Schlagwort-Archive: Tod

Homöopathie und alternative Heilmethoden: Globuli stoppen Ebola nicht

Tödlicher Erreger. Ein mutmaßliches Ebolaopfer wird von Helfern abtransportiert. – Foto: Reuters

Der Westen bringt nicht nur Helfer in die betroffenen Regionen, sondern auch allerhand Gerüchte, wie die Krankheit angeblich mit Alternativmethoden geheilt werden kann. Mit verheerenden Folgen: Der Glaube an Homöopathie und anderen Hokus-Pokus kann Leben kosten.

Von Kai KupferschmidtDER TAGESSPIEGEL

Die Krankheit war plötzlich aufgetaucht. Im Sommer 1976, mitten im afrikanischen Dschungel. Die Erkrankten klagten über Kopfschmerzen und hohes Fieber, nach ein paar Tagen begannen sie zu bluten. Dann starben sie. Der Erreger war unbekannt, es gab kein Heilmittel. In einem Missionskrankenhaus im Zentrum der Epidemie versuchten belgische Nonnen, die sterbenden Patienten zu retten. Vergebens.

Beerdigung folgte auf Beerdigung. Und immer mehr Gerüchte verbreiteten sich. Viele Einheimische blieben dem Krankenhaus fern. Das scheint irrational, hat aber manchen vermutlich das Leben gerettet. Forscher stellten später fest, dass fast alle der frühen Opfer von den Nonnen behandelt worden waren, ehe sie erkrankten.

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Pädo-Sekte im Deutschen Ethikrat

missbrauch_katholWeihbischof Losinger ist gegen jeden Form der Beihilfe zur Selbsttötung. «Aus der Möglichkeit für wenige wird schleichend eine Pflicht für Viele», warnte Losinger, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist.

Von Christoph Scholzkath.net

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger hat sich gegen jede Form der organisierten Beihilfe zur Selbsttötung gewandt. Losinger ist Mitglied des Deutschen Ethikrates und in der Deutschen Bischofskonferenz für ethische Grundfragen zuständig. In der Debatte um eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids warnte er am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), davor, aus der Betroffenheit über dramatische Einzelfälle Grundprinzipien infrage zu stellen.

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Bundeswehr wirbt erneut in der „Bravo“ um Nachwuchs

Bild: Bravo/Screenshot: BB

Bild: Bravo/Screenshot: BB

Mit Sonne, Strand und Meer wirbt die Bundeswehr derzeit im Jugendmagazin „Bravo“ für seine „Adventure Camps“. Das sei völlig realitätsfern und verstoße gegen Völkerrecht, kritisieren Kinderrechtsgruppen. Minderjährige hätten beim Militär nichts zu suchen.

FOCUS ONLINE

Für „Adventure Camps“ auf Sardinien und in Deutschland wirbt die Bundeswehr auf der Internetseite des Jugendmagazins „Bravo“ und verspricht „Team-Challenges“ und einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Diese Art der Nachwuchswerbung stieß bereits im Jahr 2012 auf heftige Kritik von Kinderrechtsgruppen. In einer Mitteilung protestierte das „Deutsche Bündnis Kindersoldaten“ auch diesmal gegen die „verharmlosende Kampagne“, die nichts mit der Realität zu tun habe.

Leben mit dem Tod – Woher unsere Angst vor dem Tod kommt

Woody Allen

„Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn’s passiert.”

Von Dr. Sandra MaxeinerTHE HUFFINGTON POST

Die Wunde der Sterblichkeit, die uns das Leben einbrennt
Jeder ernsthafte Autor hat sich wohl schon mit dem Tod und der eigenen Sterblichkeit befasst. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sagte einmal, dass die Literatur im Grunde nur zwei große Themen kenne: die Liebe und den Tod. Wie viel Wahrheit darin steckt, wissen wohl nicht nur die Literaturfreunde unter Ihnen. Die Furcht vor dem Tod ist jedem menschlichen Wesen eigen: Sie ist unser dunkler Schatten, der uns stets begleitet, und vielleicht ist sie der zuverlässigste Begleiter, den wir im Leben haben. Und dann ist da noch das Bewusstsein um die eigene Sterblichkeit, das uns das Leben einbrennt. Es zeigt sich zunächst – wie eine Verletzung – als kleine offene Stelle, dann wird die Wunde größer, blutet, mitunter schließt sie sich wieder und es bildet sich Schorf, doch irgendwann schließt sie sich nicht mehr.

Begegnungen mit dem Tod
Wohl jeder von uns hatte schon einmal eine Begegnung mit dem Tod, durch die uns die eigene Sterblichkeit bewusst wurde. Es ist wie ein Weckruf. Bis dahin haben wir zwar viele Verluste erlebt, von Bekannten über Todesfälle gehört, aber das war nichts, was uns wirklich nahe ging.

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Naturgeschichte des Glaubens

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Warum glauben Menschen an Gott? Welchen Zweck erfüllt Religiosität? Plausible Antworten darauf finden sich neuerdings aus evolutionstheoretischer und verhaltensbiologischer Perspektive.

Von Franz M. WuketisWiener Zeitung

Religiöser Glaube tritt in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auf und ist in allen menschlichen Kulturen beziehungsweise Gesellschaften anzutreffen. Einschließlich der verschiedenen Formen des Aberglaubens, Anbetungen von Kultgegenständen, Weltuntergangsmythen, Beschwichtigungsritualen und so weiter kann dieser Glaube – ähnlich den mit ihm oft verbundenen moralischen Vorstellungen – zu den anthropologischen Universalien gezählt werden.

Homo religiosus
Daher wurde der Mensch auch als ein “Homo religiosus” bezeichnet. Von allen bekannten Lebewesen auf der Erde ist er die einzige Spezies mit einer Disposition zu religiösem Glauben, der sich nicht zuletzt in der Hoffnung auf ein “Weiterleben” nach dem Tod im “Jenseits” manifestiert.

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Religion als Instrument der Angstbewältigung

Prof. Dr. Dirk Evers und Prof. Dr. Robert-Benjamin Illing (v.l.) Foto: bhe

Neurobiologe Robert-Benjamin Illing zur Entstehung von Religion in der Evolution – Streitgespräch „Entsteht Religion im Gehirn?“ mit dem Theologen Dirk Evers

Pressemitteilung des Exzellenzclusters vom 21. Mai 2014

Religion lässt sich aus Sicht des Freiburger Neurobiologen Prof. Dr. Robert-Benjamin Illing primär als Instrument der Angstbewältigung ansehen. „Mit Angstgefühlen sind unsere Vorfahren seit Urzeiten vertraut. Im Zuge der Zivilisations- und Bewusstseinsentwicklung sah sich der Mensch jedoch mit neuen Ängsten konfrontiert: vor Krankheit, Verfall und Tod“, sagte der Wissenschaftler am Dienstagabend in der Reihe „Streitgespräche über Gott und die Welt“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ in Münster. „Anders als vor Schlangen oder Leoparden können wir vor Existenzängsten und Sinnkrisen nicht physisch fliehen, weil sie in uns wohnen“, so der Forscher. „Im Rahmen unserer kognitiven Möglichkeiten fassen wir die neuen Ängste deswegen in Mythen und entwickeln daraus Religionen, um ihnen doch zu entkommen.“

Die Welt biete nicht nur für vielfältige Lebensformen, sondern auch für vielfältige kognitive Kreationen zahlreiche „ökologische Nischen“, so Illing. „Sie war ein vergleichsweise armseliger Ort, als es in ihr noch keine Seele, kein Ich, keine Werkzeuge, keine Freiheit, keinen Gott gab. Jetzt gibt es all das in ihr dank des Menschen. Und was sich bewährt, entspricht ihrer Hausordnung.“

Die Veranstaltung trug den Titel „Neurologie und Kognitionswissenschaft: Entsteht die Religion im Gehirn?“ In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Neurowissenschaftler versucht, den Sitz religiöser Vorstellungen im Gehirn genau zu lokalisieren. Neurobiologe Illing hingegen folgte in seinen Ausführungen evolutionsbiologischen Erklärungen: Der Mensch stelle anhand spärlicher äußerer Wahrnehmungen ständig Vermutungen über Gedanken und Absichten anderer Menschen an. „Mit diesem kognitiven Instrumentarium treten wir auch der Natur gegenüber, wenn wir etwa in Pilzkreisen Feenringe sehen oder Opferriten durchführen, um Vulkane zu besänftigen.“

Elektrochemische Zustände im Gehirn

Der Neurobiologe führte aus: „Wie unsere Sinnesorgane entstand auch unser Gehirn nicht aus dem Nichts, sondern als Zwischenergebnis einer Jahrmillionen langen stammesgeschichtlichen Entwicklung.“ Während der Evolution sei es zu einer zunehmend spezifischen Anpassung unserer Sinnes- und Gehirnfunktionen an eine immer komplexer werdende Umwelt gekommen. „Um uns darin schnell und sicher zu orientieren, produzieren unsere Sinnes- und Denkorgane unablässig nützliche, aber keineswegs unfehlbare Hypothesen über Dinge, Gesetzmäßigkeiten und Absichten“, sagte Illing. „Deshalb ist die Welt weder so, wie wir sie sehen, noch so, wie wir sie denken.“

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Dirk Evers aus Halle schloss an Illings Position an. Auch er vertrat die Auffassung, Religion entstehe nicht im Gehirn. Vielmehr bilde sie sich „im sozialen Raum sprachfähiger Subjekte“ heraus, „denn im Gehirn entstehen – nach allem, was wir wissen – Muster elektrochemischer Zustände.“ Religiöse Vorstellungen und Verhaltensweisen sollten nach den Worten des systematischen Theologen gerade für solche Aspekte menschlicher Existenz stehen, die evolutionsbiologisch nicht funktional zu beschreiben sind. Dabei warf der Wissenschaftler die Frage auf, „ob ‚die‘ Religion überhaupt ein sinnvoller Singular ist, wenn man sich die Vielfalt religiöser und quasi-religiöser Erscheinungen kulturübergreifend vor Augen führt.“

Streitgespräch „Beginn des Lebens“

Foto: wikipedia, R. Wölk

Mit Blick auf das Christentum plädierte Evers dafür, „es nicht als Erweiterung des Weltwissens, sondern als eine Perspektive auf die Wirklichkeit überhaupt“ zu sehen, die die menschliche Existenz von der Geschichte Jesu Christi her verstehe. Moderator der Diskussion war der evangelische Theologe Prof. Dr. Traugott Roser aus Münster. Das nächste Streitgespräch am Dienstag, 27. Mai, befasst sich unter dem Titel „Der Beginn des Lebens“ mit medizinethischen Fragen zum Lebensanfang. Es diskutieren die Medizinethikerin Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert aus Münster und der evangelische Theologe Prof. Dr. Reiner Anselm aus Göttingen. Die Moderation übernimmt der Rechtsphilosoph Prof. Dr. Thomas Gutmann vom Exzellenzcluster.

In der Reihe „Streitgespräche über Gott und die Welt“ diskutieren im Sommersemester Theologen und Nicht-Theologen aktuelle Themen wie Hirnforschung, Wirtschaftsethik und Friedenspolitik. Veranstalter sind der Exzellenzcluster und die Evangelisch-Theologische Fakultät. Die Streitgespräche sind dienstags von 18.15 bis 19.45 Uhr in Hörsaal F1 im Fürstenberghaus am Domplatz 20-22 in Münster zu hören. Das Format trägt den Untertitel „Disputationen zwischen Theologie, Natur- und Gesellschaftswissenschaften“. (mit/vvm)

Viele Geburten können das Überleben einer Religion sichern

Bild: Uli Stein, erloeserkirche-rheinhausen.de

Evolutionsbiologe: Es gibt aber keine unfehlbare Strategie gegen das Aussterben – Wie sollen Protestanten damit umgehen, dass ihre Mitgliederzahl schrumpft?

kath.net

Das Überleben einer Religion hängt auch davon ab, ob ihre Anhänger überdurchschnittlich viele Kinder bekommen. Diese Meinung vertrat der Evolutionsbiologe Prof. Thomas Junker (Tübingen) auf dem Zukunftsforum der EKD am 16. Mai in Essen. Er sprach zum Thema „,Survival of the fittest’ – Was die Theologie von der Evolutionsbiologie lernen kann“.

Nach seinen Worten sterben religiöse Gemeinschaften aus, wenn die Zahl der Zugänge auf Dauer geringer ist als die Verluste durch Tod oder Austritte und wenn die Gläubigen ihre Ideen nicht mehr an die nächste Generation weitergeben. Statistiken zeigten, dass dies auf die evangelische Kirche in Deutschland zutreffe. Das könne zu einem Aussterben führen. Allerdings empfahl Junker der evangelischen Kirche, auf diesen Rückgang nicht hektisch zu reagieren: „Alle heute existierenden religiösen Gemeinschaften sind ja Erfolgsmodelle. Sonst gäbe es sie nicht mehr.“ Wenn die Kirche sich zu schnell ändere, könne sie auch die Dinge verlieren, die gut gewesen seien.

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Dresdens Bischof Koch: Auch der Atheist ist tiefgläubig

Heiner Koch, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-DE

Der Atheist glaube, dass mit dem Tod alles aus sei und es keinen Gott gebe, sagte Bischof Heiner Koch. «Glauben muss auch er – diese Erkenntnis macht viele nachdenklich.»

kath.net

Der katholische Bischof von Dresden-Meißen, Heiner Koch, nimmt in der sächsischen Diaspora eine religiöse Aufbruchstimmung wahr. «Ich bin nicht der Meinung, dass hier plötzlich alle Christen werden, aber es wächst die Erkenntnis, dass auch der Atheist tiefgläubig ist», sagte Koch vergangene Woche in einem Interview der in Dresden erscheinenden «Sächsischen Zeitung».

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Sonderschau in Kassel: Tod bei Buddhisten und Atheisten

Buddhistischer Friedhof Wien , Bild: euxus.eu

Bestattungsrituale fremder Religionen und Kulturen zeigt das Museum für Sepulkralkultur in Kassel in seiner neuen Dauerausstellung. Einen Schwerpunkt stellten besondere Grabstätten für Angehörige anderer Religionen in Deutschland dar, hieß es am Donnerstag zur Vorstellung der Sonderschau in dem Spezialmuseum zu den Themen Tod und Bestattung.

evangelisch.de

Das Spektrum reiche dabei vom Friedhof für Konfessionslose in Berlin,  über einen chinesischen Friedhof in Hamburg bis hin zu einem buddhistischen Gräberfeld in Hannover.

In dem neuen Ausstellungsbereich mit dem Titel “Religionen – Rituale und Sitten zum Tod” werde über Bestattungssitten in zahlreichen Religionen und Kulturen informiert, sagte Sprecherin Jutta Lange in Vertretung des erkrankten Direktors Reiner Sörries am Donnerstag. Die Anregung dazu sei unter anderem auch von ausländischen Besuchern gekommen, die Informationen über den Tod in anderen Religionen vermisst hätten.

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Leben ohne Gott

Franz M. Wuketits Was Atheisten glauben Verlag: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2014 ISBN: 9783579085036 19,99 €

Der Buchtitel ist etwas missverständlich. Nein, das Werk handelt nicht über Ersatzreligionen von Häretikern oder so etwas. Vielmehr befasst es sich damit, wie gottlose Menschen zum Leben stehen und wie sich aus der Perspektive des Atheismus die “großen Fragen” beantworten lassen: Wie wichtig ist Moral, was ist der Sinn des Daseins, wie begegne ich dem Tod?

Von Frank SchubertSpektrum.de

Der Autor, Franz M. Wuketits, lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften an der Universität Wien. Er hat zahlreiche Bücher über Biologie, Evolution und Ethik verfasst. In seinem neuen Werk umreißt er zunächst, was er unter einem Atheisten versteht: Einen Menschen, der grundsätzlich die Existenz höherer Wesen verneint und sich allein dem “Diesseits” verpflichtet fühlt. Atheisten seien im Allgemeinen Humanisten und somit ihren Mitmenschen verbunden. Ihre Grundhaltung sei nicht zu verwechseln mit Antitheismus, dem Kampf gegen Gläubige. Atheisten hätten in aller Regel kein Interesse daran, die Konflikte in der Welt zu vermehren, und bemühten sich daher um ein gedeihliches, respektvolles Zusammenleben – auch mit gläubigen Menschen. Wuketits möchte nicht gegen Religionen hetzen; er möchte deutlich machen, dass der Atheismus eine lebenswerte Daseinsform ist, die dem Gottesglauben intellektuell und ethisch in nichts nachsteht.

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Bonnie “Prince” Billy: Ein Wanderprediger sieht Licht in der Dunkelheit

Mutter aller Folk-Käuze: Will Oldham alias Bonnie “Prince” Billy gab in Berlin ein erhebendes Konzert. Passenderweise in einer Kirche. Allerdings einer, in die man Plastikbierbecher mitnehmen konnte.

Von Frank SchmiechenDIE WELT

Das war natürlich kein Konzert. Das war ein Hochamt. Die wuchtige, wunderschöne Apostel-Paulus-Kirche in Berlin-Schöneberg bot genau den richtigen, weihevollen Rahmen für zwei sehr gut besuchte Auftritte des amerikanischen Songwriters Will Oldham, der sich seit einiger Zeit Bonnie “Prince” Billy nennt. Das Vorprogramm lieferte noch mehr sakrale Einstimmung für diesen merkwürdigen Abend. Zu sphärischen Ambientklängen von Lutto Lento & Piotr Kurek nahm man schweigend in den Kirchenbänken Platz und lauschte sehr nachdenklich und introvertiert.

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Wie dumm darf Religion sein?

Jamie Coots, Bild: abcnews.com

Der Tod eines Pastors durch Schlangenbiss wirft Fragen auf: Beweist ein ausbleibendes Wunder Gottes Nichtexistenz? Und wie dumm darf Religion sein?

Von Michael PrüllerDie Presse.com

Vor wenigen Tagen ist ein US-Pastor, in dessen Kirche Giftschlangen eine Rolle spielen, gestorben – durch Schlangenbiss. Der rund 100 Jahre alte Schlangenkult eines Nebenzweiges der Pfingstkirche beruft sich auf das Markusevangelium, in dem Jesus sagt: „Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: (…) Wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden.“

Um zu zeigen, dass Gottes Verheißungen wahr sind, heben also die Snake Handler, die Schlangenanfasser, beim Gottesdienst Klapperschlangen mit bloßen Händen in die Höhe. Am vorvergangenen Samstag hat das Pastor Jamie Coots getan, wurde (zum neunten Mal) gebissen, lehnte eine Behandlung ab und war wenige Stunden später tot.

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Wenn Kauder und Co unser Sterben bestimmen

Volker Kauder, Bild: wikimedia.org

Die Union will nach den Worten von Fraktionschef Volker Kauder (CDU) im Bundestag weiter für ein Verbot jeder geschäftsmäßigen und organisierten Sterbehilfe werben.

evangelisch.de

“Der Tod darf nicht kommerzialisiert oder banalisiert werden”, sagte Kauder im Interview der “Neuen Osnabrück Zeitung” (Samstagsausgabe): “Todkranken Menschen müssen wir helfen, indem wir sie in Hospizen aufnehmen und ihr Leid mit Palliativmedizin lindern.”

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Hannoverscher Landesbischof: Kirchen für ethische Fragen unersetzbar – träum weiter

Ralf Meister, Bild: wikipedia

Die Kirchen werden nach Ansicht des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister als moralische Instanz in der Gesellschaft immer wichtiger. “Wir erleben seit einiger Zeit zahlreiche Gründungen von Ethik-Kommissionen, und fast überall erhalten die Kirchen einen Sitz”, sagte der Bischof der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie seien unersetzbar, wenn es um ethische Orientierungen und Lebensgewissheiten gehe.

evangelisch.de

Als Beispiele nannte Meister Fragen von der Stammzellforschung bis zu Sterben und Tod wie auch den geplanten Atomausstieg. Der Bischof vertritt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in der vom Bund und Ländern eingesetzten Expertenkommission, die die Suche nach einem Atommüll-Endlager vorbereiten soll. “Grundsatzfragen, wie eine gerechte, friedliche und sozial ausgewogene Welt gestaltet werden kann, haben die Religionen von jeher umgetrieben”, betonte der leitende Theologe. Immer mehr Philosophen und Literaten, aber auch Politiker merkten, dass einem Gemeinwesen ohne Religion und ohne Gott etwas Wesentliches fehle.

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EU-Parlamentspräsident zweifelt an Gott und glaubt an die Musik

Martin Schulz, Bild: wikipedia

Der Glaube an Gott ist dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, “mit den Jahren verloren gegangen”.

evangelisch.de

Für ihn seien die Menschen “das Resultat eines natürlichen Prozesses, mit unserem Tod hört unsere geistige Existenz auf”, sagte der SPD-Politiker dem evangelischen Monatsmagazin “chrismon” (Januarausgabe). Allerdings gebe es eine Ausnahme, die ihm beweisen könnte, dass es doch einen Gott gibt: “Wenn es etwas Göttliches gibt, dann ist es für mich Musik.”

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Dodo Marx korrigiert Jesus und schafft Fegefeuer und Hölle ab

Kardinal_Reinhard_MarxDer Erzbischof von München-Freising, Reinhard Kardinal Marx verkündet ein Christentum ohne Hölle und Fegefeuer, nur mehr mit Paradies, sozusagen ein Wellnesschristentum. Kardinal Marx gehört dem achtköpfigen Kardinalsrat an, den Papst Franziskus am 13. April ernannt und der ihn bei der Leitung der Kirche beraten soll.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Kardinal Marx vertritt darin Europa. Marx ist auch Vorsitzender der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU (COMECE) und im Frühjahr 2014 Anwärter auf den Vorsitz in der Deutschen Bischofskonferenz.

Reinhard Kardinal Marx hielt am 9. November im bayerischen Erding einen geistlichen Vortrag zum Thema „Auferstehung“. Dabei versuchte der Kardinal die christliche Auferstehungslehre zu erklären: „Jeder Mensch ist ein einmaliger, ewiger Gedanke Gottes, der zu Ende gedacht werden muß und nicht ins Nichts zerfallen kann“. Und weiter: „Wenn Gott jeden Menschen von Ewigkeit her gewollt hat und liebt, dann kann mit dem Tod nicht alles vorbei sein“.

Gottes Existenz nur eine „Möglichkeit“?

Doch dann kam der Kardinal ins Straucheln. Der christliche Glaube an die Auferstehung hänge, so Erzbischof Marx, damit zusammen, „daß wir Gott für möglich halten“. Gottes Existenz nur als „Möglichkeit“? Wie das Erzbistum München-Freising selbst berichtet, setzte der Kardinal mit den Worten fort, wenn man Christi Worten Vertrauen schenke, „Dann ist die Hoffnung berechtigt, daß der Tod uns ein Tor in etwas Unzerstörbares öffnet.“

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Kirchen und freie Humanisten: Das letzte Geleit für die Einsamen

Foto: epd-bild/Uwe Lewandowski

Ein Mensch soll nicht einfach von der Erde verschwinden, da sind sich die christlichen Kirchen und die freien Humanisten einig: In Osnabrück halten sie seit kurzem gemeinsam Trauerfeiern für Menschen, die ohne Kontakt zu Angehörigen sterben.

Von Martina Schwagerevangelisch.de

Josef Meier (Name geändert) hatte sechs Kinder. Doch zu seiner Bestattung auf dem Heger Friedhof in Osnabrück ist keines von ihnen gekommen. “Seit der Scheidung von seiner Frau vor rund 20 Jahren hatte er wohl keinen Kontakt mehr zu ihnen”, sagt Rolf Brall vom Osnabrücker Ordnungsamt.

Als Josef Meier Ende September im Alter von 73 Jahren starb, gab es niemanden, der eine Bestattung organisiert und bezahlt hätte. Dennoch wird die Urne mit seiner Asche im Rahmen einer Trauerfeier beigesetzt – mit Blumenschmuck in der Friedhofskapelle, Trauerrednern und -gästen.

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„Jesus, der Jude und die Missverständnisse der Christen”

Jesus war Jude – von seiner Geburt bis zu seinem Tod und auch nach seiner Auferstehung. Doch viele Christen sehen Jesus nicht als solchen, sondern vor allem als den Begründer des Christentums. Der Theologe Guido Baltes begibt sich in dem Buch „Jesus, der Jude und die Missverständnisse der Christen“ auf eine Reise in die jüdische Welt zur Zeit Jesu und macht überraschende Entdeckungen.

Rezension von Salome E. Mayerpro Medienmagazin

Der Autor, der selbst einige Jahre in Jerusalem gelebt und gearbeitet hat, beobachtet stets aufs Neue, dass das Bild, das Christen vom Judentum haben, ein eher Negatives ist. Seit dem Holocaust habe zwar ein Umdenken eingesetzt, trotzdem seien viele christliche Gemeinden immer noch der Meinung, „dass die Person Jesus nur dann richtig zum Vorschein kommt, wenn man sie vom dunklen Hintergrund seiner jüdischen Umwelt deutlich abhebt“. Und auch ausdrückliche Israelliebhaber seien davor nicht gefeit: sie liebten zwar den Staat Israel und seine Bürger, die Zeitgenossen von Jesus aber würden sie verurteilen. Gründe dafür sieht der Theologe sowohl in der deutschen Vergangenheit als auch in schlichter Unkenntnis.

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Arzt baut Kirche – warum lässt sein Gott überhaupt Erkrankungen zu?

Foto: Martin U. K. Lengemann

Auf der Suche nach einem Ort der Stille beschließt ein Berliner Arzt, sich eine eigene Kirche zu bauen – in seinem Garten. Elf Jahre braucht er, um sie fertigzustellen. Nun ist es soweit.

Von Christin BohmannDIE WELT

Der Wunsch nach einer eigenen Kirche kam Roland Jacob im Dschungel von Ecuador. Mitten in diesem Urwald voller riesenhafter Bäume und unbekannter Geräusche hatte ein deutscher Auswanderer eine kleine Kathedrale aus Holz gebaut, in deren Inneres kein Laut drang – noch nicht einmal das Kreischen der vielen Affen draußen. In dieser Holzkirche saß Jacob im Sommer 2002 und ließ sich von der ehrfürchtigen Stille inspirieren. Wenn es diese Stille im tiefsten Urwald am anderen Ende der Welt geben konnte, fragte er sich, warum dann nicht auch in seinem Garten in Berlin?

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Der Tod breitet sich im Körper wie eine Welle aus

Der Tod zeiht als “blaue Welle” durch den Wurmkörper, der im Bild mit Zeitmarker “0 hrs” sozusagen klinisch tot ist. | Copyright/Quelle: Coburn C, Allman E, Mahanti P, Benedetto A, Cabreiro F, et al. / plosbiology.org, ucl.ac.uk

Britische Forscher haben die letzten biologischen Ereignisse im Leben eines Wurms nicht nur beschrieben sondern auch sichtbar gemacht. In ihrer Studie zeigen die Wissenschaftler, dass sich der Tod sozusagen nicht schlagartig, sondern einer Welle gleich im Körper von Zelle zu Zelle ausbreitet, bis der gesamte Organismus verschieden ist. Die Beobachtung hat auch Konsequenzen für unser Verständnis des biologischen Alterungs- und Sterbeprozesses bei Säugetieren und Menschen.

grenz|wissenschaft-aktuell

Laut den Forschern um Professor David Gems vom Institute of Healthy Ageing am University College London (UCL) löse der individuelle Zelltod eine chemische Kettenreaktion aus, die nach und nach zum Zusammenbruch von Zellkomponenten und der Ansammlung von molekularen Trümmern führe. Der molekulare Mechanismus dieses Vorgangs auf Zellebene sei zwar bereits relativ gut bekannt, doch wisse man noch kaum etwas darüber, wie sich der Tod am Ende des Lebens in einem Organismus ausbreitet.

In ihren aktuell im Fachjournal “PLoS One” (DOI: 10.1371/journal.pbio.1001613) veröffentlichten Untersuchungen an Würmern konnten die Forscher diese Ausbreitung des Todes nun sehr einfach und gut beobachten, da unter Schwarzlicht eine blau-fluoreszierende “Welle” sichtbar wird, die sich durch den Magen im ganzen Wurmkörper ausbreitet.

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