Schlagwort-Archive: Islam

Die Bedeutung des Korans und der Thora

Koran Heilige Schriften sind Texte, denen innerhalb einer Religionsgemeinschaft eine besondere Bedeutung zukommt. Im Judentum und dem Islam werden diese Texte als direkt von Gott offenbart angesehen werden – mit Konsequenzen auch für das alltägliche Leben.
Aus der Reihe: Heilige Schriften und ihre Bedeutung im Judentum und im Islam – Teil 1: Der Schriftkanon und die Möglichkeiten der Interpretation

Von Rüdiger AchenbachDeutschlandfunk

Welche Möglichkeiten der Interpretation gibt es? Welche Bedeutung haben diese Schriften im Gottesdienst und im alltäglichen Leben? Wie sieht man die Rolle der Erzväter und Propheten? Gibt es so etwas wie ein Konkurrenzdenken unter den Offenbarungsreligionen. Wie stehen das Judentum und der Islam zur Religionsfreiheit?

  • Über diese und ähnliche Fragen diskutiert Rüdiger Achenbach mit Dr. Edna Brocke, jüdische Religionshistorikerin, Gerald Beyrodt, jüdischer Publizist, Serdar Günes, Dozent für Islamwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main, und Abdul Ahmad Rashid, Islamwissenschaftler und Redakteur beim ZDF.

Rüdiger Achenbach: Bei Heiligen Schriften handelt es sich um Texte, denen innerhalb einer Religionsgemeinschaft eine besondere religiöse Autorität zukommt. Entscheidende Merkmale für Heilige Schriften – aus dem Blick der Religionswissenschaft – sind mythische oder sogar göttliche Herkunft und die Beschränkung auf eine festgelegte Auswahl von Schriften, also auf einen festgelegten Schriftkanon. Ein solcher Kanon ist zum Beispiel die Hebräische Bibel. Frau Brocke, was weiß man über die Entstehung dieses Kanons und welche Inhalte hatte er?

Edna Brocke: Also, seine Entstehung umfasst einen Zeitraum von circa 1000 Jahren. Und eigentlich ist das Prinzip der Entstehung dieser Schriften so gewesen, dass nie fest war, wo Anfang und wo Ende ist, sondern immer da, wo von der Lebensrealität der Menschen das Hauptinteresse war, wanderte das Zentrum dieser Textsammlung. Erst als sich das Christentum entwickelte oder begann, zu entstehen, wurden diese sehr, sehr vielen Schriften kanonisiert. Das heißt, sie bekamen vorne und hinten einen Deckel. So entstand die Jüdische Bibel oder die Hebräische Bibel, was die Christen das sogenannte Alte Testament nennen.

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Bild-Autor nennt Islam „Integrationshindernis“

Nicolaus Fests Meinungsstück hält Bild-Chefredakteur Kai Diekmann für nicht richtig
Foto: Screenshot pro / Bild

Der stellvertretende Chefredakteur der Bild am Sonntag (BamS) Nicolaus Fest hat in einem Kommentar den Islam als „Integrationshindernis“ bezeichnet. Die darauf folgende Kritik weist er zurück.

pro Medienmagazin

Der BamS-Autor schreibt am Sonntag: „Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber beim Islam wohl ja. Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen!“ Der Islam störe ihn „immer mehr“. Fest brauche „keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht“.

In dem Kommentar heißt es: „Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.“ Weiter schreibt er: „Mich stören Zwangsheiraten, ‚Friedensrichter‘, ‚Ehrenmorde‘. Und antisemitische Pogrome stören mich mehr, als halbwegs zivilisierte Worte hergeben.“

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Glaubensstreit bei Wikipedia

Eine der umstrittendsten Personen der Menschheitgeschichte: Jesus Christus ist auch bei Wikipedia Zankapfel. Am fünfthäufigsten diskutieren Wikipedianer über ihn
Foto: Marius Prusaczyk

Welche Artikel korrigieren Wikipedia-Autoren besonders häufig? Einen Blick auf die Zahlen der Plattform hat der Blog Fifty Thirty Eight geworfen. Besonders umstritten sind demnach auch zahlreiche religiöse Begriffe und Persönlichkeiten. pro zeigt sie in einer Bilderstrecke.

Slideshow pro Medienmagazin

Evangelikalen “Islam-Kenner” steckt die Luther-Rose in beiden Augen

So sollte es sein.

So sollte es sein.

Evangelischer Pfarrer: “Juden würden im Islam nur geduldet, wenn sie „kuschen“, aber überall dort, wo es ihnen wirtschaftlich gutgehe und sie Einfluss hätten, blühe der islamische Antisemtismus”.

kath.net

Der evangelikale Islam-Kenner Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl) hat die jüngste Welle antisemitischer Gewalt in Deutschland verurteilt und Kritik am Islam geübt. „Der Antisemitismus ist tief im Koran verankert“, sagte er im Gespräch mit idea. Juden würden im Islam nur geduldet, wenn sie „kuschen“, aber überall dort, wo es ihnen wirtschaftlich gutgehe und sie Einfluss hätten, blühe der islamische Antisemitismus. Bei den antiisraelischen Protesten kommt es nach Meinung Troegers zu „merkwürdigen Allianzen“ zwischen Muslimen und Linksextremisten. Der Antisemitismus beider Gruppen habe zwar völlig andere Wurzeln: „Dennoch bilden sie immer öfter eine Koalition.“ Auch warnt Troeger davor, gegenüber muslimischen Extremisten zu schnell klein beizugeben: „Zu früh nachzugeben, ermuntert muslimische Radikale.“ Gerade Christen müssten jetzt ihre Verbundenheit mit Israel bekunden.

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Bangladesch: Spaltung zwischen Religiösen und Säkularisten

Protest gegen Kriegsverbrechen auf dem Shahabag Square © by Faisal Akram auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ

Aus der Sicht des Analysten und Forschers Abu Syed Muhammad Belal steht Bangladesch in einem Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Islam. Dabei fungiert der wiederbelebte Säkularismus auch als dominierender „Gegenpol“ zum Islam.

Von Abu Syed Muhammad BelalIslamiQ

Der Säkularismus in Bangladesch erlebt eine Wiederbelebung als dominierender „Gegenpol“ zum Islam. Diese Gott begrenzende Ideologie mit ihrer sozio-politischen antireligiösen Programmatik erschließt Potenziale in der Mittelklasse, wie das kürzlich zurückliegende dominant säkulare Beben der „Shahbag-Bewegung“ demonstrierte. Durch Erzählungen vom Unabhängigkeitskrieg versuchen Säkulare die Psychologie der Menschen für die Säkularisierung der Gesellschaft zu vereinnahmen. Während säkulare Intellektuelle behaupten, dass es für ihre De-Islamisierungsprogramme eine gesellschaftliche Unterstützung gibt, weist eine entgegengesetzte Anti-Shahbag Meinung diese Ansicht entschieden zurück. Diese Strömung verneint die Ansicht, dass die Religion aus dem Bereich der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt wird.

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SMS-Drohung: Wer nicht zum Islam konvertiert, auf den wartet die Hölle

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)

In der deutschen Hauptstadt Berlin verbreiten derzeit Droh-SMS von radikalen Muslimen Angst und Schrecken unter der Bevölkerung.

unzensuriert.at

Wie nun bekannt wurde, erhielten zahlreiche Handybesitzer per SMS eine Aufforderung, zum Islam zu konvertieren. Besorgte Bürger meldeten bereits im April dieses Jahres ähnliche Drohnachrichten der Polizei, passiert ist aber bis jetzt nichts.

Islam oder Hölle

In den Nachrichten steht immer derselbe Text:

Entweder du konvertierst zum Islam oder du wirst zu den Insassen der Hölle gehören. Niemand ist der Anbetung würdig, außer Allah, der Allmächtige!

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“Ich trage Schleier, weil ich mich wohl fühle”

Symbolfoto Frau im Niqab / Bild: EPA

Es wird vor allem über sie gesprochen – aber kaum mit ihnen. Die “Presse am Sonntag” hat mit einer gebürtigen Niederösterreicherin gesprochen, die zum Islam konvertiert ist und heute in der Öffentlichkeit einen Niqab trägt.

Von NERMIN ISMAILDie Presse

Sie sind in der Öffentlichkeit kaum sichtbar. Und wenn doch, wird ihnen kaum zugehört. Muslimas, die ihr Gesicht voll verschleiert tragen – und über die derzeit wieder heftig diskutiert wird. Samira ist eine von ihnen. Die 28-Jährige, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, trägt einen Vollschleier mit einem Schlitz, einen Niqab. In ihrem Wohnzimmer in Wien Margareten spricht sie mit der „Presse am Sonntag“ – und erklärt, warum sie die Diskussion rund um Burka, Niqab und Co. nicht versteht. Die gebürtige Niederösterreicherin, Tochter zweier Katholiken aus Wiener Neustadt, hat sich immer schon für den Islam interessiert. In der Schule besuchte sie den Islamunterricht, später konvertierte sie. An der Burka-Debatte stört die Mutter einer Tochter vor allem eines, dass nämlich kaum jemand auf die Idee kommt, nach der Meinung der Betroffenen zu fragen. Denn anders als den verhüllten Frauen vorgeworfen wird, sieht sich Samira als frei und selbstbestimmt. Sie wünscht sich mehr Respekt.

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Brisante Tagung über “Gewalt im Namen Gottes”

Aufgehetzt. verängstigt, schutzsuchend: Vertriebene auf dem Gelände der katholischen Kirche in Bossangoa. Bild: ap

“Gewalt im Namen Gottes” lautet das Thema der Ökumenischen Sommerakademie vom 9. bis 11. Juli im Stift Kremsmünster. Im Mittelpunkt steht die Verantwortung der Religionen – vornehmlich Christentum und Islam – für Krieg und Frieden.

kathweb

Für inhaltliche Reibeflächen sorgt u.a. der deutsche Philosoph und Religionskritiker Herbert Schnädelbach, der die Religionen als “Quelle von Terror” für eine “verheerende kulturelle Gesamtbilanz” verantwortlich macht. Dem widerspricht der Berliner Theologe Rolf Schieder, der das von den Religionen ausgehende Friedenspotenzial herausarbeitet. Konkrete Beispiele dafür wird der Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio aus Rom, Cesare Zucconi, geben.

Weitere Vortragende sind der Religionswissenschaftler Hans Kippenberg, die Bibelwissenschaftlerin Gerlinde Baumann und die Islamwissenschaftlerin Mariella Ourghi. Ob Friedenssicherung durch Gewaltverzicht erreichbar ist, diskutieren “Pax Christi”-Vizepräsidentin Gotlind Hammerer und Brigadier Walter Feichtinger vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement des Bundesheeres.

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INTERVIEW MIT HAMED ABDEL–SAMAD ÜBER ISLAMISMUS

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad setzt sich kritisch mit dem Islam und Islamismus auseinander – so kritisch, dass radikale Muslime gegen ihn eine Fatwa aussprachen. Seitdem muss er geschützt werden. Mit dem Buchautor, der jetzt auf Einladung der Liberalen Gesellschaft nach Bremen kam, sprach Ben Zimmermann über das jüngste Burka-Urteil, islamistischen Terrorismus und das Erbe des arabischen Frühlings.

WESER KURIER

„Nichts ist mehr stabil“

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt. Ist dies aus Ihrer Sicht ein gutes Urteil?

Hamed Abdel-Samad: Ja. Es gibt auch im Islam kein Gebot, die Burka zu tragen. Sein Gesicht zu zeigen, ist extrem wichtig für die Kommunikation, damit jeder weiß, wer sein Gegenüber ist. Das Tragen der Burka ist ja eine klare Botschaft der Trägerin an die Gesellschaft: Ich will mit euch nichts zu tun haben.

Genau das war auch die Begründung der Richter. Könnte deren Urteil ein Mittel gegen die Ausbreitung eines reaktionären Islam sein?

Hamed Abdel-Samad: Man muss natürlich noch sehr viel mehr tun, beispielsweise in den Schulen. So plädiere ich auch dafür, dass Mädchen unter 16 Jahren kein Kopftuch tragen dürfen.

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Bremen: Muslime für Islamischen Religionsunterricht

Religionsunterricht: Mit der Idylle in Bremen scheint es erstmal vorbei zu sein © by Sven Brandes auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Die islamischen Religionsgemeinschaften in Bremen wollen keine Werbung für das Fach „Biblische Geschichte“ (BGU) betreiben. Sie plädieren stattdessen für einen islamischen Religionsunterricht nach dem Grundgesetz und werden dafür von Medien als „integrationsfeindlich“ gebrandmarkt.

IslamiQ

Die islamischen Religionsgemeinschaften Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und die Schura Bremen distanzieren sich in einer gemeinsamen Erklärung von der geplanten Neugestaltung des Faches „Biblische Geschichte“ (BGU). Man sei gegenwärtig nicht dazu in der Lage für das Fach zu werben, da wesentliche Belange der Muslime nicht berücksichtigt worden seien, wurde am heutigen Freitag erklärt.

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Wissenschaft: Islamophobie ist Rassismus

Bild: HUFFPO Religion

Bild: HUFFPO Religion

Die Sorge um einen zu starken Einfluss des Islam in Europa ist eigentlich rassistisch begründet. Diese These haben Wissenschaftler am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Jüdischen Museums Berlin vertreten.

pro Medienmagazin

Die Beschneidungsdebatte habe gezeigt, dass Islam und Judentum plötzlich „auf der anderen Seite“ der Gesellschaft stünden, sagte die Berliner Islamwissenschaftlerin Schirin Amir-Moazami in ihrer Einleitung zum Debattenabend der Akademie des Jüdischen Museums Berlin. Schon zuvor sei in der Politik breit darüber diskutiert worden, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht – und so sei es bis heute. Nicht nur darin waren sich die zur Diskussion eingeladenen Wissenschaftler einig. Einhellig erklärten sie auch, dass es den Skeptikern einer Islam-Integration in Europa nicht um die Religion gehe.

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ISLAMFEINDLICHKEIT: Dramatischer Anstieg von Übergriffen auf Moscheen

Eine mit Hakenkreuz beschmierte Moschee © DITIB Moschee Recklinhausen

In den Vergangenen Jahren haben Übergriffe auf Moscheen deutlich zugenommen. Offiziellen Zahlen zufolge wird an jedem zehnten Tag eine Moschee geschändet. Die negative Energie holen sich die meisten Täter aus dem Internet.

MiGAZIN

An fast jedem zehnten Tag wird irgendwo in Deutschland eine Moschee durch Farbschmierereien, Fäkalien und Schlachtabfällen geschändet. In den meisten Fällen liegt ein rechtsextremer Hintergrund vor und die Taten werden aus Hass gegenüber vermeintlichen Fremden oder Muslimen verübt. So wurden im Zeitraum zwischen 2012 und März 2014 insgesamt 78 Übergriffe auf Moscheen gezählt. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor.

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Alkoholkonsum im Islam hat eine lange Geschichte

Eine Frage des Korans oder des Maßes? "Feiernde Türken vor einem Zelt", wie sie Jean-Baptiste Vanmour (1671-1737) in Istanbul darstellte. Bild: Amsterdam Rijksmuseum

Eine Frage des Korans oder des Maßes? “Feiernde Türken vor einem Zelt”, wie sie Jean-Baptiste Vanmour (1671-1737) in Istanbul darstellte. Bild: Amsterdam Rijksmuseum

“Der Islam wurde in eine bestehende Bierkultur hineingeboren”: Wissenschaftler erforschen die Wahrheit hinter dem Rauschverbot des Koran und stoßen auf verblüffende Details wie vergorene Stutenmilch.

Von Florian StarkDIE WELT

Sultan Selim II. (1524-1574) trat 1566 ein großes Erbe an, als er nach seinem Vater Süleyman dem Prächtigen den Thron der Osmanen am Bosporus bestieg. Allerdings frönte Selim, der nebenbei auch als Kalif amtierte, einem anstrengenden Hobby. “Einem Unholde ähnlicher als einem Menschen”, widmete er den größten Teil seiner Zeit den alkoholischen Genüssen, und sein gerötetes Gesicht verriet “schon damals untrüglich den tapferen Trunkenbold”, beschreibt der rumänische Universalgelehrte Nicolae Iorga in seiner berühmten “Geschichte des Osmanischen Reiches” Selims Lebensstil.

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Aiman Mazyek: Militante Atheisten polemisch gegen Muslime

Aiman_Mazyek“Militante Atheisten benutzen Muslime oft als Projektionsfläche für Polemik gegen Religion.”

Deutschlandradio Kultur

Das sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, auf dem Katholikentag in Regensburg. Generell würden Religionsgemeinschaften in der Öffentlichkeit zu oft als Problem gesehen. Zu selten werde gesagt, dass sie eine positive Ressource für die Gesellschaft seien, sagte Mazyek. Er forderte einen faireren Umgang mit dem Islam in Politik und Medien.

Was darf Satire? Der schmale Grat zwischen Kunstfreiheit und Menschenwürde

quelle: supernature.forum

quelle: supernature.forum

Anfang Mai lösten die beiden Schweizer Kabarettisten Giacobbo und Müller eine Welle der Empörung aus. Nach einer Reihe von Witzen auf Kosten des Islams hagelte es Kritik und Rassismusvorwürfe. Auch von deutschen und österreichischen Satirikern werden in den Augen Vieler immer wieder die Grenzen zur Geschmacklosigkeit überschritten. Für die Gerichte und Aufsichtsbehörden ist Satire aber keine Frage des Geschmacks, sondern eine der sich in ihr verbergenden Aussage.

Von Patrick LieblWEB.DE

Als der Schweizer Kabarettist Mike Müller in seiner TV-Show anmerkte, dass Muslime auf dem Mars immerhin genügend Steine für ihre Steinigungen finden würden, war für viele das Fass übergelaufen. Anlass war ein Verbot von Marsflügen, welches die Oberste Islamische Behörde der Vereinigten Arabischen Emirate für alle Muslime erließ. Müller krönte damit eine Reihe von Seitenhieben, die er und sein Kollege Viktor Giacobbo Richtung Islam ausgeteilt hatten. Der Islamische Zentralrat in der Schweiz kündigte daraufhin eine Beschwerde vor der zuständigen Ombudsstelle an. Diese wird den Fall nun prüfen müssen und dabei zwischen unterschiedlichen Werten abwägen.

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Der Rattenfänger—ein Kommentar zu Erdogans Auftritt in Köln

Recep Erdogan (Foto: Πρωθυπουργός της Ελλάδας)/02elf.net

Erdogan in der Lanxess-Arena in Köln, wo sonst schon mal der Vorentscheid für die Eurovision stattfindet: Das war ganz großes Kino und ein bisschen wie in Hameln.
Nicht nur durch die Vermischung von Religion und Politik, sondern auch durch die Vereinnahmung aller, die türkische Wurzeln haben – und sei es in der dritten Generation. Da hat ein Mann sich jene Menschen eingeladen, die er als seine Türken betrachtet, gerade so, als seien sie hier immer noch “Gastarbeiter”. Das aber entspricht längst nicht mehr der Realität.

Von Gerlinde Sommer02elf

Und sie, Jung und Alt in der Arena, sehen Erdogan als den Mann, der alles kann und alles weiß und immer recht hat. Ein Mann, der die Minentoten und ihre Hinterbliebenen verhöhnt. Und dessen Berater auf einen Liegenden eintritt – und dann über Schmerzen am Fuß klagt… Erdogans Show zu besuchen, das ist das gute Recht seiner Anhänger. Wenn aber mancher der Erdogan-Gefolgsleuten meint, der deutsche Staat hätte die Gegendemonstrationen unterbinden müssen, dann zeigt sich eine wichtigtuerische Demagogenhaltung.

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Forscher: Religionen beeinflussen Enstehung des Sozialstaats

Bild: quiez.de

Wichtigster Faktor für diese Entwicklung war die Konkurrenz von Staat und Kirche. Das hat die bisher umfangreichste Untersuchung zum Einfluss von Religionen auf den Sozialstaat ergeben.

evangelisch.de

Bei der Entstehung des Wohlfahrtsstaates in Europa hatten religiöse Gesichtspunkte offenbar eine weit größere Bedeutung als bisher angenommen. Positiv habe sich besonders die Konkurrenz von Staat und Kirche sowie innerhalb der Religionen ausgewirkt, erklärte der evangelische Theologe und Sozialethiker Hans-Richard Reuter am Donnerstag in Münster. So hätten in Ländern wie Deutschland und den Niederlanden Religionen viel Einsatz für den Wohlfahrtssektor entwickelt. Reuter forscht im Rahmen des Münsteraner Exzellenzclusters “Religion und Politik”.

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Studie: Religion im Europäischen Parlament

Das Europaparlament in Straßburg © by Amplified Group auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Mit der Studie „Religion im Europäischen Parlament“ versucht man die religiöse Haltung der europäischen Abgeordneten zu ermitteln und festzustellen, inwiefern religiöse Werte die europäische Politik prägen. Dabei steht eine christliche Wertegemeinschaft im Vordergrund, während der Islam eine besondere Herausforderung darstellt.

Von François ForetIslamiQ

Das Projekt „Religion im Europäischen Parlament“ (RelEP) geht auf die Bestrebung zurück, über normative Sichtweisen bezüglich der Stellung und dem Einfluss von Religion in der europäischen Politik hinauszugehen. Zwei gegensätzliche Diskurse prallen aufeinander. Auf der einen Seite herrscht die Meinung vor, das „Vatikan-Europa“ sei christlich dominiert. Religionslobbys hätten europäische Institutionen belagert und die EU in einen Christen-Club umgewandelt. Auf der anderen Seite wird die Position vertreten, dass die EU ein seelenloses und materialistisches politisches System sei, in dem Werte und Traditionen keinen Platz haben. Schlimmer noch: die europäische politische Arena sei christenfeindlich und würde es gläubigen Menschen unmöglich machen, ein öffentliches Amt zu bekleiden.

Beiden Diskursen fehlt jedoch jegliche empirische Grundlage. Europäische Studien waren abgeneigt, sich mit Identitätsfragen, sowie kulturellen und religiösen Angelegenheiten zu befassen, da für die europäische Integration gemeinsame Interessen und wirtschaftliche Themen im Vordergrund standen. Dennoch rückte die Erweiterung der EU-Kompetenzen und das damit einhergehende „Demokratiedefizit“ die Identitätsthematik zunehmend in die politische Agenda. Der gescheiterte Versuch einer europäischen Verfassung begünstigte die Debatte über die Natur und Grenzen der europäischen politischen Gemeinschaft und über das was „Europa“ kennzeichnet. Religion war ein Teil dieser Suche nach Wurzeln und Substanz. Die zwei bestehenden Debatten über das christliche Erbe Europas und der mögliche Türkei-Beitritt haben dies veranschaulicht.

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Sklavenhandel aus Afrika ist Geburtsstunde des Islam in den USA

Bild: dtj-online.de/reuters

Die Ära der Sklaverei zählt zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte der USA. Mit den ersten aus Afrika verschleppten Sklaven, darunter auch viele muslimische Intellektuelle und Religionsgelehrte, kam der Islam nach Amerika.

Deutsch Türkisches Journal

Mit „12 Years A Slave“ gewann dieses Jahr ein Beitrag den Oscar für den besten Film, der die Massenversklavung von Afrikanern und die menschenunwürdigen Verhältnisse, unter denen sie lange Zeit in den USA leben mussten, thematisiert. Das Drama ist die Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie von Solomon Northup aus dem Jahre 1853 und erzählt davon, wie der in New York als freier Bürger lebende Northup in einen Hinterhalt gelockt und als Sklave in die Südstaaten der USA verkauft wird.

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Saudi-Arabien: Tausend Peitschenhiebe für Menschenrechtler

Bild: centerforinquiry.net

Wegen “Beleidigung des Islam” verurteilt ein Gericht in Saudi-Arabien den Menschenrechtsaktivisten und Blogger Raif Badawi zu einer langen Haftstrafe, einem sechsstelligen Bußgeld und tausend Peitschenhieben. Anlass: Sein Blog über die Religionspolizei.

Süddeutsche.de

Wegen “Beleidigung des Islams” hat ein Gericht in Saudi-Arabien einen Menschenrechtsaktivisten zu zehn Jahren Haft und tausend Peitschenhieben verurteilt. Der Gründer der Organisation Liberales Saudiarabisches Netzwerk, Raif Badawi, müsse zudem ein Bußgeld von umgerechnet knapp 194.000 Euro zahlen, sagte die Vorsitzende des Netzwerks, Suad Schammari.

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