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Bilanz der biologischen Sicherheitsforschung in Deutschland: Keine besonderen Risiken bei Gentechnik-Pflanzen

Johanna Wanka, Bundes- ministerin für Bildung und Forschung: Die geförderten Projekte zur Sicherheitsforschung “tragen dazu bei, Grüne Gentechnik verantwortungsvoll und im Sinne des Vorsorgeprinzips nutzen zu können.” (Aus dem Vorwort zur BMBF-Broschüre) Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Gentechnisch veränderte Pflanzen zeigen im Vergleich zu konventionell gezüchteten kein höheres Risiko für Umweltbeeinträchtigungen. Seit 1987 hat die Bundesregierung zahlreiche Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung finanziert. Zwei Jahre nach dem Ende des vorerst letzten Programms ist nun eine Broschüre erschienen, in dem einige Versuchsreihen mit ihren Ergebnissen vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden mehrere Projekte zu gentechnisch verändertem Mais. Obwohl die Wissenschaftler keine Hinweise auf besonderen Umweltrisiken finden konnten, wird Deutschland einen Anbau wohl auch in Zukunft verbieten.

transparenz GENTECHNIK

Insgesamt mehr als 300 Forschungsprojekte zur biologischen Sicherheit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 1987 gefördert, davon etwa die Hälfte zu gentechnisch veränderten Pflanzen. In den letzten drei Programmen seit 2000 ging es ausschließlich um mögliche Umweltauswirkungen verschiedener gv-Pflanzen, etwa bei Mais, Kartoffeln, Raps, Gerste, Zuckerrüben und Gehölzen. Außerdem wurden neue, präzisere molekularbiologische Methoden weiterentwickelt und unter Sicherheitsaspekten getestet. Die Versuche fanden nicht nur im Labor oder Gewächshaus statt, sondern auch im Freiland. Über 60 Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben sich an den Forschungsprojekten beteiligt.

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Granatapfel gegen Krebs – von Universitätsärzten empfohlen

Bild: wikipedia

Granatapfel gegen Krebs: Jetzt von Universitätsärzten empfohlen. Sie haben gute Gründe.

Von Max RaunerZEIT ONLINE

An einem Nachmittag im April sitzen zwei Männer in einem Sprechzimmer des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und hecken einen Plan gegen das Sterben aus. Peter Kruse* ist der Patient, in einem blauen Aktenordner hat er seine Krankheitsgeschichte mitgebracht. Matthias Rostock ist der Arzt, er hat an diesem Tag schon sieben Patienten gesehen, Brustkrebs bis Hirntumor. Alles normal, könnte man denken. Doch an seinem Türschild steht etwas Ungewöhnliches: “Komplementärmedizin”. Für viele Universitätsärzte ist das gleichbedeutend mit Voodoo.

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Warum Stalin die Biologie ändern ließ, “proletarische Biologie”

Nikolai Wawilow, Bild: wikipedia/public domain

Vor 125 Jahren wurde der russisch-sowjetische Genetiker und Pflanzenforscher Nikolai I. Wawilow geboren

Von Martin KochND

In Pawlowsk, unweit von St. Petersburg, befindet sich ein wahrer Schatz der Wissenschaft: die älteste und inzwischen drittgrößte Genbank der Welt. Sie umfasst über 330 000 Kulturpflanzensorten sowie deren Vorformen und wildwachsende Verwandte aus allen Regionen der Erde: Kartoffeln aus Chile, Bohnen aus Nordamerika, Getreide aus Äthiopien. Sowohl für die Züchtung neuer als auch für den Erhalt traditioneller Kulturpflanzen ist das in Pawlowsk gesammelte Saatgut von unschätzbarem Wert, wie folgendes Beispiel zeigt: Als Mitte der 1980er Jahre ein Fadenwurm über große Teile der US-amerikanischen Sojafelder herfiel, ließen sich nirgendwo Sojapflanzen auftreiben, die gegen den Parasiten resistent waren. Allein in Pawlowsk lagerte eine solche Sorte, die sowjetische Forscher ihren Kollegen aus den USA kostenlos zur Verfügung stellten – und das zur Hochzeit des Kalten Krieges!

Den Grundstein für die erste Genbank der UdSSR legte 1926 der Botaniker Nikolai Iwanowitsch Wawilow, der vor 125 Jahren, am 13. (25.) November 1887, als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers geboren wurde. Nachdem er von 1906 bis 1910 am Landwirtschaftlichen Institut seiner Heimatstadt Moskau studiert hatte, reiste er mehrmals ins westliche Ausland, um seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Biologie zu vertiefen.

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