Schlagwort-Archive: Katholizismus

Christentum, Islam, die Kreuzzüge und zweierlei Maß?

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Wenn es um die Meinungsfreiheit geht, messen viele Massenmedien gegenüber dem Christentum und gegenüber dem Islam heuchlerisch mit unterschiedlichen Maßen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Christen wird nicht annähernd jenes Recht der öffentlichen Meinungsäußerung zugestanden wie Moslems, schon gar nicht wenn es um Angriffe oder Beleidigung ihrer Religion geht. Das Bild wird nicht überzeichnet, wenn man behauptet, daß dieselben Massenmedien, die Angriffe auf den Islam verurteilen, gleichzeitig Beleidigungen und Provokationen gegen das Christentum publizieren.

Das neueste Beispiel betrifft den europäischen Abwehrkampf gegen die osmanisch-islamischen Eroberungszüge, der einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren von der Schlacht von Manzikert 1071 bis ins frühe 20. Jahrhundert umfaßte. Der italienische Filmregisseur Renzo Martinelli drehte den Film September Eleven. 1683 über den Kapuziner Marco D’Aviano, der am entscheidenden Sieg der christlichen Streitkräfte 1683 gegen die Türken vor Wien mitwirkte. Martinelli folgte dabei der Theorie des Historikers Bernard Lewis, wonach der Zorn des islamischen Extremismus bis auf die Niederlage von Wien zurückreicht. Der Filmtitel sucht die direkte Anspielung zu den Attentaten am 11. September 2001 in New York gegen die Twin Towers, bei denen mehrere Tausend Menschen ums Leben kamen. „Hast du gewußt, daß das Datum des 11. September kein Zufall war?“, lautet die Frage auf dem Filmplakat. Am 11. September 1683 wurden die Türken vor Wien besiegt. So erstaunt es vielleicht nur auf den ersten Blick, daß der Film seine Uraufführung am 11. September 2012 ausgerechnet in der Türkei erlebte.

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Spanische Inquisition: Hort der Freiheit und des Humanismus

Bild: derzweiteknall.wordpress.com

Die Inquisition und die Kreuzzüge waren unter den zehn ruhmreichsten Dingen die der Katholizismus hervorgebracht hat, schreibt der US-Autor H. W. Crocker III:

der zweite knall

Wir wissen jetzt, jenseits allen Zweifels, dass der Monty-Python-Sketch von den Inquisitoren die eine alte Dame in einem “bequemen Stuhl” fest halten, während sie mit Staubwedeln gekitzelt wird, näher an der Wahrheit ist, als Bilder von Menschen, die in eisernen Jungfrauen aufgespießt werden. Der Mythos der spanischen Inquisition stammt aus gefälschten Dokumenten, propagiert von protestantischen Polemikern und anti-spanischen Katholiken, die zahlreich waren. Tatsache ist, weit davon entfernt, die blutrünstigen Tribunale der Sage zu sein, waren die Gerichte der spanischen Inquisition die wohl fairesten, nachsichtigsten und fortschrittlichsten in ganz Europa.

Ja, die gute alte, reaktionäre, repressive katholische Kirche war wohl die leidenschaftlichste Verteidigerin der Freiheit in der Geschichte der Menschheit.

Abschied von der Volkskirche – Halleluja!

Bild: Religion Poisons Everything

Bild: Religion Poisons Everything

Der Papst tritt ab und lässt viele Katholiken seiner Heimat resigniert zurück. Die Kirche verliert in der Breite an Relevanz und droht zu einem geschlossenen Club der voll Überzeugten zu werden.

Von Christoph Driessenstern.de

Es war wie im Film: Weißer Rauch steigt empor, ein roter Vorhang geht auf, ein Kardinal kommt heraus. “Habemus Papam” – lange Pause – “Josephum Ratzinger.” Wir sind Papst. Kurzzeitig verfällt Deutschland ins Benedetto-Fieber. Verfolgt die ersten Schritte des Herrn Professors in seinen neuen roten Schuhen, lächelt über die ungelenken Bewegungen, das zaghafte Winken. “Der neue Ratzinger”, titelt “Die Zeit”. Und ja, das kann unmöglich der strenge Präfekt jener berüchtigten Behörde zum Schutz vor Irrlehren und Abweichlern sein, als den man ihn jahrzehntelang abgespeichert hatte.

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Belfast: Jesus-Fans praktizieren die Gewalt ihres Herrn

Geöffnete Friedensmauer in Belfast. Bild: de.academic.ru

Seit Tagen halten gewalttätige Ausschreitungen die nordirische Hauptstadt Belfast in Atem. Spielen bei den aktuellen Auseinandersetzungen die Religionen noch eine Rolle? Ja, sagt der der Münsteraner Geschichtswissenschaftler Andre Krischer.

domradio.de

KNA: Herr Krischer, der Nordirland-Konflikt hat nicht zuletzt auch religiöse Wurzeln. Welche Bedeutung haben Katholizismus und Protestantismus dort heute?

Krischer: Die Religion stiftet immer noch Identität. Die Menschen verstehen sich entweder als Katholik oder als Protestant. Der Konflikt dreht sich aber nicht mehr wie früher um Glaubenswahrheiten.

KNA: Haben dadurch die Kirchen Spielraum gewonnen, mäßigend auf die Konfliktparteien einzuwirken?

Krischer: Ja. Die Kirchen haben nicht das geringste Interesse daran, dass der Konflikt wieder aufflammt. Die Frage bleibt allerdings, welchen Einfluss sie tatsächlich auf die Akteure haben. In jedem Fall gießen Amtsträger beider Seiten kein Öl ins Feuer. Eine neue Rolle spielt aber auch das Internet und die sozialen Netzwerke, über die Bedrohungs- und Verschwörungstheorien verbreitet werden.

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Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

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Frank A. Meyer über den Islam: Gegnerschaft!

Frank A. Meyer am Brandenburger Tor: «Das alles muss einmal gesagt sein.» (Antje Berghäuser)

Darf man Gegner des Islam sein? In der linken «Wochenzeitung» wirft Georg Kreis den Islamgegnern Rassismus vor. Der frühere Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus bemüht Analogien zum Antisemitismus und setzt Islamgegnerschaft praktisch damit gleich.

Blick.ch

Gegner des Islam sind demnach politisch-moralisch höchst verwerflich. Und sie verstossen, weil Rassisten, ­sogar gegen das Gesetz.

Noch verwerflicher als Islamgegner sind aus solcher Sicht Islamfeinde. Am verwerflichsten aber ist «Islamophobie», die krankhafte Angst vor dem Islam. Womit der Islamgegner endgültig abqualifiziert wäre, weil nicht ganz zurechnungsfähig.

Wieso aber sind Begriffe wie «Islamgegner» und «Islamfeind» überhaupt Schimpfwörter? Der Islam ist eine Religion. Wie die christliche. Darf man Gegner der christlichen Religion sein, ihr gar feindlich gegenüberstehen? Selbstverständlich darf man das.

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Der Katholizismus in China

Bild: China Today

Neben der Bon-Religion, dem tibetischen Buddhismus und dem Islam ist in Tibet auch der Katholizismus vertreten. Historischen Aufzeichnungen zufolge wurde der Katholizismus aus Indien über Ngari nach Tibet eingeführt.

China Today

Ngari liegt im Westen Tibets und grenzt im Norden an Xinjiang, im Westen an Kaschmir und im Südwesten an Nepal. Deshalb ist es seit jeher ein Ort, in dem sich verschiedene Kulturen kreuzen und vermengen. Westliche Missionare nutzten diesen geographischen Vorteil des Gebietes und brachten von hier aus den Katholizismus nach Tibet. 1624 kamen der Priester Andrade und der Missionar Maques in Tsepulung im Flusstal Shangquan in Ngari an und ließen sich nieder, weil es hier sehr angenehm war. Sie beschenkten zuerst den König des Guge-Reichs mit wertvollen Sachen und stellten damit freundschaftliche Beziehungen mit ihm her. Der Herrscher erlaubte ihnen erst im Jahr 1626, eine katholische Kirche in Tsepalung zu gründen. Das war die erste katholische Kirche in Tibet. 1630 wurde sie aber von Anhängern des tibetischen Buddhismus zerstört, womit der Katholizismus in diesem Gebiet ausstarb.

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Evangelikale und Pius-Brüder gegen Aufklärung

Die Erzkonservativen am rechten Rand der Katholiken ähneln in Vielem den Evangelikalen, lautet das Fazit der Radiosendung “SWR2 Glauben”
Foto: danielkedinger (CC-BY-NC-ND)

Extreme Evangelikale und Mitglieder der erzkonservativen Piusbruderschaft haben viel gemeinsam. Das ist das Fazit, das die Radiosendung “Bedingungslos fromm“ in der Reihe “SWR2 Glauben” am Sonntagmorgen zog. Das Radio-Feature begleitete einen evangelikalen Gemeindeleiter und einen Anhänger der Pius-Bruderschaft aus Stuttgart.

pro Medienmagazin

“Fundamentalistische Strömungen in Katholizismus und Protestantismus” lautete der Titel der Sendung vom Sonntag, den 26. August im SWR2. Der Redakteur Bastian Wierzioch ging der Frage nach, worin sich beide religiösen Richtungen ähneln. “Sie setzen Homosexualität mit Sünde gleich, verpönen Sex vor der Ehe, teilen die Welt in Gut und Böse ein, arbeiten gegen die Gleichberechtigung der Frauen in Familie und Beruf und halten die Bekehrung der Juden für notwendig”, heißt es in der Sendungsankündigung.

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Goethe war kein Christ, vielleicht doch, etwas?

Wie hielt es Goethe mit der Religion? Damit befasste sich die Sendung “Tag für Tag” im Deutschlandfunk am Freitag
Foto: Wikipedia (Public Domain) Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829)

“Nun sag, wie hast Du’s mit der Religion?” Diese “Gretchenfrage” machte Johann Wolfgang von Goethe durch seinen “Faust” berühmt. Aber wie religiös war Goethe selbst? Der Journalist Alfried Schmitz ging für die Sendung “Tag für Tag” im Deutschlandfunk dieser Frage auf den Grund.

pro Medienmagazin

“Goethe und sein Verhältnis zum Christentum” lautet der Titel der Sendung vom Freitag, den 24. August. Der Protestant Goethe schrieb 1786 auf seiner Reise ins erzkatholische Italien in sein Tagebuch: “Dem Mittelpunkte des Katholizismus mich nähernd … indem ich mit reinstem Sinn die wahrhafte Natur und die edle Kunst zu beobachten und aufzufassen trachte, trat mir so leibhaft vor die Seele, dass vom ursprünglichen Christentum alle Spur verloschen ist; ja, wenn ich mir es in seiner Reinheit vergegenwärtige, so wie wir es in der Apostelgeschichte sehen, so musste mir schaudern, was nun auf jenen gemütlichen Anfängen ein unförmliches, ja barockes Heidentum lastet.”

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Gehört der Katholizismus zu Deutschland?

Entdeckung der Barbara Ubryk 1869 (Quelle: Wikipedia)

Freisinnige Zeitung

Am 18. August 1881 berichtet die Berliner Gerichtszeitung über einen tragischen Fall:

Die Anzeige von einer neuen Barbara Ubryck, die ein gewöhnlicher Arbeiter in einem hiesigen Polizeibureau erstattet, hat Veranlassung zu einer großartigen Untersuchung gegeben. Nach dieser Anzeige haben Arbeiter, die in dem bekannten Vergnügungsort “Neue Mühle bei Königs-Wusterhausen” mit Erdarbeiten beschäftigt gewesen, dort die Entdeckung gemacht, daß ein Mädchen im Alter von etwa 23 Jahren mit Namen Louise Greier von ihren Eltern in ganz unmenschlicher Weise eingesperrt gehalten, nur mit Lumpen bekleidet und mit den ekelhaftesten Nahrungsmitteln versehen wird, so daß dasselbe bereits vollständig vertiert sei; das Mädchen werde in einem kellerartigen Stalle gehalten, dessen Fensteröffnungen mit Brettern vernagelt seien. Die Arbeiter hätten diese Bretter losgerissen und so sich von der Lage der Unglücklichen überzeugt. Der Denunziant behauptet, die Anzeige in Berlin erstattet zu haben, da er in Neue Mühle die Rache der Angehörigen des armen Mädchens befürchtet. Das aufgenommene Protokoll. wurde dem hiesigen Landratsamt des Teltowschen Kreises übermittelt, das nun sofort die erforderlich erscheinenden Recherchen veranlaßte, die denn auch die volle Wahrheit der angegebenen Thatsachen herausstellten. Zu ihrer Entschuldigung gaben die unmenschlichen Angehörigen der Bedauernswerten an, daß diese geisteskrank und an Tobsucht leide, und daß sie, sobald sie aus lhrem von Schmutz und Unrat starrenden Kerker herausgelassen werde, alles in Stücken schlage. Es sind sofort die nötigen Maßregeln angeordnet, um der Unglücklichen eine menschenwürdigere Behandlung zu verschaffen, und ist die Untersuchung eingeleitet.

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Polen fällt vom Glauben ab

Pilgern ebenfalls zur Schwarzen Madonna: Soldaten aus Deutschland, den USA, Litauen, Kroatien und der Ukraine. Foto: dpa

Die Religion befindet sich in Polen auf dem Rückzug, die Zahl der Kirchgänger ist seit dem Ende des Kalten Krieges um ein Drittel geschrumpft. Ein Ereignis bleibt von der Entwicklung unberührt.

Von Ulrich KrökelBadische Zeitung

Jedes Jahr zu Mariä Himmelfahrt am 15. August pilgern Hunderttausende Polen ins schlesische Tschenstochau zur Schwarzen Madonna, der wichtigsten Reliquie des Landes.

Polen ist mit seinen mehr als 90 Prozent bekennenden Gläubigen das katholischste Land Europas. Wer etwas auf sich hält, pilgert mindestens einmal im Leben auf den Hellen Berg (Jasna Gora), um vor der Madonna zu beten und Schutz zu erbitten. Wie 1655, als die Schweden in Schlesien einfielen. Mit der wundertätigen Ikone im Rücken verteidigten die Mönche sich und ihr Land heldenhaft. Polens Herrscher ernannten die Madonna zur “Königin Polens”. Ein halbes Jahrhundert später begannen die Wallfahrten.

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Dodo Juni 2012: Martin Mosebach

Dodo des Monat Juni 2012

Zum Büchnerpreis von 2007 nun den Dodo des Monats Juni 2012. Martin Mosebach hat sich die Würdigung seiner Ewiggestrigkeit redlich verdient.

In seiner Schrift “Vom Wert des Verbietens”, veröffentlicht in der Frankfurter Rundschau, okkupiert er sofort Resultate der Aufklärung, Menschenwürde sei ohne christliche Religion nicht vorstellbar, respektive resultiert aus der Unverlierbarkeit der Würde das – christliche Eigengut. Im Folgenden dringt der Mief des Mittelalters mit seinem reaktionärem katholischen Stallgeruch aus dem von Mosebach Geschriebenen.

Mosebach fordert Zensur und Strafe in der Kunst, wenn diese blasphemisch gegen die religiösen Attitüden der Mehrheit verstösst.. Rede-und Meinungsfreiheit gilt es für ihn einzuschränken. Einzuschränken damit die religiösen Mehrheiten der Gesellschaft ungehindert und vor allem unkritisch ihre irrationalen Glaubenskonstrukte leben können. So angewandt ist das Verbot von Blasphemie eine Gefahr für ein humanistisch-demokratisches Gemeinwesen. Zumal in Deutschland die  Anwendung des Paragrafen 166 StGB durcchaus geboten erscheint, wenn es gilt demokratische Grundrechte einzuschränken. Nur einige Beispiele:

  • Künstler der Gruppe SPUR wurden in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er Jahre wegen Gotteslästerung angeklagt.
  • Das Theaterstück „Maria-Syndrom“ von Michael Schmidt-Salomon wurde in Deutschland 1994 verboten.
  • In Kassel wurden von christlichen Extremisten gegen eine Ausstellung von Gerhard Haderer Bombenandrohungen ausgesprochen. Er hatte Jesus Christus als “Kiffer” gezeichnet. Haderer wurde auch wegen blasphemischer Karikaturen in Griechenland in Abwesenheit zu sieben Monaten Haft verurteilt, später jedoch freigesprochen.
  • Die Popmusikerin Madonna ließ sich während der Bühnenshow eines Live-Konzerts 2006 „ans Kreuz nageln“ und stieß damit auf heftige Kritik bei Kirchenvertretern und Christen. Die Staatsanwaltschaft verwies jedoch darauf, dass Anzeigen wegen Blasphemie nicht zu einer Verurteilung führen würden.

(Quelle: Wikipedia)

Mosebach schwadroniert nun in seinem Essay ohne überhaupt auf den §166 StGB einzugehen. Unwissenheit? Wohl eher nicht; wissende Ignoranz. Wer die Rückkehr der Tridentinischen Messe fordert, das Zweite Vatikanische Konzil lächerlich macht und solche Sätze generiert:

Mosebach

“Nur wer auf Knien glaubt, kann glauben.”

ist ein dem alten katholischen Geist der Voraufklärung verhafteter Sack. Als Antwort fällt mir Ambrose Bierce ein:

Camel and Christ accept their burdens kneeling.

Wobei Mosebach 2012 die Klaviatur des katholischen Bürgertums des 19.Jahrhunderts spielt, zwischen den Zeilen von Mosebach schimmert noch der Kaiser hervor. Fast mitleidig möchte man Mosebach in der Zeit zurückschicken, er hätte einen ausgezeichneten monarchistisch-katholischen Schreiberling abgegeben, dem der Weihrauch aus dem Rektum qualmt. Demokratie ist im ein Greuel. Das Trauma als Katholik lange Zeit unter militanter Vorherrschaft protestantischer Kultur leben zu müssen hat er bis heute nicht verkraftet.
Die wahrscheinlich beste Variante für Mosebach wäre sich im Vatikan, dem Alt-Männerklub der Autoerotiker, als Hofbiograf anzudienen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Spanien: Kirche soll mehr Steuern zahlen

foto: reuters/marcelo del pozo
Bild: Eine Kirche in Sevilla.

Sozialisten drängen auf Ende der Ausnahmeregelungen

derStandard.at

Angesichts der dramatischen Lage an den Finanzmärkten wächst in Spanien der Druck auf die katholische Kirche, einen größeren Beitrag zur Sanierung des Staatshaushaltes zu leisten. Die Tageszeitung El País veröffentlichte eine Umfrage, wonach inzwischen acht von zehn Spaniern verlangen, dass für die Kirche geltende Ausnahmen im Steuerrecht abgeschafft werden. Dieses Ergebnis ist insoweit überraschend, als der Katholizismus und die katholische Kirche in Spanien nach wie vor eine besonders wichtige Rolle spielen.

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Vatikan: So kauft man sich ein paar Anglikaner

Papst Benedikt XVI. hat umgerechnet rund 190.000 Euro an zum Katholizismus übergetretene Anglikaner in England und Wales überwiesen.

domradio.de

Wie das katholische Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“ auf seiner Internetseite mitteilte, zählt dessen bistumsähnliche Struktur derzeit rund 1.300 Laienmitglieder sowie etwa 60 Priester. Papst Benedikt XVI. hatte das Personalordinariat 2011 geschaffen, um anglikanischen Christen die katholische Kirchenzugehörigkeit unter Beibehaltung der anglikanischen Tradition zu ermöglichen. Das britische Ordinariat hatte bereits unmittelbar nach seiner Gründung um finanzielle Unterstützung gebeten.

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Die Madonna und der Ketzer

Die Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag war ein Maria geweihtes Standbild auf einer Säule. Bild: wikipedia

Der Katholizismus ist den meisten Pragern suspekt. Und doch könnte bald eine Mariensäule in die gottesferne Stadt zurückkehren.

Von Hans-Jörg SchmidtSÜDWEST PRESSE

Seit fast 100 Jahren thront auf dem zentralen Prager Altstädter Ring nur ein überdimensionaler “Ketzer” Jan Hus als Symbol des tschechischen Protestantismus. Der wird in Tschechien verehrt und dient bis heute als Ausdruck böhmischer Rebellion gegen die 300-jährige katholische Übermacht aus Wien. 1915, an seinem 500. Geburtstag, wurde für Hus besagtes Denkmal enthüllt. 1918, als sich die Tschechen von Habsburg lossagten, schleiften sie lustvoll die benachbarte katholische Mariensäule. Einer der “Drahtzieher” war Frantisek Sauer, ein enger Freund des anarchistischen Schriftstellers Jaroslav Hasek, der den braven Soldaten Schwejk erfand. Mit dem Abriss der Mariensäule sollte der Schlussstrich unter die “Knechtschaft” der Habsburger gezogen werden.

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Kirchenbeitritt bei Bier und Brezen

Das Müllner Bier der Augustiner Brauerei ist weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt und beliebt

Im berühmten Augustiner Bräustübl Mülln in der Stadt Salzburg hat der Pfarrer und Mönch Franz Lauterbacher einen neuen und immer populäreren Weg gefunden, ausgetretene Schäfchen der Kirche wieder zum Katholizismus zurückzuholen.

Von Gerald LehnerSalzburg ORF.at

Rund 300 Menschen kehren jedes Jahr in der Erzdiözese Salzburg in die katholische Kirche zurück.

Mit Bier und Leberkäse zurück zum Papst

Es könnten aber noch mehr Rückkehrer sein, wenn der Weg zurück unbürokratisch und eher anonym ermöglicht werde, sagte der Müllner Pfarrer und Benediktinermönch Franz Lauterbacher. Er hat den Beweis bereits im letzten Dezember erstmals angetreten und lädt nun Freitagabend ab 18.00 Uhr wieder Eintrittswillige ins Müllner Bräustübl ein.

Wein und Brot sind bei diesem Job eher out, Bier und Brezen gefragt: Lauterbacher hat bereits Erfahrung mit diesem Angebot zum unkomplizierten Wiedereintritt in die Kirche.

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Die Christengemeinschaft: Anthroposophisches Christentum

Bild: BR2

Rudolf Steiner hat sich nicht nur die Pädagogik der Waldorf-Schulen ausgedacht. Der Philosoph hat Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Gruppe Theologen auch den Auftrag bekommen, die Religion zu “erneuern”.

BAYERN 2

Von zentraler Bedeutung in der Christengemeinschaft ist der Freiheitsgedanke: Es gibt zum Beispiel keine Dogmen in der Christengemeinschaft,  keinen Zölibat der Priester und Priesterinnen und auch keine offizielle, verbindliche Glaubenslehre, wobei sich der Glaube auf die Bibel stützt, sagt der Münchner Pfarrer Günther Dellbrügger: “Wir sind im Niemandsland zwischen Katholizismus und Protestantismus.” Einerseits gibt es verbindliche Formen im Kultus und andererseits das Freiheitsprinzip der Protestanten. Die Christengemeinschaft erhebt außerdem keine Kirchensteuer, sondern verlangt Mitgliedsbeiträge.

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„…and may God bless the United States“

Bild:tobia.sgrab.de

In kaum einem anderen Land gibt es eine so strikte Trennung zwischen Kirche und Staat. Gerade deswegen sind die US-Amerikaner weitaus gläubiger als die Europäer und zeigen ihre Religiosität offen.

Von Norbert Rief- Die Presse

Die Bedrohung für die USA ist real, und sie kommt von keinem Geringeren als dem Teufel selbst. „Satan attackiert die großen Einrichtungen der USA, und er verwendet dafür die großen Laster Stolz, Eitelkeit und Sinneslust. Das ist ein spiritueller Krieg, und der Vater aller Lügen hat sein Ziel auf ein gutes, anständiges Land gerichtet.“

 Der, der das sagte, ist kein Priester und auch nicht einer jener fanatischen Fernsehprediger, wie es sie in den USA zuhauf gibt. Er tritt nicht in Kirchen auf und predigt nicht von einer Kanzel. Der, der das im Jahr 2008 an einer katholischen Universität in Florida sagte, will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden.

Holocaust-Leugner: Piusbruder-Bischof fordert Katholizismus als Pflicht

Foto: Christian Eckl, Wochenblatt

Immer wieder wurde diskutiert, ob die erzkonservative Piusbruderschaft derart reaktionär ist, dass man sie vom Verfassungsschutz beobachten lassen sollte. Bislang sind staatliche Organe wie der Verfassungsschutz auf dem rechten Kirchen-Auge blind: Das Opus Dei wird beispielsweise nicht beobachtet, ebenso wenig wie die Piusbruderschaft.

Von Christian EcklWochenblatt

Daran hat auch das Urteil gegen den seltsamen Bischof Richard Williamson nichts geändert, der wegen Leugnung des Holocausts im Priesterseminar Zaitzkofen im Landkreis Regensburg verurteilt wurde. Zwar hat sich die Bruderschaft von Williamson distanziert, dennoch ist er immerhin einer von vier zwar verboten, aber dennoch gültig geweihten Bischöfe des verstorbenen Sekten-Gründers Erzbischof Marcel Lefebvre.

Jetzt hat Williamson, der in seinen Rundschreiben an die Gläubigen auch antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet, wieder einmal zum Rundumschlag ausgeholt. Seiner Ansicht nach muss Pornographie ebenso verboten werden, wie der Katholizismus zur verpflichtenden Staatsreligion gemacht werden müsse. Damit dürfte er gegen die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung verstoßen.

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Vom Rätsel der Entweltlichung

Zwei Wochen nach dem Papstbesuch rätseln Kirchenangehörige, was Benedikt XVI. eigentlich sagen wollte.

Bei seinem Deutschlandbesuch hat der Papst harte, womöglich folgenschwere Sätze gegen den Katholizismus losgelassen. Hiesige Kirchenvertreter treibt nun die Frage um: Was sollen wir ändern?

Von Paul KreinerPotsdamer Neueste Nachrichten

Als Benedikt XVI., zwei Stunden vor dem Rückflug nach Rom, seine Rede im Freiburger Konzerthaus hielt, da waren die Zusammenfassungen der viertägigen Deutschlandreise schon geschrieben. Die Leitartikel waren erstellt und die Scheinwerfer schwächer geworden. Umso mehr wird jetzt diskutiert, zwei Wochen später. Denn der Papst hat harte, womöglich folgenschwere Sätze gegen den Katholizismus in seiner Heimat losgelassen. Auch die Deutsche Bischofskonferenz fragte sich diese Woche auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda: Was wollte Benedikt uns sagen? Was sollen wir ändern?

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