Schlagwort-Archive: Universität Zürich

“Religiöse Bildung gehört dazu” – versucht mal zu verzichten

Bild: vedamagazin.de

Am Dienstag beginnt in Stuttgart die Bildungsmesse didacta. Rund 900 Aussteller wollen bis Samstag zu Chancen, Perspektiven und neuen Produkten rund um das Thema Bildung informieren. Auch die Kirchen sind auf der größten europäischen Bildungsmesse vertreten. Mit einem eigenen Stand wollten sie deutlich machen, dass auch religiöse Bildung zum Bildungsprogramm gehöre, erläutert Alexander Kuebler, Schuldekan der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

katholisch.de

Kuebler hat das Programm der Kirchen, das unter dem Motto “Religion – Werte – Bildung” steht, mitkonzipiert. Zu den Organisatoren zählen die Diözese Rottenburg-Stuttgart, das Erzbistum Freiburg sowie die evangelische Landeskirche Baden und die evangelische Landeskirche Württemberg.

Jeden Tag gibt es am Messestand fünf Expertenvorträge, die sich um Themen wie “Kinderfragen”, “Medien und Werte” oder “Lebensfragen” drehen. Höhepunkt wird nach Angaben von Alexander Kuebler ein Forum zum Thema “Religion inklusive: Positionell. Dialogisch. Plural” am Donnerstag sein. Zu den Diskutanten gehören Bischof Gebhard Fürst aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Landesbischof Frank Otfried July aus Stuttgart, der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner sowie der Theologe Thomas Schlag von der Universität Zürich.

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Der letzte Affe auf dem Weg zum Menschen

Skelett des Australopithecus sediba, © Lee Berger / Universität Witwatersrand

Haben Forscher mit “Australopithecus sediba” den direkten Vorfahren der Gattung Homo entdeckt? Neue Details lassen das vermuten. Doch der Streit geht weiter.

Von Lydia KlöcknerZEIT ONLINE

Ist es ein Mensch? Ist es ein Affe? Vor fünf Jahren entdeckte der Anthropologe Lee Berger in der südafrikanischen Malapa-Höhle Knochenreste, die er weder der einen noch der anderen Art eindeutig zuordnen konnte. Die Form der Beckenknochen sprach für die aufrechte Haltung eines Menschen. Doch die langen und kräftigen Armknochen erinnerten an die eines Schimpansen. Berger taufte das Wesen Australopithecus sediba und berichtete 2011 im Fachmagazin Science, er habe womöglich die lange gesuchte Übergangsspezies gefunden.

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Alternative Heilverfahren: Kritiker sind Extremisten

Bei der Akupunktur gibt es Hinweise auf Wirksamkeit. Deshalb sollte sie weiter erforscht werden, sagt Edzard Ernst. Für andere sogenannte alternative Heilverfahren wie Homöopathie sollte dagegen endlich Schluss sein. (© OBS)

Sogenannte alternative Heilverfahren sind auf dem Vormarsch. Doch für viele Methoden fehlen Belege für eine Wirksamkeit, andere widersprechen den Naturgesetzen. Wer darauf hinweist, muss sich derzeit auf ruppige Reaktionen aus der Szene gefasst machen. Besonders betroffen davon ist Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Paramedizin.

Interview: Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Edzard Ernst ist einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der sogenannten alternativen Heilverfahren, die er an der University of Exeter in Großbritannien erforscht hat. Zugleich ist er einer der schärfsten Kritiker von Verfahren wie der Homöopathie oder der anthroposophischen Medizin. Das verschafft ihm wenig Freunde in der Szene. Und derzeit weht der Gegenwind besonders scharf.

SZ.de: Sie hätten heute in München einen Vortrag zum Thema Akupunktur halten sollen. Aber der Veranstalter, das Wissenschaftszentrum der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, hat den Vortrag überraschend abgesagt. Warum?

Edzard Ernst: Ich bin vom Vorsitzenden mit einer äußerst seltsamen Begründung ausgeladen worden: Man wolle nicht den Eindruck erwecken, in ein laufendes Verfahren an der Universität Zürich einzugreifen. Dort wird zurzeit entschieden, wer den Lehrstuhl für Naturheilkunde übernehmen soll.

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Rezension: Evolution – ein interdisziplinäres Handbuch

Quelle: Metzlerverlag

Die Herausgeber Philip Sarasin (Professor für Neuere allgemeine Geschichte an der Universität Zürich) und Marianne Sommer (Professorin für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich) wollen den „heutigen Wissensstand und die Positionen bzw. Thesen der aktuellen Debatte festhalten und dokumentieren“ (Vorwort).

Von Hansjörg HemmingerAG EvoBio

Die Anordnung der Artikel erfolgt thematisch, innerhalb der vier Unterteile aber auch einmal alphabetisch. Im ersten Teil werden „Konzepte, Begriffe und Begriffsgeschichte“ behandelt, und zwar vom Stichwort „Abstammung“ bis zum Stichwort „Zufall“. Dann folgen in einem zweiten Teil und dritten Teil, die beide nicht alphabetisch untergliedert sind, „Theorien und Debatten in der Biologiegeschichte“, sowie „Institutionen und Repräsentationen, Praktiken und Objekte“. Schließlich folgt der vierte und mit Abstand längste Teil „Einflüsse, Verbindungen, Auswirkungen“. Er enthält zwei Unterteile: „Evolutionstheorie in der Wissenschaft“ und „Evolutionstheorie in der Gesellschaft“, wobei ersterer alphabetisch gegliedert ist, letzterer nicht. Ein Personenregister macht das Auffinden von Namen einfach. Ein Sachregister fehlt, ein Nachteil bei der Nutzung des Buchs. In dem Werk kommen 40 Autorinnen und Autoren zu Wort, die sowohl die biologische Evolutionstheorie behandeln, als auch Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftsbetrieb, die Rolle der Evolutionsidee in verschiedenen Disziplinen und ihre gesellschaftliche Wirkungsgeschichte. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Biologie. Von daher mag es unfair sein, das Werk als Fachbiologe zu rezensieren. Andererseits dürfte es keine Rezensenten geben, die sich auf allen Themenfelder auskennt. Deshalb ist die Rezension Ergebnis eines „Testlesens“ auf den Feldern, auf denen der Rezensent zuhause ist. Weiterlesen

Scharia-Eherecht in der Schweiz?

Quelle: ips.org

Wissenschaftler wollen Polygamie für Muslime in der Schweiz zulassen und ihr Heiratsalter auf 16 senken. Fachleute kritisieren die Vorschläge scharf.

von Désirée Pomper20min.ch

Das christlich geprägte Familienrecht könne bei Zugewanderten aus anderen Kulturkreisen zu Problemen führen: So lautete der Tenor an einer kürzlich durchgeführten internationalen Tagung des Center for ­Islamic and Middle Eastern Legal Studies an der Universität Zürich. Dort betreut Professorin Andrea Büchler eine Dissertation, die vorschlägt, in gewissen Fällen Polygamie in der Schweiz zu erlauben, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Auch soll es Muslimen möglich sein, bereits mit 16 Jahren zu heiraten. Ausserdem glaubt der Dissertant, die Integration verbessere sich, wenn Brautpaare beim Imam oder Rabbiner statt auf dem Zivilstandsamt heiraten dürften.

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Betrogene Bienen und neue Orchideen-Arten

Quelle: wikipedia

Neue Arten entstehen, wenn Pflanzen- und Tierpopulationen durch Meere oder Bergzüge geografisch voneinander isoliert werden. Dies zeigte Darwin vor mehr als hundert Jahren. Doch Arten können sich auch anders bilden: Bei Orchideen genügen bereits kleine biochemische Veränderungen, um neue Arten in unmittelbarer Nähe zu einander entstehen zu lassen. Dies weist eine schweizerisch-amerikanische Forschungsgruppe unter der Leitung des Evolutionsbiologen Philipp Schlüter von der Universität Zürich erstmals nach. Pflanzenarten teilen sich einen Gen-Pool. Dabei kann es zu Genfluss kommen dem Austausch von genetischem Material zwischen verschiedenen Populationen einer Art. Genfluss zwischen den Populationen kann aber durch reproduktive Barrieren verhindert werden. Solche Barrieren sind für die Bildung neuer Arten und die biologische Diversität zentral. Um Artbildungsprozesse zu verstehen, versuchen Evolutionsbiologen die molekularen Mechanismen zu ergründen, die reproduktiven Barrieren zugrunde liegen. Insbesondere versuchen sie so genannte Barriere-Gene zu finden, also jene Gene, die solche Barrieren kontrollieren.

uni-protokolle.de

Winzigste Unterschiede

Für ihre eben im Wissenschaftsmagazin PNAS publizierte Studie untersuchte eine Forschungsgruppe unter der Leitung des Evolutionsbiologen Philipp Schlüter von der Universität Zürich zwei Orchideenarten der Gattung Ophrys, nämlich O. sphegodes (Spinnenragwurz) und O. exaltata (Adriatische Ragwurz). Beide Arten imitieren die hochspezifischen weiblichen Sexuallockstoffe der sie bestäubenden Bienenart und locken so männliche Bienen an. Im Irrglauben eine Geschlechtspartnerin gefunden zu haben, versuchen die Bienenmännchen [pms1] sich mit der Blüte zu paaren und bestäuben diese dabei. Die beiden untersuchten Ragwurzarten ziehen verschiedene Bienenarten an.

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