Schlagwort-Archive: Praxis

Kirche verhökert Gotteshaus auf Ebay

Die Kirche St. Bernhard wird auf Ebay und ähnlichen Internet-Portalen zum Verkauf angeboten.Foto: Erzbistum Berlin

Die Kirche St. Bernhard wird auf Ebay und ähnlichen Internet-Portalen zum Verkauf angeboten.
Foto: Erzbistum Berlin

Die fetten Jahre sind vorbei. Fehlende „Schäfchen“ treiben die katholische Kirche zum Sparen. Das verdeutlicht ein Immobilien-Angebot bei Ebay auf kuriose Weise: Das Erzbistum und die Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit preisen dort die Kirche St. Bernhard in Brandenburg/Havel an. Sie ist für 120.000 Euro zu haben.

Von Mike WilmsBerliner Kurier

Das fast 80 Jahre alte Gotteshaus steht auf den bunten Seiten des Web-Portals. Ein Ort der Stille sucht unter dem Slogan „Kirche in beliebtem Wohngebiet“ einen Eigentümer. In Makler-Deutsch steht dort geschrieben: „Ob Veranstaltungsräume, Praxis, Büro oder Begegnungsstätte, alles ist denkbar und mit der hiesigen Baubehörde abzusprechen.“

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Beschneidung: Geist und Fleisch

Beschneidungsbesteck: Juden und Muslime wundern sich über den aktuellen Furor über den Ritus ©DPA

Die Praxis wie auch die Ablehnung der Beschneidung sind in hohem Maß kulturrelativ. Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

Vernunft und Zivilisation können auf archaische Riten rückständiger Minderheiten keine Rücksicht nehmen! Im Namen des Rechts ist es sogar geboten, unaufgeklärte Minderheiten vor der Verstümmelung ihrer Kinder zu schützen! In etwa so legten sich – zwei Jahrtausende vor Erfindung von Talkshow und Internetforum – auch schon griechische und römische Autoren die Sache mit der Beschneidung zurecht. In der longue durée hat sich also wenig geändert: Viele Europäer halten für fortschrittlich, was sie schon immer für fortschrittlich hielten.

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Psychiatrischer Genetik: Genetik und Eugenik

Bild: LMU Klinikum München

Bis einschließlich Donnerstag versammeln sich in Hamburg diverse Kräfte aus psychiatrischer Wissenschaft, Forschung und Praxis zum »XX. Weltkongreß der psychiatrischer Genetik«.

Von Birgit Gärtner - jW

Allesamt hängen sie einer Lehre an, die besagt, von gesellschaftlichen Normen abweichendes Verhalten sei vererbbar. Gesellschaftliche Einflüsse und subjektive Lebensbedingungen als Ursache für psychische Störungen werden damit in Abrede gestellt. Dieser Wahnsinn hat Methode, findet die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener (BPE) und erinnert an die faschistische Ideologie der Eugenik.

Diskutiert werden auf dem 20. Weltkongreß Themen wie »die Architektur des Gehirns« oder »die genetische Architektur psychischer Störungen«. Der Kongreß wird neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Universität Bonn und der Stadt Hamburg von Konzernen wie Hoffmann-La Roche, Johnson und Johnson sowie dem dänischen Pharmakonzern Lundbeck unterstützt.

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Patchwork-Religion

Zwei junge Frauen meditieren vor Buddha-Statuen. © Stefan Puchner/dpa

Immer mehr Menschen praktizieren Religion als Patchwork. Ihre Kritiker warnen vor postmoderner Beliebigkeit.

Von Maximilian Probst | Patrik Schwarz - ZEIT ONLINE

Pro: Maximilian Probst plädiert für den freien Gebrauch der Religion: Ihr Sinn ist, dass sie Menschen verbindet

Religionen fallen nicht vom Himmel. Religionen sind Menschenwerk, und wer an eine der großen Weltreligionen glaubt, der glaubt an eine Handvoll Menschen, die sich aus dem, was sie zu ihrer Zeit vorfanden, eine neue, zuerst einmal: ihre eigene Religion zusammengebastelt haben. Jene wahre Religiosität, wie sie uns die Stifter lehren, zeichnet sich darum durch eine gewisse Gelassenheit, Lässigkeit oder auch Nachlässigkeit im Umgang mit den Regeln aus. Genau darin hat ihr Aufbruch bestanden. Problematisch werden Religionen hingegen dann, wenn die Bastelei an ihrem Grund verschleiert wird, als seien sie aus einem Guss: unantastbar, der Zeit enthoben.

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Hahne: Therapeut nötig – göttliche Praxis geschlossen

Hahne: “Gott wohnt im Himmel, seine Praxis ist bei uns”

Anm: Hat da jemand den Notarzt gerufen? Wenn Erwachsene solche Sätze von sich geben, wäre dies dringend geboten gewesen!

Der ZDF-Moderator Peter Hahne hat auf Jesus als “Orientierungsgeber” in einer “Wohlfühlgesellschaft mit Vertrauenskrise” hingewiesen. Hahne sprach am Donnerstag vor rund 1.000 Besuchern des Langenaubacher Jahresfestes im hessischen Herborn.

pro Medienmagazin

Der ZDF-Moderator und ehemalige stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios griff eine Äußerung des evangelischen Verbandspfarrer des Herborner Gemeinschaftsverbandes, Eberhard Hoppe auf. Der hatte in seiner Begrüßung einen Schüler mit den Worten zitiert, Gott, der im Himmel wohne, habe seine Praxis auf der Erde. Hahne erklärte, in einer derzeit  substanzlos gewordenen Stimmungsdemokratie habe die Gesellschaft das Vertrauen in Politik, Wirtschaft aber auch in die Kirchen verloren. Auch pietistische Gemeinschaftskreise seien davon nicht ausgenommen. “Wutbürger” sei das Unwort des Jahres, so Hahne, und er ergänzte: “Wir brauchen keine Wutbürger, sondern Mutbürger, keine Bedenkenträger, sondern Hoffnungsträger.” Veranstalter des Langenaubacher Jahresfestes war der CVJM und die Evangelische Gemeinschaft Langenaubach.

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