Schlagwort-Archive: Krieg

Papst fordert “politische Lösung” für den Irak

Verehrungswürdige Puppe.

Verehrungswürdige Puppe.

Papst Franziskus hat eine politische Lösung für den Irak gefordert, um der Verfolgung von Christen, Jesiden und Schiiten Einhalt zu gebieten. Er vertraue darauf, dass eine “wirksame politische Lösung auf internationaler und lokaler Ebene diese Verbrechen beenden und das Recht wieder herstellen kann”, sagte er am Sonntag zum Abschluss des traditionellen Angelus-Gebets auf dem Petersplatz.

kathweb

Zugleich dankte er all jenen, die “diesen Schwestern und Brüdern mutig Hilfe leisten”. Auf das militärische Eingreifen der USA im Irak ging Franziskus nicht ausdrücklich ein.

Die Vertreibung der Christen und anderer Minderheiten verurteilte der Papst als “schwerwiegende Beleidigung Gottes und der Menschheit”. Er fuhr fort: “Im Namen Gottes verbreitet man keinen Hass. Man führt keinen Krieg im Namen Gottes!”

Dass Tausende brutal aus ihren Häusern verjagt würden, Kinder auf der Flucht verhungerten oder verdursteten, Männer massakriert und Frauen geraubt würden, sei erschütternd, sagte Franziskus am Sonntag weiter. Er zeigte sich zudem bestürzt über die Zerstörung des religiösen und kulturellen Erbes durch die Terrorgruppe “Islamischer Staat”.

Franziskus kündigte außerdem an, dass sein Sondergesandter für den Irak, Kardinal Fernando Filoni, am Montag in den Irak aufbrechen werde.

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Altbischof Friedrich: Christen können nur für Israel und Gaza beten

In dem Krieg in Israel und Gaza können Christen nach Überzeugung des kirchlichen Nahostexperten Johannes Friedrich zu keiner eindeutigen Position kommen.

evangelisch.de

Denn die Reaktionen der Menschen in Israel und in Gaza seien gleichermaßen verständlich, sagte der frühere bayerische Landesbischof und Nahostbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Christen könnten nur für die Menschen beider Seiten und eine Lösung des Konflikts beten.

Nicht verständlich findet Friedrich die Praxis der radikal-islamischen Hamas, die “Zivilbevölkerung als Schutzschilde” zu nutzen. Die Israelis fühlten sich ständig von Raketen bedroht und “wollen nicht Angst haben, dass Mörder über geheime Tunnel in ihr Land eindringen”, sagte Friedrich, der mehrere Jahre evangelischer Propst in Jerusalem war.

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Zweifeln statt glauben – das müsste eine religiöse Tugend sein

Bereit zum Sterben. Ein islamischer Terrorist. – Foto: AFP

Viele Kriege werden im Namen des Glaubens geführt. Seine Absolutheit ist es, die den Missbrauch erst möglich macht. Dabei müsste eigentlich der Zweifel als die gottgefälligste aller Tugenden verehrt werden. Ein Essay.

Von Hans-Dieter GelfertDER TAGESSPIEGEL

Die apokalyptischen Reiter Hunger, Krieg, Niedergang und Tod, die Albrecht Dürer mit seinem Kupferstich so eindrucksvoll dargestellt hat, sind der Inbegriff von Geißeln der Menschheit. Doch nur der Krieg verdient eine solche Bezeichnung. Der Hunger wird durch Fortschritte in der Landwirtschaft stetig zurückgedrängt und könnte durch gerechtere Verteilung der vorhandenen Nahrungsmittel schon jetzt besiegt werden; Krankheiten werden in zunehmendem Maße durch die moderne Medizin geheilt; und selbst der vierte Reiter, der Tod, erschreckt uns nur gefühlsmäßig, denn die Vernunft sagt uns, dass ohne ihn die Biosphäre längst an sich selbst erstickt wäre.

Warum schaffen es die Menschen dann nicht, den Krieg ebenso entschieden wie Hunger und Krankheit zu bekämpfen?

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Antijudaismus: Arabische Jugendliche und die Doppelmoral Deutschlands

Die Berichte vom Krieg in Gaza erreichen mich im Urlaub in Sarajevo. Auch die Berichte der Demonstrationen in Berlin und in anderen deutschen Großstädten sehe ich. Ich sehe, wie meist junge arabische Männer antijüdische Parolen rufen und lese und höre Kommentare, über den „Antisemitismus“ der arabischen Einwanderer – als seien die Araber selbst keine Semiten.

Nutzerbeitrag von SaltadorosderFreitag

Die Aufregung ist groß über diese Äußerungen, die natürlich alles andere als akzeptabel sind. Kommentatoren ziehen Vergleiche, zum Antijudaismus der Nazis, ohne das offensichtlich jemandem die Absurdität solcher Vergleiche in den Kopf kommt. Es ist ein durchaus einfacher psychologischer Abwehrreflex, jeden und alles in Deutschland zum Nazi zu erklären außer den wirklichen Nazis, die meine Generation wenigstens noch als Familienmitglieder, Lehrer und Nachbarn kennen lernen konnte. Und so wird jeder Diktator zum Hitler stilisiert und jeder, der dumme, antijüdische Äußerungen von sich gibt, zum neuen Nazi.

Ich sehe, die täglichen Angriffe der israelischen Armee auf Gaza und ich sehe und lese über die Opfer, die zum großen Teil Zivilisten sind. Unter ihnen Frauen und Kinder, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben außer der Tatsache, am „falschen“ Ort der Welt gelebt zu haben.

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„Heldentod“ und christlicher Glaube

Eine Grafik für die Hinterbliebenen gefallener deutscher Soldaten illustriert die Mischung christlicher Werte mit Nationalismus und Heldenpathos im Heldentod Foto: German Government (Ministry of defence, year 1916) Wikipedia

Im Krieg zu sterben sei eine Ehre, war der Prediger Heinrich Goebel 1916 überzeugt. „Grässlich“ sei diese Überzeugung, sagt dagegen heute sein Enkel, ein Theologe. pro beleuchtet in einer Serie, wie sich Kirchen und Freikirchen im ersten Weltkrieg verhalten haben.

pro Medienmagazin

Heinrich Goebel veröffentlichte 1916 ein Buch unter dem Titel „Unsere Helden im großen Weltkrieg“. Goebel, im Oktober 1864 geboren, war Prediger der Evangelischen Gemeinschaft. Diese Freikirche schloss sich im Verlauf der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts der Evangelisch-Methodistischen Kirche an. Der Kirchenhistoriker Martin Greschat, ein Enkel von Heinrich Goebel, hat sich mit dem Leben seines Großvaters und dessen Buch kritisch auseinandergesetzt.

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Brisante Tagung über “Gewalt im Namen Gottes”

Aufgehetzt. verängstigt, schutzsuchend: Vertriebene auf dem Gelände der katholischen Kirche in Bossangoa. Bild: ap

“Gewalt im Namen Gottes” lautet das Thema der Ökumenischen Sommerakademie vom 9. bis 11. Juli im Stift Kremsmünster. Im Mittelpunkt steht die Verantwortung der Religionen – vornehmlich Christentum und Islam – für Krieg und Frieden.

kathweb

Für inhaltliche Reibeflächen sorgt u.a. der deutsche Philosoph und Religionskritiker Herbert Schnädelbach, der die Religionen als “Quelle von Terror” für eine “verheerende kulturelle Gesamtbilanz” verantwortlich macht. Dem widerspricht der Berliner Theologe Rolf Schieder, der das von den Religionen ausgehende Friedenspotenzial herausarbeitet. Konkrete Beispiele dafür wird der Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio aus Rom, Cesare Zucconi, geben.

Weitere Vortragende sind der Religionswissenschaftler Hans Kippenberg, die Bibelwissenschaftlerin Gerlinde Baumann und die Islamwissenschaftlerin Mariella Ourghi. Ob Friedenssicherung durch Gewaltverzicht erreichbar ist, diskutieren “Pax Christi”-Vizepräsidentin Gotlind Hammerer und Brigadier Walter Feichtinger vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement des Bundesheeres.

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Gauck verteidigt Plädoyer für Auslandseinsätze gegen Kritiker

Joachim_GauckBundespräsident Joachim Gauck hat sein Plädoyer für Auslandseinsätze der Bundeswehr gegen Kritik auch von kirchlicher Seite verteidigt. Soldaten zu schicken, sei die “allerletzte Variante”, um “das Schlimmste zu verhüten”, erläuterte Gauck.

evangelisch.de

“Wir sind keine Insel”, sagte Gauck im ZDF-Sommerinterview. Es gebe in Europa gemeinsame Interessen und “Werte, die uns wichtig sind”. Und Deutschland gehöre internationalen Bündnissen an, die auch dazu dienten, diese Werte unter Umständen zu verteidigen.

“Ich möchte nicht noch einmal erleben, dass in Ruanda Hunderttausende von Menschen abgeschlachtet werden und wir nichts tun. Nichts tun, um Ihnen zu helfen”, sagte Gauck.

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Gauck und Käßmann: Pastoren im Kampf um den Krieg

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Die evangelische Kirche ist gespalten, wenn es um Krieg und Frieden geht. Joachim Gauck und Margot Käßmann sind die beiden Protagonisten.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

In der Debatte über Deutschlands Verhältnis zum Krieg hat die evangelische Kirche eine erstaunliche Prägekraft. So wären weder die westdeutsche Friedensbewegung noch die in die friedliche Revolution mündende Friedensbewegung in Ostdeutschland ohne engagierte Protestanten denkbar gewesen. Und auch im derzeitigen Streit über Deutschlands neue außenpolitische Rolle führen viele Fäden, teils auf verschlungenen Wegen, zur evangelischen Kirche. Das gilt selbst noch für die Einlassung des brandenburgischen Landtagsabgeordneten Norbert Müller, der Bundespräsident Gauck als „widerlichen Kriegshetzer“ bezeichnet hatte.

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Krater-Geologie: Wie der Krieg die Erde formt

© beide Fotos: Photographisches Bild- und Film-Amt / public domain: Fort Douaumont vor (links) und nach der Schlacht von Verdun Das Fort Douaumont war ein Brennpunkt der Schlacht von Verdun im Jahr 1916. Etwa 400 000 Geschosse sollen hier eingeschlagen sein – allerdings gelang es nie, die Gebäude der Festung zu zerstören.

Der Krieg als geologische Kraft: Auf den alten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs ist nicht einmal mehr das Grundgestein, was es einst war.

Von Lars FischerSpektrum.de

Der Erste Weltkrieg hat Europa verändert – auch geologisch. Der berüchtigte Grabenkrieg gestaltete Landschaften in einer Weise um wie kein Krieg zuvor, und die Folgen sind noch immer auf den früheren Schlachtfeldern zu erkennen. Nicht nur die Spuren der Gräben selbst sind bis heute an vielen Stellen der alten Front sichtbar, geblieben sind vor allem auch Folgen von Millionen Explosivgeschossen, die in den großen Schlachten wie bei Verdun oder an der Somme monatelang rund um die Verteidigungsanlagen einschlugen.

Die bis zu eine Tonne schweren Granaten zerstören nicht nur Häuser und Vegetation, sie zerwühlen und vermischen auch die Bodenschichten. Wo der Felsuntergrund nahe an der Oberfläche liegt, reißen die Explosionen Gesteinstrümmer heraus und zerbrechen den Fels bis in größere Tiefe. Es sind vor allem diese Krater, die selbst 100 Jahre später die Landschaften entlang der damaligen Schlachtfelder prägen.

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Papst: Der Kapitalismus braucht den Krieg

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus hat in einem Interview erneut deutlich den Kapitalimus kritisiert.

Von Hans SpringsteinderFreitag

Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben. Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen.” Das hat Papst Franziskus laut Süddeutscher Zeitung vom 13. Juni 2014 in einem Interview mit der spanischen Zeitung La Vanguardia gesagt. Auf der Homepage des katholischen Senders Domradio ist das Interview auf deutsch zu finden, wenn auch einige Passagen nicht vollständig übersetzt sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Papst den Kapitalismus und seine Folgen auf eine deutliche Weise kritisiert, wie es sonst hauptsächlich nur von Marxisten, Materialisten, Kommunisten,  Humanisten und Anarchisten zu hören ist.

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Käßmann fordert Ende der deutschen Rüstungsproduktion

Margot-Kässmann„Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen“, sagt Margot Käßmann. Sie freue sich, wie sehr die Deutschen den Krieg ablehnten, äußert die frühere EKD-Vorsitzende.

Frankfurter Allgemeine

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat deutsche Waffenexporte scharf kritisiert und ein Ende der Rüstungsproduktion in Deutschland gefordert. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sind“, sagte Käßmann der „Bild am Sonntag“. „Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen.“

Das Argument des Wirtschaftswachstums dürfe bei Rüstungsexporten nicht gelten, sagte die Theologin. „Da geht es um 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es muss doch möglich sein, diese Arbeitsplätze in konstruktive Produktionen zu verlagern“, sagte Käßmann der „BamS“.

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Dschihadist Gauck

Bild: Jürgen Todenhöfer/FB

Bild: Jürgen Todenhöfer/FB

Jürgen Todenhöfer

Liebe Freunde, was haben wir bloß getan, um einen solchen “Jihadisten” als Präsidenten zu bekommen? Der wie ein Irrer alle paar Monate dafür wirbt, dass sich Deutschland endlich wieder an Kriegen beteiligt.Sagt ihm keiner, dass unsere Verfassung Kriege nur zur Verteidigung erlaubt? Dass jede “humanitäre” Intervention auch Frauen und Kinder tötet? Dass unser Land für die nächsten Jahrtausende genug Kriege geführt hat? Ein Bundespräsident als Sprachrohr der Rüstungsindustrie -beschämend!

Unser Ex-Pfarrer erinnert immer mehr an den deutschen Militärpfarrer Adolf Schettler, der noch 1915 im 1.Weltkrieg schwärmte: “Dem Soldaten ist das kalte Eisen in die Faust gegeben. Er soll es führen ohne Schwächlichkeit und Weichlichkeit. Der Soldat soll totschießen, soll dem Feind das Bajonett in die Rippen bohren, soll die sausende Klinge auf den Gegner schmettern. Das ist seine heilige Pflicht. Ja, das ist GOTTESDIENST”.

Nein, Herr Gauck! Das ist Krieg!

Wer stoppt diesen überdrehten Gotteskrieger, der Sarrazins Mut so sehr bewunderte? Der Mann ist doch ein Sicherheitsrisiko für unser Land. Euer JT

Beim stern gibts einen Artikel dazu.

EKD und KRM gegen Missbrauch von Religion

Die Spitzenvertreter von EKD und KRM © Islamrat

Gegen den Missbrauch von Religion zur Legitimation von Kriegen und Gewalt haben sich heute die Spitzen von EKD und KRM ausgesprochen. Außerdem wurde vor einer steigenden Islamfeindlichkeit gewarnt. Ein geplanter Dialogratgeber soll im Herbst erscheinen.

IslamiQ

Die Spitzenvertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich gegen den Missbrauch von Religion zur Legitimation von Kriegen und Gewalt ausgesprochen. Religionen hätten grundsätzlich eine übernationale und weltweite Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit, erklärten der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und KRM-Sprecher Ali Kızılkaya am Montag nach einem Spitzentreffen in Köln.

Mit Blick auf den Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges sprach Schneider von einem Versagen der Kirchen, die den Kriegskurs der jeweiligen Nation damals weitestgehend mitgetragen und sogar unterstützt hätten. Deshalb sei es wichtig, dass Religionen heute dazu beitrügen, Vorurteile abzubauen und einen friedvollen Umgang unterschiedlicher Kulturen zu ermöglichen.

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“Hoffnung Mensch”: Das Hohelied vom Homo sapiens

Das Leben kommt uns kurz und ungerecht vor. Trost bietet vielen die Religion und der Glaube ans ewige Leben. Doch Glaube, Hoffnung, Liebe bietet auch der religionsfreie Humanismus, erklärt der Philosoph Michael Schmidt-Salomon in seinem neuen Buch.

Von Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Mit dem kleinen Wort am Ende seines neuen Buches “Hoffnung Mensch” hat Michael Schmidt-Salomon die Szene der Säkularen in Deutschland irritiert: “Amen” steht dort unter einem Glaubensbekenntnis, das unter anderem lautet: “Ich glaube an den Menschen/Der die Hoffnung der Erde ist.” Ist der bislang durch teils heftige Religionskritik aufgefallene Philosoph mit seinem neuen Buch “Hoffnung Mensch” ins Lager der Religiösen gewechselt?

Nicht wenn es um die traditionellen Religionen geht. Aber was klingt, als würde es theistische Religionen durch eine humanistische ersetzen wollen, löst in der Szene Abwehrreaktionen aus. “Ein Autor, der sich innerlich gedrängt sieht, ein derartiges Glaubensbekenntnis öffentlich abzulegen, hat die Nabelschnur zur Religion seiner Herkunft noch nicht völlig durchtrennt”, schreibt etwa der Philosoph und Religionskritiker Joachim Kahl im Magazin diesseits.de.

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Syrian Rebels Crucified

Bild: bewtween the lines

Der Krieg gegen die Regierung von Baschar al-Assad nimmt von Seiten der islamistischen Terrorgruppen immer brutalere Formen an. So meldete die britische Zeitung „Daily Mail“ , dass von der Terrorgruppe „Islamischer Staat von Irak und der Levante“ (ISIL) sieben Mitglieder einer anderen Rebelengruppe getötet worden seien, zwei davon wurden öffentlich gekreuzigt und zur Schau gestellt.

BETWEEN THE LINES – LUDWIG WATZAL

Die syrische Beobachtergruppe für Menschrechte berichtet, dass dies nicht die ersten Kreuzigungen gewesen seien. So haben die Terroristen von ISIl am 16. April einen Mann wegen Diebstahls ebenfalls gekreuzigt. Am 7. April wurde der niederländische Jesuitenpater Frans van der Lugt in Homs von Terroristen hingerichtet. Die Idenität der Killer konnte bis heute nicht ermittelt werden.
Für die Exzesse in Syrien tragen der Westen zusammen mit den funamentalistischen Regiemen in Saudi-Arabien, Katar und der Türkei letztendlich die Verantwortung, weil sie seit drei Jahren versuchen, Al-Assad zu stürzen und ihn durch handverlesene Marionetten von der so genannten Freien Syrischen Armee zu ersetzen. Dieses Abenteur war ein totaler Fehlschlag. Die „Freie Syrischen Armee“ spielt im Machtkampf in Syrien keine Rolle mehr. Radikale Terrorristen der Al-Nusra-Front und von ISIL haben das Heft des Handelns an sich gerissen und verbreiten Terror, Angst und Schrecken.
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“24h Jerusalem” – Eine Stadt, viele Wahrheiten

1101460826_400” Es ist der Nahost-Konflikt, auf den kleinsten, banalsten privaten Nenner gebracht: Meine Wahrheit, mein Glaube ist richtiger als deiner. Jerusalem ist schön, aufreizend, nervig, modern, aber vor allem ein Ort der Erkenntnis, dass es keinen Ausweg, keine Lösung gibt. “

Nach “24h Berlin ” strahlt arte am 12.April 2014 von 06:00 Uhr bis 06:00 Uhr des 13.April 2014 ein weiteres Stadtporträt “24h Jerusalem” des deutschen Regisseurs Volker Heise aus. Das Porträt wird durch Second-Screen-Inhalte um eine weitere interaktive Dimension ergänzt.

http://www.24hjerusalem.tv/de

„24h Jerusalem“ erzählt die Heilige Stadt durch die Augen der Menschen, die in ihr leben und die in ihre Widersprüche verstrickt sind: Juden, Muslime und Christen, Israelis, Palästinenser und Ausländer, Frauen und Männer, Immigranten und Alteingesessene, Gläubige und Atheisten, Nachteulen und Frühaufsteher. 70 Filmteams begleiteten rund 90 Protagonisten mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten bei der Arbeit und in der Freizeit, in enge Wohnungen und großzügige Villen, in Tempeln, Moscheen und Kirchen, in israelischen Siedlungen und palästinensischen Flüchtlingscamps. In ganzen 24 Stunden eröffnen sich dem Beobachter die faszinierenden Facetten von Jerusalem. “

” Die Einheit der Stadt Jerusalem war nur in unserem Schneideraum möglich “
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Die Kirche und die Kriegslust von 1914

Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn

“Gott mit uns” stand 1914 auf den Fahnen und Gürteln der deutschen Soldaten. Als sie in den Ersten Weltkrieg zogen, war die evangelische Kirche ein Teil der begeisterten Massen – 100 Jahre später ist das kaum denkbar. Der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies spricht über den langen Weg des Protestantismus hin zu einem kritischen Verhältnis zu Krieg und Militär.

Von Thomas Schillerevangelisch.de

Nach dem Beschluss zur Mobilmachung am 1. August stimmten tausende Menschen, die vor das Berliner Schloss geströmt waren, “Nun danket alle Gott” an. War damals noch Protestantismus gleichzusetzen mit Patriotismus?

Markschies: Religion ist ja nie so einfach zu trennen von anderen Dimensionen menschlichen Lebens. Zur Religion gehörten auch damals nicht nur der Sonntagsgottesdienst und die Kasualien wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung. Sie umfasste die Gesamtwirklichkeit des Lebens – und damit auch das patriotische Leben vieler Deutscher. Insofern implizierte Protestantismus auch ganz selbstverständlich Patriotismus.

Die Masseneuphorie der ersten Kriegstage ist als “Augusterlebnis” in die Geschichte eingegangen. Welche Rolle spielte dabei die Kirche?

Markschies: Die Kirche war in vorderster Front bei der Erweckung des Nationalbewusstseins mit dabei – wie andere gesellschaftliche Kreise auch. Sie war zugleich ein selbstverständlicher Teil der euphorisierten Massen und hat mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln diese Euphorisierung noch befördert – mit Predigten beispielsweise. So wurde etwa die Neutralität Belgiens zur “quantité négligeable”, zur vernachlässigbaren Größe, erklärt. Der renommierte Berliner Theologe Reinhold Seeberg hat bis 1918 die These vertreten: Wenn man im Zuge der “Verteidigung des Vaterlandes” einen belgischen Soldaten erschießt, vollstreckt man das Werk der Nächstenliebe Christi an ihm.

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Timothy Dolan: Wir führen keinen Krieg gegen Frauen

Erzbischof Timothy Dolan (2009), Bild: wikimedia

Krieg gegen Frauen würden jene Personen führen, die für eine weitere Liberalisierung der Abtreibung eintreten. Viele Frauen hätten unter deren Folgen zu leiden. Außerdem sei die Hälfte der abgetriebenen Babys weiblich, sagte Kardinal Dolan.

kath.net

Timothy Kardinal Dolan, der Erzbischof von New York, hat in einem Interview auf Vorwürfe reagiert, die Kirche führe einen „Krieg gegen Frauen“.

Im Gespräch mit Kathryn Jean Lopez von der konservativen Zeitschrift National Review wies der Kardinal die Vorwürfe mit deutlichen Worten zurück. Niemand auf der Welt helfe Frauen und Kindern so sehr wie die katholische Kirche, sagte er mit Hinblick auf das weltweite soziale Engagement der Kirche. Jene Kräfte, die im Staat New York für eine noch weitergehende Liberalisierung der Abtreibung eintreten würden, müssten sich die Frage gefallen lassen, ob nicht sie es seien, die einen Krieg gegen Frauen führen, sagte der Kardinal. Viele Frauen würden unter den Folgen einer Abtreibung leiden. Weiters sei wohl die Hälfte der abgetriebenen Babys weiblich, ergänzte Erzbischof Dolan.

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Wie passt Beten wohl zum Töten?

Bild: kna, bearb.:bb

Bild: kna, bearb.:bb

Kölner Friedensfreunde protestieren gegen den katholische Soldatengottesdienst

ND

Es ist kurz nach halb neun morgens, auf dem Platz vor dem Kölner Dom sammeln sich Soldaten in Uniform. Auf den Treppen vor dem Zugang zum Haupteingang steht neben Polizisten ein Mann mit einem schwarzen Plakat in Kreuzform. »Wie passt Beten wohl zum Töten?« steht darauf. Ein Polizist geht auf den Mann mit dem grauen Bart zu. In fünf bis zehn Minuten müsse der Mann gehen, sagt er und weist auf das Plakat. »Diejenigen, die gleich ihre Religion ausüben wollen, fühlen sich nicht so gut, wenn sie das lesen«, erklärt er. Wenig später fassen zwei Polizisten den Mann unter und führen ihn weg.

Im Kölner Dom findet am Donnerstag der katholische Soldatengottesdienst statt, der seit 1977 zu Jahresbeginn in der rheinischen Metropole gefeiert wird. Mehr als 1000 Soldaten und Soldatinnen aus rheinischen Seelsorgebezirken sowie Angehörige ausländischer Streitkräfte sind gekommen, um die Predigt »Geschwisterlichkeit: Grundlage und Weg für den Frieden« des Kölner Kardinals Joachim Meisner zu hören. Die Bundesregierung ist durch die Staatssekretäre des Bundesverteidigungsministeriums vertreten. Die – evangelische – Bundesverteidigungsministerin Ursula van der Leyen ist nicht dabei.

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Kriegerdenkmäler in Kirchen?

Foto: epd-bild / Stephan Krems Plastik eines liegenden Soldaten von dem Bildhauer Paul Seiler im Kriegsopfermal auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main.

Die Deutschen haben viele Kriege geführt. Denkmäler erinnern daran – auch in etlichen, insbesondere protestantischen Kirchen. Oft strahlen diese Denkmäler ein kriegsverherrlichendes Pathos aus, das im 21. Jahrhundert kaum noch erträglich ist.

Von Karsten Packeiserevangelisch.de

Lange Zeit hatte sich kaum jemand für die beiden Soldatenfiguren aus dem Jahr 1934 interessiert, die in einer Seitenkapelle der Wormser Dreifaltigkeitskirche ihre Hände flehentlich zum auferstanden Jesus recken. Der Raum war mit allerlei Gerätschaften zugestellt und nicht frei zugänglich.

Als die Gemeinde den Entschluss fasste, die Kappelle zu renovieren und als “Raum der Stille” für die Öffentlichkeit zu öffnen, stellte sich die Frage, ob das Gefallenendenkmal heute noch in eine Kirche passt.

Ursprünglich plante die Gemeinde, eine Art Schrank um das Denkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs herum zu bauen. Doch darauf wurde dann doch verzichtet. “Der erbarmende Christus neigt sich herunter zu den Gefallenen, das ist nichts Kriegsverherrlichendes”, sagt Gemeindepfarrer Volker Fey zur Begründung.

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