Schlagwort-Archive: Sterblichkeit

Leben mit dem Tod – Woher unsere Angst vor dem Tod kommt

Woody Allen

„Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn’s passiert.”

Von Dr. Sandra MaxeinerTHE HUFFINGTON POST

Die Wunde der Sterblichkeit, die uns das Leben einbrennt
Jeder ernsthafte Autor hat sich wohl schon mit dem Tod und der eigenen Sterblichkeit befasst. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sagte einmal, dass die Literatur im Grunde nur zwei große Themen kenne: die Liebe und den Tod. Wie viel Wahrheit darin steckt, wissen wohl nicht nur die Literaturfreunde unter Ihnen. Die Furcht vor dem Tod ist jedem menschlichen Wesen eigen: Sie ist unser dunkler Schatten, der uns stets begleitet, und vielleicht ist sie der zuverlässigste Begleiter, den wir im Leben haben. Und dann ist da noch das Bewusstsein um die eigene Sterblichkeit, das uns das Leben einbrennt. Es zeigt sich zunächst – wie eine Verletzung – als kleine offene Stelle, dann wird die Wunde größer, blutet, mitunter schließt sie sich wieder und es bildet sich Schorf, doch irgendwann schließt sie sich nicht mehr.

Begegnungen mit dem Tod
Wohl jeder von uns hatte schon einmal eine Begegnung mit dem Tod, durch die uns die eigene Sterblichkeit bewusst wurde. Es ist wie ein Weckruf. Bis dahin haben wir zwar viele Verluste erlebt, von Bekannten über Todesfälle gehört, aber das war nichts, was uns wirklich nahe ging.

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Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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Kirchen bleiben leer, der Dalai Lama füllt die Stadthalle

Verbindung zu anderen Religionen und deren Würdenträgern: “Der Dalai Lama hat sich meinen Gebetsring ausgeborgt und gelacht: ‘So klein!”.

David Steindl-Rast ist ein gefragter Vortragender, der um die Welt reist. Zwischen seinen Reisen lebt der Benediktinermönch in jenem Kloster im US-Bundesstaat New York, dessen Gemeinschaft er seit 1952 angehört. Sein Beitrag zum Dialog der Religionen macht den gebürtigen Österreicher zum Ansprechpartner für Menschen aller Konfessionen. Der KURIER traf ihn vor einem Vortrag im Europakloster Gut Aich in St. Gilgen.

Kurier.at

KURIER: Sie sind vor 60 Jahren in die USA gegangen. Dort kommt Gott in beinahe jeder Wahlrede vor, bei uns sind Kirche und Politik getrennt. Hat Religion in Amerika einen anderen Stellenwert?

David Steindl-Rast: Das ist reine Äußerlichkeit. Die Fundamentalisierung ist dort stark, aber eher als kulturelle Haltung, nicht aus religiöser Überzeugung. Interessant finde ich, was ich an jungen Menschen beobachte: einen großen Hunger nach Spiritualität, sowohl in Amerika, als auch in Europa. Aber kein Interesse für die Kirche.

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