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“Kirchen können für eine Welt ohne Hunger begeistern”

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Das Schwerpunktthema der EKD-Synode lautet: “Es ist genug für alle da” – Welternährung und nachhaltige Landwirtschaft. Joachim von Braun macht tatsächlich Hoffnung, dass der Hunger in der Welt besiegbar ist. Doch Agrarökonom am Zentrum für Entwicklungsforschung der Uni Bonn räumt ein: “Zurzeit ist nicht genug für alle da.” Weltweit hungern rund 842 Millionen Menschen. Umverteilen allein reiche nicht, sagt Braun.

Von Elvira Treffingerevangelisch.de

Herr von Braun, die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) diskutiert über Welternährung unter dem Motto “Es ist genug für alle da”. Ist eine Welt ohne Hunger wirklich bis 2030 erreichbar, wie von der Weltbank angepeilt? Oder bleibt das Utopie?

Joachim von Braun: Eine Welt ohne armutsbedingten Hunger ist bis 2030 erreichbar, vielleicht schon bis 2025. Aber dazu müssten die Anstrengungen mehr als verdoppelt werden. Im Moment hungern noch zwölf Prozent der Weltbevölkerung, jeder acht Mensch auf der Erde. In den vergangenen 20 Jahren nahm der Anteil der Unterernährten mit 0,4 Prozentpunkten pro Jahr viel zu langsam ab. Das muss mehr als doppelt so schnell gehen, um den Hunger bis 2025 zu beenden. Hunger infolge von Kriegen und Konflikten erfordert zudem ein stärkeres friedenspolitisches Engagement – in Syrien, im Kongo und in Somalia.

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Pränataldiagnostik: KK und Unions-Christen kritisieren “Selektion” Behinderter

Drei Ultraschall-Untersuchungen gehören zum Standard-Programm der Frauenärzte. (© picture-alliance, dpa)

Unionspolitiker und die katholische Kirche haben davor gewarnt, dass die Pränataldiagnostik zunehmend zur Selektion von Behinderten führt. “Es gibt einen Druck zur Pränataldiagnostik und bei auffälligem Befund zur Abtreibung”, sagte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe (CDU) der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

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Er beklagte die Doppelgesichtigkeit der Debatte. Einerseits werde beschworen, dass Menschen mit Behinderungen unser Leben bereichern. Andererseits würde mit Leid und Verzweiflung der Eltern behinderter Kinder argumentiert. “Die Pränataldiagnostik befördert in unserer Gesellschaft eine Mentalität der vorgeburtlichen Selektion”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz.

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Das Postskriptum des Abendlandes?

Der Albtraum der rationalistischen Aufklärung ist Charlie Chapli in "Modern Times" (1936), aufgemalt auf eie Schweizer Hausfassade

Überall bröckelt das Bewusstsein der Aufklärung, die eine moderne Gesellschaft erst möglich gemacht hat

Von Philipp BlomderStandard.at

Kants Hausschuhe stehen in Peking, und niemand geht hin. Während die chinesische Regierung einen ihrer wichtigsten Kritiker mundtot macht und verschwinden lässt, zeigt die deutsche Regierung den wenigen Chinesen, die sich in die Aufklärungs-Ausstellung verirrt haben, Bilder einer preußischen Idylle. Wenn dieses Ereignis irgendjemanden aufklärt, dann wohl die Machthaber in Peking – die wissen jetzt nämlich, dass sie nicht einmal mit symbolischen Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie einen Ai Weiwei festnehmen, vor den Augen der Weltöffentlichkeit und fast zeitgleich mit der Eröffnung der Ausstellung, die eigentlich die Menschenrechte feiern soll.

Die Werte der Aufklärung sind nicht immer vereinbar mit gesunden Handelsbilanzen. Sie sind unkommerziell und unbequem, und sie werden mit erstaunlicher Geschwindigkeit erodiert. In Großbritannien erhalten Universitäten unter der neuen, konservativ-liberalen Regierung keinerlei Finanzierung für geisteswissenschaftliche Fächer mehr, denn, so erklärte mir ein Wirtschaftswissenschafter, der Mitte zwanzig war, sie steigern die Produktivität nicht. Gleichzeitig steigen die Studiengebühren auf mehr als 10.000 Euro pro Jahr. Diese Maßnahmen der Regierung Cameron scheinen der effektivste Weg, das Abendland als gesellschaftliches Projekt fallenzulassen und durch ein endloses Shoppingcenter zu ersetzen, durch die Postdemokratie, die systematische Belustigung gieriger Ameisen.

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