Schlagwort-Archive: Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Multiresistente Tuberkulose auf dem Vormarsch

Robert Koch, Bild: bb

Robert Koch, Bild: bb

Tuberkulose bleibt ein weltweites ernstes Gesundheitsproblem, vor allem für Kinder und HIV-Infizierte. Insbesondere die Zunahme multiresistenter Stämme erschwert die Bekämpfung.

Von Antje FindekleeSpektrum.de

Mit 8,6 Millionen Erkrankten, davon eine halbe Million Kinder, und 1,3 Millionen Todesfällen im Jahr 2012 steht Tuberkulose an Platz 2 der tödlichen Einzelinfektionskrankheiten – nach HIV. Weltweit gehen die Zahlen zwar zurück, weshalb die Weltgesundheitsorganisation WHO darauf hofft, das Millenniumsziel einhalten zu können: die Ausbreitung der Krankheit bis 2015 zu stoppen. Doch die Abnahme verlangsamt sich, während die Zahl von Infektionen mit multiresistenten Erregern steigt. Deren Therapie, sofern sie überhaupt erkannt werden, ist jedoch deutlich teurer und aufwändiger sowie mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden. Eine Studie, die auf Basis von Modellrechnungen die Zahl der Kinder mit Tuberkulose schätzt, kommt sogar auf noch höhere Zahlen: Ihr zufolge sind knapp eine Million Kinder erkrankt, über 30 000 davon leiden an einer multiresistenten Form, erklären Forscher um Mercedes Becerra von der Harvard Medical School.

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Papst betet für Tuberkulose-Kranke-ärtzliche Hilfe wäre besser

Ein Junge. der schwerst Tbc-krank auf die Intensivstation des Shree Jain Hospitals  in Kalkutta. Bild: br.de

Franziskus ruft auf Petersplatz zu Gebet für Tuberkulose-Kranke und vorurteilsfreien Umgang mit Fremden, sozialen Randgruppen oder Andersdenkenden auf.

kathweb

Papst Franziskus hat zum Welttuberkulosetag am Montag zum Gebet für die Millionen Betroffenen vor allem in Afrika und Asien aufgerufen. “Beten wir für alle Personen, die von dieser Krankheit befallen sind und für die, die ihnen auf unterschiedliche Weise helfen”, sagte der Papst am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Der Welttuberkulosetag wird seit 1996 unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO jeweils am 24. März begangen. An diesem Tag hatte der deutsche Arzt Robert Koch 1882 die Entdeckung des Tuberkulose-Bakteriums bekanntgegeben.

Obwohl die Krankheit heute prinzipiell heilbar ist, sterben an ihr nach Angaben der WHO jedes Jahr immer noch mehr als eine Millionen Menschen. Betroffen sind vor allem die afrikanischen Länder südlich der Sahara und Indien.

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Sieben Fakten über die Pille danach

pille_danachDer Bundestag hat die Diskussion darüber, ob die Pille danach in Deutschland zukünftig ohne Rezept erhältlich sein soll, an den Ausschuss für Gesundheit und zur Mitberatung an den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überwiesen. Die wichtigsten Fakten zu dem Notfallverhütungsmittel und den Streit um die Rezeptpflicht.

Von Anna KlingerSpektrum.de

Was ist die Pille danach?

Bei der Pille danach (PiDaNa®) handelt es sich um ein hormonelles Verhütungsmittel für die Frau. Es wird zur Notfallverhütung nach dem Geschlechtsverkehr eingesetzt, wenn andere Methoden (wie die Antibaby-Pille oder Kondome) versagt haben oder vergessen wurden. Bislang ist die Pille danach in Deutschland nur nach ärztlicher Beratung mit einem Rezept erhältlich. Im Jahr 2013 wurde sie nach Angaben des Bundesministerium für Gesundheit etwa 200 000 Mal verschrieben.

Wie wirkt die Pille danach?

Der Wirkstoff der PiDaNa® ist das synthetisch hergestellte Hormon Levonorgestrel. Es gehört zu den Gestagenen, einer Gruppe weiblicher Geschlechtshormone. Es ist auch Bestandteil der präventiven Antibaby-Pille. Der genaue Wirkungsmechanismus des Präparats ist noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch, dass Levonorgestrel den Eisprung verhindert, indem es die Ausschüttung eines anderen, den Eisprung auslösenden Hormons hemmt. Die Pille danach wirkt daher am zuverlässigsten, wenn im weiblichen Zyklus der Eisprung noch nicht erfolgt ist.

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Gröhe(CDU) lehnt Freigabe der Pille danach ab

pille_danachGesundheitsminister Gröhe wirbt für einen “zügigen, diskriminierungsfreien Zugang” zur Pille danach. Dennoch lehnt der CDU-Politiker eine rezeptfreie Ausgabe des Verhütungsmittels ab – und begründet dies mit den starken Nebenwirkungen.

SpON

Der neue Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will im Streit um die Pille danach zwar “das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Frauengesundheit bestmöglich zusammenzubringen”. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern heißt dies für den CDU-Politiker allerdings, dass es das Verhütungsmittel auch künftig nur auf Rezept geben wird. Stattdessen wirbt Gröhe für einen zügigen, diskriminierungsfreien Zugang und gute Beratung. Das sei am besten gewährleistet, wenn es bei der Verschreibungspflicht bleibe, sagte der CDU-Politiker der “Welt am Sonntag”.

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Impfgegner besteuern wegen Externalisierung von Krankheitsrisiken?

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Bekämpfung und Beseitigung von Masern zu einem ihrer wichtigsten Ziele erklärt. So seien in 2011 rund 158.000 Kinder an Folgen einer Erkrankung mit Masern verstorben. Seit der Einführung des Impfstoffes MMR, eines Kombiprodukts gegen Masern, Mumps und Röteln Ende der 1980er Jahre, ist die Mortalität in Folge einer Masern-Infektion von mehr als 2 Millionen Toten jährlich auf nunmehr 158.000 weltweit gesunken. Angesichts der Verfügbarkeit von MMR, eines effektiven und billigen Impfstoffes, ist es das erklärte Ziel der WHO, Masern als Todesursache auszurotten.

Kritische Wissenschaft – Michael Klein

Doch es regt sich Widerstand gegen die Impfung. Viele Eltern, in Deutschland, weigern sich, ihre Kinder mit MMR gegen u.a. Masern impfen zu lassen. Ursache dafür sind vermeintliche Nebenwirkungen des Impfstoffes, die Autismus, multiple Sklerose oder Diabetes hervorrufen können sollen. Diese Nebenwirkungen sind seit 1998 im Gespräch, als Dr. Andrew Wakefield, ein britischer Arzt im Lancet eine Untersuchung veröffentlichte, die angeblich einen Zusammenhang zwischen MMR und Autismus sowie einer Darminfektion aufzeigen konnte.

Zwischenzeitlich wurde Dr. Wakefield die Zulassung entzogen, weil sich herausgestellt hat, dass er mit unlauteren Mitteln zu den Ergebnissen gelangt ist, zu denen er gelangt ist. Die Veröffentlichung der Untersuchung im Jahre 1998 im Lancet hatte einen Pressesturm nach sich gezogen. Scheinbar wollte, wie z.B. heute, wenn es darum geht, die negativen Folgen von Rauchen, Alkohol oder sonstiger Modefeinde zu verkünden, kein Zeitungsredakteur nicht sofort der Überbringer der schlechten Nachricht sein. Niemand hat sich daran gestört, dass die Ergebnisse von Dr. Wakefield gerade einmal auf der Untersuchung von 12 Kindern basierten und entsprechend Vorsicht angeraten gewesen wäre.

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Haddsch: Wieviel Allah steckt im Coronarvirus?

Bild: wikipedia

Alte Menschen, schwangere Frauen und Muslime, die an chronischen Krankheiten leiden, sollten die Hadsch verschieben.

RollingPlanet

Vor der Pilgerfahrt von Millionen Muslimen nach Mekka warnen die Behörden Saudi-Arabiens die Wallfahrer vor einer Ausbreitung des gefährlichen Coronavirus.

Insbesondere alte Menschen, schwangere Frauen, Kinder und Muslime, die an chronischen Krankheiten leiden, seien aufgerufen, die Hadsch auf ein anderes Jahr zu verschieben, erklärte das Gesundheitsministerium am Samstag.

Impfungen empfohlen

Pilger sollten sich zudem gegen Meningitis impfen lassen und dies auch bei der Einreise nachweisen. Ferner würden Impfungen gegen Grippe und Polio empfohlen. Während der Pilgerfahrt im Oktober rufen die Behörden die Wallfahrer auf, sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen und beim Husten und Niesen ein Taschentuch zu benutzen. Bei Massenandrang sei auch ein Mundschutz ratsam.

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Brasilien: Gesetzentwurf für “Heilung” Homosexueller

Bild: Die Presse.com

Der Menschenrechtsausschuss des Parlaments setzte ein Regelwerk außer Kraft, das Psychologen “Behandlungen” gegen Homosexualität untersagt.

Die Presse.com

Der Menschenrechtsausschuss des brasilianischen Parlaments hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Maßnahmen zur “Heilung” von Homosexualität vorsieht. Der Ausschuss unter dem Vorsitz des umstrittenen evangelikalen Pastors Marco Feliciano setzte am Dienstag ein Regelwerk außer Kraft, wonach es Psychologen untersagt ist, Klienten “Behandlungen” gegen Homosexualität anzubieten.

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HIV-Wunderglaube bedroht Gecko

Tokeh-Gecko. © C. Gomes / TRAFFIC / WWF

Nachdem 2009 in Asien das Gerücht aufkam, ein Extrakt, gewonnen aus dem Tokeh-Gecko, helfe bei einer HIV-Infektion, schnellte die Nachfrage nach getrockneten Geckos innerhalb weniger Jahre nach oben.

VBiO

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von WWF und TRAFFIC. Zwar wurde die Wirksamkeit inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Nachdruck widerlegt, trotzdem finden die Tiere noch immer Millionenfach in der traditionellen Medizin und in einem volkstümlichen Wunderglauben Verwendung. Dabei stellte das HIV-Gerücht inzwischen nur noch die Spitze des Eisbergs dar. Aktuell wird der Gecko außerdem vermehrt bei Asthma, Diabetes und diversen Hauterkrankungen eingesetzt.
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Nocebo-Effekt: Krank vor Angst beim Arzt

Bild: onmeda

Die Furcht vor Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung behindert oft die Heilung. Ein falsches Wort vom Arzt kann Patienten sogar krank machen.

Von Susanne WächterOnmeda

“Ihr Rücken ist ein Trümmerfeld”, oder: “dann machen wir sie jetzt fertig”, solche Aussagen von Medizinern, können für Patienten fatale Folgen haben. Während Tabletten ohne jeglichen Wirkstoff heilen können, kann im Umkehrschluss eine bloße Erwartung bei der Einnahme von pharmazeutischen Mitteln oder einer ärztlichen Behandlung krank machen. Nocebo, was übersetzt so viel heißt wie “ich werde schaden”, gilt als das Gegenteil des bekannteren Placebo-Effektes.

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Genitalverstümmelung, Beschneidung: Ein deutsches Paradoxon

Bild: Steve Simon/Aurora/laif

Viele Frauengruppen bekämpfen die rituelle Verstümmelung weiblicher Genitalien, von der auch Tausende von Frauen in Deutschland betroffen sind. Sie legen dabei grossen Wert auf kulturell sensibles Vorgehen.

Von Ulrich SchmidNeue Zürcher Zeitung

Schon bald wird Deutschland um ein Paradoxon reicher sein. Von zwei rituell praktizierten Verletzungen des kindlichen Körpers wird die eine gesetzlich erlaubt und die andere verboten sein. Der leidenschaftlich geführte Streit um die Beschneidung von Knaben hat zu hastiger legislativer Tätigkeit geführt. Noch in diesem Jahr werden, wenn nicht alles täuscht, die Regierungsparteien, die Sozialdemokraten und die Grünen im Bundestag zu Berlin dafür sorgen, dass Muslime und Juden das Ritual unbescholten und im Gefühl der Rechtssicherheit weiterführen können.

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Dogma oder Barmherzigkeit

In der Schule liebe ich Vertretungsstunden. In ihnen kann man Dinge ausprobieren, für die sonst kein Raum ist. So versetzte ich eine 7. Klasse an einem Gymnasium im Osten Berlins in Aufregung, als ich ihr zu Beginn der Stunde mitteilte, die Schulverwaltung habe beschlossen, dass künftig nur noch die Schüler in den Genuss der kirchlichen Feiertage kommen könnten, die Mitglied in einer christlichen Kirche sind.

Von Rainer Wernerstarke-meinungen.de

„Gemein“ und „unfair“ schallte es mir aus der Klasse entgegen. Ich fragte zurück, ob sie denn wüssten, welche Feiertage denn dann wegfielen. Allgemeines Kopfschütteln.  Ich nutzte die Gunst des Augenblicks,  um mit ihnen alle kirchlichen Feiertage des Jahres durchzugehen und ihren historisch-theologischen  Ursprung zu erklären. Dabei konnten mich nur vier Kinder unterstützen, die christlich getauft waren.

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