Schlagwort-Archive: Missbrauchsskandal

»Streifzug durch den Irrsinn der Religion«

Erst der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Später die Debatte um die Pille danach. Und dann kündigt auch noch der Papst seinen Rücktritt an. Es sind ereignisreiche Tage für Jörg Schneider.

Gießener-Allgemeine.de

»Erschreckenderweise hat man seit Jahren viel zu tun, wenn man sich satirisch mit der Kirche auseinandersetzt«, sagt der Gießener. Am Montag, 4. März, erscheint sein neues Buch »So komme ich in die Hölle. Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion« bei U Books. Es sind Sätze wie dieser, mit denen sich Schneider darin in Sachen Religion positioniert: »Religion ist eine unübersichtliche Sache. Den mühsamen Weg des Selberdenkens großräumig umbetend, sollte sie einen aber spätestens dann ins Grübeln bringen, wenn ihre grotesken Glaubenskonstrukte unter Androhung von Höllenfeuer verbieten, an Tagen, die mehr als zwei Vokale oder drei f im Namen tragen, hochkant im Wok geschmolzenes Veganerfleisch zu trinken.« Oder: »Dass man Gott wissenschaftlich nicht widerlegen kann, gilt vielen Gläubigen bereits als Beweis für dessen Existenz. Als einzige Legitimation ihrer infantilen Argumentation dient ein unanfechtbares Wahrheitsmonopol, basierend auf den Überlieferungen frühgeschichtlicher Analphabeten.«

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“Es gibt keine Grundrechte in der Kirche”

Helmut Schüller, Bild: ard

“Frauen in der Kirche” ist eines der Hauptthemen bei der Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Trier. Nach wie vor sind diese von Führungsämtern ausgeschlossen. “Das ist absurd”, sagt Protest-Pfarrer Schüller im tagesschau.de-Interview – zumal Frauen einen Großteil der Arbeit erledigen. Mit dem neuen Papst könnte sich aber etwas ändern.

tagesschau.de

tagesschau.de: Das Ansehen der Katholischen Kirche ist zurzeit auf einem Tiefpunkt: Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal, die Diskussion um die Pille danach und die Stellung von Frauen sind Gründe dafür. Ist der Ruf der Kirche zu Recht so schlecht?

Helmut Schüller: Das Ansehen der Kirche sinkt, weil die Erwartungen der Menschen an die Kirche immer wieder enttäuscht werden. Vor allem die der Kirchenbasis. Da wird ängstlich verhindert, dass Laien in der Kirche mehr Kompetenzen erlangen. Kaum einer versteht mehr, warum Frauen nicht auch Ämter in der Kirche übernehmen dürfen.

Es gibt keine Grundrechte in der Kirche. Die Weltkirchenleitung gefällt sich darin, eine absolutistische Monarchie zu sein: in der Macht nicht kontrolliert wird, in der Entscheidungen nicht hinterfragt werden können und in der die Betroffenen nicht beteiligt werden. Die Menschen wollen aber eine Kirche, die in ihrer Zeit steht, und nicht ein Relikt aus vergangenen Jahrhunderten.

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Abschied von der Volkskirche – Halleluja!

Bild: Religion Poisons Everything

Bild: Religion Poisons Everything

Der Papst tritt ab und lässt viele Katholiken seiner Heimat resigniert zurück. Die Kirche verliert in der Breite an Relevanz und droht zu einem geschlossenen Club der voll Überzeugten zu werden.

Von Christoph Driessenstern.de

Es war wie im Film: Weißer Rauch steigt empor, ein roter Vorhang geht auf, ein Kardinal kommt heraus. “Habemus Papam” – lange Pause – “Josephum Ratzinger.” Wir sind Papst. Kurzzeitig verfällt Deutschland ins Benedetto-Fieber. Verfolgt die ersten Schritte des Herrn Professors in seinen neuen roten Schuhen, lächelt über die ungelenken Bewegungen, das zaghafte Winken. “Der neue Ratzinger”, titelt “Die Zeit”. Und ja, das kann unmöglich der strenge Präfekt jener berüchtigten Behörde zum Schutz vor Irrlehren und Abweichlern sein, als den man ihn jahrzehntelang abgespeichert hatte.

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Ex-Missbrauchs-Ermittler attackiert Kloster Ettal

Die Verantwortlichen im Kloster Ettal in Oberbayern sollen seit dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals vor drei Jahren versucht haben, vieles zu vertuschen. Diese Vorwürfe erhebt nun der ehemalige Sonderermittler Thomas Pfister, Bild: dpa

Als der Missbrauchsskandal im bayerischen Kloster Ettal bekannt wurde, versprach es umfassende Aufklärung. Doch der ehemalige Sonderermittler spricht von Vertuschung und “Leitz-Ordnern des Grauens”.

WELT ONLINE

Drei Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals im oberbayerischen Kloster Ettal wirft der ehemalige Sonderermittler Thomas Pfister der Benediktinerabtei eine Vertuschungsstrategie vor. Bis heute unterbinde das Kloster die Publikation seines Schlussberichts, sagte der Anwalt der “Süddeutschen Zeitung”.

Pfister war auf Initiative des Erzbistums München und Freising als externer Ermittler eingesetzt worden, nachdem die Jahrzehnte zurückreichenden Fälle bekannt geworden waren. Später beendete das Kloster die Zusammenarbeit.

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Missbrauchsstudie: Lässt katholische Kirche die Studie scheitern(Zensur)

Ihre Glaubwürdigkeit hat durch die Missbrauchsfälle gelitten: Doch die unbhängige Aufarbeitung des Skandals steht vor dem Aus.

Um die wissenschaftliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ist heftiger Streit entbrannt. Das Projekt droht zu scheitern.

tagesschau.de

Auslöser ist ein Streit zwischen der deutschen Bischofskonferenz und dem mit einer umfassenden Studie beauftragten Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in Hannover. Wie der “Trierische Volksfreund” berichtet, hat die Kirche sich am Auftreten des renommierten Kriminologen Christian Pfeiffer gestoßen und sieht das Vertrauensverhältnis als zerrüttet an.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA wollte die Kirche die Veröffentlichung von Ergebnissen nachträglich reglementieren und notfalls verbieten, nachdem sich in den eigenen Reihen Widerstand gegen die Studie formiert hatte. Eine vorzeitige Kündigung wurde dem Institut angekündigt. Pfeiffer seinerseits ist über die nachträgliche Forderung der Kirche entrüstet, in die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen eingreifen zu können.

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Katholischer Islam

foto: apa, ap; montage: der standard

Advent – die Ankunft des Herrn – ist eine gute Zeit dafür, sich anzuschauen, wie Gott bei den Menschen ankommt. Auch in anderen Religionen. Der ehemalige Ottakringer Imam Mouhanad Khorchide liefert dazu einen guten Beitrag.

Von Wolfgang BergmannderStandard.at/ChurchWatch

Khorchide ist jener Islamgelehrte, der mit seiner Doktorarbeit ein erschreckend hohes Maß an Demokratieskepsis bei Islamlehrern in Österreich aufzeigte (ein Fünftel hält Islam und Demokratie für unvereinbar) und damit Reformen bei der Lehrerausbildung anstieß. Derzeit lehrt er als Professor für islamische Religionspädagogik in Münster. Nun legte er das auch für Nichtfachleute gut lesbare Büchlein “Islam ist Barmherzigkeit” vor. Churchwatch empfiehlt es gerne als Weihnachtslektüre, aber auch zum Verschenken.

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Bennys Pontifikat: Eine Abfolge von Eklats und Pannen

Vatileaks und Regensburger Rede, Missbrauchsskandal und Piusbrüder. Im Pontifikat Benedikts XVI. und seiner öffentlichen Wahrnehmung spielt Krisenmanagement eine gewisse Rolle. Entsprechend lebhaft und kontrovers ist auch der Deutungsstreit vor allem in den italienischen Medien um das Pontifikat. Nach dem bekannten Vatikanisten Andrea Tornielli hat auch sein Kollege Marco Politi ein Buch über den Papst geschrieben und jetzt aktualisiert auf Deutsch vorgelegt: “Benedikt – Krise eines Pontifikats”.

Von Johannes Schidelko - kipa-apic

Während Tornielli unter dem Titel “Angriff auf Ratzinger” von einem “Kreuzzug der Desinformation” sprach, dem Benedikt XVI. ausgesetzt sei, sieht Politi den Schlüssel für Probleme und Missverständnisse eher beim Papst selbst. “Joseph Ratzinger hätte nicht Papst werden dürfen”; als “Anti-Kandidat” hätte er aufgrund seiner polarisierenden Persönlichkeit eigentlich nicht gewählt werden können.

Das Buch ist kenntnisreich und interessant geschrieben, es stellt vieles zusammen, was Politi bereits früher als Vatikanist in der linksliberalen “Repubblica” veröffentlicht hat. Er zeigt die Schwächen des Pontifikats, dessen Motor immer wieder unrund lief und stockte, kommt dann aber zu überzogenen Schlussfolgerungen, die in der nicht belegten Charakterisierung Benedikts als “tragischer” Figur gipfeln.

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A.Glück: Katholische Kirche ist nicht auf dem Rückzug

Alois Glück (© dr )

ZdK-Präsident Alois Glück spürt in der katholischen Kirche eine positive Eigendynamik. Im Vergleich zu den Erschütterungen nach dem Missbrauchsskandal gebe es nun eine wesentlich offenere Gesprächskultur.

domradio.de

KNA: Herr Glück, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat mit seiner jüngsten Entscheidung Streiks in kirchlichen Einrichtungen unter bestimmten Bedingungen erlaubt – eine Niederlage für die Kirchen?
Glück: Insgesamt haben die Richter den sogenannten Dritten Weg, also die arbeitsrechtliche Sonderstellung der Kirchen, bestätigt. Gleichzeitig wurde ein Akzent gesetzt im Hinblick auf die Rechte der Mitarbeiter, indem Streiks als letzte Möglichkeit akzeptiert werden. Was das im Einzelnen aber zu bedeuten hat, lässt sich erst nach der Lektüre der schriftlichen Urteilsbegründung sagen.

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Friedensrichter: Religiöse Paralleljustiz in Deutschland?

Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck © Exzellenzcluster, bearb. MiG

Die Tätigkeit religiöser „Friedensrichter“ in Deutschland lässt sich laut Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck „nicht einfach verbieten“. Zudem sei das ein Phänomen, dass nicht nur Muslime praktizieren, wie es oftmals suggeriert werde.

MiGAZIN

Die Tätigkeit muslimischer „Friedensrichter“ in Deutschland lässt sich laut Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck „nicht einfach verbieten“. Das Bild sei uneindeutig, sagte der Forscher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster am Dienstagabend in einem Vortrag über „Religiöse Paralleljustiz im Rechtsstaat?“.

Wenn solche Streitschlichter in zivilrechtlichen Fällen tätig würden, sei das legal, sofern der Schlichter freiwillig eingeschaltet werde. Unproblematisch seien auch strafrechtliche Fälle, in denen ein „Friedensrichter“ vor Einschaltung der Behörden tätig werde. Erst wenn die Ermittler aktiv würden, stehe der Vorwurf der Strafvereitelung im Raum. „Auch bei Schwerstkriminalität ist der Versuch, solche Taten per Schlichtung ‚in der Familie‘ zu regeln, verboten und strafbar.“

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Kirche und Staat: Religion muss privat sein

Die Trennung von Staat und Kirche wird aufgeweicht. Muslimische Religionsgemeinschaften werden aufgewertet statt darüber nachzudenken, ob die Kirchen zu viel Macht haben.

Von Tanja DückersZEIT ONLINE

Die Trennung von Kirche und Staat wird hierzulande auf sanfte Weise immer weiter aufgehoben. Wir sollten eigentlich hinterfragen, welche Macht, Privilegien und freien Rechtsräume die christlichen Kirchen noch immer genießen und ob sich diese aus berechtigten Ansprüchen speisen. Besonders erschütternd wurde uns diese Frage vor Augen geführt während des Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Das Kirchenrecht hat einen enormen Spielraum in Deutschland.

Aber statt die Macht der christlichen Kirchen zu begrenzen, werden  andere Religionsgemeinschaften aufgewertet. Dass die Stadt Hamburg muslimische Feiertage nun als nicht gesetzliche Feiertage einführen will, ist zwar ein positives Signal, um die verschiedenen Religionsgemeinschaften in Deutschland rechtlich gleichzustellen. Schließlich können Arbeitnehmer oder Schüler auch christliche Feiertage wie den Buß- und Bettag begehen, ohne zur Arbeit oder in die Schule zu gehen.

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Reformen sind nicht gleich Protestantisierung

Vom 16. bis 20. Mai 2012 werden viele aktuelle gesellschaftliche und innerkirchliche Fragen auf dem 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim diskutiert. Rund 60.000 Glaeubige werden zum groessten Laientreffen der Katholiken in Deutschland erwartet. Der rote Rucksack stellt das Symbol der Veranstaltung dar. ©DAPD

Der Katholikentag ist die erste große Etappe auf dem Weg zu einem innerkirchlichen Dialog. Hier wird sich zeigen, ob sich eine Aufbruchsstimmung entwickelt, welche die bleierne Zeit überwindet.

Von Gernot FaciusWELT ONLINE

Jedes Event hat sein Symbol. Beim 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim mit dem etwas ungelenken Motto “Einen neuen Aufbruch wagen” ist es ein roter Rucksack. Das robuste Gepäck versinnbildlicht in seiner Schlichtheit das Konzilswort vom pilgernden Gottesvolk, die Botschaft: Kirche in ihrer tradierten Sozialgestalt ist nicht das letzte Wort. Pilgerschaft ist immer Bewegung und Erneuerung.

Die katholische Kirche in Deutschland müht sich seit Monaten, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals sind im Jahr 2010 mehr als 180.000 Katholiken ausgetreten. Es ist nicht zu viel gesagt: Ohne diese Erschütterungen hätten sich die Bischöfe nicht zu dem Dialogprozess über den Reformstau durchgerungen.

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„Die Kirche hat sich tief erschüttern lassen“

Pater Klaus Mertes: Ex-Rektor des von Jesuiten betriebenen Canisius-Kollegs (©dapd)

Jesuitenpater Klaus Mertes (57) brachte vor genau zwei Jahren die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche mit ins Rollen. Er versucht im Interview eine Zwischenbilanz der Aufarbeitung zu stellen und benennt weitere notwendige Schritte, so müsse sich seiner Meinung nach die katholische Sexualmoral ändern.

domradio.de

KNA: Pater Mertes, sind Sie zufrieden mit den Konsequenzen und Lehren, welche die Kirche, der Jesuitenorden und die Jesuitenschulen in den vergangenen beiden Jahren in Sachen Missbrauch gezogen haben?
Mertes: Zufrieden kann man nie sein bei diesem Thema. Aber zumindest habe ich das Gefühl, wir haben getan, was wir tun konnten. Auch wenn das nicht bedeutet, dass dies allen Opfern ausreicht.

KNA: Sie standen und stehen in Kontakt mit zahlreichen Personen, die von katholischen Geistlichen missbraucht wurden. Können Sie hier eine vorläufige Bilanz ziehen?
Mertes: Es gibt verschiedene Gruppen: Opfer, die sich versöhnt haben – mit der Jesuitenschule, mit meinem Orden oder mit der katholischen Kirche insgesamt. Es gibt auch Opfer, die sehr dankbar sind für das, was in den vergangenen beiden Jahren passiert ist. Es gibt aber auch Opfer, die sich zornig abgewandt haben oder die von der Kirche angebotene Anerkennungssumme von 5.000 Euro empört als viel zu gering abgelehnt haben. Anderen wiederum hat diese Geste geholfen.

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950 Missbrauchsopfer beantragen bei Kirche Entschädigung

Quelle: die Presse.com

Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche haben bislang rund 950 Opfer eine Entschädigung beantragt. Dies sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Etwa 930 Anträge habe die Zentrale Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz bereits bearbeitet.

RTL

In mehr als 90 Prozent der Fälle sei eine Geldzahlung empfohlen worden, die über die jeweiligen Bistümer oder Orden erfolgt. Die katholische Kirche hatte im März 2011 angeboten, Opfern sexuellen Missbrauchs bis zu 5.000 Euro Entschädigung zu zahlen. In Härtefällen sei der Betrag aber auch überschritten worden.

Besonders viele Anträge seien gleich zu Beginn eingegangen, sagte die Sprecherin. In den vergangenen Monaten sei die Zahl der Eingänge rückläufig.

Der Skandal um den Missbrauch vieler Kinder und Jugendlicher in katholischen Einrichtungen hatte 2010 die Kirche erschüttert. Die Übergriffe lagen teils mehr als 60 Jahre zurück, wurden aber dann erst aufgedeckt. Die Bischofskonferenz hatte den Trierer Bischof Stephan Ackermann im Februar 2010 mit der bundesweiten Aufarbeitung des Missbrauchsskandals betraut.

Tiefe Gräben zwischen Ungläubigen und Gläubigen

In Deutschland haben sich die Gräben zwischen religiösen und säkularen Lebensformen vertieft.

jesus.de

Zu diesem Ergebnis kommen die Journalisten Claudia Keller («Der Tagesspiegel») und Matthias Drobinski («Süddeutsche Zeitung») in ihrer Studie über die «Glaubensrepublik Deutschland», die am Donnerstagabend in Berlin vorgestellt wurde.

Sich in einer säkularen und durchrationalisierten Gesellschaft «vor Gott zu werfen» und religiös zu leben, sei peinlich geworden, schreiben die beiden Autoren. Selbst innerhalb der Kirchen gebe es Verwerfungen. So hätten konservative Katholiken und Reformkatholiken manchmal keine gemeinsame Sprache mehr. Auch die Debatten seien hitziger geworden. Je mehr andere identitätsstiftende Themen verloren gingen, wie etwa die Atomkraft oder die Friedensbewegung, desto stärker würden Religionsfragen zu Identitätsfragen.

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Irland: Unheilige Beziehungen

Wappen Irland, Quelle: wikipedia

Irland hat angekündigt, drei seiner Botschaften zu schließen. Wie Außenminister Eamon Gilmore erläuterte, werden die diplomatischen Vertretungen in Osttimor, Iran und im Vatikan aufgelöst. Irland müsse sparen, um den Vorgaben der EU nachkommen zu können.

Von Christian Zaschkesueddeutsche.de

Aus den drei genannten Staaten gebe es die geringsten Investitionen im Land. Insbesondere die Schließung der Botschaft im Vatikan führt im katholischen Irland zu Diskussionen. Gilmore sagte, die Maßnahme habe nichts mit dem Streit zwischen dem Vatikan und Irland über den Missbrauchsskandal um katholische Priester zu tun.Der Streit war im Juli dieses Jahres eskaliert, als der Vatikan den päpstlichen Nuntius Giuseppe Leanza aus Irland abberufen hatte. Vorangegangen war eine harsche Kritik des irischen Premierministers Enda Kenny an Papst Benedikt XVI. und dem Vatikan. Kenny nahm Bezug auf den Cloyne-Report, der sich mit dem systematischen Missbrauch von irischen Kindern durch katholische Priester beschäftigte.

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Missbrauchsskandal: US-Bischof angeklagt

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA ist erstmals ein Bischof angeklagt worden. Symbolfoto: Harald Tittel

In dem seit Jahren schwelenden Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA ist erstmals ein Bischof angeklagt worden.

FOCUS ONLINE

Robert Finn von der Diözese Kansas City-Saint Joseph wird vorgeworfen, Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern durch einen ihm untergebenen Priester nicht gemeldet zu haben. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Vor Gericht plädierte der Bischof am Freitag (Ortszeit) auf nicht schuldig. Er wies jede strafbare Handlung zurück. Der Geistliche habe aber eingeräumt, bereits im Dezember von eindeutigen Fotos gewusst zu haben, die der Priester von einen jungen Mädchen gemacht habe. Erst im Mai habe er sich dann schließlich an die Polizei gewandt.

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Stuttgart 21 und katholische Gemeinsamkeiten

Papst Benedikt trifft Winfried Kretschmann in Freiburg, dpa

Missbrauchs-Opfer: Treffen “scheinheilig und nutzlos”

Der Papst interessiert sich auch für weltliche Konflikte. Beim Treffen mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann fragte er nach dem Stand von Stuttgart 21. Der Heilige Vater sieht darin offenbar Paralellen zur Kirche.

ZDFheute

Laut Winfried Kretschmann (Grüne) hat der Papst den Konflikt um das Bahnprojekt sogar mit dem Streit in der katholischen Kirche verglichen. Er habe dem Papst geschildert, wie er als Ministerpräsident sich bemühe, dass der Konflikt nicht die Gesellschaft spalte, sagte Kretschmann in der ARD. “Ja, das Problem habe ich auch, wie ich eine pluralistisch werdende Kirche zusammenhalte”, habe der Papst geantwortet.
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Kirchliche Tabus aufbrechen

Zum Aufbrechen von “Tabuthemen” in der Kirche hat der Salzburger Religionspädagoge Prof. Anton Bucher aufgerufen. Sei es der Umgang mit der Moderne, mit der Evolutionstheorie, mit Fragen des Priesteramtes, dem Zölibat und schließlich der Umgang mit dem Missbrauchsskandal – dies alles seien Themen, denen sich die Kirche nur unter Vorbehalt nähere. Dabei zähle es gerade zu den “Stärken einer Institution, ihre dunklen Seiten nicht zu vertuschen, sondern sie aufzuarbeiten”, unterstrich Bucher bei einem Votrag im Rahmen der heurigen Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung Österreichs in Bad Tatzmannsdorf.

kathweb

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Matussek: Mediale Großmäuligkeit und “Spiegel”-Demut

Provokateur, Katholik und "Spiegel"-Autor Matthias Matussek hat sich mit seinem Arbeitgeber angelegt. Nun ruderte er zurück. Foto: pro

Wer seinem Vorgesetzten in den Arsch kriecht, kann nicht mehr leuchten

Noch am Freitag hatte der Journalist Matthias Matussek den “Spiegel” im Gespräch mit dem Kölner “Domradio” als “antikirchliches Kampfblatt” bezeichnet. Am Dienstag sah die Welt schon anders aus: Der Redakteur bestand auf ein neues Interview, in dem er seinen Arbeitgeber ausdrücklich lobte.

pro Medienmagazin

Das Magazin “Spiegel” gilt als links, antiklerikal und als Aufdeckungsorgan. Da passt es gut ins Bild, wenn der bekennende Katholik und Autor beim “Spiegel”, Matthias Matussek, seinem eigenen Blatt Kampagnenjournalismus unterstellt. “Der Spiegel ist ein antikirchliches Kampfblatt, das kann man schon so sagen”, erklärte er am Freitag im Gespräch mit dem “Domradio”. Als er das Papstbuch von Peter Seewald positiv besprochen habe, hätte ihn der stellvertretende Chefredakteur angerufen und gewarnt: “Pass mal auf, wir haben 13 Leute an der Front, die versuchen, dem Papst Verwicklungen in den Missbrauchsskandal nachzuweisen. Da kannst Du doch nicht kommen und den Papst freisprechen!”

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Katholiken wollen Abschaffung des Pflichtzölibats

Quelle: zdf.de

Kirche in der Krise
Die Gläubigen fordern Veränderungen
Umfrage: Mehrheit wünscht Heirat von Priestern

von Jürgen ErbacherZDF.de

Der Missbrauchsskandal hat die katholische Kirche in ihre tiefste Krise gestürzt. In der Folge sind 2010 schätzungsweise 180.000 Gläubige aus der Kirche ausgetreten. 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Verbliebenen fordern Reformen.

Das geht aus einer repräsentativen Politbarometer-Umfrage hervor, die die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der ZDF-Sendung “sonntags” durchgeführt hat. Demnach wünschen sich 80 Prozent der Katholiken Reformen in der Kirche, wie die Aufhebung des Pflichtzölibats oder das Priestertum für Frauen. Sogar bei den regelmäßigen (fast wöchentlichen) Kirchgängern sind es noch 61 Prozent und nur 28 Prozent sind gegen solche Reformen.

Das Ergebnis widerlegt eine von Gegnern kirchlicher Reformen oft angebrachte These: Die Kirchgänger bezeugten mit ihrer aktiven Teilnahme am Gemeindeleben, dass sie mit dem Status Quo einverstanden seien. Doch die Umfrage zeigt, dass auch unter den treuen Katholiken der Wunsch nach Veränderungen groß ist.

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