Schlagwort-Archive: Volk

Wer zum Teufel ist eigentlich dieser Schöpfer?

der_die_das_gottIn vielen westlichen Verfassungen spielt Gott eine zentrale Rolle, auch in der deutschen. Doch in aufstrebenden Schwellenländern gelten oft andere Regeln – was internationale Kompromisse erschwert.

Von Thomas StraubhaarDIE WELT

“So wahr mir Gott helfe” – die Bundeskanzlerin und sämtliche Mitglieder des neuen schwarz-roten Kabinetts schworen vor einer Woche bei der Vereidigung auf Gottes Beistand. In einigen westlichen Verfassungen spielt Gott eine zentrale Rolle. Auch das deutsche Grundgesetz versteht sich “im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen”.

Noch etwas gottesfürchtiger geht es bei den Schweizern zu, die sich “im Namen Gottes des Allmächtigen” und “in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung” auf gemeinsame Spielregeln von Volk, Kantonen und Bund einigten. Hier wird Gott explizit als Schöpfer der Welt und damit die Verfassung als sein Wille verstanden.

weiterlesen

Pius XII. hätte Hunderttausende retten können

Pius XII. Bild: wikipedia

Dirk Verhofstadt über die Rolle der katholischen Kirche bei der Vernichtung der Juden. Teil 2

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

In seinem Buch Pius XII. und die Vernichtung der Juden weist Dirk Verhofstadt nach, dass sich die katholische Kirche, anders als die offizielle Version, nicht in den Widerstand begeben hat, sondern Faschisten und Nazis tatkräftig unterstützte. Der Vatikan war die wichtigste innenpolitische und außenpolitische Stütze der Nazis.

Am kroatischen Genozid an den orthodoxen Serben und serbischen Juden während des Zweiten Weltkrieges, als 750000 Serben umgebracht wurden war die katholische Kirche sogar direkt beteiligt. Katholische Priester (vor allem Franziskaner-Pater) waren als Täter am Massenmord beteiligt. Diese waren so grausam, dass sogar die Deutschen dagegen Protest einlegten.

Später half die katholische Kirche mehreren Massenmördern zur Flucht. Im Jahr 2009 wurde Pius XII. von Papst Benedikt wegen seiner heroischen Tugenden für “ehrwürdig” erklärt, womit eine erste Hürde in Richtung Heiligsprechung genommen wurde.

weiterlesen

Ist Missbrauch durch katholische Pfarrer etwas anderes als die Pädophilie der Grünen?

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Warum wird Kindesmissbrauch durch katholische Priester in der Öffentlichkeit anders bewertet als bei evangelischen Pfarrern und grünen Politikern?

kath.net

„Fakt ist: Im Vergleich zu den katholischen Missbrauchsfällen bleiben die grünen, evangelischen und jüdischen weitgehend tabu oder erzeugen keinen vergleichbar großen öffentlichen Aufschrei.“ Darauf wies Michael Wolffsohn in einem Gast-Kommentar im Nachrichtenmagazin „Focus“ hin.

Wolffsohn erläuterte, dass ein großer Teil unseres Landes so ticke: „Wie bei so manchen Grün-Gründern ist auch des ‘Roten Dany’, Cohn-Bendit, Weste, pädophil betrachtet, nicht weiß. Obwohl das jeder weiß, bekommt er einen Preis.“

weiterlesen

Beschneidung: Geist und Fleisch

Beschneidungsbesteck: Juden und Muslime wundern sich über den aktuellen Furor über den Ritus ©DPA

Die Praxis wie auch die Ablehnung der Beschneidung sind in hohem Maß kulturrelativ. Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

Vernunft und Zivilisation können auf archaische Riten rückständiger Minderheiten keine Rücksicht nehmen! Im Namen des Rechts ist es sogar geboten, unaufgeklärte Minderheiten vor der Verstümmelung ihrer Kinder zu schützen! In etwa so legten sich – zwei Jahrtausende vor Erfindung von Talkshow und Internetforum – auch schon griechische und römische Autoren die Sache mit der Beschneidung zurecht. In der longue durée hat sich also wenig geändert: Viele Europäer halten für fortschrittlich, was sie schon immer für fortschrittlich hielten.

weiterlesen

“Der Souverän ist Jesus Christus. Nicht das Volk”

Reinhard Marx, Bild: wikipedia

Kardinal Marx über das Verhältnis zwischen Staat und Kirche und die Basisarbeit

Von Gernot Facius - WELT ONLINE

Die Welt: Wissen Sie, was das größte Problem der Kirche in Deutschland ist? Sie hat zu viel Geld. Ein Zitat…

Reinhard Kardinal Marx: … von Joseph Ratzinger als Erzbischof von München und Freising in einem Gespräch mit dem Philosophen Robert Spaemann.

Die Welt: Das war 1981. Ist es auch das, was er als Papst Benedikt XVI. in seiner Freiburger Rede in diesem September ausdrücken wollte?

Reinhard Kardinal Marx: Im Prinzip, ja. Er wollte sagen: Passt auf, dass Ziele und Mittel im rechten Verhältnis zueinander stehen. Denn wenn die Mittel die Ziele bestimmen, dann seid ihr in einer falschen Spur. Das ist eine Warnung, die ich für berechtigt halte.

weiterlesen

Das Projekt Weltethos

Quelle: hpd

Auf einem dreitägigen Seminar unter dem Titel „Dialog der Kulturen“ wurde das Projekt „Weltethos“, – eine Idee, welche auf den pluralistisch ambivalenten Schweizer Theologen Hans Küng zurückgeht, – aus wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, politischer, kultureller und religiöser Sicht diskutiert und in globale Beziehung gestellt.

Von Erich SatterHumanistischer Pressedienst

Veranstalter war der Verein Sommerakademie Stift Rein in Österreich. Das Projekt wurde zunächst von der Präsidentin der Initiative Weltethos, der Theologieprofessorin Edith Riether vorgestellt. Sie bekannte sich zu dem Unterschied zwischen Moral und Ethik und machte deutlich, dass Ethik keiner Religion bedarf, Religion jedoch der Ethik. Nach einem kurzen Überblick soll versucht werden, das Ergebnis dieser Veranstaltung zu bewerten.

Globalisierung

Der Soziologe Prof. Dr. Klaus Krämer sprach über die Annäherung durch globale Wirtschaft und thematisierte den Unterschied zwischen Menschen- und Wohlfahrtsrechten. Er beklagte dabei, dass nicht Tatsachen entscheiden, sondern die Meinung, welche über die Tatsachen bestehen. So kann er begründen, dass der Glaube an die kulturelle Identität ein Phantom ist, in das sich aber viele Modernisierungsverlierer flüchten, von H. C. Strache bis Geert Wilders.

Weiterlesen

Politik und Bevölkerung: Wertevorstellungen völlig anders

Die Besucher der Bundestags-Kuppel beobachten die Arbeit ihrer Parlamentarier aus der Distanz. Ähnlich weit entfernt voneinander sind die jeweiligen Wertvorstellungen. Foto: Ana Paula Hirama/flickr

Wie weit haben sich Politik und Bevölkerung voneinander entfernt? Eine Studie des Kölner Marktforschungsinstituts “YouGov” offenbart: Gerade bei den wichtigen Aspekten Werte und Tugenden haben die Volksvertreter zum Teil ganz andere Vorstellungen als das Volk.

pro medienmagazin

Die gute Nachricht zuerst: Sowohl für die Politiker als auch für die Bevölkerung steht “Ehrlichkeit” ganz oben auf der Werte-Skala. 38 Prozent der Parlamentarier nannten diese Tugend auf die Frage: “Welche Werte sind aus Ihrer Sicht für unsere Gesellschaft besonders wichtig?” Allerdings bezeichnete mit 60 Prozent ein deutlich größerer Anteil der Bürger “Ehrlichkeit” als Eigenschaft, die ihnen besonders am Herzen liegt.

Weiterlesen

Atheisten: Erklärung über Säkularismus

Der Weltkongress der Atheisten hat sich gegen Sonderrechte von Religionen ausgesprochen.

domradio.de

Alle Gesetze gegen Gotteslästerung müssten aufgehoben werden, verlangten die rund 350 Teilnehmer im irischen Dublin in einer „Erklärung über Säkularismus und den Platz der Religion im öffentlichen Leben“. Meinungs- und Religionsfreiheit sei privat und dürfe ausschließlich von der Notwendigkeit begrenzt werden, die Rechte und Freiheiten anderer zu achten. Laut der am Sonntag verabschiedeten Erklärung leitet sich die „Souveränität des Staates vom Volk ab und nicht von Gott oder Göttern“. Ein besonderer Schutz vor Blasphemie widerspreche dem allgemeinen Recht auf Meinungsfreiheit. Es dürfe kein „Recht auf Nichtbeleidigung“ geben. Auf der Tagung mit mehrheitlich jungen Teilnehmern wurde als neue Dachorganisation der Internationale Atheistenbund („Atheists Alliance International“) ins Leben gerufen. Der britische Biologe Richard Dawkins, einer der prominentesten Vertreter eines „neuen Atheismus“, forderte bei der Veranstaltung, jeden Einfluss der Kirchen aus der irischen Verfassung zu entfernen. Er sei erfreut über den wachsenden Säkularismus in Irland und die abnehmenden Zahlen von Priestern, so Dawkins.

Nationalistische Triebausdehnung und die FDP

Götz Aly, Quelle: Frankfurter Rundschau

Friedrich Naumann ist der Namenspatron der FDP-nahen Stiftung. Doch der gehört zu den Wegbereitern des Nationalsozialismus. Dennoch pflegt die FDP seinen Namen.

Von Götz AlyFrankfurter Rundschau

Das historische Elend des deutschen Liberalismus heißt Friedrich Naumann (1860–1919). Die FDP ehrt diesen Mann seit 1958 als Namenspatron ihrer parteinahen Stiftung. Er gehört in die Gilde der politisierenden Pastoren und veröffentlichte 1897 das Manifest National-sozialer Katechismus. In protestantisch-belehrender Art kommt dieses politische Programm als Abfolge von 268 Fragen und Antworten daher. Hier eine Kostprobe:

„Warum nennt ihr euch nationalsozial? Weil wir überzeugt sind, dass das Nationale und das Soziale zusammengehören. Was ist das Soziale? Es ist der Trieb der arbeitenden Menge, ihren Einfluss innerhalb des Volkes auszudehnen. Was ist das Nationale? Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen. Kann man den Einfluss aller Kulturvölker nicht gemeinsam ausdehnen? Nein, denn dazu ist der Absatzmarkt für diese Völker nicht groß genug. Hat die Sozialreform in Deutschland gute Aussichten? Ja, sobald sie in Zusammenhang mit der Machterweiterung des deutschen Volkes betrieben wird.

Dem Opium sei Dank!

Religion ist Opium, Quelle: neuegalerie-archiv.at

Religion ist Opium für das Volk. Die Droge ist das Werkzeug, um Menschen gefügig zu machen. Je höher der Konsum, desto getrübter die Wahrnehmung und damit auch der Blick auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Probleme. Der Rauschzustand führt zudem zu einem Gefühl des Erlebens der absoluten Wirklichkeit, die uneingeschränkte Geltung haben muss. Der eigene Kosmos wird zum Universum, neben diesem nichts anderes existieren kann. Die Dealer der Drogen sind an der Abhängigkeit ihrer Kunden interessiert, je abhängiger der Einzelne, desto mehr kann man ihm abverlangen in jeder Beziehung. Dem Junkie wird ein illusorischer Bonus versprochen, wenn er selbst neue Kunden bringt, gleichzeitig wird ihm mit Sanktionen gedroht, sollte er nicht erfolgreich sein.

Weiterlesen

Helm ab zum Gebet!

Quelle: i.ytimg.com

Predigt von Joachim Meisner zum Soldatengottesdienst in Köln:

Liebe Schwestern, liebe Brüder! „Religionsfreiheit – der Weg zum Frieden” sind die wenigen, aber wichtigen Worte, die Papst Benedikt XVI. über den Weltfriedenstag 2011 geschrieben hat.

1. Vielleicht könnte man denken: Was hat denn eigentlich Religion mit dem Weltfrieden zu tun, wo doch Religion Privatsache ist? Das wünschten sich manche, aber dem widerspricht die menschliche Natur, das Wesen des Menschen. In jedem Menschen lebt als Abbild Gottes die Sehnsucht nach Gott, die sich in vielfacher Weise zeigen kann. Zum Menschen gehört in irgendeiner Weise Religion wie zum Fisch das Wasser. Der gläubige Mensch existiert nicht neben seinem Volk oder über seinem Volk, sondern er lebt inmitten seines Volkes. Er hat Anteil am Wohl und Wehe der Gesellschaft. Das Gleiche gilt für die Gemeinschaft der Glaubenden, für die Kirche. Sie trägt auch die Last unseres Volkes mit, die ihm aus seiner Geschichte aufgeladen ist. Darum sagt uns Christus ausdrücklich: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen” (Lk 12,8). Es ist für uns befreiend, dass Christus der Bekennende ist Er bekennt sich vor Gott zu uns. Er ist unser Zeuge im Gericht. Er spricht für uns, wo wir aus Scham schweigen müssten. Er tritt für uns ein, wo wir im Boden versinken müssten. Er ist unser Zeuge. Er ist dies ungeteilt, ganz mit Wort und Tat, mit seiner Treue bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,8). Sein Bekenntnis ermöglicht auch uns zu bekennen, dass wir Verantwortung für das Schicksal unserer Mitmenschen tragen, ja für den Frieden in der Welt.
Weiterlesen

What I want for Christmas

Robert G. Ingersoll

Wenn ich die Macht hätte, genau das zu schaffen was ich mir zu Weihnachten wünschte, würde ich alle Könige und Kaiser abtreten lassen und dem Volk erlauben sich selbst zu regieren.

Ich würde alle Adeligen dazu veranlassen ihre Titel aufzugeben und ihren Landbesitz dem Volk zurückzugeben.

Ich würde den Papst veranlassen seine Tiara wegzuwerfen und seine heiligen Gewänder abzulegen und zuzugeben, daß er nicht der Vertreter Gottes und nicht unfehlbar, sondern nur ein gewöhnlicher Italiener(Anm.Deutscher) ist.

Ich würde alle Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Kleriker dazu bewegen zuzugeben, daß sie nichts von Theologie, nichts über Hölle oder Himmel, nichts vom Schicksal der Menschen, nichts über Teufel, Geister, Götter oder Engel wissen. Ich würde sie dazu bewegen ihrer Gemeinde zu sagen, daß alle für sich selbst denken sollten, Männer als Männer und Frauen als Frauen, und alles in Ihrer Kraft stehendes tun sollen um das Glück aller zu vergrößern.

Weiterlesen