Schlagwort-Archive: Republikanischen Partei

Jeder dritte Amerikaner glaubt, dass Gott ihn schuf

charles_darwin_nkmbGott hat den Menschen und die Welt geschaffen, die Abstammung vom Affen ist Unsinn: Das glaubt ein beträchtlicher Teil der US-Bevölkerung, wie eine Umfrage zeigt.

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Das Pew Research Center wollte von den Amerikanern wissen, ob sie die Evolutionstheorie akzeptieren oder an die Schöpfungsgeschichte glauben. Dabei zeigte sich: 33 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Menschen seit dem Anbeginn der Zeiten in der heutigen Form existieren. 60 Prozent dagegen sind sicher, dass sich die Menschen über die Zeit entwickelt haben, wie es der derzeitige Stand der Forschung sagt.

Besonders stark vertreten sind die Verfechter der biblischen Schöpfungstheorie – in jüngster Zeit als «Intelligent Design» verbrämt – unter weissen Protestanten. In dieser Gruppe halten 64 Prozent die Evolutionstheorie für falsch. Bei ihren dunkelhäutigen Glaubensbrüdern sind es 50 Prozent, bei Katholiken ein gutes Viertel.

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Charles Darwin kämpft um Platz im US-Kongress

Etwa 4.000 Stimmen hat Charles Darwin, der im 19. Jahrhundert lebte, bei den Wahlen ins Repräsentantenhaus des US-Kongresses bekommen.

radio Stimme Russlands

Am Wahltag, den 6. November, trugen die Wähler des 10. Wahlbezirks in Georgia den Namen von Charles Darwin in den Wahlzettel ein und machten ein Kreuz rechts von seinem Namen.

Der Anlass zur Aktion wurde die Erklärung des Kongressmitgliedes von der Republikanischen Partei Paul Brown. Beim Treffen mit seinen Anhänger sagte er, die Lehre von Darwin und andere wissenschaftliche Theorien, die den Ursprung des Lebens auf der Erde erklären, seien „Lügen, die aus der Hölle selbst stammen“. Im Bezirk, wo der kämpferische Kongressmann gewählt wurde, wurden seine Aussagen als Obskurantismus ausgelegt.

USA: Katholische Kirche vergleicht Homo-Ehe mit Mord

Erzbischof John Nienstedt appelliert an die Gläubigen, bei den Wahlen im November gegen Homo-Rechte zu votieren. Bild: queer.de

Die katholische Kirche betreibt Wahlkampf im US-Bundesstaat Minnesota: John Nienstedt, der Erzbischof von St. Paul and Minneapolis, hat seine Anhänger aufgefordert, bei einem Volksentscheid für ein Verbot der Homo-Ehe zu stimmen, da gleichgeschlechtliche Hochzeiten so falsch seien wie die Tötung eines Menschen.

QUEER.DE

In einem Brief an die Gläubigen erklärte Nienstedt, die Kirche müsse bei diesem Thema “die Wahrheit mit Liebe” sagen: “Unser Versuch, den unabänderbaren Plan Gottes für die Ehe zu verteidigen, ist keine Kampagne gegen irgend jemanden. Wir wollen nur die Wahrheit über die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau verbreiten”, so Nienstedt. Er verglich schwul-lesbische Hochzeiten mit Mord: “In Wahrheit dürfen wir die Ehe nicht neu definieren, genauso wenig wie wir menschliches Leben nehmen dürfen. Denn Gott hat sowohl das Leben erschaffen als auch die Ehe.”

Im Bundesstaat Minnesota wird Anfang November über ein Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung abgestimmt. Zwar ist bereits jetzt die gleichgeschlechtliche Eheschließung per Gesetz verboten, allerdings argumentieren die Befürworter des Verfassungszusatzes, dass ein Gesetz zu leicht von Richtern ausgehebelt werden könnte. Das Referendum wurde nach dem Wahlsieg der von der Tea Party dominierten republikanischen Partei im Parlament beschlossen.

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R. Dawkins: Ein Mormone als Präsident von God’s own country? No, please!

Richard Dawkins, Bild: humanisten.info

Warum die Warnung vor einem mormonischen US-Präsidenten keine religiöse Diskriminierung, sondern sachlich berechtigt ist.

Von Kurt Remele - Die Presse

Der renommierte britische Biologe und Religionskritiker Richard Dawkins äußerte sich wie folgt über den Mormonen Mitt Romney, der nächste Woche offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei gekürt wird: „Wenn ich weiß, dass ein zur Wahl stehender Politiker privat daran glaubt, dass im 19. Jahrhundert ein Mann namens Joseph Smith einige Goldplatten ausgrub, sie mithilfe eines Steines und eines Zylinderhutes las und dann aus irgendeiner antiken Sprache in ein Englisch des 16. Jahrhunderts übersetzte, habe ich starke Vorbehalte, ihn zu wählen. Warum sollte ich für einen Mann stimmen, dessen politische Erklärungen vielleicht vernünftig sein mögen, dessen private religiöse Überzeugungen jedoch lächerlich und verrückt sind?“

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Neocons und Theocons

Bild. politics plus

In den USA liefern sich derzeit die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Romney und Santorum ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Mormone und Multi-Millionär Mitt Romney gilt als gemäßigter Neokonservativer, Rick Santorum steht den Evangelikalen nahe, weit abgeschlagen sind der erzkonservative Newt Gingrich und Ron Paul, der Tea-Party-Libertäre. Wie ist die Rolle der Evangelikalen einzuschätzen, die in den Medien und bei den Massen der USA einen für europäische Maßstäbe ungewöhnlich großen Einfluss haben? Schon Bush und Blair rechtfertigten ihre Irak-Kriegspolitik auch mit religiösen Werten (Von Gott gerechtfertigte Kriegspolitik?).

Von Thomas BarthTelepolis

Sie publizierten 2007, noch zu Zeiten von George W. Bush, ein Buch unter dem Titel “Amerika: Mit Gewalt in den Gottesstaat”, in dem Sie eine profunde Materialsammlung und kritische Analyse Amerikas rund um eine theologische Kritik der Evangelikalen aufbauen. Die Neocons, die Neokonservativen, befinden sich demnach mit den Theocons, den “religiösen Rechten”, im Ringen um die Dominanz in der Republikanischen Partei und in der US-Politik generell. Santorum versus Romney scheinen für dieses Ringen zu stehen, in dem derzeit mit Romney die Neocons vorne liegen. Wieso ist es heute nötig, sich zur Beurteilung der USA, also des führenden modernen Industriestaates westlicher Prägung, mit anachronistisch wirkenden Fundamentalisten wie den Evangelikalen zu befassen?

Gerhard Padderatz: Die USA waren schon immer religiöser als andere westliche Industrienationen. Schon vor der Regentschaft von George W. Bush begannen evangelikale Kräfte, langsam die Oberhand zu gewinnen. Wir dürfen allerdings nur zwei Drittel der Evangelikalen zu den Fundamentalisten zählen. Aber auch das sind immerhin rund 65 Millionen.

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