Schlagwort-Archive: München

Über 220 Straftaten mit NSU-Bezug seit November 2011

Straftaten mit NSU Bezug © NSU Watch & rechtesland.de

An jedem vierten Tag wird in Deutschland eine Straftat mit Bezug zur NSU begangen. Die meisten dieser Straftaten werden in Nordrhein-Westfalen verübt, NSU Kernland scheint aber Thüringen zu sein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor.

MiGAZIN

Über 220 Straf- und Gewalttaten mit NSU Bezug wurden seit dem Auffliegen der Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund im November 2011 begangen. Das sind – im Schnitt sieben Straftaten im Monat, eine Straftat an jedem vierten Tag. Besonders aktiv wurden die Neonazis mit Beginn des NSU-Prozesses im Mai 2013 in München. Allein in diesem Monat wurden 28 Straftaten mit Vorbild NSU begangen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hervor.

Wie Analysen von NSU-Watch und Rechtes Land zeigen, taucht Berlin als Tatort besonders häufig auf, gefolgt von Frankfurt am Main, München sowie Dortmund und Hamburg. Ein Blick auf die Karte zeigt deutlich: Straf- und Gewalttaten mit NSU-Bezug gibt es aber fast überall. In Nordrhein-Westfalen gibt es mit 46 Straftaten die meisten Vorkommnisse; in Relation zu den Einwohnerzahlen ist Thüringen aber NSU-Kernland.

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Schlafforschung: Schläfer vom Vollmond unbeeindruckt

Bild: futureclick.net

Viele Menschen haben den Eindruck, bei Vollmond schlechter schlafen zu können. Eine Studie widerlegt das – und zeigt außerdem, dass solche Befunde leicht in Schubladen verschwinden.

Von Lars FischerSpektrum.de

Viele Anekdoten und auch einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Menschen bei Vollmond schlechter schlafen. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München kommt allerdings nun zu dem gegenteiligen Ergebnis. Die Gruppe um den Neurowissenschaftler Martin Dresler wertete Schlafdaten von 1265 Probanden aus über 2000 Nächten aus. Einen signifikanten Zusammenhang zwischen Mondphase und Schlaf fanden sie dabei nicht.

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Kirche steht Geld eines insolventen Spenders zu

Bild: tilly

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Spenden an eine Kirche, die sich ausschließlich aus milden Gaben finanziert, sind sakrosankt. Ein Insolvenzverwalter möchte 33.000 Euro von der Russisch Orthodoxen Diözese in München zurück, die ein Gläubiger gespendet hatte – vergebens.

Von Ekkehard Müller-JentschSüddeutsche.de

Spenden an eine Kirche, die sich ausschließlich aus milden Gaben finanziert, sind sakrosankt – das ist einem ungewöhnlichen Prozess vor dem Oberlandesgericht München (OLG) zu entnehmen. Ein Insolvenzverwalter fordert dort von der Russisch Orthodoxen Diözese insgesamt 33 000 Euro Spendengeld eines Gläubigen zurück, der inzwischen bankrott ist und vor allem einer Krankenkasse viel Geld schuldet. In erster Instanz hatte das Landgericht München I die Kirche des Münchner Erzbischofs Mark zur Zahlung verurteilt, weil sie sich an den Spenden sozusagen bereichert habe. Doch der Insolvenz-Senat des OLG hält diese Betrachtungsweise für “unglücklich”.

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Kirchliches Bioethik-Institut fordert internationales Klonverbot

Screenshot: bb

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Problem der Eizell-Gewinnung in Stammzellforschung kaum thematisiert – Kritik an bisherigen Forschungen wegen fehlender Effizienz, Intransparenz und Interessenskonflikten

kathweb

Das in Wien beheimatete Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) hat sich für ein endgültiges weltweites Verbot des Klonens von Menschen zu Forschungs- oder reproduktiven Zwecken ausgesprochen. Angesichts verfügbarer neuerer Methoden seien die Verfahren überflüssig und zudem ethisch nicht tragbar, zumal menschliche Embryonen zu Objekten degradiert und zerstört würden, heißt es in einer Mitteilung des kirchlichen Instituts. “Ein zentraler, noch kaum thematisierter Kritikpunkt ist dabei die Frage der Eizellen-Gewinnung”, so IMABE-Sprecherin Susanne Kummer gegenüber “Kathpress”.

Derzeit beobachtet das IMABE-Institut einen regelrechten “Wettlauf” im Kampf um Ergebnisse des sogenannten “therapeutischen Klonens”: Innerhalb nur eines Jahres habe es bereits drei Berichte über erfolgreich durchgeführte derartige Versuche gegeben, jüngst etwa von der privat finanzierten “The New York Stem Cell Foundation”. Deren Forscher um Dieter Egli gaben im Fachjournal “Nature” an, aus Hautzellen einer 32-jährigen Patientin mit erblicher Zuckerkrankheit embryonale Stammzellen geklont zu haben.

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München: ‘Gebetszug’ unter massivem Polizeischutz

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

Rund 350 Lebensschützer protestierten gegen Abtreibungspraxis in Deutschland – Der Vorsitzende von „EuroProLife“, Wolfgang Hering (München), zeigte sich bestürzt darüber, dass sich die Kirchen so wenig zur Abtreibungspraxis in Deutschland äußerten.

kath.net

Unter massivem Polizeischutz haben am 10. Mai rund 350 christliche Lebensschützer in der Münchner Innenstadt gegen die Abtreibungspraxis in Deutschland protestiert. Sie beteiligten sich an einem „Gebetszug“ unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“, zu dem das ökumenische Gebetsnetzwerk „EuroProLife“ eingeladen hatte. Mitgeführte weiße Kreuze erinnerten daran, dass in Deutschland an jedem Werktag etwa 1.000 ungeborene Kinder getötet werden. Als stille Mahnung wurden bei einer Trauerzeremonie an der Luitpoldbrücke 100 Rosen in die Isar geworfen. Dabei wurden Jungen- und Mädchennamen genannt und eine Totenglocke geläutet.

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Sozialdemokratische Gänsehaut des Rechtspopulismus

gänsehaut_spdWahlkampf ums Europa-Parlament. Der sozialdemokratische Spitzenkandidat Martin Schulz will es wieder packen.
Die Partei der christlichen Hinterwäldler hält dagegen und meint mit ihrem Spitzenkandidaten fürs  Europaparlament, Markus Ferber, etwas Rechtspopulismus in die Diskussion einzubringen. Zur Thematik der Flüchtlingspolitik bringt CSU-Färber sinngemäß zum Ausdruck, mit Schulz hätten die Schlepperbanden einen Geschäftsführer gefunden.
Was wiederum den Herrn Gabriel zu folgendem Satz veranlasste: “Wenn man mit Flüchtlingspolitik so umgeht, wie das die Antieuropäer und die Rechtspopulisten tun, dann muss man sich nicht wundern, wenn deren Sprüche hoffähig werden.”
Gabriel weiter, “Dann kriegen Sozialdemokraten eine Gänsehaut. Das ist ungefähr das, was man Willy Brandt in den sechziger und siebziger Jahren vorgehalten hat.”
Da bekommt der Herr Gabriel eine Gänsehaut. Bemüht man die lange sozialdemokratische Parteigeschichte wird man fündig, es gibt kaum eine Farbe im politischen Spektrum, in der sich die SPD inhaltlich nicht befunden hat und mit Wohlwollen politisch argumentierte. Von blutrot bis nazibraun. Bluthund Noske ist der eine, die sozialdemokratischen Parlamentarier im Reichstag etwas anderes.
So kommt es im März 1916 zu einer Auseinandersetzung: Hugo Haase, neben Ebert Vorsitzender der SPD, wich von der Parteilinie ab und kündigte im Reichstag die Verweigerung der Kriegskredite an. Zwischenrufe:”Drecksseele!”(Scheidemann, SPD) – “Schamloser Kerl. Frecher Halunke!”(Ebert, SPD) – “Die Judenjungen müssen raus!”(Bauer, SPD) – “Mit der Judenbande muss Schicht gemacht werden”(Legien, SPD). Nachzulesen in den Protokollen der Reichstagssitzung.
Bleibt die Frage zu beantworten, wie denn Herr Gabriel die Äußerungen der SPD-Mitglieder Bauer und Legien bewerten würde? Gänsehaut? Doch wohl nicht.
Januar 1919, Noske bereitet den Gegenschlag gegen die politischen Kräfte des Januaraufstandes vor. Er bekommt die Erlaubnis “alle notwendigen Mittel anzuwenden.”1 Noskes trockener Kommentar:” Einer muss der Bluthund werden.”2

Ebert: “Die Stunde der Abrechnung naht.”3 Die Mordanweisung gegen Liebknecht und Luxemburg wurde lyrisch von Artur Zickler im Parteiblatt Vorwärts verkündet:

“Sie knieten hin vor blutigen Idolen,
bauchrutschten vor der Menschheit Spott und Hohn,
vor Russlands Asiaten und Mongolen,
vor Braunstein, Luxemburg und Sobelsohn.”4

Drei “jüdische Drahtzieher” werden genannt, Braunstein und Sobelsohn waren die bürgerlichen Namen von Leo Trotzki und Karl Radek. Nebenbei hob der Vorwärts den Kampfbegriff des “jüdischen Bolschewismus” aus der Taufe.

Wir reden hier nicht vom Dritten Reich und der Sprache der Nazis, es handelt sie hierbei um Top-Funktionäre der SPD und ihres Presseorgans.
Machen wir einen Sprung in die jüngere Geschichte der SPD und wir werden, was den Rechtspopulismus anbelangt fündig.

Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, 2005, zur Ministerzeit von Wolfgang Clement, SPD

Vorrang für die Anständigen – Gegen Missbrauch, “Abzocke” und Selbstbedienung im Sozialstaat.

Georg Kronawitter, 1992, Münchner Oberbürgermeister, SPD

Der Regelfall ist doch, dass Menschen, die hier ohne Pass ankommen, auf Betrug aus sind. Die wollen mehrfach kassieren und ihre Identität verschleiern.

Gerhard Schröder, 1997, Ex-Bundeskanzler, SPD

Wir dürfen nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen Starftätern. Wer unser gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: Raus, und zwar schnell.

Zum Abschluss des kleinen sozialdemokratischen Rassismus-Streifzuges noch Thilo Sarrazin, derjenige also, dem man unterstellt, den Rechtspopulismus in Deutschland salonfähig gemacht zu haben.

Thilo Sarrazin

Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.

Sozialdarwinismus, Rassismus und eine gehörige Portion Antisemitsimus in der sozialdemokratischen Parteigeschichte. Angesichts des hier Zitierten beschreibt der Begriff Gänsehaut die humanistische Unterkühlung nicht ausreichend. Vielleicht ist das ja bei Herrn Gabriel anders, hat er doch genug natürliche Isolation.


1Original der Ernennungsurkunde Noskes in BA-SAPMO, Nachlass Noske,NL56/3. Bl39.
2Gustav Noske, Von Kiel bis Kapp, Berlin 1920, S.68.
3Anschlag der Regierung vom 8. Janur 1919, unterschrieben mit Ebert, Landsberg, Scheidemann, Noske, Wissel.
4Vorwärts Nr. 34, vom 12.1. 1919.

Münchner Investment-Firma Paragon übernimmt Weltbild

weltbildFast jede vierte der bislang 220 Weltbild-Filialen wird geschlossen. Doch nach wochenlanger Suche hat der insolvente Konzern nun endlich einen Investor gefunden: Die Münchner Investment-Firma Paragon wird Mehrheitsgesellschafter der Verlagsgruppe.

FOCUS ONLINE

Die Suche nach einem Investor für den Weltbild-Konzern hat ein Ende: Die Münchner Investment-Firma Paragon werde Mehrheitsgesellschafter der insolventen Verlagsgruppe. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Verhandlungskreisen.

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Warnung vor Demo in München!

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Flyer der “Besorgten Eltern Bayerns”

Die Organisatoren von “Demo für Alle” warnen vor einer Veranstaltung gegen Gender am 10. Mai in München. Die dortigen Veranstalter koopierieren offensichtlich mit einer rechtsextremen Gruppierung. Familienplattform geht auf Distanz.

kath.net

Die Organisatoren von “Demo für Alle” warnen vor einer Veranstaltung gegen Gender am 10. Mai in München, die von der Gruppe “Besorgte Eltern Bayern” veranstaltet wird. “Hiermit stellen wir klar, daß »Besorgte Eltern Bayern« nicht zum Aktionsbündnis unserer rosa-blauen DEMO FÜR ALLE gehören und die Demonstration in München trotz Namensähnlichkeit von unserem Aktionsbündnis in keiner Weise mitorganisiert oder unterstützt wird.” Grund für die Distanzierung ist, dass die Gruppe “Besorgte Eltern Bayern” u.a. mit einer rechtsextremen Gruppierung namens “Bürgerinitiative Ausländerstopp” (BIA).

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Gottlos glücklich – Das Hasenfest war ein voller Erfolg

hasenfest_titelUnter dem Motto “Gut ohne Gott: Miteinander braucht keine Religion” feierten mehrere säkulare und humanistische Organisationen das Hasenfest 2014 als einen Aktionstag für eine offene Gesellschaft und gegen religiöse Intoleranz.

hpd

Nicht Bibel und Koran mit ihren weithin bekannten widersprüchlichen und inhumanen Aussagen, sondern universelle menschliche Fähigkeiten wie Vernunft, Liebe und Verantwortungsbewusstsein sollten die Grundlage für ein gelungenes Zusammenleben im 21. Jahrhundert darstellen. Dies war die Grundaussage des Hasenfests 2014, das mit einem kollektiven Kirchenaustritt 2011 seinen Anfang nahm und mittlerweile jährlich in zahlreichen Städten durchgeführt wird.

Die Aktionen reichten von Infoveranstaltungen (Frankfurt: Menschenrechtsverletzungen an Atheisten; Mainz: Spendenmöglichkeiten an nichtreligiöse gemeinnützige Organisationen), Filmvorführungen (Bochum) bis hin zu kollektiven Kirchenaustritten (u.a. München, Trier, Saarbrücken). Und natürlich wurde gegen das Tanzverbot demonstriert.

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München: Schwarzbau-Kirche bleibt

Die Ost-West-Friedenskirche München, Bild: wikimedia.org

Die Kirche von Väterchen Timofej bleibt den Münchnern erhalten. Die Stadtverwaltung hat dem bekanntesten Schwarzbau der Stadt die Genehmigung erteilt.

Mittelbayrische

Münchens bekanntester Schwarzbau darf bleiben. Die Einsiedelei von Väterchen Timofej am Oberwiesenfeld soll auch weiterhin als Kirche, Kapelle und Museum dienen. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, wird die Stiftung Ost-West-Kirche die Gedenkstätte dauerhaft betreiben.

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Vatikan: Ab jetzt lieber transparent

Kardinal_Reinhard_MarxDer neu eingerichtete „Wirtschaftsrat“ im Vatikan soll dabei helfen, die Finanzen zu ordnen. Papst Franziskus hat dabei Kardinal Marx eine wichtige Rolle zugedacht. Schwarze Kassen soll es nicht mehr geben.

Von Jörg BremerFrankfurter Allgemeine

Auf Reinhard Kardinal Marx, den Erzbischof von München und Freising, kommt viel Arbeit zu. In Deutschland wird er der Bischofskonferenz vorstehen, in Rom hat ihn Papst Franziskus auf einen Schlüsselposten berufen: Er wird den neu eingerichteten „Wirtschaftsrat“ leiten. Der Rat untersteht dem neuen „Finanzminister“ am Heiligen Stuhl, dem australischen Kardinal George Pell.

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Kirchensteuer: Gottesknechte und weltliches Geld

Bild: tilly

Bild: tilly

Münchner Kardinal warnte: Die Folgen eines Kirchensteuerausstiegs wären auch für den Staat massiver als die der Säkularisation von 1803

kath.net

Das deutsche System der Kirchensteuer hat sich nach Auffassung des Münchner Kardinals Reinhard Marx  bewährt. Es sei zwar kein Dogma, sagte Marx am Montagabend bei einer Kirchenrechtstagung in München. Es gebe aber auch keinen Anlass, «von heute auf morgen auszusteigen». Die Folgen eines solchen Schritts auch für den Staat wären massiver als die der Säkularisation von 1803, warnte Marx.

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“Die Freiheit” und ein absurder Religionskrieg in München

Michael Stürzenberger bei einer Rede auf dem Münchener Marienplatz (2013). Bild: MephistoGF. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Michael Stürzenberger von der rechtspopulistischen und antiislamischen Freiheit tritt in München als Bürgermeisterkandidat an

Von Alexander DillTELEPOLIS

In der jeder Religion abholden bayerischen Konsum-, Freizeit- und Leistungsgesellschaftsmetropole München die Gefahr einer religiösen Unterwanderung, einer islamischen gar zu beschwören, erfordert neben einigen Portionen Verfolgungswahn und Verschwörungstheorie viel emotionale Phantasie. Michael Stürzenberger von der Partei “Die Freiheit” besitzt sie – und hat damit, so steht es seit gestern fest, mit 1266 Unterschriften die Teilnahme an der Münchner Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidat erreicht.

Sogar Gemeinderatskandidaten bieten nun als Wahlinhalt den Kampf gegen die verderbliche Wirkung des bekanntlich gerade in Münchner Biergärten, auf der Maximilianstraße und bei Schumann’s weitverbreiteten Buches mit dem Titel “Koran” an. Immer mehr Münchner knien im Englischen Garten bereits zum Gebet gen Mekka nieder, anstatt wie bisher die Hinterteile sportlicher Jogger beiderlei Geschlechts zu vergöttern oder zu verfluchen. Das Wammerl im Schneiderbräu, selbst die Weißwurst stehen unter dem Verdacht, aus unislamischer Schlachtung zu stammen.

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Kurienkardinal Coccopalmerio: Homo-Ehe und Abtreibung sind «in sich schlecht»

Francesco Coccopalmerio Bild: kbwn.de

Kardinal Coccopalmerio kritisiert in seinem Grußwort an Kongress deutscher Kirchenrechtler in München zudem die künstliche Embryonenerzeugung für die Forschung, Euthanasie, Ablehnung von Gewissens- und Religionsfreiheit

kath.net

Kurienkardinal Francesco Coccopalmerio (Foto) hat mit scharfen Worten Mängel in der säkularen Rechtskultur kritisiert. Zu den «schwersten Wunden» der Gesellschaft zähle, dass sich das weltliche Recht vom moralischen Gesetz als seiner objektiven Wurzel getrennt habe, heißt es in einem Grußwort des Präsidenten des Päpstlichen Rats für die Interpretation von Gesetzestexten an einen Kongress deutscher Kirchenrechtler in München. Dabei werde versucht, «in sich schlechten Handlungen einen legalen Anstrich zu geben».

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Marx: Kirchensteuer-Ende hätte Folgen wie Säkularisation 1803

Bild: tilly

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Münchner Erzbischof kritisiert “merkwürdige Koalitionen” zwischen konservativen und linken Gruppen, die beide “Entweltlichung” fordern

kathweb

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich am Montagabend zum deutschen Kirchensteuersystem und zu wiederverheirateten Geschiedenen geäußert. Das deutsche System der Kirchensteuer sei kein Dogma, aber es habe sich bewährt, so Marx bei einer Kirchenrechtstagung in der Katholischen Akademie München. Es gebe keinen Anlass, “von heute auf morgen auszusteigen”. Die Folgen eines solchen Schritts auch für den Staat wären massiver als die der Säkularisation vor 200 Jahren (1803/04), warnte der Erzbischof.

Er räumte ein, dass die Kirchensteuer “im Mittelpunkt innerkirchlicher Kritik” stehe. Kritiker von allen Seiten bedienten sich dazu des Wortes von der “Entweltlichung” aus der Freiburger Rede von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011. Dieses Wort sei in Deutschland sofort zum Kampfbegriff gegen eine vermeintlich erstarrte Kirche geformt worden. Dabei habe es auch “merkwürdige Koalitionen” gegeben, etwa zwischen konservativen und linken Gruppen.

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Weltbild-Verlag wird für die Kirche zum Millionengrab

Bild: diepresse.com

Die Lage beim Weltbild-Verlag ist nicht zu beschönigen, sagt der Insolvenzverwalter.
Die Pleite des Weltbild-Verlags kommt die katholische Kirche teuer zustehen. Nicht nur, dass sie einen Sozialplan finanzieren muss. Den Bistümern und den Banken der Kirche drohen Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.

FOCUS ONLINE

Es sei nicht verantwortbar gewesen, einen dreistelligen Millionenbetrag in den Weltbild-Verlag zu investieren – so begründete die katholische Kirche ihre Entscheidung, das Unternehmen in die Insolvenz zu schicken. Die Kirche stehe “in Verantwortung für die Mitarbeiter, aber wir haben auch Verantwortung für die Kirchensteuerzahler”, erklärte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx.

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“Weltbild”: Mitarbeiter attackieren in Offenem Brief Bischöfe

Deutsches kircheneigenes Unternehmen sei bewusst in die Insolvenz getrieben worden

kathweb

In einem Offenen Brief haben Mitarbeiter der pleitegegangenen kirchlichen “Weltbild”-Gruppe schwere Vorwürfe gegen die deutschen Bischöfe gerichtet. In dem Papier beklagen sie, dass die Diözesanleiter das kircheneigene Unternehmen bewusst in die Insolvenz getrieben hätten. Die Motivation dafür seien innerkirchliche Machtkämpfe. Mit ihrem “völlig widersprüchlichen Kurs” während der letzten Jahre trügen die Bischöfe als Eigentümer einen großen Teil der Verantwortung für die aktuelle wirtschaftliche Lage.

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Homöopathie: Ritterschlag für Quacksalber an der LMU München?

Bild: brightsblog

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Verfechter der Homöopathie nutzen klinische Studien als Waffe, um glaubwürdig zu wirken. Es könnte an der Zeit sein, die Grenzen evidenzbasierter Methoden anzusprechen.

Von Martina Lenzen-SchulteFrankfurter Allgemeine

Roland Zimmermann, der Leiter der Frauenklinik am Universitätsspital in Zürich, wagte einiges, als er jüngst auf dem Perinatalmedizin-Kongress in Berlin öffentlich die Ansicht äußerte, Globuli & Co hätten im Kreißsaal nichts zu suchen. Der Schweizer Frauenarzt stemmt sich damit nämlich gegen eine weit verbreitete Praxis: 93,4 Prozent der geburtshilflichen Abteilungen, so das Ergebnis einer Umfrage in Deutschland, bieten den werdenden Müttern homöopathische Globuli an („Forschende Komplementärmedizin“, Bd. 16, S. 111). Zimmermann begründete seine Absage damit, dass es für die Wirksamkeit der homöopathischen Mittel keine wissenschaftliche Evidenz gebe. Fast zeitgleich widmete sich eine andere Tagung in München just den wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien: Auf dem Internationalen Symposium „Homöopathie in Klinik, Praxis und Forschung“ wurden unter anderem die Zehn-Jahres-Ergebnisse einer so genannten placebokontrollierten Studie vorgestellt, die die Wirksamkeit verschiedenster homöopathischer Arzneien bei der ADHS-Symptomatik von Kindern belegen soll.

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Entartete Kunst und Kirche: “Das lief alles innerkirchlich

Foto: akg-images/Heiner Heine Während der NS-Zeit entfernt, 1955 wieder im Dom aufgestellt: Das Magdeburger Ehrenmal von Ernst Barlach (1929).

In der NS-Zeit haben auch evangelische Kirchengemeinden “entartete Kunst“ aus ihren Räumen verbannt – manchmal allerdings auch gerettet.

Von Friederike Lübkeevangelisch.de

Herr Schmidt, die Gurlitt-Kunstsammlung in München macht Furore. Was hatte die Evangelische Kirche während der Nazizeit mit der sogenannten entarteten Kunst zu tun?

Schmidt: Vereinzelt sind bestimmte Werke aus Kirchen entfernt worden. Zum Beispiel das Kriegerdenkmal des Expressionisten Ernst Barlach aus dem Dom in Magdeburg. In der St. Annenkirche in Annaberg hatte Ernst Müller-Gräfe 1924 große Leiwandbilder für die Gefallenengedächtniskapelle gemalt und die wurden 1937 explizit mit dem Hinweis auf entartete Kunst entfernt.

War das Programm?

Schmidt: Nein, eine Aktion “Entartete Kunst“ hat im Raum der Kirche nicht systematisch stattgefunden. Weder hat die Kirche die staatliche Aktion in ihrem Raum kopiert und durchgeführt, noch hat der Staat in die Kirche eingegriffen. Selbst da, wo die deutschen Christen stark waren, wie im Landeskirchenamt Sachsen, hat es keine normativen Vorgaben für die Kunst gegeben.

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Deutscher Katholizismus und teutonische Hochnäsigkeit

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Der streitbare jüdische Konvertit und katholische Priester Ariel Stefano Levi di Gualdo nahm zum „deutschen“ Problem in der Katholischen Kirche Stellung und spricht von einem faktisch bereits vollzogenen Schisma. Konkret erinnert er an seine Erfahrungen vor einigen Jahren im München von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

„Das eigentliche Problem von Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, ist jenes immer gleiche, das deutsche Kirchenvertreter plagt: zuerst sind sie Deutsche, dann vielleicht Katholiken, aber immer auf ihre Weise mit einer nicht ausmerzbaren teutonischen Hochnäsigkeit. Grund dafür ist nicht etwa, daß sie im innersten Wesen das alte heidnische Germanenvolk geblieben sind, das immer Rom gegenüber feindlich gesonnen war, oder weil sie die Romanitas als Zentrum und Motor der katholischen Universalität ablehnen. Grund dafür ist das Denken Martin Luthers mit dessen ‚Hier steh ich und kann nicht anders‘“, so Levi di Gualdo.

Zu Kardinal Marx schrieb der römische Priester in diesen Tagen „vom Ergebnis eines offensichtlichen, in gutem Glauben erfolgten Fehlers zweier unterschiedlicher Päpste: Benedikts XVI., der ihn jung und aufstrebend auf den bayerischen Erzbischofsstuhl beförderte und zum Kardinal kreierte; und Franziskus, der ihn in seiner Kommission der sogenannten acht Weisen haben wollte.“

Und weiter: „Und da ich bestimmte Probleme früher bereits behandelt und dafür einen hohen Preis bezahlen mußte, weil ich es gewagt hatte, öffentlich auf einige, gelinde gesagt, dornige Angelegenheiten einzugehen, will ich auf zwei Kapitel meines Buches Und der Teufel machte sich dreieinig (E Satana si fece Trino) verweisen, in denen ich als Augenzeuge und als Priester Fakten und Situationen von unerhörter theologischer und liturgischer Schwere schildere, denen ich mich in unterschiedlichem Zusammenhang im Norden Europas gegenübersah, vor allem im ‚katholischen‘ Bayern, wo ich mich am längsten aufhielt und dessen wichtigster Metropolitansitz bereits damals Erzbischof Reinhard Marx innehatte und der untätig blieb, obwohl vor dessen Augen Tag für Tag geschah, was ich nach Treu und Wissen beschrieben habe.“

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Bayrische Kirchen mit “allahu akbar” beschmiert

Themen- Bild: Die Presse.com

„Allah ist groß, Heiliger Krieg“, dieser Schriftzug in weißem Hochglanzlack war auf zwei Münchner Kirchen gesprüht worden.

kath.net

Ein Mann hatte vor einigen Tagen die Eingangstür der Münchner St. Michaels-Kirche mit arabischen Schriftzeichen besprüht. Auch die Kirche St. Benedikt in München-Westend trug vor wenigen Tagen arabische Schriftzeichen in weißem Hochglanzlack, deren Text mit „Allah ist groß, Heiliger Krieg“ übersetzt wurde. Darüber berichtete die „Münchner Abendzeitung“. Laut Polizeisprecher Damian Kania handelt es sich in beiden Fällen vermutlich um denselben Täter.

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