Schlagwort-Archive: Willkür

Dodo Meisner: Das Coming-out eines Undemokraten

meisner_400qDer scheidende Kölner Kardinal Joachim Meisner warnt davor, die Mehrheitsmeinung einer Gesellschaft zu einzigen Quelle für politische Entscheidungen zu machen

kath.net

Der scheidende Kölner Kardinal Joachim Meisner warnt davor, die Mehrheitsmeinung einer Gesellschaft zu einzigen Quelle für politische Entscheidungen zu machen. Als «letzte Norm» für die Gewissensentscheidung eines Politiker dürfe nicht der herrschende Diskurs oder die am meisten verbreitete Ansicht sein, sagte Meisner am Mittwoch vor Bundestagsabgeordneten in Berlin. Vielmehr gelte es, das eigene Urteil rückzubinden an die Gebote Gottes und die Wirklichkeit der Schöpfung. Meisner sprach vor dem Kardinal-Höffner-Kreis, einer Gesprächsrunde katholischer Unionsabgeordneter.

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Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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Christen in Palästina: Wut über Israels Siedlungspolitik

Der Pressesprecher des weltweiten Hilfswerks “Kirche in Not” in Deutschland, André Stiefenhofer, ist vor kurzem von einer dreiwöchigen Projektreise in den Nahen Osten zurückgekehrt. Im Gespräch mit der Journalistin Eva-Maria Vogel berichtet er über die aktuelle Situation der Christen im Heiligen Land, deren Zukunft in einem eigenen Staat und wie den Christen im Heiligen Land geholfen werden kann. Kathnews dokumentiert das Interview mit André Stiefenhofer im Wortlaut.

kathnews

Herr Stiefenhofer, wie erleben Christen im Heiligen Land die Umbrüche im Nahen Osten? 

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Der “vatikanische Mikrokosmos”

Die vatikanischen Strukturen sind aus Sicht des Bielefelder Religionssoziologen Franz-Xaver Kaufmann mitverantwortlich für die derzeitigen Probleme der katholischen Kirche. Die Vorstellung, die Päpste regierten den Vatikan, sei nicht gedeckt, schreibt Kaufmann in dem am Montag im Freiburger Herder-Verlag erscheinenden Buch „Kirchenkrise.

Radio Vatikan

Wie überlebt das Christentum?“ Darin bezeichnet der Soziologe die rund 1.700 Mitarbeiter der Kurie als „eine Art auf sich selbst zentrierten Mikrokosmos“; die männerdominierte Kirche stehe im Verdacht bloßer Besitzstandswahrung. Der Begriff „bürokratische Herrschaftsform“ sei eine Übertreibung, da die vatikanische Verwaltung vormodern, höfisch und nicht frei von Willkür handele. Es werde nicht kontrolliert, ob Entscheidungen richtig oder zweckmäßig seien.
Zum sexuellen Missbrauchsskandal in der Kirche schreibt Kaufmann, dass es vielen Klerikern um hinhaltenden Widerstand gegangen sei. Der Soziologe spricht von moralischer Lethargie in Verbindung mit Sorge um das Ansehen der Kirche. Was fehle, sei eine spirituelle Dimension in der Auseinandersetzung um Missbrauch.

Auf Befehl Gottes

Er machte eine religiös motivierte Politik: Der spätere US-Präsident George W. Bush im Jahr 2000. | Foto: afp

Badische Zeitung

Eine endgültig bessere Welt

“Gott befahl mir, Al-Qaida anzugreifen, und ich habe es getan. Er befahl mir, Saddam anzugreifen, und ich habe es getan.” So zitiert John Gray Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Europäische Reaktionen auf solche Äußerungen sind meist von hilflosem Moralismus, Unverständnis oder Entsetzen geprägt. Solche Gefühle helfen aber nicht weiter und geben keine Erklärungen.

Eine solche wäre etwa: Der amerikanische Präsident, durch das Volk der USA als oberste exekutive Autorität legitimiert, befolgt den Befehl einer noch höheren Autorität. Voraussetzungen dafür sind etwa: Gott spricht mit dem Befehlsempfänger, der Gegner Gottes ist böse, der Diener Gottes ist gut. Dann führt der Präsident einen religiös-moralisch gerechtfertigten Kampf – wobei sich auch der Gegner mit satanischen Beschwörungen nicht zurückhält. In der Konsequenz hat damit die Willkür gesiegt, Wahrheit und Rechtsstaat haben das Nachsehen.

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