Schlagwort-Archive: Schöpfung

Grundschule: Schöpfungsverblödung der Kinder

kreationismus Grundschüler erfahren über die Entstehung der Welt offiziell nur das, was die großen Religionen dazu sagen. Den Kindern werden uralte Mythen vermittelt, während die Lehrpläne ihnen die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften dazu vorenthalten. Wieso das so ist, und warum es Bemühungen gibt, das zu ändern.

Von Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Viele Kinder beginnen schon früh, sich für Dinosaurier zu interessieren. Sie entdecken im Zoo die Ähnlichkeit zwischen Menschen und Schimpansen. Vielleicht fragen sie sich auch, wieso die Giraffe einen so langen Hals hat, wieso der Tiger so viel größer ist als die Hauskatze und was Hund und Wolf miteinander zu tun haben.

Dann bleibt zu hoffen, dass Eltern, Verwandte oder Bekannte fundierte Antworten auf ihre Fragen haben. Denn in den Grundschulen erfahren die meisten Kinder zur Entstehung und Entwicklung der Arten offiziell Folgendes: Gott hat die Welt, alle Tiere und die ersten beiden Menschen innerhalb von sechs Tagen erschaffen.

So heißt es im Religionsunterricht.

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Das Jüngste Gericht ist selbst gemacht

Historischer Kalender (UB Augsburg)

Das endzeitliche Denken sei im Christentum verankert, meint Achim Landwehr. Der Zeitgeist der Gegenwart sei im 17. Jahrhundert geprägt worden. Erst dann sei die Gegenwart als ein Zeitraum entdeckt worden.

Moderation: Liane von BillerbeckDeutschlandradio Kultur

Liane von Billerbeck: Wenn am Wochenende die Uhren umgestellt werden, dann soll das durch den leicht veränderten Tagesrhythmus Strom sparen. Wir sparen, weil wir nicht auf einen ökologischen Abgrund hinsteuern wollen, und weil wir das wollen, drehen wir an der Uhr und greifen in die Zeit ein. Der Historiker Achim Landwehr hat sich damit befasst, woher unsere Vorstellungen von Zeit kommen, in seinem Buch “Die Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert”. Er ist jetzt aus Düsseldorf zugeschaltet. Herr Landwehr, ich grüße Sie!

Achim Landwehr: Guten Tag, Frau von Billerbeck!

von Billerbeck: Wir haben es mit einem Zeitmodell zu tun, das sowohl seit dem 17. Jahrhundert in Europa nicht mehr so aktuell war wie heute, nämlich mit der Endlichkeit der Welt. Wie war das, Herr Landwehr, mit der Endlichkeit der Welt? Welche Rolle spielte die im 17. Jahrhundert?

Landwehr: Sie spielte eine ungemein dominante Rolle, nicht erst im 17. Jahrhundert, sondern auch schon in den Jahrhunderten davor. Man kann durchaus davon sprechen, dass in einer christlich-religiös geprägten Welt das endzeitliche Denken gewissermaßen normal ist, denn wenn man sich einfach nur mal die Bibel anguckt, dann ist eine apokalyptische Vorstellungswelt da schon von vornherein eingeschrieben, denn die Welt, die Schöpfung wird irgendwann enden, das ist Gewissheit, und das ist auch das Einzige, was man lange Zeit meint, über die Zukunft sicher zu wissen, nämlich, dass das Ende nah ist. Und im 17. Jahrhundert war dieses Ende ungemein aktuell. Man vermutete also auch beständig, dass dieses Ende unmittelbar bevorstünde. Es gibt Berechnungen, mathematische Berechnungen, es gibt Prophezeiungen der unterschiedlichsten Art, Propheten, die auftreten und die das genaue Datum meinen, vorherbestimmen zu können, wann denn nun das Jüngste Gericht tatsächlich eintritt. Also von daher: Das war im 17. Jahrhundert tatsächlich noch eine sehr konkrete Vorstellung, dass die Welt enden würde.

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Und Gott schuf Darwins Welt: Schöpfung, Evolution und der Protest des Kreationismus

Bild: hippo by swatts

Bild: hippo by swatts

Kreationisten und die Bewegung für ein „intelligentes Design“ sind sich sicher: Die Evolutionstheorie ist falsch oder mindestens unvollständig. Sie meinen, wissenschaftlich beweisen zu können, dass die Schöpfungsgeschichten am Anfang der Bibel wissenschaftlich zutreffen, und dass ein intelligentes Wesen die Welt und die Lebewesen schuf. Sie meinen auch, damit den biblischen Schöpfungsglauben verteidigen zu können.

Von Hansjörg HemmingerEvangelische Akademie im Rheinland

Charles Darwin begründete mit seinem 1859 erschienenen Hauptwerk „Vom Ursprung der Arten“ nicht nur die heutige Evolutionstheorie, sondern die moderne Biologie insgesamt. Die Mehrheit der Biologen hielt vor diesem historischen Datum an der Konstanz der Arten fest, unter anderem der Systematiker Carl von Linné und der Paläontologe Georges Cuvier. Sie gingen zwar von einer langen Geschichte des Lebens aus, die man aus der Untersuchung der geologischen Schichten erschloss. Sie waren jedoch nur bereit, begrenzte Variationen der Lebewesen innerhalb eines vorgegebenen Artrahmens anzuerkennen. Erst Charles Darwin gelang die schlüssige Zusammenfassung aller Argumente für die Abstammungslehre:[1]

  • die gemeinsame Abstammung aller Lebewesen
  • der Gradualismus (Änderung durch kleinste Schritte)
  • die Artbildung in Populationen, nicht durch individuelle Variationen
  • die natürliche Selektion oder natürliche Zuchtwahl als wichtigster Naturprozess, der Ursache der Evolution ist

Die beschreibende Abstammungslehre, wie sie von den ersten drei Punkten umrissen wird, setzte sich fast allgemein durch. Das galt nicht für den vierten Punkt, die Selektionstheorie. Es dauerte viele Jahrzehnte, bis sie überzeugend begründet war und die Vererbung erworbener Variationen widerlegt werden konnte. Endgültig wurde dies erst hundert Jahre später durch die Entwicklung der modernen Genetik möglich.

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So nicht, Herr Spaemann

Bild: br.de

Matthias Matussek nimmt sich den Philosophen Robert Spaemann zum Kronzeugen für sein homophobes Weltbild. Zeit für eine Abrechnung im Namen des Herrn.

Von Alexander GörlachThe European

Matthias Matussek hat in seinem Beitrag „Ich bin wohl homphob. Und das ist auch gut so.“ seine Einstellung zur Homosexualität mit einem Zitat des Philosophen Robert Spaemann begründet:

„Das Natürliche ist auch moralisches Maß für die Beurteilung von Defekten. Nehmen Sie die Homosexualität: Die Abwesenheit der sexuellen Anziehungskraft des anderen Geschlechts, auf dem die Fortexistenz der menschlichen Gattung beruht, ist ein solcher Defekt. Aristoteles nennt das einen Fehler der Natur. Ich sage, es ist einfach ein unvollständig ausgestattetes Wesen, wenn es über die Dinge nicht verfügt, die zu einem normalen Überleben gehören.“

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Papst Franz: Dodo des Monats Dezember 2013

Dodo des Monats Dezember 2013

Dodo des Monats Dezember 2013

papst_jesus_puppeDie menschliche Reproduktion, sprich Fortpflanzung spielt im Leben der Pfaffen, insbesondere der katholischen, eine bedeutende Rolle, werden doch damit neue Gläubige reproduziert. Insofern ein lebensnotwendiger Aspekt frömmelnder Altmänner-Herrlichkeit, die auch schon mal mit Puppen spielt.

Betrachten wir nun den vertikalen Gentransfer des imago dei im Lichte der Mythen-und Sagenwelt des Christentums. Wurde anfänglich noch ein Klumpen Lehm göttlich beatmet, entsprechende Formung vorausgesetzt, gab es als Zugabe des Unaussprechlichen eine Gespielin. Die hier angewendete Technologie gestaltete sich etwas schwieriger, aus der Rippe des männlichen Ebenbildes Gottes wurde nun eine weibliche Gestalt geschöpft. Da auch Eva dem imago dei entsprochen haben soll ist davon auszugehen, dass der Schöpfergott Mann und Frau zugleich ist, wie sonst hätte er wissen sollen, wie Frau aussieht?

Nach dem Sündenfall wurde es ganz kompliziert, da hat der alte Tattergreis ein sehr verworrenes procedere entwickelt, geradezu teuflichen Charakters. Lassen wir die profane Mechanik des Geschlechtsaktes außen vor, es kommt wie es kommen muss, der Samenerguss des Nachkommens von Adam wird herausgeschleudert, dass sind 20-150 Millionen Spermien, alle haben nun ein Ziel, die Eizelle, die von Frau Eva göttlicherweise bereitgestellt wurde. Das große Sterben beginnt. Die Spermien bewegen sich dank ihres flagellenartigen Schwanzes in den Eileiter von Eva. Auf dem Weg dorthin werden sie aber erst zeugungsfähig, weil weibliche Enzyme Proteine an den Spermien entfernen müssen. Dieser Vorgang dauert mehrere Stunden, in dieser Zeit können die Spermien keine Eizelle befruchten. Das ist göttlicher Sadismus. Hinzu kommt, im sauren Milieu der Scheide sterben Millionen von Spermien ab. Nur wenige Hundert erreichen den Eileiter von Frau Eva. Ein Spermium hat nun die Gelegenheit an die Eizelle anzudocken, diese Göttlichkeit entnehmen wir mal der Wikipedia:

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USA: Das Disneyland der Schöpfung

Quelle:brightsblog

Quelle:brightsblog

Ein großer Teil der Amerikaner tut noch immer so, als habe es Darwin nie gegeben, geht aus einer Umfrage hervor. Vor allem Evangelikale sind davon überzeugt, dass ein Schöpfer den Menschen in seiner heutigen Gestalt auf die Erde setzte.

Von Torsten Hamsen - Berliner Zeitung

Es ist kaum zu fassen: Mehr als 150 Jahre nach der Veröffentlichung des Werks „Über die Entstehung der Arten“ von Charles Darwin lehnt noch immer jeder dritte US-Amerikaner den Gedanken an die Evolution ab. 33 Prozent sind der Auffassung, die Menschen hätten schon immer die gleiche Gestalt wie heute gehabt.

Das ergab eine Umfrage des Washingtoner Pew Research Centers. Etwa 60 Prozent aller Befragten meinten zwar, der heutige Mensch sei das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Aber auch von denen, die die Evolutionstheorie bejahen, glauben nur 32 Prozent, dass hier eine natürliche Auslese am Werk war. 24 Prozent aller Befragten sehen das Leben auf der Erde als Werk eines Schöpfers.

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Jeder dritte Amerikaner glaubt, dass Gott ihn schuf

charles_darwin_nkmbGott hat den Menschen und die Welt geschaffen, die Abstammung vom Affen ist Unsinn: Das glaubt ein beträchtlicher Teil der US-Bevölkerung, wie eine Umfrage zeigt.

20 minuten

Das Pew Research Center wollte von den Amerikanern wissen, ob sie die Evolutionstheorie akzeptieren oder an die Schöpfungsgeschichte glauben. Dabei zeigte sich: 33 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Menschen seit dem Anbeginn der Zeiten in der heutigen Form existieren. 60 Prozent dagegen sind sicher, dass sich die Menschen über die Zeit entwickelt haben, wie es der derzeitige Stand der Forschung sagt.

Besonders stark vertreten sind die Verfechter der biblischen Schöpfungstheorie – in jüngster Zeit als «Intelligent Design» verbrämt – unter weissen Protestanten. In dieser Gruppe halten 64 Prozent die Evolutionstheorie für falsch. Bei ihren dunkelhäutigen Glaubensbrüdern sind es 50 Prozent, bei Katholiken ein gutes Viertel.

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Thomas Nagels Geist in der Flasche

kreationismusErklärt die Evolutionstheorie alles? Nein, sagt Star-Philosoph Thomas Nagel, gerade das Wichtigste eben nicht: uns! Eine Kampfansage ans herrschende Weltbild. Der Streit tobt.

Von Wolfgang SchützAugsburger Allgemeine

In den USA wurde der „Krieg der Wissenschaften“ ausgerufen. Denn tatsächlich geht es bei dem, was der Philosoph Thomas Nagel mit seinem Buch „Geist und Kosmos“ ausgelöst hat, um weit mehr als einen Streit unter Forschern. Es geht um alles, um die Richtigkeit unseres Weltbildes. Oder besser: Es geht darum, dass es „so gut wie sicher falsch ist“, wie Nagel schreibt. Und sofort ist die versammelte Wut der Naturwissenschaftler über ihn hereingebrochen. Physiker, Chemiker und Biologen sehen sich in ihren Grundfesten attackiert. Das bedeutet nicht weniger als: Der Philosoph bringt die Evolutionstheorie ins Wanken.

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Christ bleiben – auch als Wissenschaftler

Bild: livenet.ch

Natur- und Geisteswissenschaften werden von Christen oft als Gefahr für den Glauben angesehen. Das Magazin INSIST sprach dazu mit drei christlichen Akademikern, die mit dem Thema unverkrampft umgehen. Wir bringen Auszüge aus einem ausführlichen Interview.

jesus.ch

Dr. Konrad Zehnder ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Schweizerischen Geotechnischen Kommission an der ETH Zürich. Das Magazin INSIST konfrontierte ihn mit der Frage, wie er mit dem «methodischen Atheismus» in der Naturwissenschaft umgehe. Denn die Forscher müssten ja Gott bei ihrer Arbeit ausklammern.

Der Glaube verändert meine Haltung beim Forschen

«Als gläubiger Christ und Naturwissenschaftler muss ich Gott nicht extra ausklammern, wenn ich forsche», lautet die überraschende Antwort des ETH-Forschers. Wenn er forsche, tue er das mit bestimmten Methoden. Und diese hätten nichts zu tun mit der Frage nach Gott. Dennoch ist für ihn klar, «dass Gott da und auch in der Natur gegenwärtig ist». Die Frage nach Gott spiele aber eine Rolle, «wenn es darum geht, wie ich meine Forschungsaufgabe löse. Die Schöpfung ist von Gott gewollt. Sie ist ein wunderbares Spiel mit vielen Facetten, in die man im Verlaufe der Jahrhunderte immer mehr Einblick erhalten hat.» Diese Einsicht verändere seine Haltung beim Forschen. Wie denn? Dazu Konrad Zehnder: «Einerseits indem die ständige Bewegtheit, Veränderung, das Ringen der Natur, die erschütternden Gegensätze zwischen wunderbaren ‘Kunst’-Werken (Lebewesen, Kristalle, Landschaften…) und abgründigen, zerstörenden Kräften und das Leiden in der Natur mir das ‘Seufzen der ganzen Schöpfung’ vor Augen führt. Andererseits indem ich Gott um Lösungen bitte, wenn ich beim Suchen nach Vorgehensweisen oder nach Erklärungen von unerwarteten, nicht verstandenen Ergebnissen nicht mehr weiter komme – und sie mir auch geschenkt werden.»

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Suche nach dem Beweis für Gott

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)

Neue Atheisten wie Richard Dawkins argumentieren empirisch-naturwissenschaftlich, warum es Gott nicht gibt. Unter Philosophen gibt es aber auch eine Gegenströmung. Sie untersucht, ob sich die Existenz Gottes beweisen lässt – ohne religiöse Vorannahmen.

Deutschlandfunk – Burkhard Schäfers

Gibt es einen Gott? Diese Frage lässt den Menschen nicht los. Immer wieder versuchen Wissenschaftler, die Existenz Gottes zu belegen, ohne sich auf religiöse Erfahrungen oder die Heiligen Schriften zu beziehen. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich in den vergangenen 25 Jahren die These vom sogenannten “Intelligent Design”: Es setzt einen intelligenten Urheber allen Lebens voraus und widerspricht damit der Evolutionsbiologie nach Darwin. Theologisch gesehen sei der Ansatz minimalistisch, sagt Armin Kreiner, Fundamentaltheologe an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität:

“Deshalb versteht sich Intelligent Design als eine wissenschaftliche, biologische Theorie. Intelligent Design setzt weder einen Schöpfer noch Wunder voraus. Es geht also angeblich nicht darum, den biblischen Gott zu beweisen, sondern es geht darum, zu sagen: Da gibt’s etwas, was intelligent ist, was Geist hat.”

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Kleine Kirchen-Revolution: Evangelische Kirche traut erstes Schwulenpaar

Kerzen, Blumen, große Gesellschaft: Bei der Trauung von Christoph und Rüdiger Zimmermann sieht fast alles so aus wie bei einer traditionellen Hochzeit.© Tagesschau/HR

Christoph und Rüdiger Zimmermann haben sich einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert: Als erstes gleichgeschlechtliches Paar haben sie in einer protestantischen Kirche in Hessen geheiratet.

Von Ina Lindenstern.de

In der kleinen Kirche im hessischen Seligenstadt richten sich alle Augen auf sie: Christoph und Rüdiger Zimmermann tragen dunkle Anzüge mit Weste, in jeder Sackotasche steckt eine Rose. Fast wie ein geteilter Brautstrauß. “Unsere Liebe ist nicht nur eine Sache des Verstandes, sondern des Herzens”, liest einer der beiden aus einem gebundenen Programmheft vor. Ernst und sehr langsam.

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Kreationisten von Wort und Wissen erklären Sterbehilfe – Pseudowissenschaftlich

Gerhard Steier, Vorsitzender der Lebensrechtsgruppe Kaleb, rechnet damit, dass Sterbehilfe in Deutschland legalisiert wird Foto: pro

Um Sterbehilfe und darüber, wie Wissenschaft und Glaube zusammenpassen, ging es in zwei Seminaren, die die Besucher der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg besuchen konnten. Beide Referenten waren sich einig: Christen sollten sich ihrer Ansichten nicht schämen.

pro Medienmagazin

Dass Wissenschaft und der Glaube an Gott kein Gegensatz ist, erklärte Dr. Harald Binder, Referent und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Studiengemeinschaft Wort und Wissen im Rahmen der Allianzkonferenz. „Lassen Sie sich nicht einreden, dass der Verstand draußen vor der Tür bleiben muss, wenn man mit Gott zu tun hat.“ Denn Gott habe den Menschen den Verstand selbst gegeben und gewollt, sagte der Chemiker und verwies auf die Bibelstelle Markus 12, 29, wo es heißt: „Du sollst Gott den Herrn lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und von deinem ganzen Verstand.“

Zwar sei nicht alles, was in der Bibel stehe, aus naturwissenschaftlicher Sicht leicht nachvollziehbar. Binder verwies in dem Zusammenhang auf die Frage der Evolution und der biblischen Darstellung der Schöpfung. Es gebe aber auch andere Sachverhalte, die naturwissenschaftlich nicht erklärt werden könnten, wie zum Beispiel die Entstehung der Moai-Figuren bei Rano Raraku auf den Osterinseln: „Niemand weiß, wie sie dorthin kamen – aber die Erklärung, dass alles natürlich passiert ist, wäre nicht befriedigend. Wir vermuten, dass irgendjemand seine Finger im Spiel hatte.“

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USA: Atheisten umweltbewusster als Christen

Ist das Christentum eine grüne Bewegung? Die Annahme liegt nahe, schließlich ist die Natur ein Teil der Schöpfung.

Deutschlandradio Kultur

Doch wie US-amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, sind Christen deshalb nicht umweltbewusster als Anhänger anderer Religionen oder Atheisten. Für die USA trifft demnach sogar eher das Gegenteil zu. Für ihre Studie hatten die Forscher die Daten von mehr als 1.400 Menschen ausgewertet. Die Ergebnisse der Studie sind im Fachblatt “Organization & Environment” erschienen.

Kreationismus auf dem Vormarsch?

kreationismusMuss man die Bibel wörtlich nehmen? Ja, sagen die Kreationisten: Eine Evolution hat nie stattgefunden, Darwin irrt. Gott hat die Welt in einem Zug so geschaffen, wie sie heute ist. Gegen diesen Fundamentalismus wehren sich Wissenschaft und Theologie.

BR αlpha

Von welcher Schöpfung berichtet die Bibel?

Die Schöpfung dauerte sechs Tage. Am ersten Tag schuf Gott das Licht und trennte es von der Dunkelheit. Am zweiten Tag teilte er die Wasser und wölbte den Himmel. Am dritten Tag schied er die Wasser vom Land und rief die Pflanzen ins Leben. Am vierten Tag setzte er die Gestirne an den Himmel. Am fünften Tag schuf er die Tiere des Wassers und der Luft und schließlich am sechsten Tag zuerst die Tiere des Landes und zuletzt den Menschen. Er schuf ihn zu seinem Bilde, ihm gleich, bestimmt, die Erde zu füllen und zu herrschen “über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.”

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Adam, Eva, der Stegosaurus und das Leerbuch des Herrn Junker

Bild: faz.net

Gott schuf die Welt in sechs Tagen, am siebten ruhte er. Was die meisten Christen als Metapher verstehen, nehmen Kreationisten wörtlich. Und lehren es an privaten Bekenntnisschulen.

Von Julia KernFrankfurter Allgemeine

Reinhard Junker war noch niemals in New York. Oder auf Hawaii. Der Mann mit der Föhnfrisur und dem verschmitzten Lächeln war überhaupt noch nie in den Vereinigten Staaten, erst recht nicht in Petersburg, Kentucky. Dabei ist die Welt dort genau so, wie sie ihm gefällt, auf den 70.000 Quadratmetern des „Creation Museum“: Gott schuf die Erde und all ihre Bewohner in sechs Tagen. Ausstellungsstücke zeigen Kinder, die mit Dinosaurierbabys spielen – bis die Sintflut kam und die Dinosaurier auf der Arche keinen Platz fanden. Für die Macher des „naturkundlichen Erlebniscenters“ ist die Welt wenige tausend Jahre alt und Evolution atheistische Ideologie.

Auch Reinhard Junker nimmt die Schöpfungsgeschichte der Bibel wörtlich. Er ist Kreationist, und gemeinsam mit Gleichgesinnten bemüht er sich, diese Vorstellung von der Entwicklung der Welt auch in Deutschland weiterzuverbreiten. Nicht nur im privaten Wohnzimmer oder im freikirchlichen Gemeindehaus, sondern auch in Klassenzimmern.

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Atheismus und Religion: Wie Pech und Schwefel

Bild. The European

 

Atheismus und Religion stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Je stärker der eine, desto stärker die andere. Erlösung brauchen wir von keinem der beiden.

Von Detlef PollackTheEuropean

Der Atheismus ist auf dem Vormarsch. Die religionskritischen Schriften von Richard Dawkins, der die Schöpfungsvorstellungen der Religionen als unvereinbar mit der Evolutionstheorie ansieht, sind Bestseller. Berufsatheisten wie Michael Schmidt-Salomon bringen im Fernsehen Kardinäle und andere Kirchenvertreter argumentativ in Bedrängnis – der Atheismus als weltanschauliches Bekenntnis ist in die deutsche Öffentlichkeit zurückgekehrt.

Wer gedacht hatte, dass Freigeisterei, Darwinismus und Religionskritik unwiderruflich dem 19. Jahrhundert angehören und heute einer gelasseneren Sicht auf die Dinge gewichen sind, sieht sich getäuscht. Das kämpferische Eintreten für Positionen des Atheismus drängt auf Beachtung.

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Streit um „Schöpfung und Evolution“ in der Schule

Kreationismus: Nicht im Lehrplan, trotzdem gelehrtDer 1. Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, hat Position für die Bekenntnisschulen in einem aktuellen Streit bezogen: Eine Empfehlung des „Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen“ (VEBS) legt seinen Mitgliedsschulen nahe, Evolution und deren Kritik daran im Unterricht gleichermaßen durchzunehmen. Ein Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin hatte in der Tageszeitung Die Welt dagegen protestiert: Eine Gleichstellung von biblischem und naturwissenschaftlichem Weltbild sei „falsch und gefährlich“.

pro Medienmagazin

Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) will nach eigener Aussage bei Schulgründungen und bei der Fortbildung von Lehrern helfen, Lehrerstellen vermitteln und für den Austausch von Know-how und didaktischer Konzeptionen sorgen. Zu seinen Aufgaben zählt er zudem die Schaffung einer biblisch orientierten Lehrerausbildung sowie die Erstellung von Lehr- und Lernmaterial, das an christlichen Werten orientiert ist. Im November 2012 gab der Verband eine Stellungnahme zu der Frage heraus, „wie der Themenbereich Schöpfung und Evolution an christlichen Bekenntnisschulen zur Behandlung gelangen könnte“.

Der Text stammt vom Theologen und ehemaligem Gymnasiallehrer für Biologie und Mathematik Reinhard Junker. Er ist Geschäftsführer der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, welche die auf der Bibel gründende Schöpfungslehre den Aussagen der Evolutionstheorie gegenüber stellt. Die Mitglieder sind der Meinung, dass die heute noch bestehende Monopolstellung der Evolutionslehre beim derzeitigen Stand der Forschung mit wissenschaftlichen Argumenten nicht zu rechtfertigen ist.

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“Empörungsjournalismus” gegen christliche Schulen

kreationismus

Die Diskussion um Kreationismus an Evangelischen Bekenntnisschulen wird von den Medien künstlich aufgebläht. Dabei werden die Schulen und ihre Lehrpläne oft nicht fair dargestellt

Von Wolfgang Stockpro Medienmagazin

Es ist natürlich alles Zufall: Hansjörg Hemminger von der „Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen“ der Evangelischen Landeskirche in Württemberg schreibt einen tendenziösen Artikel gegen ein Diskussionspapier des Dachverbands der Evangelischen Bekenntnisschulen. Sein Artikel wird unmittelbar danach im atheistischen Internetportal „diesseits“ groß aufgegriffen. Kurz darauf greift Matthias Kamann, Redakteur der „Welt“, das Thema auf, findet ein Kultusministerium, dass „es“ schlimm findet, erwähnt aber immerhin, dass ein anderes Kultusministerium seine Aufregung nicht teilen kann.

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Die theistische Evolution und die Entstehung des Menschen

Bild: ethikpartei.ch

Schließt Schöpfung Entwicklung oder schließt umgekehrt die Evolution Gott aus? Philosophen und Naturwissenschaftler mit Interesse an theologischen Fragen haben sich dazu immer wieder Gedanken gemacht. Die Kirche bietet mit der „theistischen Evolution“ ein Konvergenzmodell an, das seine Anfänge in der Metaphysik Thomas von Aquins und seine wichtigste Stütze im Denken Pierre Teilhard de Chardins hat.

Von Josef BordatJobo’s72 Weblog

Die zwei Schöpfungsberichte der Genesis

Das erste Kapitel des biblischen Buchs Genesis kennt auch derjenige, der nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern zählt. Der Schöpfungsbericht kann zu den großen Erzählungen unseres Kulturkreises gerechnet werden. Hier geschieht die Erschaffung des Menschen als getreues Abbild Gottes. Es gibt noch eine zweite, weniger bekannte Schöpfungserzählung im zweiten Kapitel der Genesis. Darin wird geschildert, wie Gott der Erde Lehm entnimmt und den Menschen daraus formt. Als ein aus der Natur stammendem Wesen ist in diesem Menschen wenig übrig vom Ebenbild. Oft sind diese beiden Sichtweisen gegeneinander ausgespielt worden. Hier das Kind Gottes, mit voller Würde und erhobenem Geist, dort das Kind der Erde, schon der schmutzigen Metaphorik nach mit Ungemach behaftet. Einmal ist der Mensch Kind Gottes, ein anderes mal Kind der Erde.

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Gerhard Roth: Der Papst – die letzte irdische Märchenfigur

foto: standard/kucek In der umfangreichen Bibliothek im Hause Roth findet sich auch die Bibel. Was den Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari bei seinem Besuch im alten Bauernhof des Schriftstellers in Obergreith in der Südweststeiermark – jener Gegend, die Roth in vielen seiner Bücher festgehalten hat – besonders freute.

Kapellari: “Die Kirche hat immer gewusst, dass sie voller Sünder ist” – Roth: “Die Institution Papst ist überholt”

derStandard.at

STANDARD: Herr Roth, Sie haben den Papst einmal als eine der “letzten irdischen Märchenfiguren” bezeichnet. Hat sich mit dem neuen Pontifex Franziskus Ihre Meinung geändert?

Roth: Der Papst ist eine Kunstfigur. Es gibt sicher keinen Stellvertreter Gottes auf Erden, keinen Menschen, der sich das anmaßen kann. Glaubensbeamte kann es geben, die auf die Einhaltung der Regeln achten. Aber über den Papst können wir gerne später noch sprechen. Mich beschäftigt vor allem die Frage: Warum hat Gott nach christlichem Glauben Luzifer erschaffen? Wenn Gott allwissend ist, wusste er doch auch, dass aus Luzifer Satan werden würde, der die Schöpfung zerstört.

Kapellari: Die Frage gibt es, seit es das Christentum gibt. Die Unerklärbarkeit des Bösen ist ein Teil unserer Geschichte. Die Kirche hat immer versucht, diese Frage nicht zu lösen, aber sich ihr denkerisch anzunähern. Das Böse ist offenkundig da – keiner wird leugnen, dass Hitler und Stalin böse waren. Aber die Frage nach dem Warum ist nicht lösbar. Entscheidend ist, wie man der Macht des Bösen domestizierend begegnet.

STANDARD: Aber wie kann dann das Böse entstehen, wenn doch Gott selbst nicht böse ist?

Kapellari: Eine spekulative Frage. Aber pauschal beantwortet: Gott erschafft freie Wesen. Zum Beispiel Engel. Aber Freiheit bedeutet auch, das Negative zu ermöglichen. Und in der Geschichte lebt die Hoffnung, dass die Schöpfung, auch wenn sie fällt, letztlich von der Erlösung umgriffen wird. Die große Frage nach dem Bösen wird in Zukunft einmal beantwortet werden, wenn der Punkt Omega – der End- und Zielpunkt in der theologischen bzw. philosophischen Betrachtung der Evolution bei Pierre Teilhard de Chardin – erreicht ist.

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