Schlagwort-Archive: Wissenschaft

Atheismus: Mit Gott geht der Sinn

Bild: TheEuropean

Der Atheismus schöpft seine Legitimation aus der Wissenschaft. Diese versucht, die Grundfragen der menschlichen Existenz restlos zu klären. Doch wer beantwortet die neuen Fragen, die sich dadurch stellen?

Von Wolfgang HuberTheEuropean

Religion gibt es in der Neuzeit nur mit Widerspruch. Der Glaube an Gott wird stets von Protest begleitet. Kein Wunder, dass die sprachmächtigsten Atheisten häufig gelernte Christen waren. Damit, dass Martin Luther das Recht der Geistlichen zur Heirat durchsetzte, schuf er nicht nur der Glaubenskultur, sondern auch dem Atheismus einen Nährboden: das evangelische Pfarrhaus.

Niemand zeigt das eindrucksvoller als Friedrich Nietzsche, der sich mit einer „Umwertung aller Werte“ von dem befreien will, was sein Leben so lange prägte. Doch auch er wird die Frage nach Gott nicht los und schickt deshalb einen „tollen Menschen“ aus, der mit einer Laterne nach Gott sucht: „Gott ist tot. Wir haben ihn getötet.“

Heute tritt der Atheismus nicht nur mit dem Anspruch auf, eine Spielart der Gottessuche von vielen zu sein. Vielmehr fordert er eine absolute Geltung ein, wie sie zuvor nur von bestimmten Formen der Religion vertreten wurde. Die neuen Atheisten nennen sich die „Brights“, die Erleuchteten. Mit den Mitteln der Wissenschaft wollen sie den Gottesglauben als bloßen Wahn entlarven. Der Traum, die Religion zum Verschwinden zu bringen, ist noch nicht ausgeträumt. Heute begegnet er uns in der Gestalt eines kämpferischen Atheismus, der ein Monopol in Glaubensfragen reklamiert.

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Alle Religionen haben recht!

Alle haben recht… zumindest was alle anderen Religionen angeht.

Ein Vorschlag, was Religiöse am kommenden Sonntag (statt eines Gottesdienstbesuches) machen könnten

Von Valentin Abgottsponnews.ch

Ich schlage allen Religiösen (nicht nur den hier überwiegenden Christen) vor: Geht einmal in euch, statt in die Kirche. Betrachtet möglichst neutral und von aussen, was eure Glaubensgrundsätze und Dogmen sind. Ein viele Milliarden Jahre altes Universum, aber dann ein Erlöser vor 2000 Jahren? Geboren von einer Jungfrau? Einer, der drei und eins zugleich war…?

Stellen wir uns doch einmal vor, wir wären in einer Zivilisation aufgewachsen, die von einem Christus-Erlöser (oder von Mohammed, Eris oder Mithras) noch nie etwas gehört hätte. Es wäre eine Zivilisation, die zwar Geschichten erzählt, sich aber grundsätzlich so gut wie möglich an die Wissenschaft und das freie Denken hält.

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Was Wissenschaft von Esoterik trennt

Bild: orf.at

Wenn zur Erklärung von medizinischen Phänomenen bzw. als Verkaufsargument von Produkten Begriffe wie “Energie”, “Schwingung” oder “Quanten” verwendet werden, dann sollten beim Konsumenten die Alarmglocken klingeln. Obwohl oft umstritten, ist die Grenze zwischen Pseudowissenschaft und Wissenschaft klar geregelt.

SCIENCE ORF.at

“Warum das Thema polarisiert, verstehe ich nicht”, meinte Bernd Mayer vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften an der Universität Graz Mittwochabend bei einem Vortrag in Wien. Schließlich gebe es eindeutige Kriterien, um festzustellen, wann man es mit Wissenschaft zu tun hat und wann nicht.

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Christenverfolgung gehört in die Politik und Panzer nach Saudi-Arabien

Wenn Christen verfolgt werden, ist das nicht nur ein Thema für Kirchen, sondern auch für die Politik, findet ein kommentator des “Hessischen Rundfunks” Foto: Open Doors

Die Verfolgung von Christen ist nicht nur ein Problem der Kirchen, sondern sollte auch die Politik beschäftigen. Diese Meinung vertritt der Journalist Lothar Bauerochse in einem Kommentar im Radiosender „hr2-kultur“.

pro Medienmagazin

„Die Zahl ist erschreckend: 100 Millionen Christen werden schätzungsweise weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt“, sagt Lothar Bauerochse von der Kirchenredaktion des Hessischen Rundfunks. In einer Sendung für „hr2-kultur“ stellte der Autor fest: „Wo aber die Religionsfreiheit mit Füßen getreten wird, leiden auch die Menschenrechte.“

Die Zahl stammt aus dem jährlichen Weltverfolgungsindex der freikirchlichen Organisation „Open Doors“. „Die Christen sind damit die weltweit am stärksten bedrohte Glaubensgemeinschaft.“ Das bestätigten auch unabhängige Menschenrechtsorganisationen wie etwa „amnesty international“. „Vier von fünf Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen.“

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Wir singen das Lied der “kambrischen Explosion”

Screenshot: “John Palmer: The Cambrian Explosion in Song”

Ein Blick auf Wissenschaft in Musikvideos

Wissenschaft und Technik durchdringen unsere Gesellschaft und begegnen uns in allerlei Formen auch in der Popkultur, selbst in etwas unerwarteten Formaten wie etwa in Musikvideos. In diesem Beitrag soll ein kurzer Streifzug durch die wundersame Welt der Musikvideos mit wissenschaftlichen und artverwandten Themen unternommen werden.

Von Joachim AllgaierTELEPOLIS

Internetexperten gehen davon aus, dass schon in naher Zukunft ein sehr großer Teil des Internets aus Videoinhalten bestehen wird. Angeblich sollen jetzt schon täglich um die 60.000 Videoclips auf YouTube hochgeladen und über 100 Million Clips pro Tag angesehen werden.

Ein gewichtiger Anteil der Videos, die auf Online-Videoplattformen wie YouTube oder Vimeo hochgeladen, geteilt und angesehen werden, sind Musikvideoclips. Nach einer Studie von Xu Cheng, Cameron Dale und Jiangchuan Liu handelte es sich bei Musik und Musikvideos um die populärsten Inhalte bei YouTube, die über ein Fünftel des Gesamtinhalts von YouTube ausmachen.

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Bennys Pontifikat: Eine Abfolge von Eklats und Pannen

Vatileaks und Regensburger Rede, Missbrauchsskandal und Piusbrüder. Im Pontifikat Benedikts XVI. und seiner öffentlichen Wahrnehmung spielt Krisenmanagement eine gewisse Rolle. Entsprechend lebhaft und kontrovers ist auch der Deutungsstreit vor allem in den italienischen Medien um das Pontifikat. Nach dem bekannten Vatikanisten Andrea Tornielli hat auch sein Kollege Marco Politi ein Buch über den Papst geschrieben und jetzt aktualisiert auf Deutsch vorgelegt: “Benedikt – Krise eines Pontifikats”.

Von Johannes Schidelko - kipa-apic

Während Tornielli unter dem Titel “Angriff auf Ratzinger” von einem “Kreuzzug der Desinformation” sprach, dem Benedikt XVI. ausgesetzt sei, sieht Politi den Schlüssel für Probleme und Missverständnisse eher beim Papst selbst. “Joseph Ratzinger hätte nicht Papst werden dürfen”; als “Anti-Kandidat” hätte er aufgrund seiner polarisierenden Persönlichkeit eigentlich nicht gewählt werden können.

Das Buch ist kenntnisreich und interessant geschrieben, es stellt vieles zusammen, was Politi bereits früher als Vatikanist in der linksliberalen “Repubblica” veröffentlicht hat. Er zeigt die Schwächen des Pontifikats, dessen Motor immer wieder unrund lief und stockte, kommt dann aber zu überzogenen Schlussfolgerungen, die in der nicht belegten Charakterisierung Benedikts als “tragischer” Figur gipfeln.

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Ohne den Tod wäre das Leben ein Horror

Sargträger bei einer Beerdigung: Mitten im Leben vom Tode umfangen zu sein, ist nichts Selbstverständliches mehr – der Gedanke, dass der Mensch sterben muss, wird ausgesperrt dpa

Es ist schwer, sich mit der Willkür des Todes abzufinden. Heutzutage wird er hinter einem Schleier der Diskretion verborgen. Und doch muss sich der Mensch mit der Sterblichkeit versöhnen.

Von Eckhard FuhrDIE WELT

Wir wissen, dass wir sterben müssen. Das macht uns zu Menschen. Im Lichte der Wissenschaft ist nicht viel übrig geblieben von den angeblich prinzipiellen Unterschieden zwischen Mensch und Tier.

Nach der zoologischen Systematik handelt es sich beim Homo sapiens um eine von drei derzeit auf der Erde existierenden Schimpansenarten. Je weiter wir die vielstimmige Schrift der Genetik entschlüsseln, desto fragwürdiger wird die von uns Menschen beanspruchte Sonderstellung in dem, was auch in aufgeklärten Zeiten von vielen trotzig noch “Schöpfung” genannt wird.

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Amerikanische Humanisten starten “Kinder ohne Gott” Kampagne

Bild: humanist.news

Für Kinder und Jugendliche die nicht an Gott glauben wollen, hat dieAmerican Humanist Association eine neue Website online gestellt: KidsWithoutGod.com.

Humanist News

Die neue Website bietet zahlreiche Informationen für humanistisch, atheistisch und anti-traditionalistisch denkende Kinder, jenseits des Aberglaubens. Themen der Website sind Religion an Schulen, Wissenschaft, Diskriminierung und Sexualität. “Wenn Kinder bereits zweifeln und Aberglauben und Übersinnlichem gegenüber kritisch eingestellt sind, dann ist es an der Zeit ihnen eine Online-Ressource anzubieten, auf der sie sich selbst informieren können”, erklärt der Vorsitzende der American Humanist Association, Roy Speckhardt. “Vielleicht sind das sogar Kinder aus traditionell religiösen Familien, oder aus Familien wie jener von Präsident Barack Obama, dessen Mutter säkulare Humanistin war”, ergänzt Speckhardt.

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Warum lässt ER die Hölle auf Erden zu

Armin Kreiner beim Vortrag im Neuen Museum. Bild: Gommeringer

In seinem Drama “Dantons Tod” lässt Georg Büchner Thomas Payne folgende Worte sagen:

…Das leise Zucken des Schmerzes, und rege es sich nur in einem Atom, macht einen Riss in der Schöpfung von oben bis unten.(3.Akt, 1. Szene)

„Der Glaube an Gott in einer Welt voller Übel und Leid“ lautete das Thema, über das Armin Kreiner beim Ökumenischen Gesprächsforum im Neuen Museum des Schlosses Salem sprach.

Von Hugo GommeringerSüdkurier

Am Anfang seines Vortrags erklärte Kreiner die klassische Theodizee-Frage: „Warum lässt Gott das Leiden zu, wenn er allmächtig und gütig ist?“ Der Referent erinnerte an Georg Büchner, dem zufolge die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes „der Fels des Atheismus“ ist. Kreiner wies neben Epikur und Leibniz auch auf den in der Gegenwart berühmten Atheisten Richard Dawkins und seine Lehre hin.

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Papst: Dialog von Wissenschaft und Glauben überlebensnotwendig – Für wen?

Bild: evangelisch.de

Vom Dialog von Glaube und Wissenschaft hängt das Schicksal der Menschheit ab. Das hat der Papst an diesem Donnerstag vor Vertretern der päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Vatikan unterstrichen. In einer Grundsatzrede über den Sinn und Zweck des wissenschaftlichen Fortschrittes ging der Papst ausführlich auf das Thema der Plenarsitzung der Akademie ein, die am Mittwoch zu Ende ging: „Komplexität und Analogie in der Wissenschaft: Theoretische, methodologische und epistemologische Aspekte“. Benedikt XVI.:

muenchner kirchenradio

„Im großen menschlichen Unternehmen des Strebens nach Entschlüsselung der Geheimnisse der Menschheit und des Universums bin ich überzeugt davon, dass wir einen fortgesetzten Dialog und weitere Zusammenarbeit zwischen den Welten der Wissenschaft und des Glaubens brauchen, um eine Kultur des Respektes für die Menschheit, die menschliche Würde und Freiheit, die Zukunft der Menschheitsfamilie und für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung unseres Planeten aufzubauen. Ohne dieses Zusammenspiel verlassen die großen Fragen der Menschheit den Bereich der Vernunft und Wahrheit und werden dem Irrationalen, dem Mythos, der Gleichgültigkeit preisgegeben, was der Menschheit, dem Weltfrieden und unserem letzten Schicksal sehr schadet.“

Iran: Als Atheist in der Theokratie leben

Bild: news.bbc.co.uk

Atheisten droht im Iran die Todesstrafe. Aber immer mehr Iraner bekennen sich zu ihrem Nichtglauben – wenn auch nicht öffentlich.

Von Marcus LattonZEIT ONLINE

Den Tag, an dem Ali Ebrahimi* eingeschult wurde, bezeichnet er als den Beginn einer religiösen Gehirnwäsche. Koransuren, heroische Erzählungen über den Propheten Mohammed, rigorose Moralpredigten: In iranischen Lehrplänen nimmt der Islam viel Platz ein. Ebrahimis Eltern, säkulare Akademiker, hielten während der Islamischen Revolution 1979 loyal zum Schah-Regime. Sie schworen ihn früh darauf ein, vor seinen Lehrern keine Kritik an der Staatsreligion Islam zu äußern. “Erzähle ihnen das, was sie hören wollen”, sagten sie ihm. Und vor allem: “Sag niemals, dass du nicht daran glaubst.”

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Dodo-Lütz und die “gefälschte Welt”

Viele Menschen leben in künstlichen Realitäten und merken es nicht, sagt Manfred Lütz. In seinem neuen Buch warnt der Bestsellerautor davor, das eigentliche Leben zu verpassen

Von Frank SchmiechenDIE WELT

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, im falschen Film zu sein? Das ist ganz normal, wenn man Manfred Lütz glauben will. Der Psychiater, Psychotherapeut und Bestsellerautor schreibt in seinem neuen Buch “Bluff. Die Fälschung der Welt” über die Gefahr, sich in künstlichen Welten zu verlieren und nicht zurück ins eigentliche Leben zu finden. Wissenschaft, Medien und Internet, so Lütz, hätten mächtige Kunstwelten aufgebaut, die wir häufig mit unserer echten Welt verwechselten. Eine Flucht sei nicht möglich. Aber für jeden, der das echte Leben sucht, gebe es einen Ausweg.

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“Gottesteilchen” zieht Kritik der evangelischen Kirche auf sich

Bild: idw-online.de

Die Wissenschaft feiert die Entdeckung des Elementarteilchens Higgs-Boson, doch aus der evangelischen Kirche kommt Kritik am Beinamen des sogenannten “Gottesteilchens”.

Deutschlandradio Kultur

Weder sei der Namensgeber, Peter Higgs, Gott gewesen, noch sei Gott aus Higgs-Teilchen aufgebaut, sagte der Direktor der Evangelischen Kirche im Rheinland, Frank Vogelsang. Zwar sei die Entdeckung ein großer Fortschritt für die Wissenschaft, die Bezeichnung “Gottesteilchen” aber ein “PR-Coup”. Ähnliche Kritik hatte auch die katholische Kirche geäußert. – Unfreiwilliger Urheber des Namens soll der amerikanische Physiker und Nobelpreisträger Leon Lederman sein. Er wollte seinem Buch über die schwierige Suche nach dem Higgs-Boson den Titel “Das gottverdammte Teilchen” geben. Sein Verleger soll den Titel dann auf “Das Gottesteilchen” verkürzt haben.

Blasphemie-Debatte: Staat hat nicht über die Religion zu befinden

Bagdad 2006: Irakische Schiiten legten ihre Schuhe auf eine dänische Fahne – Ausdruck des Protests im Streit um die Mohamed-Karikaturen. Foto: ap/KARIM KADIM

Sollten wir Blasphemie unter Strafe stellen? Claus Leggewie widerspricht Martin Mosebach: Eine heroische Position wird zur Pose, wenn sie keine politisch-rechtlichen Konsequenzen haben soll.

Von Claus LeggewieFrankfurter Rundschau

Martin Mosebach hat einen klärenden Beitrag zum Status des religiösen Bekenntnisses in einer säkularen und zugleich an vielen Punkten sakraler werdenden Weltgesellschaft geliefert. Darin wird der je eigene Glauben relativer, stößt er doch auf andere Bekenntnisse, die er nolens volens tolerieren muss, und wichtiger zugleich. Denn genau diese Konkurrenz führt zu der Neigung, den eigenen Glauben umso absoluter zu behaupten und gegen tatsächliche oder vermeintliche Schmähung in Schutz nehmen zu lassen.

Die Kunst, die einmal aus religiösen Sphären kam, steht hier wie die Wissenschaft im berechtigten Verdacht, eine Antipodin des Heiligen zu sein. Beide siedeln genuin im Raum der Skepsis, der Kritik und, tendenziell, der Obszönität und Blasphemie: ni Dieu, ni mâitre.

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Ungarn: Protest nach “Gen-Ariernachweis”

Bild: (c) EPA (ATTILA KOVACS)

Ein Parlamentarier der rechtsradikalen “Jobbik”-Partei ließ sein Genom sequenzieren. Die Gesellschaft für Humangenetik bezeichnet die Praktik “dumm und unethisch”.

Die Presse.com

Wenn Wissenschaft und Medizin für politische Zwecke missbraucht werden: Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass ein ungarisches Parlamentsmitglied aus den Reihen der rechtsradikalen “Jobbik”-Partei von einem Labor in Budapest sein Genom (18 verschiedene Genabschnitte) sequenzieren ließ. Dann ließ es sich mit dem Testergebnis als frei von jüdischen bzw. Roma-Vorfahren bezeichnen. Das führte jetzt zu einem harschen Protest der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik (EHSG): Solche Praktiken seien wissenschaftliche dumm, unethisch und verurteilenswürdig, hieß es in einer Aussendung.

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Earthbook: Die Erde geht online

Was würde wohl die Erde auf ihrem Profil über uns Menschen posten, wenn sie könnte? Das Earthbook zeigt im Zeitraffer, wie die Erde eine virtuelle Beziehung zum Menschen aufbaut – und wirft bald die Frage auf, ob sie überhaupt mit einer Spezies „befreundet” sein will, die ihre natürlichen Ressourcen ausbeutet.

Die Antwort in unserem Films lautet: Ja, sie will. Denn der Mensch arbeitet unter Hochdruck daran, die Erde zu bewahren. Ein wichtiger Schlüssel dazu sind Wissenschaft und Forschung.

Sechster Welt-Skeptiker-Kongress: Kritisches denken fördern

Sorgenkinder der “Skeptiker” sind unter anderem Lobbyisten, die ihre Anliegen mit angeblichen wissenschaftlichen Belegen untermauern. (Bild: Stock.XCHNG / Andy Stafiniak

Unter Akademikern wie auch im Rest der Gesellschaft ist kritisches Denken Mangelware – meinen die sogenannten “Skeptiker”. Sie wundern sich darüber, was so alles in oder trotz der Wissenschaft geglaubt wird. Unter dem Motto “Wissenschaft fördern in einer Zeit der Ungewissheit” trafen sie sich jetzt in Berlin.

Von Daniela Siebert - Deutschlandfunk

Warum glauben immer noch so viele Menschen, wir würden nur zehn Prozent unseres Gehirns benutzen? Was passiert wenn ein Moskito genau in einen Akupunktur-Punkt sticht?

Solche Fragen werden auf dem Welt-Skeptiker-Kongress gestellt. Der hatte dieses Jahr das Motto “Wissenschaft fördern in einer Zeit der Ungewissheit”. Das Anliegen, das dahintersteht, erklärt Julia Offe, Kongress-Organisatorin von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, GWUP:

“Wir wollen damit sagen, dass viele Leute heutzutage ein bisschen überfordert sind mit den ganzen Entscheidungen, die sie treffen können, mit Unsicherheiten, und dann gerne einfache Antworten suchen, so wie sie zum Beispiel Wahrsager oder auch Alternativmediziner anbieten.”

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6. World Skeptics Congress – Auftakt mit Kreationismus

Der 6. World Skeptics Congress in Berlin hat begonnen.

In seiner Eröffnungsansprache betonte der GWUP-Vorsitzende Amardeo Sarma den universellen Charakter von Wissenschaft.

Begriffsschöpfungen wie “Christliche Wissenschaft”, “Chinesische Medizin” oder “vedische Mathematik” seien dagegen pure Ideologie und müssten bei jedem kritisch denkenden Menschen die Alarmglocken läuten lassen.

Von Bernd Harder- GWUP

Sarma führte weiter aus, Skeptizismus sei keine intellektuelle Spielerei für passionierte Besserwisser – vielmehr erbrächten die organisierten Skeptiker-Bewegungen auf der ganzen Welt eine wichtige Dienstleistung für die Gesellschaft: nämlich Information über und damit Schutz vor Scharlatanerie, welche in einigen Bereichen (wie etwa der Pseudomedizin) auch zur Gefahr für Leib und Leben werden könne.

Als erste Referentin trat Eugenie Scott vom US-amerikanischen National Center for Science Education ans Rednerpult.

Sie referierte über “Creationism In and Outside the USA” und machte dabei vor allem das Erstarken des evangelikalen Protestantismus für den weltweiten Vormarsch des Anti-Evolutionismus verantwortlich.

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Weltskeptiker-Konferenz – derFreitag

Berliner Morgenpost

Steinmeier, Beckstein, Göring-Eckardt: Religions-AgitProp

Plädiert für ein Einmischen der Kirche in den politischen Diskurs: Frank-Walter Steinmeier
Foto: pro

Hochrangige Politiker haben sich in einer Publikation der “Hanns-Lilje-Stiftung” für eine Einmischung der Kirche in die Politik ausgesprochen. Für SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier müssen Christen jenen eine Stimme geben, die sonst niemand hört – auch in der politischen Debatte.

pro Medienmagazin

Steinmeier plädiert für ein Einmischen der Kirche in den politischen Diskurs. “Kirche ist fest in der Gesellschaft verankert, nah bei den Menschen. Was sie sagt, kann niemand leicht überhören. Und deshalb spricht sie auch für diejenigen, die allein nicht gehört würden”, schreibt er. Einzigartig mache die Kirchen die christliche Botschaft, “eine Kraft der Veränderung”. Weiter erklärt er: “Sie macht Menschen frei von unwürdigen Zwängen, sie stiftet Solidarität. Ich halte nichts davon, Politik mit der Bibel in der Hand zu machen. Aber mein Glaube gibt mir Zuversicht für mein Handeln. Durch ihn weiss ich, dass ich nicht die ganze Welt retten muss und doch die nötigen Schritte wagen kann, um meine Ideen zu verwirklichen.” Steinmeier ist auch Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

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Christlicher Salafismus: Anteil der Religion am Untergang der antiken Welt

Rolf Bergmeier, Bild: humanisten.info

Rolf Bergmeier ist ein Bundeswehroffizier im Ruhestand, der von 2004-2008 an der Gutenberg-Universität Mainz Alte Geschichte und Philosophie studierte. Er erregte vor zwei Jahren mit einem Buch über die Legenden um Kaiser Konstantin Aufsehen. Nun hat er das Nachfolgewerk Schatten über Europa veröffentlicht, in dem er postuliert, dass das lateinische Christentum den Verfall der römischen Zivilisation maßgeblich beschleunigte.

Von Peter MühlbauerTelepolis

Herr Bergmeier – war das Christentum der Salafismus der Antike?

Rolf Bergmeier: Ich möchte das frühe Christentum nicht abwerten. Der Gedanke der Nächstenliebe ist – wenngleich nicht neu – sicherlich bewahrenswert. Aber grundsätzlich ist der Monotheismus mit seinem Wahrheitsanspruch weniger konsensfähig als der Polytheismus, wie wir ihn beispielsweise im Imperium Romanum erleben. Mit der Ernennung zur Staatskirche im Jahre 380 (Cunctos Populos) durch Kaiser Theodosius erhält das katholische Christentum die Macht, seine radikalen Vorstellungen in der Gesellschaft durchzusetzen. Ab diesem Zeitpunkt, so denke ich, kann man nicht zu Unrecht von einem christlichen Salafismus sprechen. Die folgenden Jahrhunderte belegen diese These.

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