Schlagwort-Archive: Missbrauchsskandal

Psycho-Analyse der katholischen Kirche—Alkoholikerfamilie

Manfred_LützManfred Lütz und seine Diagnose über einen speziellen Patienten.

Von Andreas Ottokath.net

Der Gesundheitszustand und die Diagnose haben sich keinesfalls verändert. Schon vor 15 Jahren legte der Kölner Psychiater und Theologe Manfred Lütz eine schonungslose bis unterhaltsame «Psycho-Analyse» der katholischen Kirche vor. Nun hat er ein «Update» seines «Untersuchungsberichtes» mit dem plakativen Titel «Der blockierte Riese» veröffentlicht und vor einigen Tagen in Köln vorgestellt – gemeinsam mit dem Kölner Sozialpfarrer Franz Meurer. Der ist zwar kein ausgewiesener Mediziner, vertritt aber genauso selbstbewusst seine Sekundärmeinung zum Krankheitsfall Kirche.

Missbrauchsskandal, gleich zwei neue Päpste, Tebartz-van Elst – seit dem Erscheinen der Erstauflage 1999 hat sich einiges getan in der katholischen Kirche. Deshalb hat sich Lütz der Mühe unterzogen, den Patienten Kirche im Licht der jüngsten Entwicklungen und neuen Maximen aus Rom auf Herz und Nieren zu prüfen. Seine gewagte Grundthese ist aber gleichgeblieben: Die Befindlichkeit der Kirche sei mit den Zuständen innerhalb einer «Alkoholikerfamilie» zu vergleichen. Diese kennzeichne anstrengende Konflikte und ein erstarrtes Rollengefüge zwischen den einzelnen Familienmitglieder – «und dennoch kommt aus all dem Trubel nichts Kreatives mehr heraus».

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Missbrauch: „Kirche erkennt ihre Schuld noch nicht an“

Dr. Julia Enxing Foto: Studio Wiegel

Tagung am Exzellenzcluster zum Umgang mit Schuld nach dem Missbrauchsskandal

Pressemitteilung des Exzellenzclusters vom 26. Mai 2014

Nach dem Missbrauchsskandal muss die katholische Kirche der Theologin Dr. Julia Enxing vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ zufolge einen neuen Umgang mit der Schuld lernen. „Die 2010 bekannt gewordenen Missbrauchsfälle haben die Kirche tief erschüttert. Die Auseinandersetzung mit ihrer Schuld fällt ihr aber immer noch schwer. Es fehlen Worte und Gesten der Anerkennung der Schuld ebenso wie konstruktive theologische Ansätze“, sagt die Theologin. In vielen Missbrauchsfällen sei Vergebung gefordert worden, bevor Schuld eingestanden worden sei. „Hier wurde der zweite Schritt vor dem ersten getan.“ Enxing kündigt eine Tagung des Exzellenzclusters für Ende Mai an, auf der sich katholische und evangelische Theologinnen und Theologen mit Schuld als Herausforderung für Theologie und Kirche befassen.

Die Kirche müsse ihre Schuld anerkennen und in ihr Selbstbild integrieren, fordert die Fundamentaltheologin. Anders gewinne sie verlorenes Vertrauen nicht zurück. Auch wenn Maßnahmen wie Telefon-Hotlines für Opfer und Runde Tische ergriffen und Entschädigungen bezahlt worden seien, bestünden weiter Tendenzen, eine kollektive Verantwortung der Kirche zu leugnen. Indem sie jedoch Schuld nur als Verfehlung Einzelner verstehe, relativiere sie deren Reichweite.

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Deutsche Bischöfe wollen Missbrauch seit 1945 aufklären

missbrauch_katholKatholische Kirche startet zweiten Anlauf für Studie über sexuelle Übergriffe – erster Versuch gescheitert

Von Birgit BaumannderStandard.at

Beim zweiten Mal soll es klappen. Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben beschlossen, den Missbrauchsskandal in ihren eigenen Reihen wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen.

“Wir wollen Klarheit und Transparenz über diese dunkle Seite in unserer Kirche – um der Opfer willen, aber auch, um selbst die Verfehlungen zu sehen und alles dafür tun zu können, dass sie sich nicht wiederholen”, erklärte der Bischof von Trier, Joseph Ackermann, der auch Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Montag bei der Vorstellung des Projekts.

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Deutsche Bischöfe wollen Missbrauch-Forschungsprojekt neu starten

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Am Montag wird bekanntgegeben, welcher Forschungsverbund mit der Aufarbeitung des 2010 bekannt gewordenen Missbrauchsskandals beauftragt wird

kathweb

Die katholischen Bischöfe nehmen einen neuen Anlauf bei der wissenschaftlichen Erforschung sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Sie wollen am Montag in Bonn bekanntgeben, welchen Forschungsverbund sie mit der Aufarbeitung des 2010 bekannt gewordenen Missbrauchsskandals beauftragen wollen.

Dem Vernehmen nach hatten sich mehrere interdisziplinäre Forschungsverbünde für das Projekt beworben. Ein Beraterkreis um den Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, traf die Entscheidung. Anfang 2013 hatten die Bischöfe die Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer (70) aufgekündigt. Grund für das Zerwürfnis waren unterschiedliche Vorstellungen über den Datenschutz und den im Kirchenrecht vorgesehenen Umgang mit Akten.

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Gaystapo und Katholiban – ein Ausflug ins homophobe Weihrauchmilieu

David Berger, Bild: wikimedia.org

Schwule Männer sehen sich in der Öffentlichkeit zunehmend mit dem Vorwurf einer neuen Christenverfolgung durch die “Homo-Lobby” konfrontiert. Ein deutscher Bischof spricht gar von “Pogromstimmung gegenüber Katholiken”. Ein Ausflug ins homophobe Weihrauchmilieu

Von David BergerTELEPOLIS

Der stämmige Mann auf dem Talkshowsessel des SWR-Nachtcafés kämpft mit den Tränen. Der Deutschtürke Ibrahim Can erzählt davon, wie er im Juli 2008 vom Fenster der Ferienwohnung in Istanbul dabei zuschauen musste, wie sein Geliebter, Ahmed Yildiz von seiner eigenen Familie auf offener Straße hingerichtet wurde; wie er auf die Straße lief, wo sein Freund kurz darauf in seinen Armen starb.

Selbst in Zeiten des Gefühlsfernsehens merkt man den anderen Gästen und dem Moderator die sprachlose Ergriffenheit an. Lediglich die als strenge Vertreterin katholischer Moral geladene Publizistin Gabriele Kuby findet schnell die Sprache wieder. Und hält dagegen: Auch sie habe ein Problem, denn sie sei Christin und in unserer Gesellschaft werde es für Christen “außerordentlich eng”, wenn sie sich gegen Homosexualität aussprechen und sich gegen politische Forderungen Homosexueller zur Wehr setzen. Es könne doch nicht angehen, dass eine Mehrheit für eine Minderheit, dass für ganze 2,5 % Homosexuelle in der Bevölkerung nun alle Christen geopfert würden. Der Wortwechsel ist eine Schlüsselsituation für eine sich in der katholischen Kirche zuspitzende Lage: Man möchte sich selbst zunehmend als Opfer der Homosexuellen sehen, insbesondere der schwulen Männer. Selbst für den Papstrücktritt im letzten Frühjahr machten italienische Medien “schwule Netzwerke” innerhalb des Vatikan verantwortlich, denen der Stellvertreter Christi auf Erden nicht mehr gewachsen gewesen sei.

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Mitgliederschwund der Kirchen kaum aufzuhalten

Bild: Wikimedia Commons/ABF

Bild: Wikimedia Commons/ABF

Soziologe: Schwerer als die kirchlichen Bemühungen wiegen das Wohlstands- und Bildungsniveau.

kath.net

Die christlichen Kirchen in Deutschland müssen nach Einschätzung von Wissenschaftlern selbst bei intensiven Reformbemühungen weiter mit sinkenden Mitgliederzahlen rechnen. «Der Mitgliederschwund ist nahezu unaufhaltsam. Auch Reformsignale von Papst Franziskus und Neuerungen in den evangelischen Landeskirchen halten den Trend nicht auf», erklärte am Donnerstag der Religionssoziologe Detlef Pollack vom Exzellenzcluster «Religion und Politik» der Uni Münster.

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Vollversammlung der Bischöfe: Frauen – pfui Teufel

Bild: dbk.de

Trotz ermutigenden Äußerungen des neuen Papstes: Die katholischen Bischöfe wollen an der Lage der Frauen in der Kirche kaum etwas ändern.

Von Arno Franktaz

Am Freitag geht in Fulda die Vollversammlung der Bischofskonferenz zu Ende. Das höchste Gremium der Katholischen Kirche in Deutschland berät seit Montag turnusgemäß über den 2010 angestoßenen innerkirchlichen Reformprozess. Themen gab es genug für die 67 Weih- und Ortsbischöfe, von Fragen der Bistumspresse bis zur derzeitigen Situation der Christen in Syrien, einem Ursprungsland der christlichen Religion.

Konkret wurden Ergebnisse zu gesellschaftspolitischen Fragen vorgestellt, die zuvor in internen Arbeitsgruppen und Studientagen erarbeitet worden sind. So wurde am Donnerstag das Buch „Als Frau und Mann schuf er sie“ vorgestellt, in dem die Kirche unter Mitwirkung namhafter Theologinnen ihre Position zum „Zusammenwirken von Frauen und Männern in der Kirche“ dargelegt hat.

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Katholische Kirche schreibt Missbrauchsstudie neu aus

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Die katholische Kirche hat ihre Anfang des Jahres gescheiterte Studie zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals neu ausgeschrieben.

T-Online

Für das Forschungsprojekt sollen nun Experten verschiedener Fachrichtungen ins Boot geholt werden, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch mit. Ziel der Studie sei weiterhin, die sexuellen Übergriffe von Priestern und anderen Geistlichen von 1945 bis heute zu erheben und zu analysieren. Im Januar hatten die Bischöfe eine Missbrauchsstudie mit dem Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer aufgekündigt, weil sie keine gemeinsame Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit sahen.

Pädophilie: Die Grünen drücken sich weg

Grünen-Chefin Claudia Roth. Foto: dpa

Vor drei Jahren, auf dem Höhepunkt des Missbrauchskandals in der Katholischen Kirche, sagte Bischof Walter Mixa, die erschütternden Übergriffe von Geistlichen seien auch auf die zunehmende Sexualisierung des Lebens in vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen. Für die Äußerung musste er viel verbale Prügel einstecken.

Von Florian HeiderNürnberger Zeitung

Grünen-Chefin Claudia Roth etwa wusste den Brustton der Entrüstung noch um einige Oktaven zu steigern: Verhöhnung der Opfer, billige Entlastungsversuche, schlicht ein Skandal. Vielleicht nicht ganz unberechtigt.

Die Bischöfe haben inzwischen die Aufarbeitung angepackt: Man schaut genauer hin, bietet Anlaufstellen für Opfer an, in einigen Fällen wurden Entschädigungen gezahlt. Die Kirche hat Buße getan und die Hand zur Versöhnung ausgestreckt. Derweil haben die Grünen ihren eigenen Skandal: Alte Geschichten kommen wieder ins Blickfeld: Etwa dass Daniel Cohn-Bendit sich gerne von Kindern die Hose öffnen und habe streicheln lassen oder die jahrelang aufrecht erhaltene Forderung, Sex mit Kindern zu legalisieren. Dazu kommt aber immer wieder Neues: etwa der neulich aufgedeckte systematische Missbrauch von Buben in einer grünen Kommune am Niederrhein.

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Missbrauch: Alice Schwarzer kritisiert Humanistische Union, taz, Grüne und FDP

Bild: wikipedia

Schwarzer kritisiert Grüne, Kreise der FDP, die «Humanistische Union» und auch Medien wie die Berliner «tageszeitung (taz)» CDU-Politiker Armin Laschet: Beim Missbrauchsskandal der katholischen Kirche sei man «nicht so gnädig» gewesen

kath.net

Die Publizistin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer erhebt Vorwürfe gegen die Medien bei der Aufklärung des Pädophilen-Skandals im progressiven Milieu. In einer Talkshow zu Missbrauchs-Fällen in katholischen Internaten habe sie 2010 auch auf den Skandal in der Odenwald-Schule hinweisen wollen, doch ihr sei «hart das Wort abgeschnitten» worden, schreibt Schwarzer am Montag in ihrem Blog. «Es ist gut, dass endlich darüber geredet wird.»

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Wie mit “homosozialen Männerbünden” in der Kirche umgehen?

Bild: heise.de

Jesuit Mertes in “Herder Korrespondenz”: Papst “wird sich hoffentlich nicht einschüchtern lassen” – Kampfbegriff “schwule Lobby” trifft nicht Kern des Problems

kathweb

Was lange nur gemunkelt und bei Offenlegung als Beleidigung des Klerus geahndet wurde, wird unter Papst Franziskus langsam enttabuisiert: Das Problem der homosozialen “Männerbünde” in der Kirche. Von Franziskus selbst in einem Gespräch mit Ordensoberen aus Lateinamerika als “schwule Lobby” bezeichnet, schanzen sich diese Bünde Titel, Positionen und Machtzugänge innerhalb der Kirche zu, erläutert der bekannte deutsche Jesuit und ehemalige Leiter des Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, in der Zeitschrift “Herder Korrespondenz” (August-Ausgabe). Es sei hoch an der Zeit, diese Bünde zu “entmachten”. Dabei werde sich Papst Franziskus “hoffentlich nicht einschüchtern” lassen, so Mertes.

Mertes, der mit einem Brief an ehemalige Kolleg-Schüler 2010 den Anstoß zur Aufdeckung des Missbrauchsskandals gab, zeigt in seinem Beitrag die vielen Fallstricke und Missverständnisse auf, die das Thema homosexueller Seilschaften in der Kirche mit sich bringt. Zum einen müsse anstelle von einer “schwulen Lobby” – einem Begriff “aus dem Arsenal der homophoben Kampfsprache” – vielmehr von einer “männerbündisch verengten” homosozialen Struktur des Klerus gesprochen werden. Offen sei, ob diese Seilschaften, die zugleich eine “frauenfeindliche Außenseite” aufwiesen, tatsächlich aus einer “systematisch aufgebauten Subkultur” in der Kirche hervorgingen.

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»Streifzug durch den Irrsinn der Religion«

Erst der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Später die Debatte um die Pille danach. Und dann kündigt auch noch der Papst seinen Rücktritt an. Es sind ereignisreiche Tage für Jörg Schneider.

Gießener-Allgemeine.de

»Erschreckenderweise hat man seit Jahren viel zu tun, wenn man sich satirisch mit der Kirche auseinandersetzt«, sagt der Gießener. Am Montag, 4. März, erscheint sein neues Buch »So komme ich in die Hölle. Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion« bei U Books. Es sind Sätze wie dieser, mit denen sich Schneider darin in Sachen Religion positioniert: »Religion ist eine unübersichtliche Sache. Den mühsamen Weg des Selberdenkens großräumig umbetend, sollte sie einen aber spätestens dann ins Grübeln bringen, wenn ihre grotesken Glaubenskonstrukte unter Androhung von Höllenfeuer verbieten, an Tagen, die mehr als zwei Vokale oder drei f im Namen tragen, hochkant im Wok geschmolzenes Veganerfleisch zu trinken.« Oder: »Dass man Gott wissenschaftlich nicht widerlegen kann, gilt vielen Gläubigen bereits als Beweis für dessen Existenz. Als einzige Legitimation ihrer infantilen Argumentation dient ein unanfechtbares Wahrheitsmonopol, basierend auf den Überlieferungen frühgeschichtlicher Analphabeten.«

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“Es gibt keine Grundrechte in der Kirche”

Helmut Schüller, Bild: ard

“Frauen in der Kirche” ist eines der Hauptthemen bei der Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Trier. Nach wie vor sind diese von Führungsämtern ausgeschlossen. “Das ist absurd”, sagt Protest-Pfarrer Schüller im tagesschau.de-Interview – zumal Frauen einen Großteil der Arbeit erledigen. Mit dem neuen Papst könnte sich aber etwas ändern.

tagesschau.de

tagesschau.de: Das Ansehen der Katholischen Kirche ist zurzeit auf einem Tiefpunkt: Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal, die Diskussion um die Pille danach und die Stellung von Frauen sind Gründe dafür. Ist der Ruf der Kirche zu Recht so schlecht?

Helmut Schüller: Das Ansehen der Kirche sinkt, weil die Erwartungen der Menschen an die Kirche immer wieder enttäuscht werden. Vor allem die der Kirchenbasis. Da wird ängstlich verhindert, dass Laien in der Kirche mehr Kompetenzen erlangen. Kaum einer versteht mehr, warum Frauen nicht auch Ämter in der Kirche übernehmen dürfen.

Es gibt keine Grundrechte in der Kirche. Die Weltkirchenleitung gefällt sich darin, eine absolutistische Monarchie zu sein: in der Macht nicht kontrolliert wird, in der Entscheidungen nicht hinterfragt werden können und in der die Betroffenen nicht beteiligt werden. Die Menschen wollen aber eine Kirche, die in ihrer Zeit steht, und nicht ein Relikt aus vergangenen Jahrhunderten.

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Abschied von der Volkskirche – Halleluja!

Bild: Religion Poisons Everything

Bild: Religion Poisons Everything

Der Papst tritt ab und lässt viele Katholiken seiner Heimat resigniert zurück. Die Kirche verliert in der Breite an Relevanz und droht zu einem geschlossenen Club der voll Überzeugten zu werden.

Von Christoph Driessenstern.de

Es war wie im Film: Weißer Rauch steigt empor, ein roter Vorhang geht auf, ein Kardinal kommt heraus. “Habemus Papam” – lange Pause – “Josephum Ratzinger.” Wir sind Papst. Kurzzeitig verfällt Deutschland ins Benedetto-Fieber. Verfolgt die ersten Schritte des Herrn Professors in seinen neuen roten Schuhen, lächelt über die ungelenken Bewegungen, das zaghafte Winken. “Der neue Ratzinger”, titelt “Die Zeit”. Und ja, das kann unmöglich der strenge Präfekt jener berüchtigten Behörde zum Schutz vor Irrlehren und Abweichlern sein, als den man ihn jahrzehntelang abgespeichert hatte.

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Ex-Missbrauchs-Ermittler attackiert Kloster Ettal

Die Verantwortlichen im Kloster Ettal in Oberbayern sollen seit dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals vor drei Jahren versucht haben, vieles zu vertuschen. Diese Vorwürfe erhebt nun der ehemalige Sonderermittler Thomas Pfister, Bild: dpa

Als der Missbrauchsskandal im bayerischen Kloster Ettal bekannt wurde, versprach es umfassende Aufklärung. Doch der ehemalige Sonderermittler spricht von Vertuschung und “Leitz-Ordnern des Grauens”.

WELT ONLINE

Drei Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals im oberbayerischen Kloster Ettal wirft der ehemalige Sonderermittler Thomas Pfister der Benediktinerabtei eine Vertuschungsstrategie vor. Bis heute unterbinde das Kloster die Publikation seines Schlussberichts, sagte der Anwalt der “Süddeutschen Zeitung”.

Pfister war auf Initiative des Erzbistums München und Freising als externer Ermittler eingesetzt worden, nachdem die Jahrzehnte zurückreichenden Fälle bekannt geworden waren. Später beendete das Kloster die Zusammenarbeit.

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Missbrauchsstudie: Lässt katholische Kirche die Studie scheitern(Zensur)

Ihre Glaubwürdigkeit hat durch die Missbrauchsfälle gelitten: Doch die unbhängige Aufarbeitung des Skandals steht vor dem Aus.

Um die wissenschaftliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ist heftiger Streit entbrannt. Das Projekt droht zu scheitern.

tagesschau.de

Auslöser ist ein Streit zwischen der deutschen Bischofskonferenz und dem mit einer umfassenden Studie beauftragten Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in Hannover. Wie der “Trierische Volksfreund” berichtet, hat die Kirche sich am Auftreten des renommierten Kriminologen Christian Pfeiffer gestoßen und sieht das Vertrauensverhältnis als zerrüttet an.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA wollte die Kirche die Veröffentlichung von Ergebnissen nachträglich reglementieren und notfalls verbieten, nachdem sich in den eigenen Reihen Widerstand gegen die Studie formiert hatte. Eine vorzeitige Kündigung wurde dem Institut angekündigt. Pfeiffer seinerseits ist über die nachträgliche Forderung der Kirche entrüstet, in die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen eingreifen zu können.

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Katholischer Islam

foto: apa, ap; montage: der standard

Advent – die Ankunft des Herrn – ist eine gute Zeit dafür, sich anzuschauen, wie Gott bei den Menschen ankommt. Auch in anderen Religionen. Der ehemalige Ottakringer Imam Mouhanad Khorchide liefert dazu einen guten Beitrag.

Von Wolfgang BergmannderStandard.at/ChurchWatch

Khorchide ist jener Islamgelehrte, der mit seiner Doktorarbeit ein erschreckend hohes Maß an Demokratieskepsis bei Islamlehrern in Österreich aufzeigte (ein Fünftel hält Islam und Demokratie für unvereinbar) und damit Reformen bei der Lehrerausbildung anstieß. Derzeit lehrt er als Professor für islamische Religionspädagogik in Münster. Nun legte er das auch für Nichtfachleute gut lesbare Büchlein “Islam ist Barmherzigkeit” vor. Churchwatch empfiehlt es gerne als Weihnachtslektüre, aber auch zum Verschenken.

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Bennys Pontifikat: Eine Abfolge von Eklats und Pannen

Vatileaks und Regensburger Rede, Missbrauchsskandal und Piusbrüder. Im Pontifikat Benedikts XVI. und seiner öffentlichen Wahrnehmung spielt Krisenmanagement eine gewisse Rolle. Entsprechend lebhaft und kontrovers ist auch der Deutungsstreit vor allem in den italienischen Medien um das Pontifikat. Nach dem bekannten Vatikanisten Andrea Tornielli hat auch sein Kollege Marco Politi ein Buch über den Papst geschrieben und jetzt aktualisiert auf Deutsch vorgelegt: “Benedikt – Krise eines Pontifikats”.

Von Johannes Schidelko - kipa-apic

Während Tornielli unter dem Titel “Angriff auf Ratzinger” von einem “Kreuzzug der Desinformation” sprach, dem Benedikt XVI. ausgesetzt sei, sieht Politi den Schlüssel für Probleme und Missverständnisse eher beim Papst selbst. “Joseph Ratzinger hätte nicht Papst werden dürfen”; als “Anti-Kandidat” hätte er aufgrund seiner polarisierenden Persönlichkeit eigentlich nicht gewählt werden können.

Das Buch ist kenntnisreich und interessant geschrieben, es stellt vieles zusammen, was Politi bereits früher als Vatikanist in der linksliberalen “Repubblica” veröffentlicht hat. Er zeigt die Schwächen des Pontifikats, dessen Motor immer wieder unrund lief und stockte, kommt dann aber zu überzogenen Schlussfolgerungen, die in der nicht belegten Charakterisierung Benedikts als “tragischer” Figur gipfeln.

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A.Glück: Katholische Kirche ist nicht auf dem Rückzug

Alois Glück (© dr )

ZdK-Präsident Alois Glück spürt in der katholischen Kirche eine positive Eigendynamik. Im Vergleich zu den Erschütterungen nach dem Missbrauchsskandal gebe es nun eine wesentlich offenere Gesprächskultur.

domradio.de

KNA: Herr Glück, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat mit seiner jüngsten Entscheidung Streiks in kirchlichen Einrichtungen unter bestimmten Bedingungen erlaubt – eine Niederlage für die Kirchen?
Glück: Insgesamt haben die Richter den sogenannten Dritten Weg, also die arbeitsrechtliche Sonderstellung der Kirchen, bestätigt. Gleichzeitig wurde ein Akzent gesetzt im Hinblick auf die Rechte der Mitarbeiter, indem Streiks als letzte Möglichkeit akzeptiert werden. Was das im Einzelnen aber zu bedeuten hat, lässt sich erst nach der Lektüre der schriftlichen Urteilsbegründung sagen.

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Friedensrichter: Religiöse Paralleljustiz in Deutschland?

Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck © Exzellenzcluster, bearb. MiG

Die Tätigkeit religiöser „Friedensrichter“ in Deutschland lässt sich laut Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck „nicht einfach verbieten“. Zudem sei das ein Phänomen, dass nicht nur Muslime praktizieren, wie es oftmals suggeriert werde.

MiGAZIN

Die Tätigkeit muslimischer „Friedensrichter“ in Deutschland lässt sich laut Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck „nicht einfach verbieten“. Das Bild sei uneindeutig, sagte der Forscher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster am Dienstagabend in einem Vortrag über „Religiöse Paralleljustiz im Rechtsstaat?“.

Wenn solche Streitschlichter in zivilrechtlichen Fällen tätig würden, sei das legal, sofern der Schlichter freiwillig eingeschaltet werde. Unproblematisch seien auch strafrechtliche Fälle, in denen ein „Friedensrichter“ vor Einschaltung der Behörden tätig werde. Erst wenn die Ermittler aktiv würden, stehe der Vorwurf der Strafvereitelung im Raum. „Auch bei Schwerstkriminalität ist der Versuch, solche Taten per Schlichtung ‚in der Familie‘ zu regeln, verboten und strafbar.“

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