Schlagwort-Archive: Völkermord

Völkermord mit Ansage

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Die IS-Miliz macht keinen Hehl daraus, wie sie mit Jesiden verfährt, die nicht geflüchtet sind. Anderen Minderheiten ergeht es kaum besser.

Von Daniel Baxtaz.de

Die mediale Fixierung auf die belagerte Stadt Kobani trägt bizarre Züge. Denn wenn es nur um die dort ausharrenden Menschen ginge, könnte man diese vermutlich relativ leicht aus der Stadt evakuieren, die so nahe an der Grenze zur Türkei liegt. Doch ihre Verteidiger sehen den Traum von einem kurdischen Autonomiegebiet in Syrien schwinden, sollte Kobani in die Hände der Dschihadisten fallen. Und für die IS-Milizen wäre es ein riesiger Propagandaerfolg, könnten sie ihre schwarze Fahne über der Stadt hissen, die sie im Netz schon in Ain al-Islam, also „Quelle des Islam“ (und nicht al-Arab, „der Araber“) umgetauft haben. Der französische Präsident François Hollande nennt Kobani deshalb „eine Märtyrerstadt, eine symbolische Stadt“.

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Wir sind Weltmeister im Massaker-Zuschauen

Kurden Demo – © Djura Stankovic

In Ruanda haben wir nichts gemacht, auch in Srebrenica und Gorazde, in Halabdscha und Ghouta nicht. Wir haben rote Linien gezogen, nur um zuzusehen, wie sie überschritten wurden. Wir sind weit weg.

Von Henryk M. BroderDIE WELT

Anfang April dieses Jahres, es war ein Freitag und die meisten Abgeordneten waren schon ins Wochenende abgereist, fand im Deutschen Bundestag eine Feier zur Erinnerung an den Völkermord in Ruanda statt, bei dem vor 20 Jahren innerhalb weniger Wochen etwa 800.000 Tutsi von Angehörigen der Hutu-Stämme abgeschlachtet wurden. Bevor das Morden losging, hatte sich eine “Friedenstruppe” aus Ruanda zurückgezogen.

Der Festredner bei der Gedenkfeier war der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er sagte unter anderem, die “internationale Gemeinschaft” habe versagt, “als sie in Ruanda vor 20 Jahren inmitten der Gewalt ihre Blauhelmsoldaten abzog”. Und er mahnte: “Die eine Lehre, die an einem Gedenktag wie heute zu ziehen ist, heißt: niemals wieder!”

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Dodo Laun, Antisemitsimus, kognitive Dissonanzen und Geschichtsklitterung

weihbischof-andreas-launNach jüdischer Einschätzung gibt es heute mehr Antisemitismus denn je seit 1945!

Von Andreas Launkath.net

Es ist kein moralisches Gütesiegel für einen Menschen, wenn man von ihm weiß und hört, dass er gegen Antisemitismus sei, genauso wenig, wie man einen Menschen nicht deswegen rühmt, weil er sich über Völkermord und Kindesmissbrauch „entsetzt“ zeigt. Das sind eigentlich moralische Selbstverständlichkeiten, die niemand öffentlich zu leugnen wagen darf, ohne dass er nicht von der moralischen öffentlichen Meinung der Welt der verurteilt würde. Was nicht heißt, dass es nicht bekennende Pädophile und Antisemiten gäbe, die da und dort gelegentlich ihre Deckung verlassen. Immer wird es Menschen geben, die Verbrechen gegen Juden oder welcher Art auch immer nicht nur begehen, sondern dies auch aus Überzeugung tun und sich dazu bekennen.

Die Erfahrung zeigt: Berichte, Denkmäler, Filme, die von Verbrechen berichten, an sie erinnern oder sie zeigen, verhindern nicht, dass Menschen auch heute das Böse zuerst denken, verteidigen, propagieren und dann auch tun, wenn sie können.

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Einen Stahlhelm für Sozialethiker Huber

Quelle:dradio.de

Quelle:dradio.de

Die Vereinten Nationen sollten ihre Verantwortung wahrnehmen und die Menschen im Irak militärisch schützen, sagt Wolfgang Huber, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende.

evangelisch.de

Der evangelische Sozialethiker Wolfgang Huber hält Militäreinsätze zum Schutz vor Völkermord und elementaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit für moralisch angebracht. “Unsere Verantwortung für den Frieden kann im äußersten Notfall den Einsatz von Waffengewalt einschließen”, sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland in einem Interview der Wochenzeitung “Die Zeit”. Mit Hinweis auf den Nordirak forderte Huber: “Wir müssen dem ‘Islamischen Staat’ das Handwerk legen. Aber wir müssen auch tragfähige, friedensfähige politische Strukturen aufbauen.”

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Dodo Hahne: Im Irak sterben Christen – und was tut die EKD?

800px-Peter_Hahne1Innerprotestantische Kritik: Während Dschihadisten im Nordirak Christen zuhauf vertreiben und abschlachten, beschäftigen sich deutsche Kirchenleute mit Pazifismus, Kirchensteuereinzug und Genderismus.

Von Peter Hahnekath.net(idea)

Während Dschihadisten im Nordirak Christen zuhauf vertreiben und abschlachten, beschäftigen sich deutsche Kirchenleute mit Pazifismus, Kirchensteuereinzug und Genderismus. Es ist zum Weinen, meint Fernsehmoderator Peter Hahne (Berlin), EKD-Ratsmitglied von 1992 bis 2009 und Bestsellerautor („Rettet das Zigeuner-Schnitzel – Empörung gegen den täglichen Schwachsinn“). Während wir Urlaub machen, der Wohlstand Deutschlands in Rekordhöhe schnellt und die EKD damit beschäftigt ist, steuermäßig auch noch das Letzte aus ihren letzten Mitgliedern herauszupressen, geschieht im Irak ein Völkermord ohne Beispiel. Zehntausende Christen sind auf der Flucht vor den Islamisten, die im Namen Allahs ein Massensterben verursachen, wie es schlimmer nicht sein kann. Und wieder sind es die US-Amerikaner, die das Leben ihrer Soldaten aufs Spiel setzen, um diesen armen Menschen, die tausende Meilen von den USA entfernt leiden, in ihrer Todesnot beizustehen.

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Im Nordirak tobt ein Religionskrieg

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Islamistische Terrorgruppe betreibt Völkermord an Andersgläubigen.

kath.net

Im Nordirak tobt ein Religionskrieg. Durch den Vormarsch der sunnitisch-extremistischen Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) droht ein Völkermord an Andersgläubigen – vor allem an Christen, Jesiden und gemäßigten Muslimen. Rund eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht. Etwa 200.000 Jesiden sind in das Sinjar-Gebirge geflohen. Mehr als 100.000 Christen wurden aus ihren Zufluchtsorten in der Ninive-Ebene vertrieben, in der sie vor der Eroberung der Stadt Mossul durch die IS-Kämpfer geflohen waren. IS hat im Nordirak ein Kalifat ausgerufen, in dem die Terrorgruppe das islamische Religionsgesetz, die Scharia, mit brutaler Gewalt durchsetzt.

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ZDF geht Hassprediger Pirinçci auf den Leim

Szene aus dem ZDF Mittagsmagazin vom 2.4.14 mit Akif Pirinçci, Bild: MiGAZIN

Akif Pirinçci veröffentlichte vor Kurzem sein neues Buch „Deutschland von Sinnen“. Darin wütet er vor allem gegen Zuwanderer. Und beim fröhlichen „Mittagsmagazin“ des ZDF dachte man sich: Hey, laden wir den lustigen Mann doch mal ein.

Von Stefan NiggemeierMiGAZIN

Es ist gestern also wieder zu einem schlimmen Fall von Zensur gekommen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, zu einem Rückfall in finsterste Zeiten, beziehungsweise einem Vorgeschmack auf die totalitäre Zukunft dieses Landes. Das ZDF lieferte den endgültigen Beweis, dass „das Staatsfernsehen von diesen grün-rot versifften Wichsern beherrscht wird“ und dort inzwischen „hammerharte, primitive Zensur“ herrscht.

Der das sagt, muss es wissen, denn er wurde ihr vermeintliches Opfer: Akif Pirinçci.

Der aus der Türkei stammende Katzenkrimi-Schriftsteller veröffentlicht seit einiger Zeit wortgewordene Hassausbrüche; Texte für Leute, denen verbale Auseinandersetzungen, die nicht einer besinnungslosen blutigen Straßenschlacht gleichen, zu intellektuell sind.

Vor einem Jahr hat er unter dem Titel „Das Schlachten hat begonnen“ von einem „schleichenden Genozid“ geschrieben: Banden mordender junger Muslime zögen durch Deutschland, um die deutschen Männer auszurotten und die deutschen Frauen zu vergewaltigen. Und dass es dafür keine Beweise gebe, sei der beste Beweis: Behörden und Medien hätten sich verschworen, diesen Bürgerkrieg und Völkermord zu verschweigen.

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Die türkische Fahne soll nicht über Leichen wehen

Das Stadttheater Konstanz zeigt ein Stück über das Sterben von über einer Million Armeniern vor 100 Jahren. Nun wird es von Türken, die einen Völkermord bestreiten, massiv unter Druck gesetzt.

DIE WELT

Mit Plakaten und türkischen Flaggen haben Demonstranten in Konstanz gegen die Aufführung eines Theaterstücks über die Tötung von Armeniern im Osmanischen Reich protestiert. Rund 100 Menschen hätten an der Kundgebung teilgenommen, sagte ein Sprecher der Polizei.

Es gehe ihnen nicht um die Absetzung des Stückes, sagten die Veranstalter der Demonstration. Allerdings seien die Werbeplakate – auf denen ihren Angaben zufolge eine türkische Flagge über einer Leiche weht – verletzend.

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„Es regiert der, der das Gewehr in der Hand hat“

Wegen des Konlikts in der Zentralafrikanischen Republik sind tausende Menschen auf der Flucht … Foto: flickr/Boris Heger/UNHCR Photo Download | CC-BY-ND 2.0

In Afrika toben derzeit mehrere Konflikte, von denen auch Christen betroffen sind – als Opfer wie auch als Täter von Gewalt. Ulrich Delius, Afrika-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker, erklärt im Interview, welche Rolle Christen in der zentralafrikanischen Republik und in Nigeria spielen und warum es in diesen Konflikten gar nicht um Religion geht.

pro Medienmagazin

In der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) gibt es seit Monaten einen brutalen und blutigen Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Worum geht es dabei?

Im vergangenen Jahr haben nach längeren bewaffneten Auseinandersetzungen vornehmlich muslimische Seleka-Rebellen die Macht ergriffen. Danach gab es sehr viele Übergriffe auf Christen. Als dann die von der Seleka gestützte Regierung zurücktreten musste, begann der Rachefeldzug von denjenigen, die vorher Opfer von Menschenrechtsverletzungen waren. Sehr viele Christen suchen jetzt nach Rache und Genugtuung. Es hat ein Kreislauf der Gewalt eingesetzt. Dabei wird nicht mehr unterschieden, ob jemand einer Miliz angehört, sondern er wird anhand seiner Religion klar einer Gruppe zugeordnet. Wer Muslim ist, ist in den Augen der meisten Menschen für die Gewalt der muslimischen Milizionäre gleich mitverantwortlich. Umgekehrt nehmen Muslime Christen pauschal als Anti-Balaka-Milizionäre wahr, von denen Gewalt ausgeht. So bekommt der Konflikt eine religiöse Komponente, die er vorher nie hatte.

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Völkermord an Herero und Nama: Schädel und Gebeine in Pappkartons

Überlebende Herero nach der Flucht durch die Wüste © See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

An den Herero und Nama in Namibia verübten Deutsche den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Eine Entschuldigung fehlt bis heute, ebenso die Anerkennung des Genozids als Völkermord. Begründung: Damals gab es die UN-Völkermordkonvention nicht. Heute werden zumindest Schädel und Gebeine der Ermordeten, die zu Forschungszwecken nach Deutschland gebracht wurden, peu à peu zurückgegeben – ohne die Nachfahren der Opfer. Ein Plädoyer von Prof. Dr. Claus Melter.

MiGAZIN

Eine Pressekonferenz der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), von Berlin Postkolonial und des Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“. Herero Israel Kaunatjike berichtet, dass kein Angehöriger der Herero und Nama zur Übergabe der Teile der Leichname eingeladen wurde, weder in Namibia noch in der afrikanischen Diaspora europäischer Länder und in Deutschland. Auch mehreren Pressevertretern wurde auf Anfrage an die Charité die Teilnahme verweigert.

Peggy Piesche verweist darauf, dass Erinnerung immer auch mit Anerkennung verbunden ist. Das Erinnern des Völkermordes an den Herero und Nama bedeutet auch eine Anerkennung der Toten, ihrer Leben und der Angehörigen und Nachfahren als Teil der gemeinsamen namibisch-deutschen, der gemeinsamen afrikanisch-europäischen Geschichte, unserer aller gemeinsamen Geschichte, als Teil der Zugehörigkeit von Personen afrikanischer Herkunft in und zu Deutschland.

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Efraim Zuroff: “Gaucks Besuch im Baltikum war beschämend”

Foto: epd-bild/Rolf Zöllner Unter dem Motto “Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance” hat das Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrum in Berlin eine Plakatkampagne zur Suche nach Nazi-Verbrechern in Deutschland gestartet.

Efraim Zuroff ist der letzte aktive Nazi-Jäger. Der 64-jährige Israeli ist auch Initiator der neuen Aktion “Operation Last Chance”, die durch Plakate an 2.000 Standorten in Deutschland und einer eigens dafür eingerichteten Hotline Hinweise über die letzten Nazi-Täter sucht. Der religiöse Jude, der sein Lebenswerk als seine jüdische Pflicht der Weltverbesserung betrachtet, sieht durch die neue Haltung der deutschen Justiz realistische Chancen, dass auch die letzten Nazi-Mörder vor Gericht gestellt und verurteilt werden könnten. Zuroff warnt aber vor falschem Mitleid, klagt über die Hindernisse durch den Datenschutz und attackiert Bundespräsident Gauck wegen seiner Haltung zur Shoah.

Von Igal Avidanevangelisch.de

Wie wird man eigentlich Nazi-Jäger?

Efraim Zuroff: Mein Traum war es, der erste orthodoxe jüdische Basketballer in der NBA zu sein. Das hat nicht geklappt, aber ich war der richtige Mann am richtigen Platz zum richtigen Zeitpunkt, um von 1979 an bei der US-Behörde Office of Special Investigations zu arbeiten, die Nazi-Täter in den USA ermittelte. Ich entdeckte den Fluchtweg tausender osteuropäischer Nazis nach Nordamerika, Australien und Neuseeland. Daraufhin überzeugte ich das Simon-Wiesenthal-Zentrum ein Büro in Israel zu gründen, um westliche Staaten für die Kooperation bei der Verfolgung zu gewinnen. Mir gelang es, diese Staaten zu überreden, entsprechende Gesetze für die Bestrafung von Nazi-Tätern zu verabschieden.

Wie sieht Ihre Arbeit als Nazi-Jäger aus, die Sie ja seit 33 Jahren ausüben?

Zuroff: Ich bin zu einem Drittel Detektiv, zu einem Drittel Historiker und zu einem Drittel politischer Aktivist. Als Detektiv finde ich die Täter, als Historiker finde ich die Beweise – die Unterlagen und Zeitzeugen. Der schwierigste Teil ist der des politischen Aktivisten. Die Zahl meiner Feinde steigt rasant, denn oft fehlt den Ländern der politische Wille, ihre eigenen Staatsbürger vor Gericht zu stellen. Da muss ich sie überzeugen und manchmal Staaten sogar bloßstellen, die Nazi-Täter beherbergen. Ich informiere dann die Öffentlichkeit darüber, wo der Täter zu Unrecht in aller Ruhe lebt. In den kleinen baltischen Staaten ist dies besonders schwer, weil dort manche Täter als Nationalhelden gelten, denn sie kämpften gegen die Sowjets. Dass sie auch Juden ermordeten, stört die dortigen Behörden nicht.

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Papst passt vatikanisches Strafrecht internationalen Standards an

Bild. tagesschau.de

Das vatikanische Strafrecht wird internationalen Standards angepasst. Die letzten großen Änderungen waren von 1929.

evangelisch.de

Die von Papst Franziskus als “Motu Proprio” am Donnerstag erlassene Reform sieht zum Schutz von Kindern neue Straftatbestände wie sexueller Missbrauch Minderjähriger und Besitz kinderpornografischen Materials vor. Bisher waren diese Vergehen unter dem Begriff Gewalt gegen Kinder zusammengefasst. Außerdem wurden die Vorschriften präzisiert, die der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dienen. Die neuen Regeln treten den Angaben zufolge am 1. September in Kraft.

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Türkei protestiert gegen Armenier-Äußerung des Papstes

Bild: shelbystark.edublogs.org

Franz hatte die Gräueltaten an den Armeniern während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als den “ersten Genozid des 20. Jahrhunderts” bezeichnet

kathweb

Die Türkei hat gegen eine Äußerung von Papst Franziskus über die Verbrechen an den Armeniern durch die türkischen Regierungen der Jahre 1915 bis 1919 offiziell Protest eingelegt. Die türkische Botschaft beim Heiligen Stuhl bestätigte am Montag in Rom, dass der Botschafter des Heiligen Stuhls in Ankara vom Außenministerium einbestellt worden sei.

Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als den “ersten Genozid des 20. Jahrhunderts” bezeichnet. Die Begegnung fand bereits am 3. Juni statt. Die Äußerung wurde durch Aufnahmen des vatikanischen Fernsehzentrums bekannt.

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Nachruf: Am Kreuz wird gestorben, nicht abgestiegen

RatzingerJoseph Ratzinger wird kein Kontrastprogramm zum medialen Jugendwahn liefern. Der seit 2005 amtierende Papst ist zurückgetreten und wird in den Abendstunden des letzten Februartages 2013 in der Versenkung verschwinden. Bilder von einem kränkelnden Papst, der sabbernd und zitternd durchs Kirchengestühl geschoben werden muss, wird es von ihm nicht geben. Die Vizegötter, selbsternannt, auf Erden können die Gebrechen des Alters nicht wegbeten. Das wandelnde Theodizee-Problem Johannes Paul II. wird sich so schnell nicht wiederholen. Gut so.

Genaugenommen ist es mir als Ungläubigen egal, wer auf dem heiligen Stühlchen im Vatikan sitzt und meint die Geschicke von rund 1,2 Milliarden gläubigen Menschen regeln zu können. Die letzten Tage jedoch waren schon fast erbrechend voll von Informationen, den scheidenden Papst betreffend. Was uns nicht alles mitgeteilt wird, minutiös erfahren wird die Tagesplanung. Ganz wie bei einem zum Tode verurteilten Verbrecher. Die letzte Mahlzeit als Papst, das Abziehen der Schweizer Garde, das Zerstören des Ringes, Namen, Schall und Rauch, fehlen noch Angaben darüber wann sich der zurückgetretene Apostel die Beißerchen putzt.

Joseph Ratzinger, emeritierter Papst, Pontifex, was auch immer, ist uns in den letzten zwei Wochen als lebender Untoter erschienen. De mortius nil nisi bene, nimmt man die Schlagzeilen der Medien als Richtschnur. Jeden Tag ein neuer Nachruf und jeden Tag neue Verbalinjurien über die Liebe Gottes.

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“Kriminalgeschichte des Christentums” soll im Juli 2013 abgeschlossen werden

Hundertfünfzig Jahre ­Grausamkeit Mitte des 16. Jahrhunderts feiert die Kirche die völkermörderische Eroberung Lateinamerikas. Bd.9

Hundertfünfzig Jahre ­Grausamkeit Mitte des 16. Jahrhunderts feiert die Kirche die völkermörderische Eroberung Lateinamerikas. Bd.9

Am 19. Juli 2013 soll er erscheinen, der zehnte und letzte Band der Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner. Dies geht aus der Programmvorschau des herausgebenden Rowohlt-Verlages hervor.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Der mit etwas mehr als 400 Seiten angekündigte Abschlussband wird sich mit der Kriminalgeschichte des Christentums im 18. Jahrhundert auseinandersetzen. Darin wird u.a. der Kampf christlicher und weltlicher Mächte um die Vorherrschaft in Skandinavien geschildert, auf das orthodoxe Christentum geblickt und der Niedergang des Papsttums sowie die Trennung von Kirche und Staat ins Auge genommen. Der Band bekräftige „mit seiner Detailfreude, Exaktheit und kritischen Schärfe wieder” Deschners Ruf als bedeutendster Kirchenkritiker der Gegenwart, heißt es in der Verlagsankündigung.

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Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

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Walter Veith: Kreationismus, päpstlicher Antichrist und Holocaust-Leugnung

Walter Veith, ein Mann mit einem wahrlich christlich-fundamentalistischen Bibelbild. Er selbst bezeichnet sich als “Kritiker” der Evolutionstheorie. Sein allmächtiger Gott hat die Welt erschaffen. In fragwürdigen, obskuren Film-Produktionen vermittelt Veith seine Sicht auf die Dinge. Der adventistische Gott habe seine Schöpfung so weise gestaltet, dass Tiere und Pflanzen aneinander und an ihre Umwelt mit höchster Vollkommenheit angepasst sind. Danach ist in der heutigen Welt noch alles so wie bei ihrer Schöpfung.

Seine abstrusen Vorstellungen über das Christentum sind weitreichend. So bekämpfe der Papst, als der Antichrist, von Rom aus, die wahren Christen. Die Antwort, was denn wahre Christen sind bleibt er schuldig. Sein Christengott ist mit hoher Wahrscheinlichkeit adventistisch, katholische Theologie kommt im Weltbild des Herrn Veith nicht vor. Die Jesuiten sind eine Wurzel allen Übels. Verbreiten sie doch mit ihrer Ideologie undurchschaubare Strategien, natürlich im Auftrag des vatikanischen Antichrists. Hochgradig paranoid sieht Veith die Heimtücke der Freimaurer. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und natürlich die Kirchen seien von jesuitisch-freimaurerischen Verschwörungen durchdrungen. Die Verschwörungstheoretiker der Welt klatschen Beifall, die Feindbilder gleichen sich, Iluminaten, Freimaurer und Jesuiten.

Nun fügt Herr Veith, offensichtlich an progressiver Verblödung leidend, einen weiteren Feind der wahren Christen hinzu; das Judentum.

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Gottes letzte Knechte

Mehr als 1000 Mönche lebten einst in Mor Gabriel, einem der ältesten Klöster der Welt. Heute sind es noch drei, plus Bischof. (© AFP)

Lange war es den Türken zu gefährlich, den Osten des Landes zu besuchen. Jetzt entdecken sie das Kurdengebiet – und das Christentum im Tur Abdin gleich mit.

Von Monika Maier-AlbangSüddeutsche.de

Samstag ist Damenabend im Kloster. Da sitzen die 14 am Boden auf Matratzen, die Füße von den schwarzen Strümpfen befreit, neben sich geröstete Kürbiskerne und parfümierten Tee. Nach dem Singen geht die Jüngste herum, einen Stapel Karten in der Hand. Jede Mitschwester, jeder Gast darf eine Karte ziehen. Aramäisch beschriftet sind sie, Schwester Febronia übersetzt. “Der Herr ist auferstanden. Er ist das Leben”, sagt sie und lächelt einen an. “Eine gute Karte!” Was wohl eine schlechte wäre, fragt man sich unwillkürlich. Ob dann Hölle und Fegefeuer drohten? Und ob es auch Verse gibt, die weltliche Glückseligkeit verheißen?

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B16, Benny(Benedikt XVI.): Dodo des Monats Oktober 2011

Dodo des Monat Oktober 2011

Oh, diesen Monat haben wir ein besonderes Exemplar, von einem Dodo, für den Paten von Rom. Deutlich hat die römische Spukgestalt gewonnen.

Der Pate aller Katholiken unternimmt also eine Pilgerfahrt nach Assisi um in der Basilika Santa Maria degli Angeli an einer interreligiösen Begegnung teilzunehmen. Selbst Ungläubige sollen dabei gewesen sein. Der Vizegott lässt dann auch niemanden im Unklaren, was er hinsichtlich der Ungläubigkeit denkt.

Benny:

Die Abwesenheit Gottes sei Ursache von Gewalt und sogar von Konzentrationslagern, denn die Leugnung des Göttlichen „verdirbt die Menschen, lässt sie das Maß verlieren, lässt sie die Menschlichkeit verlieren”. Im Gegensatz dazu sei der Gebrauch von Gewalt im Namen der Religion nur „ein beleidigender Missbrauch des christlichen Glaubens“.

In Ordnung, lassen wir mal so stehen. Gehen wir in die Tiefe der Historie des katholischen Glaubens und seiner kriminellen Organisation, genannt Kirche, römisch-katholisch dazu. Die Pfaffen, Bischöfe, Kardinäle und Paten der genannten Organisation waren selbst die Planer, Organisatoren und Vollzieher unglaublicher Gewalttaten. Religiöses wurde weltlich vermanscht und vice versa. Im Namen Gottes war immer und jeder Zeit ein fröhlich Schlachten angesagt. Hätte Benny nun mal in die Liste seiner Vorgänger auf dem heiligen Kackstühlchen geschaut, und sich mit deren Ruhmestaten zum Wohle Gottes, in dessen vollständiger Präsenz, beschäftigt, wäre ihm ein solches intellektuelles Rührei, wie oben angeführt, nicht in der Pfanne verbrutzelt.

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Ignoranten und Unbelehrbare

Verschleierung – eine der angeblichen Gefahren für die westliche Zivilisation. Foto: dpa/Okten

Nach der Untat des Norwegers Breivik beteuern Islamkritiker gern ihre Distanz – fast alle

Von Knut Mellenthin - ND

Henryk Broder schläft gut und hat weiter gesunden Appetit. Sogar sein Ischiasschmerz habe nachgelassen, teilte er der Öffentlichkeit mit. (Stern, 28. Juli) An den Mordtaten eines norwegischen Muslimhassers fühlt der deutsche Journalist sich nicht im Geringsten schuldig, denn: »Selbst wenn ich Bastelbuchautor wäre, hätte Breivik gemordet.« (Welt, 7. August)

Gerade weil dieser Einwand so offensichtlich oberflächlich und töricht ist, könnte er geeignet sein, das Problem der geistigen Mitverantwortlichkeit ein wenig aufzuhellen. Um die nur scheinbar logische Struktur des Arguments auf die Spitze zu treiben, könnte man auch konstatieren, dass Hitler den Völkermord an den Juden selbst dann betrieben hätte, wenn Gobineau, Chamberlain, Treitschke oder andere Antisemiten und Arier-Ideologen lediglich Kochbücher geschrieben hätten. Dass jemand für das Begehen einer Tat nicht existenziell notwendig gewesen wäre, bedeutet nicht automatisch, dass er an dieser keine Mitschuld tragen könnte.

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