Schlagwort-Archive: Islam

Der Islam hat ein massives Imageproblem

picture alliance

Kisslers Konter: Die Mehrheit der Deutschen empfindet den Islam als Bedrohung. Ob sich daran etwas ändert, liegt weniger am Verhalten der Muslime hier als am Auftreten des Islam weltweit. Derzeit ist er die aggressivste Religion

Von Alexander KisslerCicero

Diese Zahlen sind keine Überraschung: Jeder zweite Deutsche stimmt der Aussage zu, der Islam sei eine Bedrohung. Im Osten sind es 57, insgesamt 51 Prozent. Die Ergebnisse des aktuellen Religionsmonitors der Bertelsmann-Stiftung geben eine teils diffuse, teils aus eigenem Erleben genährte Angst wieder. Muslime verstehen demnach keinen Spaß, halten die eigene Religion für überlegen und jede Kritik für eine Beleidigung. So denkt die Mehrheit. Wer muss, wer sollte sich engagieren, um dieses Bild zu korrigieren? Liegt die berühmte Bringschuld auf Seiten des muslimischen oder des nichtmuslimischen Bevölkerungsanteils?

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Christentum, Islam, die Kreuzzüge und zweierlei Maß?

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Wenn es um die Meinungsfreiheit geht, messen viele Massenmedien gegenüber dem Christentum und gegenüber dem Islam heuchlerisch mit unterschiedlichen Maßen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Christen wird nicht annähernd jenes Recht der öffentlichen Meinungsäußerung zugestanden wie Moslems, schon gar nicht wenn es um Angriffe oder Beleidigung ihrer Religion geht. Das Bild wird nicht überzeichnet, wenn man behauptet, daß dieselben Massenmedien, die Angriffe auf den Islam verurteilen, gleichzeitig Beleidigungen und Provokationen gegen das Christentum publizieren.

Das neueste Beispiel betrifft den europäischen Abwehrkampf gegen die osmanisch-islamischen Eroberungszüge, der einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren von der Schlacht von Manzikert 1071 bis ins frühe 20. Jahrhundert umfaßte. Der italienische Filmregisseur Renzo Martinelli drehte den Film September Eleven. 1683 über den Kapuziner Marco D’Aviano, der am entscheidenden Sieg der christlichen Streitkräfte 1683 gegen die Türken vor Wien mitwirkte. Martinelli folgte dabei der Theorie des Historikers Bernard Lewis, wonach der Zorn des islamischen Extremismus bis auf die Niederlage von Wien zurückreicht. Der Filmtitel sucht die direkte Anspielung zu den Attentaten am 11. September 2001 in New York gegen die Twin Towers, bei denen mehrere Tausend Menschen ums Leben kamen. „Hast du gewußt, daß das Datum des 11. September kein Zufall war?“, lautet die Frage auf dem Filmplakat. Am 11. September 1683 wurden die Türken vor Wien besiegt. So erstaunt es vielleicht nur auf den ersten Blick, daß der Film seine Uraufführung am 11. September 2012 ausgerechnet in der Türkei erlebte.

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Verhüllte Nacktheit: Athleten, Götter, Heilige

Bild: DiePresse.com

Zwei antike Olympioniken hätten nur verhüllt in einer Ausstellung in Doha präsentiert werden dürfen. Bis zum Ersten Weltkrieg war es auch im Westen Usus, marmorne Genitalien mit Blech, Stuck oder Papier zu bedecken.

Von ALMUTH SPIEGLERDIE PRESSE.com

Ab zurück in die Kiste hieß es für drei antike Statuen, die von Griechenland an die große Olympia-Ausstellung in Doha, der Hauptstadt von Katar, verliehen wurden. Man sah, dass sie nackt waren, zumindest sind das zwei der mittlerweile, ein Monat nach der Ausstellungseröffnung, in ihre Heimat zurückgesandten Skulpturen – ein Athlet aus der klassischen griechischen, eine Kopie aus der römischen Zeit. Welche Sensibilitäten des lokalen Anstands bzw. welchen „Fluss der Ausstellungsgestaltung“, so eine Museumssprecherin, die dritte heimgeschickte Skulptur störte, bleibt geheimnisvoll. Die drei Reizworte Islam, Nacktheit und Zensur reichten, um dieser Tage für Schlagzeilen im Westen zu sorgen.

Wobei der eigentliche Skandal für Kunsthistoriker und Restauratoren vor allem darin besteht, dass die Kunstwerke überhaupt auf diese aussichtslose, unnötige, strapaziöse Reise geschickt wurden. Schließlich musste für die Beteiligten aller Seiten klar gewesen sein, dass gerade in dem streng islamisch geprägten, dem orthodoxen sunnitisch-wahhabitischen Islam anhängenden Emirat nackte (männliche) Genitalien nicht öffentlich ausgestellt werden können.

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Saudi-Arabien: Leopard-Panzer sind besser als Kirchen

“Als Wiege der heiligen Stätten des Islam können wir nicht die Errichtung von Gotteshäusern anderer Religionen gestatten”

kathweb

Saudi-Arabien will weiterhin keine nicht-islamischen Gebetsstätten zulassen. Als “Wiege der heiligen Stätten des Islam” könne das Königreich nicht die Errichtung von Gotteshäusern anderer Religionen gestatten, zitierte die deutsche katholischen Nachrichtenagentur KNA am Mittwoch aus der Ansprache des saudischen Justizministers Mohammed al-Issa vor Europa-Abgeordneten in Brüssel. Dabei verteidigte al-Issa, dass Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in Saudi-Arabien gewahrt würden. Die Gerichte handelten transparent und seien bereit, sich überprüfen zu lassen.

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NRW-Atheisten kritisieren Gerichtsbeschluss zur religiösen Kindererziehung

jesus_schaukelIBKA-Pressemitteilung 22.04.2013

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten in Nordrhein-Westfalen äußert seine Verwunderung über einen Beschluss des Oberlandesgericht Köln vom 18.04.2013. Das OLG bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichtes Monschau, das religiöse Erziehungsrecht zweier Kinder auf den von ihnen getrennt lebenden Vater zu übertragen. Durch diesen Beschluss müssen die Kinder vorläufig am konfessionellen Religionsunterricht der Grundschule teilnehmen.

“Der Lebensmittelpunkt der ungetauften und bislang nicht religiös erzogenen Kinder ist bei der Mutter, und die Richter übertragen das religiöse Erziehungsrecht auf den von der Familie getrennt lebenden Vater – mit der lapidaren Begründung, eine Teilnahme am Religionsunterricht sei für die Allgemeinbildung der Kinder förderlich. Hingegen definierte das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 1987: ‘Der Gegenstand des Religionsunterrichtes ist der Bekenntnisinhalt, die Glaubenssätze der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Diese als bestehende Wahrheiten zu vermitteln ist seine Aufgabe.’ “, sagt Rainer Ponitka, Pressesprecher des IBKA in NRW. “Der Beschluss des Oberlandesgerichtes fällt hinter den des Verfassungsgerichtes zurück”

Das OLG Köln habe Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof zugelassen; der IBKA prüfe derzeit die Erfolgschancen.

Hintergrund:

Presseerklärung des Oberlandesgerichtes Köln: Oberlandesgericht Köln entscheidet über Teilnahme zweier Kinder konfessionsloser Eltern am Religionsunterricht

Humanistischer Pressedienst – OLG Köln: Religionslehre entspricht Kindeswohl

Gegenstand des Religionsunterrichtes – BVerfG, Beschluss vom 25.02.1987 – 1 BvR 47/84 – BVerfGE 74, 244 [255]

Sam Harris: On “Islamophobia” and Other Libels

Sam Harris, Bild: wikipedia

A few of the subjects I explore in my work have inspired an unusual amount of controversy. Some of this results from real differences of opinion or honest confusion, but much of it is due to the fact that certain of my detractors deliberately misrepresent my views. The purpose of this article is to address the most consequential of these distortions.

samharris.org

A general point about the mechanics of defamation: It is impossible to effectively defend oneself against unethical critics. If nothing else, the law of entropy is on their side, because it will always be easier to make a mess than to clean it up. It is, for instance, easier to call a person a “racist,” a “bigot,” a “misogynist,” etc. than it is for one’s target to prove that he isn’t any of these things. In fact, the very act of defending himself against such accusations quickly becomes debasing. Whether or not the original charges can be made to stick, the victim immediately seems thin-skinned and overly concerned about his reputation. And, rebutted or not, the original charges will be repeated in blogs and comment threads, and many readers will assume that where there’s smoke, there must be fire.

Such defamation is made all the easier if one writes and speaks on extremely controversial topics and with a philosopher’s penchant for describing the corner cases—the ticking time bomb, the perfect weapon, the magic wand, the mind-reading machine, etc.—in search of conceptual clarity. It literally becomes child’s play to find quotations that make the author look morally suspect, even depraved.

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Genitalverstümmelung: Missbrauchter Glaube

Genitalbeschneidung bei Frauen als ererbte Unsitte – ohne jede Grundlage im Koran: Kampagne gegen Genitalverstümmelung (FGM)

Auch wenn die verbotene Praxis der Genitalverstümmelung von Frauen nichts mit dem Islam zu tun hat, sind ägyptische Islamisten entschlossen, sie wieder zu legalisieren – mit fatalen Folgen für Ägyptens Frauen.

Von Margot Badranqantara.de

Am 20. Dezember haben die Vereinten Nationen eine Resolution gegen die Praxis der Genitalverstümmelung von Frauen (FGM) verabschiedet. Zwei Tage später fand ein landesweites Referendum für eine neue Verfassung statt. Doch was bedeuten Resolution und Verfassung für die ägyptischen Frauen tatsächlich?

Die Vereinten Nationen betrachten ihre Resolution als einen “signifikanten Meilenstein”, um dem lokalen Brauch der FGM bei jungen Mädchen weltweit ein Ende zu setzen. Sie ist das Ergebnis nachhaltiger internationaler Bemühungen – auch mit entscheidender ägyptischer Unterstützung.

Die Resolution stellt ein weiteres Instrument für all jene Regierungen dar, die Genitalverstümmelung von Frauen und die daraus entstehenden Verfehlungen in Bezug auf die körperliche Gesundheit und persönliche Unversehrtheit der Frauen zu beseitigen.

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»Sack-Gate«:Von alten Säcken und Adolfs

„Ein reaktionärer alter Sack wie sein Vorgänger“? Neupapst Franziskus und Altpapst Benedikt XVI. beim Gebet. Bild: ap

In einem Kommentar auf taz.de und auf der Titelseite der taz wurde der neue Papst als „reaktionärer alter Sack“ bezeichnet. Der Rest des Textes ging im Sack-Gate mehr oder minder unter. Die Folge: Etliche Leserbriefe und -kommentare mit wohlwollender Zustimmung, aber mit konstruktiver Kritik. Und auf so manchen Brief folgte ein längerer Mailwechsel. Zum Beispiel dieser.

Von Deniz Yücel - taz

Leserbrief

Wie kann eine seriöse Zeitung es zulassen, dass so ein volksverhetzender Kommentar über den Papst von einem Deutsch-Türken veröffentlicht wird? Würden solche Ausdrücke über einen islamischen Würdenträger geschrieben werden, welcher Aufschrei ginge da durch die Presse − wenn überhaupt eine Zeitung es wagen würde, ein solches Pamphlet zu drucken. Als Moslem sollte Ihr Schreiberling wissen: Toleranz ist keine Einbahnstraße! Sein schändlicher Kommentar beweist, dass zwar inzwischen Muslime zu Deutschland gehören, aber der Islam nicht zu Europa, wenn die christlichen Wurzeln Europas so mit Füßen getreten werden. Adolf Volland

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Aiman Mazyek über religiöse und atheistische Fundamentalisten

Aiman Mazyek sprach in der Evangelischen Akdemie Sachsen-Anhalt über christlichen Fundamentalismus. Foto: pro

Fundamentalismus muss nicht religiös sein. Das hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, am Freitag in der evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt erklärt. Im Rahmen der Beschneidungsdebatte seien ihm atheistische Gruppen ungewöhnlich aggressiv begegnet. Doch auch mit „evangelikalen Fundamentalisten” habe er schon „Schattenkämpfe” ausgetragen.

pro Medienmagazin

Radikalismus, da war sich Mazyek bei der Veranstaltung zum Thema „Christlicher Fundamentalismus aus muslimischer Sicht” sicher, gibt es im Christentum und Atheismus ebenso wie im Islam. Er schäme sich für die „inquisitorische Rhetorik” des salafistischen Predigers Pierre Vogel, der Moderator Johannes B. Kerner zuletzt vor laufenden Kameras erklärt habe, er komme in die Hölle, weil er kein Moslem sei. Doch Mazyek erinnerte auch an die Koranverbrennung eines Pastors in den USA. Einen wahren „Schattenkrieg” habe er zeitweise gegen die Evangelikalen geführt. Islamophobie sei in bestimmten evangelikalen Gruppen eine Konstante, erklärte Mazyek. Im Rahmen der Beschneidungsdebatte habe er hingegen kaum antiislamische christlich-fundamentalistische Stimmen wahrgenommen.

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Österreich: Pfarrer-Äußerungen „unzumutbar“

Bild: kleinezeitung.at

Die Diözese Graz-Seckau ergreift nun Maßnahmen im Fall des Pfarrers von St. Veit am Vogau. Der Pfarrer darf in Karwoche wegen „unzumutbaren“ Aussagen zu Islam und Homosexualität keine Gottesdienste feiern.

religion.orf.at

Der Pfarrer der Gemeinde von St. Veit am Vogau, Karl Tropper hatte zuletzt in der „Kleinen Zeitung“ Homosexuelle erneut als Perverse und den Islam als „reinen Rassismus“ und „das Widerwärtigste“ bezeichnet. Die Diözese Graz-Seckau hatte den südsteirischen Pfarrer zum wiederholten Mal verwarnt. Die Osterliturgien wird daher ein anderer Pfarrer leiten, ab August tritt Tropper in den dauerhaften Ruhestand.

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F1 der Ratzinger-Klon

Aus Ratzingers Retorte: Benedikt XVI. und sein Nachfolger Kardinal Jorge Mario Bergoglio, damals noch Erzbischof von Buenos Aires (Vatikan, 13.1.2007) Foto: AP Photo/L’Osservatore Romano

Nach Benedikt XVI. wurde nun erstmals ein Mann aus Lateinamerika zum Papst gewählt. Ändern wird sich dadurch im Vatikan nichts

Von Uta Ranke-HeinemannjW

Als im Jahr 2005 Ratzinger zum Papst gewählt wurde, hatte ich große Hoffnungen, daß er es fertigbringen könnte, die zweitausendjährige Geschichte der Kirche, geprägt von Unterdrückung, Kriegen, Frauenfeindlichkeit, Sexualfeindlichkeit, Homosexuellenfeindlichkeit, zu überwinden.

Ich kannte Ratzinger von unserer gemeinsamen Studienzeit in München 1953/1954 und hatte ihn als sanften, bescheidenen, sympathischen jungen Mann in Erinnerung. Ratzinger fiel mir damals auf als sehr intelligent. Er war der Star unter den Studenten. Und ich sehe uns noch, wie wir beide einsam in einem der großen Hörsäle nebeneinander sitzen und die Thesen unserer Doktorarbeiten ins Lateinische übersetzen. Eine gegenseitige Achtung war seitdem verblieben. Da ich mich mit 17 Jahren auf der Schulbank des Essener Burggymnasiums mit meinem Klassenkameraden Edmund Ranke verlobt hatte, hatte ich unter den Studenten einen gesucht, der für mich als Verlobte in Frage kam und mir nicht plötzlich einen Kuß auf die Backe drückt, wenn wir stundenlang mutterseelenallein abends in einem der großen, leeren Hörsäle sitzen und übersetzen. Er hatte schon immer die Aura eines Kardinals, hoch intelligent bei Abwesenheit jeglicher Erotik. Und über 50 Jahre habe ich geglaubt, daß er unter Johannes Paul litt.

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Feindbild Islam

Jürgen Todenhöfer Bild: neuwal.com

Mit Zehn Thesen gegen den Hass will Jürgen Todenhöfer zu mehr Respekt und Gerechtigkeit gegenüber dem Islam aufrufen. Und verläuft sich zum Teil in ähnlichen Stereotypisierungen, die er in seinem Buch zu kritisieren versucht.

Von Dominik Leitner - neuwal

Todenhöfer versucht auf rund 60 Seiten mit vielen Vorurteilen aufzuräumen: Er erklärt, dass der internationale Terrorismus in Wahrheit bereits am Boden war, und erst durch die großen “Anti-Terrorkriege” wieder einen Aufschwung erlebte. Und außerdem, so These 3: “Terrorismus ist kein typisch muslimisches, sondern ein weltweites Problem.” Laut Europol gab es 2010 in den Ländern der EU 249 Terroranschläge, 3 davon gingen auf “islamistische” Attentäter zurück. Auch 2009 gab es 294 Anschläge, 1 davon mit “islamistischen Hintergrund.”. Da das Buch 2011 erschienen ist, fehlen die Zahlen für ebendieses Jahr, die wir hier gerne nachreichen: Im Jahr 2011 zählte man 174 Terroranschläge, 0 (in Worten: null) mit “islamistischen Hintergrund”.

Was ist der Grund für diese fast schon grotesk falsche Darstellung des internationalen Terrorismus? Braucht der Westen derartige Übertreibungen und Verzerrungen zur Begründung seiner aggressiven Machtpolitik im Mittleren Osten [...]

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Verdienste um Judentum: Schavan bekommt Geiger-Preis

Preisverdächtig: Ihre Doktorarbeit war es nicht, ihr Engagement für die jüdische Theologie in Potsdam schon, findet die Jury des Abraham Geiger-Kollegs. Foto: dpa

Nach fast 200 Jahren wird die jüdische Theologie endlich als Fach an einer deutschen Uni etabliert. Das ist auch ein Verdienst der scheidenden Bildungsministerin, meint man beim Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg.

Potsdamer Neueste Nachrichten

Die nach Plagiatsvorwürfen zurückgetretene Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wird in Potsdam mit dem Abraham-Geiger-Preis 2013 ausgezeichnet. Der Politikerin sei es „ganz wesentlich zu verdanken“, dass die jüdische Theologie nach fast zweihundert Jahren endlich als Fach an einer deutschen Universität etabliert werden könne, teilte das liberale Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg am Montag in Potsdam mit. Damit habe Schavan die Gleichberechtigung der jüdischen mit der christlichen Theologie und dem Islam hergestellt, begründet die Jury: „So hatte es sich unser Namensgeber Rabbiner Abraham Geiger schon Anfang des 19. Jahrhunderts gewünscht.“ Die Auszeichnung soll am 19. März in Potsdam verliehen werden. Das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro soll zur Finanzierung von Stipendien für Rabbiner-Studenten verwendet werden.

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Ägyptisches Gericht im Gotteswahn: YouTube Sperre

Themenbild, Bild: m.ruvr.ru

In Ägypten soll die Internetplattform YouTube einen Monat lang gesperrt werden, weil einige Inhalte den Islam beleidigten. Das ordnete ein Verwaltungsgericht am Samstag in Kairo an. Das Gericht bezog sich unter anderem auf den umstrittenen Film «Unschuld der Muslime».

Blick.ch

Dieser verunglimpft den Propheten Mohammed als Frauenheld, Homosexuellen und Päderasten. Versehen ist das Video mit dem Hinweis, dass der Inhalt von der YouTube-Community als potenziell beleidigend oder unangemessen eingestuft wurde.

Das nun verhängte Verbot soll auch für andere Internetseiten gelten, die den Film veröffentlicht haben.

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Kirche und Evangelikale sollen enger zusammenrücken

Eine führende Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pröpstin Annegret Puttkammer. Foto: idea/Rösler

Angesichts einer zunehmenden Skepsis gegenüber Religion in der Gesellschaft sollten die Volkskirche und die evangelikale Bewegung enger zusammenrücken.

idea.de

Dafür hat sich eine führende Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pröpstin Annegret Puttkammer (Herborn), ausgesprochen. Nach ihren Worten ist ein „Grundverdacht“ gegenüber allem spürbar, „was religiös ist“. Das habe sich zum Beispiel in der Debatte um die Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen gezeigt, sagte die 49-jährige Theologin am 6. Februar bei einem Besuch der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Wetzlar. Sie ermunterte Evangelikale, in gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu beziehen: „Wir dürfen uns nicht in unsere Hauskreise zurückziehen.“ Christen könne es nicht egal sein, wenn Menschen etwa unter Zuglärm im Rheintal oder unter Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet litten.

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Attentat auf dänischen Islamkritiker

In Kopenhagen ist am Dienstag ein Anschlag auf einen bekannten Islamkritiker verübt worden Foto: hc.saustrup (CC-BY-NC-ND)

Ein Unbekannter hat einen Anschlag auf den dänischen Journalisten Lars Hedegaard verübt. Der Vorsitzende der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit überlebte das Attentat.

pro Medienmagazin

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, klingelte ein etwa 25 Jahre alter Mann am Dienstag an der Haustür von Hedegaard. Dann feuerte er zwei Kugeln auf den Journalisten ab, doch er verfehlte sein Ziel. Der Täter konnte entkommen und wird nun von der Polizei in der dänischen Hauptstadt gesucht.

Hedegaard wurde durch abfällige Äußerungen über Muslime bekannt. Er sagte unter anderem, der Islam akzeptiere ein Recht auf Vergewaltigung.

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R.Dawkins verliert Debatte gegen R.Williams

Bild: idea.de

Der Atheist Richard Dawkins (Oxford) hat eine Debatte über die Rolle der Religion im 21. Jahrhundert gegen den früheren anglikanischen Primas Rowan Williams (Cambridge) verloren.

idea.de

Nach dem Meinungsaustausch, der am 31. Januar an der Universität von Cambridge stattfand, konnten die Zuhörer abstimmen. Williams erhielt 324 und Dawkins 136 Stimmen. Der 62-jährige Williams war bis Ende 2012 als „Erzbischof von Canterbury“ geistliches Oberhaupt der Anglikaner und der „Kirche von England“. Seit Anfang des Jahres hat er wieder eine akademische Tätigkeit aufgenommen. Im intellektuellen Schlagabtausch mit Dawkins argumentierte er unter anderem, dass Religion schon immer zum Aufbau der menschlichen Gemeinschaft und von Beziehungen der Nächstenliebe beigetragen habe. Die Vorstellung, dass religiöse Praxis einzig und allein Privatsache sei, gehe „gegen den Strich der Religionsgeschichte“, so Williams. So habe das Konzept der Menschenrechte eindeutig religiöse Wurzeln.

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Vatikan und Lebensschutz: Die “Kongo-Pille” und die “Pille danach”

og20RVatikan lehnt Abtreibungen nach Vergewaltigung ab – Verhütung gebilligt(1999)

Von Gernot FaciusDIE WELT

Der Vatikan hat die Verteilung der “Pille danach” an vergewaltigte kosovarische Flüchtlingsfrauen verurteilt. Die Leiterin des UN-Bevölkerungsfonds, Nafis Sadik, warf ihm daraufhin “mangelnde Sensibilität gegenüber dem Leid der Frauen im Kosovo” vor.Es ist keine neue Position, die in dem römischen Verdikt zum Ausdruck kommt.

Der Vatikan bekräftigte, vertreten durch seinen Bioethikexperten Bischof Elio Sgreccia, lediglich seine traditionelle Lehre des Lebensschutzes von Anfang an. Sgreccia verband seine Anmerkungen mit dem Hinweis, in Kriegssituationen sei es gestattet, Verhütungsmittel zu nehmen, wie es etwa in den sechziger Jahren katholischen Nonnen in der damaligen belgischen Kolonie Kongo erlaubt worden sei. Der Bischof nannte dies eine legitime Form der Selbstverteidigung.

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Wieviel Religion steckt im “Tatort”?

© WDR Vor der Lambertikirche in Münster posier1en die beiden „Tatort“-Ermittler Pathologe Professor Karl-Friedrich Boerne ( Jan Josef Liefers, l.) und Hauptkommissar Frank Thiel ( Axel Prahl).

Claudia Stockinger, 42, ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen – und hat über einen Zeitraum von zwei Jahren das Thema Religion in der ARD-Reihe „Tatort“ erforscht.

merkur-online.de

-Sie haben für Ihr Projekt 411 „Tatort“-Folgen untersucht. Können Sie die Anfangsmelodie noch hören?

Nein, die überspiele ich immer. Obwohl ich absolut für den bewährten „Tatort“-Vorspann bin. Schreiben Sie bitte nicht, ich hätte was gegen die Eingangsmelodie.

-Wie religiös ist der „Tatort“?

So religiös wie die Bundesrepublik. Er ist eine Art Spiegel. Das äußert sich in Details, wenn zum Beispiel die Konstanzer Kommissarin Klara Blum aus der Messe kommt und zu ihrem Chef sagt: „Heute nicht, heute ist Sonntag.“ Auf so etwas muss man beim „Tatort“ nicht bewusst achten, aber es ist vorhanden.

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Dalai Lama und D. Tutu: “Gott ist kein Christ”

God Is Not A Christian: Desmond Tutu And The Dalai Lama’s Extraordinary Talk On God And Religion

The Dalai Lama, wearing an orange visor, was on stage sitting next to Archbishop Desmond Tutu, who had just flown in from South Africa. The Dalai Lama sat in his usual lotus position on a leather armchair that was a size too small for his folded legs. His knees stuck out a smidgen beyond the armrests.

“My main concern,” he said to Tutu, “what’s the best way to talk about deeper human values like love, compassion, forgiveness, these things. Not relying on God, but relying on ourselves.”

Tutu was hunched forward in his chair; he was carefully examining his hands, which were resting on his lap. He was dressed in a dark suit and a striking purple shirt with a decidedly magenta hue. A large metal cross hung below the clerical collar.

The Dalai Lama said, “I myself, I’m believer, I’m Buddhist monk. So for my own improvement, I utilize as much as I can Buddhist approach. But I never touch this when I talk with others. Buddhism is my business. Not business of other people. Frankly speaking”—he stole a glance at the archbishop and declared firmly—“when you and our brothers and sisters talk about God, creator, I’m nonbeliever.” He laughed, perhaps a little self-consciously.

It seemed to me that the Dalai Lama’s feelings about God have changed over the years. In an early interview, when I asked him if he thought there was a God, he answered simply, “I don’t know.” He took the view of an agnostic: he understood that it’s not possible to know one way or another whether God exists.

“In Buddhism no creator,” the Dalai Lama said at the Chan Centre. “But we also accept Buddha, bodhisattvas, these higher beings. However, if we only rely on these higher beings, we would just sit there, lazy.” He leaned into his chair, threw his head back, and rolled his eyes heavenward.

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Adapted from THE WISDOM OF COMPASSION: Stories of Remarkable Encounters and Timeless Insights by His Holiness the Dalai Lama and Victor Chan by arrangement with Riverhead Books, a member of Penguin Group (USA), Inc., Copyright © 2012 by His Holiness the Dalai Lama and Victor Chan