Schlagwort-Archive: Karl der Große

Multimediale Knastwochen

© misterQM / photocase.com

Seit letzter Woche diskutiert ganz Deutschland über den Strafvollzug. Für unseren Kolumnisten geht damit ein Traum in Erfüllung.

Von Heinrich SchmitzThe European

Am 30.11.2013 befanden sich in den deutschen Justizvollzugsanstalten insgesamt 62.632 Menschen in Haft. Davon rund 25.000 mit Strafen zwischen einem und fünf Jahren. Der prozentuale Anteil von Strafgefangenen an der Bevölkerung liegt je nach Bundesland irgendwo zwischen 0,05% in Schleswig-Holstein und 0,14% in Berlin. Erstaunlicherweise liegen Bayern und NRW mit jeweils 0,1% auf gleicher Höhe.

Das hätte Sie vermutlich nicht weiter interessiert, wenn nicht seit letztem Donnerstag offenbar die bundesweiten Gefängnismedienwochen ausgerufen worden wären. Egal welchen Radio- oder Fernsehsender man einschaltete, egal welche Zeitung man aufschlug, überall ging es urplötzlich um Strafverfahren, Gerichte und vor allem um Strafvollzug.

weiterlesen

Kardinal Lehmann: Auch Abgrund der Gewalt bei Karl dem Großen

Karl der Große, Bild: art-tv.ch

Traditionelles Karlsamt im Frankfurter Kaiserdom im Zeichen des 1.200. Todestags Kaiser Karls des Großen

kathweb

Im Zeichen des 1.200. Todestags Kaiser Karls des Großen ist am Samstagabend das traditionelle Karlsamt im Frankfurter Kaiserdom gestanden. Kardinal Karl Lehmann bescheinigte Karl dem Großen eine “kulturelle Grundlegungsleistung” für das künftige Europa. Er verwies zugleich auf eine “Mischung von Gutem und Bösem”. “Wir sehen”, so Lehmann, “die Segnungen durch die einzigartige Herrschaft Karls, verkennen aber auch nicht die “Abgründe von Gewalt”, durch die manches erreicht worden ist.” Es habe Massenhinrichtungen, Zwangstaufen, “schreckliche Alternativen zwischen Christwerden oder Sterben” gegeben, sagte Lehmann. Gott allein stehe ein letztes Urteil über Karl den Großen zu.

weiterlesen

Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

Weiterlesen

Oh Gott, lass mein Land Großmacht sein!

Chlodwig I., Quelle: mgb-home.de

Heute vor 1500 Jahren starb Chlodwig, Herrscher der Franken. Eine neue Biografie erzählt, wie ein skrupelloser Kleinkönig innerhalb von nur drei Jahrzehnten ein Riesenreich schmiedete, aus dem schließlich Deutschland und Frankreich hervorgingen

Von Berthold SeewaldWELT ONLINE

Die Geschichte vom “Kelch von Soissons” zählt zu den großen Mythen Frankreichs. Bei einem Feldzug im Jahr 486 hatte ein fränkischer Krieger ein prachtvolles Gefäß erbeutet. Sein König, obgleich Heide, wollte es dem Eigentümer, dem Bischof von Reims, zurückgeben und erbat das gute Stück. Doch der wütende Soldat zerschlug den Kelch. Ein Jahr später erkannte der König den Mann bei einer Truppeninspektion wieder. Er rügte den Zustand von dessen Waffen und warf sie ihm vor die Füße. Als dieser sie aufheben wollte, hieb Chlodwig “ihn mit der Axt in den Kopf”.

Die Sage, die der Bischof Gregor von Tours in seinen “Zehn Bücher Geschichten” überliefert, bündelt die zentralen Probleme Galliens am Ende der Antike: “Plünderungen, das Aufeinandertreffen von Heiden und Christen, das Verhältnis der Bischöfe zu andersgläubigen Herrschern, die Hierarchie innerhalb eines ,barbarischen’ Heeres, insbesondere die Stellung des Königs”, so deutet der Mediävist Matthias Becher die berühmte Stelle. 1500 Jahre nach dem Tod Chlodwigs, für den gemeinhin der 27. November 511 angenommen wird, hat der Bonner Historiker jetzt die erste deutschsprachige Biografie des Königs vorgelegt (“Chlodwig I.”, siehe Interview). Denn anders als in Frankreich hielten sich Deutsche in der Beschäftigung mit dem brutalen Machtmenschen zurück.

weiterlesen

Geschichtsunterricht missioniert subtil

Geschichte plus / Cornelson Verlag, Quelle: hpd.de

Das neue Schuljahr hat begonnen. Dieser Tage werden in Berlin 26.620 Mädchen und Jungen eingeschult. Kinder, die voller Zuversicht ans Lernen gehen und darauf vertrauen, unverfälschtes Wissen vermittelt zu bekommen. Nur, sollten wir der Wissensvermittlung in der Schule wirklich in jeder Hinsicht trauen? Wie gängige Geschichtsbücher der 5.-7. Klasse unsere Kinder subtil missionieren.

Von Beate Turnerhpd.de

Als Mutter eines Sechstklässlers habe ich aus Interesse das an seiner Schule verwendete Geschichtsbuch des Cornelsen Verlages “Geschichte plus – Berlin und Brandenburg 5./6. Schuljahr“ studiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass man in diesem Buch versucht, den Schülern eine geschönte Meinung über das Christentum zu vermitteln. Das geschieht durch das Herauspicken von geschichtlichen Ereignissen, die das Christentum human wirken lassen, durch das Weglassen wichtiger Sachverhalte, durch geschickte Wortwahl, auch durch die Darstellung von Glaubensvorstellungen als Tatsachen. Ich möchte dies nachfolgend erläutern.

Weiterlesen