Schlagwort-Archive: Sterblichkeit

Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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Kirchen bleiben leer, der Dalai Lama füllt die Stadthalle

Verbindung zu anderen Religionen und deren Würdenträgern: “Der Dalai Lama hat sich meinen Gebetsring ausgeborgt und gelacht: ‘So klein!”.

David Steindl-Rast ist ein gefragter Vortragender, der um die Welt reist. Zwischen seinen Reisen lebt der Benediktinermönch in jenem Kloster im US-Bundesstaat New York, dessen Gemeinschaft er seit 1952 angehört. Sein Beitrag zum Dialog der Religionen macht den gebürtigen Österreicher zum Ansprechpartner für Menschen aller Konfessionen. Der KURIER traf ihn vor einem Vortrag im Europakloster Gut Aich in St. Gilgen.

Kurier.at

KURIER: Sie sind vor 60 Jahren in die USA gegangen. Dort kommt Gott in beinahe jeder Wahlrede vor, bei uns sind Kirche und Politik getrennt. Hat Religion in Amerika einen anderen Stellenwert?

David Steindl-Rast: Das ist reine Äußerlichkeit. Die Fundamentalisierung ist dort stark, aber eher als kulturelle Haltung, nicht aus religiöser Überzeugung. Interessant finde ich, was ich an jungen Menschen beobachte: einen großen Hunger nach Spiritualität, sowohl in Amerika, als auch in Europa. Aber kein Interesse für die Kirche.

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