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»Mittlerweile sind 38 Prozent der Bürger konfessionsfrei«

Gabriele Förster, Foto: privat

Atheistische Organisationen werben am Gründonnerstag in 13 deutschen Städten für den Kirchenaustritt.

Gabriele Förster ist stellvertretende ­Sprecherin des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (­IBKA), Landesverband Hessen

Interview : Gitta Düperthal - jW

Unter dem Motto »Ich lass’ dich beten, laß du mich tanzen!« fordern säkulare Organisationen zum »Hasenfest 2013« am Gründonnerstag zum gemeinsamen Kirchenaustritt auf. Wie wird der begangen?

Bundesweit zum dritten Mal protestiert die säkulare und humanistische Szene gegen die intolerante Feiertagsgesetzgebung, die sämtliche Tanz-, Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen an sogenannten »stillen Feiertagen« verbietet – sogar Demonstrationen! Aktionen dagegen gibt es in 13 Städten, unter anderem in München, Trier, Kaiserslautern, Saarbrücken und Mainz. Im Namen vieler gläubiger Menschen sowie auch gottlos Glücklicher werben wir so für Toleranz. Wir wollen niemanden von seinem Glauben abbringen oder beim Beten stören – wir wollen uns aber nicht am Karfreitag diktieren lassen, zu Hause im stillen Kämmerlein hocken zu müssen. In Frankfurt am Main zum Beispiel wird ein rosa Hase Austrittswilligen am Gründonnerstag den Weg zum Amtsgericht weisen, wo der Austritt zu Protokoll gegeben wird. Dazu werden Informationen zum »Leben danach« gegeben.

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F1 der Ratzinger-Klon

Aus Ratzingers Retorte: Benedikt XVI. und sein Nachfolger Kardinal Jorge Mario Bergoglio, damals noch Erzbischof von Buenos Aires (Vatikan, 13.1.2007) Foto: AP Photo/L’Osservatore Romano

Nach Benedikt XVI. wurde nun erstmals ein Mann aus Lateinamerika zum Papst gewählt. Ändern wird sich dadurch im Vatikan nichts

Von Uta Ranke-HeinemannjW

Als im Jahr 2005 Ratzinger zum Papst gewählt wurde, hatte ich große Hoffnungen, daß er es fertigbringen könnte, die zweitausendjährige Geschichte der Kirche, geprägt von Unterdrückung, Kriegen, Frauenfeindlichkeit, Sexualfeindlichkeit, Homosexuellenfeindlichkeit, zu überwinden.

Ich kannte Ratzinger von unserer gemeinsamen Studienzeit in München 1953/1954 und hatte ihn als sanften, bescheidenen, sympathischen jungen Mann in Erinnerung. Ratzinger fiel mir damals auf als sehr intelligent. Er war der Star unter den Studenten. Und ich sehe uns noch, wie wir beide einsam in einem der großen Hörsäle nebeneinander sitzen und die Thesen unserer Doktorarbeiten ins Lateinische übersetzen. Eine gegenseitige Achtung war seitdem verblieben. Da ich mich mit 17 Jahren auf der Schulbank des Essener Burggymnasiums mit meinem Klassenkameraden Edmund Ranke verlobt hatte, hatte ich unter den Studenten einen gesucht, der für mich als Verlobte in Frage kam und mir nicht plötzlich einen Kuß auf die Backe drückt, wenn wir stundenlang mutterseelenallein abends in einem der großen, leeren Hörsäle sitzen und übersetzen. Er hatte schon immer die Aura eines Kardinals, hoch intelligent bei Abwesenheit jeglicher Erotik. Und über 50 Jahre habe ich geglaubt, daß er unter Johannes Paul litt.

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‘Nicht der Euro, sondern das Kreuz vereint das Abendland’

Peter Gauweiler beim CSU-Parteitag in Nürnberg (2009) Bild: wikipedia/Harald Bischoff

Peter Gauweiler ist einer der ungewöhnlichsten Köpfe im Deutschen Bundestag. Der engagierte Protestant, Jurist und CSU-Mann äußerte sich im Interview gegen die Einführung des Euro sowie gegen die Euro-Rettungsschirme. Von Karsten Huhn / idea

kath.net

Der Kontinent sorgt für Schlagzeilen. Verlassen die Briten möglicherweise die EU? Darüber soll abgestimmt werden. Ihr Premierminister Cameron will ein anderes Europa. Das will auch einer der ungewöhnlichsten Köpfe im Deutschen Bundestag: der engagierte Protestant, Jurist und CSU-Mann Peter Gauweiler (Foto). Er kämpfte gegen die Einführung des Euro sowie gegen die Euro-Rettungsschirme – bis zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Wie soll es jetzt mit Europa weitergehen? Darüber sprach er mit Karsten Huhn.

idea: Herr Gauweiler, in Porträts werden Sie charakterisiert als „Schwarzer Peter“, „Querulant“, „Euro-Rebell“, „Dickschädel“ und „parlamentarischer Hofnarr“. Fühlen Sie sich gut getroffen?

Gauweiler: Sie haben die negativsten Sachen rausgesucht. Also der „parlamentarische Hofnarr“ ist eine Unverschämtheit. Für alles andere gilt: Man ist ja immer erschrocken, wenn man die eigene Fotografie in der Zeitung sieht oder die eigene Stimme im Radio hört. Man denkt sich: Bin ich das wirklich? Es fällt eben schwer, sich selbst zu beurteilen.

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Die Inquisition ist tot, es lebe die Inquisition!

Bild: katholisches Magazin

Gestern(17.01.2013) saß halb Deutschland vor dem Fernseher, um im ARD ab 22.45 Uhr die Talk-Show Beckmann zu sehen. Dort fand ein Duell zwischen dem bekannten Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Jesuiten Pater Hans Langendörfer, dem Sekretär der deutschen Bischofskonferenz statt.

Von Giuseppe NardiKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Die Anklage Pfeiffers war hart. Er hatte sie bereits in den vergangenen Tagen durch alle Medien getragen. Er war vor kurzem vom Auftrag entbunden worden, für die deutschen Bischöfe die Fälle von sexuellem Mißbrauch durch Priester zu untersuchen. Ein Auftrag, der ihm 2010, als der Pädophilieskandal medial auf seinem Höhepunkt war, erteilt worden war und die Bischofskonferenz 500.000 Euro kostete.

Ein Kriminologe sollte sich hüten, Spekulationen in Umlauf zu setzen

Pfeiffer wiederholte im Fernsehen, die Gründe seiner Abberufung nicht zu verstehen, aus der er seinerseits eine Anklage gegen die Kirche machte und vom Ermittler zum Ankläger wurde. Pfeiffer hätte als Kriminologe davor gefeit sein müssen, Spekulationen freien Lauf zu lassen. Statt dessen schürte der offenbar in seiner Eitelkeit gekränkte, von den Bischöfen aber fürstlich bezahlte Fachmann in den vergangenen Tagen Spekulationen, wo er nur konnte. So äußerte er die Befürchtung, seine Abberufung diene dazu, zu einem System der Vertuschung zurückzukehren, das er einfach unterstellte.

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Wieviel Religion steckt im “Tatort”?

© WDR Vor der Lambertikirche in Münster posier1en die beiden „Tatort“-Ermittler Pathologe Professor Karl-Friedrich Boerne ( Jan Josef Liefers, l.) und Hauptkommissar Frank Thiel ( Axel Prahl).

Claudia Stockinger, 42, ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen – und hat über einen Zeitraum von zwei Jahren das Thema Religion in der ARD-Reihe „Tatort“ erforscht.

merkur-online.de

-Sie haben für Ihr Projekt 411 „Tatort“-Folgen untersucht. Können Sie die Anfangsmelodie noch hören?

Nein, die überspiele ich immer. Obwohl ich absolut für den bewährten „Tatort“-Vorspann bin. Schreiben Sie bitte nicht, ich hätte was gegen die Eingangsmelodie.

-Wie religiös ist der „Tatort“?

So religiös wie die Bundesrepublik. Er ist eine Art Spiegel. Das äußert sich in Details, wenn zum Beispiel die Konstanzer Kommissarin Klara Blum aus der Messe kommt und zu ihrem Chef sagt: „Heute nicht, heute ist Sonntag.“ Auf so etwas muss man beim „Tatort“ nicht bewusst achten, aber es ist vorhanden.

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R. Marx dilettiert über aggressiven Atheismus – Blödsinn vom Feinsten

Foto: dapd Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx

Reinhard Kardinal Marx betont den Segen von Religion. Sie sei nicht unvernünftig, sondern eine Quelle des Friedens und des Fortschritts. Das müsse den Menschen wieder vermittelt werden.

Von Gernot FaciusDIE WELT

Die Welt: Herr Kardinal, mit welchen Erwartungen geht ein Mann der Kirche in das “Superwahljahr” 2013?

Reinhard Kardinal Marx: Ich beobachte seit Jahren, dass gerade im Wahlkampf die Zuspitzungen und Personalisierungen zunehmen und die Programmatik immer stärker in den Hintergrund tritt. Das finde ich bedauerlich. Wir als Kirche werden nicht aufhören, Fragen des Lebensschutzes, der Familie, der Nachhaltigkeit zu thematisieren. Wir treten für eine gerechte Gesellschaft ein, die allen eine Chance geben muss.

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Lennox dilettiert in Sachen Atheismus-oder die Blindheit des rechten Auges

Der Mathematik-Professor und Apologet aus Oxford John Lennox sprach am Mittwoch in der Matthäuskirche in München über den “Neuen Atheismus” Foto: pro

Rund 1.200 Plätze fasst die Matthäuskirche in München, und jeder dieser Plätze war am vergangenen Mittwoch belegt. Der Autor des Bestsellers “Hat die Wissenschaft Gott begraben?” sprach über den Atheismus. Ein Thema, das zur Verwunderung des Iren gerade in Deutschland viele Menschen interessiert.

pro Medienmagazin

John C. Lennox ist bekennender Christ. Er ist aber auch Naturwissenschaftler. Und wenn man ihm glaubt, so scheint es kein feindlicheres Gebiet für einen Christen zu geben als unter der Weltelite der Naturwissenschaft. Hier lauten die Parolen: Der Feind ist Gott, die Religion vergiftet alles, oder: Gott ist an allem Schuld. “Neuer Atheismus” nennt sich diese Bewegen mit dem Biologen Richard Dawkins an der Spitze.

Was kann man antworten, wenn schlaue Köpfe wie Dawkins mit Büchern wie “Der Gotteswahn” oder “Die Schöpfungslüge” zum neuen Atheismus aufrufen? Lennox antwortet mit einer Gegenfrage: Wenn Gott nicht existiert, woher kommt die Quelle von Ethik und Moral? Laut dem Mathematikprofessor aus Oxford sind Naturwissenschaft und christlicher Glaube kein Widerspruch, im Gegenteil, für ihn ist der Glaube Voraussetzung für die Naturwissenschaft.

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Alternative Heilverfahren: Kritiker sind Extremisten

Bei der Akupunktur gibt es Hinweise auf Wirksamkeit. Deshalb sollte sie weiter erforscht werden, sagt Edzard Ernst. Für andere sogenannte alternative Heilverfahren wie Homöopathie sollte dagegen endlich Schluss sein. (© OBS)

Sogenannte alternative Heilverfahren sind auf dem Vormarsch. Doch für viele Methoden fehlen Belege für eine Wirksamkeit, andere widersprechen den Naturgesetzen. Wer darauf hinweist, muss sich derzeit auf ruppige Reaktionen aus der Szene gefasst machen. Besonders betroffen davon ist Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Paramedizin.

Interview: Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Edzard Ernst ist einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der sogenannten alternativen Heilverfahren, die er an der University of Exeter in Großbritannien erforscht hat. Zugleich ist er einer der schärfsten Kritiker von Verfahren wie der Homöopathie oder der anthroposophischen Medizin. Das verschafft ihm wenig Freunde in der Szene. Und derzeit weht der Gegenwind besonders scharf.

SZ.de: Sie hätten heute in München einen Vortrag zum Thema Akupunktur halten sollen. Aber der Veranstalter, das Wissenschaftszentrum der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, hat den Vortrag überraschend abgesagt. Warum?

Edzard Ernst: Ich bin vom Vorsitzenden mit einer äußerst seltsamen Begründung ausgeladen worden: Man wolle nicht den Eindruck erwecken, in ein laufendes Verfahren an der Universität Zürich einzugreifen. Dort wird zurzeit entschieden, wer den Lehrstuhl für Naturheilkunde übernehmen soll.

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Lukas-Schule: Homophobe Lehrer dürfen bleiben – Kreationismus auch?

Die Webseite der Lukas-Schule

Die evangelische Lukas-Schule in München hat zugegeben, dass Homosexuelle im Unterricht als “abartig” dargestellt wurden – personelle Konsequenzen will die Landeskirche aber nicht ziehen.

QUEER.DE

Die “Süddeutsche Zeitung” hatte Ende Oktober berichtet, in der Schule werde gelehrt, dass Homosexuellen der Teufel droht (queer.de berichtete). Daraufhin hat die Landeskirche Ermittlungen angekündigt und 900 Eltern angeschrieben und um weitere Informationen gebeten. Am Donnerstag stellte Oberkirchenrat Detlev Bierbaum die Ergebnisse vor. In dem Bericht heißt es, dass “missverständliche Äußerungen gemacht worden [sind] zum Bereich der Homosexualität”. Allerdings habe es sich dabei um “Einzelfälle” gehandelt. In der Schule herrsche “kein Klima der Angst”. Insgesamt hätten als Reaktion auf die Debatte nur zwei Elternpaare ihre Kinder abgemeldet.

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Heftige Kontroverse um evangelikale Schule in München

Screenshot Brightsblog

Zu einer heftigen Kontroverse ist es um eine evangelikal orientierte Bekenntnisschule in München gekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ wirft der von einem christlichen Verein getragenen Lukas-Schule vor, dem „christlich fundamentalistischen Spektrum“ nahezustehen. Dabei beruft sich das Blatt auf anonyme Aussagen von Eltern.

idea.de

Zu einer heftigen Kontroverse ist es um eine evangelikal orientierte Bekenntnisschule in München gekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ wirft der von einem christlichen Verein getragenen Lukas-Schule vor, dem „christlich fundamentalistischen Spektrum“ nahezustehen. Dabei beruft sich das Blatt auf anonyme Aussagen von Eltern. In der Ausgabe vom 19. Oktober wurde berichtet, die Schule vermittele eine kreationistische Lehre, die die Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809-1882) als unwahr betrachtet. Im Unterricht und auf Schulbusfahrten sei Kindern mit dem Teufel Angst gemacht und Homosexualität als Sünde bezeichnet worden.

„Frei Erfundenes“ im Zeitungsartikel

Diesen Behauptungen hat ein Vorstandsmitglied, der Verleger Ingo Resch, widersprochen. Nach seinen Angaben sind Teile des Zeitungsartikels „frei erfunden“, etwa die Darstellung, dass Schüler nachsitzen müssten, wenn sie keine Bibel hätten. Ferner wirft Resch der Autorin des Artikels vor, seine Haltung zur Homosexualität nur halb zitiert zu haben. Sie habe korrekt wiedergegeben, dass sich Menschen gemäß dem biblischen Auftrag vermehren sollen und dies nur bei heterosexuellem Verhalten möglich sei. Hingegen habe sie seine Aussage verschwiegen, dass das Propagieren gleichgeschlechtlicher Beziehungen mit der Bibel unvereinbar sei.

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Reduktionismus gegen Emergenz: Ein Gefecht zweier Wissenschaftskulturen

Das Higgs-Boson ist der jüngste nachgewiesene Baustein der Materie. (Bild: picture alliance / dpa / cern)

Viele Physiker gehen davon aus, dass sich die Mannigfaltigkeit der Natur im Prinzip auf einige wenige Bausteine und Gesetzmäßigkeiten reduzieren lässt. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieser Ansatz – Reduktionismus genannt – beachtliche Erfolge gefeiert: Physikern gelang es, Atome und später Elementarteilchen als Bausteine der Materie zu identifizieren. Dennoch gibt es Forscher, die nicht an die Existenz einer alles erklärenden Weltformel glauben.

Von Frank GrotelüschenDeutschlandfunk

“Ich möchte mich bei jedem hier bedanken, der an diesem großartigen Projekt beteiligt ist. Es ist unglaublich, dass ich das noch miterleben darf!”

Genf, 4. Juli 2012. Im Hörsaal des Cern, des Europäischen Teilchenforschungszentrums. Sichtlich gerührt nimmt Peter Higgs die Ovationen seiner Kollegen entgegen. Es ist der späte Höhepunkt seiner Karriere – Higgs ist 83 alt. Fast fünf Jahrzehnte zuvor hatte der theoretische Physiker ein neues Elementarteilchen postuliert – das Higgs-Teilchen. Ein Teilchen, das erklärt, warum Materie überhaupt Masse besitzt. Jetzt scheint sicher: Es gibt das Higgs. Denn gerade hat Rolf Heuer, Direktor des Cern, die neusten Messdaten des LHC vorgestellt, des größten Beschleunigers der Welt.

“Wir haben eine Entdeckung! Wir haben ein neues Teilchen gefunden. So wie es aussieht, ist es das Higgs-Teilchen!”

Das Higgs war das letzte Element, das im theoretischen Fundament der Teilchenforschung noch fehlte – im Standardmodell. Mit der Entdeckung ist das Standardmodell endlich komplett. Für die Teilchenforscher eine Jahrhundert-Entdeckung. Für andere Physiker jedoch nur eine Entdeckung unter vielen. Robert B. Laughlin, Stanford University, USA. Physiknobelpreis 1998:

“Ich habe zwar gewettet, dass das Higgs existiert. Aber es wäre viel interessanter gewesen, wenn es das Higgs nicht gegeben hätte!”

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Die Freidenker Galerie

Wir denken tiefer und gehen der Sache auf den Grund, bis wir den Boden verlieren, schweben und irren.©Rainer Ostendorf

Ein Besuch dieser Galerie kann ich nur empfehlen, Philosophie, Nachdenken, Politik, Religion, Satire und Humor. Hagen Rether über den Papst, Josef Hader über Frau und Mann, Helge Schneider, geballter freidenkerischer Witz.Vorsicht, man kann sich dort verlieren. Es lohnt.

Liebe Kunstfreunde,
liebe Freunde der Philosophie,

die Freidenker Galerie zeigt Ihnen mehr als 300 Acrylbilder. Auf den Bildern finden Sie viele lustige Zitate, Sprüche und Weisheiten zum Nachdenken. Lustige und freche Sprüche zur Philosophie, Politik, und Religion finden Sie in 6 verschiedenen Freidenker Galerien. Das Thema Liebe wird in der neuen Ausstellung Was ist Liebe? behandelt. Die von mir gemalten Freidenker kennen keine Tabus, sind philosophisch gebildet und sprechen Klartext mit viel Humor. Sie orientieren sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und bekennen sich zu einem Humanismus, der nicht religiös geprägt ist. Mit ihren unbequemen, aber klug durchdachten Ansichten stellen sie gewohnte Weltbilder auf den Kopf.

Ob Sokrates oder Platon, Schopenhauer oder Nietzsche – viele schöne Zitate, lustige Sprüche und Weisheiten aus der Philosophie können Sie in dieser Acrylbilder Sammlung entdecken. Mir hat es große Freude bereitet, diese an lustigen Sprüchen reiche Sammlung zu schaffen. Nach dreijähriger Arbeit stelle ich meine Bilder nun erstmalig hier aus. Lassen Sie sich von den Gedanken der Frei- und Querdenker inspirieren. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Schauen und Lesen.

Rainer Ostendorf

Freidenker Galerie München

Sächsische Gebetsuhren für die Sternwarte des Vatikan

Die Uhrenserie Sacristan Kronsegler

Wenn Goethe das Gebet als “das Atemholen der Seele” bezeichnet, wird schon daran dessen tiefe Bedeutung für die Christenheit deutlich. Nun gibt es erstmalig eine Uhrenserie, die der Religion und dem Gebet von 1,2 Mrd. Gläubigen anbestimmt ist.

TrustedWatch

Die Uhrenserie „Sacristan“, die Papst Benedikt XVI gewidmet ist, hat ein Sachse erdacht. In der kleinen Uhrenschmiede KRONSEGLER in Glashütte war es aufgefallen, dass seit den Sonnen- und Wasseruhren der Benediktinerzeit keine tragbare Uhr mit Anzeige der 7 Stundengebetszeiten mehr gebaut worden war.

Mit dem Ansinnen eine solche herzustellen, wandte KRONSEGLER sich Ende 2010 an den Vatikan. Die Stiftung des Vatikanischen Observatoriums begleitete dieses Vorhaben bis zur Fertigstellung von 3 Serien, einer mechanischen Variante und zwei Quarzzeitmessern für Damen und Herren. Die in Taufbeckenform gestalteten Uhren zeigen neben Uhrzeit und Datum auch die monastischen Gebetsstunden an; nicht um das Beten zu fordern, vielmehr um deren tagzeitabängige biblische Bedeutung für das eigene Gebet beherzigen zu können.

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Hinduismus, Buddhismus und Judentum zur Finanz- und Wirtschaftskrise

Der praktizierende Buddhist wendet die Grundüberzeugungen des Buddhismus auf das Wirtschaftsleben an. (Bild: picture alliance / dpa /Bernd Settnik)

Ethische Maßstäbe für ökonomisches Handeln: Die christliche Wirtschaftsethik entlässt den einzelnen Unternehmer häufig aus der Verantwortung, sich moralisch zu verhalten. Ganz anders die Ethiken der östlichen Religionen: Sie kritisieren das Menschenbild des Homo oeconomicus.

Von Monika KonigorskiDeutschlandfunk

Die östlichen Religionen kritisieren vor allem das Menschenbild, das sich durch eine einseitige Fokussierung auf die Gewinnmaximierung herausgebildet hat: den sogenannten “Homo oeconomicus” – jenen Menschen also, der allein nach wirtschaftlichen Kriterien handelt. Padmanabhan Menon lehrt am Institut für Hinduismus-Forschung und Management im indischen Bangalore. Er kritisiert:

“Das Menschenbild der modernen Wirtschaft ist allein der Mensch, der Profit erwirtschaftet. Das ist ein sehr eng gefasstes Modell. Alle Handlungen eines Menschen beruhen demnach auf der Überlegung, was für ihn profitabel ist. Was ihm den maximalen Gewinn einbringt.”

Nach hinduistischer Überzeugung wird der Mensch dagegen nur dann glücklich, wenn er das sogenannte “Dharma” erfüllt und aufrechterhält. Dharma – das bezeichnet eine ewige, präexistente überzeitliche, kosmische Ordnung. Padmanabhan Menon:

“Dharma ist ein Sammelbegriff, der viele verschiedene Bedeutungen haben kann: In manchen Zusammenhängen bedeutet er Gerechtigkeit, aber Gleichgewicht, das richtige Verhalten, das Falsche zu unterlassen. All diese Vorstellungen werden vom Dharma umfasst. Und das eigene Gewissen sagt einem, ob das, was man tut, dharmisch ist, also der Ordnung des Dharma entspricht, oder nicht. Das ist die Idee.”

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Das Paradies des Herrn Ratzinger

Joseph Ratzinger als 16-jähriger Flakhelfer © picture-alliance/dpa

Papst Benedikt XVI.

“Das Paradies sollte so ähnlich sein wie meine Jugendzeit.“

Papst Benedikt XVI. am Samstagabend in Mailand auf dem Flugplatz von Bresso vor 350 000 Teilnehmern des Weltfamilientreffens auf die Frage eines Mädchens aus Vietnam, wie sich der Papst das Paradies vorstelle. Quelle: dpa

Unter Jugend versteht man in der westeuropäischen Kultur und der deutschen Strafmündigkeit die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, also etwa zwischen dem 13. und 21. Lebensjahr. Joseph Ratzinger aka Papst Benedikt XVI wurde im April 1927 geboren. Seine Jugendzeit hat demnach so um 1940 begonnen.

Gemäß der am 25. März 1939 gesetzlich verordneten „Jugenddienstpflicht“ wurde Joseph Ratzinger 1941 mit 14 Jahren zwangsweise in die Hitlerjugend aufgenommen.

Im Alter von 16 Jahren wurde Ratzinger am 2. August 1943, zusammen mit den anderen Seminaristen aus Traunstein, als Luftwaffenhelfer nach München geschickt. Zunächst zu einer Flakbatterie nach Unterföhring, dann zum Schutz der BMW-Fabrik Allach in Ludwigsfeld im Norden Münchens; später wurde seine Batterie nach Gilching verlegt, wo er nur noch Dienst in der Telefonvermittlung leisten musste und 1944 einen direkten Angriff auf die Batterie überlebte. Während dieser Zeit besuchte er das Maximiliansgymnasium in München. Auf die Frage eines Vorgesetzten nach seinem Berufsziel gab er schon damals das Priesteramt an. Nach zwei Monaten Reichsarbeitsdienst im österreichischen Burgenland, wo er unter anderem bei der Errichtung des sog. Südwalls für den Bau von Panzersperren eingesetzt wurde, wurde er am 13. Dezember 1944 zur Grundausbildung eingezogen.

Darüber hinaus hatten die Nazis die Nürnberger Rassegesetze erlassen. Konzentrations-und Vernichtungslager aufgebaut um die “Feinde des deutschen Volkes” auszumerzen. Große Teile Europas unterjocht und in der Sowjetunion einen Vernichtungskrieg vom Zaune gebrochen.

Nimmt man die christliche Nächstenliebe und vieles von dem spirituellen Besonderheiten von B16, hätte er in dieser, seiner paradiesischen Jugend, keine Minute ruhig schlafen dürfen.

Herr Ratzinger Ihre Auffassung dass Ihre Jugendzeit ein Paradies gewesen sei kann ich nicht teilen. Sie sind ein Dummschwätzer.

Im Hasenkostüm Kirchenaustritt

Als Hasen wollen die Kritiker aus der Kirche austreten (Symbolfoto)
Foto: picture-alliance / Defodi/picture alliance

Zu Ostern wollen zahlreiche Religionskritiker gesammelt aus der Kirche austreten. Dazu wollen sie sich in ein Hasenkostüm werfen.

Von Jasmin MaxwellHamburger Abendblatt

Die Vorbereitungen für das Hasenfest laufen bei Thorsten Barnickel auf Hochtouren. Die Website ist online, die Facebook-Gruppe gegründet. Ein Hasenkostüm ist auch schon gekauft. Barnickel und andere Religionskritiker rufen im Internet zum kollektiven Kirchenaustritt zu Ostern auf – oder auch zum Hasenfest, wie Barnickel lieber sagt.

Hinter der Aktion „Austritt zum Hasenfest“ stehen unter anderem das Online-Magazin FICKO und die Regionalgruppe Mainz/Rheinhessen der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung, deren zweiter Vorsitzender Barnickel ist. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie in Mainz zum Kirchenaustritt aufgerufen, damals machten etwa 30 Menschen mit. „Das war eher eine spontane Facebook-Aktion“, sagt Barnickel. In diesem Jahr will er bundesweit Austrittswillige mobilisieren. In neun Städten seien bereits konkrete Aktionen geplant, neben Mainz etwa in Köln, München und Trier.

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Karl Valentin: “O du lieber Meingott!”

Foto: BR2

“Bei Gott ist kein Ding unmöglich”, heißt es in der Bibel. Gibt es einen eindrücklicheren Beweis dafür, als dass einer der Träger des Karl-Valentin-Ordens heute Papst ist? Er sieht in ihm einen überkonfessionellen Humoristen.

Von Martin Maier SJ - BR2

Über Valentins persönliche Einstellung zu Religion und Glaube ist nicht allzu viel bekannt. Als Kind evangelischer Eltern wurde er evangelisch getauft. Es gibt von ihm ein Foto als Konfirmand im Anzug und mit Gesangbuch in der Hand. Seine Tochter Bertl berichtet, dass er die Kirche mehr von außen als von innen betrachtete. Doch in seiner Brieftasche waren ständig zwei Heiligenbilder: die Schwarze Madonna von Altötting und die Darstellung eines Schutzengels mit riesigen Flügeln, der zwei Kinder schützend über einen Steg führt. Der Publizist Wilhelm Hausenstein, der mit Valentin eng verbunden war, sagt über den Komiker: “Er hat niemals, auch nur mit einem Hauch, das religiöse Gefühl oder eine kirchliche Institution beleidigt.”

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Die “wahre” chinesische Medizin

Zug der Zeit. Der Sinologe und Pharmazeut Paul Unschuld erforscht seit Jahrzehnten die echten Wurzeln der „Traditionellen Chinesischen Medizin“. - MIKE WOLFF

TCM, die traditionelle chinesische Medizin, ist in der westlichen Welt sehr populär. Doch unser Bild fernöstlicher Heilkunde hat nur wenig mit der Tradition zu tun, sagt der Sinologe Paul Unschuld.

Von Adelheid Müller-LissnerDer Tagesspiegel

Ein Zug, der eigentlich schon voll ist. Trotzdem sind Trauben von Menschen auf dem Bahnsteig, bepackte Männer und Frauen, Kinder auf dem Arm, eilige Reisende bereits auf den Stufen des Waggons: „Auf den Zug aufspringen“ heißt das großformatige Gemälde, das in den 80er Jahren in der Volksrepublik China entstanden ist. Wer Paul Unschuld in der Berliner Uniklinik Charité besucht, ist schon in seinem Vorzimmer von dem detailgetreuen Kunstwerk in den Bann geschlagen. Was den Direktor des Horst-Görtz-Stiftungsinstituts für Theorie, Geschichte, Ethik Chinesischer Lebenswissenschaften sichtlich freut.

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Kirche will Kinder vor Übergriffen schützen

Der Ort des Lernens wird das Internet sein. Jeder Pfarrer, jede Religionslehrerin, jeder Gruppenleiter auf der Welt soll sich dort in drei Jahren ein Programm herunterladen können, das erklärt, wie man sexuelle Gewalt gegen Kinder erkennen und verhindern kann, wie sich Erwachsene gegenüber schutzbefohlenen Kindern zu verhalten haben, wie man Kinder stark macht, dass sie sich gegen übergriffige Erwachsene zur Wehr setzen, dass sie Hilfe holen können.

sueddeutsche.de

Die Orte, an denen das weltweit bislang einzigartige Programm (http://elearning-childprotection.com) bis dahin entstehen sollen, sind München, Ulm und Rom: Vor allem das katholische Erzbistum München und Freising finanziert und organisiert das 1,2 Millionen Euro teure Projekt. Geleitet wird es von Jörg Fegert, dem Ärztlichen Direktor am Uni-Krankenhaus Ulm, der gerade ein vergleichbares E-Learning-Programm im Auftrag des Bundesforschungsministeriums entwickelt. Und getragen wird es von der Gregoriana in Rom, der weltweit wichtigsten päpstlichen Universität.

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Benny der “Spalt-Papst”

Papst Benedikt XVI.

Offene Kritik am Papst ist selten – gerade in Italien. Doch der angesehene Vatikan-Experten Politi findet in seiner gerade erschienenen kritischen Papst-Bilanz klare Worte. Er nennt Benedikt XV. einen “sanften Spalter”, der ständig neue Konflikte schaffe und Antworten schuldig bleibe.

Von Tilmann KleinjungARD-Hörfunkstudio Rom

“Es hat in Benedikts Amtszeit so viele Krisen gegeben wie selten zuvor in der Kirchengeschichte”, sagt der Vatikanexperte Marco Politi. Der Journalist, der 20 Jahre für die italienische Tageszeitung “La Repubblica” aus dem Vatikan berichtete, hat in Italien ein Buch über die aus seiner Sicht glücklose Amtsführung Benedikts XVI. veröffentlicht. Der Titel: “Joseph Ratzinger: Krise eines Pontifikats” (auf italienisch:”Crisi di un papato”). Bestes Beispiel dafür sei die Deutschlandreise des Papstes im Herbst. Auf die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen sei Benedikt nicht eingegangen. “Es war ein einziger Monolog.”

Ein freundlicher Gesprächspartner

So etwas gibt es selten in Italien: offene Kritik am Papst. Vielleicht liegt es an seiner engen Beziehung nach Deutschland, dass Politi sich traut, von der “Krise eines Pontifikats” zu schreiben. Der 64-Jährige hat eine deutsche Mutter und ist einige Jahre in München zur Schule gegangen. Mit dem Papst verbinden ihn seine Muttersprache und das letzte Interview vor der Papstwahl, das Kardinal Ratzinger ausgerechnet Politi gab. Er habe Ratzinger damals als freundlichen, zugewandten Gesprächspartner erlebt, aber bestimmt in seinen Auffassungen. “Er ist ein sanfter Spalter”, sagt Politi über Ratzinger. “In Italien ist die Hälfte der Katholiken nicht mit ihm einverstanden. Das wollte ich in meinem Buch erklären.”

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