Schlagwort-Archive: Katholizismus

Johanna Rahner: “Protestanten sind profilneurotisch”

Prof. Johanna Rahner, Bild: wir-sind-kirche.de

Die katholische Theologieprofessorin Johanna Rahner hat den deutschen Protestanten eine “konfessionelle Profilneurose” vorgeworfen. Derzeit machten die Protestanten nicht den besten Eindruck, sagte Rahner der Wochenzeitung “Die Zeit”.

evangelisch.de

“Man scheint immer noch nicht sagen zu können, was protestantisch heute heißt, ohne sich am Katholizismus abzuarbeiten”, ergänzte die Theologin, die im Sommersemester den Tübinger Lehrstuhl des katholischen Kirchenkritikers Hans Küng übernommen hat.

Luther zum “Erfinder der Demokratie, Freiheit und Toleranz” stilisiert

Im Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation gehe die Profilierungsnot so weit, dass Martin Luther zum “Erfinder der Demokratie, der Freiheit und der Toleranz” stilisiert werde, sagte Rahner. Sie empfahl stattdessen, das Erbe der Reformation als ein gemeinsames Erbe des Christentums wahrzunehmen.

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Katholischer Publizist in Polen skandalisiert Abtreibung bei vergewaltigtem Kind

fronda.pl, Screenshot:bb

fronda.pl, Screenshot:bb

Er tritt in Polen immer wieder öffentliche Diskussionen rund um das Thema Katholizismus los – Tomasz Terlikowski.

Deutschlandradio Kultur

Die Äußerungen des Chefredakteurs der Onlinezeitschrift “Fronda” bei einer Fernsehdebatte haben jetzt für Kritik gesorgt. Es geht um ein elfjähriges Mädchen, das von ihren Cousins vergewaltigt wurde. Die Eltern setzten per Gericht das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch in Polen durch. Terlikowski erklärte, es gebe keinen Anlass zum Mord an einem ungeborenen Kind. Eine Abtreibung sei auch in diesem Fall absurd. Die linke Europa-Abgeordnete Joanna Senszyn, die sich für Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzt, kritisierte, der katholische Publizist wolle sich nur wichtig machen. Ob die Schwangerschaft des Mädchens bereits abgebrochen wurde ist nicht bekannt.

Der Neokatechumenale Weg – Kikos Weg

Kiko Argüello beim Weltjugendtagsvortreffen 2005 in Amsterdam, Bild: wikimedia.org/public domain

Der Neokatechumenale Weg ist eine der mächtigsten Bewegungen des Katholizismus. Aussteiger werfen ihm und seinem Gründer Kiko Argüello sektiererische Tendenzen vor.

Von Raoul LöbbertZEIT ONLINE

Die Ära Meisner in Köln endet mit einem Satz, der zum Skandal wird. “Eine Familie von euch”, sagt der Kölner Kardinal am 24. Januar bei einer Veranstaltung des Neokatechumenalen Wegs, “ersetzt mir drei muslimische.” Der Satz schafft es bis ins ZDF-“heute journal”. Der Zentralrat der Muslime vergleicht Meisner mit Sarrazin. Selbst die Bundesregierung distanziert sich von der “persönlichen Meinung eines katholischen Würdenträgers”, die bis heute als Videoschnipsel durchs Netz geistert. Doch wen hat Meisner mit “euch” genau gemeint? Wer oder was ist der Neokatechumenale Weg?

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Heiligsprechungen: Neue Top-Role-Models zwischen Himmel und Erde

Reliquie Papst Johannes XXIII Foto: Justin Ennis; Lizenz: CC BY 2.0

Das Beeindruckende am Katholizismus ist seine Opulenz und Raffinesse; dass der Drang zum Ausufern auch im Bösen nicht bereit war, sich zügeln zu lassen, brutale Bahnen schlug und die Raffinesse sich geschmeidig mit einer brutalen Machtpolitik und einer dicken Portion Opportunismus verbinden kann, ist die höllische Seite. Sie kann man beim kürzlich verstorbenen Kirchenkritiker Karlheinz Deschner nachlesen, der Dimension angemessen auf über 5.000 Seiten. Doch steht nun wieder eine Feier an, ein Tera-Giga-Mega-Event, zu sehen am Sonntag, den 27. April ab 9.30 Uhr live vom Petersplatz auf Sky 3D (!) und zig anderen Kanälen.

Von Thomas PanyTELEPOLIS

Rom habe das noch nicht erlebt, sagte heute ein aufgeregter Rundfunkreporter. 1.700 Busse allein aus Polen, der Himmel über Rom voll mit Hunderten von Chartermaschinen auf Anflug, das Innenministerium rechnet mit 800.000 Besuchern, bei der Zeremonie würden 200 hochrangige Geistliche begleitet von Sonnen-oder Regenschirmträgern die Kommunion zelebrieren.

Das Novum: Gleich vier Päpste stehen im Mittelpunkt der Feier, zwei lebende, der amtierende Franziskus und der emeritierte Benedikt XVI und die beiden toten, legendären, Johannes XXIII und Johannes Paul II, die heilig gesprochen werden. Wobei im Vatikan noch spekuliert wird, ob Benedikt in der körperlichen Verfassung ist, die ihm eine Teilnahme erlaubt.

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Wenn ein Vater Priester wird

Die Profillosigkeit der evangelischen Kirche störte ihn: Hans Janßen in St. Vicelin. Bild: Miguel Ferraz

Über Jahre arbeitet Hans Janßen als evangelischer Pfarrer. 2008 konvertiert der Familienvater zum Katholizismus und wird Priester – mit Billigung des Vatikans.

Von Josefine Janerttaz.de

Das Glöckchen klingelt, und der Priester kommt mit vier Ministranten aus der Sakristei. Etwa 150 Menschen haben sich zum Gottesdienst versammelt. Die katholische Kirche St. Vicelin in Bad Oldesloe ist oft gut besucht. In Schleswig-Holstein sind zwar die Protestanten in der Mehrheit, doch diese katholische Gemeinde ist seit 1945 stetig gewachsen. Erst kamen Vertriebene katholischen Glaubens nach Bad Oldesloe, dann katholische Migranten aus den Philippinen, aus Vietnam, Irak, Osteuropa. Viele Oldesloer arbeiten in Hamburg.

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13 Prozent der Polen glauben, dass Juden das Blut von Christenkindern für geheime Rituale nutzen

So stellte sich Hartmann Schedel 1493 einen Ritualmord vor Bild: heise.de

Vorurteile und Verschwörungstheorien werden nicht schwächer, sondern stärker

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Das Zentrum für die Erforschung von Vorurteilen an der Universität Warschau hat ungefähr tausend Polen dazu befragen lassen, was sie über Juden denken. Im Vergleich mit einer Umfrage vor vier Jahren deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Vorurteile und Verschwörungstheorien in dem osteuropäischen Land nicht schwächer, sondern stärker werden.

So stimmen beispielsweise 18 Prozent der Polen der Behauptung zu, die Juden trügen die Verantwortung für den Tod des christlichen Religionsstifters Jesus, der – wenn überhaupt – vor etwa 2000 Jahren lebte. Das sind fünf Prozent mehr als 2009. 53 Prozent lehnen diese Behauptung explizit ab. Vor fünf Jahren lag der Anteil dieser Gruppe noch bei 66 Prozent.

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Skarsgard: “Religion ist mit Aberglauben gewürzte Ideologie”

Bild: (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Der Hollywoodstar aus Schweden spielt in “Der Medicus” einen versoffenen Bader. Mit der “Presse” sprach er über den Film und seine Abneigung gegen Monotheismus.

Von Markus KeuschniggDie Presse

Kaum ein Literaturklassiker mehr ohne Filmadapation. Jetzt hat es den „Medicus“ erwischt. US-Autor Noah Gordon erzählt darin von einem jungen Mann, der im 11.Jahrhundert nach Persien reist, um dort in die Geheimnisse der Medizin eingeführt zu werden. Vor seiner Abreise treckt er mit einem Bader, einem „Arzt der kleinen Leute“, durch das düstere Europa. Mit selbst gebrauten Tränken, ruppigen Körpereinrenkungen und Amputationen versuchen die marktschreierischen Volksheiler, den Massen von Verarmten einen frühzeitigen Tod oder bleibende Schäden zu ersparen. Der Deutsche Philipp Stölzl („Nordwand“) hat den „Medicus“ jetzt mit internationaler Starbesetzung verfilmt. Der gebürtige Schwede und Hollywoodstar Stellan Skarsgård glänzt darin als versoffener Bader.

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Frido Mann: “Bei Franziskus sehe ich noch kein Wagnis”

Frido Mann, Bild: wikipedia

Der Schriftsteller und Theologe Frido Mann spricht im Interview über seine Abkehr vom Katholizismus, den Papst und die Religion im Haus seines Großvaters Thomas Mann.

Von Wolfgang ThielmannZEIT ONLINE

Frage: Herr Mann, Sie kritisieren den bei allen beliebten Papst Franziskus. Was macht er falsch?

Frido Mann: Er legt das Gewicht zu sehr auf Äußerlichkeiten: einfache Kleidung, Straßenschuhe, ein altes Auto. Immerhin hat er wie noch kein Papst betont, dass der Platz der Christen bei Armen und Kranken ist. Da spricht er aus, was Jesus wollte. Man gewinnt daraus den Eindruck, er sei auch bei der Lehre und der Organisation der Kirche reformfreudig. Doch davon sehe ich nichts. Es ist, als ob er nur bestimmte Dinge anleuchtet. Darum herum bleiben Schatten.

Frage: Wo sehen Sie Schatten?

Mann: Franziskus zeigt auch, worüber er nicht sprechen und was er nicht tun will: Er tastet die Lehre nicht an. Ein neuer Johannes XXIII. ist er jedenfalls nicht. Johannes hat ein Konzil einberufen. Er hat etwas gewagt. Bei Franziskus sehe ich noch kein Wagnis. Er müsste sich zu den Aussagen der Bibel stellen, dem Prunk des Vatikans eine Absage erteilen. Manchmal tut er, als räumte er in erstarrten Strukturen auf. Da überlagern tausend historisch gewachsene Gewohnheiten den Kern der christlichen Botschaft.

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Martin Kusej: Glaube führt zu Fanatismus und Zerstörung

Bild: APAB ((c) EPA (Peter Kneffel))

Es war schon ein bisschen perfide, wie Martin Kusej zwei Tage vor Weihnachten abrechnete, mit Religion im Allgemeinen und Katholizismus im Besonderen.

stern.de

Gelebten Glauben gibt es für den österreichischen Regisseur, der am Sonntagabend im Münchner Nationaltheater seine Deutung von Giuseppe Verdis “La forza del destino” (Die Macht des Schicksals) präsentierte, offenbar nur noch im Mafiaclan. Glaube als Instrument der Machtausübung, der letztlich nur Fanatismus und Zerstörung gebiert, Menschen und Seelen zugrunde richtet.

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Christliches Dschungelcamp: Ich bin Bischof, HERR hol mich hier raus

Bild: gdv.de

Drama eines schüchternen Menschen: Was uns die öffentliche Hinrichtung von Franz-Peter Tebartz-van Elst zeigt

Von Ulf PoschardtDIE WELT

Die Rollen in der säkularen Meinungsbildung sind klar verteilt. Der Protestantismus, der sich in seiner Ausrichtung an der allgemeinen Meinungsbildung orientiert, wird umarmt und damit die eigene Sprechposition. Der Katholizismus, der in unverstellter Weise auf seiner Differenz zu allem Weltlichen besteht, wird problematisiert, wenn nicht sogar schroff abgelehnt. Dabei nutzt der neue, marktgängige antiklerikale Ton alle Facetten einer Dämonisierung, die eigentlich eine Erfindung des Katholizismus war. Der Limburger Bischof ist von den Medien, aber auch den angedockten Stammtischen und Social-Media-Poeten für vogelfrei erklärt worden. Der Grund: Der Kirchenmann kann schlecht mit Geld umgehen. Er hat möglicherweise gelogen, er hat den Fehler gemacht, seine Residenz allzu liebevoll zu dekorieren. Die eigentliche Provokation jedoch ist nicht der Bau, sondern der Bauherr.

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„Smashing Pumpkins“, Billy Corgan – folgt Gott nach

Bild: news.com.au

Der Frontmann der Musikformation „Smashing Pumpkins“, Billy Corgan, folgt Gott nach. Für ihn ist Gott das größte unerforschte Gebiet der Rock’n Roll-Musik. Dazu hat er sich in einem CNN-Interview geäußert.

pro Medienmagazin

Er wolle in seiner Musik Gott erforschen. Er glaube, dass Gott die Zukunft des Rock’n Roll sei, auch wenn diese Meinung nicht überall auf Gegenliebe stoße. „Du solltest eigentlich in der Branche nicht über Gott sprechen, auch wenn ein Großteil der Welt an ihn glaubt“ erklärte Corgan in dem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. Zuvor hatte ein amerikanisches Musikmagazin Corgans Aussagen zu diesem Thema nicht abgedruckt.

Mischung aus Buddhismus und Katholizismus?

Die Formation „Smashing Pumpkins“ hat vor allem in den frühen 90er Jahren eine hohe Popularität genossen und gewann zahlreiche Musikpreise. Corgans veränderte Ausrichtung in seinen Texten hatte bereits ein Artikel aus dem Jahr 2005 aufgegriffen. Er befasste sich mit Corgans neu gefundener Spiritualität, die eine Mischung aus katholischen und buddhistischen Elementen sei.

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Die Epoche des Katholizismus ist eine “Verirrung”

Der Titel ist Programm: Mario Perniola beschreibt 18 Regeln, „um das wahre Fühlen zu erlangen, das wir in der diensttuenden Kirche haben sollen“. Denn nicht Lehre und Dogma seien die Wesenszüge des Katholizismus.

Von Adolf HollDie Presse.com

Zur Verarbeitung des katholischen Erdbebens nach dem Rücktritt des Altpapstes Ratzinger und dem Antritt des Neupapstes Franziskus ist auf Deutsch ein Büchlein des italienischen Philosophen Mario Perniola aus dem Jahr 2001 erschienen, dessen Clou auf der Umschlagklappe bündig beschrieben wird – nämlich „dass sich das Wesen des Katholizismus nicht in Lehre und Dogma ausdrückt, sondern in einer bestimmten Art zu fühlen“.

Bumsti. In dieselbe Kerbe schlug 2002 ein Kollege Perniolas, der Turiner Philosoph Gianni Vattimo unter dem Titel „Jenseits des Christentums“. Er plädiert für ein irreligiöses Christentum. Beide Autoren haben ihren Nietzsche intus, weshalb hier ein Memento fällig ist. Der Essay „Nach Nietzsche“ von Giorgio Colli, in dem ich immer wieder gern blättere, weil er vollkommen rücksichtslos daherkommt, gehört deshalb gelesen, weil die Kampfparole vom Tod Gottes mittlerweile Moos angesetzt hat.

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Gott ist für den Atheisten ein Restrisiko – Imkamp Bullshistic

Bild: kirchenzeitung.de

“Für den Gläubigen aber ist er die einzige Ressource, die wirklich unendlich ist” – Jeden Samstag im Juli exklusiv auf kath.net Auszüge aus dem neuen Buch von Prälat Imkamp – “Sei kein Spießer, sei katholisch!”

kath.net

Auch die Werke des Konvertiten Alfred Döblin (1878–1957) und das Lebenswerk Franz Werfels (1890–1945) zeigen, dass die wirkliche Moderne nicht automatisch im Gegensatz zum Katholizismus steht: Er bietet nämlich das intellektuelle Instrumentarium zu einer Kritik jedweden Zeitgeistes, weil die katholische Kirche nie in ihrer Zeit aufging. Authentischer Katholizismus steht immer quer zu den ihn umgebenden Weltanschauungen – ob es Kommunismus, Kapitalismus, Liberalismus oder Nationalsozialismus ist.

Keine dieser Ideologien hat den Katholizismus je absorbiert. Auch wenn sich eine zeitlich befristete Koexistenz ergeben sollte, ist der katholische Lifestyle in der Regel doch nicht zeitgeistkonform. Deswegen ist echt katholisch die wirkliche Alternative zum »eindimensionalen Menschen«. Der Katholik ist von Haus aus mehrdimensional.

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Ungarn: Gottloses Budapest

Bild: wikipedia

Die Säkularisierung schreitet auch in Ungarn immer weiter voran, trotz der klerusfreundlichen und frömmelnden Politik der Orbán-Regierung sowie dem Gottesbezug in der Verfassung.

PESTER LLOYD

Glauben lässt sich offenbar nicht mehr erzwingen. Allerdings gehen die aktuellen Zahlen auf den Stand der Volkszählung von Mitte 2011 zurück, der missionarische Eifer hat sich danach ja nochmals verstärkt.

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Die antikatholischen Effekte der Dodos

meisner_400qDie Deutschen sind übel. Sie hatten einen Schatz namens Joseph Ratzinger und wussten ihn nicht zu schätzen.  So schwadronierte Dodo Meisner in der polnischen Kirchenzeitschrift «Gosc Niedzielny».

Rund 30% der Gesamtbevölkerung Deutschlands sind Katholiken, 70% interessiert der vatikanische Mummenschanz nicht oder nicht primär. Der Taliban von Köln maßt sich an für die Deutschen zu sprechen. Es würde völlig ausreichend sein, wenn er für Katholiken spricht, korrekt wäre, wenn er für die Schäfchen in seinem Bistum spräche, so kann man ihm getrost katholischen Größenwahnsinn unterstellen.
Die geringe Wertschätzung, die die katholische Kirche in Deutschland erfährt sieht man anhand der verliehenen Dodos besonders deutlich. Meisner, Mixa, Müller, Marx.
Leichtfertig wird eine Allgemeinheit beschuldigt, die so nicht existiert. Die eigene Nabelschau unterlässt Meisner, schafft er es nicht nach unten zu gucken oder ist es göttliche Ignoranz, die von Jesus kommende eigene Unfehlbarkeit?
Das eigene Versagen und das seiner Kirche lässt er außen vor. Missbrauch von Kindern, Umgang mit Homosexualität, Frauen in der katholischen Kirche, Abtreibungsproblematik, wiederverheiratete Geschiedene usw. Die katholische Kirche generiert Lebenssituationen, die so nicht mehr existent sind. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse diktieren den Menschen andere Lebensentwürfe als sie in den Statuten einer Instanz stehen, die römische Maskenbälle und Splatter-Rituale zur eigenen Identifikation braucht.

Zu Jesu Zeiten soll es zwölf Apostel gegeben haben. Da sich die Bischöfe in der direkten Nachfolge der Apostel verstehen sind die rund 100 Bischöfe Deutschlands geradezu inflationär. Bleibt die Schlussfolgerung, Gott mag ABM-Stellen für sein selbst ernanntes Bodenpersonal. Meisner selbst ein Ausbund an Arroganz wirft genau diese den Gegnern seiner Kirche vor. Die katholische Kirche schafft sich selbst ab und Leute wie Meisner, Zollitsch und Marx wirken an ganz exponierter Stelle, sie sind quasi die Katalysatoren der Terminierung. Weiter so!

Christentum, Islam, die Kreuzzüge und zweierlei Maß?

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Wenn es um die Meinungsfreiheit geht, messen viele Massenmedien gegenüber dem Christentum und gegenüber dem Islam heuchlerisch mit unterschiedlichen Maßen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Christen wird nicht annähernd jenes Recht der öffentlichen Meinungsäußerung zugestanden wie Moslems, schon gar nicht wenn es um Angriffe oder Beleidigung ihrer Religion geht. Das Bild wird nicht überzeichnet, wenn man behauptet, daß dieselben Massenmedien, die Angriffe auf den Islam verurteilen, gleichzeitig Beleidigungen und Provokationen gegen das Christentum publizieren.

Das neueste Beispiel betrifft den europäischen Abwehrkampf gegen die osmanisch-islamischen Eroberungszüge, der einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren von der Schlacht von Manzikert 1071 bis ins frühe 20. Jahrhundert umfaßte. Der italienische Filmregisseur Renzo Martinelli drehte den Film September Eleven. 1683 über den Kapuziner Marco D’Aviano, der am entscheidenden Sieg der christlichen Streitkräfte 1683 gegen die Türken vor Wien mitwirkte. Martinelli folgte dabei der Theorie des Historikers Bernard Lewis, wonach der Zorn des islamischen Extremismus bis auf die Niederlage von Wien zurückreicht. Der Filmtitel sucht die direkte Anspielung zu den Attentaten am 11. September 2001 in New York gegen die Twin Towers, bei denen mehrere Tausend Menschen ums Leben kamen. „Hast du gewußt, daß das Datum des 11. September kein Zufall war?“, lautet die Frage auf dem Filmplakat. Am 11. September 1683 wurden die Türken vor Wien besiegt. So erstaunt es vielleicht nur auf den ersten Blick, daß der Film seine Uraufführung am 11. September 2012 ausgerechnet in der Türkei erlebte.

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Spanische Inquisition: Hort der Freiheit und des Humanismus

Bild: derzweiteknall.wordpress.com

Die Inquisition und die Kreuzzüge waren unter den zehn ruhmreichsten Dingen die der Katholizismus hervorgebracht hat, schreibt der US-Autor H. W. Crocker III:

der zweite knall

Wir wissen jetzt, jenseits allen Zweifels, dass der Monty-Python-Sketch von den Inquisitoren die eine alte Dame in einem “bequemen Stuhl” fest halten, während sie mit Staubwedeln gekitzelt wird, näher an der Wahrheit ist, als Bilder von Menschen, die in eisernen Jungfrauen aufgespießt werden. Der Mythos der spanischen Inquisition stammt aus gefälschten Dokumenten, propagiert von protestantischen Polemikern und anti-spanischen Katholiken, die zahlreich waren. Tatsache ist, weit davon entfernt, die blutrünstigen Tribunale der Sage zu sein, waren die Gerichte der spanischen Inquisition die wohl fairesten, nachsichtigsten und fortschrittlichsten in ganz Europa.

Ja, die gute alte, reaktionäre, repressive katholische Kirche war wohl die leidenschaftlichste Verteidigerin der Freiheit in der Geschichte der Menschheit.

Abschied von der Volkskirche – Halleluja!

Bild: Religion Poisons Everything

Bild: Religion Poisons Everything

Der Papst tritt ab und lässt viele Katholiken seiner Heimat resigniert zurück. Die Kirche verliert in der Breite an Relevanz und droht zu einem geschlossenen Club der voll Überzeugten zu werden.

Von Christoph Driessenstern.de

Es war wie im Film: Weißer Rauch steigt empor, ein roter Vorhang geht auf, ein Kardinal kommt heraus. “Habemus Papam” – lange Pause – “Josephum Ratzinger.” Wir sind Papst. Kurzzeitig verfällt Deutschland ins Benedetto-Fieber. Verfolgt die ersten Schritte des Herrn Professors in seinen neuen roten Schuhen, lächelt über die ungelenken Bewegungen, das zaghafte Winken. “Der neue Ratzinger”, titelt “Die Zeit”. Und ja, das kann unmöglich der strenge Präfekt jener berüchtigten Behörde zum Schutz vor Irrlehren und Abweichlern sein, als den man ihn jahrzehntelang abgespeichert hatte.

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Belfast: Jesus-Fans praktizieren die Gewalt ihres Herrn

Geöffnete Friedensmauer in Belfast. Bild: de.academic.ru

Seit Tagen halten gewalttätige Ausschreitungen die nordirische Hauptstadt Belfast in Atem. Spielen bei den aktuellen Auseinandersetzungen die Religionen noch eine Rolle? Ja, sagt der der Münsteraner Geschichtswissenschaftler Andre Krischer.

domradio.de

KNA: Herr Krischer, der Nordirland-Konflikt hat nicht zuletzt auch religiöse Wurzeln. Welche Bedeutung haben Katholizismus und Protestantismus dort heute?

Krischer: Die Religion stiftet immer noch Identität. Die Menschen verstehen sich entweder als Katholik oder als Protestant. Der Konflikt dreht sich aber nicht mehr wie früher um Glaubenswahrheiten.

KNA: Haben dadurch die Kirchen Spielraum gewonnen, mäßigend auf die Konfliktparteien einzuwirken?

Krischer: Ja. Die Kirchen haben nicht das geringste Interesse daran, dass der Konflikt wieder aufflammt. Die Frage bleibt allerdings, welchen Einfluss sie tatsächlich auf die Akteure haben. In jedem Fall gießen Amtsträger beider Seiten kein Öl ins Feuer. Eine neue Rolle spielt aber auch das Internet und die sozialen Netzwerke, über die Bedrohungs- und Verschwörungstheorien verbreitet werden.

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Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

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