Schlagwort-Archive: Vernunft

Papst: Europas Bischöfe sollen moderne Säkularität ergründen

Bild: stanet.ch

Rat der Europäischen Bischofskonferenzen tagt bis Sonntag zum Thema “Gott und Staat. Europa zwischen Säkularisierung und Säkularismus” – Kardinal Erdö: Europas Identität hat sich seit Anfängen der Union vor 60 Jahren stark verändert.

kathweb

Papst Franziskus hat am Donnerstag die in Bratislava versammelten Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Europas aufgerufen, sich intensiv mit dem Thema Säkularisierung und Laizität auseinanderzusetzen, um einen Beitrag für eine tragfähige neue europäische Kultur zu liefern. In einem Telegramm an den ungarischen Primas und Präsidenten des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Kardinal Peter Erdö, hebt Franziskus die Notwendigkeit hervor, dass die Kirchen den Menschen in Europa dienen, indem sie das Projekt einer Harmonie von Glauben und Vernunft, von Freiheit und Wahrheit vermitteln. Das Telegramm ist von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone gezeichnet.

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Kurt Flasch: “Lasst alle Dogmen fahren” – Warum ich kein Christ bin

Glaube steht gegen Vernunft: Kurt Flasch schlägt die christlichen Traditionalisten mit ihren eigenen Waffen

Von Matthias KamannDIE WELT

Der neuen Rechtgläubigkeit hätte nichts Schlimmeres passieren können als dieses Buch. Niemand hätte die christliche Traditionalistenfraktion um Joseph Ratzinger überzeugender abfertigen können als Kurt Flasch. Denn dieser hochgelehrte Philosoph und Historiker nimmt die Neodogmatiker beim Wort. Das setzt sie schachmatt: dass Flasch ihren Argumentationen folgt.

Flasch folgt ihnen schon dort, wo er ein Wischiwaschi-Christentum zurückweist. Er spottet über Eugen Drewermann und Anselm Grün, die “auf den Wiesen der Seelenkunde grasen”. Wenig hält Flasch auch von jenen, die den biblischen Schwulenhass durch Metaphorisierung entschärfen wollen. Wer die Bibel nur bildlich verstehen und damit ins Sanfte transferieren wolle, so Flasch, “kommt mir vor wie ein freundlicher und sensibler junger Mann, der aus Familiengründen in einen Anglerverein geraten ist, der dann aber seine Sympathie für die Fische entdeckt und vorschlägt, der Anglerverein soll sich in Zukunft mit dem Häkeln von Tischdecken statt mit dem Töten von Fischen beschäftigen”.

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The Unbelievers – World Premier – Hot Docs 2013

With their (r)evolutionary creed “believe in science, not God,” renowned scientists Richard Dawkins and Lawrence Krauss court controversy, enraging as many as they enlighten. Witness them crusade to replace religion and politics with a far more powerful idea: reason.

Richard Dawkins Foundation for Reason and Science

Esoterik: “Es gibt die Freiheit, Unsinn zu glauben”

Hartmut Zinser leitet ein Projekt zur “Rückkehr der Religionen” Bild: FU-Berlin

Professor Hartmut Zinser forscht kritisch über Esoterik. Er erklärt, warum Pendel, Orakel und Jenseitskontakte zu Irrtümern führen – und wieso asiatischer Glaube so fasziniert.

Von Holger KreitlingDIE WELT

Hartmut Zinser, Jahrgang 1944, ist pensionierter Professor für Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er hat sich lange kritisch mit Esoterik und Okkultismus beschäftigt, war Mitglied der Enquete-Kommission “Sogenannte Sekten und Psychogruppen” des Deutschen Bundestages. Daneben leitet er ein Forschungsprojekt zur “Rückkehr der Religionen”.

Die Welt: Wird Esoterik immer noch stärker?

Hartmut Zinser: Esoterische und okkulte Vorstellungen sind zu einem Teil unserer Alltagskultur geworden. Dies könnte noch weiter zunehmen mit der Verschärfung der sozialen Fragen, also Arbeitslosigkeit, Orientierungs- und Perspektivlosigkeit.

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Mit unscharfer Logik, “fein abgestimmt” gegen Dawkins

Religion und Vernunft haben nichts miteinander zu tun – behauptet der radikale Religionskritiker Richard Dawkins. Ein US-Bestsellerbuch, das mit intellektueller Brillanz die Gegenthese vertritt, ist jetzt auf Deutsch erscheinen.

merkur-online.de

Wie kommt es, das aktuell ein Buch erschienen ist, das den Anspruch erhebt, ein Werk zu widerlegen, das bereits sechs Jahre auf dem Buckel hat? Besagter Bestseller ist der “Gotteswahn” des Biologen Richard Dawkins, eine massive Polemik gegen die Religion im Allgemeinen und den christlichen Glauben im Besonderen.

Nun ist es nicht so, dass Dawkins Werk bis heute unwidersprochen geblieben wäre. Das Buch erntete rasch auch vernichtende Kritiken: Dawkins stelle ein Zerrbild der Religion dar, wurde ihm vorgeworfen. Außerdem propagiere er einen vermeintlich unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Naturwissenschaft und Glaube, der sich bei näherem Hinsehen vielmehr als Gegensatz zwischen den beiden philosophischen Systemen des Materialismus und Theismus darstelle. Somit argumentiere Dawkins nicht mit DER Naturwissenschaft an sich, sondern mit einer materialistischen Weltsicht, die er an die Naturwissenschaft herantrage. Zumal, so ein weiterer Kritikpunkt, offenbare der brillante Rhetoriker Dawkins in punkto Philosophie und Theologie eklatante Wissenslücken.

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Beschneidung: Geist und Fleisch

Beschneidungsbesteck: Juden und Muslime wundern sich über den aktuellen Furor über den Ritus ©DPA

Die Praxis wie auch die Ablehnung der Beschneidung sind in hohem Maß kulturrelativ. Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

Vernunft und Zivilisation können auf archaische Riten rückständiger Minderheiten keine Rücksicht nehmen! Im Namen des Rechts ist es sogar geboten, unaufgeklärte Minderheiten vor der Verstümmelung ihrer Kinder zu schützen! In etwa so legten sich – zwei Jahrtausende vor Erfindung von Talkshow und Internetforum – auch schon griechische und römische Autoren die Sache mit der Beschneidung zurecht. In der longue durée hat sich also wenig geändert: Viele Europäer halten für fortschrittlich, was sie schon immer für fortschrittlich hielten.

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Papst: Dialog von Wissenschaft und Glauben überlebensnotwendig – Für wen?

Bild: evangelisch.de

Vom Dialog von Glaube und Wissenschaft hängt das Schicksal der Menschheit ab. Das hat der Papst an diesem Donnerstag vor Vertretern der päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Vatikan unterstrichen. In einer Grundsatzrede über den Sinn und Zweck des wissenschaftlichen Fortschrittes ging der Papst ausführlich auf das Thema der Plenarsitzung der Akademie ein, die am Mittwoch zu Ende ging: „Komplexität und Analogie in der Wissenschaft: Theoretische, methodologische und epistemologische Aspekte“. Benedikt XVI.:

muenchner kirchenradio

„Im großen menschlichen Unternehmen des Strebens nach Entschlüsselung der Geheimnisse der Menschheit und des Universums bin ich überzeugt davon, dass wir einen fortgesetzten Dialog und weitere Zusammenarbeit zwischen den Welten der Wissenschaft und des Glaubens brauchen, um eine Kultur des Respektes für die Menschheit, die menschliche Würde und Freiheit, die Zukunft der Menschheitsfamilie und für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung unseres Planeten aufzubauen. Ohne dieses Zusammenspiel verlassen die großen Fragen der Menschheit den Bereich der Vernunft und Wahrheit und werden dem Irrationalen, dem Mythos, der Gleichgültigkeit preisgegeben, was der Menschheit, dem Weltfrieden und unserem letzten Schicksal sehr schadet.“

Unitarier: Zwischen Pantheismus und Atheismus

Betendes Mädchen (Bild: Stock.XCHNG – Cris Watk)

Kann es eine Religionsgemeinschaft geben, die alle konfessionellen Grenzen überschreitet? Was vor allem für Anhänger der großen Buchreligionen schwer vorstellbar ist, das versuchen die Unitarier zu verwirklichen. Sie sind eine weltweite Bewegung. Eine kleine Unitarier-Gemeinschaft gibt es auch in Deutschland.

Von Rainer BrandesDeutschlandfunk

“Wir glauben, dass alles, was ist, eine Ganzheit bildet.”

Dieser Satz findet sich in den sogenannten “Grundgedanken” der Deutschen Unitarier – einem Dokument, das zwar kein Glaubensbekenntnis ist, das aber die grundlegenden Glaubensinhalte und Prinzipien der Unitarier festhält, auf die sich alle Mitglieder einigen konnten. Und tatsächlich bildet die Aussage, dass alles, was ist, eine Ganzheit bildet, den Kern unitarischen Denkens. Daher auch der Name: “Unitarier”: Das Wort leitet sich aus dem lateinischen “unitas” ab, was übersetzt “Einheit” bedeutet. Dahinter steckt die Idee, dass es keine Trennung zwischen einem Diesseits und einem Jenseits gibt. Stattdessen glauben Unitarier an allumfassende schöpferische Kräfte, die sich in allen Dingen äußern.

“Viele Unitarier würden ihre Religion als eine Form des Pantheismus verstehen – also die Vorstellung, dass Gott und Welt untrennbar miteinander verbunden sind. Aber diese Unitarier würden auch nicht von Gott – dem Gott – sprechen, sondern sie würden eher sagen, es gibt schöpferische Kräfte, göttliche Kräfte.”

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Beschneidungsdebatte: Der evolutionäre Humanismus – die neue säkulare Religion

Jetzt ist es mir doch passiert: Ich habe jemanden verletzt, weil ich sie fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt habe. Dies geschah zwar „nur“ im Eifer des Gefechts, aber es passierte…

Von Tamara GuggenheimhaGalil.com

Worte, das habe ich schon als Kind gelernt, können Menschen härter treffen als Schläge, denn sie bleiben im Gedächtnis haften. Worte, Sprache, das ist mein Thema in den letzten Wochen der Debatte um die Vorhaut, die meine Söhne nicht mehr haben.

Die Verletzung durch Worte erlebte ich in dieser Debatte das erste Mal, als die FAZ einen Brief veröffentlichte, in der ich der sexuellen Gewalt bezichtigt wurde, weil ich meine Söhne beschneiden ließ. Nein, nicht an mich persönlich adressiert, es wurde allgemein herausgestellt, dass keine Religion diesen Eingriff rechtfertige. Aber es waren solche Worte, die mein Leben beeinflusst, wenn nicht gar verändert haben.

Ich bin plötzlich kein Mitglied dieser Gesellschaft mehr, denn als Befürworterin der Beschneidung gehöre ich für einige zu den „Religioten“, zu einer Gattung, die sich „gegen Vernunft, gegen Menschenrechte, gegen die Geschichte dieses Landes und seine Errungenschaften“ stellt. Meine Religion, sagt  jemand namens Achim, ist eine „pestilenzialische, aussätzige und gemeingefährliche Rasse“, auch wenn er dabei „nur“ Giordano Bruno, den Namensgeber der gleichnamigen Stiftung zitiert. Genau: das stand nicht vor 70 Jahren im Stürmer, das war ein Posting auf der Facebook Fan-Seite der Giordano Bruno Stiftung, einer „Denkfabrik für den evolutionären Humanismus“. Auf der gleichen Seite attestiert mir heute und hier und von seinen Freunden unwidersprochen ein Mann mit dem Namen Günther, Juden seien „eine hysterische und unentspannte Glaubensgruppe mit einem enormen Standesdünkel“.  Von „religiösem Wahn“ ist die Rede und auch die Fähigkeit des „kritischen Denkens“ wird mir plötzlich von einem Ulf abgesprochen. Weil ich meine Söhne beschneiden ließ, weil ich hoffe, dass meine Enkelsöhne ebenfalls beschnitten werden.

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Die Dialektik der Gegenaufklärung

Die Debatte um Beschneidung ist nicht nur eine Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern der Beschneidung, sondern viel mehr noch ein Streit zwischen Gegnern und Befürwortern der Debatte selbst.

Von Thierry Chervelperlentaucher.de

Denn viele der Gegner stört an der Debatte bereits, dass sie überhaupt geführt wird. Allein die Problematisierung von Beschneidung gilt ihnen bereits als Antisemitismus oder Islamophobie oder, wie Jörg Lau konstatiert, als beides zugleich und “ein und dasselbe”. Es ist auch die erste Debatte, in der Zaimoglu, Bahners und Broder mit grimmiger Miene Hand in Hand gehen. Viele der Autoren, die eben noch den Islamismus und seine Verharmlosung durch die Toleranzfraktion mit Vernunftargumenten bekämpfen wollten, bescheinigen nun all jenen, die die archaische Sitte der Beschneidung als Körperverletzung sehen, Antisemitismus im Namen eines “Kults der Vernunft“. Hannes Stein findet Antisemitismus bei Voltaire und schließt daraus auf achgut.de, dass Aufklärung antisemitisch ist. Matthias Küntzel, der im Perlentaucher ebenfalls schon die bloße Debatte selbst in den Verdacht des Antisemitismus rückt, opfert ihr gewissermaßen die Vernunft selbst: “Vernunft”, so schreibt er (und die Anführungszeichen sind von ihm), sei keine ethische Größe an sich. Und er möchte den “Kult der Vernunft”, diese “säkulare Ersatzreligion” in die Religionskritik mit einbeziehen.

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»Religionskritik ist Mittel zum Zweck«

Foto: dapd

Warum die Freidenker sich mehr für die Krise als »VatiLeaks« interessieren und keine »Revolution adoptieren«. Ein Gespräch mit Klaus Hartmann

Von Rüdiger Göbel -jW

Klaus Hartmann ist Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes

Der Deutsche Freidenker-Verband betont die Notwendigkeit, »der herrschenden Politik zur Zerstörung von Humanität und Vernunft mit weltanschaulicher Aufklärung entgegenzutreten«. Was heißt das konkret?

Die Kritik der herrschenden Ideologie einschließlich der Religion, der »Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit«, die Durchsetzung der Vernunft in allen Bereichen der Gesellschaft – das waren die Ziele der historischen Aufklärungsbewegung. Dem spricht der global agierende Kapitalismus mit seinem einzigen Maßstab Profitmaximierung Hohn. Er bewirkt Not, Elend, Ausbeutung und Unterdrückung für immer größere Teile der Weltbevölkerung, bringt immer neue Kriege hervor und beschwört die Gefahr des Untergangs der menschlichen Gattung herauf. Der Imperialismus ist das Gegenteil von Vernunft, er ist purer Irrationalismus.

Die Krise betrifft immer mehr Menschen direkt, doch begehren sie noch nicht massenhaft auf. Weil die Systembedingtheit der Krise nicht klar ist. Weil es angeblich nichts bringt, sich aufzulehnen. Hier muß Aufklärung heute ansetzen. Zuerst gilt es klarzumachen, daß wir jedes Recht haben, uns zur Wehr zu setzen. Daß es die schlechtere Alternative ist, sich widerstandslos zur Schlachtbank führen zu lassen.

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Freidenker für eine Kultur des realen Humanismus und der Vernunft

Freidenkerkongress in Nürnberg, Bild: redglobe

Am Wochenende kamen die Delegierten der Landesverbände des Deutschen Freidenker-Verbandes (DFV) zu ihrem Verbandstag in Nürnberg zusammen, dem höchsten Gremium der sich als Weltanschauungsgemeinschaft, Interessenvertretung konfessionsfreier Menschen und Kulturorganisation verstehenden Organisation.

Von Leonardo LöweRedGlobe

Der Kongress betonte die Notwendigkeit, der herrschenden Politik zur Zerstörung von Humanität und Vernunft mit weltanschaulicher Aufklärung entgegenzutreten. Die Freidenker folgen dabei der von Karl Marx formulierten Aufgabe einer »Philosophie im Dienste der Geschichte«, »nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven«.

Die Krise des Kapitalismus verursache nicht nur ökonomische und soziale Verwüstungen, sondern bewirke weltanschaulich wachsenden Irrationalismus und kulturell eine breite Entzivilisierung, so der DFV. Dazu zähle, Beschäftigte und Erwerbslose mit nationalistischen Parolen in Deutschland und Griechenland, Frankreich und Portugal oder in anderen Ländern gegeneinander aufzuhetzen. Dafür stehe weiter die Tendenz, soziale Gruppen nach Maßstäben kapitalistischer Nützlichkeit, Verwertbarkeit und Effizienz zu sortieren bzw. »Nutzlose« und »Ineffiziente« auszusortieren. »Eine Gesellschaft mit solchen Chefideologen braucht keine Nazis mehr«, stellte der Verbandsvorsitzende Klaus Hartmann in seinem Bericht fest.

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Hans Joas über Religion, Säkularisierung und den Papst

Nach Regensburg: Hans Joas (© kna )

“Von Pseudo-Gewissheiten verabschieden”

domradio.de

Am Mittwoch nimmt der zurzeit in Freiburg und Chicago forschende deutsche Soziologe Hans Joas an der Universität Regensburg seine Tätigkeit als Gastprofessor auf. Die Professur wurde gestiftet durch den Schülerkreis von Papst Benedikt XVI., der von 1969 bis 1977 in Regensburg seine Karriere als Hochschullehrer beschloss. Im Interview spricht Joas über diese Herausforderung – und sein Verhältnis zum Papst.

KNA: Herr Professor Joas, wie sind Sie zu der neuen Aufgabe gekommen?
Joas: Wie der Entscheidungsprozess verlaufen ist, weiß ich nicht. Ich habe nur die Einladung bekommen und nicht lange gezögert, weil man mir signalisiert hat, und darauf lege ich Wert, dass meine Aufgabe nicht darin besteht, die Schriften Joseph Ratzingers auszulegen. Dafür gäbe es Geeignetere als mich. Ich soll aus meinem eigenen Schaffen heraus eine Vortragsreihe zu Themen halten, die Joseph Ratzinger bewegen. Man hat mir da große Freiheit gelassen.

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Gastprofessur der „Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung“ wird erstmals besetzt

Stoiber: Kirche soll mehr missionieren

Der Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein (r.), mit Bayerns ehemaligem Ministerpräsidenten Edmund Stoiber .Bild: dpa

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber mahnt zu einem selbstbewussten Vertreten des christlichen Glaubens in Deutschland. Im Gespräch mit FOCUS Online wünscht sich Stoiber zudem mehr Missionierung durch die Kirche in unserer Gesellschaft.

Von Martina FietzFOCUS ONLINE

FOCUS Online: Sie erinnern sich in Ihrem Beitrag für das Buch „Prominente über den Papst“ daran, dass Sie in Ihrer Eigenschaft als bayerischer Ministerpräsident Benedikt XVI. 2006 bei seinem Heimatbesuch auf dem Flughafen in München begrüßt haben. Was ist Ihnen damals durch den Kopf gegangen?

Edmund Stoiber: Das war für mich ein sehr bewegendes Ereignis. Ich kenne Josef Ratzinger seit 1969. Ich bin ihm in seinen verschiedenen Positionen begegnet – als Professor, als Erzbischof von München und Freising, als Vorsitzender der Glaubenskongregation und als Papst. Wenn dieser weltumspannende und polyglotte Mann seine Heimat besucht, die er so sehr liebt, keine offizielle Deutschland-Visite abstattet, sondern explizit einen Besuch zu Hause, dann ist das ein hoch emotionales Ereignis…

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Atheisten-Interview löst Diskussion aus

Nach einem Interview mit dem Atheisten Michael Schmidt-Salomon veröffentlichte die "Basler Zeitung" auch einige Leser-Kommentare in einem eigenen Artikel Foto: Udo Ungar (Wikipedia)

Die “Basler Zeitung” hat in einer vierteiligen Serie zum Thema Atheismus den deutschen Atheisten Michael Schmidt-Salomon interviewt. Der spricht davon, dass die Vernunft über den Glauben gestellt werden müsse. Daraufhin gab es so viele Kommentare von Lesern, dass die Zeitung beschloss, Auszüge aus der Diskussion ebenfalls zu veröffentlichen.

pro Medienmagazin

Normalerweise gibt es zu einem durchschnittlichen Artikel auf “bazonline.ch”, dem Portal der “Basler Zeitung”, ein halbes Dutzend Kommentare, manchmal sind es auch über 15, etwa wenn es um den Fußballclub der Stadt geht. Doch das Interview mit dem bekennenden Atheisten Michael Schmidt-Salomon vom Dienstag führte zu bislang 115 Reaktionen der Leser.

Der Deutsche ist Doktor der Philosophie, Schriftsteller und Sozialwissenschaftler, aber vor allem bekannt als Mitbegründer und Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung. Die führte im Sommer 2009 eine aus England kommende Aktion durch, bei der ein Bus mit der Aufschrift “Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott” durch Deutschland fuhr. Das Ziel: die Menschen von den Nachteilen von Religionen sowie des christlichen Glaubens zu überzeugen. Dass Schmidt-Salomon diese Mission ernst nimmt, zeigen auch seine Buchveröffentlichungen: Er schrieb das “Manifest des evolutionären Humanismus” und zuletzt das Kinderbuch “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel”, in dem schon Kindern beigebracht werden soll, dass der Gott der Bibel brutal, eifersüchtig und blutrünstig sei.

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Theologen-Sprech und Naturwissenschaft

In der Ausgabe 1/2012 der "Spektrum der Wissenschaft" dreht sich das Titelthema um "Vernunft und Glaube" Foto: "Spektrum der Wissenschaft" / http://www.christian-tapp.de

Normalerweise beschäftigen sich die Artikel des Magazins “Spektrum der Wissenschaft” mit handfesten naturwissenschaftlichen Themen wie Weltraum, Klima, Bakterien, Materialforschung und Teilchenphysik. In der Ausgabe 1/2012 kommt jedoch ein Theologe zu Wort, auf acht Seiten, und noch dazu ein Prof. Dr. Dr., der über das Verhältnis zwischen “Vernunft und Glaube” referiert.

pro Medienmagazin

Prof. Dr. phil. Dr. rer. nat. Christian Tapp ist Juniorprofessor für Philosophisch-Theologische Grenzfragen in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und Leiter der Emmy-Noether-Nachwuchsforschergruppe “Infinitas Dei” (Die Unendlichkeit Gottes). Sein Leitartikel “Vernunft und Glaube” ist ein acht Seiten langer Versuch, erst ein Spannungsfeld zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Religion und Wissenschaft, aufzuzeigen, um es dann als nicht wirklich stark zu relativieren.

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S. Prothero, die Joruba-Religion und die Hellköpfe(Brights)

Stephen Protero, Bild: patheos.com

Getrommel und verdrehte Augen? Stephen Prothero vergleicht die neun wichtigsten Konkurrenten auf den Märkten der Sinngebung. Rolf Schieder wiederum registriert ein merkwürdiges „Kulturkampfgetöse“ in Mitteleuropa. Er fragt: „Sind Religionen gefährlich?“

Von Adolf HollDie Presse

Die Entdeckung einer bisher unbekannten „Weltreligion“ ist bis dato kaum bemerkt, geschweige denn gewürdigt worden. Wer hat schon etwas vom Joruba (englisch Yoruba) gehört? Der Religionswissenschaftler Stephen Prothero (Boston University) hat dem Phänomen ein informatives Kapitel in seinem kürzlich erschienenen Band über die neun wichtigsten Konkurrenten auf den Märkten der Sinngebung gewidmet und geschrieben: Die Joruba-Religion ist nicht nur groß, was die Zahl ihrer Anhänger und ihre geografische Verbreitung betrifft, sondern auch groß im Sinne von altehrwürdig und bewunderungswürdig.

Benny: Theologie verhindert gewalttätige Religion oder Vernunft

Eine Theologie, die wirklich katholisch ist, bewirkt, dass es nicht zu Exzessen einer grausamen, von der Vernunft nicht durchdrungenen Religion kommt, und ebenso nicht zu Exzessen einer Vernunft, die sich gegen die Religion stellt: Das betonte Papst Benedikt XVI. am Freitag vor der Vollversammlung der Internationalen Theologenkommission im Vatikan.

kathweb

Ein Theologe müsse ein “Mensch des Advents” sein, sagte der Papst. Er müsse von der Hoffnung auf ein immer tieferes Verstehen der Glaubengeheimnisse erfüllt sein, wobei unter diesen das schwierige Geheimnis des “trinitarischen Monotheismus” zentralen Stellenwert habe. Es müsse durch die Vernunft und den Glauben in der Tiefe ergründet werden.

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Wäre die Welt ohne Religion besser?

Quelle: jesus.ch

Wäre die Welt ohne Religion besser? Über diese Frage haben zwei Atheisten, ein Jude und ein Christ in der Universität von New York debattiert. Bei den rund 800 Zuhörern kamen die Argumente der Religionskritiker besser an.

jesus.ch

Vor Beginn der Debatte beantworteten 52 Prozent die Ausgangsfrage «wäre die Welt ohne Religion besser?» mit Ja, 26 Prozent mit Nein, und 22 Prozent konnten sich nicht entscheiden.

Nach der Diskussion stimmten 59 Prozent der These zu, 31 Prozent waren dagegen und 10 Prozent unentschieden.

Diese Personen tauschten auf dem Podium ihre Argumente aus: auf Seiten der Atheisten der englische Philosophieprofessor Anthony Clifford Grayling (London) sowie der ebenfalls aus England stammende Filmemacher Matthew Chapman (New York) und auf Seiten der Religionsbefürworter Rabbi David Wolpe (Los Angeles) sowie der christliche Apologet Dinesh D’Souza, Präsident des evangelikalen King’s College in New York.

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Wie unvernünftig ist der Glaube?

Ulrich Kutschera, Quelle: wikipedia

Wissenschaft und Religion stehen in einem spannungsreichen Verhältnis. Eine Umfrage unter sechs führenden Wissenschaftlern liefert interessante Ansichten zur Visite des Pontifex in Berlin.

Der Tagesspiegel

Religiöser Glaube basiert auf übernatürlichen Wundern, Mythen und Offenbarungen, die der Vernunft widersprechen und irrational sind. Die Behauptung des Papstes, diese Glaubensinhalte wären vernünftig, ist schlichtweg eine verantwortungslose Irreführung seiner Schäfchen, die mit dieser dogmatischen Hirnwäsche beruhigt werden sollen, nach dem Motto: Biblische Märchen von der Schöpfung, dem auferstandenen Jesus usw. sind logisch-rationale Ereignisse und daher mit dem Verstand begreifbar. Das ist falsch – biblische Wundergeschichten widersprechen dem kausalen, logischen Denken, da in dieser mystischen Fantasy-Welt Wirkungen ohne reale Ursachen vorausgesetzt werden. Glauben heißt: nicht Wissen, und archaische Märchen sollten in den Kirchen bleiben, wo sie als Lebenshilfe für verzweifelte Gläubige durchaus ihre Berechtigung haben.