Schlagwort-Archive: Weltgesundheitsorganisation (WHO)

HIV-Wunderglaube bedroht Gecko

Tokeh-Gecko. © C. Gomes / TRAFFIC / WWF

Nachdem 2009 in Asien das Gerücht aufkam, ein Extrakt, gewonnen aus dem Tokeh-Gecko, helfe bei einer HIV-Infektion, schnellte die Nachfrage nach getrockneten Geckos innerhalb weniger Jahre nach oben.

VBiO

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von WWF und TRAFFIC. Zwar wurde die Wirksamkeit inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Nachdruck widerlegt, trotzdem finden die Tiere noch immer Millionenfach in der traditionellen Medizin und in einem volkstümlichen Wunderglauben Verwendung. Dabei stellte das HIV-Gerücht inzwischen nur noch die Spitze des Eisbergs dar. Aktuell wird der Gecko außerdem vermehrt bei Asthma, Diabetes und diversen Hauterkrankungen eingesetzt.
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Nocebo-Effekt: Krank vor Angst beim Arzt

Bild: onmeda

Die Furcht vor Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung behindert oft die Heilung. Ein falsches Wort vom Arzt kann Patienten sogar krank machen.

Von Susanne WächterOnmeda

“Ihr Rücken ist ein Trümmerfeld”, oder: “dann machen wir sie jetzt fertig”, solche Aussagen von Medizinern, können für Patienten fatale Folgen haben. Während Tabletten ohne jeglichen Wirkstoff heilen können, kann im Umkehrschluss eine bloße Erwartung bei der Einnahme von pharmazeutischen Mitteln oder einer ärztlichen Behandlung krank machen. Nocebo, was übersetzt so viel heißt wie “ich werde schaden”, gilt als das Gegenteil des bekannteren Placebo-Effektes.

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Genitalverstümmelung, Beschneidung: Ein deutsches Paradoxon

Bild: Steve Simon/Aurora/laif

Viele Frauengruppen bekämpfen die rituelle Verstümmelung weiblicher Genitalien, von der auch Tausende von Frauen in Deutschland betroffen sind. Sie legen dabei grossen Wert auf kulturell sensibles Vorgehen.

Von Ulrich SchmidNeue Zürcher Zeitung

Schon bald wird Deutschland um ein Paradoxon reicher sein. Von zwei rituell praktizierten Verletzungen des kindlichen Körpers wird die eine gesetzlich erlaubt und die andere verboten sein. Der leidenschaftlich geführte Streit um die Beschneidung von Knaben hat zu hastiger legislativer Tätigkeit geführt. Noch in diesem Jahr werden, wenn nicht alles täuscht, die Regierungsparteien, die Sozialdemokraten und die Grünen im Bundestag zu Berlin dafür sorgen, dass Muslime und Juden das Ritual unbescholten und im Gefühl der Rechtssicherheit weiterführen können.

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Dogma oder Barmherzigkeit

In der Schule liebe ich Vertretungsstunden. In ihnen kann man Dinge ausprobieren, für die sonst kein Raum ist. So versetzte ich eine 7. Klasse an einem Gymnasium im Osten Berlins in Aufregung, als ich ihr zu Beginn der Stunde mitteilte, die Schulverwaltung habe beschlossen, dass künftig nur noch die Schüler in den Genuss der kirchlichen Feiertage kommen könnten, die Mitglied in einer christlichen Kirche sind.

Von Rainer Wernerstarke-meinungen.de

„Gemein“ und „unfair“ schallte es mir aus der Klasse entgegen. Ich fragte zurück, ob sie denn wüssten, welche Feiertage denn dann wegfielen. Allgemeines Kopfschütteln.  Ich nutzte die Gunst des Augenblicks,  um mit ihnen alle kirchlichen Feiertage des Jahres durchzugehen und ihren historisch-theologischen  Ursprung zu erklären. Dabei konnten mich nur vier Kinder unterstützen, die christlich getauft waren.

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