Seit Wochen ist die katholisch-mediale Umweltverschmutzung Thema Nummer 1. Fernsehen, Zeitungen, Rundfunk und Internet. Es gibt nur ein Thema, Papstrücktritt und die Wahl des Nachfolgers. Nun hat man den Nachfolger und das Halleluja-Geschrei der Medien steigert sich in Höhen eines Koloratur-Soprans. Aus Benny wurde Franz. Nichts ändert sich, zumindest in den Medien.
Das ZDF entpuppt sich einmal mehr als der bekannte Kirchenkanal, mit Kirche ist hier natürlich die katholische gemeint. Die Protestanten versinken im Orkus der Nichtachtung. Auffallend am medialen Getöse ist der kritiklose Jubel. Kein Wort zu den Opfern sexuellen Missbrauchs, der Ungleichbehandlung von Frauen. Die Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen wollen mit aller Macht die Glaubwürdigkeit des römisch-katholischen Papsttums wieder herstellen. Kein Wort der Entschuldigung für die den Opfern sexueller Gewalt zugefügten psychischen und physischen Schäden. Kein Wort zu den Kooperationen der RKK mit den Gewaltkulturen weltweit. Stattdessen ein Papst der für die Armen da sein will, der eine arme Kirche ins Auge fasst. Geradezu lächerlich. Franz von Assisi hat bei aller moralischen Wertschätzung seiner Leistungen nichts bewirkt. Die Welt blieb ungerecht, die Armen arm, die Missbrauchten missbraucht. Unvorstellbar der Gedanke, dass sich die RKK von den über Jahrhunderte zusammen geraubten Reichtümern trennen will, eventuell Immobilien verkaufen? Stattdessen berauscht man sich an Belanglosigkeiten, ein Papst der sein Hotelzimmer bezahlt und seinen Leibwächtern abhaut, ein Vizegott, der sich nicht ans Protokoll hält und statt dessen mit Journalisten plaudert und einen Hund, Begleiter eines blinden Journalisten, streichelt. Sind die Hundeflöhe jetzt selig oder gar schon heilig? Beeindruckend wäre gewesen, wenn der Papst sich dem blinden Journalisten zugewandt hätte und ihm, ganz Zeichen vizegöttlicher Macht zu neuem Augenlicht verholfen hätte. Das wäre ein Zeichen gewesen, schaut her, ungläubiges, den Teufel anbetendes Volk, Zweifler, Nörgler und Blasphemiker, wir, Papst von Gottes Gnaden, können es noch. Wir machen Kranke gesund und geben den Armen dieser Welt zu essen. Aber so, da passiert ja beim Dalai Lama mehr.
Auffallend auch die Tatsache, wie sich die politischen Handlanger um die Befriedung des moralischen Korrektivs römisch-katholische Kirche bemühen. Archaische Strukturen, die nichts mit Demokratie zu tun haben, werden hofiert. Beeindruckt vom römischen Hofstaat wird sich der eine oder andere Politiker noch an die Zeiten erinnern, als man schalten und walten konnte, wie man wollte, der Pöbel hatte es zu fressen.
Und sollte sich dieser Papst den Domestizierungs-Bemühungen der Kurie dauerhaft widersetzen wollen, wird dafür gesorgt werden, dass er ganz schnell seinem Schöpfer vors Ansgesicht tritt. Er wäre nicht der erste.