Schlagwort-Archive: Religionsfreiheit

Wir brauchen einen Zentralrat der Atheisten!

Michael Schmidt-SalomonDer Atheismus treibt bizarre missionarische Blüten: Für die einen ist die Freiheit von der Religion wichtiger als die Religionsfreiheit – die anderen schwingen sich zu Fürsprechern des Judentums auf.

Von Henryk M. Broder - DIE WELT

Angeblich gibt es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten. Das ist natürlich Unsinn. “Warum ist die Banane krumm?” ist eine dumme Frage. “Warum ist es am Rhein so schön?” ebenso. Oder: “Wo war Gott, als die ;Titanic’ unterging?” Jedenfalls nicht an Bord des Schiffs.

Die dümmsten Fragen aber sind diejenigen, mit denen der Frager eine Antwort provozieren will, die in sein Konzept passt. “Sind wir nicht alle Gottes Kinder?” Oder: “Machen wir es uns nicht zu einfach, wenn wir …?”

In diese Abteilung gehört auch eine Frage, die an den Philosophen und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon, Leiter der Giordano-Bruno-Stiftung “zur Förderung des evolutionären Humanismus”, im Zusammenhang mit der Islamkonferenz neulich gestellt wurde. Das Online-Magazin “Telepolis” fragte ihn:

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US-Regierung kritisiert Religionsfreiheit in Europa

Bild: Anton Loehmer

In Deutschland und dem restlichen Westeuropa ist die Religionsfreiheit vor allem im öffentlichen Raum nicht optimal gesichert.

Deutschlandradio Kultur

Zu diesem Schluss kommt eine Kommission der US-Regierung. In einem Bericht des Gremiums heißt es, in einigen Ländern herrsche ein “sehr aggressiver Säkularismus”. Als Beispiel führt die Kommission das Urteil des Kölner Landgerichts an, in dem die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Körperverletzung bewertet wurde. Auch das Burkaverbot in Frankreich wurde kritisiert. Im Allgemeinen,so die Kommission, werde die Religionsfreiheit in Westeuropa aber gut geschützt.

Mehrheit der Muslime für Anwendung der Sharia

Foto: ©APA

Eine Mehrheit der Muslime in der Welt will laut einer Studie die Anwendung des islamischen Gesetzes der Sharia in ihrem Land.

Kleine Zeitung

Allerdings zeigte die Umfrage zu den 1,6 Milliarden Muslimen weltweit erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern, wie das Forschungsinstitut Pew bei der Vorstellung der Studie “Religion, Politik und Gesellschaft” am Dienstag erklärte.

So bejahten 99 Prozent der Befragten in Afghanistan die Anwendung der Sharia, während es in der früheren Sowjetrepublik Aserbaidschan nur acht Prozent waren. Zudem gingen die Meinungen auseinander, in welchen Bereichen die Sharia angewandt werden sollte. Vor allem in Ländern, in denen es bereits Sharia-Gerichte gibt, wird ihre Anwendung in Fragen des Familien- und des Grundrechts, nicht aber des Strafrechts gewünscht. Die Hinrichtung von Konvertiten und Körperstrafen wie Auspeitschen und Handabhacken wurde demnach in den meisten Ländern nur von einer Minderheit befürwortet, nur in Afghanistan und Pakistan gab es dafür breite Zustimmung.

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Kirchensteuer: Das Finanzamt als Inkassobüro

Bild: Legal Tribune Online

Ihre Steuern lässt die Kirche nach wie vor vom Staat verwalten. Die FDP Sachsen will das nun ändern, die Kirche soll künftig selbst ihre Gelder eintreiben. Thomas Traub erklärt den status quo, der für beide Seiten ökonomisch sinnvoll ist, und warum der Vorschlag eher von Papst Franziskus als von den Liberalen kommen müsste.

Legal Tribune Online

Jedes Jahr nehmen die Kirchen etwa neun Milliarden Euro Kirchensteuer ein. Berechnet und eingezogen wird dieses Geld ganz überwiegend von den staatlichen Finanzämtern. Auf ihrem Landesparteitag am vergangenen Wochenende haben die sächsischen Liberalen dieses System in Frage gestellt und vorgeschlagen, den Kirchen künftig den Einzug ihrer Steuer selbst zu überlassen.

Der Vorschlag hat wenig Aussicht, umgesetzt zu werden. Verfassungsrechtlich braucht man ihn nicht, vertragsrechtlich ist er höchst problematisch und rechtspolitisch wird er vom sächsischen Koalitionspartner, der CDU, abgelehnt.

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Atheisten als gefühllose Fanatiker – freiheitsgefährdenter Atheismus

boese_atheisten

Kontra Kirchenprivilegien: Atheismus und Religionsfreiheit. Mit religiöser Inbrunst führen die neuen Atheisten ihren Kampf gegen Religion.

Von Ulricht H.J. KörtnerDie Presse.com

Seit einigen Jahren macht ein neuer Atheismus von sich reden. Auch in Österreich geht er in die Offensive, wie aktuell das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien gezeigt hat. In einem Artikel sprach der US-Journalist Gary Wolf 2006 von einer neuen „Kirche der Atheisten“ und ihren Oberhäuptern Richard Dawkins, Sam Harris und Daniel Dennett. Zu ihnen wird noch Christopher Hitchens gezählt.

Man gab den vier den Beinamen „the four horsemen“, der auf die vier apokalyptischen Reiter in der Johannesoffenbarung anspielt. Interessanterweise sind es nicht nur die Gegner der neuen Atheisten, die ihr Auftreten in apokalyptisch aufgeladenem Ton kommentieren, sondern diese führen selbst ihren Kampf gegen alle Religion mit geradezu religiöser Inbrunst.

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Linke und Grüne kritisieren Kruzifix im Bundesverbraucherministerium

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bereitet ein Kruzifix in ihrem Ministerium Ärger. Die Linksfraktion forderte die CSU-Politikerin auf, das Holzkreuz im Besucherraum des Ministeriums wieder abzunehmen, wie die “Saarbrücker Zeitung” (Samstagausgabe) berichtete. “Ministerien sind weder Gottes- noch Parteihäuser”, sagte der Linke-Abgeordnete Ilja Seifert hierzu.

WAZ

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bereitet ein Kruzifix in ihrem Ministerium Ärger. Die Linksfraktion forderte die CSU-Politikerin auf, das Holzkreuz im Besucherraum des Ministeriums wieder abzunehmen, wie die “Saarbrücker Zeitung” (Samstagausgabe) berichtete. “Ministerien sind weder Gottes- noch Parteihäuser”, sagte der Linke-Abgeordnete Ilja Seifert hierzu.

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Kanadischer Gerichtshof verurteilt Kritik an Homosexualität als „verbalen Hass“

Bild: Katholisches Magazin

Homosexualität darf in Kanada nicht mehr kritisiert werden. Bill Whatcott, ein überzeugter Katholik, verteilte Flugblätter gegen homosexuelle Praktiken, nicht gegen bestimmte Personen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Der Unterschied ist von entscheidender Bedeutung. Whatcott kritisierte nicht Homosexuelle als Menschen, sondern deren Verhalten. Er folgte damit dem katholischen Grundsatz „hart gegen die Sünde, aber milde gegen den Sünder“ zu sein. Whatcotts Stellungnahmen waren hart, aber vollkommen im Einklang mit der katholischen Lehre. Das schützte ihn aber nicht vor einer harten Verurteilung durch den Obersten Gerichtshof von Kanada.

Vor Gericht hatte ihn die staatliche Menschenrechtskommission gezerrt. Die Richter entschieden einstimmig, daß Whatcott nicht nur die Anwaltsspesen des Klägers zu tragen, sondern auch 7500 Dollar Schadensersatz an zwei Homosexuelle zu zahlen hat, die sich durch seine Flugblätter beleidigt fühlten. Der Vorfall geht bereits auf die Jahre 2001 und 2002 zurück. Damals machte Whatcott Flugblattaktionen in den beiden kanadischen Städten Saskatoon und Regina.

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UNO-Experte Bielefeldt: Blasphemie-Gesetze weltweit abschaffen

Heiner Bielefeldt, Bild: idw-online.de

In Saudi-Arabien und Pakistan steht auf Gotteslästerung die Todesstrafe.

Deutschlandradio Kultur

Das prangert der UNO-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt in einem Bericht zur Religionsfreiheit an, der in Genf veröffentlicht wurde. Der deutsche Theologe fordert, alle Gesetze abzuschaffen, die Blasphemie oder Ungläubigkeit unter Strafe stellen. Menschenrechtler werfen Pakistan vor, mit solchen Paragraphen gezielt religiöse Minderheiten zu verfolgen, darunter auch Christen. Allerdings ist auch in einigen westlichen Staaten Blasphemie ein Straftatbestand. So zum Beispiel in Irland, wo Gotteslästerung mit Geldbußen geahndet werden kann.

Christenverfolgung gehört in die Politik und Panzer nach Saudi-Arabien

Wenn Christen verfolgt werden, ist das nicht nur ein Thema für Kirchen, sondern auch für die Politik, findet ein kommentator des “Hessischen Rundfunks” Foto: Open Doors

Die Verfolgung von Christen ist nicht nur ein Problem der Kirchen, sondern sollte auch die Politik beschäftigen. Diese Meinung vertritt der Journalist Lothar Bauerochse in einem Kommentar im Radiosender „hr2-kultur“.

pro Medienmagazin

„Die Zahl ist erschreckend: 100 Millionen Christen werden schätzungsweise weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt“, sagt Lothar Bauerochse von der Kirchenredaktion des Hessischen Rundfunks. In einer Sendung für „hr2-kultur“ stellte der Autor fest: „Wo aber die Religionsfreiheit mit Füßen getreten wird, leiden auch die Menschenrechte.“

Die Zahl stammt aus dem jährlichen Weltverfolgungsindex der freikirchlichen Organisation „Open Doors“. „Die Christen sind damit die weltweit am stärksten bedrohte Glaubensgemeinschaft.“ Das bestätigten auch unabhängige Menschenrechtsorganisationen wie etwa „amnesty international“. „Vier von fünf Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen.“

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Kanada richtet Büro zur Verteidigung der Religionsfreiheit ein

Grafik: newworldencyclopedia.org

Der Religionsfreiheit fühlt sich Kanada offenbar besonders verpflichtet. Das Land hat innerhalb seines Außenministeriums ein eigenes Büro zur Verteidigung der Religionsfreiheit weltweit eingerichtet.

Deutschlandradio Kultur

Premierminister Stephen Harper erklärte, das Büro werde mit einem jährlichen Budget von fünf Millionen Euro die Religionsfreiheit als Kern-Interesse der kanadischen Außenpolitik international stärken. Die Opposition kritisierte das Vorhaben: Wenn die Regierung einen Schwerpunkt auf Religionsfreiheit lege, könne der Kampf für die Menschenrechte zweitrangig werden.

Spanien: Wenn die Religionsfreiheit in Gefahr ist

Carlin_ReligionIn Spanien schlägt das Observatorium für Religions- und Gewissensfreiheit Alarm: 2012 haben in Spanien 16 Angriffe auf Religionsfreiheit und religiöse Symbole (katholische, evangelische und islamische) stattgefunden.

kath.net

Die Religionsfreiheit ist nicht nur in asiatischen oder afrikanischen Ländern bedroht, die diktatorischen oder fundamentalistischen Regimen unterworfen sind. Bekanntermaßen ist auch in den modernen westlichen Demokratien in mehr oder weniger verhüllten Formen die Ausübung dieses grundlegenden Menschenrechts ernsthaft gefährdet.

Das geschieht auch in Spanien, wo zur selben Zeit, in der in der Almudena-Kathedrale in Madrid ein rudimentärer, aber funktionierender Sprengsatz entdeckt und entschärft wurde, das Observatorium für Religions- und Gewissensfreiheit Alarm geschlagen hat. Es gab bekannt, daß 2012 sechzehn Angriffe auf Religionsfreiheit und religiöse Symbole, nicht nur katholische, sondern auch evangelische und islamische, stattgefunden haben.

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“Religionen sind ja keine Anleitung zum guten Leben”

foto: standard/cremer Konrad Paul Liessmann fordert verpflichtenden Ethikunterricht für alle und nicht nur als “Restfach” für Religionsabmelder.

Philosoph Konrad Paul Liessmann über das gute Leben und den rechten Glauben, weltliche Gesetze und göttliche Offenbarung

Interview | Lisa NimmervollderStandard.at

STANDARD: Österreich schleppt das Thema Ethikunterricht seit 1997 als Schulversuch mit, und noch immer gibt es keine politische Entscheidung, ob und wenn ja, in welcher Form Ethikunterricht eingeführt werden soll. Was sagt uns dieses Gezerre über dieses Land und sein Verhältnis zur Religion?

Konrad Paul Liessmann: Wir können den Ethikunterricht offensichtlich nur im Zusammenhang mit Religion und Religionsunterricht diskutieren. Ursprünglich wollte man etwas für die Schüler tun, die sich von Religion abmelden und in dieser Zeit keinen Unterricht haben, eine schulorganisationstechnische Maßnahme. Da kam die Idee des Ethikunterrichts, der sich in anderen Ländern aus ganz anderen Überlegungen durchgesetzt hat. Mittlerweile wird so diskutiert, als gälte: Entweder haben Menschen eine Religion, dann sind sie moralisch gefestigt, oder sie haben keine, dann brauchen sie Ethikunterricht. Das sehe ich anders.

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Esoterik: “Es gibt die Freiheit, Unsinn zu glauben”

Hartmut Zinser leitet ein Projekt zur “Rückkehr der Religionen” Bild: FU-Berlin

Professor Hartmut Zinser forscht kritisch über Esoterik. Er erklärt, warum Pendel, Orakel und Jenseitskontakte zu Irrtümern führen – und wieso asiatischer Glaube so fasziniert.

Von Holger KreitlingDIE WELT

Hartmut Zinser, Jahrgang 1944, ist pensionierter Professor für Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er hat sich lange kritisch mit Esoterik und Okkultismus beschäftigt, war Mitglied der Enquete-Kommission “Sogenannte Sekten und Psychogruppen” des Deutschen Bundestages. Daneben leitet er ein Forschungsprojekt zur “Rückkehr der Religionen”.

Die Welt: Wird Esoterik immer noch stärker?

Hartmut Zinser: Esoterische und okkulte Vorstellungen sind zu einem Teil unserer Alltagskultur geworden. Dies könnte noch weiter zunehmen mit der Verschärfung der sozialen Fragen, also Arbeitslosigkeit, Orientierungs- und Perspektivlosigkeit.

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Kardinal Koch über ‘das grundlegende Problem’ der Piusbruderschaft

Kurt Koch (Mai 2009). Bild: wikipedia/ Rabanus Flavus

Kurt Kardinal Koch im Zusammenhang mit der antijüdischen Äußerung des Piusoberen Fellay: „Wenn eine Gruppe ein Konzil und ein Lehramt nicht akzeptiert, so muss sie sich fragen, wie sie sich als katholisch sehen kann“.

Von Armin Schwibach - kath.net

Kurt Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen sowie der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, nahm Stellung zu den Erklärungen des Oberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Weihbischof Bernard Fellay, nach denen „Juden, Freimaurer und Modernisten“ die Feinde der Kirche sind und sich einer Aussöhnung zwischen der Bruderschaft und dem Heiligen Stuhl widersetzen.

Unmissverständlich erklärte Koch laut einer Meldung der Nachrichtenagentur SIR der italienischen Bischofskonferenz vom 15. Januar: „Es besteht kein Zweifel in der katholischen Kirche, dass die Erklärung ‚Nostra aetate’ (über die Beziehungen mit den anderen Religionen) auch heute noch gilt“

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Europa-Gericht: Glaube rechtfertigt keine Homo-Diskriminierung

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat den Diskriminierungsschutz auf dem Kontinent gestärkt. Bild: Wiki Commons / CherryX / CC-BY-SA-3.0

Wegweisende Entscheidung aus Straßburg: Religiöse Menschen dürfen in Europa wegen ihres Glaubens nicht mehr sexuelle Minderheiten diskriminieren.

QUEER.DE

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am Dienstag entschieden, dass auch gläubige Menschen Schwule und Lesben gleich behandeln müssen, selbst wenn das ihrer Religion widerspricht. Die Richter verkündeten die Urteile nach Klagen von insgesamt vier Christen aus Großbritannien, in zwei der Fälle ging es um Homo-Rechte. Das Straßburger Gericht hat damit das britische Antidiskriminierungsgesetz bestätigt, das auf EU-Vorgaben beruht.

Im ersten Fall ging es um die Londoner Standesbeamtin Lillian Ladele. Sie hatte 2008 vor einem britischen Gericht das Recht erkämpft, gleichgeschlechtliche Paare nicht verpartnern zu müssen (queer.de berichtete). Ladele hatte argumentiert, dass ihre Religionsfreiheit eingeschränkt werden würde, wenn sie Schwule und Lesben gleich behandeln müsse. Diesem Argument folgten die Straßburger Richter nicht. Allerdings stimmten dem Urteil die Richter aus Montenegro und Malta nicht zu und veröffentlichten ein Minderheitenvotum. Sie erklärten, dass die Religionsfreiheit in diesem Fall über dem Minderheitenschutz stehen müsste.

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Zollitsch kennt nur eine Religionsfreiheit – Seine

Robert Zollitsch fordert mehr Toleranz. Foto: Patrick Seeger Bild: Foto: dpa

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat die islamischen Staaten zu Religionsfreiheit und einer «Kultur echter Toleranz gegenüber Christen» aufgerufen.

Südkurier

«Wir müssen feststellen, dass es in fast keinem der muslimischen Länder wirkliche Religionsfreiheit gibt», sagte der Freiburger Erzbischof der Nachrichtenagentur dpa. Zwar habe sich die Lage der Kirche in manchen Ländern verbessert, insgesamt aber stehe das orientalische Christentum unter wachsender Bedrängnis. Christen würden von radikalen Muslimen verfolgt und ausgegrenzt. Sie würden daran gehindert, ihre Religion auszuüben. Das bereite große Sorge.

Kirchenstaat Deutschland: Religion hat in der Politik nichts verloren

picture alliance

Religionen erleben gerade so etwas wie eine Renaissance. Doch Religionsfreiheit meint auch und gerade die Freiheit von Religion. Glaube hat in der Politik nichts verloren. Warum wir weniger statt mehr Religion brauchen

Von Timo SteinCicero

Der Glaube steht hoch im Kurs. Besonders zur Weihnachtszeit. Jener Zeit, in der wir von Besinnen sprechen und gleichwohl besinnungslos konsumieren, in vorweihnachtszeitlicher Hektik die Einkaufsstraßen dieser Republik rauf und runter jagen und vergessen, worum es eigentlich geht. Doch worum geht es – eigentlich?  Zur Ruhe kommen, gemütlich werden und religiöse Historie rekapitulieren?

Schließen die Geschäfte, haben die Kirchen Hochkonjunktur. Sie sind es auch, die dieses besinnungsepische Paralleluniversum stoisch aufrechterhalten. Am 24. Dezember füllen sich die Gotteshäuser, als gelte es, all das, was 364 Tage zuvor an weltlicher Sünde begangen wurde, am 365. Tag noch schnell in die Kirche zu tragen, um Abbitte zu leisten.

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Kretschmann: Keine laizistische Verbannung der Religionen

Foto: dpa

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und ZdK-Mitglied: Der Staat müsse die Religionsfreiheit der Bürger und der Glaubensgemeinschaften nicht nur schützen, sondern auch fördern

Kath.net

Für eine «positive und aktive Religionsfreiheit» sowie für eine «kooperative Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften» hat sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) ausgesprochen. Einer «laizistischen Trennung und Verbannung des Religiösen» aus der Öffentlichkeit erteilte der Katholik in seinem Vortrag über das Verhältnis von Staat und Kirche am Donnerstagabend in der Katholischen Akademie in Berlin eine klare Absage.

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Deutscher Rechtsstaat und islamische Paralleljustiz

Bild: dpa

Selbst ernannte “Friedensrichter” verhandeln Scheidungen und vereiteln Strafverfahren. Einspruch!, ruft die muslimische Juristin Seyran Ateş.

Von Seyran AteşZEIT ONLINE

Nach den Themen Zwangsheirat und Ehrenmorde wird uns in den nächsten Jahren das Thema Islamische Paralleljustiz Kopfschmerzen bereiten. Denn die Gefahr einer parallelen islamischen Rechtsprechung im Schatten der Demokratie ist akut.

Nur Ignoranten verschließen die Augen davor, dass inzwischen in einigen deutschen Großstädten wie Berlin und Bremen sogenannte Friedensrichter unter Umgehung deutscher Gerichte Strafanzeigen und Verurteilungen vereiteln.

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Christ Kauder(CDU) frömmelt sich den saudischen Islamismus schön

Hinrichtung Saudi-Arabien, Bild: Jacob Jung

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat deutsche Waffenlieferungen an Saudi-Arabien gegen Kritik verteidigt.

Volker Kauder:

…(In dem Land gebe es)in der Tat keine Religionsfreiheit und antisemitische Tendenzen.[...]Es ist eine bittere Ironie: Die Saudis mögen selbst judenfeindlich sein, aber sie sorgen auch dafür, dass der Iran die Juden nicht ins Meer treiben kann.”

Auf Drogen, zuviel Glühwein Herr Kauder, ignorant oder einfach nur dumm.

Saudi-Arabien ist eine absolutistische Monarchie. König Fahd (1923 – 2005) sah die Menschen in seinem Land für das demokratische Verständnis als ungeeignet an. Diese Auffassung besteht bis heute. In Saudi-Arabien werden Menschenrechte nachweislich mit Füßen getreten:

  • Die Menschenrechtsorganisation setzte Saudi-Arabien in ihrer Liste der Pressefreiheit im Jahre 2008 auf Platz 161 von 173.
  • Amnesty International weist im Jahresbericht 2007 darauf hin, dass in Saudi-Arabien das Völkerrecht mehrmals missachtet wurde.
  • Das Missions- und Hilfswerk Open Doors schätzt in seinem Weltverfolgungsindex für Christen die Benachteiligung von Christen in Saudi-Arabien weltweit als am dritthöchsten ein.
  • Frauen stehen in Saudi-Arabien bis zur Ehe unter einer männlichen Vormundschaft. Ohne die Genehmigung des Vormunds dürfen sie das Land nicht verlassen. Frauen müssen in Saudi-Arabien in der Öffentlichkeit bodenlange Gewänder und schwarze Kopftücher tragen und dürfen in Städten keine Kraftfahrzeuge lenken.
  • Homosexuelle Handlungen sind in Saudi-Arabien strafbar. Eine islamische Religionspolizei wacht über das gesellschaftliche Leben.
  • In Saudi-Arabien werden zahlreiche „Verbrechen“ mit der Todesstrafe geahndet, die meist als öffentliche Enthauptung mit dem Schwert praktiziert wird. Die Todesstrafe kann unter anderem für Koranschändung, Gotteslästerung, Abfall vom Islam, Ergreifung von Maßnahmen gegen den König, Mord, Ehebruch, Homosexualität, Vergewaltigung, Prostitution, Drogenhandel, Handel mit Alkohol, Raubüberfall mit Schwerverletzten oder Toten, Sabotage oder Korruption verhängt werden.
  • In der Zeit von 1993 bis 2009 wurden unter anderem 1035 Menschen wegen Mordes, 540 wegen Drogenhandels, 175 wegen Vergewaltigung, 83 wegen schweren Raubes, 63 wegen Rebellion und 16 wegen Bombenattentats mit dem Tod bestraft.

Herr Kauder verteidigt deutsche Rüstungslieferungen nach Saudi-Arabien. Seine christlichen Werte, die er sonst immer so vehement einfordert,  sind einen Dreck wert. Ein Prototyp christlicher Moral halt. Die Lage seiner Brüder und Schwestern in Jesu, in diesem Land, ist ihm schlicht egal. Die pseudofreundschaftliche Haltung zu Israel eine Farce.