Schlagwort-Archive: katholische Kirche

Familiensynode im Vatikan: B16 soll Hardliner abgewiesen haben

Bild: brightsblog

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Wie hält es die katholische Kirche künftig mit Homosexuellen, Geschiedenen, Single-Müttern? Konservative Hardliner wehren sich heftig gegen Reformbestrebungen – und sollen angeblich Benedikt XVI. um Hilfe gebeten haben. Der wies sie ab.

SpON

Die Intrigen in seinem Umfeld hätten ihn zermürbt, hieß es beim Rücktritt Papst Benedikts XVI., als über die Beweggründe des greisen Pontifex für diesen außerordentlichen Schritt spekuliert wurde.

Im Februar 2013 entsagte Joseph Ratzinger seinem Amt und erklärte, er wollte der Kirche fortan durch ein Leben im Gebet dienen. Glaubt man jedoch der italienischen Zeitung “La Repubblica”, ist es mit der Ruhe nicht weit her.

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Schleswig-Holstein: Kein Gottesbezug—Gottesknechte jammern

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Dodo Torsten Albig, Ministerpräsident

Schleswig-Holsteins neue Landesverfassung wird keinen Gottesbezug in der Präambel haben. Zwei Gesetzesvorschläge mit Bezug auf Gott fanden am Mittwoch im Kieler Landtag nach zweieinhalbstündiger Debatte keine Mehrheit.

evangelisch.de

Mit großer Mehrheit angenommen wurde dagegen ein gemeinsamer Entwurf ohne Gottesbezug von CDU, SPD, Grünen, FDP, Piraten und den Abgeordneten des SSW. Von den 66 anwesenden Abgeordneten stimmten 61 zu, drei votierten dagegen. Es gab zwei Enthaltungen. In ersten Reaktionen bedauerten die evangelische Nordkirche und die katholische Kirche die Entscheidung.

Abgelehnt wurden die beiden Anträge mit Gottesbezug, darunter ein Entwurf der CDU-Fraktion. Hier stimmten 29 Abgeordnete zu, 35 votierten dagegen bei zwei Enthaltungen. Auch ein gemeinsamer Antrag von einzelnen Abgeordneten von CDU, SPD, Grünen und SSW fand mit 33 Ja und 33 Nein-Stimmen nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Mitinitiator war hier der Grünen-Politiker Andreas Tietze, der auch Präses der Nordkirchen-Synode ist.

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Urteil zu Pfändungen: Missbrauchsopfer dürfen Entschädigung behalten

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Wer von der katholischen Kirche wegen sexueller Übergriffe entschädigt wird, darf dieses Geld behalten. Das gilt selbst dann, wenn das Vermögen des Betroffenen gepfändet wird, hat der Bundesgerichtshof entschieden.

SpON

Missbrauchsentschädigungen sind nicht ohne weiteres pfändbar. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) bereits im Mai entschieden, wie nun die “Monatsschrift für Deutsches Recht” (Heft 14/2014) berichtet. Nach dem Richterspruch gilt dies jedenfalls für Entschädigungen, die auf dem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz über “Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde” beruhen.

Konkret ging es um einen 1955 geborenen Mann. Er ging im August 2009 in die Privatinsolvenz; im Juni 2010 wurde er von der Restschuld befreit, im Oktober 2010 wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben. Am 16. Juli 2011 bekam der Mann 8000 Euro, weil er als Kind durch einen Angehörigen der katholischen Kirche missbraucht worden war.

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Kirche ja, Christus nein? Eine Replik auf David Berger

jesus_schaukelBei der Lektüre eines Artikels von David Berger („Warum schwule Priester perfekt für die katholische Kirche sind”) ereilte mich ein unschöner Verdacht, den ich schon seit einiger Zeit mit mir herumtrage.

Von Georg DietleinThe Huffington Post

Christus ja, Kirche nein – mit dieser Parole brachten Christen gerade in den 68ern zum Ausdruck, dass für sie ein Leben mit Jesus Christus auch ohne Kirche denkbar ist. Meist waren Entfremdung und Enttäuschungen der Grund für den Bruch mit der Kirche. Doch es gibt auch die umgekehrte Haltung, die sich bereits in zahlreichen kirchlichen Kreisen eingeschlichen hat: Kirche ja, Christus nein! Wer mit dieser Einstellung auch noch ein kirchliches Amt anstrebt, wird zu einer tickenden Bombe.

Die Kirche – mehr als eine weltliche Institution!

Liest man den Beitrag von David Berger, so überkommt einen der traurige Eindruck, die Kirche Christi sei nicht mehr als eine weltliche Institution wie jede andere – eben ein Unternehmen, in dem es Produkte, Kunden, Mitarbeiter und Manager gibt.

In seinem Essay für die Huffington Post bemerkt der ehemalige Religionslehrer und Dozent an der Päpstlichen Thomas-Akademie, der mittlerweile der Kirche den Rücken gekehrt hat: „Der katholische Priester ist durch den Zölibat unverheiratet, lebt in einer Männergesellschaft. Die feierlichen, monarchistischen Zeremonien und priesterlichen Kleidungen, der sogenannte Operetten-Katholizismus, wirken unglaublich anziehend auf viele schwule Männer.” Der Beitrag Bergers gipfelt in der These: „Etwa 40 % der katholischen Priester sind homosexuell.”

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Arbeitsrecht: Katholische Kirche will Wiederverheirateten nicht mehr kündigen

justiz_grossDie katholische Kirche in Deutschland will einem Zeitungsbericht zufolge ihr Arbeitsrecht im Hinblick auf den Umgang mit geschiedenen Mitarbeitern, die wieder heiraten, lockern.

evangelisch.de

In Zukunft soll geschiedenen Mitarbeitern bei einer erneuten Heirat nicht mehr automatisch gekündigt werden, wie aus einem Änderungsvorschlag für die Grundordnung des kirchlichen Dienstes hervorgeht, über den die in Düsseldorf erscheinende “Rheinische Post” (Samstagsausgabe) berichtet. Demnach soll eine Wiederheirat nur ein Kündigungsgrund sein, wenn sie “nach den konkreten Umständen objektiv geeignet ist, ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis zu erregen und dadurch die Glaubwürdigkeit des kirchlichen Dienstes zu beeinträchtigen”.

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Kapital der Kirche: Steuertricks im Namen Gottes

Bild: tilly

Bild: tilly

Die katholische Kirche ist ein mächtiger Konzern. Ihr Besitz ist weit über sechs Milliarden Euro wert. Dabei nutzt sie moralisch bedenkliche Steuertricks, zeigt eine ZDF-Reportage. Doch die Kritik kommt nicht an.

von Thomas TerhorstHandelsblatt

Erst vor zwei Wochen forschte die ARD mit ihrer Doku „Vergelt’s Gott“ in den gut gehüteten Finanzbüchern der katholische Kirche, nun legt das ZDF nach und prangert die Finanztechniken der Kirche an. Diese seien moralisch bedenklich, so der Tenor der aktuellen Zoom-Ausgabe „Glaube, Liebe, Kapital – Die katholische Kirche und ihre Finanzen. Doch mit der moralischen Keule blättern die Autoren bei der Kirche ab.

Für die Spurensuche begibt sich das ZDF-Team nach Köln. Hier hat das größte und reichste Bistum Deutschlands direkt gegenüber vom Dom in den 90er Jahren eine Immobilie erworben – das Dom-Forum. Für die Immobilie zahlte das Bistum rund vierzig Millionen Euro.

Aber erst nach dem Skandal des Bischofs Tebartz-van Elst kam heraus – der Kauf gelang per Steuertrick. Übers Ausland wurde der Deal abgewickelt. Um der Grunderwerbssteuer zu entgehen, kaufte die Kirche nicht die Immobilie, sondern gleich die ganze Firma.

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ZdK-Präsident Glück: Glaube kann nicht länger Gehorsamsglaube sein

jesus_schaukelDer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat keine Angst vor einem Umbruch in der katholischen Kirche.

evangelisch.de

“Immer schon hat die Kirche Veränderungen erlebt, auch solche, die sie kräftig durchgerüttelt haben”, sagte Glück am Donnerstagabend in Köln. Für den ZdK-Präsidenten steht fest, dass der Skandal um sexuellen Missbrauch in der Kirche und dessen Aufarbeitung zu einer größeren Offenheit in der katholischen Kirche beigetragen hat.

“Für die Kirche ist Glaubwürdigkeit unerlässlich, um dem Wort Gottes Gehör zu verschaffen”, sagte Glück vor rund 120 Zuhörern. Das heißt seiner Ansicht nach auch, dass der Glaube “nicht mehr länger Gehorsamsglaube” sein könne. Glaube müsse sich entwickeln aus Erfahrung zu einem Verantwortungsglauben, sagte Glück in seinem Vortrag zum Thema “Ist die Kirche nur noch eine Randerscheinung?”

Hollywood weiß, wie Exorzismus geht

Ausschnitt aus dem aktuellen Exorzistenfilm „Erlöse uns von dem Bösen” Foto: Sony Pictures

Horrorfilme haben oft eine seltsam enge Verknüpfung zu biblischen Themen. Dämonen, die schon die Bibel kennt, müssen vertrieben werden – oft mittels Bibelversen; Engel werden angerufen zur Rettung. Der Exorzismus-Film „Erlöse uns von dem Bösen“ des Horror-Meisters Scott Derrickson ist nicht anders. Er greift tief in die Trickkiste und verfehlt seinen gewünschten Effekt nicht.

Von Jörn Schumacherpro Medienmagazin

Der Exorzismus-Film ist ein Filmgenre, das knapp unterhalb des Mainstreams seit Jahrzehnten bunt sprießt. Es gibt genug Menschen, die es genießen, sich im Kinosessel oder auf dem Sofa vor dem Übernatürlichen zu fürchten, das zum Schluss des Films von einem Pater besiegt wird. Dabei bedienen sich die meisten klassischen Horror-Filme der immer gleichen filmischen Tricks. Und doch funktionieren sie immer wieder. Beim Exorzismusfilm stehen fast immer christliche Symbole im Vordergrund, seien es das Weihwasser oder das Kruzifix. Was die Filmtitel angeht, sind wahrscheinlich bereits so gut wie alle Zeilen aus dem Vaterunser schon mindestens einmal verwendet worden. In „Erlöse uns von dem Bösen“, der am Donnerstag in den deutschen Kinos startete, wird sogar fleißig über Glauben, Sünde und Erlösung diskutiert.

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Afrika: Boko Haram verübt Massaker an Christen

boko_haramTerrormilizen der islamistischen Boko Haram haben im Osten Nigerias eine katholische Kirche überfallen und Häuser von Christen besetzt. Dutzende Christen seien getötet und Kirchengebäude niedergebrannt worden.

kath.net

Terrormilizen von Boko Haram haben im Osten Nigerias eine katholische Kirche überfallen und Häuser von Christen besetzt. Dutzende Christen seien getötet und Kirchengebäude niedergebrannt worden, erklärte ein Sprecher des Bistums Maiduguri laut der nigerianischen Zeitung «The Punch» (Onlineausgabe Freitag). Die Kämpfer hätten Männer geköpft sowie Frauen zum Übertritt zum Islam gezwungen und zwangsverheiratet.

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Tebartz-van Elst und die katholische Kirche: Wenn aus Ehrfurcht Furcht wird

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Bild: Wikimedia Commons/Medienmagazin pro)

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Bild: Wikimedia Commons/Medienmagazin pro)

Warum konnte ein Bischof wie Franz-Peter Tebartz-van Elst die katholische Kirche so tief in die Krise stürzen? Ein Buch analysiert die Limburger Kirchenkrise und ihre Folgen.

Von Peter HanackFrankfurter Rundschau

Wieso konnte der damalige Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, so lange offenbar ungehindert schalten und walten, wie es ihm beliebte? Weshalb war da niemand, der ihn stoppen oder doch wenigstens auf einen anderen Weg als den der Lüge, Verschwendung und der Gängelung von Mitarbeitern und pastoralem Personal führen wollte und konnte?

Vielleicht gibt Klaus Lüdicke auf diese Fragen die beste Antwort. „Es ist der Respekt vor dem Amt, der dazu beiträgt, dass Mitarbeiter der Kirche nicht den Mut finden, sachlich notwendige Einwände gegen das Handeln kirchlicher Oberer [vorzutragen], wenn es eigentlich ihre dienstliche Aufgabe wäre, Stellung zu nehmen“, schreibt der Kirchenrechtler Lüdicke mit Blick auf die Limburger Geschehnisse. Der „geschuldete Respekt“, so Lüdicke, die „Ehrfurcht vor dem Amt“, könne leicht in Furcht umkippen, „die einen notwendigen Einspruch gegen bischöfliche Anordnungen unterdrückt“.

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Die Suche nach der Heiligen Vorhaut(Sanctum Praeputium)

Bild: arte/BB

Bild: arte/BB

Fast 2.000 Jahre lang war die Vorhaut von Jesus Christus die heiligste Reliquie der katholischen Kirche, das einzige Stück vom Fleische Jesu, das auf der Erde verblieben ist, nachdem er gen Himmel gefahren war. Das Sanctum Praeputium, ein Teil des Göttlichen! Doch dann passierte es: Zu Neujahr 1983 musste ein Pater den Pilgern verkünden, dass ihre geliebte Reliquie gestohlen wurde.

arte.tv

Sie ist die heiligste und die sonderbarste Reliquie des Christentums: Die Heilige Vorhaut Christi. Das kleine Hautstück reiste seit der Beschneidung des Jesuskindes quer durch die Jahrhunderte, bis es durch Kriegswirren und Zufälle im 16. Jahrhundert ins italienische Dorf Calcata gelangte. Gläubige aus ganz Europa pilgerten seitdem dorthin, um den letzten auf Erden verbliebenen Teil von Gottes Sohn anzubeten.

Bis zu jenem Neujahrstag 1983, an dem die Reliquie unter mysteriösen Umständen verschwindet. Sind gotteslästernde Diebe die Täter, wie Pater Don Dario seine Gemeinde glauben machen will? Oder hat die Kirche, die mit dem Kult um die Vorhaut nie wirklich glücklich war, selbst die Hände im Spiel?

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Generalvikar: Haben Problem bei Kirchensteuer unterschätzt

Bild: tilly

Bild: tilly

Erstmals hat auch ein Vertreter der katholischen Kirche Informationsdefizite beim neuen Einzugsverfahren für die Kirchensteuer auf Kapitalerträge eingeräumt.

evangelisch.de

Man habe “die Probleme wohl unterschätzt” und “ein stillschweigendes Einverständnis für die Veränderung angenommen”, sagte der Generalvikar der Diözese Münster, Norbert Kleyboldt, der Bistumszeitung “Kirche + Leben” (Ausgabe 24. August). Nach seinen Angaben ist auch im Bistum Münster die Zahl der Kirchenaustritte in den vergangenen Monaten gestiegen. Das lasse sich eindeutig mit der steuerrechtlichen Veränderung in Verbindung bringen. Konkrete Austrittszahlen nannte Kleyboldt nicht.

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Glaubensstreit bei Wikipedia

Eine der umstrittendsten Personen der Menschheitgeschichte: Jesus Christus ist auch bei Wikipedia Zankapfel. Am fünfthäufigsten diskutieren Wikipedianer über ihn
Foto: Marius Prusaczyk

Welche Artikel korrigieren Wikipedia-Autoren besonders häufig? Einen Blick auf die Zahlen der Plattform hat der Blog Fifty Thirty Eight geworfen. Besonders umstritten sind demnach auch zahlreiche religiöse Begriffe und Persönlichkeiten. pro zeigt sie in einer Bilderstrecke.

Slideshow pro Medienmagazin

Missbrauch: Seit 2001 in England 52 Priester entlassen

missbrauch_kathol Die katholische Kirche in England und Wales hat seit 2001 insgesamt 52 des sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochene Priester aus dem Klerikerstand entlassen.

kathweb

Laut dem aktuellen Jahresbericht der zuständigen kirchlichen Kommission klagten zwischen 2003 und 2012 insgesamt 465 Menschen sexuellen Missbrauch durch Kleriker an.

Bei der Bekämpfung von Missbrauch habe die Kirche unverzeihliche Fehler gemacht, sagte der Vorsitzende der Kommission, Danny Sullivan, laut BBC. Es werde wohl noch eine ganze Generation dauern, um das Vertrauen wiederherzustellen. Es sei in der Kirche von England und Wales gängige Praxis, Priester über Rom aus dem Klerikerstand zu entlassen, wenn sie des sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen seien. Wer im Priesteramt verbleiben dürfe, werde darin stark eingeschränkt, so Sullivan.

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Kirche und Mafia: Gleich und Gleich gesellt sich gern

Bild: hiphop 'n'more

Bild: hiphop ‘n’more

Papst Franziskus will die Mafia aus seiner Kirche jagen, doch so einfach ist das nicht. In Süditalien werden Mafiosi und ihre kirchlichen Helfer weiter öffentlich verehrt – wer darüber berichtet, riskiert sein Leben.

Von Hans-Jürgen SchlampSpON

Don Nuccio Cannizzarro ist ein treuer Pfarrer, er steht nicht nur treu zu Gott, sondern offenbar auch zu irdischen Mächten. Er war angeklagt in Reggio Calabria, der Hauptstadt Kalabriens, weil er laut Anklage eng mit der Mafia kooperiert haben soll. Außerdem hat der Priester in einem abgehörten Telefongespräch zugegeben, vor Gericht zugunsten eines Mafiabosses gelogen zu haben. Dennoch wurde Don Nuccio vorige Woche von einem Richter freigesprochen: Die Kooperation mit der Mafia war nicht zu beweisen, die Falschaussage verjährt.

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Chefankläger: Bischöfe haben nicht genug gegen Missbrauch getan

missbrauch_katholBischof Cancula in “La Repubblica”: Unter Befolgung des Kirchenrechts hätten viele Tragödien vermieden werden können

kathweb

Katholische Bischöfe haben nach Ansicht des früheren vatikanischen Chefanklägers, Bischof Charles Scicluna, in der Vergangenheit oft zu wenig gegen pädophile Priester unternommen, obwohl das Kirchenrecht ihnen ein härteres Vorgehen ermöglicht hätte. “Viele Tragödien hätten vermieden werden können, wenn die Vorschriften des Kirchenrechts befolgt worden wären”, sagte Scicluna der italienischen Tageszeitung “La Repubblica” (Samstag).

Zugleich wies er Vorwürfe zurück, Papst Johannes Paul II. (1978-2005) und der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, hätten Missbrauchsfälle vertuscht. Verantwortlich für die Leitung ihrer Diözese und damit die Ahnung von Missbrauchsfällen seien die Ortsbischöfe. Der Vatikan stelle hierzu lediglich seine kirchenrechtliche Hilfe zur Verfügung, um die Arbeit der Bischöfe zu erleichtern, so Scicluna.

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Die katholische Kirche fährt Achterbahn

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Tebartz-van-Elst schadet trotz eines umwerfenden und weltweit beliebten Papstes. Aber auch die Protestanten leiden unter verstärkten Kirchenaustritten. Kann man dagegen etwas tun?

Von Matthias KamannDIE WELT

Franziskus kam gegen Tebartz nicht an. Dass 2013 an die Spitze der katholischen Kirche ein sehr einnehmender Papst gewählt wurde, konnte nicht verhindern, dass der Ärger über Franz-Peter Tebartz-van Elst die deutschen Katholiken massenweise aus der Kirche trieb.

Der Anstieg der Austrittszahlen auf 178.000 und damit fast das Rekordniveau des Missbrauchsjahres 2010 zeigt somit: Wenn in der Kirche ein Hierarch für Freude sorgt, nutzt das wenig.

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Katholiken: Zahl der Kirchenaustritte steigt deutlich an

Kardinal Marx (März 2014): "Der hohen Austrittszahl müssen wir begegnen"

Kardinal Marx (März 2014): “Der hohen Austrittszahl müssen wir begegnen”

Der katholischen Kirche laufen die Mitglieder davon: Im vergangenen Jahr traten fast 180.000 Menschen aus, deutlich mehr als noch 2012. Grund dafür dürfte vor allem die Finanzaffäre um den abberufenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst sein.

SpON

Die Affäre rund um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat offenbar mehrere zehntausend Katholiken in Deutschland zum Kirchenaustritt bewogen. 178.805 Mitglieder traten im vergangenen Jahr aus der katholischen Kirche aus – 2012 waren es noch 118.335. Das geht aus der Statistik hervor, die die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn veröffentlichte. Damit wurde fast das Rekordniveau von 2010 erreicht, als nach dem Missbrauchsskandal 181.193 Menschen die katholische Kirche verließen.

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Vatikanbank auf Schrumpfkur

Bild: tilly

Bild: tilly

In der Vatikanbank tut sich was: Das skandalgeschüttelte Institut soll offenbar sein Investment-Banking abgeben. Übrig bliebe noch der Zahlungsverkehr für die katholische Kirche.

Frankfurter Allgemeine

Die Vatikanbank soll Insidern zufolge deutlich zusammengestutzt werden. Die Investment-Aktivitäten würden im Zuge der Neustrukturierung abgegeben, hieß es am Montag aus Vatikan-Kreisen. Das Geldhaus solle in ein Institut verwandelt werden, das vor allem Zahlungsdienste für die katholische Kirche erledige. Auch das Vermögen des Heiligen Stuhls solle künftig von einem neuen Bereich verwaltet werden. Die Details zur Reform sollen am Mittwoch bekanntgegeben werden.

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Klerikalismus, Narzissmus, Selbstbezogenheit: die Übel der Kirche

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Eines der Grundthemen der Lehre von Papst Franziskus: wie die Kirche aus dem Gewesenen in der Gegenwart zur Zukunft vorwärtsgeht. Wider die spirituelle Weltlichkeit, die die Kirche an ihrem Aufbruch hindert.

Von Armin Schwibachkath.net

Seit den ersten Stunden seines Pontifikats ist der „Klerikalismus“ eine der Gefahren, vor denen Papst Franziskus immer wieder warnt. Die typische Krankheit der auf sich selbst konzentrierten Kirche (la enfermedad típica de la Iglesia encerrada) besteht für Franziskus in der Selbstbezogenheit. Dies schrieb der neu gewählte Papst bereits am 25. März 2013 in einer Botschaft an die argentinischen Bischöfe anlässlich deren Vollversammlung in Pilar: „sich selbst im Spiegel anschauen , sich über sich selbst beugen wie jene Frau im Evangelium. Es ist dies eine Art von Narzissmus, der uns zur spirituellen Weltlichkeit und zum ausgefeilten Klerikalismus führt“.

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