Schlagwort-Archive: Mensch

Wie Herr Huber die Menschenwürde vergottet – Bullshistic

Theologe Wolfgang Huber: Keine Säkularisierung sollte Mensch vom Glaube abbringen, dass das Leben ein Geschenk ist Foto: pro

Der Mensch könne nicht entscheiden, wann das Leben zu Ende ist, weil es ein Geschenk sei. Diese Ansicht vertrat der Theologe und ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber am Montagabend in Marburg.

pro Medienmagazin

Huber konzentrierte sich in seinem Vortrag über „Die Grundfragen des Lebens von der Geburt bis zum Tod“ auf die Werte Vertrauen, Würde und Verantwortung.

Vertrauen sei nicht nur wichtig im Umgang mit anderen Menschen, sondern auch in der Beziehung zu Gott. „Ich glaube, dass Gott mich geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, [...], gegeben hat“, zitierte Huber aus Martin Luthers Kleinem Katechismus. Weder Entkirchlichung noch Säkularisierung der Gesellschaft sollten einen Menschen vom Glauben abbringen, dass das Leben ein Geschenk ist. Wie ein Mensch nicht über seine Geburt bestimmen könne, könne er auch nicht entscheiden, wann das Leben zu Ende ist.

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Jeder dritte Amerikaner glaubt, dass Gott ihn schuf

charles_darwin_nkmbGott hat den Menschen und die Welt geschaffen, die Abstammung vom Affen ist Unsinn: Das glaubt ein beträchtlicher Teil der US-Bevölkerung, wie eine Umfrage zeigt.

20 minuten

Das Pew Research Center wollte von den Amerikanern wissen, ob sie die Evolutionstheorie akzeptieren oder an die Schöpfungsgeschichte glauben. Dabei zeigte sich: 33 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Menschen seit dem Anbeginn der Zeiten in der heutigen Form existieren. 60 Prozent dagegen sind sicher, dass sich die Menschen über die Zeit entwickelt haben, wie es der derzeitige Stand der Forschung sagt.

Besonders stark vertreten sind die Verfechter der biblischen Schöpfungstheorie – in jüngster Zeit als «Intelligent Design» verbrämt – unter weissen Protestanten. In dieser Gruppe halten 64 Prozent die Evolutionstheorie für falsch. Bei ihren dunkelhäutigen Glaubensbrüdern sind es 50 Prozent, bei Katholiken ein gutes Viertel.

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Ausrede-Mechanismen: “Früher war die Zukunft auch besser”

Bild. R.Leinfelder

Das Verständnis des Anthropozäns wäre viel zu kurz gegriffen, wenn wir diesen Term – wie es derzeit häufig geschieht – nur als neuen Sammelbegriff für alle menschengemachten Umweltkrisen dieser Welt sowie ihrer Wechselwirkungen untereinander verstehen würden. Immer noch nicht hinreichend, wenn auch dringend notwendig für eine Charakterisierung des Begriffs Anthropozän ist die Hinzunahme von historischen Analysen, um zu erklären wie es überhaupt zu einer Anthropozän-Zeit kommen konnte.

Von Prof.Dr. R. Leinfelder – DER ANTHROPOZÄNIKER

Erfreulicherweise wird dies derzeit kräftig von Historikern sowie Kultur- und Sozialwissenschaftlern aufgegriffen und untersucht. Tatsächlich ist das Lernen aus der Vergangenheit gerade für das Anthropozän von überaus großer Bedeutung. Es geht um nichts weniger als das Verständnis der Wechselwirkungen von Mensch und Natur, der Abhängigkeit der Etablierung unserer Gesellschaftsformen von  “Kulturrevolutionen”, wie der neolithischen oder der industriellen Revolution, die aber ihrerseits wiederum von den sehr stabilen holozänen Umweltbedingungen sowie der verbesserten technologischen Erschließbarkeit von Naturressourcen abhängig sind. Auch das Konzept der Shifting Baselines, welche zunehmend die Kenntnis von urnatürlichen Vorgegebenheiten zunichte macht oder die Analyse der wachstumswert-basierten großen Beschleunigung sowohl innerhalb der Soziosphären als auch – damit korreliert -  der Natursphären sind wichtige Forschungsbereiche für das Anthropozän. Das bessere Verständnis von Komplexitäten, Wechselwirkungen, Wahrscheinlichkeiten und unterschiedlichen raumzeitlichen Skalierungen, also ein fundiertes systemisches Verständnis, erscheinen unabdingbar, um die Zukunft zu meistern zu können. “Alles hängt mit allem zusammen und umgekehrt” ist ein Spruch aus den Anfängen des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, der die wissenschaftlichen Herausforderungen durchaus zutreffend beschreibt (Abb. 1).

Damit sind wir aber bei der Frage der Zukunft. Das Anthropozän als erdgeschichtliche Epoche gestalten zu können, nicht als kurzen erdgeschichtlichen Event vorübergehen lassen, dazu sollte ja die Anthropozän-Metapher besonders anregen, also dürfen wir auch vor Zukunftsbetrachtungen nicht zurückschrecken, genau dies ist der vielleicht wichtigste Teil des Anthropozän-Ansatzes. Der Mensch ist – überwiegend unreflektiert – zum Erdsystemfaktor geworden, warum sollte er nicht wissensbasiert, reflektiert, nachsteuernd, Wissenslücken ernst nehmend, also differenziert, aber eben doch „proaktiv“ die Zukunft “wissensgärtnerisch” gestalten können, gerade um nachfolgenden Generationen auch weiterhin vergleichbare Entwicklungschancen und Selbstbestimmungsmöglichkeit auf diesem Planeten zu ermöglichen?

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Anthropozän: Als der Mensch zur Naturgewalt wurde

Bild: br.de

Der Wissenschaftler Paul Crutzen hat als Erster erkannt, dass der Mensch stärkster Treiber für die Zerstörung der Erde ist und nannte das Phänomen “Anthropozän”. Zeit, umzudenken

Von Michael MüllerZEIT ONLINE

Alexander von Humboldt, einer der größten Entdecker und Naturforscher des 19. Jahrhunderts, hat geschrieben, man müsse die Erscheinung der Dinge in ihrem Zusammenhang sehen, um alles Geschaffene im Himmel und auf der Erde zu verstehen.

Dinge in ihrem Zusammenhang zu sehen – das tun wir heute eher selten; es ist die Tragik unserer Zeit, dass Spezialisten die Wirklichkeit in winzige Teile zerlegen und die Öffentlichkeit sich in der Kurzfristigkeit des Augenblicks verliert. Kritische Theorien, die gesellschaftliche Entwicklungen längerfristig zu deuten versuchen, werden dabei an den Rand gedrängt.

Umso wichtiger ist es, sich an einen Menschen zu erinnern, der die Erde nach Humboldtschem Prinzip neu vermessen hat: Paul Crutzen heißt er, lange Jahre war er Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. 1995 hat der Niederländer mit Mario Molino und Frank Sherwood Rowland für die Erforschung des Ozonabbaus den Nobelpreis für Chemie erhalten.

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Nahrungskette: Mensch auf einer Stufe mit Anchovis

Anchovis, Bild: REUTERS

Der Mensch als Spitze der Nahrungskette? Von wegen: Forscher wollen nun herausgefunden haben, dass der Mensch weiter unten steht, nämlich auf einer Stufe mit Anchovis und Schweinen. Auf viel bessere Werte kommt dagegen ein Raubtier.

FOCUS ONLINE

Der Mensch steht in der Nahrungskette keineswegs wie meist angenommen an der Spitze, sondern auf einer Stufe mit Anchovis und Schweinen – das behaupten jedenfalls französische Wissenschaftler. Die Forscher ermittelten für eine am Mittwoch vorgestellte Studie erstmals das sogenannte trophische Niveau des Menschen. Dieser Wert zeigt den Platz an, auf dem ein Lebewesen in der Nahrungskette steht.

Pflanzen befinden sich auf der ersten Ebene, Pflanzenfresser auf der zweiten und Fleischfresser auf den weiteren Ebenen. Das trophische Niveau bildet somit die Zahl der “Zwischenstationen” in der Nahrungskette zwischen Pflanzen und einem bestimmten Fleischfresser ab, wie die Forscher schreiben.

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Evolutionsmaschine Mensch

Strukturmodell einer DNA-Helix in B-Konformation (Animation). Die Stickstoff (blau) enthaltenden Nukleinbasen liegen waagrecht zwischen zwei Rückgratsträngen, welche sehr reich an Sauerstoff (rot) sind. Kohlenstoffatome sind grün dargestellt. Bild: wikipedia

Sei es durch die Verbreitung von Antibiotika, Reproduktionsmedizin oder Krebstherapien: Der Mensch nimmt massiven Einfluss auf den Gang der Evolution. Beispiele dafür finden sich in diesem faktenreichen Buch von Thomas Böhm.

Von Michael LangeDeutschlandradio Kultur

Wir Menschen sind das Ergebnis einer biologischen Entwicklung. Wie keine andere Art hat der Homo sapiens der Evolution seinen Stempel aufgedrückt. Dabei wird jedoch oft vergessen, dass diese Entwicklung keineswegs beendet ist. Der Mensch manipuliert die Evolution und damit bis heute sich selbst.

Thomas Böhm betrachtet die biologische Evolution aus Sicht des Arztes. Er kritisiert die verbreitete “Unwissenschaftlichkeit” der Medizin, spekuliert viel und benutzt immer wieder Konjunktive und medizinisches Fachvokabular. In seinem faktenreichen Buch wechseln sich leicht verständliche Kapitel mit weniger verständlichen Passagen ab.

Als erstes Beispiel wählt Thomas Böhm Bakterien. Viele haben sich mit dem Menschen zusammengetan und sich an den Lebensraum Mensch angepasst. Doch der Mensch hat diesen Lebensraum immer wieder verändert. Der stärkste Eingriff geschah in den letzten Jahrzehnten durch die Verbreitung von Antibiotika. Viele krankmachende, aber auch ungefährliche Bakterien gerieten durch sie unter Druck, und die meisten wurden getötet. Evolutionsbiologisch betrachtet sind einige diese Bakterien Opfer der Selektion geworden. Andere haben sich angepasst. Jedes Antibiotikum, das verabreicht wird, nutzt oder schadet nicht nur dem Patienten; es verändert die biologische Evolution der Bakterien und kann harmlose Allerweltskeime zu Killern machen.

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Macht der Mikroben: Wie viele bin ich?

Manche Mikroben kommen gefährlich daher – als Killer gar. Bild:dpa

Der Mensch ist die Summe seiner Gene, verkündeten Forscher einst. Der Mensch ist die Summe seiner Mikroben, erklären Wissenschaftler jetzt.

Von Emilia Smechowski -taz

Es begab sich zu einer Zeit, als der Forscher Craig Venter loszog, das Human Genome Project bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms zu überholen. Venter verkündete im Jahr 2000, er wolle das komplette menschliche Genom entschlüsseln. Die FAZ druckte eine Reihe von Gen-Sequenzen. Unterschiedlichste Kombinationen von ATCG, CGAT, TAGC überall.

Plötzlich wirkte so viel bedeutungsvoller, was man sonst so in der Schule lernte. Welche Augenfarbe aus grün (Frau) und blau (Mann) entsteht, wenn beide ein Kind zeugen. Ob wir lange oder kurze Beine haben, die Form unserer Nase – all das bestimmen die Gene, die wir vererbt bekommen.

Der Mensch also, ein Genprodukt, fertig und unveränderbar wie ein produziertes Auto?

Das wäre ein bisschen zu einfach, klar. Wir verändern uns ständig. Und wir – das sind viele. Das wird jetzt immer deutlicher.

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Merkel: „Vor Gott bin ich Mensch“

Die Bundeskanzlerin im Christlichen Gästezentrum Württemberg Foto: pro

„Vor Gott bin ich Mensch, nicht Bundeskanzlerin, sondern der Mensch Angela Merkel“, sagte die mächtigste Frau in Deutschland am Freitagabend bei ihrem Besuch im Christlichen Gästezentrum Württemberg, Schönblick. In einem öffentlichen Vortrag sprach sie über das christliche Menschenbild und was dies für ihre Politik bedeute.

pro Medienmagazin

Als Politikerin müsse sie ihre Entscheidungen immer wieder prüfen. „Ich muss auch das Gespräch mit Gott suchen, um zu prüfen, ob das, was ich überlegt habe, richtig ist“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor insgesamt 3.500 Gästen im Christlichen Gästezentrum Württemberg. In Schwäbisch Gmünd sprach sie über „das christliche Menschenbild und die christlichen Grundwerte als Voraussetzung für unser politisches Handeln“. Die Rede der CDU-Vorsitzenden wurde aus dem Forum des Schönblick, in dem 1.200 Zuhörer Platz finden, über Videoleinwände auf das Außengelände übertragen.

Merkel beschrieb die christliche Gemeinschaft, die sie in ihrer Kindheit kennen gelernt habe, als „lebensprägende Erfahrung“. In ihrem Vortrag sprach sie über das christliche Menschenbild, „was mich leitet“. Obwohl Glaube etwas Persönliches sei, aus dem verschiedene Christen unterschiedliche Verhaltensmaximen ableiten würden, sei das C im Parteinamen nicht beliebig: „Jede Entscheidung, die wir fällen, muss vor dieser Basis des christlichen Menschenbildes Bestand haben.“

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Metastudie: “Der Mensch schafft ein prähistorisches Klima”

Foto: IPCC/MPI/DKRZ

Eine Analyse Tausender Studien zum Klimawandel widerlegt die landläufige These, dass Forscher über dessen Ursachen streiten. Zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Realität besteht eine Diskrepanz.

DIE WELT

Der angebliche Streit in der Wissenschaft um die Ursachen des Klimawandels ist einer neuen Studie zufolge klar entschieden.

Nach der Auswertung Tausender Studien zu dem Thema aus einem Zeitraum von 20 Jahren kamen Wissenschaftler aus den USA, Australien und Kanada zu dem Ergebnis, dass die überwältigende Mehrheit von knapp über 97 Prozent darin übereinstimmt, als Verursacher der Klimaerwärmung den Menschen anzusehen.

Bei Diskussionen über politische Maßnahmen gegen den Klimawandel wird immer wieder angeführt, die Ursachen des Klimawandels seien nicht eindeutig erwiesen.

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Weltuntergang und das Reptiliengehirn im Menschen

Bild: eggetsberger-info.blogspot.com

Ulrike Schiesser über das Reptiliengehirn im Menschen und die Faszination am Weltuntergang

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Die Welt ist nicht untergegangen. Schon wieder nicht. Obwohl der Maya-Kalender zu Ende ging. Aber eben nur der und nicht die Welt. Immer wieder machen sich Menschen Gedanken um das Ende der Zeit, den Untergang der Welt, die Apokalypse. Dies spiegelt sich nicht nur in alten Überlieferungen wider, in Sagen oder der Bibel, sondern auch heutzutage in Büchern, Filmen wie Armageddon, und Online-Foren. Und natürlich bei Therapeuten und Beratern. Ulrike Schiesser ist Psychologin und Psychotherapeutin; sie arbeitet an der Österreichischen Bundesstelle für Sektenfragen in Wien und hat versucht, diesem Phänomen in ihrem Text Flirting with Disaster näherzukommen.

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Globale Bewusstseinsindustrie: Der Kampf um das menschliche Ich

Bild: innovationwatch.com

Die globale Bewusstseinsindustrie entsteht: Was wird aus dem Menschen und seinem Selbstbild unter dem Einfluss von Neurotechnologie und Transhumanismus?

Von Roland BenedikterTELEPOLIS

Das Jahr 2013 steht, mehr noch als im Zeichen politischer Umwälzungen, wirtschaftlicher und Schuldenkrisen oder regionaler militärischer Konfrontationen, auf globaler Systemebene im Zeichen eines unaufhaltsam beginnenden “Jahrzehnts des Bewusstseins”. Dass diese Tatsache von ebensovielen Beobachtern als Drohung wie als Chance verstanden wird, ist angesichts der Ambivalenz der damit verbundenen Entwicklung kein Wunder. Roland Benedikter und Karim Fathi über die Entwicklung der globalen Bewusstseinsforschung zur Bewusstseinsindustrie – und die Perspektiven.

Entstehung eines “neuro-industriellen Komplexes”

2012 war nicht nur das Jahr, in dem die globalen militärisch-ökonomischen Komplexe auf Rekordniveau stagnierten und damit ihren Druck auf Regierungen zu konfrontativen Gesten erhöhten, wie etwa am deutlichsten die chinesische Militär- und Rüstungsindustrie auf die neue Regierung Chinas (deren Ausgaben allerdings neben denen Russlands am stärksten stiegen). Ähnlich wie bereits 2011 betrugen die Gesamtausgaben für militärische Zwecke laut Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI etwa 1,25 Billionen Euro, das sind 3,4 Milliarden Euro pro Tag. In den meisten entwickelten Ländern, etwa in Deutschland, sind die Rüstungsausgaben heute drittgrößter Ausgabenposten hinter dem Sozialen und dem Schuldendienst. Die Macht des militärisch-ökonomischen Komplexes und sein Einfluss auf die internationale Entwicklung ist also erheblich.

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Evolutionsbiologie: Mäuse zeigen, warum Han-Chinesen stärker schwitzen

Symbolbild / Bild: (c) AP ROBERT F. BUKATY

Um regionale Genmuster an Menschen zu entdecken, deren Wirkung bisher übersehen wurde, haben US-Biologen erstmals die Evolution des Menschen an Versuchstieren durchgespielt.

Von JÜRGEN LANGENBACH - Die Presse

Haben Sie gewusst, dass Han-Chinesen stärker schwitzen als andere Menschen? Niemand hat es gewusst, nicht einmal die Han-Chinesen selbst sind je auf die Idee gekommen, ihre Schweißdrüsen durchzuzählen und mit denen anderer zu vergleichen. Darauf sind sie erst durch Mäuse gekommen, und die Mäuse hatten die Idee natürlich auch nicht selbst, sondern Pardis Sabetti hatte sie, Evolutionsbiologe in Harvard.Er wollte ein altes Problem seiner Wissenschaft klären: Sind alle heutigen Menschen genetisch im Großen und Ganzen die Gleichen geblieben, seit unsere Ahnen vor etwa 70.000 Jahren von Afrika aus die Erde erwanderten?

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Atheismus als theologisches Modell

iamatheistErlösung und Heil verspricht die Atheistische Religionsgesellschaft nicht – sie kämpft um Gleichstellung mit anderen konfessionellen Gruppen

Von Mascha DabićderStandard.at

Gott und Mensch, Götter und Menschen: eine Beziehung, die seit Menschengedenken existiert und unzählige Kunstwerke, Bauten und Erzählungen hervorgebracht hat, aber auch als Vorwand für Kriege herhalten musste. Während die meisten religiösen Vorstellungen den Menschen als eine göttliche Schöpfung sehen, sind Atheisten vom Gegenteil überzeugt: Es ist Gott oder es sind die Götter, die von den Menschen erschaffen wurden. So lautet jedenfalls die Überzeugung von Wilfried Apfalter, Präsidiumsmitglied der Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich.

Kein Widerspruch

Wenn Apfalter über seine Überzeugungen spricht, drückt er sich präzise und bedächtig aus. Den Einwand, Atheismus sei keine Religion und eine atheistische Religionsgesellschaft somit ein Widerspruch in sich, kann er nicht gelten lassen:

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Religion und Klimaschutz

Geograf Dieter Gerten hat die Zusammenhänge zwischen Religion und Klimawandel untersucht. © dpa

Klimawandel ist keine Glaubenssache, aber der Umgang damit zum Teil schon, meint Dieter Gerten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Religion beeinflusse den Klimaschutz häufig zum Guten, manchmal aber auch zum Schlechten, erläutert er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Hannoversche Allgemeine

Inwiefern unterstützen Religionen den Klimaschutz?
Religionen sagen oft aus einer anderen Sichtweise das, was wir als Naturwissenschaftler auch sehen: Beim Klimawandel und anderen globalen Themen laufen wir auf schwerwiegende Probleme zu oder haben sie schon. Im Christentum gibt es dabei einen sehr starken Blick auf die Armen, weil Klimawandel vor allem sie treffen wird. Und das ist natürlich für Christen ein sehr starkes Motiv, etwas gegen die Erderwärmung zu tun. Es gibt auf Gemeinde-Ebene sehr viele Aktivitäten, aber auch von Bischöfen. Sogar der Papst hat zum Klimaschutz aufgefordert.

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Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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