Schlagwort-Archive: Naturgesetze

Lee Smolin: Zeitlosigkeit gibt es nicht

Smolin_UniversumDerZeitUnaufhaltsam scheint die Zeit voranzuschreiten. Wir sehen, wie unsere Kinder wachsen, wie unsere Freunde und wir selbst altern. Eine Möglichkeit, dem zu entrinnen, gibt es für uns nicht. Auch manch renommierter Wissenschaftler, etwa der theoretische Physiker Lee Smolin, betrachtet die Dominanz der Zeit als unanfechtbar.

Von Thorsten NaeserSpektrum.de

Für ihn ist die Zeit etwas Absolutes: Nicht einmal Naturgesetze stünden über ihr, wie er im vorliegenden Buch schreibt. Naturgesetze seien nicht zeitlos, sondern veränderten sich allmählich.

Smolin ist nicht irgendwer; er wirkte an Top-Einrichtungen des Wissenschaftsbetriebs: Harvard University (Cambridge), Institute for Advanced Study (Princeton), Yale University (New Haven), um nur einige zu nennen. Mit seinen Thesen nimmt er auch nicht unbedingt eine Außenseiterposition ein. Viele Physiker beschleichen mittlerweile Zweifel, ob etwa Naturkonstanten wirklich fixe Größen sind oder doch einer zeitlichen Entwicklung unterworfen. Mit seiner Vermutung einer alles dominierenden Zeit bezieht Smolin eine klare Gegenposition zu großen Denkern wie Isaac Newton (1642-1726) oder Albert Einstein (1879-1955), die die Welt von ewig geltenden Naturgesetzen beherrscht sahen.

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Woher kommen die Naturgesetze?

Das Gebotsschild von EsoWatch.

Das Gebotsschild von EsoWatch.

Ein häufiger Einwand gegen den Naturalismus lautet: Ohne einen »Gesetzgeber« (= Gott) gäbe es keine Naturgesetze, sondern nur Chaos, damit kein Leben. Außerdem würde man in einem logischen Zirkelschluss voraussetzen, dass es keinen Schöpfer gibt, um daraus zu schließen, dass naturgemäße Regeln auch ohne diesen herrschen. Diese Argumentation möchte ich im Folgenden genauer untersuchen.

Von Volker DittmarRichard Dawkins-Foundation

Zunächst ist die Behauptung eines logischen Zirkels falsch. Für wissenschaftliche Betrachtungen gilt die Regel, dass man keine Voraussetzungen ohne zwingende Notwendigkeit machen sollte (Ockhams Rasiermesser oder Sparsamkeitsprinzip). Diese Regel kann man statistisch begründen. Je mehr ungerechtfertigte Annahmen ich aufstelle, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon falsch ist – und damit meine ganzen abgeleiteten Schlussfolgerungen.

Beispiel: Wenn ich einen undurchsichtigen Kasten vor Ihnen auf den Tisch lege, und Sie raten lasse, was darin ist – was ist dann wahrscheinlicher? Dass sich ein Ball darin befindet, oder dass sich ein roter Ball darin ist, oder dass ein roter Ball mit grünen Tupfen und gelben Streifen und der Aufschrift »XY« darin steckt? Je mehr sie vermuten, umso wahrscheinlicher wird es, dass Sie daneben liegen!

Wenn es also keine logisch zwingende Notwendigkeit gibt, einen Schöpfergott als Urheber zu mutmaßen, dann sollte man die Annahme nicht benutzen. Gläubige geben im Allgemeinen zu, dass es ein dazu nötiger Beweis nicht existiert. Hier widersprechen sich die Theisten selbst: Sie setzen Gott als unabdingbar voraus, ohne dafür einen Grund nennen zu können. Im Gegenzug behaupten sie, dass die Naturalisten auch keine Begründung angeben, warum sie auf die nicht notwendige Grundvoraussetzung verzichten.

Vergleichbar wäre dies damit: Im Fall der Box wird derjenige, der sagt »Es ist ein Ball in der Schachtel« kritisiert. Weil er nicht noch grüne Tupfen voraussetzt, denn er hat ja keinerlei stichhaltige Beweise dafür, dass der Ball KEINE grünen Tupfen hat. Wenn man einen minimalen Satz an Grundannahmen aufstellt, muss man nicht für jede dieser Voraussetzungen, die man NICHT postuliert, auch noch eine zusätzliche Begründung liefern, warum diese fehlt.

Da »Gott« in keiner physikalischen Formel je aufgetaucht ist, muss man nicht jedes Mal wieder neu erläutern, warum man auf diesen Bestandteil verzichtet. Man könnte, wenn man die Fallgesetze untersucht, sonst auf dieselbe Weise argumentieren, dass es logisch zirkulär ist, wenn man dabei auch »ziehende Dämonen« ausklammert. Anders gesagt: Analysiert wird immer die Nullhypothese, die mit dem minimalen Satz an Zusatzannahmen auskommt. Erst wenn dies nicht funktioniert kann man sich fragen, was fehlt. Bislang hat Gott noch nie dazugehört.

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“Die Existenz Gottes ist keine wissenschaftliche Frage” – etwas Kreationismus

Christoph Schönborn, 2012. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0

Kardinal Schönborn und der Biomathematiker Nowak diskutierten in Wien über die Evolution, die nicht nur von Konkurrenz sondern auch von Kooperation geprägt sei.

Die Presse.com

Dass die Schwerkraft einen Apfel zu Boden fallen lässt, ist unbestritten – warum es sie gibt, könne aber kein Physiker erklären, so der Biomathematiker Martin Nowak am Mittwochabend im Gespräch mit Kardinal Christoph Schönborn bei den vom Europäischen Forum Alpbach organisierten “Alpbach Talks” in Wien. Ob es einen Schöpfer gebe oder nicht, sei keine wissenschaftliche Frage, meinten beide.

Diese Frage sei eine theologische und könne aus den Naturgesetzen weder bewiesen noch widerlegt werden, sagte Nowak, der an der Harvard University in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) forscht und bekennender Katholik ist. Schönborn stimmte dem zu, wer in den Naturwissenschaften und dem Schöpferglauben einen Widerspruch sehe, argumentiere kurzatmig.

Machen Quanten Sprünge?

DIGITAL CAMERADie Quantentheorie scheint zu besagen, dass sich die Natur auf der kleinsten Ebene sprunghaft verhält. Doch bei genauerer Betrachtung gelten auch im Mikrokosmos stets kontinuierliche Gesetze: Die Welt funktioniert im Grunde nicht digital, sondern analog!

Von David TongSpektrum.de

Von dem deutschen Mathematiker Leopold Kronecker (1823 – 1891) stammt der Ausspruch: “Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk.” Er meinte damit, die Zahlen Null, Eins und so weiter spielten eine fundamentale Rolle in der Mathematik. Doch für heutige Physiker nimmt das Zitat eine Überzeugung vorweg, die sich in den letzten Jahrzehnten immer fester etabliert hat: Die Natur sei im Grunde diskret, die Bausteine der Materie und der Raumzeit ließen sich einzeln abzählen. Diese Idee geht auf die Atomisten der griechischen Antike zurück, gewinnt aber im digitalen Zeitalter zusätzliche Plausibilität. Viele Physiker stellen sich das Universum als einen gewaltigen Computer vor (siehe Spektrum Spezial 3/2007), in dem die physikalischen Gesetze als Algorithmus für diskrete Informationsbits dienen – wie der grüne Ziffernregen, den die Hauptfigur Neo am Ende des Films “Matrix” an Stelle der vermeintlichen Realität sieht.

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Suche nach dem Beweis für Gott

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)

Neue Atheisten wie Richard Dawkins argumentieren empirisch-naturwissenschaftlich, warum es Gott nicht gibt. Unter Philosophen gibt es aber auch eine Gegenströmung. Sie untersucht, ob sich die Existenz Gottes beweisen lässt – ohne religiöse Vorannahmen.

Deutschlandfunk – Burkhard Schäfers

Gibt es einen Gott? Diese Frage lässt den Menschen nicht los. Immer wieder versuchen Wissenschaftler, die Existenz Gottes zu belegen, ohne sich auf religiöse Erfahrungen oder die Heiligen Schriften zu beziehen. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich in den vergangenen 25 Jahren die These vom sogenannten “Intelligent Design”: Es setzt einen intelligenten Urheber allen Lebens voraus und widerspricht damit der Evolutionsbiologie nach Darwin. Theologisch gesehen sei der Ansatz minimalistisch, sagt Armin Kreiner, Fundamentaltheologe an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität:

“Deshalb versteht sich Intelligent Design als eine wissenschaftliche, biologische Theorie. Intelligent Design setzt weder einen Schöpfer noch Wunder voraus. Es geht also angeblich nicht darum, den biblischen Gott zu beweisen, sondern es geht darum, zu sagen: Da gibt’s etwas, was intelligent ist, was Geist hat.”

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GUNKL – Die großen Kränkungen der Menschheit

Wie funktioniert eigentlich so ein Gehirn? Warum wählt man die Partei, die man wählt? Kein Vortrag, ein ungemein witziger und gescheiter Kabarettabend von Gunkl, bei dem er auch so manchen Kalauer genüsslich vom Stapel lässt. Über Gunkl hieß es bei einer der zahlreichen Preisverleihungen: Seine Programme sind ausgeklügelte, hochkonzentrierte Kleinkunstwerke, in denen ihm der Brückenschlag zwischen großen Naturgesetzen und kleinen Tücken des Alltags grandios gelingt.

Esoterikquellen:Judentum,Christentum,Islam,Hinduismus,Buddhismus…Bullshistic

bullshitDie deutsche Übersetzung für das griechische Wort Esoterik bedeutet, dass sie nur für „Eingeweihte einsichtig“ ist. Der Autor des Buchs „New Cage: Esoterik 2.0“, Johannes Fischler, malt ein düsteres Bild der Esoterik-Szene und klagt über die fehlende Transparenz. Er stellt fest, dass die Esoterik in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei und sich daran mächtig bereichere.

pro Medienmagazin

In seinem Vorwort schreibt der Wiener Physikprofessor Heinz Oberhummer, dass Esoteriker auf der einen Seite die Naturgesetze ignorierten, den Glauben aber fast immer als dogmatisch, unveränderlich und starr ansehen. Er fordert alle “kritisch denkenden Menschen dazu auf, diesem Wahnsinn die Stirn zu bieten”.

Apple: Marke mit quasi-religiöser Bedeutung

Fischler stellt heraus, dass Esoterik lange Zeit die Angelegenheit von wenigen reichen Menschen gewesen sie. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts schossen magische „Weltsichten wie Pfifferlinge aus dem Boden“. Heute finde eine bis dahin noch nicht dagewesene Vermarktung statt. 40 Prozent der Menschen glaubten, dass ihr Leben von magischen Kräften durchwirkt ist. Der Theologe Paul Zulehner glaubt, einen Trend zur Re-Spiritualisierung festzustellen.

Für Fischler hat die “Esoterik etwas von ‘Modern Talking’. Zwar finde sie “jeder dämlich, aber das Geschäft boomt”. Aktuell schätzen Experten den Umsatz der Branche pro Jahr auf 18-20 Milliarden Euro. Dies wirke sich sowohl auf den Bücher- als auch auf den Zeitungsmarkt aus, wobei vor allem Magazine gerne als Türöffner in die Szene genutzt würden. Der Autor bringt bedrückende Beispiele, „wie man sein Geld durch esoterische Aktionen in nichts verwandelt“. Dies könnten Geschäfte mit Essenzen, Kristallen und dergleichen sein. Sogar Apple sieht er als Marke mit quasi-religiöser Bedeutung, die missioniert.

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Professorale Kreationisten-Bullshistic

Bild: aph.uni-karlsruhe.de

Die Gesetzmäßigkeiten in der Natur können ein Hinweis auf das Wirken eines Schöpfers sein.

kath.net

Dieser Ansicht ist der Naturwissenschaftler Prof. Thomas Schimmel (Foto), Leiter am Institut für Angewandte Physik an der Universität in Karlsruhe. Wie ein Bild auf einen Maler schließen lasse, könne man in der Natur die Spuren eines Schöpfers sehen. Einer der bekanntesten deutschen Physiker, der Nobelpreisträger Werner Heisenberg (1901–1976), habe gesagt: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch. Aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott.“ Nach Worten Schimmels kann man zwar durch die Größe des Universums auch die Größe des Schöpfers erahnen, aber Gott selbst sei mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht erfassbar. Hier führe jedoch die biblische Botschaft weiter. Nach ihr werde Gott selbst in Jesus Christus Mensch und gäbe sich so zu erkennen.

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Lawrence Krauss: Weltenschöpfung ohne Schöpfer

Colourbox


Mit „Ein Universum aus dem Nichts“ fasst der Kosmologe Lawrence Krauss den Stand der momentanen Schöpfungstheorie zusammen – und provoziert nicht nur Kreationisten. Laut Krauss machen die Ergebnisse einen Gottglauben obsolet.

Von Michael Odenwald - FOCUS ONLINE

Zuerst leuchtete ein gleißender Funke auf. Aus dem subatomaren Glutball erwuchs in Sekundenbruchteilen ein Gebilde von der Größe einer Pampelmuse, das danach langsam weiter expandierte. Unser All war geboren — hervorgegangen aus dem Feuersturm des Urknalls. Was aber löste diese Urexplosion aus? Stand am Weltenbeginn das Walten eines Gottes, wie es die Schöpfungsgeschichten der Weltreligionen bekunden? Oder brachten natürliche physikalische Prozesse das Universum hervor?

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Ich glaub, mein Chakra pfeift

Bild: dietforrunners.com

Esoterik boomt. Selbsternannte Wunderheiler verkünden allerlei Mumpitz und kassieren kräftig ab. Ein Besuch der Esoterikmesse in Berlin

Von Sarah Buron, Patrick SpätTELEPOLIS

Esoterikmesse. Es ist mucksmäuschenstill im Saal. Sabine Müller hat gerade ihren Vortrag “Lichtmeisterin Xendradine und die Diamant-Einhorn-Kristall-Energie” beendet und lässt nun ihre Meisterin selbst zu Wort kommen: Frau Müller hat übernatürliche Kräfte, ist ein Medium von Xendradine und kann Menschen heilen – nicht etwa mit Medikamenten oder Operationen, nein, allein mit dem Gefuchtel ihrer Arme und warmen Worten.

Menschen mit körperlichen und seelischen Gebrechen sind die beliebtesten Kunden der Esoteriker. Entsprechend gezielt holt Frau Müller verschüchterte Leute aus dem Publikum nach vorne, besprüht sie mit seltsamen Sprays, wirft wirr die Arme in die Luft und fragt, ob es ihnen nun besser gehe. Die Leute zögern etwas. Egal, denn: “Das ist ganz normal, das dauert bei dir noch ein bisschen. In der Nacht arbeiten die Engel an deinem schlafenden Körper. Und du hast in den höheren Chakren noch einen Propfen drin, den wir erst lösen müssen.” Gegen Bares, versteht sich.

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Alternative Heilverfahren: Kritiker sind Extremisten

Bei der Akupunktur gibt es Hinweise auf Wirksamkeit. Deshalb sollte sie weiter erforscht werden, sagt Edzard Ernst. Für andere sogenannte alternative Heilverfahren wie Homöopathie sollte dagegen endlich Schluss sein. (© OBS)

Sogenannte alternative Heilverfahren sind auf dem Vormarsch. Doch für viele Methoden fehlen Belege für eine Wirksamkeit, andere widersprechen den Naturgesetzen. Wer darauf hinweist, muss sich derzeit auf ruppige Reaktionen aus der Szene gefasst machen. Besonders betroffen davon ist Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Paramedizin.

Interview: Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Edzard Ernst ist einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der sogenannten alternativen Heilverfahren, die er an der University of Exeter in Großbritannien erforscht hat. Zugleich ist er einer der schärfsten Kritiker von Verfahren wie der Homöopathie oder der anthroposophischen Medizin. Das verschafft ihm wenig Freunde in der Szene. Und derzeit weht der Gegenwind besonders scharf.

SZ.de: Sie hätten heute in München einen Vortrag zum Thema Akupunktur halten sollen. Aber der Veranstalter, das Wissenschaftszentrum der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, hat den Vortrag überraschend abgesagt. Warum?

Edzard Ernst: Ich bin vom Vorsitzenden mit einer äußerst seltsamen Begründung ausgeladen worden: Man wolle nicht den Eindruck erwecken, in ein laufendes Verfahren an der Universität Zürich einzugreifen. Dort wird zurzeit entschieden, wer den Lehrstuhl für Naturheilkunde übernehmen soll.

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Physiker Zeilinger: Beweis für Gott wäre das Ende der Religion

Prof. Zeilinger bei einem Vortrag an der Universität Mainz am 11. Juli 2006, Bild: wikipedia

Der Wiener Quantenphysiker Anton Zeilinger schließt es aus, bei seinen Forschungen einmal an einen Punkt zu kommen, an dem er auf Gott stößt. “Den lieben Gott kann man nicht entdecken”, so Zeilinger in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins “profil”. “

kathweb

Das ist eine Frage des Glaubens und nicht des Wissens.” Er kenne Leute aus konservativen kirchlichen Kreisen, die meinen, man könnte Gott nachweisen. “Das wäre aber das Ende der Religion”, gab der 67-jährige Vorstand des Wiener Instituts für Experimentalphysik zu bedenke. “Dann wäre das In-die-Kirche-Gehen nicht mehr eine Frage des Glaubens, sondern des beinharten Kalküls.”

Die laut Zeilinger maßgebliche Frage ist: “Wo gibt es in den Naturwissenschaften eine Rolle für Gott, die nicht im Widerspruch zu den Naturgesetzen steht – und nie stehen wird?” Der weltbekannte Physiker sieht sie – wie er sagte – “dort, wo es grundsätzlich nichts Erklärbares gibt, etwa die Naturgesetze selbst, wie zum Beispiel die Schwerkraft. Denn warum gibt es Naturgesetze? Niemand weiß es, sie sind einfach da.”

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Rupert Sheldrake und der Wissenschaftswahn

Foto: Karen Robinson/TheGuardian

Was einem abtrünnigen Wissenschaftler blüht, weiß Rupert Sheldrake nur zu gut. Nun aber sieht er die Zeit für seine Thesen gekommen

Von Tim Adamsder Freitag

Es kommt selten vor, dass man im linksliberalen Norden Londons einem Häretiker begegnet. Rupert Sheldrake füllt diese Rolle seit 30 Jahren aus und ist dabei bestens gelaunt. Wie er so in seinem mit Büchern vollgestopften Arbeitszimmer sitzt und über die Landschaft blickt, wirkt er nicht wie einer, der einst vom Glauben abfiel. Er wirkt eher wie jener Biochemiedozent, als der er galt – der klügste Darwinianer seiner Generation, ein Mitglied der Royal Society, Harvard-Stipendiat und Fellow am Clare College, dem zweitältesten College der University of Cambridge.

Das alles war Sheldrake, bevor man ihn 1981, wenige Monate nach dem Erscheinen seines ersten Buchs Das schöpferische Universum, zum Aussätzigen erklärte. Das Editorial von Nature verkündete damals allen Rechtschaffenen, Sheldrakes Werk gehöre „verbrannt“, der Autor selbst sei „in derselben Sprache zu verdammen, in der der Papst Galileo verdammt“ habe, und zwar „aus demselben Grund: Ketzerei.“

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Zeilingers Naturgesetz Bullshistic

Quelle: BR-Online.de

Wiener Quantenphysiker in Interview mit Franziskaner-Zeitschrift “antonius”: Es wäre aber Fehler, aus den Naturgesetzen Gott beweisen zu wollen

kath.net

Für den Wiener Quantenphysiker Prof. Anton Zeilinger weisen die Naturgesetze auf etwas “Tieferes” hin. Es wäre allerdings ein Fehler, aus den Naturgesetzen Gott beweisen zu wollen. “Allein der Versuch, Gott zu interpretieren, ist angesichts der Kleinheit und Unbedeutsamkeit der Menschen wahnsinnig arrogant und lächerlich”, so Zeilinger in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Franziskaner-Zeitschrift “antonius”. Er vertrete, was Gott betrifft, eher einen mystischen Standpunkt, bekannte Zeilinger: “Man kann einiges verstehen, Gott ist aber nicht fassbar.”

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Wissenschaft und Glaube im Spannungsverhältnis

Lassen sich Naturwissenschaften und Glauben miteinander verbinden? Oder gibt es einen Konflikt zwischen beiden? Darüber gibt es immer wieder heftige Diskussionen. Wir haben zum Thema zwei Experten befragt, die aus verschiedenen Lagern kommen: den Berliner Geologen Prof. Reinhold Leinfelder sowie Pater Tobias Zimmermann SJ, den Rektor des Canisius-Kollegs Berlin.

Von Kilian Eissenhauer, Pascal Klose und Benjamin Langner, Kl. 7b, Canisius-Kolleg, Tiergarten – Berliner Morgenpost

„Wenn die Naturgesetze göttlich sind und die Spielregeln einmal aufgestellt wurden, damit die Welt sich so entwickeln kann, wie sie sich entwickelt hat, dann wäre es ja nicht perfekt, wenn man immer wieder nachjustieren müsste,“ sagt Prof. Leinfelder. Erstaunlicherweise ist Pater Zimmermann als Theologe ähnlicher Meinung: „Ich glaube, wenn man irgendwo in der Schöpfung einen Punkt sucht, den man nicht erklären kann und dann sagt, da muss Gott gehandelt haben, dann macht man einen Fehler.“ Es gibt allerdings einige Menschen, die genau das machen. Heute nennt man diese Leute Kreationisten, also Menschen, die der Meinung sind, dass die wörtliche Auslegung der Heiligen Schriften, insbesondere das 1. Buch Mose, die tatsächliche Entstehung von Leben und Universum beschreiben. Sie glauben, alles wäre Gottes Schaffenswerk, naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle haben in ihrer Welt keinen Platz.

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Naturwissenschaft darf nicht instrumentalisiert werden

Bei den Wiener Vorlesungen am 31. 5. 2011 diskutierten Wissenschaftler das Verhältnis von Glauben und Wissen. Thema: „Baupläne und Materien der ‚Schöpfung'”

Von Dr. Robert HarsieberSuite101®.de

Prof. Hubert Christian Ehalt, Koordinator der Wiener Vorlesungen, hielt eingangs fest, dass Wissenschaftler, die sich ihr Forscherleben lang mit begrenzten Detailfragen befassen, sich gewöhnlich mit den Grundfragen des Lebens als Ganzem zu beschäftigen beginnen, wenn sie in die Jahre kommen. Johannes Huber, Gynäkologe, Endokrinologe und Theologe hielt aber trotzdem fest, dass die Naturwissenschaft nicht dazu da ist, um die Existenz Gottes zu beweisen oder zu widerlegen. Sie dürfe daher auch nicht instrumentalisiert werden, um die Nicht-Existenz Gottes zu beweisen. Ob jemand glaubt oder nicht, sei eine vorwissenschaftliche Entscheidung. Die Frage, ob Baumeister oder Zufall, bleibe offen. Er plädiere aber für Toleranz und Offenheit.

Gott greift nur ein, wenn es nötig ist

George Coyne im Park des Sidney Sussex College in Cambridge. Foto: Ulrich Pontes

Die Wissenschaft hat die Natur weitgehend entzaubert. Wie lassen sich also Glauben und Naturwissenschaft zusammenbringen – mit Blick auf alltägliche Gebetsanliegen, auf die großen Fragestellungen der Wissenschaft, auf zentrale Glaubensinhalte wie Ostern und Auferstehung? Fragen an einen Mönch, der gleichzeitig ein renommierter Forscher ist: George Coyne, langjähriger Direktor der Vatikanischen Sternwarte

Von Ulrich Pontesevangelisch.de

Auf wissenschaftlichen Kongressen trägt nicht einmal sein priesterliches Kollar: Wie er forscht und was er als Wissenschaftler tut, darin unterscheidet sich George Coyne kein bisschen von einem x-beliebigen Astronomen – das betont er. Trotzdem ist er kein Forscher wie jeder andere: Coyne, Jahrgang 1933, ist Jesuit und war nach Stationen in verschiedenen Observatorien fast 30 Jahre lang Direktor der Sternwarte, die der Heilige Stuhl im US-Staat Arizona betreibt.

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Für die radikale Aufklärung

Nach Blom betrieb Jean-Jaques Rousseau das Gegenteil von Aufklärung. (Bild: Wikipedia)

Ideenhistorikers Philipp Blom baut einen Gegensatz zwischen den “radikalen Aufklärern” um Diderot, d’Alembert, Buffon und Grimm sowie Voltaire und Rousseau, die heute unser Bild von der Aufklärung zu Unrecht dominieren.

Deutschlandradio Kultur

“Es gibt nichts Solides außer Essen, Trinken, Leben, Lieben und Schlafen”, schreibt Denis Diderot in “D’Alemberts Traum”. Diese “Freude am eigenen Leben” bildet neben dem Atheismus die Grundlage der “radikalen Aufklärung”. So die These des Ideenhistorikers Philipp Blom in seinem neuen Buch über die “Bösen Philosophen”.

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Wenn Physiker theologisch werden

Quelle: planet-wissen.de

Das Universum habe sich selbst erzeugt, ist der bekannte britische Astrophysiker Stephen Hawking in seinem neuesten Buch “Der große Entwurf” überzeugt. In der “Zeit” wendet Eduard Kaeser ein, die Naturwissenschaft sollte besser bei dem bleiben, wozu sie da ist: die Naturgesetze beschreiben.

jesus.de

Der berühmte Astrophysiker aus Cambridge, Stephen Hawking, beschäftigt sich in seinem Buch mit dem Beginn der Welt. Er glaubt, dass sich Elementarteilchen spontan aus dem Vakuum erzeugen lassen. Gemäß der Quantenphysik ist das Vakuum nicht einfach leer, sondern angefüllt mit Energiefluktuationen. Hawking schreibt: “Da es ein Gesetz wie das der Gravitation gibt, kann und wird sich das Universum (…) aus dem Nichts erzeugen. Spontane Erzeugung ist der Grund, warum es das Universum gibt, warum es uns gibt. Es ist nicht nötig, Gott als den ersten Beweger zu bemühen, der das Licht entzündet und das Universum in Gang gesetzt hat.”

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Unsinniges von Gott

 

Für Eberhard Schockenhoff öffnet die Evolutionslehre neue Wege zu einem tieferen Verständnis der Schöpfung. Foto: thomas kunz

 

Gott ist kein Chefingenieur, aber Ursprung allen Seins

Glaube und Schöpfung, Wissenschaft und Evolution: Theologe eröffnet neues Programm der Erwachsenenbildung March.

Badische Zeitung

Die Wissenschaft kann die Welt erklären, der Glaube ihren Sinn. Versuchen beide, jeweils auch das Andere leisten zu wollen, wird es schwierig und Konflikte sind vorprogrammiert. Das ist, grob vereinfacht, die Sicht von Eberhard Schockenhoff auf eine schwierige Beziehung, an deren Naht und Bruchstelle er selbst sitzt. Denn als katholischer Priester ist er so gut ein Mann des Glaubens wie als Universitätsprofessor der Theologie ein Mann der Wissenschaft. Ihn wollten über 70 Menschen sprechen hören, die zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe der Ökumenischen Erwachsenenbildung am Donnerstagabend ins Marcher evangelische Gemeindezentrum gekommen waren.

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