
Der Mensch wird in seinem Körper wieder auferstehen, meinten die frühen Christen. (Bild: picture alliance / Klaus Rose)
Manche streben nach großen Taten für den ewigen Ruhm, andere lassen ihren Körper tiefgefrieren: Der Wunsch nach Unsterblichkeit prägt unsere Zivilisation. Warum? Weil die Angst vor dem Tod ganz natürlich ist, schreibt der britische Diplomat und Philosoph Stephen Cave.
Von Adolf Stock – Deutschlandradio Kultur
Was tun wir nicht alles für die Unsterblichkeit: Wir lassen uns tiefgefrieren, um eines Tages wieder aufzuerstehen, wir ziehen in grausame Kriege für den ewigen Ruhm, wir meditieren Tag für Tag, um die Ewigkeit zu spüren, oder führen ein gottgefälliges Leben, in der Hoffnung auf Himmelsfreuden und Seelenheil.
“Die Frage ist, warum haben wir diese Todesangst überhaupt? Wir haben diese Todesangst nicht, weil sie wahr ist, weil sie objektiv begründet ist, sondern weil sie nützlich ist, weil nur die Wesen, die Angst vor dem Tod haben, lange genug überleben, um sich fortzupflanzen, ihre Gene weiterzugeben. Also, es ist tief in allen unseren Knochen, dass wir Angst vor dem Tod haben.”
Das sagt Stephen Cave, Verfasser des Buchs “Unsterblich”, in dem er versucht, unseren Wunsch nach dem ewigen Leben zu verstehen. Dieser Wunsch, so Cave, entspringt einem Paradoxon: Wir wissen um die Unendlichkeit, und gleichzeitig wissen wir auch, dass wir sterben müssen. Um das ewige Leben zu finden, haben die Menschen mehr oder weniger kluge Strategien entwickelt. Dabei unterscheidet Cave vier grundsätzliche Wege, die zur Unsterblichkeit führen sollen.
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