Schlagwort-Archive: Krieg

“24h Jerusalem” – Eine Stadt, viele Wahrheiten

1101460826_400” Es ist der Nahost-Konflikt, auf den kleinsten, banalsten privaten Nenner gebracht: Meine Wahrheit, mein Glaube ist richtiger als deiner. Jerusalem ist schön, aufreizend, nervig, modern, aber vor allem ein Ort der Erkenntnis, dass es keinen Ausweg, keine Lösung gibt. “

Nach “24h Berlin ” strahlt arte am 12.April 2014 von 06:00 Uhr bis 06:00 Uhr des 13.April 2014 ein weiteres Stadtporträt “24h Jerusalem” des deutschen Regisseurs Volker Heise aus. Das Porträt wird durch Second-Screen-Inhalte um eine weitere interaktive Dimension ergänzt.

http://www.24hjerusalem.tv/de

„24h Jerusalem“ erzählt die Heilige Stadt durch die Augen der Menschen, die in ihr leben und die in ihre Widersprüche verstrickt sind: Juden, Muslime und Christen, Israelis, Palästinenser und Ausländer, Frauen und Männer, Immigranten und Alteingesessene, Gläubige und Atheisten, Nachteulen und Frühaufsteher. 70 Filmteams begleiteten rund 90 Protagonisten mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten bei der Arbeit und in der Freizeit, in enge Wohnungen und großzügige Villen, in Tempeln, Moscheen und Kirchen, in israelischen Siedlungen und palästinensischen Flüchtlingscamps. In ganzen 24 Stunden eröffnen sich dem Beobachter die faszinierenden Facetten von Jerusalem. “

” Die Einheit der Stadt Jerusalem war nur in unserem Schneideraum möglich “
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Die Kirche und die Kriegslust von 1914

Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn

“Gott mit uns” stand 1914 auf den Fahnen und Gürteln der deutschen Soldaten. Als sie in den Ersten Weltkrieg zogen, war die evangelische Kirche ein Teil der begeisterten Massen – 100 Jahre später ist das kaum denkbar. Der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies spricht über den langen Weg des Protestantismus hin zu einem kritischen Verhältnis zu Krieg und Militär.

Von Thomas Schillerevangelisch.de

Nach dem Beschluss zur Mobilmachung am 1. August stimmten tausende Menschen, die vor das Berliner Schloss geströmt waren, “Nun danket alle Gott” an. War damals noch Protestantismus gleichzusetzen mit Patriotismus?

Markschies: Religion ist ja nie so einfach zu trennen von anderen Dimensionen menschlichen Lebens. Zur Religion gehörten auch damals nicht nur der Sonntagsgottesdienst und die Kasualien wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung. Sie umfasste die Gesamtwirklichkeit des Lebens – und damit auch das patriotische Leben vieler Deutscher. Insofern implizierte Protestantismus auch ganz selbstverständlich Patriotismus.

Die Masseneuphorie der ersten Kriegstage ist als “Augusterlebnis” in die Geschichte eingegangen. Welche Rolle spielte dabei die Kirche?

Markschies: Die Kirche war in vorderster Front bei der Erweckung des Nationalbewusstseins mit dabei – wie andere gesellschaftliche Kreise auch. Sie war zugleich ein selbstverständlicher Teil der euphorisierten Massen und hat mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln diese Euphorisierung noch befördert – mit Predigten beispielsweise. So wurde etwa die Neutralität Belgiens zur “quantité négligeable”, zur vernachlässigbaren Größe, erklärt. Der renommierte Berliner Theologe Reinhold Seeberg hat bis 1918 die These vertreten: Wenn man im Zuge der “Verteidigung des Vaterlandes” einen belgischen Soldaten erschießt, vollstreckt man das Werk der Nächstenliebe Christi an ihm.

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Timothy Dolan: Wir führen keinen Krieg gegen Frauen

Erzbischof Timothy Dolan (2009), Bild: wikimedia

Krieg gegen Frauen würden jene Personen führen, die für eine weitere Liberalisierung der Abtreibung eintreten. Viele Frauen hätten unter deren Folgen zu leiden. Außerdem sei die Hälfte der abgetriebenen Babys weiblich, sagte Kardinal Dolan.

kath.net

Timothy Kardinal Dolan, der Erzbischof von New York, hat in einem Interview auf Vorwürfe reagiert, die Kirche führe einen „Krieg gegen Frauen“.

Im Gespräch mit Kathryn Jean Lopez von der konservativen Zeitschrift National Review wies der Kardinal die Vorwürfe mit deutlichen Worten zurück. Niemand auf der Welt helfe Frauen und Kindern so sehr wie die katholische Kirche, sagte er mit Hinblick auf das weltweite soziale Engagement der Kirche. Jene Kräfte, die im Staat New York für eine noch weitergehende Liberalisierung der Abtreibung eintreten würden, müssten sich die Frage gefallen lassen, ob nicht sie es seien, die einen Krieg gegen Frauen führen, sagte der Kardinal. Viele Frauen würden unter den Folgen einer Abtreibung leiden. Weiters sei wohl die Hälfte der abgetriebenen Babys weiblich, ergänzte Erzbischof Dolan.

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Wie passt Beten wohl zum Töten?

Bild: kna, bearb.:bb

Bild: kna, bearb.:bb

Kölner Friedensfreunde protestieren gegen den katholische Soldatengottesdienst

ND

Es ist kurz nach halb neun morgens, auf dem Platz vor dem Kölner Dom sammeln sich Soldaten in Uniform. Auf den Treppen vor dem Zugang zum Haupteingang steht neben Polizisten ein Mann mit einem schwarzen Plakat in Kreuzform. »Wie passt Beten wohl zum Töten?« steht darauf. Ein Polizist geht auf den Mann mit dem grauen Bart zu. In fünf bis zehn Minuten müsse der Mann gehen, sagt er und weist auf das Plakat. »Diejenigen, die gleich ihre Religion ausüben wollen, fühlen sich nicht so gut, wenn sie das lesen«, erklärt er. Wenig später fassen zwei Polizisten den Mann unter und führen ihn weg.

Im Kölner Dom findet am Donnerstag der katholische Soldatengottesdienst statt, der seit 1977 zu Jahresbeginn in der rheinischen Metropole gefeiert wird. Mehr als 1000 Soldaten und Soldatinnen aus rheinischen Seelsorgebezirken sowie Angehörige ausländischer Streitkräfte sind gekommen, um die Predigt »Geschwisterlichkeit: Grundlage und Weg für den Frieden« des Kölner Kardinals Joachim Meisner zu hören. Die Bundesregierung ist durch die Staatssekretäre des Bundesverteidigungsministeriums vertreten. Die – evangelische – Bundesverteidigungsministerin Ursula van der Leyen ist nicht dabei.

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Kriegerdenkmäler in Kirchen?

Foto: epd-bild / Stephan Krems Plastik eines liegenden Soldaten von dem Bildhauer Paul Seiler im Kriegsopfermal auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main.

Die Deutschen haben viele Kriege geführt. Denkmäler erinnern daran – auch in etlichen, insbesondere protestantischen Kirchen. Oft strahlen diese Denkmäler ein kriegsverherrlichendes Pathos aus, das im 21. Jahrhundert kaum noch erträglich ist.

Von Karsten Packeiserevangelisch.de

Lange Zeit hatte sich kaum jemand für die beiden Soldatenfiguren aus dem Jahr 1934 interessiert, die in einer Seitenkapelle der Wormser Dreifaltigkeitskirche ihre Hände flehentlich zum auferstanden Jesus recken. Der Raum war mit allerlei Gerätschaften zugestellt und nicht frei zugänglich.

Als die Gemeinde den Entschluss fasste, die Kappelle zu renovieren und als “Raum der Stille” für die Öffentlichkeit zu öffnen, stellte sich die Frage, ob das Gefallenendenkmal heute noch in eine Kirche passt.

Ursprünglich plante die Gemeinde, eine Art Schrank um das Denkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs herum zu bauen. Doch darauf wurde dann doch verzichtet. “Der erbarmende Christus neigt sich herunter zu den Gefallenen, das ist nichts Kriegsverherrlichendes”, sagt Gemeindepfarrer Volker Fey zur Begründung.

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S. Rushdie: “Gott ist eine lächerliche Idee”

Bild: sonntag-sachsen.de

Nicht nur Politiker und Parteien können derzeit ins Kreuzfeuer harter Kritik geraten. Auch der Religion blies in der vergangenen Woche scharfer Wind ins Gesicht. Der bekannte indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie verkündete auf einem großen Literaturfest in Berlin: »Gott halte ich für eine lächerliche Idee.« Er hoffe, fügte er hinzu, dass sich der Atheismus weiter ausbreite.

Von Stefan Seidel – Der Sonntag

Rushdies polemische Äußerung könnte getrost ignoriert werden, spräche daraus nicht eine weit verbreitete Meinung. Nicht zuletzt die breite Zustimmung in der Bevölkerung für ein Verbot der Beschneidung förderte eine allgemeine Religions-Antipathie zutage. Religion, so scheint es, wird vielfach als etwas Rückständiges angesehen. Als etwas, das leicht in Ressentiments, Fundamentalismus und Gewalt umschlage. Beschneidung, Kopftuch und Burkini sind vielen Menschen hierzulande ebenso suspekt wie Kreuze im Klassenzimmer und christliche Homosexualitätskritik. Auch taucht Religion in den Medien oft nur im Zusammenhang mit Krieg und Terror in aller Welt auf.

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Vatikan: Aktion gegen Menschenhandel – was ist mit Dum diversas, Inter caetera

Bild: amnesty.ch

Der Papst initiiert ein Expertentreffen, im November diesen Jahres, um einen Aktionsplan gegen Menschenhandel auszuarbeiten.

Auf kathweb lesen wir dazu:

kathweb

Der Vatikan setzt sich für eine verstärkte Bekämpfung des Menschenhandels ein. Wie Radio Vatikan am Donnerstag berichtete, soll eine Gruppe von Fachleuten im November im Vatikan zusammentreffen, um einen Aktionsplan gegen Menschenhandel und moderne Formen der Sklaverei vorzubereiten. Organisatoren des Kongresses vom 2. bis 3. November sind die Päpstlichen Akademien der Wissenschaften und der Sozialwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Katholischen Medizinischen Vereinigungen. Die Zusammenkunft findet laut Radio Vatikan auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus statt.

Ein löbliches Unterfangen, welches die katholische Kirche da in Angriff nimmt. Es wäre der Sache und vor allem der eigenen Redlichkeit geschuldet, wenn sich der Papst und seine Hofschranzen mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen würden. Es käme Erbärmliches zu tage.

Am 18. Juni 1452 erließ Papst Nikolaus V. eine päpstliche Bulle namens Dum Diversas und verkündete ad perpetuam rei memoriam das der portugiesische König Länder in Westafrika zu erobern, Sarazenen und Heiden zu unterwerfen und  versklaven dürfe. Ganz apostolisch natürlich. Mit dieser päpstlichen Bulle machte sich die katholische Kirche zum Zeremonienmeister des Westafrikanischen Sklavenhandels. Vom gleichen Verbrecher kam dann auch die nächste Bulle, 1455, welche die Besitznahme von nicht-christlichem Land sanktionierte und zur Sklaverei bei der nicht-christlichen Bevölkerung ermutigte, insbesondere in Afrika und in der Neuen Welt. Mit dieser Bulle gab der Pontifex grünes Licht für die Eroberung, Unterwerfung, Auswahl und Ausbeutung von Muslimen, Heiden und aller anderen, Nicht-Christen. Alles im Namen Jesus Christus und nur zu einem Zweck, Profit.

Die Bulle Inter Caetera, von Papst Alexander VI., befahl dem katholischen Spanien alle Bewohner der Neuen Welt im katholischen Glauben zu “unterrichten”.

Inter Caetera

„Damit Ihr ein so großes Unternehmen mit größerer Bereitschaft und Kühnheit, ausgestattet mit der Wohltat Unseres apostolischen Segens, anzugreifen vermöget, schenken, gewähren und übertragen Wir hiermit – aus Unserem eigenen Entschluss, ohne Euren Antrag und ohne das Ersuchen irgendeines anderen zu Euren Gunsten, lediglich aus Unserer eigenen und alleinigen Großmut und sicheren Erkenntnis und aus der Fülle Unserer apostolischen Machtbefugnis, die durch den allmächtigen Gott, durch die Vermittlung St. Petri auf Uns übertragen worden ist, sowie auf Grund der Stellvertreterschaft Jesu Christi auf Erden – an Euch und Eure Erben und Nachfolger, die Könige von Kastilien und León, für alle Zeiten, für den Fall, dass eine der genannten Inseln durch die von Euch ausgesandten Männer und Kapitäne gefunden werden sollte, alle aufgefundenen oder aufzufindenden, alle entdeckten oder zu entdeckenden Inseln und Festländer, mitsamt allen Herrschaften, Städten, Lägern, Plätzen und Dörfern und allen Rechten.“

Alle drei Bullen, immerhin wichtige Rechtsakte der Päpste, mit der Formel “zum immerwährenden Gedächtnis der Sache” eingeleitet, öffneten diese päpstlichen Orders die Schleusentore für alles, was nun folgen sollte, Krieg, Mord, Raub, Vergewaltigung, Plünderung, Entführung, Völkermord und Sklaverei von Millionen. Sie errichteten den Grundstock des Sklavenhandels im 15. und 16. Jahrhundert und bereiteten der kapitalischen Welt, so wie wir sie heute kennen, die Basis.

Das folgende klingt dann auch wie intellektuelle Autoerotik.

katweb

Der Menschenhandel sei ein “schreckliches Verbrechen” gegen die Würde des Menschen, zitierte Radio Vatikan den Kanzler der Päpstlichen Akademie, Marcelo Sanchez Sorondo. Nach Ansicht mancher Beobachter sei er mittlerweile die lukrativste kriminelle Einnahmequelle geworden, noch vor dem Drogen- und Waffenhandel, so Sorondo. Er verwies darauf, das nach Angaben der UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC jedes Jahr schätzungsweise 20,9 Millionen Menschen Zwangsarbeit leisten müssten. Zwei Millionen würden Opfer sexueller Ausbeutung. 20.000 Personen fielen jährlich dem Organhandel zum Opfer.

Der Vatikan sollte endlich damit beginnen seine eigene Geschichte auzuarbeiten, statt der Öffentlichkeit eine bigotte Moral vorzugaukeln.

Geisteswissenschaften: “Trotziger Obskurantismus und dogmatischer Relativismus”

Steven Pinker. Foto: Rebecca Goldstein. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Harvard-Professor Steven Pinker sieht die Geisteswissenschaften auf dem Holzweg und plädiert für “Digital Humanities”

Von Peter Mühlbauer -TELEPOLIS

Steven Pinker ist ein bekannter Psychologieprofessor an der Harvard-Universität. In einem ausführlichen Aufsatz für die Zeitschrift New Republic postuliert er jetzt dafür, dass sich Geisteswissenschaften vom “Desaster des Postmodernismus, mit seinem trotzigen Obskurantismus, seinem dogmatischen Relativismus und seiner erstickenden politischen Korrektheit” abwenden und der Naturwissenschaft zuwenden sollten, deren neue Erkenntnisse seiner Ansicht nach das Potenzial haben, andere Disziplinen zu befruchten.

Um zu zeigen, wie interessant die Verbindung von Geistes- und Naturwissenschaften sein kann, ruft Pinker das Zeitalter der Aufklärung in Erinnerung, wo Mathematik und Physik das Nachdenken über die Natur des Menschen und seines Verhaltens maßgeblich mit revolutionierten. Heute ist seinen Beobachtungen nach das Gegenteil der Fall: Geisteswissenschaftler weigern sich, naturwissenschaftliche Neuerungen zur Kenntnis zu nehmen. Der Genforschung, die enorm viel Klarheit in historische Bewegungen von Bevölkerungsgruppen bringen kann, wird beispielsweise von vielen Historikern mit “banausenhafter Indifferenz” betrachtet oder sogar offensiv abgelehnt.

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Bundespräsident eröffnet Sonderschau zur Christianisierung-Zwangstaufen und Krieg

Bild: credo

Im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck wird an diesem Freitag in Paderborn mit einem Festakt eine große Ausstellung über die Christianisierung Europas eröffnet.

evangelisch.de

Unter dem Titel “CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter” präsentiert die Schau rund 800 hochkarätige und teils noch nie ausgestellte Exponaten aus internationalen Museen. Neben Gauck werden zur Eröffnung auch Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) und der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker sprechen.

Bis zum 3. November ist die auf drei Standorte verteilte Sonderschau im Diözesanmuseum, im Museum in der Kaiserpfalz und in der Städtischen Galerie in Paderborn zu sehen. Unter den Exponaten sind kostbare Leihgaben wie das seltene Papyrusfragment eines Paulus-Briefes, die Sonnenscheibe von Limons, Tempelfunde, Kaiser- und Papst-Urkunden sowie mittelalterliches Kriegsgerät und wertvolle Historiengemälde. Die Schau decke rund 1.000 Jahre Christianisierungsgeschichte ab, erklärte der Direktor des Diözesanmuseums, Christoph Stiegemann.

Die Giftmischer von Bagdad

REUTERS

Die irakische Regierung hat fünf Giftmischer von Al-Kaida festgenommen: In einer Produktionsstätte in Bagdad bereiteten sie einen großangelegten Giftgas-Angriff vor: Mit ferngesteuerten Flugzeugen sollten Sarin und Senfgas zum Einsatz kommen – auch in Europa.

FOCUS ONLINE

Die irakische Regierung hat nach eigenen Angaben eine Zelle des Terrornetzwerkes Al-Kaida zerschlagen, die Giftgas herstellen wollte. Die Geheimdienste des Verteidigungsministeriums hätten von Anfang an Kenntnis von zwei Produktionsstätten für Sarin- und Senfgas in der Hauptstadt Bagdad und einer weiteren in der Provinz gehabt, sagte ein Ministeriumssprecher am Samstag.

Das Gas war demnach auch für Anschläge in Europa und Nordamerika vorgesehen.
Laut dem Sprecher bestand die Gruppe aus fünf Al-Kaida-Mitgliedern.

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Religiösen CSU-Minister ärgern Polit-Prediger

getty images

“Ich bin nicht immer glücklich mit den Botschaften von der Kanzel”: Innenminister Friedrich rügt die Kirchen für politische Themen im Gottesdienst. Manch ein Prediger mache es sich zu einfach, sagte der CSU-Politiker – etwa “bei Fragen um Krieg und Frieden”.

SpON

Kurz vor Weihnachten fordert Innenminister Hans-Peter Friedrich die Kirchen zu mehr Zurückhaltung in politischen Fragen auf. Er sei “nicht immer glücklich damit”, wenn Kirchenvertreter “einseitige und als letztgültige Wahrheit proklamierte politische Botschaften” von der Kanzel verkündeten, sagte der CSU-Politiker der “Berliner Morgenpost”.

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Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

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Pius-Bruderschaft ruft zum “Krieg” gegen Homos auf

Demo der Piusbrüder in Stuttgart (Bild: Guido Klein)

2009 hat Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation der Bischöfe der Priestervereinigung Piusbruderschaft aufgehoben – und rehabilitierte damit die Traditionalisten. Die Brüder sind jetzt die Speerspitze des Kampfes der Kirche gegen Homo-Rechte und demonstrieren unter anderem jedes Jahr gegen den CSD in Stuttgart.

QUEER.DE

Warum sie so böse auf sexuelle Minderheiten sind, erklärt Pater Stefan Frey, der Leiter des Pius-Priesterseminars “Herz Jesu”, in seinem neuesten Rundbrief . Darin regt er sich über die Kritik an Staatssekretärin Katherina Reiche (CDU) auf, die Homo-Paare als “Bedrohung für unseren Wohlstand” ansieht (queer.de berichtete). In dem Rundbrief spricht er ironischerweise von einem “Diffamierungskreuzzug” gegen die Kirche. Dieser werde von “Homo- und Genderideologen” angeführt. Martialisch ruft der offenbar hoch erregte Pfarrer zu den Waffen:

Wo der Krieg gegen Gott und seine Kinder tobt, dürfen seine Soldaten nicht schlafen! […] Darum ist es die Aufgabe der aufrichtigen Katholiken, mit ganzem Einsatz ihre Kirche zu verteidigen, die freimaurerische Ideologie zu brandmarken und insbesondere einen heiligen Lebenswandel anzustreben, da dieser Kampf zwischen Himmel und Hölle vor allem mit übernatürlichen Waffen ausgefochten werden muss.

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Lehrerin läßt Erstklässler jeden morgen für Afghanistan-Soldaten beten

Screenshot Brightsblog

Eine schier unglaubliche Geschichte berichtet die deutsche Luftwaffe auf ihrer Internetseite aus dem beschaulichen Gummersbach.

Von Harald Pflueger

In der dortigen Gemeinschaftsgrundschule Bernberg müssen 7-jährige Kinder für die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan jeden Morgen beten. Doch nicht nur das, die Grundschul-Lehrerin Mechthild Sülzer, verlangt von ihren Schutzbefohlenen zudem das Basteln von Schutzengeln für die deutschen Besatzer in Afghanistan. Jeden Morgen müssen sich die Kinder weiterhin die Uhrzeit von Afghanistan und den dortigen Wetterbericht anhören. So berichtet es luftwaffe.de begeistert und gänzlich ungeniert auf ihrer Webseite. Natürlich schwebt die Wehrmachtsnachfolgerin in höchsten Gefilden, wenn hier schon Kleinkinder indoktriniert werden. Doch müssen sich friedliebende Menschen fragen, inwieweit die Lehrerin Sülzer überhaupt pädagogisch und charakterlich geeignet ist, Kinder zu unterrichten. Die Aufgabe einer Grundschule ist es mit Sicherheit nicht, Erstklässlern gegenüber, das Militär durch psychologische Konditionierung zu verharmlosen.

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Glaube und Fanatismus: Macht Religion gewalttätig?

Krieg im Namen Gottes statt Nächstenliebe, Mitgefühl, Versöhnung… Seit es Religionen gibt, fühlen sich fanatische Anhänger zu den schlimmsten Verbrechen gegen «Ungläubige» berechtigt, ja verpflichtet.

jesus.ch

Sind Glaube und Gewalt untrennbar verbunden? Das Monatsmagazin «Geo» hat die Frage «Wie gefährlich ist Religion?» zum Titelthema erkoren. Auf über 40 Seiten versuchen die Autoren, sich dem Phänomen des individuellen und kollektiven Glaubens traditioneller Religionen und seinen Facetten zu nähern.

Für die «Geo»-Ausgabe vom April 2012, die gerade erschienen ist, stellt Chefredakteur Peter-Matthias Gaede zunächst im Editorial klar: «Die grössten Verbrechen des 20. Jahrhunderts waren Verbrechen religionsverachtender Regime, waren Verbrechen von säkularen Massenmordsystemen mit den weltlichen Despoten Hitler und Stalin, Mao und Pol Pot an der Spitze.»

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