicht?

All das erinnert an 2006, als Muslime gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen demonstrierten.

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Schmidt-Salomons Kritik-Gebot und die europäischen Herrenmenschen

M. Schmidt-Salomon, Bild: brightsblog

„Respekt, wofür denn?”, fragt der bekannteste deutsche Atheist und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon in einem ZEIT- Kommentar anlässlich der Proteste in der islamischen Welt. Doch statt Islamkritik bietet der Philosoph und selbsternannte Humanist ein unfreiwilliges Lehrstück über den Unterschied zwischen Religionskritik und Rassismus.

Von Fabian KöhlerSchantall und die Scharia

Michael Schmidt-Salomon gehört zu den unterhaltsameren Gästen im deutschen Talkshow-Alltag. Dort bezeichnet der Philosoph seine gläubigen Kontrahenten als Wahnsinnige, kritisiert die Privilegien der Kirche oder fordert eine Ära der Aufklärung der islamischen Welt. So weit, so sympathisch. Manchmal scheint er aber auch zu vergessen, dass – wie er sagt – Humanismus und Aufklärung ihn antreiben. Dann schreibt der Philosoph rassistische Kommentare, wie zuletzt auf Zeit-Online:

Anlass sind die Proteste in der islamischen Welt über den Mohammad-Youtube-Clip eines kalifornischen Hobby-Regisseurs und die Frage, ob wir mehr Respekt vor religiösen Gefühlen haben sollten. Schmidt-Salomons-Antwort: ein klares Nein. Aufklärung und Rechtsstaat stünden auf dem Spiel, schreibt der Sprecher der Giordano-Bruno-Stiftung. Allenfalls das aufdringliche Pathos anlässlich nur weniger Hundert Demonstranten, die in den meisten islamischen Ländern auf die Straße gingen, mag man hier kritisieren. Rassistisch ist hingegen seine Begründung:

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Schmidt-Salomon über kirchliches Arbeitsrecht und Tendenzinteressen

“Die Religionszugehörigkeit sagt rein gar nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt oder eine gute Altenpflegerin ist.” | Foto: Maridav via shutterstock

Ein Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon über das kirchliche Arbeitsrecht, berechtigte Tendenzinteressen und eine alternative humanistische Linie.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Was genau verstehen Sie unter religiöser Diskriminierung?

Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt liegt immer dann vor, wenn Menschen aufgrund von Eigenschaften benachteiligt werden, die für die Ausübung ihrer Tätigkeit nicht erforderlich sind. So hat beispielsweise eine Anästhesistin keinen religiösen Verkündigungsauftrag. Wird sie in einem Krankenhaus nur deshalb nicht eingestellt, weil ihre weltanschaulichen Überzeugungen nicht mit der Konfession des Trägers übereinstimmen, handelt es sich eindeutig um religiöse Diskriminierung – und damit um einen Grundrechtsverstoß.

Welche Punkte kritisieren Sie am kirchlichen Arbeitsrecht besonders?

Das geltende kirchliche Arbeitsrecht ist mit einer massiven Einschränkung des Rechts auf Religionsfreiheit sowie diverser bürgerlicher Freiheitsrechte verbunden, müssen sich die Arbeitnehmer doch in ihrem Privatleben an den Moralvorstellungen der jeweiligen Kirche orientieren. Besonders gravierend ist dies bekanntlich in katholischen Betrieben, wo die Heirat eines geschiedenen Partners oder das Bekenntnis zu einer homosexuellen Partnerschaft zur fristlosen Kündigung führen kann. Zudem gibt es in konfessionellen Betrieben keinen Betriebsrat und kein Streikrecht. All diese Benachteiligungen haben in einer modernen, offenen Gesellschaft nichts zu suchen.

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Humanismus hat keine Standpunkt, um den Menschen zu bejahen

Bild: Die Presse

Rémi Brague im kath.net-Interview bei Heiligenkreuzer Tagung: Der Humanismus kann uns keinen archimedischen Punkt geben, von wo her wir etwas Positives über den Wert des Menschen sagen können

kath.net

Vor einem falschen Verständnis von „Humanismus“ warnt der französische Philosoph Rémi Brague im Interview mit KATH.NET. Anlässlich der Tagung „Diktatur des Relativismus“ im Stift Heiligenkreuz sprach Christof Zellenberg mit dem Philosophen zum Thema „Ist das Dasein des Menschen ein Gutes?“

„Wer ist heutzutage kein Humanist? Das ist jeder. Aber es ist leicht, den Humanismus zu predigen, und schwierig, ihn zu begründen, und zwar deshalb, weil der größte Erfolg des neuzeitlichen Humanismus im Projekt eines so genannten ausschließlichen Humanismus zusammengefasst wurde“, sagt Brague, der an der Pariser Universität Sorbonne und der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt.

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Studie: Was Meinungsmacher über Religion denken

Meinungsmacher, Bild: dw.de

Chefredakteure halten Ideologiekritik am Christentum für überholt – Islam kritisch bewertet / Untersuchung „Religion bei Meinungsmachern“ von Wissenschaftlern des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster

idw-online

Führende deutsche Journalisten halten Ideologiekritik an den christlichen Kirchen laut einer neuen Studie mehrheitlich für überholt. „Die meisten Meinungsmacher sehen eine kulturelle Renaissance der christlichen Religion – in Abgrenzung zum Islam“, heißt es in der Untersuchung „Religion bei Meinungsmachern“ von Wissenschaftlern des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster. Die befragten Chefredakteure und Kommentatoren betrachten das Christentum, unabhängig von ihrer eigenen Religiosität, als legitime Kraft zur Sicherung der öffentlichen Moral und der gesellschaftlichen Integration. „Negative Bewertungen von Religion gelten dagegen der ‚Fremdreligion’ des Islams, der oft mit Gewalt in Verbindung gebracht wird.“ Alle Befragten sehen eine beträchtliche Zunahme der öffentlichen Sichtbarkeit von Religion.

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EKD-Kulturbeauftragte: Atheisten oft zu kleinkariert

36 Prozent der Deutschen glauben noch an ein Leben nach dem Tod. An solchen Themen entspinnt sich aber nicht der Streit mit den Atheisten, sagt die EKD-Kulturbeauftragte Petra Bahr: Statt an Religion störten sie sich nur an der Kirche. Foto: iStockphoto

Die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bahr, fordert von Atheisten und Religionskritikern mehr intellektuelles Niveau. In Deutschland sei die “große Geistesbewegung der Religionskritik zur – manchmal furchtbar kleinkarierten – Kirchenkritik verkommen”.

evangelisch.de

Es gehe im Grunde gar nicht mehr um die Gottesfrage, sondern um die Frage, ob die Konfessionslosen “unter dem Einfluss derer leiden müssen, die Mitglied einer verfassten Kirche sind”, schrieb Bahr in der Osterausgabe der “Süddeutschen Zeitung”. Als Vorbild für eine öffentliche, geistig anspruchsvolle religionskritische Auseinandersetzung nannte sie die angelsächsischen Länder. Ohne die Herausforderung der Atheisten gebe es zudem keine gute Theologie, fügte die Theologin hinzu.

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Politik der Apokalypse

Bild. saarländische-online-zeitung

Der Titel und Untertitel des vorliegenden Bandes ist etwas irreführend, da es hier nicht um eine Abhandlung ausschließlich der Religionen geht, sondern der Gefahren von Weltanschauungen insgesamt, die eine positive Utopie anstreben:

Von Klaus Ludwig HelfSaarländische Online-Zeitung

„Utopien sind Wunschträume kollektiver Erlösung und Alpträume des Erwachens.“ Dabei unterscheidet Gray nicht zwischen religiösen oder politisch-weltanschaulichen revolutionären oder radikalen Utopien, die alle- so versucht er in historischen und diachronen Exkursen nachzuweisen- in menschenverachtendenTerrorsystemen aufgegangen seien; die Zivilisation und der Humanismus seien in solchen Regimes untergegangen. Die gelte nicht nur für das Mittelalter oder für das 20. Jahrhundert, sondern auch und gerade in unserem Jahrhundert: „Die Moderne ist nicht weniger abergläubisch als das Mittelalter- und in mancher Hinsicht sogar abergläubischer Das Gewaltpotential des Glaubens wird, im Zusammenspiel mit den Auseinandersetzungen um Rohstoffe, unser Jahrhundert aller Voraussicht nach entscheidend prägen.“ Keine positive prognostische Perspektive, die der Autor am Ende seines Buches wagt. Was sind die Gründe für das Terrorpotential? Der Autor versucht, diesem Phänomen von der Antike bis zur Jetzt-Zeit nachzugehen.

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Benny: Theologie verhindert gewalttätige Religion oder Vernunft

Eine Theologie, die wirklich katholisch ist, bewirkt, dass es nicht zu Exzessen einer grausamen, von der Vernunft nicht durchdrungenen Religion kommt, und ebenso nicht zu Exzessen einer Vernunft, die sich gegen die Religion stellt: Das betonte Papst Benedikt XVI. am Freitag vor der Vollversammlung der Internationalen Theologenkommission im Vatikan.

kathweb

Ein Theologe müsse ein “Mensch des Advents” sein, sagte der Papst. Er müsse von der Hoffnung auf ein immer tieferes Verstehen der Glaubengeheimnisse erfüllt sein, wobei unter diesen das schwierige Geheimnis des “trinitarischen Monotheismus” zentralen Stellenwert habe. Es müsse durch die Vernunft und den Glauben in der Tiefe ergründet werden.

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Weltfriedenstreffen Assisi: “Kack.net” berichtet

 

Quelle: myheimat.de

Greuel über Greuel
Assisi: In der Basilika wird dem Olokun gehuldigt
Ein Götzendiener sang vor den versammelten Religionsvertretern seinem Dämon ein Lied. Gestört hat es die anwesenden Relativisten nicht.

Kreuz.net

Seit heute morgen läuft in Assisi der interreligiöse Greuel. Rund 300 Vertreter aus 31 christlichen Gemeinschaften und zwölf Weltreligionen reisten gemeinsam im Zug von Rom an den Ort des Heiligen Franziskus. Am Vormittag referierten verschiedene Religionsvertreter in der Basilika Santa Maria degli Angeli. Der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., forderte eine Verurteilung aller Kriege. Den US-Kriegstreiber mit seinen jüngsten blutigen Überfällen auf Afghanistan, den Irak und zuletzt auf Libyen nannte er nicht.

Gleichzeitig krepieren die Einwohner im Ghetto von Gaza

Der Primas der anglikanischen Gemeinschaft, Laienerzbischof Rowan Williams, bekundete eine „leidenschaftliche Entschlossenheit, die Welt davon zu überzeugen, daß Menschen nie Fremde sein dürfen“. Der Rabbiner David Rosen sprach als Vertreter des israelischen Großrabbinats. Er hielt ein hochgestochenes Plädoyer für „einen höheren, göttlichen Frieden“. Den brutalen Völkermord des rechtsextremen israelischen Regimes gegen die einheimischen Palästinenser ignorierte der Friedensprediger.

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Colin Goldner – Auszug aus: Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs

Island: Verzicht auf religiösen Staatsakt

13 von 63 Parlamentariern kamen in ein dem Parlament gegenüberliegendes Hotel zur säkularen Eröffnung des parlamentarischen Jahres.

Jeder fünfte Parlamentarier besucht humanistische Debatte statt religiöse Parlamentseröffnung.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Jeder fünfte isländische Parlamentarier fühlt sich dem Humanismus näher als dem Protestantismus. Diesen Schluss lassen die Besucherzahlen des philosophischen Frühstücks für Parlamentarier zu, das die Humanistische und Ethische Union in Island (Sidmennt) am 1. Oktober parallel zur traditionellen lutherischen Messe angeboten hat. Wie die Organisation berichtet, blieben 13 von 63 Abgeordneten der religiösen Eröffnungssitzung des Parlaments im Herbst in der Nationalkathedrale fern und besuchten stattdessen die säkulare Debatte zum Thema „Wie wir bessere Entscheidungen treffen”.

Sidmennt bietet seit vier Jahren die Alternative einer inspirierenden philosophischen Diskussion an. Das religiöse Ritual in der Nationalkathedrale von Reykjavík bewerten die isländischen Humanisten als ungeeignet „für eine säkulare Regierungsorgan eines demokratischen Staates im 21. Jahrhundert”.

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Religion als Versuchung

Ein Holzkreuz in Bayern (Symbolfoto). Foto: dapd

Bei einer Tagung über unser postsäkulares Zeitalter in der Frankfurter Goethe-Universität ging es insgeheim um die Philosophie des Kanadiers Charles Taylor.

Von Christian SchlüterFrankfurter Rundschau

Irgendwie ist Gott nicht tot zu kriegen. Aller Aufklärung zum Trotz, die sich heute dann auch nicht nur abendländisch, sondern mit stolzem Geschichtsbewusstsein wieder christlich zu nennen traut. Wie konnte das geschehen? Was ist da schief gelaufen? Sollten nicht Wissenschaft und Bildung, Humanismus, Freiheit, Gleichheit, Wohlstand und all die anderen Errungenschaften unserer modernen, zumal säkularen Gesellschaften jedwede Sehnsucht nach einem erlösenden Jenseits überflüssig gemacht haben? Und hat nicht wenigstens in Europa die Trennung von Staat und Kirche nach der Französischen Revolution den Gottesglauben unwiderruflich in seine Schranken verwiesen?

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Missionsveranstaltung “Evangelischer Kirchentag Dresden”

Mission und Missionierung
Die Agenda des 33. Evangelischen Kirchentags klingt ein bisschen nach Attac-Kongress. Laizistische Kritiker eröffnen trotzdem eine religionsfreie Zone

Von Tom StrohschneiderDer Freitag

Es ist ein paar Wochen her, da erlebte der sächsische Landtag einen interessanten Streit: Ausgerechnet die schwarz-gelbe Koalition verweigerte dem Evangelischen Kirchentag den Dresdner Plenarsaal als Veranstaltungsort. Vertreter der Opposition waren empört, Abgeordnete von Linken, SPD und Grünen verließen gar aus Protest eine Sitzung. Die Koalition verwies auf ein Gutachten der Parlamentsverwaltung, die Linkspartei sprach von einem „kleinkarierten und unangemessenen“ Umgang.

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G. Beckstein: Demokratischer Konsens mit Leitkultur

Foto: Günther Beckstein, dts Nachrichtenagentur

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat den Begriff der Leitkultur verteidigt. Der “Zeit”-Beilage “Christ und Welt” sagte der Politiker, kein Mensch verlange von Migranten eine komplette Assimilation, aber der Begriff der Leitkultur stelle “einen verpflichtenden demokratischen Konsens” her. Die deutsche Kultur sei geprägt vom Christentum und seinen jüdischen Wurzeln sowie von Aufklärung und Humanismus.

naanoo.com

Aus ihnen hätten sich gesellschaftliche Grundlagen wie Demokratie, Laizismus, Aufklärung, Menschenrechte und die Zivilgesellschaft entwickelt. Diese Leitkultur müsse von den in Deutschland lebenden Menschen verbindlich respektiert werden, sei aber bei aller Grundlagentreue offen für neue Einflüsse. Beckstein wurde 2007 bayrischer Ministerpräsident, verlor sein Amt aber bereits ein Jahr später in Folge der starken Verluste seiner Partei bei den Landtagswahlen 2008.

SPD und Kirchen

Bild: brightsblog

Für Schlagzeilen hat vor kurzem die Ankündigung einiger Sozialdemokraten gesorgt, einen “Arbeitskreis Laizisten in der SPD” zu gründen. Der Parteivorstand hält wenig von dieser Idee. Wolfgang Thierse erläutert die Hintergründe: Die Gruppierung wolle das “bewährte Verhältnis zwischen Staat und Kirche drastisch verändern”, so der Bundestagsvizepräsident. Im Gespräch mit evangelisch.de schildert Thierse auch, was SPD und Kirchen verbindet und unterscheidet, warum er als ostdeutscher Katholik ausgerechnet Sozialdemokrat wurde – und warum ihn die Linkspartei mit ihrem Verweis auf den “Kommunismus” im Urchristentum nervt.

evangelisch.de

Herr Thierse, ein berühmtes Jesuszitat lautet: “Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist – und Gott, was Gottes ist”. Wie laizistisch muss eine politische Partei heutzutage sein?

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Katholiken können nicht rechnen

welt-online.de

Warum trifft es Irland, Griechenland, Portugal, Spanien? Wer die Krise verstehen will, muss den Soziologen Max Weber lesen.

Von Berthold SeewaldWELT ONLINE

Island, Griechenland, Irland, Portugal, Spanien … am Horizont wird schon Italien genannt. Und schließlich – die große Angst – Frankreich. Warum sind es ausgerechnet diese Länder, die in der Finanzkrise kollabieren oder als nächste Kandidaten gehandelt werden?

In welche Richtung die Spurensuche geht, zeigen schon die Namen am Ende der Liste. Die großen Mittelmeeranrainer tauchen wie selbstverständlich als apokalyptische Reiter am Horizont auf, während krisengeschüttelte Gesellschaften wie die Großbritanniens unerwähnt bleiben. Gerade hierzulande dürften nicht nur reale Zahlen, sondern auch tief eingefahrene Urteile und Diskurse an dieser Liste des Schreckens mitweben, eben weil sie die Zahlen zu bestätigen scheinen. Im Grunde reicht ein Name als Erklärung: Max Weber (1864-1920). Der große Soziologe, der ja eigentlich ein Universalhistoriker war, kreist in seinen „Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie“ immer wieder um die Frage, warum ausgerechnet auf „dem Boden des Okzidents, und nur hier, Kulturerscheinungen auftraten, welche doch … in einer Entwicklungsrichtung von universeller Bedeutung und Gültigkeit lagen“.

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