Schlagwort-Archive: Menschenaffen

„Ich bin ein Mensch, der zu den Affen zählt“

Volker Sommer, Bild: cicero.de

Die Trennung in Mensch und Affe habe aus evolutionsbiologischer Sicht keinen Sinn mehr, sagt der renommierte Primatologe Volker Sommer. Er fordert Grundrechte für Menschenaffen. Interview mit einem Affenmenschen.

Timo Stein im Interview mit Volker SommerCicero

Herr Sommer, Sie sagen über sich selbst, Sie seien ein Affenmensch. Wie darf ich denn das verstehen?
Durch dieses Selbstbekenntnis werbe ich für eine bereicherte Weltsicht, die die Erkenntnisse der Evolutionstheorie ernst nimmt. Dazu zählt, dass wir mit allen anderen Lebensformen auf Erden durch eine ununterbrochene Kette von Generationen vereint sind, durch Jahrmilliarden hindurch. Selbst mit Bakterien, Pilzen und Eichen bin ich durch einen Informationsfluss verbunden, der nie abgerissen ist. Weniger lange ist es her, seit ich einen Ahnen mit Austern, Spinnen und Kakerlaken teilte. Und jene vielleicht 60 bis 90 Millionen Jahre, als die ersten Primaten ihren evolutiven Eigenweg einschlugen, sind in erdgeschichtlicher Perspektive ein ziemlich kurzer Zeitraum. Weil wir mit Worten unser Selbstverständnis konstruieren, halte ich es für eine gute Übung, das Faktische auch auszusprechen: Ich bin ein Wirbeltier; ich bin ein Säugetier; ich bin ein Mensch, der zu den Affen zählt.

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Grundrechte: Schickt die Affen auf die Insel

Schimpansin Schika im Kibongo-Freigehege im Erlebnis-Zoo Hannover, Oktober 2013, Bild: Deutschlandradio Kultur

Auch Affen haben Anspruch auf Freiheit, auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit. Das findet die Initiative “animal public”. Sie will erreichen, dass die Zoohaltung von Menschenaffen beendet wird. Die Tiere würden dabei psychisch krank.

Von Dieter NürnbergerDeutschlandradio Kultur

Es sei an der Zeit, den rechtlichen Status unserer allernächsten Verwandten zu ändern. Und deshalb sollten – wie es wörtlich heißt – die Personenrechte von Menschenaffen in Artikel 20a des Grundgesetzes verankert werden. Die Initiative, die heute diese Forderung aufstellte, besteht aus Tierschützern, Psychologen und Ethikwissenschaftlern.

Bei den Grundrechten für Menschenaffen denken sie vor allem an einen Rechtsanspruch auf persönliche Freiheit, auf Leben und auch auf körperliche Unversehrtheit. Laura Zimprich ist Vorsitzende der Organisation “animal public”.

“Wir glauben, dass das einfach ein wichtiger symbolischer Schritt ist. Man erkennt somit an, dass die Grenze zwischen Mensch und Tier eine willkürliche ist, die der Mensch einmal gezogen hat. Ähnlich willkürlich, wie früher die Grenze zwischen Mann und Frau oder auch Schwarz und Weiß. Wir müssen anerkennen, dass diese Tiere Bedürfnisse haben und auch so weit entwickelt sind, dass sie eigentlich wie schutzbedürftige Menschen angesehen werden müssen.”

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Menschenaffen: Unsere haarigen Vettern

Martha Robbins, Christophe Boesch Menschenaffen Aus dem Englischen von Eva Schweikart Verlag: Hirzel, Stuttgart 2013 ISBN: 9783777622323 24,90 €

“Ich war verschwitzt, dreckig, nass und völlig außer Atem. Das Frühstück aus Bohnen und Kartoffeln lag noch schwer im Magen, obwohl wir bereits zwei Stunden unterwegs waren. Wie auf einer Achterbahn ging es in einem fort bergauf und bergab in den sich scheinbar endlos hinziehenden Hügeln des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks in Uganda.”

Von Andreas JahnSpektrum.de

Hautnah lässt uns Martha Robbins an ihrer Feldforschung teilnehmen. Genau das ist die Intention des Buchs “Menschenaffen”, das die Verhaltensforscherin vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie zusammen mit ihrem Kollegen Christophe Boesch herausgegeben hat. In elf Kapiteln beschreiben zehn Primatenforscher, was sie erlebten, während sie in den Regenwäldern Afrikas nach Schimpansen, Bonobos und Gorillas suchten. Aus ihren gesammelten Tagebucheinträgen ist ein spannendes Dokument geworden, das die “Begegnungen mit unseren nächsten Verwandten” wiedergibt.

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Ungarn: Antisemitismus und Jesus von den Parthern

Am Nationalfeiertag werden in Ungarn Orden verliehen und Flaggen gehisst© Imre Foldi/DPA

Der ungarische Staat ehrt Rassisten und Verschwörungstheoretiker mit den höchsten Orden des Landes. Der zuständige Minister gerät in Erklärungsnot.

stern.de

Ungarns rechtskonservative Regierung hat hohe staatliche Auszeichnungen an Personen vergeben, die für ihre antisemitischen und rechtsextremen Äußerungen bekannt sind. Nach ungarischen Medienberichten vom Wochenende erhielt der Fernsehmoderator Ferenc Szaniszlo zum Nationalfeiertag am 15. März den Tancsics-Preis, die höchste staatliche Ehrung für Journalisten. Szaniszlo hatte in dem der Regierungspartei Fidesz nahestehenden Sender Echo TV antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und die Minderheit der Roma als “Menschenaffen” diffamiert. Die staatliche Medienaufsichtsbehörde hatte den Sender deshalb 2011 mit einer Geldstrafe belegt.

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Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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Welcher Religion gehören Schimpansen an?

Sind Menschen Affen? Foto: dpa

Die Wissenschaften haben seit der Neuzeit die vielfältigsten Anstrengungen unternommen, um den Affen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Die Humanisierung der Menschenaffen nährt längst einen Medienhype mit absurden Zügen.

Von Paul MünchFrankfurter Rundschau

Sind Affen Menschen? Oder sind wir Menschen vielleicht nur nackte Affen? Nie hat man diese Fragen einvernehmlich beantworten können. Seit Menschen über ihre Nähe zu diesen Tieren nachdenken, betonen sie mal mehr die Unterschiede, mal mehr die Verwandtschaft der Arten. Lange dominierten Differenzargumente.

Die meinungsbildenden antiken Philosophen setzten den Menschen aufgrund seiner nur ihm eigenen Vernunft an die Spitze der irdischen Lebensformen, weit über die anderen Tiere.

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Ururenkel von Charles Darwin eröffnet Darwineum

Darwins Nachfahre, der britische Anthropologe Felix Padel Bild:Ostsee-Zeitung

Ein Ururenkel des Evolutionsforschers Charles Darwin (1809-1882) wird Mecklenburg-Vorpommerns neues Museums-Highlight, das Darwineum im Rostocker Zoo, eröffnen.

Ostsee-Zeitung

Nach mehr als zehn Jahren Planung und 15 Monaten Bauzeit soll der Neubau am 7. September mit mehr als 600 Gästen gefeiert werden. Der Nachfahre Darwins, der britische Anthropologe Felix Padel, reist aus Indien an, wie der Zoo am Dienstag mitteilte. Der Wissenschaftler forsche dort im Urwald.

Für Besucher öffnet das knapp 29 Millionen Euro teure Darwineum ab dem 8. September. Auf 20 000 Quadratmetern Fläche wird ihnen eine spektakuläre Reise durch die Evolution versprochen. Das Ausstellungskonzept verbinde Abenteuer, Umweltbildung und Wissenschaft, heißt es. Anfassen und Mitmachen seien erwünscht. Zudem bekommen die Menschenaffen des Rostocker Zoos im Darwineum ihr neues Zuhause. Sie sind bereits vor einigen Wochen eingezogen und gewöhnen sich an ihre neue Umgebung.

Mensch-Tier-Kreuzungen im Labor

Großbritannien: Die geheimen Forschungen laufen bereits seit drei Jahren. Beispielsweise können tierische Eizellen mit menschlichen Spermium befruchtet werden; Menschenaffen werden menschliche Stammzellen in ihr Gehirn eingespritzt.

kath.net

Britische Laboratorien haben in den vergangenen Jahren bereits über 150 Mensch-Tier-Kreuzungen erzeugt. Diese Embryonen enthalten in ihrem Erbmaterial sowohl menschliche wie tierische DNA und wurden erzeugt, nachdem 2008 in Großbritannien das Gesetz über „Human Fertilisation and Embryology“ rechtskräftig wurde. Dies berichtete „MailOnline“.

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Wie der Mensch den Penisknochen verlor

Was uns zu Menschen macht und von Zwergschimpansen unterscheidet, sind nicht mehr, sondern weniger Abschnitte bestimmter regulierender DNA-Sequenzen.

Das Fehlen von Gen-Sequenzen unterscheidet den Menschen vom Menschenaffen

derStandard.at

Der Mensch unterscheidet sich von seinen nächsten tierischen Verhalten durch alles Mögliche: Wir haben eine andere Anatomie, eine andere Physiologie, und wir verhalten uns im Normalfall auch etwas anders. Die sehr geringen Unterschiede in der DNA zwischen Homo sapiens und seinem nächsten lebenden Verwandten, dem Schimpansen, würden freilich größere Ähnlichkeit vermuten lassen.

Ein internationales Team von Molekularbiologen und Bioinformatikern um David Kingsley (Universität Stanford) hat sich nun auf die Suche nach möglichen wichtigen DNA-Differenzen gemacht und fand immerhin 510 DNA-Abschnitte, die beim Menschen nicht mehr vorkommen, aber im Erbgut von Schimpansen und anderen Tieren bestens erhalten sind, wie die Forscher in der britischen Wissenschaftszeitschrift Nature (Bd. 471, S. 216) berichten.

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