Schlagwort-Archive: Papst

Zoff in Rom

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Ein Gespräch mit dem Papst: Dieser Mann hat keine Angst vor Konflikten innerhalb des Klerus. Und er stellt Tabus infrage.

Von Eugenio ScalfariZEIT ONLINE

Heute ist Donnerstag, der 10. Juli, fünf Uhr nachmittags: Ich treffe Papst Franziskus zu einem gemeinsamen Gespräch. Worüber? Über sein Pontifikat, das er vor etwas mehr als einem Jahr angetreten hat, und darüber, dass er in so kurzer Zeit bereits eine Revolution in Gang gesetzt hat; über das Zweite Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren zu Ende ging und dessen Beschlüsse bis heute nur zum Teil umgesetzt sind; über die moderne Welt und die christliche Tradition und allem voran über die Figur des Jesus von Nazareth. Wir sprechen aber auch, und besonders, über die zwei brennenden Themen, die der Papst kürzlich zur Sprache gebracht hat: die Pädophilie und die Mafia.

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Vatikan: Exorbitanter Bescheidenheits-Anfall

Porzellanfigur Villeroy & Boch, Bild: Ebay.

Der Papst zeigt sich erneut bescheiden: Franziskus hat mit der langjährigen Tradition gebrochen, für den Vatikan ein Kaffee- und Tafelservice der Firma Villeroy & Boch anzunehmen.

religion ORF.at

Das derzeitige Oberhaupt der katholischen Kirche habe kein Geschirr gewollt, sagte Wendelin von Boch-Galhau (71), Aufsichtsratschef des Keramikkonzerns, der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe). „Ich denke, das hängt mit der großen Bescheidenheit zusammen, mit der dieser Papst ausgestattet ist, und mir ist das durchaus sympathisch.“ Bei den bisherigen Geschenken an Päpste habe es sich stets um Knochenporzellan gehandelt, „feinste Qualität mit dem jeweiligen päpstlichen Wappen“.

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Papst predigt bei Pfingstlern

Verehrungswürdige Puppe.

Verehrungswürdige Puppe.

Papst Franz will noch im Juli in einer Pfingstgemeinde predigen. Das hat das katholische Oberhaupt in einem Gespräch mit einem Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz erklärt.

pro Medienmagazin

Von einem dreistündigen Treffen mit dem Pontifex berichtet der Botschafter der Weltweiten Evangelischen Allianz, Brian Stiller, auf der Internetseite der Organisation In dessen Rahmen habe Franziskus von seiner Freundschaft zu einem Pfingstpastor in Rom erzählt. Er und seine Gemeinde hätten sich immer wieder in ihrem eigenen Wachstum durch die Größe und Macht der Katholischen Kirche vor Ort gehemmt gefühlt. „In diesem Juli werde ich an einem Sonntag in seiner Gemeinde predigen und eine Entschuldigung meiner Kirche für die Verletzungen, die sie seiner Gemeinde angetan hat, anbieten“, zitiert Stiller den Papst.

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Twitter und Religion

DerverzweifelteJesusDass der Kurznachrichtendienst nicht nur Weltliches berichtet, wird ab und zu ein wenig vergessen.

Von Harald TaglingerTELEPOLIS

140 Zeichen sind nicht viel, wenn man den lieben Gott in seiner eigenen Religion preisen will. Streng genommen ist Twitter auch nicht wirklich für einen religiösen Dienst ausgelegt. Es gibt weder einen Muezzin-Button, noch kann man über einen Hashtag die Glocken läuten oder tibetanische Gebetsmühlen in Schwung bringen.

Aber ein paar kleine Services sind nun eben doch erreichbar. So können während des Ramadans nun sogenannte “Hashflags” von Twitter genutzt werden, um Eid zu feiern, oder sogar Iftar und Imsak sind über den Dienst abrufbar. Für Christen heißt das übersetzt, dass mir der weiße Vogel auf blauem Grund (und damit ist Twitter und nicht die Taube der Christen gemeint) sagt, ab wann ich zu essen aufhöre und wann am Abend ich wieder anfangen kann. Essentiell für einen Muslim, der den Ramadan ernst nimmt. Und eine coole Idee.

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Päpstliche kognitive Dissonanzen: Christenhatz heute schlimmer als unter Kaiser Nero

Bild: mgb-home.de

Große Sorge über die hohe Zahl an verfolgten und getöteten Christen hat Papst Franziskus am Montag geäußert. Die Gewaltwelle gegen Christen sei heute noch schlimmer als in der Zeit des Frühchristentums, erklärte der Papst bei seiner Frühmesse im Vatikan zum kirchlichen Gedenktag für die sogenannten Protomärtyrer.

kathweb

Der Papst zog dabei einen Vergleich zur Christenverfolgung im Jahr 64, als Kaiser Nero viele Christen auf dem Vatikanhügel hatte umbringen lassen.

Die Zeugnisse der Christen seien wie Samen, aus denen “viele Kirchen, wie kleine Pflänzchen” wachsen würden. Sie seien auch eines der notwendigen Merkmale von Kirche, betonte der Papst. Märtyrer seien “starke Zeugen” – und “starke Zeugnisse” brauche es, “wenn es die Menschheitsgeschichte verlangt”.

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Luther-Disput: Luthers Judenhass ist durch nichts zu entschuldigen

Die Kirchenhistorikerin Dorothea Wendebourg und der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm beim Luther-Disput. Bild: Thüringer Allgemeine

In seinem Verhältnis zu den Juden offenbart der Wittenberger Reformator Martin Luther die wohl umstrittenste Seite seines theologischen Denkens. War sein Hass nur die sprachliche Entgleisung eines übereifrigen Glaubenskämpfers?

Von Hanno MüllerThüringer Allgemeine

Der junge Luther setzt sich für Juden ein, der alternde Luther ruft dazu auf, Synagogen anzuzünden. War dieser Wandel vom jungen zum älteren Luther eine Folge seiner Lehre, seines Charakters oder des Zeitgeistes?

Reinhard Schramm: Luthers Antisemitismus war keine Folge des Zeitgeistes. Bei Kirche und Papst hat Luther dem Zeitgeist unerschrocken widersprochen. Genauso unerschrocken hätte er sich für Menschlichkeit gegenüber den Juden einsetzen können. Luther aber hat den Antisemitismus in Form des religiösen Antijudaismus auf die Spitze getrieben. Da gibt es von jüdischer Seite nur Traurigkeit.

Es hat eine Zeit gegeben, in der sich der junge Luther vernünftig in Richtung Toleranz bewegte. Aber nach seinem Reifeprozess liefen seine Ratschläge auf eine Entziehung der religiösen und materiellen Grundlagen des jüdischen Volkes hinaus. Das war bösartig – da gibt es von unserer Seite nichts zu relativieren. Luther wurde nicht aus Altersschwäche intolerant.

Luther stellte die Geschlossenheit der Kirche über alles. Das war ein Möglichkeit, Macht auszuüben und eigene Ziele durchzusetzen. Das hat dieser geniale Mann mit Ehrgeiz und Eitelkeit getan. Das ist aus jüdischer Sicht nicht bewundernswert. Mich interessieren nicht die Lehren, denen Luther treu blieb, sondern die furchtbaren praktischen Auswirkungen, die er anstrebte. Das ist nicht zu verzeihen. Wir können keine Luther-Festspiele mitmachen.

Dorothea Wendebourg: Was den unakzeptablen Antisemitismus Luthers anbelangt, stimme ich Reinhard Schramm uneingeschränkt zu.Luthers antijüdische Schriften von 1543 sind unsäglich. Da gibt es nichts zu relativieren und nichts zu verzeihen – weder christlicher- noch protestantischer- noch menschlicherseits. Der Rückgriff darauf im Dritten Reich ist ein ganz schwarzes Kapitel deutscher Geschichte.

Und doch gibt es daneben den bis heute rätselhaften jüngeren Luther, der 1523 so gegen den Zeitgeist schreibt. Da sagt er, dass Jesus Christ ein geborener Jude sei. Es sei kein Wunder, dass Juden mit dem Christentum nichts anfangen können, weil Christen die Juden seit Hunderten Jahren behandelt hätten wie Hunde.

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Bibelfundamentalisten unter sich

Papst Franziskus mit Thomas Schirrmacher, Theologe und Menschenrechtsexperte bei der Weltweiten Evangelischen Allianz Foto: privat

Der Papst hat drei evangelikale und drei charismatische Leiter zu einem privaten Gespräch eingeladen, darunter den Vorsitzenden der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Thomas Schirrmacher. Für pro schildert er seine Eindrücke.

pro Medienmagazin

Über die größten Teile des Gespräches wurde zunächst Stillschweigen vereinbart. Unter anderem berichtete der Papst über die in Kürze anstehende Kurienreform und weitreichende Pläne, die das ökumenische Verhältnis zu anderen Kirchen betreffen. Am Rande des Gespräches vereinbarte der Papst mit Schirrmacher eine stärkere Zusammenarbeit in Fragen der Christenverfolgung und des Einsatzes für Religionsfreiheit, eine „Ökumene des Blutes“, wie Franziskus es nannte. Dabei sprachen sie auch über kritische Situationen, in denen katholische und evangelikale Kirchen angesichts von Diskriminierung und Verfolgung mehr gegen- als miteinander arbeiten. Beide Seiten wollen dies ändern.

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Dodo Müller: Papst von „linken Ideologien“ missbraucht

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Laut dem Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, wird Papst Franziskus von bestimmten Gruppen „als Leitfigur für ganz bestimmte linke Ideologien“ missbraucht.

religion ORF.at

Müller zeigte sich in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des österreichischen Missionsmagazins „Alle Welt“ (Päpstliche Missionswerke/Missio) gelassen gegenüber seiner medialen Darstellung als „konservativer Gegenspieler“ des Papstes. „Die Leute brauchen halt solche Klischees, damit sie meinen können, den Papst für ihre ideologischen Ziele vereinnahmen zu können.“ Im Grunde wisse man aber, dass dahinter der Versuch bestimmter Gruppen stehe, „den Papst als Leitfigur für ganz bestimmte linke Ideologien zu missbrauchen“, so der Kardinal.

Müller warnte in dem Interview außerdem vor westlicher Arroganz im Blick auf die Menschen in den wirtschaftlich weniger entwickelten Staaten. „Wir dürfen die Armen nicht von oben herab betrachten – etwa so, dass für die armen Länder von unserem reich gedeckten Tisch etwas abfällt“, sagte der deutsche Kurienkardinal. Er sprach sich gegen eine bloße kosmetische Überdeckung von Armutssymptomen aus. Es müsse immer auch um eine Änderung der dahinter liegenden Strukturen gehen, betonte er.

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Mafiös: Mafia exkommuniziert Mafia

Bild: hiphop 'n'more

Bild: hiphop ‘n’more

Klare päpstliche Worte gegen das organisierte Verbrechen gab es schon, nie zuvor hat ein Papst aber im Zusammenhang mit der Mafia von einer Exkommunikation gesprochen

Von Thomas Jansenkathweb

So deutlich wurde noch kein Papst: Mafiosi sind exkommuniziert. Auf diesen ebenso knappen wie vieldeutigen Nenner brachten zumindest italienische Medien den Appell von Franziskus zum Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Kalabrien. Wörtlich sagte er am Samstag vor mehr als 200.000 Menschen in Cassano all’Ionio: “Jene, die dieser Straße des Bösen folgen, wie die Mafiosi, sind nicht in Gemeinschaft mit Gott, sie sind exkommuniziert”. Der Satz, den Franziskus abweichend vom verbreiteten Redemanuskript improvisierte, hat in Italien für erhebliches Aufsehen erregt. Nie zuvor hatte ein Papst im Zusammenhang mit der Mafia von einer Exkommunikation gesprochen. Doch was bedeutet das?

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CNN hat Ärger wegen “fat shaming” Aktion über den Papst

Bild: jezbel.com

Bild: jezbel.com

Die Einblendung war nur 30 Sekunden sichtbar. Doch dies genügte, um auf Twitter eine Serie von Kommentaren über Sinn und Unsinn solcher Nachrichten auszulösen.

kath.net

Der US-Sender CNN hat mit einer Tickermeldung über den päpstlichen Leibesumfang Spott auf sich gezogen. Zu einem Bericht über angebliche Gesundheitsprobleme von Franziskus lief das Textband «Papst hat im Amt zugenommen» über den Bildschirm. Die 30 Sekunden lange Einblendung genügte, um auf Twitter eine Serie von Kommentaren über Sinn und Unsinn solcher Nachrichten auszulösen. Der Sender ersetzte das Laufband während der Sendung am Mittwoch umgehend durch «Papst reduziert Termine, sagt Treffen ab».

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Kauft Drogen in der Vatikan-Apotheke

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus hat sich am gestrigen Freitag, 20. Juni 2014, vor Teilnehmern einer Konferenz von Drogenfahndern deutlich gegen die Legalisierung von Drogen ausgesprochen.

Von M. Benedikt BuergerKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Zu den von „Radio Vatikan“ in deutscher Sprache veröffentlichten Auszügen aus der Ansprache des Heiligen Vaters sind einige Bemerkungen zu machen, die sich möglicherweise in gewissen traditionalistischen Kreisen keiner großen Beliebtheit erfreuen oder zumindest, oberflächlich betrachtet, auf Widerstand stoßen. Zunächst aber seien die positiven Aspekte erwähnt. So sagt der Papst: „Ich möchte ganz klar sagen: Drogen besiegt man nicht mit Drogen! Drogen sind immer schlecht, und man kann nicht das Übel mit Kompromissen besiegen.“ In ähnlicher Weise heißt es im „Katechismus der katholischen Kirche“ (Nr. 2291): „Der Genuß von Drogen führt zu schweren Schädigungen der Gesundheit und des menschlichen Lebens. Abgesehen vom rein medizinischen Gebrauch ist er eine schwerwiegende sittliche Verfehlung. Die heimliche Herstellung von Drogen und der Rauschgifthandel sind etwas Schändliches; durch ihre verführerische Wirkung sind sie eine direkte Mitwirkung zu schwerwiegenden Verstößen gegen das moralische Gesetz.“ Der Gebrauch und die – übrigens wohl nicht nur „heimliche“ – Herstellung von Drogen sind, mit anderen Worten, schwer sündhaft. Hier kann es selbstverständlich keinen Widerspruch geben.

Nichtsdestotrotz stellt sich sofort eine Frage. Es ist ungewiß, wie die Definition des Begriffs „Droge“ überhaupt lautet. Zwischen Medikamenten und dem, was man gemeinhin als „Drogen“ bezeichnet, ist häufig nur ein schmaler Grat. Deutlicher ist dies in der englischen Sprache, wo man auf der einen Seite von „illegal drugs“, auf der anderen aber von „prescription drugs“ spricht. Doch auch wenn man den Vatikan selbst anschaut, begegnet einem diese Spannung. Bekanntlich kann jeder mit einem Rezept in der vatikanischen Apotheke ohne große Schwierigkeiten seine Medikamente besorgen. Nun werden dort aber auch solche verkauft, die in Italien (noch) nicht zugelassen sind. Besorgt man sich das Medikament im Vatikan, ist alles in bester Ordnung. Besorgt man sich das Medikament oder verkauft es auf dem Schwarzmarkt in Italien, so ist man, folgt man den Gesetzen der Logik, im Drogenhandel tätig.

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Papst begeistert die Medien unverändert , Katholische Kirche in Deutschland profitiert kaum

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Die Kluft in der Berichterstattung über den Papst einerseits und über die Würdenträger der katholischen Kirche in Deutschland andererseits in deutschen und internationaler Meinungsführer-Medien ist immer noch groß.

Mediatenor

„Die gelungene Einheit von Worten und Gesten, mit der Papst Franziskus die Journalisten weltweit motiviert, seinem Veränderungsprozess der katholischen Kirche eine Chance zu geben, findet noch keine Entsprechung im Medienimage der deutschen Führung“, kommentiert Roland Schatz, Gründer und CEO von Media Tenor International.

Während im Vatikan nach Jahren medialer Skepsis von echtem journalistischen Good-Will gesprochen werden kann, dominiert in den bundesrepublikanischen Medien der Zweifel. Wenn Bischöfe dargestellt werden, dann jene, die nicht mehr ihre Ämter bekleiden, allen voran der Ex-Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst, sowie der frühere Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.

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Feministische Theologin über Papst: “Kein Grund zum Jubeln”

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Elisabeth Schüssler Fiorenza im “Kathpress”-Gespräch: Papst will “Theologie der Frau”, die auf überholtes Frauenbild verweist – Feministische Theologie nach wie vor gefragt, aber problematische Abspaltung von gesellschaftlicher Frauenbewegung

kathweb

Vor einer überzogenen Papst-Begeisterung im Blick auf die Reformvorhaben von Papst Franziskus hat die katholische Theologin Elisabeth Schüssler Fiorenza gewarnt. Gerade im Blick auf die Frage der Frauen in der Kirche sehe sie keine wirklichen Aufbruchssignale, so die deutschstämmige Theologin und an der Harvard-Universität lehrende Zentralfigur der theologischen feministischen Bewegung in den USA.

“Franziskus will eine essentialistisch ansetzende ‘Theologie der Frau’, die sich am Bild der Frau als Mutter oder dienende Jungfrau orientiert und die die feministische Theologie schon lange zerpflückt hat”, so Schüssler Fiorenza gegenüber “Kathpress”. Dass der Papst Frauen verstärkt in Kommissionen einsetzen und fördern wolle, sei löblich, mit einer zeitgemäßen feministischen Theologie habe das aber nichts zu tun. “Grund zum Jubeln sehe ich nicht.”

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Frauen schreiben Papst: Pflichtzölibat revidieren

Screenshot: bb

Screenshot: bb

Offener Brief beklagt “Mauer des Schweigens und der Gleichgültigkeit” im Blick auf Zölibat

kathweb

24 Frauen aus ganz Italien haben Papst Franziskus in einem Offenen Brief gebeten, den Pflichtzölibat für katholische Priester zu revidieren. Sie wollten die “Mauer des Schweigens und der Gleichgültigkeit durchbrechen”, der sie jeden Tag begegneten, schreiben die Frauen, die nach eigenen Angaben alle eine Beziehung zu einem Priester oder Ordensmann haben, hatten, oder unterhalten wollen. Der Brief, der mit Vornamen und Kürzeln unterzeichnet ist, wurde am Samstag vom Internet-Portal “Vatican Insider” publik gemacht.

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Papst beklagt Sensationslust der Medien

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Bei Treffen mit katholischen Medienvertretern warnt Franziskus vor “Umweltverschmutzung des medialen Ökosystems”

kathweb

Papst Franziskus hat Sensationslust und Wertefall in Radio und Fernsehen beklagt. Vor allem die großen Sender behandelten wichtige Themen oft effektheischend ohne “den gebotenen Respekt für die betreffenden Personen und Werte”, sagte er am Samstag katholischen Medienvertretern im Vatikan.

Katholische Fernsehsender und Radiostationen müssten dieser Tendenz durch eine ethisch verantwortbare Berichterstattung entgegenwirken, forderte der Papst. Es sei wichtig, dass in ihren Sendungen deutlich werde, dass menschliche Schicksale nicht instrumentalisiert werden dürften.

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PowerPoint für den Papst

papst_jesus_puppeFranziskus krempelt die Finanzen des Vatikans um – und brüskiert damit die Kurie.

Von Arne StornZEIT ONLINE

Der neue starke Mann im Vatikan hat einst Football gespielt und sieht auch so aus. George Pell ist ein kräftiger Typ, spricht Englisch und kommt von weit her, aus Australien, wo er bisher die katholische Diözese Sydney geführt hat. Doch nun, in einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen, packt der 72-Jährige seine Sachen und zieht nach Rom.

In der vergangenen Woche hat Papst Franziskus Pell zum Präfekten des Wirtschaftssekretariats ernannt. In dieser neuen Institution laufen künftig alle wirtschaftlichen Aktivitäten des Heiligen Stuhls und des Vatikans zusammen. Das Sekretariat soll Budgets planen, Zahlen kontrollieren, alles effizienter machen – beaufsichtigt wird es von einem 15 Köpfe zählenden Wirtschaftsrat. Kardinal Pell, sonst ganz “nüchterner Angelsachse”, wie einer seiner Kollegen sagt, zeigte sich in einem Interview “tief geehrt”.

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Gericht: Spende an den Papst nicht absetzbar

Bild: tilly

Bild: tilly

Eine Spende an den Papst kann in Deutschland nicht steuermindernd berücksichtigt werden. Das entschied das Finanzgericht Köln in einem am Montag veröffentlichten Urteil und wies die Klage einer Steuerberatungs-GmbH ab (AZ: 13 K 3735/10).

evangelisch.de

Deren Geschäftsführer hatte dem früheren Papst Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz persönlich einen Scheck über 50.000 Euro übergeben. Das Geld sollte osteuropäischen Jugendlichen die Teilnahme am Weltjugendtag 2008 in Sydney ermöglichen. Die GmbH erhielt eine Spendenbescheinigung, die als Aussteller den “Staatssekretär seiner Heiligkeit” und als Ausstellungsort den Vatikan auswies.

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Reliquienkult in den Religionen: Das Blut des Papstes

blutreliquieDer Katholizismus kennt Phänomene, die protestantisch geprägten Gemütern reichlich fremd vorkommen müssen. So war in diesen Tagen vom Diebstahl einer sogenannten Blutreliquie von Papst Johannes Paul II. aus einer Dorfkirche in den Abruzzen zu lesen.

Von Stefan Reis SchweizerNeue Zürcher Zeitung

Das blutgetränkte Tuch soll aus dem Gewand stammen, das der polnische Pontifex während des Schusswaffenattentats am 13. Mai 1981 trug. Das charismatische Kirchenoberhaupt soll in wenigen Monaten heiliggesprochen werden.Reliquien spielen in der Welt der Religion schon seit langem eine Rolle. So ist etwa dem Buddhismus und dem japanischen Shintoismus der Kult um körperliche Überreste angesehener Menschen nicht fremd.

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Satan, Sünde und Soziologie – teuflisch verblödet

Drachen und Teufel in Marburg (CC-by-sa/3.0 by Sicherlich)

Drachen und Teufel in Marburg (CC-by-sa/3.0 by Sicherlich)

Der beste Trick des Teufels sei, seine eigene Existenz zu verleugnen. Damit sei er in der säkularisierten westlichen Gesellschaft sehr erfolgreich. Der Papst decke diese Täuschung auf, schreibt Anne Hendershott.

kath.net

Vielen Katholiken würde es gut tun, sich die Realität des Teufels erneut bewusst zu machen, schreibt die amerikanische Soziologieprofessorin und Schriftstellerin Anne Hendershott auf dem Blog des Catholic World Report.

Bereits 1950 stellte der christliche Schriftsteller T.S. Eliot fest, dass den Menschen das Bewusstsein für die Sünde abhanden komme. Dieses sei durch eine „Kultur der Therapie“ ersetzt worden, schreibt Hendershott. Wer zuviel trank, Drogen nahm oder sich rücksichtslos verhielt, wurde als Opfer einer Krankheit gesehen, über die er wenig oder keine Kontrolle hatte.

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Schweiz: Huonder will nur noch mit Heiratskurs trauen

Bild: onz.ch

Bischof Huonder will nur noch trauen, wer einen Heiratskurs belegt. Das sei kontraproduktiv, finden die Zürcher Katholiken.

kath.ch

Auslöser war der Papst. Er startete im letzten Jahr eine Umfrage unter seinen Schäfchen zu den Themen Ehe und Familie.
Die Auswertung der Fragebogen fiel im Bistum Chur ernüchternd aus: «Einer Mehrheit der Gläubigen sind wesentliche Inhalte der katholischen Glaubenslehre nicht mehr bekannt», heisst es in einer Mitteilung. Bischof Vitus Huonder reagiert und fordert, dass ungenügend vorbereitete Paare nicht mehr kirchlich getraut werden. Sie sollen zuvor einen Intensivkurs zum Eheleben belegen.