Schlagwort-Archive: Saudi-Arabien

Mufti: “Twitter ist eine Quelle von Lügen”

“Der Ursprung allen Übels”, Bild: AFP

Saudi-Arabiens oberster Geistlicher verurteilt Twitter

DIE WELT

Saudi-Arabiens oberster islamischer Geistlicher hat den Kurzbotschaftendienst Twitter als “Quelle von Lügen” und “Ursprung allen Übels” bezeichnet. “Wenn er richtig eingesetzt würde, wäre er von echtem Nutzen, doch leider wird er für triviale Dinge missbraucht”, sagte Scheich Abdul Asis al-Scheich in seiner Fernsehsendung “Fatwa”. Twitter sei der “Ursprung allen Übels”. “Die Leute stürmen dorthin im Glauben, dass er eine Quelle glaubwürdiger Informationen sei, doch er ist eine Quelle von Lügen und Falschheit”, klagte der Mufti.

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Aus der Traum vom Frieden

Friede„Was ist Frieden – und was rechtfertigt welchen Krieg unter den realen Bedingungen?“

Von Wolfgang Ockenfelskath.net

Der Traum vom ewigen Frieden ist wieder einmal ausgeträumt. Militärische Konflikte und terroristische Aktionen breiten sich aus und kommen immer näher. Die Ein- und Anschläge haben längst Deutschland, Europa und den „freien Westen“ erreicht.

Dabei waren wir uns nach 1989, nach der Auflösung des sowjetischen Imperiums, ziemlich sicher, daß sich künftige ideologische Differenzen, ökonomische Konkurrenzen und politische Machtkämpfe recht gut mit Dialogen neutralisieren ließen. Oder daß sie wenigstens nach pragmatischen Fairneßregeln eines freien globalen Marktes in zivilisierte Bahnen gelenkt werden könnten.

Religiös-kulturelle Überzeugungen der irrationalen, fanatischen und aggressiven Art lassen sich freilich nicht nach dem diskurstheoretisch-ökonomischen Modell besänftigen. Sie schreien laut in der Sprache der Gewalt, auf die es nur die Antwort der Gegengewalt zu geben scheint. Was sich uns als Problemlösungsmodell anbietet, ist inzwischen selber zum Problem geworden. Unsere politisch-ökonomischen Eliten sind nicht nur „unmusikalisch“, sondern taub, wenn es darauf ankommt, die religiösen, kulturellen und auch moralischen Signale zu hören, die den Konflikten vorausgehen und sie begleiten.

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Christliche Selbstverteidigung: Die rechte und die linke Wange

Freude an der Kampfkunst, nicht aber an der Gewalt: fortgeschrittene Karateka bei einem Lehrgang in Strausberg. (Hans Wiedl, dpa picture-alliance, bearb. BB)

Freude an der Kampfkunst, nicht aber an der Gewalt: fortgeschrittene Karateka bei einem Lehrgang in Strausberg. (Hans Wiedl, dpa picture-alliance, bearb. BB)

Im Nordirak und an vielen anderen Orten weltweit sind Christen Gewalt und Verfolgung ausgesetzt. Manche greifen zur Selbstverteidigung, andere warnen davor, sich zu wehren. Über die Vereinbarkeit von Kampfkunst und christlicher Ethik und sogenannte “Gotteskämpfer”.

Von Peter KaiserDeutschlandradio Kultur

“Taufen sind selten geworden in Tur Abdin, dem Berg der Knechte Gottes. Hier im Südosten der Türkei, nahe der Grenze zu Syrien und Irak, befindet sich eines der ältesten Klöster der Welt.”

“Vor der US-Invasion lebten mehr als eine Million Christen im Irak. Mehr als die Hälfte hat das Land seitdem verlassen.”

“Die Probleme in Nigeria sind sehr vielfältig. Wir haben ethnische, soziale, und ganz besonders religiöse Probleme. Und wenn dann all diese Themen aufeinander treffen, dann entsteht ganz oft ein Pulverfass. Das wiederum führt zu großen Krisen (…) und Gewalt und Leid.”

Die Situation ist nicht neu und vielfach bekannt. Jahr für Jahr werden Christen weltweit auf vielfältige Weise drangsaliert. Mitunter werden sie wegen ihres Glaubens auch getötet.

“Wenn ein Glied leidet, leiden die anderen Glieder mit.”

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Gemeinsamkeiten: Saudi-Arabien und “Islamischer Staat”

Hinrichtung in Saudi-Arabien, Bild: igfm.de

In Saudi-Arabien haben die Enthauptungen drastisch zugenommen. Auch wenn das Königreich die Dschihadisten des „Islamischen Staats“ bekämpft, sind die Gemeinsamkeiten in religiösen Fragen nicht so einfach beiseite zu wischen. Das wird besonders deutlich bei einer öffentlichen Hinrichtung.

Von Markus BickelFrankfurter Allgemeine

Gespenstische Stille liegt über dem Platz, als die beiden Henker zur Tat schreiten. Silbern blitzen die hüfthohen Krummsäbel in ihren Händen, ihre Augen sind hinter schwarzen Sonnenbrillen verborgen. Ein heißer Windstoß treibt Plastiktüten und einen Pappkarton über das Areal, Scharfschützen stehen auf den Dächern. Strammen Schrittes marschieren die großen Männer in ihren hellen Gewändern zur Mitte des Platzes, Mund und Nase sind mit Tüchern bedeckt. Vornübergebeugt auf zwei dünnen Stapeln Decken knien die beiden zum Tode Verurteilten Männer. Ihre Augen sind verbunden, Hals und Schultern freigelegt.

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Saudi-Arabien: Erneut Übergriff der Polizei gegen Christen

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

In Saudi-Arabien ist es wieder zu einem Übergriff der “Religionspolizei” (“Komitee zur Förderung der Tugend und zur Bekämpfung des Lasters”) gegen Christen gekommen.

kathweb

Wie die Nachrichtenagentur “Mideast Christian News” (MCN) berichtet, wurde in der Ölstadt Khafji an der Grenze zu Kuwait ein Haus umstellt, der Eigentümer – ein Inder – und 26 weitere Personen mit “Migrationshintergrund” wurden verhaftet, weil sie zu einem christlichen Gebetsgottesdienst zusammengekommen waren. Unter den Festgenommenen waren auch Frauen und Kinder. Bibeln und Musikinstrumente wurden konfisziert. Ein Nachbar hatte den Religionspolizisten den Tipp gegeben, dass es im Haus des Inders im Stadtteil Al-Aziziya christliche Gebetstreffen gebe.

Wegen der Arbeitsplätze in der Ölindustrie haben sich in Khafji viele Arbeitsmigranten aus asiatischen Ländern angesiedelt, nicht wenige von ihnen sind Christen. Sie haben keine Möglichkeit, ihren Glauben zu leben. In Saudi-Arabien besteht keine Religionsfreiheit; jeder christliche Gottesdienst (auch in Privathäusern) ist untersagt, ebenso die Einfuhr von Bibeln, Gebetbüchern, Kreuzen oder Ikonen.

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Witz: Wahhabiten-“Gelehrte” erlassen Fatwa gegen IS-Terroristen

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Terrorismus sei das Gegenteil dessen, was der Islam verkörpere: Mit dieser Begründung haben saudische Religionsgelehrte eine Fatwa gegen die Terrormiliz IS erlassen. Sie unterstützen damit Amerika.

Frankfurter Allgemeine

Hochrangige saudi-arabische Religionsgelehrte haben in einer Fatwa, einem Rechtsgutachten, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gutgeheißen. Terrorismus sei ein „abscheuliches Verbrechen“ und das Gegenteil dessen, was der Islam verkörpere, begründete der Rat der Höchsten Religionsgelehrten nach Angaben der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Spa am Mittwoch seine Entscheidung. Demnach gab der Rat auch den Plänen der saudischen Regierung seinen Segen, die Vereinigten Staaten im Kampf gegen die IS-Milizen zu unterstützen.

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Ägypten: Muslimbrüder unter Druck – Erdoğan—Sie sind bei uns willkommen

muslimbrotherhoodDie Türkei will den unter Druck geratenen ägyptischen Muslimbrüdern im Exil in Katar gegebenenfalls Zuflucht gewähren. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte laut türkischen Medien (Dienstag), sein Land werde Aufenthaltsgesuche Fall für Fall prüfen.

Deutsch Türkisches Journal

Wenn es keinen Hinderungsgrund gebe, seien Muslimbrüder ebenso wie andere ausländische Gäste in der Türkei willkommen, sagte Erdoğan auf dem Rückflug von einem zweitägigen Staatsbesuch in Katar vor Journalisten.

Katar hatte führenden Mitgliedern der dem politischen Islam zuzurechnenden Muslimbruderschaft nach dem Sturz von Ägyptens Staatspräsident Muhammad Mursi im Juli 2013 Aufenthalt gewährt. Die Gastgeber gerieten in der Folge unter diplomatischen Druck durch Ägypten wie auch Saudi-Arabien und andere Golfstaaten.

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Atheist Maher verteidigt Christen

Der bekennende Atheist Bill Maher hat sich in einer amerikanischen Fernseh-Show schützend vor Christen gestellt Foto: Angela George / Wikipedia | CC-BY 3.0

Der US-Komiker Bill Maher hat in der amerikanischen Talkshow Charlie Rose eine Lanze für Christen gebrochen. Dabei ist Maher selbst überzeugter Atheist.

pro Medienmagazin

Maher glaubt zwar nicht an Gott, aber dem Christentum scheint er doch etwas abgewinnen zu können. Zumindest hält er es für friedfertiger als den Islam: In der Talk-Sendung Charlie Rose sagte er, dass die meisten Christen nicht der Meinung seien, wer dem Christentum den Rücken kehrt, sollte dafür getötet werden. Christen behandelten Frauen auch nicht als Bürger zweiter Klasse. Ebenso glaubten sie nicht, dass getötet werden müsse, wer ein Bild von Jesus Christus zeichnet. Dies sei unter Muslimen anders.

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Die neuen Allianzen im Nahen Osten

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die Wucht des Islamischen Staats wirbelt das Freund-Feind-Denken im Nahen Osten durcheinander: Der Iran schließt eine Allianz mit den USA nicht aus. Und könnte vielleicht Baschar al Assad helfen?

Von Niels Krusestern.de

Im Nahen Osten gilt seit langer Zeit: Jeder gegen jeden und alle gegen Israel. Auf den jüdischen Staat als Feindbild konnten sich die meisten arabischen Länder bislang einigen, selbst wenn sie sich gegenseitig nicht ausstehen konnten oder können, wie etwa Iran und Saudi-Arabien. Die Nischen, in denen sich die beiden großen Vertreter der wichtigsten islamischen Strömungen eingerichtet hatten, sind in den letzten Jahren unbequemer geworden – vor allem mit Beginn des Arabischen Frühlings. Seitdem aber die Dschihadisten des (sunnitischen) “Islamischen Staats” die Macht in Teilen Syriens und dem Irak an sich gerissen haben, ist die Unbequemlichkeit einer Panik gewichen, die längst über die Region hinauswirkt.

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Kauders lehre Sprechblasen: “Verantwortung vor Gott”

Kauder rechtfertigte Waffenlieferungen an die Kurden im Irak und erklärte, Deutschland müsse offen für Flüchtlinge aus Krisenländern sein Foto: pro

Die Entscheidung, Waffen in den Irak zu liefern, muss Volker Kauder vor Gott verantworten. Diese Gedanken hat der Unions-Fraktionsvorsitzende am Mittwochabend während seines Vortrags „Gefährlicher Glaube: Christenverfolgung heute“ im erzgebirgischen Schwarzenberg öffentlich gemacht. Der Politiker möchte Ende der Woche in das Krisengebiet reisen.

pro Medienmagazin

Christenverfolgung finde aktuell vor allem dort statt, „wo staatliche Autorität nicht mehr in der Lage ist oder nicht bereit ist, Religionsfreiheit zu schützen und die Christen zu schützen“, sagte der CDU-Politiker. Dies sei etwa im Irak, in Syrien, dem Libanon, im Südsudan oder in Nigeria der Fall.

Dass die Verfolgung durch Terrorristen und unterschiedliche ethnische Gruppen passiere, bezeichnete Kauder als „eine der größten Herausforderungen für uns in Deutschland und die demokratisch organisierte Welt“. Nun habe sich die Bundesregierung entschlossen, Waffen in den Irak zu liefern. Dieser Vorstoß folge langen Diskussionen, ob Deutschland nur materielle Unterstützung und Überlebenshilfe oder auch militärische Hilfe, Munition und Waffen, biete.

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Deutschland liefert trotz des Gaza-Kriegs Rüstungsgüter an Israel

Bild: bilder.t-online.de

Bild: bilder.t-online.de

Deutschland hat auch nach Beginn des Gaza-Krieges noch Rüstungsgüter im Wert von über 600 Millionen Euro an Israel geliefert.

evangelisch.de

Das geht aus einer Antwort von Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Sontowski an den Linke-Politiker Jan van Aken hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Zwar seien seit Beginn der Angriffe am 8. Juli “keine Genehmigungen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz zum Zweck der Ausfuhrbeförderung nach Israel” erteilt worden. Aber seither habe es bereits zuvor genehmigte Ausfuhren im U-Bootbereich in Höhe von 599,24 Millionen Euro sowie von Waffenzündern im Wert von 908 150 Euro gegeben, teilte das Ressort von Minister Sigmar Gabriel (SPD) mit.

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Volker Kauder: “Wir müssen den Amerikanern dankbar sein”

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder, lobt den Einsatz der US-Armee gegen die islamistischen Terroristen im Nordirak – und bringt neue Regeln für Waffenexporte ins Gespräch.

Von Jochen Gaugele und Thomas VitzthumDIE WELT

Welt am Sonntag: Sind Sie urlaubsreif, Herr Kauder?

Volker Kauder: Für die meisten Menschen ist Urlaub sehr wichtig. Zum Glück bin ich gesund und fühle mich wohl. Und so komme ich ohne Urlaub aus. Ich vermisse ihn auch nicht.

Welt am Sonntag: Gar kein Urlaub, ist das nicht furchtbar?

Kauder: Überhaupt nicht. Ich mache jedes Jahr eine Sommertour durch meinen Wahlkreis. Ich bin 14 Tage lang von morgens bis abends unterwegs und spreche mit den Bürgern. Da erfahre ich sehr viel auch für die Arbeit in Berlin, und die Tour macht mir einfach Spaß.

Welt am Sonntag: Mal auf eine Insel oder in die Berge wie die Kanzlerin – wäre das nichts für Sie?

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Treppenwitz: Ägypten und Saudi-Arabien gegen den radikalen Islam

König Abdullah von Saudi-Arabien empfing den ägyptischen Präsidenten al-Sisi. / Bild: (c) REUTERS

König Abdullah empfing Präsident al-Sisi. Sie wollen die wahren und gemäßigten Werde des Islam fördern, so ein Sprecher al-Sisis.

Die Presse

Ägypten und Saudi-Arabien wollen gemeinsam gegen die Radikalisierung des Islam vorgehen. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi und König Abdullah hätten bei einem Treffen am Sonntag vereinbart, zusammen die wahren und gemäßigten Werte des Islam, ohne Extremismus und Terrorismus zu fördern, sagte Sisis Sprecher Ehab Badawi der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena zufolge.

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Vollverschleiert in die Selbstbestimmung

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Regierung, die Frauen zwingt, ein Stück anzuziehen und einer, die verlangt es auszuziehen? Unser Kolumnist Emran Feroz fragt, wer hier eigentlich Frauen unterdrückt: der Islam oder europäische Gerichte?

Von Emran FerozND

Wer Sara ins Gesicht schaut, sieht nur ihre blauen Augen. Vor rund vier Jahren entschloss sich die 26-Jährige, zum Islam zu konvertieren. Seit jeher trägt sie einen Niqab, eine Vollverschleierung. In Frankreich – das ist nun dank des Europäischen Gerichtshofes sicher – könnte sie für das Tragen des Niqabs mit einer Geldbuße bestraft werden. Nun erwägen weitere europäische Staaten das sogenannte »Burka-Verbot«.

Für Sara, die meint, vor einigen Jahren mit ihren blonden Haaren und blauen Augen nicht deutscher hätte sein können, ist das Urteil ein Affront. »Worin liegt der Unterschied zwischen einer Regierung, die einen zwingt, ein Stück Stoff anzuziehen und einer, die verlangt, ein Stück Stoff auszuziehen?«, fragt sich die junge Deutsche nun zu Recht. Denn das Urteil der Straßburger Richter ist nicht nur übertrieben, sondern fast schon radikalsäkular. Es ist eine Form staatlicher Gewalt, ein Stück Stoff zwanghaft aus der Gesellschaft zu verbannen. De facto darf der Staat nur in das Selbstbestimmungsrecht eines Individuums eingreifen, wenn dabei Rechte anderer verletzt werden. Man kann von einem Niqab halten, was man will, Rechte Dritter verletzt er sicherlich nicht.

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INTERVIEW MIT HAMED ABDEL–SAMAD ÜBER ISLAMISMUS

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad setzt sich kritisch mit dem Islam und Islamismus auseinander – so kritisch, dass radikale Muslime gegen ihn eine Fatwa aussprachen. Seitdem muss er geschützt werden. Mit dem Buchautor, der jetzt auf Einladung der Liberalen Gesellschaft nach Bremen kam, sprach Ben Zimmermann über das jüngste Burka-Urteil, islamistischen Terrorismus und das Erbe des arabischen Frühlings.

WESER KURIER

„Nichts ist mehr stabil“

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt. Ist dies aus Ihrer Sicht ein gutes Urteil?

Hamed Abdel-Samad: Ja. Es gibt auch im Islam kein Gebot, die Burka zu tragen. Sein Gesicht zu zeigen, ist extrem wichtig für die Kommunikation, damit jeder weiß, wer sein Gegenüber ist. Das Tragen der Burka ist ja eine klare Botschaft der Trägerin an die Gesellschaft: Ich will mit euch nichts zu tun haben.

Genau das war auch die Begründung der Richter. Könnte deren Urteil ein Mittel gegen die Ausbreitung eines reaktionären Islam sein?

Hamed Abdel-Samad: Man muss natürlich noch sehr viel mehr tun, beispielsweise in den Schulen. So plädiere ich auch dafür, dass Mädchen unter 16 Jahren kein Kopftuch tragen dürfen.

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Konfessionelle Spaltung des Islam: Wie Sunna und Schia getrennte Wege gingen

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Warum hassen sich die Sunniten und Schiiten im Irak? Die Antwort liegt knapp 1400 Jahre zurück. Doch der Wahnsinn wirkt bis heute und wird immer schlimmer. Die mächtigen Paten der beiden Konfessionen nutzen das für ihre Interessen.

Von Tom Garusn-tv

Wir alle streiten, das ist menschlich. Nicht zwangsläufig aber muss ein Streit in einer Feindschaft enden. Wenn die Gräben zu tief sind, wenn Vorwürfe zu schwer wiegen oder wenn der Streitpunkt nur am Leben erhalten wird, weil zwei Mächte um ihren Einfluss kämpfen, dann entwickelt Streit eine Eigendynamik, die in Hass umschlagen kann. Genau das ist im Nahen Osten passiert, wo sich Sunniten und Schiiten seit knapp 1400 Jahren niedermachen – und alles wegen einer Meinungsverschiedenheit.

Der Prophet Mohammed, der Gründer des Islam, starb überraschend im Jahr 632. Vor seinem Tod hatte er nicht geregelt, wer sein Nachfolger an der Spitze der neuen Glaubensgemeinschaft werden sollte. Zu dieser Zeit gab es noch keine Teilung in Sunniten und Schiiten. Erst mit dem Tod Mohammeds war ein Vakuum aufgerissen, das den gewaltigen theologischen Konflikt anziehen musste. Denn die Nachfolge Mohammeds an der Spitze der Muslime war nicht geklärt.

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Pazifismus: Pro Käßmann, Contra Broder

Hubschrauber des Heeres/Hammelburg Bild: bb

Hubschrauber des Heeres/Hammelburg
Bild: bb

Bundespräsident Joachim Gauck meint, im Kampf für Menschenrechte sei es manchmal erforderlich, „auch zu den Waffen zu greifen“. Er fordert mehr internationales Engagement von Deutschland. Ganz anders sieht das Margot Käßmann. In einem Interview sagte sie, einen gerechten Krieg könne es nicht geben. Doch können wir uns angesichts weltweiter Krisen Pazifismus noch leisten?

kath.net

PRO
Wie traurig, dass unsere Gesellschaft nur vom Krieg her denken kann! Da werden Milliarden von Euro investiert, um Waffen herzustellen. Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Nach Syrien, nach Libyen wurde geliefert, heute nach Saudi-Arabien und Katar – Staaten, die wahrhaftig nicht für eine blühende demokratische Kultur bekannt sind. Gleichzeitig beklagen wir Kriege, als sei es eine Überraschung, dass die Waffen auch angewendet werden.

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Käßmann fordert Ende der deutschen Rüstungsproduktion

Margot-Kässmann„Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen“, sagt Margot Käßmann. Sie freue sich, wie sehr die Deutschen den Krieg ablehnten, äußert die frühere EKD-Vorsitzende.

Frankfurter Allgemeine

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat deutsche Waffenexporte scharf kritisiert und ein Ende der Rüstungsproduktion in Deutschland gefordert. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sind“, sagte Käßmann der „Bild am Sonntag“. „Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen.“

Das Argument des Wirtschaftswachstums dürfe bei Rüstungsexporten nicht gelten, sagte die Theologin. „Da geht es um 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es muss doch möglich sein, diese Arbeitsplätze in konstruktive Produktionen zu verlagern“, sagte Käßmann der „BamS“.

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Wahhabismus: Der tägliche Gotteswahn in Saudi-Arabien

“ALS Unit” (Advanced Life Support) in Riad, Bild:AP

Ein Jahr lang arbeitete Stefan Bauer als Rettungsassistent für den Roten Halbmond in Saudi-Arabien. Viele der Geschichten, die der Deutsche über diese Zeit erzählt, sind kaum zu ertragen – und bieten einen seltenen Einblick in eine abgeschottete Gesellschaft.

Von Rainer LeursSpON

SPIEGEL ONLINE: Herr Bauer, Notärzte und Rettungsassistenten sind normalerweise einiges gewohnt, was blutige Szenen und menschliche Schicksale angeht. Sie haben ein Jahr als Paramedic in Riad gearbeitet; am Ende konnten sie nachts nicht mehr schlafen. Was war da los?

Bauer*: Zunächst mal habe ich in dem einen Jahr geschätzt 250 Verkehrstote gesehen. Das erleben Sie im deutschen Rettungsdienst in einem ganzen Berufsleben nicht.

SPIEGEL ONLINE: Warum war das so?

Bauer: Die Leute halten sich nicht an Verkehrsregeln, anschnallen braucht man sich nicht. Dicke Autos sind zudem oft das einzige Hobby der jungen Männer: Kinos, Bars oder Konzerte gibt es keine, und mit Frauen treffen kann man sich auch nicht wirklich. Was es gibt, ist die Ring Road, einen Highway, der um die Stadt Riad herumführt. Dort gehen diese Leute driften, und irgendwann überschlägt sich eben einer. Dann haben Sie fünf, sechs Tote auf dem Highway liegen. Gerade am Wochenende war klar: Die ganze Nacht müssen Sie zu schlimmen Verkehrsunfällen fahren.

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Dodo Käßmann: Es gibt keinen „gerechten Krieg“ – nicht mal gegen Hitler-Deutschland

Margot-KässmannJüngst feierte die Welt den 70. Jahrestag des D-Day. Da bricht die Ex-EKD-Vorsitzende Käßmann eine Lanze für den Frieden. Und wartet mit einer provokanten These auf: Es gebe keinen „gerechten Krieg“ – noch nicht einmal gegen Hitler-Deutschland.

FOCUS ONLINE

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat sich kritisch über deutsche Waffenexporte geäußert. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sind“, sagte Käßmann der „Bild am Sonntag“. „Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen.“

Wir müssten fragen, so Käßmann, „wer denn all die Waffen und die Teile für die Giftgasanlagen nach Syrien geliefert hat. Das war leider sehr oft auch Deutschland.“

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