Schlagwort-Archive: Tschechien

Sekte “Zwölf Stämme” soll Kinder ins Ausland gebracht haben

Bild: Wikimedia Commons/B. Gibson Barkley

Bild: Wikimedia Commons/B. Gibson Barkley

Bei einem Großeinsatz holte die Polizei 40 Kinder aus den Fängen der Sekte “Zwölf Stämme” in Bayern. Nach SPIEGEL-Informationen lebten Mitglieder der urchristlichen Gruppe aber auch in Sachsen-Anhalt. Dort sind nun mehrere Kinder verschwunden.

Spiegel online

Die umstrittene Glaubensgemeinschaft “Zwölf Stämme” hat mehr Standorte als bislang bekannt: Nach SPIEGEL-Informationen waren sie nicht nur in den zwei Anwesen in den bayerischen Dörfern Klosterzimmern und Wörnitz sesshaft. Seit Juli lebt ein Teil der Gemeinschaft auch in einer Ortschaft in Sachsen-Anhalt. Nach Angaben von Nachbarn und ehemaligen Sektenmitgliedern sollen etwa zehn schulpflichtige Kinder seit vorvergangener Woche aus der Ortschaft Dolchau verschwunden sein. Die Jungen und Mädchen im Alter zwischen rund 7 und 16 Jahren sollen auf einen Hof der “Zwölf Stämme” in Tschechien gebracht worden sein – vermutlich um sie dem Zugriff der deutschen Jugendämtern zu entziehen.

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Tomas Halik(Theologe): “Etwassismus” ist die am weitesten verbreitete Religion

Tomas Halik, Bild: KNA

Der Prager Theologe Tomas Halik fordert ein Umdenken beim Thema Atheismus. “Meine Erfahrung aus Tschechien ist: Viele, die sich als Atheisten bezeichnen, negieren ihre Vorstellungen von Gott”, sagte er am Montagabend in Hamburg. “Wenn ich nachfrage, sagen viele: Ich bin kein dummer Materialist, ich weiss, dass etwas über uns ist”, so Halik, der an der Prager Karls-Universität Soziologie lehrt.

kipa-apic

“`Etwassismus` ist die am meisten verbreitete Religion unserer Zeit. Dieses `Etwas` ist eine Herausforderung für die Christen, ein Anknüpfungspunkt für den Dialog”, betonte Halik. Heute sinke sowohl die Zahl der überzeugten Christen als auch die der Atheisten, sagte der Wissenschaftler. Die Grenze verlaufe nicht zwischen Gläubigen und Atheisten, sondern zwischen denjenigen, die gegenüber der Frage nach Gott gleichgültig oder auf der Suche seien. Diese gebe es sowohl unter konventionell Gläubigen als auch leidenschaftlichen Atheisten, erklärte der katholische Priester.

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Tschechien: Parlament beschließt die Restitution

Blick auf die tschechische Hauptstadt Prag: im Bild vorne links die St.-Nikolaus-Kirche, hinten rechts der Veitsdom. Bild: renovabis.de

Gemeinden sollen unter den Kommunisten geraubtes Eigentum im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro erhalten

Von Hans-Jörg SchmidtDIE WELT

Mit den Stimmen der bürgerlichen Koalition und gegen den erbitterten Widerstand der linken Opposition hat das Prager Abgeordnetenhaus in der Nacht zum Donnerstag abermals für die Rückgabe des früheren Eigentums der Kirchen votiert.

Nach einer stürmischen Debatte stimmten 102 von 103 anwesenden Abgeordneten für das Gesetz. Damit wies das tschechische Unterhaus das Veto der zweiten Kammer des Parlaments, des Senats, zurück. Sozialdemokraten und Kommunisten, die im Senat die Mehrheit haben, verließen vor der Abstimmung aus Protest den Sitzungssaal.

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Die Madonna und der Ketzer

Die Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag war ein Maria geweihtes Standbild auf einer Säule. Bild: wikipedia

Der Katholizismus ist den meisten Pragern suspekt. Und doch könnte bald eine Mariensäule in die gottesferne Stadt zurückkehren.

Von Hans-Jörg SchmidtSÜDWEST PRESSE

Seit fast 100 Jahren thront auf dem zentralen Prager Altstädter Ring nur ein überdimensionaler “Ketzer” Jan Hus als Symbol des tschechischen Protestantismus. Der wird in Tschechien verehrt und dient bis heute als Ausdruck böhmischer Rebellion gegen die 300-jährige katholische Übermacht aus Wien. 1915, an seinem 500. Geburtstag, wurde für Hus besagtes Denkmal enthüllt. 1918, als sich die Tschechen von Habsburg lossagten, schleiften sie lustvoll die benachbarte katholische Mariensäule. Einer der “Drahtzieher” war Frantisek Sauer, ein enger Freund des anarchistischen Schriftstellers Jaroslav Hasek, der den braven Soldaten Schwejk erfand. Mit dem Abriss der Mariensäule sollte der Schlussstrich unter die “Knechtschaft” der Habsburger gezogen werden.

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Ostdeutsche sind größte Gott-Zweifler der Welt

Bild: glaube-und-kirche.de

Als “Opium des Volkes” verdammte Marx Religion. In der DDR waren Kirchen verpönt – mit nachhaltigen Folgen: Noch heute ist Gottesfurcht in Ostdeutschland weltweit am wenigsten verbreitet.

WELT ONLINE

In katholisch geprägten Ländern, vor allem  Entwicklungsländern, ist der Glaube an Gott laut einer  internationalen Studie am meisten ausgeprägt. Am geringsten ist er in Ostdeutschland, so lauten Ergebnisse einer wissenschaftlichen Erhebung der Universität Chicago.

Demnach ist der Glauben an Gott in den Philippinen mit 94 Prozent der Befragten am höchsten und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR mit 13 Prozent am niedrigsten. Das ehemals kommunistisch regierte Tschechien rangiert den Angaben zufolge mit 20 Prozent ebenfalls auf den hinteren Rängen.

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Kostbare Handschrift des Vaters der Genetik wieder in Tschechien

Begründete mit seinen Versuchen die Genetik: Gregor Mendel. Archivfoto

Nach jahrelangem Streit ist eine Handschrift des großen Vererbungsforschers Gregor Mendel an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. 20 Jahre lag das Manuskript in einem Pfarrhaus in Stuttgart-Sillenbuch.

bietigheimerzeitung.de

Nur wenige wussten, welchen Schatz Pater Clemens Richter in seinem Pfarrhaus in Stuttgart-Sillenbuch hütete. Die 48-seitige Handschrift ist eines der wertvollsten Dokumente der Wissenschaftsgeschichte: Das Manuskript eines Vortrags aus dem Jahr 1865, in dem der Begründer der Vererbungslehre, Johann Gregor Mendel, seine Versuche mit Pflanzen-Hybriden beschrieb. Der Naturforscher hatte nach systematischen Kreuzungsexperimenten die weltberühmten Mendelschen Gesetze aufgestellt.

Richter war auf unbekanntem Weg in den Besitz der Kostbarkeit gelangt. Der Biograph Mendels, Hugo Iltis, hatte das Manuskript in einer alten Kiste im Brünner Kloster entdeckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Werk als verschollen. Vermutlich wurde es in der Zeit des Kalten Kriegs aus dem damals sozialistischen Mähren nach Deutschland geschmuggelt, um sie vor dem Zugriff der Kommunisten zu bewahren. So geriet es in die Hände von Richter, der ein indirekter Nachkomme Mendels ist. Das Mitglied des Augustinerkonvents auf den Fildern stammt von Mendels älterer Schwester Veronika ab.

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Gegen anti-europäische Tendenzen

Foto: (v.l.): Marion Walsmann, Gergely Pröhle, Katrin Hatzinger, Joel Ruml, Bischof Michael Bünker.

Die Kirchen sollten sich gegen anti-europäische Kräfte in einigen der 27 EU-Mitgliedsstaaten wenden. Dazu haben Politiker und Kirchenvertreter aus Mitteleuropa am 3. Juni auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden aufgerufen.

idea.de

Die EU sei die Garantie, dass die rund 500 Millionen Bürger in Frieden leben könnten, sagte die Thüringer Ministerin für Bundes- und Europa-Angelegenheiten und Leiterin der Staatskanzlei in Erfurt, Marion Walsmann (CDU). Es lohne sich, für dieses Ziel auch Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen wie etwa die Staatsverschuldungskrise. Sie nannte es beunruhigend, dass laut einer Umfrage nur 18 Prozent der Deutschen einigermaßen über die europäischen Institutionen Bescheid wüssten. Walsmann bezeichnete die Kirchen und Religionsgemeinschaften als wichtige Partner des weltanschaulich neutralen Staats. Viele Menschen fragten nach Werteorientierung. Solche Werte könne der Staat nicht aus sich heraus schaffen. Das bedeute aber nicht, dass Nicht-Glaubende ausgeschlossen seien. Auch sie suchten nach Halt, wie sich etwa nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 2002 gezeigt habe.

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Der Atheismus der Gegenwart

 

Dominik Duka, Quelle: wikipedia

 

Warum die katholische Kirche in der Tschechischen Republik im Laufe des 20. Jahrhunderts um fünfzig Prozent dezimiert wurde und über Atheismus und Säkularismus der Gegenwart sprach der Prager Erzbischof Dominik Duka in Berlin.

KATH.NET

„Die Methoden, die der militante Säkularismus verwendet, sind jenen sehr auffallend ähnlich, die wir in der Zeit der kommunistischen Unterdrückung und Unfreiheit kannten und am eigenen Leib erfuhren.“ Das sagte der Erzbischof von Prag, Dominik Duka OP, anlässlich des St.-Michael-Jahresempfangs des Kommissariats der deutschen Bischöfe am 6. Oktober in Berlin in einer Ansprache.

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Atheismus: oft primitiv oder grausam

Tomas Halik, Quelle. wikimedia.org

Der tschechische Professor Thomas Halik, Romano-Guardini-Preisträger 2010, hat den Atheismus als „Reinigung des Glaubens“ bezeichnet. Viele Atheisten seien Menschen, die ihre eigenen Vorstellungen von Gott zurückweisen würden, sagte Halik anlässlich der Preisverleihung am Montag dem Münchner Kirchenradio. Diese Vorstellungen seien aber oft grausam oder primitiv. Durch den Dialog zwischen Atheisten und gläubigen Christen könne man aber der Wahrheit auf die Spur kommen.

Münchner Kirchenradio

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Vom Militant-Atheismus der braunen und roten Farbe

Dominik Duka

kathweb

Der neue Prager Erzbischof Dominik Duka will die Kirche stärker zur weitgehend säkularisierten tschechischen Gesellschaft hin öffnen und verstärkt auf die Menschen zugehen. Die Mehrheit der Menschen sei weder antiklerikal noch atheistisch, daher werde es für ihn oberste Priorität haben, sich “mehr an die breite Öffentlichkeit zu wenden”. Dies unterstrich Duka in einem Interview gegenüber dem Tschechischen Fernsehen, in dem er zentrale Punkte seiner zukünftigen Agenda als Erzbischof von Prag skizzierte. Duka, bisher Bischof von Hradec Kralove (Königgrätz), war am 13. Februar von Papst Benedikt XVI. zum 36. Prager Erzbischof und tschechischen Primas ernannt worden. Das neue Amt tritt er am kommenden Samstag, 10 Uhr, im Rahmen eines Gottesdienstes im Prager Veitsdom an.

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