Schlagwort-Archive: Schmerzbehandlung

Strafrechtler Merkel fordert Ergänzung im Beschneidungsgesetz

Reinhard Merkel, Bild: wikipedia

Ein Jahr nach Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes hat der Strafrechtler Reinhard Merkel eine Ergänzung der Regelung gefordert.

evangelisch.de

Die Schmerzbehandlung bei der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen sei nach seinen Informationen in der großen Mehrzahl der Fälle nach wie vor “hoffnungslos unzulänglich”, sagte Merkel in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das treffe vor allem auf Neugeborenenbeschneidungen zu, also vor allem bei jüdischen Jungen. Merkel forderte einen zusätzlichen Absatz im Beschneidungsgesetz, um dies zu verbessern.

Darin solle das Bundesgesundheitsministeriums damit beauftragt werden, eine Verordnung zu erlassen, “die präzise ausbuchstabiert, wie die medizinischen Regeln – vor allem die der Anästhesie und die Sterilitätsbedingungen – genau aussehen, die bei einer Beschneidung zu beachten sind”. Merkel, der auch Mitglied im Ethikrat ist, bezeichnete die bisherige Regelung, die religiös motivierte Beschneidungen erlaubt, wenn sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausgeführt werden, als zu undeutlich.

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Nocebo-Effekt: Krank vor Angst beim Arzt

Bild: onmeda

Die Furcht vor Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung behindert oft die Heilung. Ein falsches Wort vom Arzt kann Patienten sogar krank machen.

Von Susanne WächterOnmeda

“Ihr Rücken ist ein Trümmerfeld”, oder: “dann machen wir sie jetzt fertig”, solche Aussagen von Medizinern, können für Patienten fatale Folgen haben. Während Tabletten ohne jeglichen Wirkstoff heilen können, kann im Umkehrschluss eine bloße Erwartung bei der Einnahme von pharmazeutischen Mitteln oder einer ärztlichen Behandlung krank machen. Nocebo, was übersetzt so viel heißt wie “ich werde schaden”, gilt als das Gegenteil des bekannteren Placebo-Effektes.

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Kinderarzt kritisiert Beschneidung: „Sie dürfen Kinder nicht betäuben“

Das Werkzeug des Beschneiders – Anästhesie ist nicht dabei. Bild: dapd

Der Chef des Kinderärzteverbands sieht mehrere Widersprüche im Beschneidungsgesetz. Mängel bestünden vor allem in der Schmerzbehandlung.

Interview: Heide Oestreichtaz

taz: Herr Hartmann, der Gesetzentwurf zur Beschneidung erlaubt diese nur, wenn sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausgeführt wird. Was heißt das?

Wolfram Hartmann: Das kann nur bedeuten, dass die Kinder bei diesem Eingriff mindestens lokal betäubt werden. Wir wissen aus der Schmerzforschung, dass Schmerzzäpfchen oder Salbe nicht annähernd ausreichen.

Genau die wenden aber jüdische Beschneider oft an.

Da liegt auch der Widerspruch in diesem Gesetzentwurf. Lokalanästhesien oder Narkosen dürfen nur Ärzte legen. Der Gesetzentwurf sagt aber, dass auch andere „befähigte“ Personen die Beschneidung durchführen dürfen. Die dürfen aber keine Spritzen und schon gar keine Narkose geben.

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Beschneidung soll auch ohne Religion legal sein

Justizministerin legt Gesetzesplan zur Einwilligung der Eltern in die Entfernung der Penis-Vorhaut vor

Von Matthias KamannWELT ONLINE

Der Eingriff ist laut Entwurf nur zulässig, wenn er nach den Regeln der medizinischen Kunst durchgeführt wird.

Die Aufgabe war schwer, das Problem ist unter Juristen wie Medizinern umstritten. Nachdem das Kölner Landgericht im Mai die Beschneidung der Penis-Vorhaut bei kleinen Jungen für strafbare Körperverletzung erklärt hatte, kamen in der folgenden Debatte antisemitische und antiislamische Ressentiments zu Tage, Juden und Muslime zeigten sich stark verunsichert. Und auch Wohlmeinende gerieten in knifflige Abwägungsfragen zwischen dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit, dem elterlichen Sorgerecht und der Religionsfreiheit. Doch nun glaubt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) eine Lösung gefunden zu haben: In einem Eckpunktepapier, das der “Welt” vorliegt, skizziert sie ein Gesetz, mit dem die Beschneidung legalisiert werden soll.

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