Schlagwort-Archive: Selektion

Artenschutz braucht Darwin

Dominanter Selektionsfaktor Durch industriellen Fischfang, wie hier in Schottland, wird der Genpool einer Art nachhaltig gestört – eine simple Schutzzone oder Quotenregelung genügt meist nicht, um die Bedrohung der Art abzuwenden. Bild: © John Lord (yellow book) / CC-by-2.0 CC BY

Der Mensch dominiert die Selektion auf diesem Planeten. Wer evolutionäre Prinzipien außer Acht lässt, sagen Biologen, kann daher beim Artenschutz nur scheitern.

Von Juliette IrmerSpektrum.de

Hunderttausende, Millionen, gar Milliarden Jahre – wer über Evolution redet, braucht geologische Zeitskalen. Bestenfalls im Museum wird der Prozess anschaulich. Und eins ist doch gewiss sicher: Ein Menschenleben reicht bei Weitem nicht aus, um die Veränderung einer Art mitzuerleben.

Oder etwa doch? “Manche Arten verändern sich innerhalb von wenigen Jahrzehnten”, sagt Klaus Schwenk vom Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, “das lässt sich heute messen.” Hinter der Turboevolution steckt oft eine sich verändernde Umwelt. Und hinter dieser meist – direkt oder indirekt – der Mensch. Wir holzen Regenwälder ab, legen Monokulturen an, plündern die Meere, verschmutzen Gewässer und verändern das Klima.

All das wirkt auf Flora und Fauna. So sehr, dass sich Evolutionsbiologen gezwungen sahen, einen neuen Begriff einzuführen: Sie unterscheiden heute zwischen der natürlichen und der menschengemachten Auslese, der anthropogenen Selektion.

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Retortenbabys sind die Supermenschen der Zukunft

Bild: Sklathill/Flickr (CC-BY-SA)

Bild: Sklathill/Flickr (CC-BY-SA)

In gewisser Weise „kreieren“ wir bereits heute unsere Kinder. Auf einer rein biologischen, unbewussten Ebene suchen wir uns die Partner aus, von denen wir denken, dass sie uns die stärksten, schönsten und schlausten Nachkommen liefern werden. Eltern, die auf künstliche Befruchtung setzen, könne dies sogar durch die gezielte Selektion von Eizellenspenderinnen und durch das Durchforsten von Spermabanken nach gewünschten Charaktereigenschaften oder physischen Merkmalen sogar noch in einem stärkeren Ausmaß betreiben. Einige verrückte Seiten im Internet bieten sogar Nachkommen aus dem Sperma von Nobelpreisträgern und Berühmtheiten.

Motherboard – Meghan Neal

Doch mit jedem wissenschaftlichen Durchbruch und jeder weiteren technologischen Innovation entfernen wir uns immer weiter von der natürlichen Auslese und geraten in den Bereich der kommerziellen Eugenik. Eine angsteinflößende Zukunft, in der Gattaca kein Science-Fiction-Film mehr ist. Der neuste Entwicklung in diese Richtung kommt vom Royal Veterinary College. Dort hat man Designersperma entwickelt, dass von einer Generation zur anderen weitervererbt werden kann.

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Evolutionsmaschine Mensch

Strukturmodell einer DNA-Helix in B-Konformation (Animation). Die Stickstoff (blau) enthaltenden Nukleinbasen liegen waagrecht zwischen zwei Rückgratsträngen, welche sehr reich an Sauerstoff (rot) sind. Kohlenstoffatome sind grün dargestellt. Bild: wikipedia

Sei es durch die Verbreitung von Antibiotika, Reproduktionsmedizin oder Krebstherapien: Der Mensch nimmt massiven Einfluss auf den Gang der Evolution. Beispiele dafür finden sich in diesem faktenreichen Buch von Thomas Böhm.

Von Michael LangeDeutschlandradio Kultur

Wir Menschen sind das Ergebnis einer biologischen Entwicklung. Wie keine andere Art hat der Homo sapiens der Evolution seinen Stempel aufgedrückt. Dabei wird jedoch oft vergessen, dass diese Entwicklung keineswegs beendet ist. Der Mensch manipuliert die Evolution und damit bis heute sich selbst.

Thomas Böhm betrachtet die biologische Evolution aus Sicht des Arztes. Er kritisiert die verbreitete “Unwissenschaftlichkeit” der Medizin, spekuliert viel und benutzt immer wieder Konjunktive und medizinisches Fachvokabular. In seinem faktenreichen Buch wechseln sich leicht verständliche Kapitel mit weniger verständlichen Passagen ab.

Als erstes Beispiel wählt Thomas Böhm Bakterien. Viele haben sich mit dem Menschen zusammengetan und sich an den Lebensraum Mensch angepasst. Doch der Mensch hat diesen Lebensraum immer wieder verändert. Der stärkste Eingriff geschah in den letzten Jahrzehnten durch die Verbreitung von Antibiotika. Viele krankmachende, aber auch ungefährliche Bakterien gerieten durch sie unter Druck, und die meisten wurden getötet. Evolutionsbiologisch betrachtet sind einige diese Bakterien Opfer der Selektion geworden. Andere haben sich angepasst. Jedes Antibiotikum, das verabreicht wird, nutzt oder schadet nicht nur dem Patienten; es verändert die biologische Evolution der Bakterien und kann harmlose Allerweltskeime zu Killern machen.

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Schöpfungslehre kontra Evolution

TheCreation_399Die biblische Schöpfungsgeschichte möge im naturwissenschaftlichen Unterricht gleichberechtigt neben der Evolutionstheorie behandelt werden, lautet eine Forderung. Das soll den Schülern ein objektives Urteil ermöglichen. Unser Autor wendet sich genau dagegen in seinem Essay.

Von Bernhard MackowiakFrankfurter Neue Presse

Die Forderung nach Einzug der Schöpfungslehre in den naturwissenschaftlichen Unterricht ließ alle aufhorchen, die Wissenschaft und Forschung aktiv betreiben, sie lehren oder sich für sie interessieren. Die Zielrichtung dieser Stellungnahme zu „Evolution und Schöpfungslehre“ auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) ist klar: Der von Charles Darwin 1859 in „The Origin of Species“ vertretenen Evolutionstheorie die Stirn zu bieten, nach der Selektion, Mutation und Extinktion die Entwicklung des Lebens bestimmen und damit einen Schöpfergott überflüssig machen.

Nicht der Schemel Gottes

Der Protest gegen diese Sichtweise ist genauso alt wie die Evolutionstheorie und wird als Kreationismus bezeichnet. Nach dieser Auffassung sind Universum, Leben und Mensch durch einen unmittelbaren Eingriff Gottes entstanden. So ist auch der Urheber des Textes der VEBS-Stellungnahme niemand anders als die „Studiengemeinschaft Wort und Wissen“. Sie unternimmt seit langem zahlreiche Anstrengungen, die biblische Schöpfungslehre als legitimen Partner der Wissenschaft zu etablieren.

Seit der Verurteilung Galileis 1633 durch das römische Inquisitionsgericht stehen Naturwissenschaft und Religion in unüberbrückbarem Gegensatz. Er wurde durch die Aufklärung noch verstärkt. Sie erst gab der Entstehung der modernen Naturwissenschaften den entsprechenden Schwung; und diese katapultierten den Menschen aus der heilen, überschaubaren Welt des Mittelalters in die der Moderne: Die Erde war nicht länger Mittelpunkt des Kosmos, der Schemel Gottes, um den sich Sonne, Planeten und Sterne bewegen.

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Pränataldiagnostik: KK und Unions-Christen kritisieren “Selektion” Behinderter

Drei Ultraschall-Untersuchungen gehören zum Standard-Programm der Frauenärzte. (© picture-alliance, dpa)

Unionspolitiker und die katholische Kirche haben davor gewarnt, dass die Pränataldiagnostik zunehmend zur Selektion von Behinderten führt. “Es gibt einen Druck zur Pränataldiagnostik und bei auffälligem Befund zur Abtreibung”, sagte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe (CDU) der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

FinanzNachrichten.de

Er beklagte die Doppelgesichtigkeit der Debatte. Einerseits werde beschworen, dass Menschen mit Behinderungen unser Leben bereichern. Andererseits würde mit Leid und Verzweiflung der Eltern behinderter Kinder argumentiert. “Die Pränataldiagnostik befördert in unserer Gesellschaft eine Mentalität der vorgeburtlichen Selektion”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz.

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Kirche versus Wissenschaft

Kopernikus und der Heliozentrismus, ©akg-images/dpa

Wo “wohnt” Gott, wenn das Universum unendlich ist? Wie kann der Mensch die Krone der Schöpfung sein, wenn er vom Affen abstammt? Immer wieder brachten Wissenschaftler die katholische Kirche in Erklärungsnot.

Manche als gesichert geltende Erkenntnisse erkannte diese erst Jahrhunderte später an. So wurde Galileo Galilei erst vor 20 Jahren, im Herbst 1992, von der Kirche rehabilitiert, Kopernikus gar erst im Jahr 2010. Welche Wissenschaftler waren der katholischen Kirche ein besonderer Dorn im Auge? Und welche Forschungsgebiete stehen auch heute noch unter Beschuss?

Von Silke StadlerWEB.de

Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543)

Bis ins 16. Jahrhundert haben Theologen den Alleinanspruch, die komplette Wirklichkeit zu erfassen und zu erklären. Nach ihrer Auffassung ist die Erde der Mittelpunkt des Universums. Nikolaus Kopernikus (1473-1543) bringt dieses Weltbild mächtig ins Wanken. Er beschreibt erstmals das heliozentrische Weltbild, wonach die Sonne das Zentrum des Universums bildet, um das die Erde als ein Planet von vielen kreist. Damit widerspricht er dem geozentrischen Weltbild von Ptolemäus, dem die Kirche verbunden ist. Die Lehren Kopernikus’ werden daher als ketzerisch verdammt. Erst ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2010, wird der Astronom von der Kirche rehabilitiert und in einem geweihten Grab bestattet.

Kreationisten in der Türkei auf dem Vormarsch

Unter der religiös-konservativen AKP-Regierung und Ministerpräsident Tayyip Erdogan habe der Einfluss religiöser Ideen in den Schulfächern zugenommen, sagen Kritiker. (Bild: AP)

In der Türkei wollen über 70 Prozent der Erwachsenen nichts von Evolution wissen. Neben der Darwinschen Lehre wurde der Kreationismus hier schon in den 1980er-Jahren in die Schulbücher aufgenommen. Naturwissenschaftler fürchten, dass er nun auch an den Hochschulen offiziell Einzug halten könnte.

Von Gunnar KöhneDeutschlandfunk

Vergangenen Mai vor der Istanbuler Marmara-Universität. Studenten und Lehrer protestierten gegen eine Veranstaltung, die unter dem unverfänglichen Titel “Warum verneint die Wissenschaft eine Evolution zwischen den Spezies?” gut zwei Dutzend Darwin-Kritiker zusammen gebracht hat. Als sogenannte Kreationisten bezweifeln sie die Lehre von der Selektion und der gemeinsamen Abstammung von Mensch und Affe. Für sie gilt vielmehr die Schöpfungsgeschichte in Koran und Bibel: Alle Kreaturen sind demnach von Allah geschaffen.

Für die Demonstranten war die Veranstaltung ein gefährlicher Tabubruch: Erstmals durften an einer staatlichen türkischen Universität kreationistische Ideen verbreitet werden. Für Kerem Cankocak, Professor an der Istanbuler Technischen Universität, die fast zwangsläufige Konsequenz einer zunehmend anti-aufklärerischen Bildungspolitik:

“Das ist das Resultat der vergangenen 32 Jahre. Seit dem Militärputsch von 1980 wurden die religiösen Kräfte in Schulen und Universitäten immer mehr gestärkt. Von meinen heutigen Studenten haben 90 Prozent in der Schule nichts über die Evolution gehört oder sie glauben daran nicht. Wie soll ich Biologie, Genetik unterrichten ohne Evolutionslehre?”

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Selektion durch Bluttest?

Bild: ARD

Ein Bluttest bei Schwangeren kann Aufschluss geben, ob das Kind mit dem Genfehler Trisomie 21 geboren wird. Dieser Test sei illegal und diene zur Selektion von Menschen, sagt der Behindertenbeauftrage Hüppe. Die Vorsitzende des Gesundheitssausschusses, Reimann, will Frauen den Test aber nicht vorenthalten.

Von Stanislaus Kossakowski, BR, ARD-Hauptstadtstudio

Für den Regierungsbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, ist der Fall klar: Der vorgeburtliche Bluttest zur Erkennung des Down-Syndroms, der schon bald in Deutschland auf den Markt kommen soll, ist illegal. Er diene zur Selektion von Menschen mit Down-Syndrom und nicht zu therapeutischen Zwecken. “Er diskriminiert Menschen mit Behinderung, indem er ihnen letztendlich das Lebensrecht nimmt”, urteilt Hüppe.

Ein weiterer Schritt zur “Rasterfahndung nach Menschen mit Behinderung” sei das, sagt Hüppe und verweist an den von ihm beauftragten Rechtsgutachter Klaus Ferdinand Gärditz von der Universität Bonn. “Dieser Test würde gegen das in Artikel 3 des Grundgesetzes verankerte Verbot, Menschen mit Behinderung wegen dieser Behinderung zu benachteiligen, verstoßen”, so Gärditz.

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Evolution via Voting: Pop für Darwinisten?

Bild: (c) Bilderbox

Funktioniert Kulturentwicklung auch mit Mutation und Selektion? Englische Forscher erproben Komposition durch Konsumentenwahl. Einstweilen klingen die Ergebnisse weniger nach Hits als nach Minimal Music.

Von Thomas KramarDie Presse

Gäbe es einen Preis für den besten Titel einer Presseaussendung eines wissenschaftlichen Instituts, das Imperial College of London hätte ihn dafür verdient: „On the Origin of Music by Means of Natural Selection or the Preservation of Favored Ditties (Liedchen, Anm.) in the Struggle for Existence“.

Das Vorbild ist ehrwürdig: „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“, so hieß das 1859 erstmals erschienene Buch, in dem Charles Darwin die Evolutionstheorie begründete. Der Ansatz ist so schlicht wie genial: 1) Individuen einer Population unterscheiden sich voneinander, diese Variationen sind erblich. 2) Individuen, die besser an die Umwelt angepasst sind, haben eine höhere Überlebenschance und (damit) mehr Nachkommen; sie werden in der Population häufiger. Das nennt man natürliche Selektion.

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Evo-Devo oder: Der gelenkte Zufall

Bild: uncertaintycertainly.blogspot.com

Wie die Entwicklungsbiologie zu einem tieferen Verständnis der Evolution beiträgt

Von Martin Koch - ND

Nach darwinistischer Lesart beruht die biologische Evolution primär auf dem Wechselspiel von zufälligen Mutationen und natürlicher Selektion. Dieser Prozess setzt jedoch nicht erst auf der Ebene des ausgebildeten Individuums ein, sondern bereits auf der Stufe der embryonalen Entwicklung. Hier wird, wenn man so will, über den künftigen »Bauplan« des Körpers entschieden. Also darüber, ob ein Tier radial- oder bilateralsymmetrisch aufgebaut ist, wo sich Kopf und Schwanz, Rücken und Bauch befinden.

Bekanntlich ist bei der Befruchtung von Ei- und Samenzelle die phänotypische Form des Individuums noch nicht realisiert. Es stellt sich deshalb die Frage, auf welche Weise die genetische Information in organische Struktur umgesetzt wird. Und wie stark dabei auch nichtgenetische Faktoren mitwirken.

Bei der Suche nach Antworten darauf hat sich in den letzten Jahren eine Disziplin etabliert, die man »Evolutionäre Entwicklungsbiologie« oder kurz »Evo-Devo« nennt (von engl.: Development = Entwicklung), und von der sich Biologen wichtige neue Forschungsimpulse erhoffen.

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Christdemokraten für das Leben: PID ist Selektion von Behinderten

Die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Odila Carbanje. Foto: idea/Steinacker

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist „Selektion von Behinderten“. Diese Ansicht vertrat die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Odila Carbanje (Nottuln bei Münster), auf der Mitgliederversammlung am 1. Oktober in Bochum.

idea.de

Bei der PID werden künstlich erzeugte Embryonen auf genetische Unregelmäßigkeiten untersucht, bevor sie in den Mutterleib eingepflanzt werden. Vernichtet werden Embryonen, die Anzeichen für eine spätere Behinderung aufweisen. Im Juli hatte der Bundestag eine begrenzte Zulassung der PID beschlossen. Carbanje erinnerte jetzt daran, dass Papst Benedikt XVI. in seiner Rede vor dem Bundestag und Mitgliedern des Bundesrats gegen die PID Stellung bezogen hatte. Dennoch habe die Ländervertretung nur einen Tag später das PID-Gesetz „still und heimlich durchgewunken“. Dies komme einer „Verhöhnung der vom Papst zitierten christlichen Grundwerte“ gleich. Es könne als „Armutszeugnis für die CDU“ bezeichnet werden, dass ein Drittel ihrer Abgeordneten der PID-Zulassung zugestimmt haben. Auch werde Bundespräsident Christian Wulff höchstwahrscheinlich das Gesetz unterschreiben. Carbanje: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass die PID durchkommen wird.“

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Evolutionsbiologie: Hochstapelei sollte ausgestorben sein

Bild: (c) Www.BilderBox.com (BilderBox.com)

Für Evolutionsbiologen ist es rätselhaft: Hochstapelei sollte sich nicht durchsetzen, sie sollte längst verschwunden sein. Doch Selbstüberschätzung zahlt sich aus, sagt der britischer Forscher Dominic Johnson.

Die Presse

Jeder Autofahrer, oder zumindest fast jeder, weiß, dass er besser Auto fährt als alle anderen. So ist es auch bei der Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten und der Attraktivität (bei ihr überschätzen sich allerdings nur Männer). Auch die eigene Führungsstärke wird hoch eingeschätzt, und 94 Prozent der College-Professoren halten sich für überdurchschnittlich gute Lehrer.
Für Evolutionsbiologen ist das rätselhaft: Hochstapelei sollte sich nicht durchsetzen, weder in der Selektion um Ressourcen noch in der um Sex, im Gegenteil, sie sollte längst verschwunden sein. Also muss sie doch irgendwelche Vorteile haben. Bisher setzte man vor allem darauf, dass wirklich größer und stärker ist, wer es in den Augen der anderen ist – und dass niemand besser für diesen Eindruck sorgen kann als der Betroffene selbst, mit dem, was er (auch gegenüber sich selbst) ausstrahlt: Muhammed Ali sah sich selbst als „König der Welt“, die anderen sahen ihn so, er war es.

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Die Evolutionstheorie als naturalistische Ideologie?

Ich bin nicht religiös aufgewachsen. Auch wenn ich grosse Lebenskrisen hatte, habe ich nie die Frage gestellt, was der Sinn des Lebens sei oder was der Sinn meiner Lebenskrise sein soll. In der Natur hat gar nichts einen Sinn. Wieso soll dann gerade mein Leben einen Sinn haben?

Von Peter SchneiderBasler Zeitung

Weil wir so schlecht darauf verzichten können, ihm einen zu unterstellen. Wir besetzen damit die Leerstelle, die der Tod Gottes hinterlassen hat. Die Natur hat keinen Sinn? Aber erfahren wir nicht täglich aus den Wissenschaftsseiten unserer Zeitungen, warum sich Frauen an ihren fruchtbaren Tagen vor allem Männern mit Glatze oder Geld (oder beidem) als Sexualpartner zuwenden, warum der Buntbarsch so bunt ist und warum im Gehirn das Belohnungszentrum aktiv ist, wenn wir einen Schummler beim Jassen bestrafen – kurz, wie evolutionär «sinnvoll» die Natur und unser Verhalten sind?

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Mit Kreationismus den Glauben wissenschaftskompatibel machen

Es gebe zahlreiche gläubige Wissenschaftler, sagten die Referenten der Hauptkonferenz der Studiengemeinschaft "Wort und Wissen" Foto: CIAT International Center for Tropical Agriculture

Wie kann man Naturwissenschaften religiös kontaminieren?

Auf der Hauptkonferenz der Studiengemeinschaft “Wort und Wissen” am Wochenende ging es nicht nur um Naturwissenschaft, Schöpfung und Evolution, sondern auch um Wirtschaftsethik und den so genannten “neuen Atheismus”. Wissenschaft und Glaube schließen sich nicht aus, war eines der Fazite der Konferenz.

pro Medienmagazin

Etwa 100 Besucher konnte der erste Vorsitzende der Studiengemeinschaft, Henrik Ullrich, im christlichen Gästezentrum “Schönblick” in Schwäbisch Gmünd begrüßen. Der Althistoriker Jürgen Spieß, Leiter des Instituts für Glaube und Wissenschaft in Marburg, ging auf die Thesen der “neuen Atheisten” ein, deren prominentester Vertreter der britische Biologe Richard Dawkins (“Der Gotteswahn”) ist. “Die Behauptung von Dawkins, Wissenschaft und Glaube an Gott schlössen sich aus, ist eindeutig falsch”, so Spieß. “Es gab und gibt viele herausragende christliche Wissenschaftler.” Spieß widersprach auch der Aussage, man könne die Frage, ob es einen Gott gibt, rein naturwissenschaftlich beantworten. “Das wäre nur dann möglich, wenn Gott Gegenstand unserer materiellen Welt wäre und mit rein naturwissenschaftlichen Mitteln erkannt werden könnte.” Spieß betonte, dass der christliche Glaube nicht blind sei, wie Dawkins behaupte, sondern “auf historischen Belegen und persönlichen Erfahrungen” beruhe. “Im Zentrum des christlichen Glaubens steht Jesus von Nazareth – sein Leben, seine Kreuzigung und seine Auferstehung. Darüber berichten vor allem die Evangelien im Neuen Testament.”

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Kreationismus beim Lokalradio der Uni Leipzig

Screenshot brightsblog

Tschüss Gott? Charles Darwin revolutionierte die Forschung mit der Evolutionstheorie und stellt bis dato den Glauben auf die Probe. An seinem heutigen 129. Todestag vergleicht der Kultstatus die Evolutionstheorie mit dem Kreationismus.

Von Sandra Friedrichsmephisto 97.6 dem Lokalradio der Universität Leipzig

Ist die göttliche Schöpfung der Welt ein Aberglaube?

Die Bibel ist für den Kreationismus essentiell. Sie erläutert den Menschen, dass die Welt von Gott erschaffen wurde. Die Schöpfung verlief geordnet ab und entstand keineswegs aus dem Nichts oder Chaos. Die Kreationisten glauben den Beschreibungen der heiligen Schrift. So ist der Mensch ihrer Meinung nach Gottes Ebenbild und besitzt dadurch revolutionäre Fähigkeiten wie das Denken über das Leben oder die Freiheit, sich für etwas zu entscheiden. Die Menschen sind der restlichen Schöpfung darüber hinaus überlegen.

Die Evolutionstheorie – Die Menschen als Zufallsprodukt

Die Popularität rund um die Evolutionstheorie kam vor allem im Jahre 1859 auf. Der britische Forscher Charles Darwin brachte in diesem Jahr sein Buch „On the Origin of Species“ heraus. Er beobachtete zuvor auf den Galapagosinseln die Galapagosfinken und stellte Unterschiede zwischen ihnen fest. Aus diesen Beobachtungen formte der Forscher später die Evolutionstheorie.

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Was Darwin noch nicht wusste

Axel Meyer, Quelle: idw-online.de

Am 12. Februar 1809 wurde Charles Darwin geboren. Alljährlich zum Gedenktag veranstaltet das Biologiezentrum der o.ö. Landesmuseen den „Darwin Day“ im Linzer Schlossmuseum. Festredner ist diesmal Axel Meyer (50), einer der führenden deutschen Evolutionsbiologen.

OÖNachrichten.at

Axel Meyer wurde in Mölln (Schleswig-Holstein) geboren. Er studierte in Kiel, Harvard und Berkeley, wo er als PostDoc in Biochemie arbeitete. Seit 1993 lehrte er an der University of New York, ehe er 1997 nach Konstanz wechselte. Der renommierte Buchautor („Evolution ist überall“, Böhlau-Verlag) hat sich als Evolutionsbiologe vor allem mit Forschungen an Buntbarschen international einen Namen gemacht. Sein Vortrag am 11. Februar um 19.30 Uhr im Schlossmuseum hat den Titel: „Was Darwin noch nicht über die Entstehung der Arten wusste.“ Die OÖNachrichten haben mit Professor Meyer gesprochen.

OÖN: Was hat Darwin noch nicht gewusst?

Axel Meyer: Er hat zwar die Selektion als Hauptantrieb der Artenbildung postuliert, hatte aber nur eine vage Ahnung, was Arten sind und welche Prozesse ihre Entstehung steuern.

OÖN: Sind da die modernen Evolutionsforscher schon weiter?

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Evangelikale und Katholiken, Fundamentalismus pur

Der Kölner Erzbischof hatte beklagt, dass die EKD zur Präimplantationsdiagnostik ‘neu beraten’ will – Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz: Schlag gegen die ökumenische Bewegung
kath.net
Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), stimmt der Kritik Kardinal Joachim Meisners (siehe Foto) im Grundsatz zu: „Es ist ein Schlag gegen die ökumenische Bewegung, wenn sich eine Kirche von bisher gemeinsamen Positionen verabschiedet, wie das jetzt auch bei der PID droht.“ Steeb kritisierte einen „Schlingerkurs“ in ethischen Fragen bei der EKD. Er bat dessen Rat, bei seinem bisherigen klaren Nein zu PID zu bleiben. Diese Methode führe dazu, „menschliches Leben zu selektieren“.
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Ist Thilo Sarrazin ein Sozialdemokrat?

de.toonpool.com

Sarrazins biologistisches Gesellschaftsbild ist mit den Grundüberzeugungen eines sozialdemokratischen Kultur- und Gesellschaftsbildes grundsätzlich nicht zu vereinbaren. Die HDS (Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus e.V.) hat dazu anlässlich ihrer Mitgliederversammlung ein Papier veröffentlicht.

Von Richard Saage/Helga Gerbing/Klaus Faber - vorwärts.de

In einem Interview der FAZ vom 20. August 2010 antwortete Thilo Sarrazin auf die Frage: „Herr Sarrazin, würden Sie bitte erklären, warum Sie in der SPD sind?“ wie folgt: „Ich bin 1973 in die SPD eingetreten zu Zeiten Willy Brandts und des Godesberger Programms. (…) Ich bin ein Anhänger sozialer Gerechtigkeit, ich möchte optimale Chancengleichheit für die Menschen in Deutschland. (…) Ich habe vor, das SPD-Partei-Buch mit ins Grab zu nehmen“ (S. 4).

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Unsinniges von Gott

 

Für Eberhard Schockenhoff öffnet die Evolutionslehre neue Wege zu einem tieferen Verständnis der Schöpfung. Foto: thomas kunz

 

Gott ist kein Chefingenieur, aber Ursprung allen Seins

Glaube und Schöpfung, Wissenschaft und Evolution: Theologe eröffnet neues Programm der Erwachsenenbildung March.

Badische Zeitung

Die Wissenschaft kann die Welt erklären, der Glaube ihren Sinn. Versuchen beide, jeweils auch das Andere leisten zu wollen, wird es schwierig und Konflikte sind vorprogrammiert. Das ist, grob vereinfacht, die Sicht von Eberhard Schockenhoff auf eine schwierige Beziehung, an deren Naht und Bruchstelle er selbst sitzt. Denn als katholischer Priester ist er so gut ein Mann des Glaubens wie als Universitätsprofessor der Theologie ein Mann der Wissenschaft. Ihn wollten über 70 Menschen sprechen hören, die zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe der Ökumenischen Erwachsenenbildung am Donnerstagabend ins Marcher evangelische Gemeindezentrum gekommen waren.

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Evolutorische Ökonomik

bmvbs.de

bmvbs.de

Immer mehr Ökonomen sind überzeugt: Ihr Fach braucht grundlegend neue Methoden. Charles Darwin könnte helfen. Der Naturforscher war Fachmann für Wandel und Anpassung – und liefert mit seiner Evolutionstheorie der Wirtschaft frische Ansätze.

Von Malte BuhseHandelsblatt

So ein Gleichgewicht ist eine schöne Sache. Besonders Radprofis und Hochseil-Artisten wissen es zu schätzen, auch buddhistische Mönche gelten als Experten auf diesem Gebiet. Doch niemand liebt Gleichgewichte so sehr wie Ökonomen. Denn befindet sich ein Markt im Gleichgewicht, sind die Preise gerecht, und der Wohlstand ist hoch. Eine ganze Volkswirtschaft im Gleichgewicht würde Wirtschaftswissenschaftler auf der ganzen Welt zu Tränen rühren und rauschhafte Partys in Universitäten und Forschungsinstituten zur Folge haben. Doch dazu wird es wohl nie kommen.

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