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Predigt von Joachim Meisner zum Soldatengottesdienst in Köln:
Liebe Schwestern, liebe Brüder! „Religionsfreiheit – der Weg zum Frieden” sind die wenigen, aber wichtigen Worte, die Papst Benedikt XVI. über den Weltfriedenstag 2011 geschrieben hat.
1. Vielleicht könnte man denken: Was hat denn eigentlich Religion mit dem Weltfrieden zu tun, wo doch Religion Privatsache ist? Das wünschten sich manche, aber dem widerspricht die menschliche Natur, das Wesen des Menschen. In jedem Menschen lebt als Abbild Gottes die Sehnsucht nach Gott, die sich in vielfacher Weise zeigen kann. Zum Menschen gehört in irgendeiner Weise Religion wie zum Fisch das Wasser. Der gläubige Mensch existiert nicht neben seinem Volk oder über seinem Volk, sondern er lebt inmitten seines Volkes. Er hat Anteil am Wohl und Wehe der Gesellschaft. Das Gleiche gilt für die Gemeinschaft der Glaubenden, für die Kirche. Sie trägt auch die Last unseres Volkes mit, die ihm aus seiner Geschichte aufgeladen ist. Darum sagt uns Christus ausdrücklich: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen” (Lk 12,8). Es ist für uns befreiend, dass Christus der Bekennende ist Er bekennt sich vor Gott zu uns. Er ist unser Zeuge im Gericht. Er spricht für uns, wo wir aus Scham schweigen müssten. Er tritt für uns ein, wo wir im Boden versinken müssten. Er ist unser Zeuge. Er ist dies ungeteilt, ganz mit Wort und Tat, mit seiner Treue bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,8). Sein Bekenntnis ermöglicht auch uns zu bekennen, dass wir Verantwortung für das Schicksal unserer Mitmenschen tragen, ja für den Frieden in der Welt.
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