Schlagwort-Archive: Saudi-Arabien

Vollverschleiert in die Selbstbestimmung

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Regierung, die Frauen zwingt, ein Stück anzuziehen und einer, die verlangt es auszuziehen? Unser Kolumnist Emran Feroz fragt, wer hier eigentlich Frauen unterdrückt: der Islam oder europäische Gerichte?

Von Emran FerozND

Wer Sara ins Gesicht schaut, sieht nur ihre blauen Augen. Vor rund vier Jahren entschloss sich die 26-Jährige, zum Islam zu konvertieren. Seit jeher trägt sie einen Niqab, eine Vollverschleierung. In Frankreich – das ist nun dank des Europäischen Gerichtshofes sicher – könnte sie für das Tragen des Niqabs mit einer Geldbuße bestraft werden. Nun erwägen weitere europäische Staaten das sogenannte »Burka-Verbot«.

Für Sara, die meint, vor einigen Jahren mit ihren blonden Haaren und blauen Augen nicht deutscher hätte sein können, ist das Urteil ein Affront. »Worin liegt der Unterschied zwischen einer Regierung, die einen zwingt, ein Stück Stoff anzuziehen und einer, die verlangt, ein Stück Stoff auszuziehen?«, fragt sich die junge Deutsche nun zu Recht. Denn das Urteil der Straßburger Richter ist nicht nur übertrieben, sondern fast schon radikalsäkular. Es ist eine Form staatlicher Gewalt, ein Stück Stoff zwanghaft aus der Gesellschaft zu verbannen. De facto darf der Staat nur in das Selbstbestimmungsrecht eines Individuums eingreifen, wenn dabei Rechte anderer verletzt werden. Man kann von einem Niqab halten, was man will, Rechte Dritter verletzt er sicherlich nicht.

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INTERVIEW MIT HAMED ABDEL–SAMAD ÜBER ISLAMISMUS

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad setzt sich kritisch mit dem Islam und Islamismus auseinander – so kritisch, dass radikale Muslime gegen ihn eine Fatwa aussprachen. Seitdem muss er geschützt werden. Mit dem Buchautor, der jetzt auf Einladung der Liberalen Gesellschaft nach Bremen kam, sprach Ben Zimmermann über das jüngste Burka-Urteil, islamistischen Terrorismus und das Erbe des arabischen Frühlings.

WESER KURIER

„Nichts ist mehr stabil“

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt. Ist dies aus Ihrer Sicht ein gutes Urteil?

Hamed Abdel-Samad: Ja. Es gibt auch im Islam kein Gebot, die Burka zu tragen. Sein Gesicht zu zeigen, ist extrem wichtig für die Kommunikation, damit jeder weiß, wer sein Gegenüber ist. Das Tragen der Burka ist ja eine klare Botschaft der Trägerin an die Gesellschaft: Ich will mit euch nichts zu tun haben.

Genau das war auch die Begründung der Richter. Könnte deren Urteil ein Mittel gegen die Ausbreitung eines reaktionären Islam sein?

Hamed Abdel-Samad: Man muss natürlich noch sehr viel mehr tun, beispielsweise in den Schulen. So plädiere ich auch dafür, dass Mädchen unter 16 Jahren kein Kopftuch tragen dürfen.

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Konfessionelle Spaltung des Islam: Wie Sunna und Schia getrennte Wege gingen

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Warum hassen sich die Sunniten und Schiiten im Irak? Die Antwort liegt knapp 1400 Jahre zurück. Doch der Wahnsinn wirkt bis heute und wird immer schlimmer. Die mächtigen Paten der beiden Konfessionen nutzen das für ihre Interessen.

Von Tom Garusn-tv

Wir alle streiten, das ist menschlich. Nicht zwangsläufig aber muss ein Streit in einer Feindschaft enden. Wenn die Gräben zu tief sind, wenn Vorwürfe zu schwer wiegen oder wenn der Streitpunkt nur am Leben erhalten wird, weil zwei Mächte um ihren Einfluss kämpfen, dann entwickelt Streit eine Eigendynamik, die in Hass umschlagen kann. Genau das ist im Nahen Osten passiert, wo sich Sunniten und Schiiten seit knapp 1400 Jahren niedermachen – und alles wegen einer Meinungsverschiedenheit.

Der Prophet Mohammed, der Gründer des Islam, starb überraschend im Jahr 632. Vor seinem Tod hatte er nicht geregelt, wer sein Nachfolger an der Spitze der neuen Glaubensgemeinschaft werden sollte. Zu dieser Zeit gab es noch keine Teilung in Sunniten und Schiiten. Erst mit dem Tod Mohammeds war ein Vakuum aufgerissen, das den gewaltigen theologischen Konflikt anziehen musste. Denn die Nachfolge Mohammeds an der Spitze der Muslime war nicht geklärt.

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Pazifismus: Pro Käßmann, Contra Broder

Hubschrauber des Heeres/Hammelburg Bild: bb

Hubschrauber des Heeres/Hammelburg
Bild: bb

Bundespräsident Joachim Gauck meint, im Kampf für Menschenrechte sei es manchmal erforderlich, „auch zu den Waffen zu greifen“. Er fordert mehr internationales Engagement von Deutschland. Ganz anders sieht das Margot Käßmann. In einem Interview sagte sie, einen gerechten Krieg könne es nicht geben. Doch können wir uns angesichts weltweiter Krisen Pazifismus noch leisten?

kath.net

PRO
Wie traurig, dass unsere Gesellschaft nur vom Krieg her denken kann! Da werden Milliarden von Euro investiert, um Waffen herzustellen. Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Nach Syrien, nach Libyen wurde geliefert, heute nach Saudi-Arabien und Katar – Staaten, die wahrhaftig nicht für eine blühende demokratische Kultur bekannt sind. Gleichzeitig beklagen wir Kriege, als sei es eine Überraschung, dass die Waffen auch angewendet werden.

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Käßmann fordert Ende der deutschen Rüstungsproduktion

Margot-Kässmann„Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen“, sagt Margot Käßmann. Sie freue sich, wie sehr die Deutschen den Krieg ablehnten, äußert die frühere EKD-Vorsitzende.

Frankfurter Allgemeine

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat deutsche Waffenexporte scharf kritisiert und ein Ende der Rüstungsproduktion in Deutschland gefordert. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sind“, sagte Käßmann der „Bild am Sonntag“. „Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen.“

Das Argument des Wirtschaftswachstums dürfe bei Rüstungsexporten nicht gelten, sagte die Theologin. „Da geht es um 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es muss doch möglich sein, diese Arbeitsplätze in konstruktive Produktionen zu verlagern“, sagte Käßmann der „BamS“.

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Wahhabismus: Der tägliche Gotteswahn in Saudi-Arabien

“ALS Unit” (Advanced Life Support) in Riad, Bild:AP

Ein Jahr lang arbeitete Stefan Bauer als Rettungsassistent für den Roten Halbmond in Saudi-Arabien. Viele der Geschichten, die der Deutsche über diese Zeit erzählt, sind kaum zu ertragen – und bieten einen seltenen Einblick in eine abgeschottete Gesellschaft.

Von Rainer LeursSpON

SPIEGEL ONLINE: Herr Bauer, Notärzte und Rettungsassistenten sind normalerweise einiges gewohnt, was blutige Szenen und menschliche Schicksale angeht. Sie haben ein Jahr als Paramedic in Riad gearbeitet; am Ende konnten sie nachts nicht mehr schlafen. Was war da los?

Bauer*: Zunächst mal habe ich in dem einen Jahr geschätzt 250 Verkehrstote gesehen. Das erleben Sie im deutschen Rettungsdienst in einem ganzen Berufsleben nicht.

SPIEGEL ONLINE: Warum war das so?

Bauer: Die Leute halten sich nicht an Verkehrsregeln, anschnallen braucht man sich nicht. Dicke Autos sind zudem oft das einzige Hobby der jungen Männer: Kinos, Bars oder Konzerte gibt es keine, und mit Frauen treffen kann man sich auch nicht wirklich. Was es gibt, ist die Ring Road, einen Highway, der um die Stadt Riad herumführt. Dort gehen diese Leute driften, und irgendwann überschlägt sich eben einer. Dann haben Sie fünf, sechs Tote auf dem Highway liegen. Gerade am Wochenende war klar: Die ganze Nacht müssen Sie zu schlimmen Verkehrsunfällen fahren.

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Dodo Käßmann: Es gibt keinen „gerechten Krieg“ – nicht mal gegen Hitler-Deutschland

Margot-KässmannJüngst feierte die Welt den 70. Jahrestag des D-Day. Da bricht die Ex-EKD-Vorsitzende Käßmann eine Lanze für den Frieden. Und wartet mit einer provokanten These auf: Es gebe keinen „gerechten Krieg“ – noch nicht einmal gegen Hitler-Deutschland.

FOCUS ONLINE

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat sich kritisch über deutsche Waffenexporte geäußert. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sind“, sagte Käßmann der „Bild am Sonntag“. „Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen.“

Wir müssten fragen, so Käßmann, „wer denn all die Waffen und die Teile für die Giftgasanlagen nach Syrien geliefert hat. Das war leider sehr oft auch Deutschland.“

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Saudi-Arabien sanktioniert Niederlande

Geert Wilders, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-2.0

Saudi-Arabien hat Wirtschaftssanktionen gegen die Niederlande verhängt. Der Rechtspopulist Geert Wilders hatte auf Aufklebern verbreitet, der Islam sei eine Lüge.

taz.de

Saudi-Arabien hat wegen einer islamfeindlichen Aktion des Rechtspopulisten Geert Wilders Handelssanktionen gegen die Niederlande verhängt. Ein Sprecher des saudischen Außenministeriums sagte dem Nachrichtenportal Sabq am Dienstagabend, die Behörden und Unternehmen hätten mit der Umsetzung einer entsprechenden Direktive des Königs Abdullah begonnen.

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Schwachsinn: Saudis drohen Den Haag mit Sanktionen wegen Islamkritik

Bild: (c) REUTERS (MICHAEL KOOREN)

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders verbreitet Aufkleber gegen den Islam. Riad stellt wirtschaftliche Strafen in den Raum.

Die Presse.com

Die diplomatischen Spannungen zwischen den Königreichen der Niederlande und Saudiarabien verschärfen sich: Nachdem der niederländische Populist und Islamkritiker Geert Wilders mit einer neuen Anti-Islam-Aktion Aufsehen erregt hat, will Saudiarabien Wirtschaftssanktionen gegen Den Haag. „Wir nehmen diese Drohungen aus Riad sehr ernst und beraten uns über eine Antwort“, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Wochenende.

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Saudi-Arabien: Tausend Peitschenhiebe für Menschenrechtler

Bild: centerforinquiry.net

Wegen “Beleidigung des Islam” verurteilt ein Gericht in Saudi-Arabien den Menschenrechtsaktivisten und Blogger Raif Badawi zu einer langen Haftstrafe, einem sechsstelligen Bußgeld und tausend Peitschenhieben. Anlass: Sein Blog über die Religionspolizei.

Süddeutsche.de

Wegen “Beleidigung des Islams” hat ein Gericht in Saudi-Arabien einen Menschenrechtsaktivisten zu zehn Jahren Haft und tausend Peitschenhieben verurteilt. Der Gründer der Organisation Liberales Saudiarabisches Netzwerk, Raif Badawi, müsse zudem ein Bußgeld von umgerechnet knapp 194.000 Euro zahlen, sagte die Vorsitzende des Netzwerks, Suad Schammari.

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Syrian Rebels Crucified

Bild: bewtween the lines

Der Krieg gegen die Regierung von Baschar al-Assad nimmt von Seiten der islamistischen Terrorgruppen immer brutalere Formen an. So meldete die britische Zeitung „Daily Mail“ , dass von der Terrorgruppe „Islamischer Staat von Irak und der Levante“ (ISIL) sieben Mitglieder einer anderen Rebelengruppe getötet worden seien, zwei davon wurden öffentlich gekreuzigt und zur Schau gestellt.

BETWEEN THE LINES – LUDWIG WATZAL

Die syrische Beobachtergruppe für Menschrechte berichtet, dass dies nicht die ersten Kreuzigungen gewesen seien. So haben die Terroristen von ISIl am 16. April einen Mann wegen Diebstahls ebenfalls gekreuzigt. Am 7. April wurde der niederländische Jesuitenpater Frans van der Lugt in Homs von Terroristen hingerichtet. Die Idenität der Killer konnte bis heute nicht ermittelt werden.
Für die Exzesse in Syrien tragen der Westen zusammen mit den funamentalistischen Regiemen in Saudi-Arabien, Katar und der Türkei letztendlich die Verantwortung, weil sie seit drei Jahren versuchen, Al-Assad zu stürzen und ihn durch handverlesene Marionetten von der so genannten Freien Syrischen Armee zu ersetzen. Dieses Abenteur war ein totaler Fehlschlag. Die „Freie Syrischen Armee“ spielt im Machtkampf in Syrien keine Rolle mehr. Radikale Terrorristen der Al-Nusra-Front und von ISIL haben das Heft des Handelns an sich gerissen und verbreiten Terror, Angst und Schrecken.
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Saudischer Greisen-König Abdullah hält Prinzessinnen gefangen

Abdullah ibn Abd al-Aziz (2007), Bild: wikimedia.org

Vier Königstöchter im goldenen Käfig – das klingt nach 1001 Nacht, ist aber bittere Realität für vier arabische Frauen. Ihr Vater, der Saudi-König Abdullah, hält sie offenbar seit 13 Jahren im Palast gefangen – angeblich aus Rache an ihrer Mutter.

FOCUS ONLINE

Im Palast des saudi-arabischen Königs werden britischen Medienberichten zufolge vier Prinzessinnen gefangen gehalten – und das offenbar seit 13 Jahren. Bei den Frauen soll es sich um Töchter des saudi-arabischen Königs Abdullah handeln, so die Berichte übereinstimmend.

Eine Journalistin derbritischen Zeitung „The Sunday Times“ berichtet, per E-Mail einen Hilferuf von zwei der Prinzessinnen erhalten zu haben. Demzufolge werden die Frauen im Alter zwischen 38 und 42 Jahren komplett von der Außenwelt abgeschirmt: kein Besuch, Überwachung rund um die Uhr, kein Ausgang. Der bereits 89 Jahre alte König Abdullah soll seinem Sohn die Verantwortung für die Gefangenen übertragen haben.

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Islam im Kleid westlich-revolutionärer Ideologien

Proteste gegen die ägyptische Muslimbruderschaft (Bild: Voice of America, Public Domain/US-Gov)

Proteste gegen die ägyptische Muslimbruderschaft (Bild: Voice of America, Public Domain/US-Gov)

Auch Muslime müssen sich die Frage stellen, ob das, was heute so alles als islamisch etikettiert wird, auch wirklich etwas mit dem Islam zu tun hat.

Telepolis – Eren Güvercin

Es war eine Frage der Zeit, dass Splittergruppen in Ägypten auf Terroranschläge zurückgreifen. Die Nachricht vom Terroranschlag auf einen Touristenbus in Taba deutet zumindest darauf hin. Um jedoch die Krisen und Konflikte im Nahen Osten einordnen zu können und den Blick auf das Wesentliche nicht zu verlieren, reicht es nicht aus, auf die “Breaking News”, die im Sekundentakt auf uns einprasseln, zu schauen, sondern wir müssen vielmehr auf die historischen und ideologischen Hintergründe der verschiedenen Parteien eingehen. Gerade wenn es um die aktuelle Situation in Ägypten geht, spielt das Phänomen des politischen Islams hierbei eine Schlüsselrolle.

Die heutigen Kommunikationsmittel erlauben es dem modernen Staatsbürger, sich über alles zu informieren, ohne irgendetwas zu verstehen.
— Nicolás Gómez Dávila, Scholien zu einem inbegriffenen Text

Sowohl unter den Muslimen als auch Nichtmuslimen dominiert allzu oft das Denken in politischen Lagern, in Schwarz und Weiß, so als ob eine dritte Position denkunmöglich sei, als ob es keine Schattierungen gäbe, keine Nuancen. Und nicht wenige Experten stricken – bewaffnet mit den neuesten Nachrichten aus den Newstickern – an der Legende weiter, dass das Übel in Ägypten seinen Ursprung in der Religion, hier: im Islam, habe.

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Kauder: „Ich werde mich um die Lage der Christen in Nigeria kümmern“

Volker Kauder hat bei seiner Reise nach Ägypten auch mit dem Armeechef Abdel Fattah al-Sisi (ganz rechts) gesprochen. Er hält ihn für vertrauenswürdig Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Eine neue Dynamik wünscht sich der Franktionsvorsitzende von CDU/CSU, Volker Kauder, im Hinblick auf das deutsche und europäische Engagement in Ägypten. Er selbst will auch verfolgte Christen in Nigeria mehr in den Blick nehmen – und kündigt gegenüber pro eine große Arbeitstagung zur Lage der verfolgten Christen weltweit an.

pro Medienmagazin

pro: Sie haben vor einigen Tagen Ägypten besucht. Nach Ihrem Besuch teilten Sie mit, dass sich die Lage der Christen in Ägypten im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe. Was genau hat sich verändert?

Volker Kauder: Ich habe ein ausführliches Gespräch mit dem Papst der Kopten geführt. Tawadros II. hat mir berichtet, dass der Schutz der Christen und christlichen Einrichtungen in Ägypten wesentlich besser geworden ist, als er früher war. Es gibt zwar immer wieder Angriffe auf christliche Kirchen, aber bei weitem nicht mehr in dem Maße wie früher. Die neue Regierung bemüht sich also anscheinend mehr um die Christen und geht auch auf sie zu. Zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten war der Ministerpräsident Ägyptens in einer koptischen Kirche. Papst Tawadros II. sagte mir, es gebe Hoffnung für die Christen.

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Adonis: “Religion ist antidemokratisch und antirevolutionär”

Ali Ahmad Said, “Adonis”, Bild: wikimedia.org

Der gebürtige Syrer Adonis gilt als bedeutendster Dichter der arabischen Welt. In Paris erzählt er von den Lehren des Arabischen Frühlings, dem Bürgerkrieg in seiner Heimat und der Macht der Worte.

Von Claas RelotiusDIE WELT

Das Café de Flore, ein holzvertäfeltes Eckcafé im vornehmen Pariser Bezirk Saint-Germain, genießt unter Pariser Intellektuellen und Künstlern eine lange und reiche Tradition. Jean-Paul Sartre traf hier einst Simone de Beauvoir. Auch Giacometti und Picasso waren regelmäßige Gäste. Es verwundert nicht, dass auch Adonis diesen Ort als Treffpunkt vorgeschlagen hat. Der heute meistgelesene und somit bedeutendste Dichter der arabischen Welt lebt seit fast drei Jahrzehnten im Exil in Paris, nennt die Stadt sein Zuhause. Adonis trägt Hut und Regenmantel, als er den Salon betritt. Klein von Gestalt, aber von einer umso größeren Aura umgeben, scheinen ihn die Gäste an den Tischen sofort zu erkennen. Zum Gespräch bestellt der 83-jährige zwei Gläser weißen Rum auf Eis. “Rum hält jung und den Geist lebendig”, sagt er. Wer Adonis erlebt, wer ihm in seine wachen Augen blickt, würde nicht widersprechen.

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Pakistan: Atheisten in Gottes Republik

pakistani_atheistsIn Pakistan wächst die Macht der Extremisten. Gleichzeitig gibt es auch mehr Ungläubige. Sie leben in ständiger Todesgefahr

Von Sabina Matthay - DIE WELT

Ein Pseudonym wie eine Kampfansage: Hazrat NaKhuda – Sankt Ungott – nennt sich der Gründer der Facebook-Gruppe “Pakistani Atheists & Agnostics”. Ein Fanal gegen den Gottes-Glauben, das in der Islamischen Republik Pakistan Mut erfordert. Denn der Vorwurf der Gotteslästerung ist hier schnell konstruiert, und er kann den Tod bedeuten. Deshalb dient der Name der Gruppe auch ihrem Kopf als Pseudonym. Wenn er unter seinem echten Namen erzählen würde, woran er glaubt und woran nicht, dann könnte seine Geschichte schlecht ausgehen.

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Saudi-Arabien: Studentin stirbt – Arzt wird Zutritt verwehrt

qpress.de

Junge saudische Studentin stirbt an Herzinfarkt. Die Universität verweigerte dem zu Hilfe eilenden Notarzt den Zutritt zum Frauencampus, weil „der Islam es verbietet“.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Die strengen Regeln des Islam erlauben es männlichen Ärzten nicht, Frauen ohne Aufsicht zu untersuchen. Ein hoher islamischer Rechtsgelehrter sagte zum Vorfall: „Es ist Frauen nicht erlaubt, Teile ihres Körpers einem Arzt zu zeigen, auch nicht in einem Notfall“.

“Der Islam verbietet es Frauen, sich ohne Begleitung durch eine Aufsichtsperson von einem männlichen Arzt untersuchen zu lassen“. Mit diesen Worten kommentierte ein führender islamischer Rechtsgelehrter des saudischen Rats der Ulema den Vorfall. Der Gelehrte war aufgefordert worden, eine Fatwa zu erlassen, die festlegt, was im konkreten Fall erlaubt und was für das islamische Recht untersagt ist. Der Ulema bestätigte die Entscheidung des Frauencampus der King Saud University, dem männlichen Notarzt den Zutritt zu verweigern, der herbeigeeilt war, um das Leben der Studentin zu retten.

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Die Obsessionen des Herrn Kauder

Volker Kauder, Bild: wikimedia.org

Überall auf der Erde würden Menschen ihres Glaubens wegen gesellschaftlich ausgegrenzt, beruflich und in der Bildung benachteiligt. Sie würden bedroht, enteignet, ins Gefängnis geworfen, gefoltert und sogar ermordet. „Aber keine Glaubensgemeinschaft ist so sehr betroffen wie die Christen“, meint der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion. 100 Millionen seien es in rund 50 Ländern, beruft sich der protestantische Politiker auf Zahlen von „Open Doors“, einem überkonfessionellen Hilfswerk für verfolgte Christen, das international agiert. Auf deren Zahlen und Berichte zählt Kauder, wenn er nicht auf eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Er war auf Einladung der Gemeinde Freie Christen Bissingen Tebis und der Bietigheimer Volksmission gefolgt. Der große Saal und der Nebenraum m Kronenzentrum ist mit rund 700 Zuhörern voll besetzt.

Von Thomas FaulhaberLudwigsburger Kreiszeitung

Fast alle Nationen hätten die UN-Charta unterschrieben. Und diese garantiere die Religionsfreiheit, und auch die Freiheit seine Religion zu wechseln. „Die Realität sehe aber ganz anders aus“, betonte Kauder. Wer in islamischen Ländern missioniere, riskiere den Tod. Der Wechsel der Religion sei dort undenkbar. Schon der Besitz einer Bibel könne mit Haftstrafen bedroht werden. Zum Beispiel in Saudi Arabien.

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Christen-Lügen: Patrouillenboote für die Wahhabiten

micha_4Die Bundesregierung will beim Export von hundert Patrouillenbooten nach Saudi-Arabien mit rund 1,4 Milliarden Euro bürgen. Der Deal sei von “hoher Bedeutung”. Die Grünen fordern einen Stopp.

DIE WELT

Die Bundesregierung will einen milliardenschweren Rüstungsexport nach Saudi-Arabien mit einer Hermes-Bürgschaft absichern. Dies gehe aus einem vertraulichen Schreiben von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”.

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Sauditen wollen den Wahhabismus nach Kirgisien exportieren

© Flickr.com/timbrauhn/cc-by

Riad zeigt ein wachsendes Interesse an Kirgisien. Im Januar besuchte der stellvertretende Außenminister Saudi-Arabiens dieses Land. Zuvor weilte auch der Vorsitzende des Beratenden Gremiums von Saudi-Arabien in Bischkek. Indessen ist gut bekannt, dass die Sauditen die Hauptsponsoren einer Verbreitung der Ideologie des Wahhabismus sind. Und da wird Kirgisien kaum eine Ausnahme bilden.

Von Artjom KobsewStimme Russlands

„Heute sind wir Zeugen einer neuen Etappe der Zusammenarbeit zwischen Kirgisien und Saudi-Arabien. Die aktive Entwicklung des Zusammenwirkens zwischen beiden Ländern entspricht den allseitigen Interessen unserer Völker und beider Staaten.“ Diese Worte sagte der Außenminister Kirgisiens, Erlan Abdyldajew, nach seiner Unterredung mit dem stellvertretenden Außenminister Saudi-Arabiens, Khalid bin Saud bin Khalid Al Saud. Vorerst befindet sich die Zusammenarbeit beider Staaten im Anfangsstadium. Aber schon bald kann auf dem Territorium des Flughafens Manas ein saudisches Logistikzentrum entstehen. Übrigens, selbst wenn dieses Vorhaben realisiert werden sollte, sei es verfrüht, davon zu sprechen, dass die Entwicklung der Beziehungen zu Bischkek für die Sauditen eine Priorität geworden sei, vermutet der Mittelasien-Experte Arkadi Dubnow.

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