Schlagwort-Archive: Politik

Kann man auch an eine Politik glauben, statt an einen Gott?

Bild: heise.de

Ja, natürlich, kann man. – Aber – ist das dann eigentlich auch eine Religion?

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Kann eine Politik Religion sein?

Ja, eine Politik bzw. ein politisches Konzept oder eine politische Richtung kann auch Religion sein. So sieht es jedenfalls der russische Philosophieprofessor Michail Ryklin. Er schrieb ein Buch darüber: Kommunismus als Religion.

Darin beschreibt und erklärt er die Faszination des Kommunismus für die westliche “Intelligenzija”, etwa Walter Benjamin, André Gide, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht, und andere. Zwar sei die Partei, die in Russland mit dem Oktoberumsturz an die Macht kam, eine “Partei von Atheisten” gewesen[1] und der Atheist Lenin habe “den Glauben an Gott für unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der revolutionären Partei”[2] und jeden Nicht-Materialisten für einen potenziellen Feind gehalten.[3]Aber jenseits des Theismus, so Lenin, habe es auch keine Religion gegeben.

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NSA-Wasserträger warnen vor russischen Spionen

Russische Botschaft Berlin, Bild: wikimedia.org

Ein Drittel der Mitarbeiter der russischen Botschaft in Deutschland sollen Agenten sein, heißt es in einem Medienbericht. Ihr Ziel: Politik und Wirtschaft.

taz.de

Russische Geheimdienste werben in Deutschland nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes massiv Informanten aus Politik und Wirtschaft an. Das berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Ziel der russischen Agenten sei es, über Personal aus dem Umfeld des Bundestages an sensible Informationen aus den Bereichen Außen- und Wirtschaftspolitik und Rüstung zu gelangen.

„Für kaum einen Geheimdienst ist die nachrichtendienstliche Aufklärung in Deutschland so wichtig wie für den russischen“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, der Zeitung.

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Katholische Kirche medienwirksamer

&cpoy;Rolling Stone

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Image ist alles: Papst Franziskus‘ positives Image bietet der Kirche die Chance, eher mit der Osterbotschaft als mit Skandalen wahrgenommen zu werden. Dies hat eine internationale Fernsehanalyse ergeben.

pro Medienmagazin

Die Katholische Kirche dominiert das Medienbild des Christentums. In den Hauptabendnachrichten in Europa, Amerika und Afrika schauten mehr als 90 Prozent aller Berichte auf das Christentum der Katholischen Kirche, fand das Schweizer Forschungsinstitut „Media Tenor“ in einer internationalen Fernsehanalyse für die Jahre 2012 bis 2014 heraus. In einem Drittel der Beiträge ging es um Papst Franziskus. Die Wahl und der Beginn des Pontifikats vom Papst fielen nicht in den Untersuchungszeitraum.

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ZunZuneo Skandal – Kuba plant Ausbau des Internetzugangs

CUBA INTERNETKuba will nach ZunZuneo-Skandal Internetzugang ausbauen
Die sozialistische Karibikinsel will mit mehr Freiheiten auf ein geheimes US-Internetprogramm reagieren – Kubaner sollen in Zukunft auch zu Hause und mit ihren Handys im Internet surfen können. Ein festes Datum gibt es allerdings noch nicht.

Nach der Enthüllung eines geheimen US-Internetprojekts auf Kuba hat die Regierung ihre Pläne zum Ausbau ihrer Netzinfrastruktur bekräftigt. Dies schließe die Möglichkeit des privaten Internetzugangs mit ein, versicherten Funktionäre am Mittwoch in der Hauptstadt Havanna. “Die Idee ist, dass niemand Dienste für unsere Nutzer erfindet”, sagte ein Vertreter des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Etecsa.

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hatte vergangene Woche über ein geheimes US-Internetprojekt auf Kuba berichtet. Washington habe mit dem Programm ZunZuneo eine Art “kubanisches Twitter” schaffen wollen, um das Regime in Havanna zu untergraben. ZunZuneo habe teilweise bis zu 40.000 Nutzer über das kubanische Mobilfunknetz erreicht. Nach offiziellen Angaben aus Washington hatte das 2012 eingestellte Programm zum Ziel, den Kubanern freien Zugang zu Informationen zu verschaffen.

Etecsa-Vertreter Daniel Ramos erklärte, Kubaner sollten nun über das Mobilfunknetz und ihre privaten Telefonanschlüsse einen Internetzugang bekommen. Einen festen Zeitpunkt nannte er nicht. Der Wunsch sei, dass dies noch in diesem Jahr zustande komme.

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Zensur: Southpark-Game „Stab der Wahrheit“ in Deutschland stark gekürzt

Bild: virtual nights

Seit den 90er Jahren gehört „Southpark“ zu den Kult-Comic Serien für Erwachsene. Egal ob Rassismus, Sexismus, Religion oder Politik, in der TV-Serie rund um Cartman, Kenny und Co. wird alles in pechschwarzen Humor verpackt und dem Zuschauer ohne schonungslos präsentiert. Wer geschmackvolle Satire erwartet, ist hier fehl am Platz. Aber genau darauf scheinen die Fans zu stehen und genau das hatten sie auch vom aktuellen Spiel „Der Stab der Wahrheit“ erwartet. Doch leider macht ihnen die Zensur einen Strich durch die Rechnung.

Virtual Nights

Rothaarige Nazi-Zombies, Hakenkreuze, Aliens, die auf Analpenetration stehen, ein Doktor, der eine Abtreibung durchführt. All das ist in dem neuen Southpark-Game vorhanden und all das können die Fans außerhalb der USA nicht sehen. Warum diese Zensur? Das kann sich auch Matt Stone, Schöpfer von Southpark, nicht erklären: „Zwar sind es nur 30 bis 40 Sekunden aus der gesamten Spielerfahrung, wir wollten den Leuten aber deutlich zeigen: das ist was du nicht sehen kannst, aber der Rest der Welt eben schon und wir wissen nicht warum. Das ist nicht cool – es ist lahm, lächerlich und dumm“, machte Stone in der britischen „Metro“ seinem Ärger Luft.

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Schwaetzers “Geschwätz”: Kirche muss sich in die Politik einmischen

Bild: ekd

Die christlichen Kirchen müssen sich nach Ansicht der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, bei großen gesellschaftlichen Fragen in die Politik einmischen.

epd-Landesdienst Ost

Die Kirchen seien immer dann gefordert, “wenn es darum geht, die Lebensbedingungen der zukünftigen Generationen zu sichern, damit diese auch in Zukunft noch Entscheidungsspielraum haben”, sagte die ehemalige Bundesbauministerin am Freitag auf der Leipziger Buchmesse. Das betreffe zum Beispiel Fragen der Lagerung von Atommüll, aber auch die Flüchtlingspolitik, fügte sie hinzu.

Es sei eine Tatsache, dass sich “Europa mit festen Grenzen abschottet” gegen jene, die in allergrößter Not seien, sagte Schwaetzer. Da sei es Aufgabe der Kirche “immer wieder auf der Matte zu stehen” und zu fragen, welche Wertmaßstäbe die Politik an ihre Entscheidungen anlege.

Auf der Veranstaltung des Evangelischen Medienverbandes in Deutschland äußerte sich Schwaetzer auch zur Sterbehilfe. “Die Diskussion darüber, wie ein Mensch sich zu seinem eigenen Ende verhält, wird nie aufhören”, sagte sie. Oft werde in Zusammenhang mit Sterbehilfe gesagt, die Selbstbestimmung des Menschen müsse auch am Ende des Lebens gelten. Aber wenn dann genauer nachgefragt werde, seien es zumeist “Angst vor dem Alleinsein oder Angst vor Schmerzen”, die maßgeblich hinter Selbstmordgedanken stünden.

“Wir sind als christlich lebende Gemeinschaft gefordert, ein tragfähiges Auffangnetz zu bauen und den Menschen die Angst vor dem Alleinsein zu nehmen”, sagte Schwaetzer. Dabei könnten zum Beispiel Hospize helfen, in denen die Kranken die Möglichkeit bekämen, “ihr Leben auch wirklich bis zum Ende zu leben”.

„Reformation und Politik – zur politischen Verantwortung der Kirche“

Nikolaus Schneider, Bild: wikimedia.org

Die Themenjahre, mit denen wir auf den 500. Jahrestag der Reformation 2017 zugehen, wollen das weite Themenspektrum der Reformation entfalten. Sie setzen je für ein Jahr einen besonderen inhaltlichen Akzent und bringen damit Kernanliegen der Reformation neu ins Gespräch.

Von Nikolaus Schneider - EKD

Das Themenjahr 2014, das wir am Reformationstag 2013 in Augsburg eröffnet haben, nimmt das spannungsreiche Verhältnis von “Reformation und Politik” mit seinen vielen Facetten in den Blick. Eine der Facetten will ich heute mit meinen Gedanken über „die politische Verantwortung der Kirche“ in den Focus Ihrer Aufmerksamkeit rücken.

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Grün-Rote Esoterik für Deutschlands neue Verantwortung

Institut für Führungskunst, Screenshot bb

Institut für Führungskunst, Screenshot bb

Eine Konferenz mit sozialdemokratischer Unterstützung will Deutschlands Führungsrolle mit überraschenden Methoden unterstützen
Esoterik und Politik – geht das zusammen? Eine mit rot-grüner Prominenz geplante Konferenz legt das nahe. Wieder geht es darum, Deutschland für seine »neue Verantwortung« fit zu machen.

Von Ralf HutterND

Unlängst hat Bundespräsident Gauck offen ausgesprochen, was schon seit Jahren immer wieder anklingt: Deutschland soll mehr weltweite »Verantwortung« übernehmen – also beispielsweise mehr oder schneller Militär entsenden – und sich dabei nicht von seiner »historischen Schuld« bremsen lassen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Militärministerin Ursula von der Leyen (CDU) stimmten in die Beschwörung eines Verantwortung für die Menschenrechte tragenden Deutschland ein. Sie alle erhalten nun offenbar Ansporn durch eine Konferenz, die als ungewöhnliche Flankierung mit den Mitteln der Esoterik angesehen werden kann.

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Moralinstanzen: Facebook statt Kirche?

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Nur jeder zehnte Deutsche sieht die Kirchen als Vermittler moralischer Werte. Fast genauso viele halten Soziale Netzwerke wie Facebook für eine Moralinstanz.

pro Medienmagazin

Moral bedeutet für die Deutschen vor allem Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Rücksichtnahme und anständig zu sein – das zumindest haben die über 1.000 Teilnehmer einer Online-Befragung des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) angegeben. Weiter hinten rangieren Werte wie Sittsamkeit, Gehorsam und Enthaltsamkeit. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, Werte und Anstand seien heute im täglichen Verhalten wichtig.

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“Ich freue mich, dass ich ein Jude bin”

Porträt von W. Michael Blumenthal im US-Finanzministerium, Bild: wikimedia

Michael Blumenthal war amerikanischer Finanzminister und ist seit 17 Jahren Direktor des Jüdischen Museums in Berlin. Ein Gespräch über seine Areligiosität, das Deutschenbild der Deutschen und Angela Merkels Handy

Von Volker ResingZEIT ONLINE

Frage: Sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen in einer Krise?

Michael Blumenthal: Auf die Frage muss man zweigeteilt antworten, im Allgemeinen und im Besonderen. Allgemein gesprochen ist es selbstverständlich, dass sich alle Länder gegenseitig “in den Topf” gucken. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, das ist normal. Ob das moralisch ist, weiß ich nicht. Aber wenn jemand in der Politik zu viel von Moral redet, wird mir immer etwas mulmig.

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Unheilige Allianz von Religion und Politik

Bild:hochschulnachrichten.com

Gemeinsame Ringvorlesung von FH und Uni Erfurt zu “Religion und Politik” befasst sich mit dem historischen Zusammenwirken von Kirche und Staat.

Roland Hahn Pressestelle – Fachhochschule Erfurt

Die zwölfte Veranstaltung der gemeinsamen Ringvorlesung von Fachhochschule und Universität Erfurt im Wintersemester 2013/14 findet am 28. Januar um 18 Uhr im Erfurter Rathausfestsaal statt. Dr. Walter Fleischmann-Bisten vom Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes spricht über das Thema „Unheilige Allianz von Religion und Politik“.

Der Referent wird aus allen Epochen der Geschichte des Christentums „Unheiligen Allianzen“ zwischen Theologie/Kirche und staatlichen Institutionen vorstellen. Am Beispiel der Konstantinischen Wende, der Täuferverfolgung, der Haltung des Protestantismus zu Beginn des Ersten Weltkriegs und der Einführung des Arierparagraphen werden weitreichende Konsequenzen dieser Ereignisse skizziert. Es kommen auch Kritiker dieser unseligen Bündnisse zur Sprache und es werden Perspektiven aufgezeigt, wie durch konsequentes Verharren auf dem biblischen Zeugnis und dem Menschenrecht der Religionsfreiheit heute andere Positionen vertreten werden können und müssen.

Seit März 2007 leitet der Theologe und Historiker Pfarrer Dr. Walter Fleischmann-Bisten das Konfessionskundliche Institut Bensheim, wo er 1984 – 2006 dessen Geschäftsführer war. Seit 1984 ist er ehrenamtlich Generalsekretär des Evangelischen Bundes und seit 1997 Wissenschaftlicher Referent für Freikirchen und Innerprotestantische Ökumene.

Die nächste Veranstaltung findet am 04.02.2014 um 18 Uhr nicht im Rathausfestsaal, sondern ausnahmsweise im Audimax der FH Erfurt in der Altonaer Straße 25, statt (Straßenbahnlinie 2, Hanseplatz, oder Buslinie 9, Steinplatz). Dann spricht Prof. Dr. Michael Wemke (Uni Jena) über das Thema „Religiöse Bildung in einer säkularen Welt?“.

Die Ringvorlesung, im Wintersemester 2013/14 ist es die 22. Reihe, wird von der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Fachhochschule Erfurt e.V. unterstützt. Weitere Bildungseinrichtungen und Institutionen sind Partner des öffentlichen Lehrangebots. Die Ringvorlesung findet dienstags, 18 Uhr, statt. Der Eintritt ist frei.

Programm auf http://www.fh-erfurt.de/ringvorlesung
Kontakt: Prof. Dr. Ronald Lutz, lutz@fh-erfurt.de

Abseits von Glaube und Ideologien

Bild: (c) http://www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Religion und politische Richtungen werden bald keine Orientierung für Menschen mehr sein. Umso wichtiger werden Werte: nicht nur für die Gesellschaft, auch für Politik und Wirtschaft.

Von Iris BonavidaDie Presse

Die politischen Berater der ÖVP und des Team Stronach müssen im vergangenen Wahlkampf einen ähnlichen Gedanken gehabt haben. Erstere setzten ihn eher subtil um, letztere sprachen ihn direkt aus, und zwar bei jeder Wortspende: Werte werden in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Während die Volkspartei Optimismus und Weltoffenheit als Tugenden für Österreich plakatierte, sprach Frank Stronach von Wahrheit, Fairness, Transparenz.

Über das Ergebnis der Kampagnen lässt sich streiten. Doch ihr eigentlicher Kern, also die Konzentration auf Werte, ergibt durchaus Sinn. Politische Ideologien oder Religionen werden in Zukunft für die Menschen eine immer geringere Rolle spielen. Umso wichtiger werden andere Richtlinien, an denen sich Personen orientieren können.

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„Das Subsidiaritätsprinzip ist ein Segen, für Staat und Kirche”

Nikolaus Schneider am 1. Juni 2012 beim Ökumenischen Gottesdienst beim Hessentag im Wetzlarer Dom, Bild: wikipedia

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die bleibende Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips betont. In seinem Vortrag “Reformation und Politik: Vom Segen der Subsidiarität – Das Verhältnis von Religion und Politik als bleibende Gestaltungsaufgabe” sagte Schneider am heutigen Dienstag in Erfurt: “Das Subsidiaritätsprinzip ist ein Segen – für den Staat wie für die Kirchen.

EKD

Es ist ein Segen für den Staat, dass es Aufgaben gibt, die er nicht von sich aus angehen muss, sondern hinsichtlich derer sich staatliches Handeln darauf beschränken kann, Wege zu suchen, auf denen sich die Selbsthilfekräfte stärken lassen.”

Der Ratsvorsitzende konkretisierte dies am Beispiel des Sozialwesens. So sei es nicht Aufgabe des Staates, sich selbst zum Krankenhaus-Manager zu machen, sondern vielmehr, “Träger zu finden, die sich nicht gegen die Interessen derer, denen sie Hilfe anbieten sollen, vereinnahmen lassen.” Es sei überdies “ein Segen für den Staat”, dass es in seinen Grenzen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gebe, deren Handlungsraum vertraglich geregelt sei und denen gegenüber er sich mit “fördernder Neutralität” verhalte. Dies, so Schneider, mache den Staat frei davon, seinerseits Weltanschauungen produzieren zu müssen.

Der Ratsvorsitzende betonte auch den Nutzen des Subsidiaritätsprinzips für die Kirche: “Es ist ein Segen für die Kirche, dass es einen Raum in der Mitte der Gesellschaft gibt, den sie mit ihren Diensten ausfüllen kann. Auf diese Weise wird sie vor der Gefahr bewahrt, eine elitäre Gemeinschaft Weniger zu werden und sich in eine Nische zurück zu ziehen. Das Subsidiaritätsprinzip hilft der Kirche dabei, Volkskirche zu bleiben.”

Das Subsidiaritätsprinzip, so Schneider, gebe der Kirche ein Mitspracherecht in einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Gesellschaft. “Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist”, zitierte der Ratsvorsitzende den Theologen Dietrich Bonhoeffer und sagte weiter: “Bezogen auf das Feld von Religion und Politik bedeutet das: Kirche ist nur da Kirche, wo sie dienstbares Ferment im staatlichen Gebilde ist.” Das Themenjahr “Reformation und Politik”, so Schneider abschließend, könne “dazu motivieren und inspirieren, den unauflöslichen Zusammenhang von Gott und Welt, von Theologie und Politik neu zu buchstabieren.”

Hannover, 3. Dezember 2013

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick

Christen und Atheisten diskutieren im November in Berlin

erbistum-berlin.de

Christen und Atheisten diskutieren Ende November in Berlin beim vatikanischen Dialogforum “Vorhof der Völker”. Unter dem Oberthema “Freiheitserfahrungen mit und ohne Gott” wird es dazu vom 26. bis 28. November vier Diskussionsrunden mit Vertretern aus Kultur, Wissenschaft und Politik geben, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Montag im Vatikan mitteilte.

kathweb

Die Freiheit des Menschen, vor allem in der Medizin und der Kunst, stehe heute vor bisher unbekannten Möglichkeiten, so Zollitsch. Besonders die Gentechnik lasse eine “unabsehbare Steigerung seiner Fähigkeiten” erwarten. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Gottesfrage in besonderer Weise.

Im Roten Rathaus befassen sich auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) die Teilnehmer am 26. November in einer Podiumsdiskussion zunächst mit dem grundsätzlichen Verhältnis von Ethik und Gottesglaube. Das Gespräch trägt als Titel das Dostojewski-Zitat “Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt”.

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“Schwulentest”: Kuwait will Homosexuelle an Einreise hindern

Kuwait will Schwulentests einführen – das Netz reagiert mit empörten Videokarikaturen – Screenshot: Tsp

Ein kuwaitischer Politiker will mit medizinischen Tests Schwule entlarven – und sie an der Einreise nach Kuwait und andere Golfstaaten hindern. Wie der Test aussehen soll, verriet der Politiker nicht – doch ein kritisches Youtube-Video skizziert makabre Ideen.

Von Marc RöhligDER TAGESSPIEGEL

Medizinische Tests für Ausländer sind im arabischen Raum keine Seltenheit. Wer in Ländern der Golfregion oder auch in Syrien länger arbeiten oder studieren will, muss zu Beginn einen Gesundheitstest absolvieren. Das ist für gewöhnlich eine rasche Routineuntersuchung und ein Aids-Test. Yussuf Mindkar, Direktor für öffentliche Gesundheit im kuwaitischen Gesundheitsministerium, reicht das jedoch nicht. Er möchte einen Test, der Homosexuelle “entdeckt”, wie er der lokalen Tageszeitung “Al Rai” in einem Interview sagte.

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