Schlagwort-Archive: Wien

Judith Butler über Todestrieb und Todesstrafe

foto: epa/frankürumpenhorst Judith Butler bei der Verleihung des Theodor W. Adorno-Preises im Jahr 2012

US-amerikanische Philosophin Judith Butler hielt Vorlesung über die Beziehung zwischen Todestrieb und Todesstrafe im Wiener Audimax

Von Oona KroisleitnerdieStandard.at

Die Gänge rund um das Audimax der Universität Wien waren Dienstagabend zum Bersten voll mit Studierenden. Judith Butler war eingeladen, die 41. Sigmund-Freud-Vorlesung zu halten, und viele wollten die US-amerikanische Philosophin aus nächster Nähe sehen.

Butler machte mit ihrem Erstlingswerk “Das Unbehagen der Geschlechter” zu Beginn der 1990er-Jahre in der feministischen Wissenschaft auf sich aufmerksam. Seitdem gilt die Professorin für Rhetorik und Vergleichende Literaturwissenschaften der University of California Berkeley als Begründerin der Queer Theory und Vorreiterin der Gender Studies. Es folgten unter anderem “Körper von Gewicht”, “Die Macht der Geschlechternormen” und “Kritik der ethischen Gewalt”, ihre Frankfurter Adorno-Vorlesungen. In ihrem aktuellen Buch “Am Scheideweg: Judentum und die Kritik am Zionismus” geht Butler, die selbst jüdischen Glaubens ist, der Frage nach, wie eine Kritik am Zionismus aus dem Judentum selbst heraus möglich ist.

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Stephansdom: Gott lässt Mann “Heiligenstatue” vom Sockel werfen

Judas Thaddäus, Themenbild, wikimedia.org

Dompfarrer Faber: “Ein Wahnsinniger, der noch versucht hat, sich am Herz-Jesu-Bild zu vergreifen”

kathweb

Ein 37 Jahre alter Mann hat am Samstagabend im Wiener Stephansdom eine Statue des Heiligen Judas Thaddäus von einem Marmorsockel gestoßen. Das berichtete die Austria Presse Agentur (APA) unter Berufung auf Augenzeugen am Sonntag. Demnach habe Ibrahim A. nach seiner Tat rasch den Dom verlassen wollen, er wurde jedoch von Zeugen aufgehalten, bis die Polizei eintraf. Der Mann habe auf die Polizisten einen verwirrten Eindruck gemacht, so die APA. Er selbst gab an, auf eine “Eingebung” hin gehandelt zu haben.

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Ausstellung: “Türcken, Mohren und Tartaren”

Preußen hatte mit dem islamischen Kulturkreis weit mehr Kontakte, als gemeinhin bekannt. Mit der Ausstellung “Türcken, Mohren und Tartaren” möchte Dr.Stephan Theilig, der wissenschaftliche Leiter des Brandenburg-Preußen Museums Wustrau, die Beziehungen der zwei Welten beleuchten.

Märkische Online-Zeitung

Integration war im späten 17.Jahrhundert eine recht schlichte Angelegenheit. Als Wien und Ungarn von den Angreifern des Osmanischen Reiches befreit waren, hatten Kriegsgefangene nur eine Möglichkeit, um freie Bürgerrechte zu erhalten: Sie mussten Deutsch lernen, einen Glaubenstest bestehen und sich taufen lassen. In einigen Fällen konnten die eher unfreiwillig Eingebürgerten in Preußen sogar Karriere machen.

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Kreuz im Klassenzimmer: Schule verweigert Auskunft

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen


Schule und Stadtschulrat verweigern Auskunft über religiöses Bekenntnis der Schüler

derStandard.at

Der Streit um das Kreuz in der Klasse spitzt sich zu: Eine Volksschule in Wien Neubau soll sich weigern, einer konfessionslosen Mutter Auskunft darüber zu erteilen, wie viele Kinder christlichen Glaubens sind. Auch der Stadtschulrat soll hier keine Auskunft geben. Die Mutter hat nun gemeinsam mit anderen Eltern einen Anwalt betraut, sie will erreichen, dass die Kreuze abgenommen werden. Unterstützt wird sie von der Initiative “Religion ist Privatsache”.  Der Anwalt brachte ein entsprechende Auskunftbegehren ein, um feststellen zu können, ob die gesetzliche Grundlage für das Anbringen von Schulkreuzen gegeben ist.

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Sühnemesse: Protest gegen “gekreuzigtes Huhn”

reptiloider Papst u.Kardinal Bild:katholisches.info

reptiloider Papst u.Kardinal
Bild:katholisches.info

Unter dem Motto „Gotteslästerung? – Nein Danke!“ protestieren Katholiken am Samstag, den 14. September 2013 in Wiener Neustadt in Österreich gegen die Ausstellung von Werken der Wiener Künstlerin Deborah Sengl.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Siehe zum Opus der Künstlerin und der Wiener Neustädter Ausstellung den Bericht Das gekreuzigte Huhn von Deborah Sengl – Verachtung des Christentums und der Kirche als „Kunst“. Die Organisatoren des Sühneprotestes erinnern an die Botschaft der Marienerscheinung vom 13. Oktober 1917 in Fatima: „Beleidigt den Herrn nicht mehr! Er ist schon zuviel beleidigt worden.“ Ebenso an den Psalm 68,21: „Nur Schmähung und Leid hat Mein Herz zu erwarten. Da schau Ich aus, ob einer Mitleid mit Mir habe“.

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Martin Kippenberger(Frosch),  Deborah Sengl(Huhn) u.Bernard Arnault(PissChrist)

Martin Kippenberger(Frosch), Deborah Sengl(Huhn) u.Bernard Arnault(PissChrist)

“Causa gloria.tv”: Ermittlungen in Österreich laufen weiter

Screenshot brightsblog

Screenshot brightsblog

Staatsanwaltschaft Graubünden hat Ermittlungen gegen Internetportal eingestellt – Staatanwaltschaft Wien hat Ermittlungen übernommen

kathweb

Die Ermittlungen gegen das Internetportal “gloria.tv” in Österreich laufen weiter. Das bestätigte am Freitag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien gegenüber “Kathpress”. Derzeit liege der Akt bei Gericht, da nach den Hausdurchsuchungen in der Causa in Wien und Oberösterreich vor zwei Wochen Beschwerde von den Betroffenen eingelegt wurde, das Verfahren sei jedoch weiterhin offen. Zuvor war bekannt geworden, dass in der Schweiz die Ermittlungen eingestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte dort gegen den Online-TV-Sender wegen Rassismus und Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit ermittelt. “gloria.tv” hatte u.a. im Zusammenhang mit der Debatte um die “Pille danach” deutsche Bischöfe mit Hakenkreuzen dargestellt.

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kreuz.net: Hausdurchsuchungen bei zwei Priestern

Screenshot Brightsblog

Screenshot Brightsblog

Polizeibeamter soll von Schwester eines Geistlichen verletzt worden sein

derStandard.at

Im Zuge der Ermittlungen gegen das extremistische Internet-Portal kreuz.net soll es zu Hausdurchsuchungen in Wien und Oberösterreich gekommen sein. Dabei soll es sich um Wohnungen zweier Priester gehandelt haben, berichtet die “Krone” (Samstag-Ausgabe). Offiziell bestätigen wollte man bei den Behörden die Aktion nicht, in den Fall involviert sollen allerdings die Staatsanwalt Feldkirch sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz gewesen sein.

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Europäische Vereinigung für jüdische Beschneider in Wien gegründet(Zirkumzision)

Bild:apa

Ein kleiner Schnitt für den Mann, ein großer Schritt für die Religion: die Beschneidung im Judentum. Dabei wird einem männlichen Säugling am achten Tag nach der Geburt die Vorhaut des Penis entfernt. Durch die Beschneidung, die Brit Mila, wird laut Tora (Buch Genesis) der Bund mit Gott geschaffen. Selbst säkular lebende Juden lassen ihre Söhne hierzulande meist beschneiden.

Von Alexia WeissWIENER ZEITUNG

Wer das Messer anlegen darf, ist klar geregelt. In Israel können sich Mohalim, also sogenannte Beschneider, beim Oberrabbinat registrieren lassen. In England gibt es seit 1745 die Initiation Society. In Österreich können qualifizierte Beschneider um Mitgliedschaft im Bundesverband der Mohalim in Österreich ansuchen. Nun wurde auch auf europäischer Ebene eine Vertretung geschaffen: die neu gegründete Union der Mohalim in Europa (Union of Mohalim in Europe, UME). Die Organisation hat ihren Sitz in Wien.

Zum Präsidenten gewählt wurde der Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister. Im Gespräch mit der “Wiener Zeitung” umreißt er die Aufgaben der neuen Organisation: Sie soll dafür Sorge tragen, dass die jeweiligen nationalen Bestimmungen zur religiösen Beschneidung eingehalten werden. Dabei handelt es sich vor allem um medizinische Standards. Gleichzeitig will man hier eine Vertretung auf europäischer Ebene schaffen.

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Zeugen Jehovas: “Die Wahrheit wird euch frei machen”

foto: derstandard.at/niemann Anstellen für die Taufe


Tausende Zeugen Jehovas kamen am Wochenende bei einem Kongress im Wiener Ernst-Happel-Stadion zur Massentaufe zusammen

Von Julia NiemannderStandard.at

Die Sonne brennt erbarmungslos auf den grünen Rasen des Ernst-Happel Stadions im Wiener Prater nieder. Fast zehntausend Menschen haben sich hier versammelt, doch es ist erstaunlich ruhig auf den Besucherrängen. Dort, wo sonst geraucht und getrunken wird, angefeuert und ausgepfiffen, sitzen an diesem Wochenende Menschen aller Altersgruppen und aller Nationalitäten, um in drei Sprachen andächtig die eine Wahrheit anzuhören.

Zur Wahrheit finden

“Unser Herz wird durch das schlechte Gewissen vom Bösen gereinigt”, sagt der Mann, der auf der Bühne steht und immer wieder ein “wir” in den Mund nimmt, dem sich offenbar all diese Menschen zugehörig fühlen. Die meisten halten Bibeln in den Händen, denen man ansieht, wie intensiv sie schon gelesen wurden. Die Worte des Sprechers werden aufmerksam am Textrand notiert.

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Zeugen Jehovas werben bei Türken

Zeugen JehovasRund 40 Zeugen Jehovas sprechen in Wien gezielt türkischsprachige Menschen an. In Social-Media-Foren wird vor ihnen gewarnt.

Von Duygu ÖzkanDie Presse.com

In Social-Media-Foren wird eindringlich vor ihnen gewarnt. Man solle nicht mit ihnen sprechen, so der Tenor, denn die freundlich erscheinenden Menschen seien in Wahrheit Zeugen Jehovas. „Wir haben schon unsere Religion”, bekommen dann auch Wilfried Hanner und Yasemin Figo oft zu hören. Hanner und Figo sind zwei von rund 40 Zeugen Jehovas, die in Wien gezielt türkischsprachige Personen ansprechen.

Die Zeugen Jehovas sind grundsätzlich – auch in Wien – in vielen Sprachen unterwegs; die multilinguale Ausrichtung zeigt allein die religiöse Zeitschrift „Wachturm”, die in über 200 Sprachen erscheint. Und der Bezirkskongress der Zeugen Jehovas, der an diesem Wochenende im Wiener Ernst-Happel-Stadion stattfindet – 10.000 Personen werden erwartet -, wird auch auf Englisch, Serbisch und Kroatisch abgehalten.

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Österreichs Fundamentalchristen: Gloria-Komplott

Screenshot brightsblog

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Aus der Schweiz wurden die Gestalter eines radikal-klerikalen Internetsenders vertrieben. Nun sammelt sich die katholische Fundamentalistentruppe in Wien

Von Joel Bedetti | Pascal SiggZEIT ONLINE

Das Haus Große Sperlgasse 33 in der Wiener Leopoldstadt wirkt unspektakulär: ein Betonklotz, eingepfercht zwischen Altbauten. Einzig das hellrote Gitter vor dem Eingang sticht ins Auge. Es ist nicht ohne Grund angebracht. Wer hier eingelassen wird, betritt eine Parallelwelt, die Welt der katholischen Fundamentalisten. Das Haus ist Sitz des Österreichablegers von Human Life International (HLI), einer weltweiten Organisation von militanten Abtreibungsgegnern – und ein Zentrum für die Verbreitung von katholischem Glaubensfuror.

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Harun Yahya: Allah, Kekse und Kreationismus

Das Interesse am Vortrag der KreationistInnen hält sich in Grenzen.

„Es gibt keine Evolution“, poltert der Redner vor einem überschaubaren Publikum im Saal K des Austria Center in Wien. Nur etwa 60 Personen haben es aller Werbung und dem prominenten Abhaltungsort zum Trotz zum Vortrag geschafft.

gottlos.at

„Die Evolutionstheorie, Die Wissenschaft von gestern, ein Irrtum von heute“ lautet der Titel der Veranstaltung mit der Personen aus dem Umfeld des türkischen Kreationisten Harun Yahya gegen die zentrale Theorie der Biologie Stimmung machen möchten.

Inhaltlich wird den Anwesenden wenig Neues dargeboten. Viele sind ohnedies angereiste AnhängerInnen Harun Yahyas oder sie sind – wie wir – nur gekommen, weil hier etwas geboten wird, was man normalerweise nur in den Gemeindehäusern evangelikaler Extremisten im Mittelwesten der USA bekommen kann: Kreationismus ohne das Deckmäntelchen des Intelligent Design.

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Extremismus: Evangelikale des Islam

Foto: Jasmin Merdan/ CanStock Photo

Salafisten predigen eine rückständige Religion, deshalb fürchtet der Westen sie. Der Wiener Religionswissenschaftler Rüdiger Lohlker über Bomben, Bärte und die Bereitschaft zur Gewalt

Christ & Welt

Christ&Welt: Haben Sie Angst vor Salafisten?
Rüdiger Lohlker:
Nein. Arbeiten im Haushalt bergen mehr Gefahren.

C&W: Ist „Salafismus“ nur ein politischer Kampfbegriff?
Lohlker:
Er ist zumindest zu einem diffamierenden Begriff geworden. Er dient zur Konstruktion eines neuen Feindbildes, nachdem zum Glück die Zahl der Anschläge in Europa etwas geringer geworden ist. Im arabischen Raum dagegen ist der Salafismus positiv besetzt. Er trägt dort zu einer größeren Identifikation mit der eigenen Religiosität bei. Auch als politischer Terminus löst er dort inzwischen eher wohlwollende Assoziationen aus, was vorher nicht der Fall war. Der Terminus ist in der arabischen Welt relativ neu. Als religiöser Begriff ist der Salafismus dagegen kein neues Phänomen. Das sollte man trennen.

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Weil Gott frei ist, spielt er mit der Welt

Für den griechischen Philosophen Heraklit war “Gott ein Spieler” – ganz im Gegensatz zum christlichen Glauben. “In jedem Fall ist die Idee des spielenden Gottes eine der mächtigsten Gottesvorstellungen und wahrscheinlich die am meisten befreiende”, formuliert der Philosoph und Psychotherapeut Dr. Martin Poltrum (Anton Proksch Institut Wien).

Psychologie-Aktuell.com

Er fragt: “Was soll die Transzendenz anderes tun als zu spielen? Spiel ist die vollkommenste Tätigkeit, sie genügt sich selbst, sie tut was sie tut aus keinem anderen Grund als um des Spieles willen.” Poltrum variiert Heraklits Assoziation, “Ewiges Leben” sei ein “spielendes Kind”, und folgert: “Hinter diesem naiv klingenden Gedanken steht die Einsicht, dass das Spiel die vollkommenste aller Tätigkeiten ist; und wenn die Welt eine Ordnung ist, dann erhält sie sich auf spielerische und selbstverständliche Weise.

Das Spiel ist es auch, das die Gottesidee sinnvoll erscheinen lässt. Gott und die Welt spielen miteinander. Weil Gott frei ist, spielt er mit der Welt.”

Als “Zeugen” kann Poltrum hier Martin Heidegger zitieren: “Das Spiel ist ohne Warum. Es bleibt nur Spiel: das Höchste und Tiefste. Aber dieses ´nur´ ist Alles, das Eine, das Einzige. Die Frage bleibt, ob wir und wie wir – die Sätze dieses Spiels hörend – mitspielen und uns in das Spiel einfügen.”

Martin Poltrum: Musen und Sirenen. Ein Essay über das Leben als Spiel.

Pabst, 168 Seiten Hardcover, ISBN 978-3-89967-838-3


Militärseelsorge: Gott lässt leichter sterben

Bild:ISAF Headquarters Public Affairs Office

Michael Kardinal v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising

Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes.Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung

Das Spannungsfeld von Religion und Gewalt stand im Mittelpunkt eines Studientages des “Instituts für Religion und Frieden” und des Forums für Weltreligionen in der Landesverteidigungsakademie am Mittwoch in Wien. Der Studientag stand unter dem Titel “Der gefallene Gott? Religion und Atheismus im Gefolge bewaffneter Konflikte”. Zur Sprache kamen dabei aktuelle militärische Konfliktherde und die Rolle, die der Religion in diesen Konflikten zukommt – wie etwa gegenwärtig in Syrien – aber auch Fragen religiös verbrämter Gewalt.

kathweb

So unterstrichen Bischofsvikar Werner Freistetter, Militärpfarrer Harald Tripp, der orthodoxe Militärseelsorger Alexander Lapin und der ehemalige Generaltruppeninspektor Karl Majcen unisono, dass die Religionen dem Militär gerade angesichts des Friedensdienstes, den Soldaten leisten, nicht ablehnend oder gar feindselig begegnen sollten.

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Jerome Segal: “Als Jude sage ich, Beschneidung ist barbarisch”

IN WIEN WAGEN JUDEN NICHT, SICH ÖFFENTLICH GEGEN BESCHNEIDUNG AUSZUSPRECHEN. Jerome Segal, Universitätsdozent in Wien und Assistenzprofessor an der Pariser Sorbonne, ist Jude, Atheist und Beschneidungsgegner.

CHANGE TV

Seine Söhne ließ er nicht beschneiden, denn für ihn wäre dies ein “grausamer und barbarischer Akt”. Auch andere Thora-Vorschriften, etwa Todesstrafe bei Ehebruch, werden nicht mehr angewendet. Für die Beschneidung gibt es das jüdische “Brit Schalom” Ritual, das in Israel und den USA immer häufiger angewendet wird, hier wird Beschneidung nur symbolisch durchgeführt. In Wien hingegen sei der soziale Druck in der israelitischen Kultursgemeinde dermaßen hoch, dass niemand es wage, sich öffentlich gegen Beschneidung zu äußern. Wer seine Buben nicht beschneiden lässt, verheimlicht dies, aus Sorge, dass ihnen beispielsweise der Besuch einer jüdischen Schule in Wien verwehrt wird.

Hetz-Portal kreuz.net offline

Screenshot Brightsblog

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In Österreich und Deutschland wird gegen die Betreiber der Seite ermittelt – angeblich drei Österreicher beteiligt

derStandard.at

Die umstrittene Website Kreuz.net ist seit Sonntagnachmittag nicht erreichbar. Die Hintergründe waren zunächst unklar. In Österreich und Deutschland wird gegen das Portal wegen Volksverhetzung und Wiederbetätigung ermittelt. Die Erzdiözese Wien hat in einer Aussendung mit “ernsthaften dienstrechtlichen Konsequenzen” gedroht, sollten Mitarbeiter als Autoren oder Verantwortliche an der Seite beteiligt sein.

Ermittlungen in Wien und Berlin

In Österreich wurde bereits vor mehreren Wochen bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige gegen unbekannt erstattet. Auch in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Kreuz.net. Der Generalvikar der Erzdiözese, Nikolaus Krasa, sagte am Sonntag im ORF-Magazin “Orientierung”, dass die Kirche auch “von sich aus den Kontakt mit den staatlichen Behörden suchen” werde, falls Beweise über möglicherweise involvierte kirchliche Mitarbeiter auftauchen sollten.

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„Mission Gottesreich“ oder: Die Kriminalisierung der Evangelikalen

Bild: mission-gottesreich.de

Bild: mission-gottesreich.de

Eigentlich könnte ich mich ruhig zurücklehnen und sagen, dass mich der größte Teil des Buches „Mission Gottesreich“ nicht betrifft. Doch dann gibt es da die platten Aussagen, die so fern der Realität sind.
So heißt es von den Evangelikalen: „Die Gläubigen leben isoliert, Kontakt zur Außenwelt ist nicht erwünscht.“ (MG 9). Das ganze Buch widerlegt das ja, werden doch ungezählte Kontakte zu Politik, Wirtschaft, Medien und Kirchen kritisiert.

Von Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas SchirrmacherDie Evangelikalen

Ich selbst war kürzlich beim Syrisch-orthodoxen Erzbischof im Kloster Warburg, da wir uns für seine Kirche in der Türkei und im Irak einsetzen. Die Tage davor war ich bei einem Symposium der Bundeswehr in Strausberg, einer OSZE-Tagung in Wien, einem Arbeitsgespräch mit dem Vatikan und referierte auf einem Symposium an der Universität Bamberg zwischen katholischen, jüdischen und muslimischen Referenten zur Religionsfreiheit. Sieht so das Arbeitsprogramm eines Menschen aus, der isoliert lebt und keine Kontakte zur Außenwelt wünscht?

Warum dann reagieren? Wenn alles in die Tat umgesetzt würde, was die Journalisten fordern, wäre es morgen praktisch unmöglich, evangelikal zu sein, zumindest in der Öffentlichkeit. Unsere Religionsfreiheit und unsere Meinungs- und Pressefreiheit wäre dahin und zwar ganz gleich, zu welcher der ungezählten, sich teilweise theologisch misstrauenden Richtungen man gehört.

Verfolgung (religiöser) Minderheiten beginnt weltweit mit Desinformation, geht dann in konkrete Diskriminierung über und endet mit konkreter Verfolgung.

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König-Abdullah-Zentrum: Vatikan weist Kritik zurück

foto: standard/cremer
Die Intiative liberaler Muslime in Österreich protestiert gegen das Zentrum für interreligiösen Dialog.

Das Zentrum für interreligiösen Dialog sei keine Einrichtung “für die Regierung von Saudi-Arabien allein”, heißt es aus dem Vatikan.

Die Presse.com

Der Vatikan hat Kritik an einem angeblich zu großen Einfluss Saudi Arabiens auf das Wiener König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog zurückgewiesen. Das Zentrum, das am kommenden Montag unter anderem von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in der Wiener Hofburg eröffnet werden soll, sei “eine unabhängige, internationale Institution” und “kein Zentrum für die Regierung von Saudi-Arabien alleine”, erklärte der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, am Freitag laut Kathpress in einer Pressemitteilung.

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München: Exorzismus auf Teufel komm raus

Exorzismus-Klinik in Fafe, Portugal. Bild: diePresse.com

Offiziell hat die Münchner Erzdiözese keinen Exorzismusbeauftragten, doch ein Ansprechpartner einer geistlichen Gemeinschaft erhält jährlich 300 Anfragen von Menschen, die sich für besessen halten. Sogar einen akuten Fall soll es in München geben: Ein Kampfsportler winde sich wie unter heftigen Schlägen, nun wolle man ihm von der katholischen Kirche helfen lassen.

Von Franziska BrüningSüddeutsche.de

Den Teufel trifft man auf der Bühne im Theater, beim Fasching oder in Filmen wie “The Rite – Das Ritual” mit Anthony Hopkins, der 2011 in den deutschen Kinos lief. Die wenigsten – abgesehen von Satanisten – glauben aber wirklich an ihn. Um so erstaunlicher ist, dass das personifizierte Böse in vielen Religionen, etwa bei Katholiken, orthodoxen Christen oder im Islam noch immer eine Rolle spielt. So wurde sogar Lehrern der privaten evangelischen Lukas-Schule in Laim jüngst vorgeworfen, Schülern mit dem Teufel gedroht zu haben.

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