Schlagwort-Archive: Stalin

Ein Gott, viele Tote? Wie gefährlich ist Religion?

Religiöser Fanatismus fordert Opfer im Namen eines Gottes Keystone

Risiko Religion: Gewalt im Namen der Religion – ein Phänomen, mit dem uns die Medien immer wieder konfrontieren. Dabei möchte Religion doch Frieden schaffen. Neigen gewisse Religionen eher zu Gewalt als andere und wenn ja, warum? Fragen an den Theologen Rolf Schieder.

Judith HardeggerSRF

Herr Schieder, wann und warum führt religiöser Glaube zu Gewalt?

Religiöse Gewalttäter sind fest davon überzeugt, dass sie etwas Gutes tun. Sie bekämpfen ja das Böse. Die Unfähigkeit zur Selbstkritik, die Unfähigkeit zur Begrenzung eigener Geltungsansprüche, sowie ein dualistisch-apokalyptisches Weltbild sind neben der Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke die häufigsten Ursachen.

Sind monotheistische Religionen anfälliger für Gewalt als polytheistische? Neigt, wer bloss an einen einzigen Gott glaubt, eher zu Fanatismus, Fundamentalismus und Märtyrertum?

Die Unterscheidung zwischen Eingott- und Mehrgötterglaube trägt für das Verständnis religiös motivierter Gewalt nichts aus. Die Religionsgeschichte zeigt zweifelsfrei, dass beide Religionsformen gewaltanfällig sind. Die Vorstellung von einer heiteren, hellen, toleranten polytheistischen Religionskultur im Gegensatz zu einem finsteren und fanatischen Monotheismus ist eine Karikatur.

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Lennox dilettiert in Sachen Atheismus-oder die Blindheit des rechten Auges

Der Mathematik-Professor und Apologet aus Oxford John Lennox sprach am Mittwoch in der Matthäuskirche in München über den “Neuen Atheismus” Foto: pro

Rund 1.200 Plätze fasst die Matthäuskirche in München, und jeder dieser Plätze war am vergangenen Mittwoch belegt. Der Autor des Bestsellers “Hat die Wissenschaft Gott begraben?” sprach über den Atheismus. Ein Thema, das zur Verwunderung des Iren gerade in Deutschland viele Menschen interessiert.

pro Medienmagazin

John C. Lennox ist bekennender Christ. Er ist aber auch Naturwissenschaftler. Und wenn man ihm glaubt, so scheint es kein feindlicheres Gebiet für einen Christen zu geben als unter der Weltelite der Naturwissenschaft. Hier lauten die Parolen: Der Feind ist Gott, die Religion vergiftet alles, oder: Gott ist an allem Schuld. “Neuer Atheismus” nennt sich diese Bewegen mit dem Biologen Richard Dawkins an der Spitze.

Was kann man antworten, wenn schlaue Köpfe wie Dawkins mit Büchern wie “Der Gotteswahn” oder “Die Schöpfungslüge” zum neuen Atheismus aufrufen? Lennox antwortet mit einer Gegenfrage: Wenn Gott nicht existiert, woher kommt die Quelle von Ethik und Moral? Laut dem Mathematikprofessor aus Oxford sind Naturwissenschaft und christlicher Glaube kein Widerspruch, im Gegenteil, für ihn ist der Glaube Voraussetzung für die Naturwissenschaft.

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Dodo Thierses polit-religiöse Agit-Prop

Bild: mainpost.de

Bild: mainpost.de

Thierse, das religiöse Schmuddelkind der SPD hat wieder zugeschlagen, der Retter des deutsch-christlichen Abendlandes darf auf drei Seiten des Wochenmagazins “DIE ZEIT” seiner katholisch-politischen Visionen verkünden. Der Chefredakteur DER ZEIT wird angesichts der verkündeten Bibel-Botschaften des Bundestagsvizepräsidenten Tränen der religiösen Rührung in den Augen haben. Lassen wir den Polit-Kasper und Gottesknecht zu Wort kommen.

Zum Thema Besuch des Bundespräsidenten bei der römischen Spukgestalt sagte er:

Thierse

Ich selbst habe als Katholik weder vor dem Papst das Knie gebeugt noch seinen Ring geküsst. Warum sollte ausgerechnet Pastor Gauck es tun? Als Christ, auch als Katholik, beugt man sein Knie nur vor Gott, vor sonst niemandem!

Fällt mir ganz spontan Ambrose Bierce ein.

A.Bierce

Camel and Christ accept their burdens kneeling

Weiter im Text.

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Warum Stalin die Biologie ändern ließ, “proletarische Biologie”

Nikolai Wawilow, Bild: wikipedia/public domain

Vor 125 Jahren wurde der russisch-sowjetische Genetiker und Pflanzenforscher Nikolai I. Wawilow geboren

Von Martin KochND

In Pawlowsk, unweit von St. Petersburg, befindet sich ein wahrer Schatz der Wissenschaft: die älteste und inzwischen drittgrößte Genbank der Welt. Sie umfasst über 330 000 Kulturpflanzensorten sowie deren Vorformen und wildwachsende Verwandte aus allen Regionen der Erde: Kartoffeln aus Chile, Bohnen aus Nordamerika, Getreide aus Äthiopien. Sowohl für die Züchtung neuer als auch für den Erhalt traditioneller Kulturpflanzen ist das in Pawlowsk gesammelte Saatgut von unschätzbarem Wert, wie folgendes Beispiel zeigt: Als Mitte der 1980er Jahre ein Fadenwurm über große Teile der US-amerikanischen Sojafelder herfiel, ließen sich nirgendwo Sojapflanzen auftreiben, die gegen den Parasiten resistent waren. Allein in Pawlowsk lagerte eine solche Sorte, die sowjetische Forscher ihren Kollegen aus den USA kostenlos zur Verfügung stellten – und das zur Hochzeit des Kalten Krieges!

Den Grundstein für die erste Genbank der UdSSR legte 1926 der Botaniker Nikolai Iwanowitsch Wawilow, der vor 125 Jahren, am 13. (25.) November 1887, als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers geboren wurde. Nachdem er von 1906 bis 1910 am Landwirtschaftlichen Institut seiner Heimatstadt Moskau studiert hatte, reiste er mehrmals ins westliche Ausland, um seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Biologie zu vertiefen.

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Die großen Aufklärer waren oft Judenhasser

© picture-alliance / akg-images H.G. Wells’ Zeitmaschine: Ein Instrument der Aufklärung, das sich auch für Reisen ins ideologische Mittelalter eignet

Die Tradition des intellektuellen Antisemitismus reicht bis in die Aufklärung zurück — also weit über den Holocaust hinaus. Auch in der Beschneidungsdebatte gibt es judenfeindliche Töne.

Von Hannes SteinWELT ONLINE

Im Jahre 1936 — Hitler war in Deutschland seit drei Jahren an der Macht, die “Nürnberger Rassegesetze” galten schon — veröffentlichte H. G. Wells in Großbritannien einen Essay über das seinerzeit so genannte Judenproblem. H. G. Wells gehörte zu den berühmtesten Schriftstellern der Epoche. Mit Romanen wie “Die Zeitmaschine” und “Krieg der Welten” hatte er geholfen, das Genre der Science-Fiction-Literatur zu begründen, außerdem stammte aus seiner Feder eine zweibändige Weltgeschichte, die ein gesamteuropäischer Bestseller wurde.

“Was die Juden zusammenhält”, schrieb Wells nun in seinem Essay, “ist eine Tradition. Biblisch, talmudisch und wirtschaftlich. Durch die Feindseligkeit, die ihre Tradition hervorrief, ist ihnen eine Solidarität aufgezwungen worden. Dies ist eine Tradition des Geldscheffelns.” Ferner schrieb er: “Der Jude … rafft sich das Eigentum, er sichert sich seine Stellung. Der Nichtjude spürt, dass er durch all diese Flinkheit um seine Chancen betrogen wird. Er ist verblüfft und wird schließlich zornig.”

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Glaube und Fanatismus: Macht Religion gewalttätig?

Krieg im Namen Gottes statt Nächstenliebe, Mitgefühl, Versöhnung… Seit es Religionen gibt, fühlen sich fanatische Anhänger zu den schlimmsten Verbrechen gegen «Ungläubige» berechtigt, ja verpflichtet.

jesus.ch

Sind Glaube und Gewalt untrennbar verbunden? Das Monatsmagazin «Geo» hat die Frage «Wie gefährlich ist Religion?» zum Titelthema erkoren. Auf über 40 Seiten versuchen die Autoren, sich dem Phänomen des individuellen und kollektiven Glaubens traditioneller Religionen und seinen Facetten zu nähern.

Für die «Geo»-Ausgabe vom April 2012, die gerade erschienen ist, stellt Chefredakteur Peter-Matthias Gaede zunächst im Editorial klar: «Die grössten Verbrechen des 20. Jahrhunderts waren Verbrechen religionsverachtender Regime, waren Verbrechen von säkularen Massenmordsystemen mit den weltlichen Despoten Hitler und Stalin, Mao und Pol Pot an der Spitze.»

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Atheisten-Interview löst Diskussion aus

Nach einem Interview mit dem Atheisten Michael Schmidt-Salomon veröffentlichte die "Basler Zeitung" auch einige Leser-Kommentare in einem eigenen Artikel Foto: Udo Ungar (Wikipedia)

Die “Basler Zeitung” hat in einer vierteiligen Serie zum Thema Atheismus den deutschen Atheisten Michael Schmidt-Salomon interviewt. Der spricht davon, dass die Vernunft über den Glauben gestellt werden müsse. Daraufhin gab es so viele Kommentare von Lesern, dass die Zeitung beschloss, Auszüge aus der Diskussion ebenfalls zu veröffentlichen.

pro Medienmagazin

Normalerweise gibt es zu einem durchschnittlichen Artikel auf “bazonline.ch”, dem Portal der “Basler Zeitung”, ein halbes Dutzend Kommentare, manchmal sind es auch über 15, etwa wenn es um den Fußballclub der Stadt geht. Doch das Interview mit dem bekennenden Atheisten Michael Schmidt-Salomon vom Dienstag führte zu bislang 115 Reaktionen der Leser.

Der Deutsche ist Doktor der Philosophie, Schriftsteller und Sozialwissenschaftler, aber vor allem bekannt als Mitbegründer und Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung. Die führte im Sommer 2009 eine aus England kommende Aktion durch, bei der ein Bus mit der Aufschrift “Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott” durch Deutschland fuhr. Das Ziel: die Menschen von den Nachteilen von Religionen sowie des christlichen Glaubens zu überzeugen. Dass Schmidt-Salomon diese Mission ernst nimmt, zeigen auch seine Buchveröffentlichungen: Er schrieb das “Manifest des evolutionären Humanismus” und zuletzt das Kinderbuch “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel”, in dem schon Kindern beigebracht werden soll, dass der Gott der Bibel brutal, eifersüchtig und blutrünstig sei.

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USA: Krude Paranoia

Quelle: magazinusa.com

Die letzte Bastion der Gottesfürchtigen

Wirrköpfe: In den USA ist die krude Paranoia bedrohlich weit in die Mitte der Gesellschaft gerückt

Von Thomas KlingenmaierStuttgarter Zeitung

Präsident Barack Obama sei ein Nazi, ein Kommunist, der Schüler von Hitler und Stalin. Solche Parolen und Plakate, skandiert und geschwenkt von aufgeregten Amerikanern, denen ein besseres öffentliches Gesundheitswesen angedroht wurde, gehören zum bunten Nachrichtenalltag der Weltmacht. Fassungslose Europäer versuchen, die Befindlichkeit der Aufgebrachten mit der Formel “Folge der Spur des Geldes” auf rationale Grundlagen zurückzuführen. Finanziert wird die Dauerbedröhnung der Bevölkerung mit Schreckensbotschaften von Staatszerfall, Bürgerversklavung und Ausverkauf der alten Ideale auch von den großen Versicherungskonzernen, die kein Interesse an staatlichen Vorsorgemodellen haben.

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Der schweigende, seelige, heilige Papst

James Cromwell als Papst im ARD-Film "Pius XII."

Es ist kein Zufall, dass der Film und James Cromwell als Pius XII. die Vorbereitungen schaffen sollen, diesen Papst seligzusprechen. Es ist auch kein Zufall, dass der Film wenige Tage (ARD, 1. November, 20.15 Uhr) nach dem Erscheinen des 880 Seiten dicken Dokumentarbands „Das Amt“ ausgestrahlt wird.

Von Rolf Hochhuth - BZ

„Das Amt“, damit ist das Berliner Auswärtige gemeint, dem von 1938 bis 1943 als Staatssekretär Ernst Freiherr von Weizsäcker vorstand. Bis er als Botschafter Hitlers zum Vatikan ging, wo es sein Bemühen war, den Papst zu überreden, dem Reich einen Separatfrieden mit den Westmächten zu vermitteln, um zu verhindern, dass Stalin als Sieger durchs Brandenburger Tor einzieht.

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Die kreationistischen Feindbilder des Harun Yahya

DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN DES TERRORISMUS: DARWINISMUS UND MATERIALISMUS

Von Harun Yahyahttp://www.harunyahya.de

Die meisten Menschen sind der Meinung, dass die Evolutionstheorie zuerst von Charles Darwin vorgeschlagen wurde und auf wissenschaftlichen Beweisen, Beobachtungen und Experimenten beruhe. Jedoch ist Darwin weder ihr Begründer, noch stützte sich die Theorie auf wissenschaftliche Beweise. Die Theorie besteht ihrem Wesen nach aus einer Anpassung an ein altes Dogma, das als die materialistische Philosophie bekannt ist. Obwohl kein wissenschaftlicher Beweis die Evolutionstheorie stützt, wird die Theorie blind im Namen der materialistischen Philosophie aufrechterhalten.
Dieser Fanatismus hatte viele Katastrophen zur Folge, die darauf zurückzuführen sind, dass sich mit der Verbreitung des Darwinismus und der materialistischen Philosophie, die vom Darwinismus unterstützt wird, die Antwort auf die Frage “Was ist ein Mensch? “geändert hat.
Menschen, die gewöhnt sind, zu antworten: ‘die Menschen wurden von Allah erschaffen und müssen einer sittlichen Ordnung entsprechend leben, die Er festgelegt hat’, beginnen jetzt zu denken, dass ‘der Mensch zufällig entstanden und seiner Natur nach ein Tier ist, das sich im Kampf ums Dasein entwickelt hat’, Für diese große Täuschung ist ein hoher Preis zu zahlen. Gewalttätige Ideologien wie der Rassismus, Faschismus und Kommunismus und viele andere grausame Weltansichten, die auf Konflikten basieren, haben ihre ganze Stärke aus dieser Täuschung gezogen.
Dieser Artikel behandelt das Unglück, das der Darwinismus auf die Welt gebracht hat und deckt den Zusammenhang mit dem Terrorismus, einem der wichtigsten globalen Probleme unserer Zeit, auf.

Die Entrüstung eines Wurms

Quelle: /www.uni-leipzig.de/

Hirtenbrief muss genau gelesen werden

tt.com

Thema: Zum Dauerbeschuss gegen die Kirche.

Viele Leserbriefe strotzen in letzter Zeit vor Hohn und Hass gegen die Kirche. Als Pfarrer kann ich dazu nicht schweigen.

Wer den Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. an Irland genau liest, kann sein tiefes Bedauern und sehr praktische Hinweise zur Überwindung solcher Missstände, zur Offenheit und zur Erneuerung finden.

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Wer tanzte mit dem Teufel?

Tanz mit dem Teufelvon Fritz J. Raddatz Cicero.de
Warum sucht die Kunst die Nähe zur Macht?
Warum biedern sich Schriftsteller Diktatoren an? Und warum wird, wer einst doppelt spielte – Kundschafter der Stasi und Freund der Opposition – heute nicht einfach Konditor?

Die Geschichte liegt ziemlich lange zurück, ist deswegen aber nicht untypisch geworden: Ich treffe im ICE einen der berühmtesten deutschen Schriftsteller, und wie die Floskel es gebietet, frage ich: „Wohin geht die Reise?“ Üblicherweise antwortet man darauf: nach Köln oder Prag oder München. Der Auflagenmillionär aber sagte: „zum Bundespräsidenten“. Das geschmeichelte Bibbern unüberhörbar: Ich bin zu Hofe gebeten. William Faulkners elegante Kühle wäre da fremd; als Jackie Kennedy – eine Ruth Leuwerik der Politschauspielerei – den Nobelpreisträger zu einem Dinner in ihren Pseudosalon, die Antiquitäten so falsch wie ihre Perlen, zusammen mit Boxern, Hollywoodstars und Schlagersängern bat, antwortete der Südstaaten-Gentleman, für ein Abendessen sei ihm die Reise ein wenig zu weit. Derlei käme nicht in den Sinn unseren Funkenmariechen der Macht, den notorischen Jung­autoren weit in der Mitte ihres Lebens, die ehrfurchtsvoll einen klitzekleinen Glanz erhaschen wollen. „Ich muss jetzt Schluss machen“, heißt es da am Telefon, „ich muss zum Gartenfest des Bundespräsidenten“. Frei nach Rilke: „Dabei sein ist ein großer Glanz von innen“.

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