Schlagwort-Archive: Wissenschaft

“MOVO”—das christliche Männermagazin

Mitte Oktober 2014 startet das neue christliche Männermagazin MOVO vom SCM Bundes-Verlag
Foto: SCM Bundes-Verlag / Montage: pro

„Männer lesen doch“. Davon ist der SCM Bundes-Verlag überzeugt und startet im Oktober eine christliche Zeitschrift, die sich vor allem an Männer richtet.

pro Medienmagazin

„Movo“ lautet der Name des neuen christlichen Männermagazins vom SCM Bundes-Verlag in Witten. Im Untertitel heißt es: „Was Männer bewegt. Was Männer bewegen.“

Ab Mitte Oktober soll das Heft vier Mal im Jahr erscheinen. Die Themen kreisen um Job, Technik, Wirtschaft, Sport, Glaube, Kirche, Ehe, Freundschaft, Familie, Psychologie und Wissenschaft, teilt der Verlag mit. Die erste Ausgabe von Movo werde mit einer Auflage von 250.000 Exemplaren im gesamten deutschsprachigen Raum über Multiplikatoren, christliche Buchhandlungen, (Kirchen-) Gemeinden, Vereine und Netzwerke vertrieben. Ein Jahres-Abonnement kostet 19,80 Euro. Dem Beirat des Magazins gehören 28 christliche Männer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an.

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Die Femitheistin will 90% der männlichen Bevölkerung für eine bessere Welt eliminieren

Die Femitheistin ist eine 22-jährige Kriminalwissenschafts-Studentin und Mutter eines 3-jährigen Kindes. 2012 wurde sie eines Tages wütend und ging ins Internet, um ihr brutales Konzept vom Internationalen Kastrationstag vorzustellen. Als sie sich ein paar Stunden später wieder einloggte, stellte sie fest, dass die männliche Hölle losgebrochen war.

Von Toby McCaskerVice.com

Ihr Argument war, dass wir nur mittels Reduzierung der männlichen Bevölkerung auf 1 bis 10 Prozent der jetzigen Zahl „wahre Gleichwertigkeit“ erreichen können.

Auch wenn sie den Internationalen Kastrationstag inzwischen als dumm abschreibt, im Internet war die Femitheistin jetzt kein unbeschriebenes Blatt mehr. Zwei Jahre später ist sie—je nachdem, wen du fragst—eine aufstrebende Anführerin eines Kults, eine eierzerquetschende Bösewichtin oder eine klar denkende Realistin. Heutzutage befürwortet sie immer noch die Verringerung der männlichen Bevölkerung und verursacht mit ihrer Website und ihrem Youtube-Kanal sowohl Empörung als auch Jubelschreie. Sie hat auch schon 200 Seiten ihres wahrscheinlich 700 Seiten langen Manifests verfasst, das die Philosophie des Femitheismus darlegen soll. Es trägt den vorläufigen Titel The Ratio (Das Verhältnis).

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„Wort und Wissen“ : Studiengemeinschaft kritisiert die Dominanz des Naturalismus

Studiengemeinschaft Wort + WissenKritik an dem in Bildung und Wissenschaft herrschenden Naturalismus hat die Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ geübt. Sie veranstaltete vom 19. bis 22. Juni ihre Hauptkonferenz in Rehe (Westerwald).

idea.de

Wie der Geschäftsführer, der Biologe Reinhard Junker (Baiersbronn/Schwarzwald), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, geht der Naturalismus davon aus, dass die Natur aus sich selbst heraus entstanden und zu verstehen sei. In dieser weltanschaulichen Festlegung sei kein Platz für einen Schöpfergott. Die Dominanz des Naturalismus führe dazu, dass jeder Bezug auf einen Schöpfer in der Naturwissenschaft verpönt sei. Viele Forscher bekennten sich nicht zu ihrem Glauben an Gott, weil sie befürchteten, in ihrer Arbeit als unwissenschaftlich abqualifiziert zu werden. Junker zufolge kann der Naturalismus aber auf viele zentrale Fragen keine Antworten geben. So könne er nicht begründen, woher die Ordnung der Welt und das geistige Potenzial des Menschen komme und wie sich Ethik und Moral erklären ließen. Junker kündigte an, dass die Studiengemeinschaft im August eine kritische Analyse des Naturalismus als Buch herausgeben werde. Der Vorsitzende von „Wort und Wissen“, der Arzt Henrik Ullrich (Riesa), kritisierte, dass diese Weltsicht die Wirklichkeit auf das rein sinnlich Erfahrbare sowie experimentell Messbare reduziere und dabei bewusst auf Gott verzichte:

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Säkularismus und Christentum in der EU

EuropaWas ist eigentlich ein “christliches Land”? Und was ist “christliche Politik”? Die EU, so die Papierform, ist ein christlich geprägter Staatenbund. Doch die Bedeutung der Religion wird in jedem einzelnen der 28 Mitgliedsstaaten anders bewertet.

domradio.de

Europa eine Seele zu geben – so lautet eines der erklärten Anliegen der in Brüssel vertretenen Religionsgemeinschaften. Und so gibt es auch seit Jahren einen “institutionalisierten Dialog” zwischen ihnen und den EU-Institutionen. Die “Religionspolitik” im eigentlichen Sinne entscheidet sich allerdings auf der Ebene der 28 Mitgliedstaaten – und dort sieht das europäische Tableau äußerst vielfältig aus

Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 270 Millionen von 500 Millionen EU-Bürgern sind Katholiken, zudem gibt es protestantisch und orthodox geprägte Mitgliedstaaten, Millionen Muslime, Juden, Hindus und Sikhs, die ihren Glauben in der EU leben.

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Impfungen: Die falsche Angst

Bild: dogspot.de

Überzeugte Impfgegner spinnen wilde Verschwörungstheorien. Sie verunsichern damit die Eltern und lenken von den eigentlichen Problemen der Immunisierung ab.

Von Moritz Gottsauner-WolfZEIT-ONLINE

Sie wollten Gerechtigkeit und bekamen Regen. An einem feuchten Samstag spazieren im vergangenen Jahr aufgebrachte Eltern in neongelben Warnwesten durch die Linzer Innenstadt. “Wie viele Kinder müssen noch behindert werden?”, steht auf ihren Transparenten oder: “Impfen gefährdet das Leben!” Die Mütter und Väter marschieren Hand in Hand mit ihren Kindern und sogar den Großeltern. Den Medien erzählen sie bereitwillig ihre Geschichten von schwerkranken und toten Kindern. “Meine Tochter ist mit sechs Monaten gegen Polio geimpft worden. Zwei Tage später hatte sie einen Status epilepticus und in der Folge einen Schlaganfall mit zehn Monaten”, sagt eine Mutter. Schuld daran soll die Impfung gewesen sein, darin sind sich alle einig.

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51% der US-Amerikaner zweifeln am Urknall

Fotomontage: brightsblog

Fotomontage: brightsblog

“Werte übertrumpfen Wissenschaft.” Eine Umfrage bestätigt das Primat der politischen und religiösen Anschauung bei der öffentlichen Einschätzung von Wissenschaft.

Von Thomas PanyTELEPOLIS

Von ExxonMobil und den Milliardärsbrüdern Koch, lange Zeit identifizierbare Geldgeber für Studien, die Skeptikern der anthropogenen globalen Erwärmung Argumente lieferten, erfuhr man Ende letzten Jahres, dass sie weniger sichtbare Mittel für sogenannte “Countermovement Organisationen” bereitstellen. Dafür sollen sich “Klimaskeptiker-Finanzhilfen” aus Organisationen mit obskuren Namen wie Donors Trust oder Donors Capital erheblich erhöht haben. Deren Geldgeber sind schwer oder gar nicht zu ermitteln.

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Evangelikaler Nahtod die 2. – Der Trip ins Himmelreich auf DVD

1a0a146bedNach dem Tod ist vor dem Tod.
War Eben Alexander im Himmel? Wirklich wissen kann das niemand. Der Neurochirurg aus Virginia erkrankte vor fünf Jahren an einer Hirnhautentzündung, die in den meisten Fällen tödlich endet. Doch anstatt für immer zu sterben, gelangte er in eine übernatürliche Welt und wurde wieder danach gesund. Nun zeigt ein Film ein zweistündiges Interview mit dem Mann, dessen Weltbild vollständig auf den Kopf gestellt wurde. Eine DVD-Rezension von Jörn Schumacher

pro Medienmagazin

Der Fall Eben Alexanders ist schon deswegen besonders, weil er 15 Jahre Professor für Neurochirurgie an der Harvard-Universität und ein international gefeierter Neurowissenschaftler war. Hätte ihm ein Patient in jenen Tagen erzählt, dass er nach einer schweren Hirnerkrankung Engeln und einem hellen Licht begegnet sei, hätte der Mediziner dies mit Sicherheit als Produkt seines im wahrsten Sinne kranken Gehirns abgetan.

Doch dann machte der Neurochirurg Alexander selbst eine Erfahrung, die sein wissenschaftliches Weltbild gründlich erschütterte. Im Jahr 2008 erkrankte er an einer bakteriellen Meningitis, die bei Erwachsenen äußerst selten ist und meistens tödlich verläuft. Am 10. November 2008 fiel er in ein tiefes Koma. Medizinisch gesehen betrug die Wahrscheinlichkeit, dies zu überleben, nur wenige Prozent. Dass Alexander heute noch lebt und nicht einmal Schäden von der Erkrankung davontrug, ist ein medizinisches Wunder. Alexander landete während des Komas in einer Welt, die von Licht und einer universellen göttlichen Liebe durchflutet war. Später schrieb er sein Erlebnis in dem Buch „Proof of Heaven“ („Blick in die Ewigkeit“) auf. Es war 35 Wochen auf der New York Times Bestseller-Liste.

Die DVD zeigt ein zweistündiges Interview mit Eben Alexander.

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“Wissenschaft ist kein Wächterrat”

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums

Forscher verlieren an Autorität, obwohl ihre Erkenntnisse unsere Zukunft prägen. Die Sehnsucht nach einfachen Antworten kann die Wissenschaft nicht stillen – die Esoterik scheinbar doch. Peter Strohschneider, Deutschlands mächtigster Wissenschaftsmanager, erklärt das schwierige Verhältnis von Gesellschaft und Wissenschaft.

Von Norbert LossauWELT am Sonntag

Von seinem schlichten Büro im zweiten Stock blickt Peter Strohschneider direkt auf den schönen Berliner Gendarmenmarkt. Als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) kennt er das komplexe Innenleben des Wissenschaftssystems so gut wie kaum ein anderer. Die DFG verteilt jährlich stolze 2,7 Milliarden Euro an Hochschulforscher. Diese Extraförderung, eine deutsche Besonderheit, unterliegt einer strengen Qualitätskontrolle. Im Interview erklärt der Professor für die deutsche Sprache des Mittelalters welchen Herausforderungen sich die Wissenschaft hierzulande in den kommenden Jahren stellen muss.

Welt am Sonntag:

Produziert die Wissenschaft nicht viel unnützes Wissen?

Peter Strohschneider:

Freilich gibt es nützlicheres und weniger nützliches Wissen in gleitenden Abstufungen. Was jedoch als nützlich oder unnütz angesehen wird, ist das Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, bei denen auch Wert- und Normkonflikte, Interessen- und Machtkonkurrenzen eine Rolle spielen. Es gibt keine absolute Relevanz, und die Gesellschaft muss sich von der Wissenschaft sagen lassen, dass sie gar nicht wissen könne, wie sich ihre Einschätzung von Relevanzen mit der Zeit verändern wird. Eine wesentliche Funktion von Wissenschaft besteht ja gerade darin, Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik nicht nur mit jenem Wissen auszustatten, dass diese bereits für relevant halten. Sie muss nicht zuletzt auch Wissen liefern, von dem man noch gar nicht weiß, ob es einmal relevant werden kann. Innovationen sind eben nicht-antizipiertes Wissen.

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Darwin und kein Ende – immer noch nicht…

Aktuelle Studien zum Verhalten von US-Amerikanern und EU-Bürgern zum Thema Wissenschaft erscheinen ziemlich erschreckend:

Von Prof.Dr. Reinhold LeinfelderAch du lieber Darwin!

Nach diesen Studien bezweifeln sogar 90% der US-Amerikaner die Evolutionstheorie und auch etwa 36% der Deutschen meinen, dass wir uns zu sehr auf die Wissenschaft und zu wenig auf den Glauben verlassen. Allerdings sagten bei einer aktuellen Umfrage der EU zu diesem Thema  laut Stuttgarter Zeitung aber auch “mehr als zwei Drittel .., dass sie Wissenschaft und Glaube für unabhängig halten oder für komplementär. Fast 40 Prozent der Befragten – auch der wissenschaftsnahen Probanden – finden, dass sich Wissenschaft und Glaube gegenseitig unterstützen könnten. Das mag sich irgendwann als Irrtum herausstellen, aber es zeigt doch einen verbreiteten Wunsch. …”

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Steampunk oder Wissenschaft? Das Rätsel um das unbekannte Technikfundstück in Augsburg ist gelöst

Bild: idw-online.de

Ein Gerät zur Landvermessung? Zur Messung elektromagnetischer Felder? Oder doch ein technischer Wolpertinger? Über 200 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben seit Juli 2013 gegrübelt, recherchiert und getüftelt, um dem Augsburger Technikfundstück sein Geheimnis zu entlocken. Am 25. Februar wurde das Rätsel aufgelöst und die zwei besten Erklärungen in Augsburg prämiert. Drei Schülerinnen des Holbein-Gymnasiums wurden für ihre kreativen Geschichten rund um das Gerät ausgezeichnet.

Von Christoph Uhlhaasacatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Der rund 150 Jahre alte Dachbodenfund des Augsburger Holbein-Gymnasiums war auch Wissenschaftlern ein Rätsel. Deshalb hatten die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das Deutsche Museum und das Gymnasium in einer Forscherausschreibung um Hinweise und Lösungsvorschläge aus der Bevölkerung gebeten.

Schüler des Augsburger Holbein Gymnasiums hatten im Frühjahr 2013 das Gerät aus der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Gemeinsam mit ihren Lehrern fahndeten sie nach seiner Funktion und Geschichte. „Unsere Schüler haben es sogar auf einer internationalen Konferenz vorgestellt. Aber auch die Experten konnten nicht helfen“, berichtete Herbert Schuhknecht, stellvertretender Schulleiter des Holbein-Gymnasiums. acatech, das Deutsche Museum und das Holbein-Gymnasium schrieben deshalb mit Unterstützung der MAN Gruppe ein Preisgeld von 1000 Euro aus und fragten: „Wer erklärt das unbekannte Technikfundstück?“. Medien von Hamburg bis Wien berichteten.

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Verrückte Wissenschaft: Die 10 kuriosesten Experimente

Bild: spektrum.de

Manchmal muss die Wissenschaft an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen – selbst wenn die Forscher in Selbstversuchen Hand an sich legen müssen. Das zeigen zehn Experimente, die auf den ersten Blick ziemlich schräg wirken.

Von Daniel LingenhöhlSpektrum.de

Das Suizidexperiment

Der rumänische Mediziner Nicolas Minovici wollte 1905 herausfinden, wie sich Erhängen anfühlt. Dazu studierte er nicht nur mehr als 170 Suizide. Er hängte sich tatsächlich selbst zu Testzwecken auf – zuerst “nur” mit einer Schlinge, die sich nicht zuzieht: Sechs bis sieben Mal probierte er dies maximal fünf Sekunden lang, um sich “daran zu gewöhnen”, so seine Aufzeichnungen. Schon hier empfand er den Schmerz unerträglich, der ihn noch zwei Wochen später plagte. Nichtsdestotrotz machte Minovici mit seinem Assistenten weiter – und ließ sich von diesem in einer echten Schlinge insgesamt zwölf Mal aufknüpfen. Wie durch ein Wunder überlebte er diese Prozedur bis auf die extremen Schmerzen im Halsbereich unbeschadet. Länger als ein paar Sekunden konnte er diese pro Versuch nicht durchstehen, wofür er sich in seinem Bericht mehrfach “entschuldigte”. Die Tests zeigten, dass der Tod beim Erhängen nicht durch Ersticken eintritt, sondern weil das Gehirn kein Blut mehr erhält.

Gysi: Katholische Kirche ist Teil der APO

Gregor Gysi, Bild: wikimedia

Für Gysi sei die katholische Kirche ein Teil der außerparlamentarischen Oppositionsbewegung

kath.net

Gregor Gysi (Foto), Fraktionschef der Linken im Bundestag, will die Kontakte seiner Partei zur katholischen Kirche vertiefen. Diese habe mit Franziskus «zum Glück einen Papst», der sich in beeindruckender Weise äußere und Sachen sage, die er sich schon viel früher gewünscht hätte, sagte Gysi am Montagabend beim Neujahrsempfang der Linken-Bundestagsfraktion.

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Früher war die Zukunft auch besser – Teil 2: Die Wissensgesellschaft

helmholtz_perspektivenDie Herausforderungen für die Zukunft im Anthropozän sind gewaltig: Klimawandel, schwindende Ressourcen, demographischer Wandel, globale Gerechtigkeit – die Liste ist verlängerbar. Die große Transformation in eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft kann nur mit Hilfe einer Wissensgesellschaft funktionieren, da werden viele sicherlich zustimmen. Also brauchen wir Wissenschaft und Forschung mehr denn je? Sicherlich. Früher machte die Wissenschaft gigantische Fortschritte und wir trauten ihr vieles zu. Die Technologien der Welterkundungen und später der Industrialisierung waren zunehmend wissenschaftsbasiert, Telefon, Röntgen, die Entdeckung elektromagnetischer Strahlen, die grüne Revolution und der Flug auf den Mond, alles basierend auf Wissenschaft. Da müssten wir doch auch mit den heutigen Problemen rasch weiterkommen, die Wissensgesellschaft müsste es doch richten können!

Von Prof.Dr. Reinhold LeinfelderDER ATNTHROPOZÄNIKER

Aber leider gibt es ja immer noch die „Unaufgeklärten“, die ewig gestrigen, die Angsthasen, welche weiten und – je nach persönlicher Ausrichtung – unterschiedlichen Teilen der Wissenschaften  mit Argwohn, Skepsis und Ablehnung begegnen: Klimawandelleugner, Evolutionsskeptiker, Gentechnikbekämpfer, Nanotechnik-Verunsicherte, Impfgegner usw. Klimawissenschaftskepsis hatten wir ja in Teil 1 dieser kleinen Serie behandelt, aber uns dann vor allem mit den Entschuldigungsmechanismen fürs Nichthandeln trotz Einsicht in den anthropogenen Charakter des Klima- und Umweltwandels beschäftigt. Aber ist es nicht vielleicht doch so, dass weite Teile der Gesellschaft den Wissenschaften eigentlich überhaupt nicht mehr über den Weg trauen? Wenden sich nicht viel zu viele unwissenschaftlichen und esoterischen Methoden zu, suchen ihr persönliches Heil in Homöopathie, Bachblütenbehandlung oder Steinheilkunde, und vertrauen bei Zukunftsfragen lieber der Astrologie oder auch der Religion?

Ist dies das Ende der Wissensgesellschaft? Müssen wir gar Homöopathie, Astrologie und Co. verbieten? Sollten Politiker vielleicht nur noch aus der Wissenschaft stammen? Oder sollten wir zumindest Journalismus und soziale Medien, welche pseudowissenschaftliches befördern, entsprechend zensieren? Natürlich nicht, aber was dann tun? Sind diese Wissenschaftsverweigerer denn nicht daran Schuld, dass es nach wie vor so viel „ Halbwissen“ gibt, dass wir bei drängenden Zukunftsfragen nicht vom Wissen zum Handeln kommen? Also alle, die der Wissenschaft misstrauen, in die Ecke stellen und mit dem Finger drauf zeigen, marginalisieren? Dieser Schuss würde sicherlich nach hinten los gehen.

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Lesbische Pfarrerinnen und schwule Pfarrer begrüßen Bildungsplan

Pfarrerinnen und Pfarrer in den lesbisch-schwulen Konventen Baden und Württemberg bedauern es, dass sich die Kirchen nicht eindeutig von einer Online-Petition gegen den Bildungsplanes 2015 distanziert haben. Sie stellen sich ausdrücklich hinter die Leitprinzipien des Bildungsplanes.

evangelisch.de

In den Zielen des Baden-Württembergischen Bildungsplanes wie dem “Erkennen der eigenen sexuellen Identität und Respektieren anderer sexueller Identitäten” sehen sie lesbischen Pfarrerinnen und schwulen Pfarrer “wesentliche Grundsätze des christlichen Menschenbilds” verwirklicht, nämlich “Weltoffenheit, Toleranz sowie Respekt vor jedem Menschen und seiner unantastbaren Würde”.

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Freie Wissenschaft als Geisel der Wirtschaft

proton_positivEs war einmal eine freie Wissenschaft, über Jahrhunderte und über alle Staatsformen hinweg hat es Einrichtungen gegeben, in denen (wenigstens der Idee nach) frei von politischer, ökonomischer oder sonstiger Macht kluge Menschen „freigestellt“ wurden, um sich auf die Suche nach Wahrheit zu begeben und die Menschen aufzuklären.

Von Wolfgang LiebNachDenkSeiten

Dieses Märchen hat unser Grundgesetz in einen Grundrechtsartikel gefasst, der diese Freiheit der Wissenschaft an staatlichen Hochschulen garantieren soll.
Wenn man die Debatte um den Referentenentwurf für ein „Hochschulzukunftsgesetz“ in NRW verfolgt, dann muss man resigniert konstatieren, dass das Pathos der Wissenschaftsfreiheit nur noch hohl ist. Wie die Politik allgemein in den Fängen der Finanzwirtschaft zur „marktkonformen Demokratie“ gezwungen wird, so ist offenbar auch die Wissenschaft an staatlichen Hochschulen schon eine Geisel der Geldgeber geworden.

Wie die Finanzmärkte wurden auch die Hochschulen unter dem Pathos der Freiheit „entfesselt“ (so der frühere Bertelsmannsche CHE-Che Detlef Müller-Böling). Dabei werden Forschung und Lehre mehr und mehr zur Spekulations- und Verfügungsmasse der finanzstarken Auftraggeber. Die Einwerbung von Drittmitteln steuert zunehmend die Forschungsentwicklung und zugleich die Zuteilung staatlicher Mittel – sei es über die leistungsorientierte Mittelverteilung oder über die Exzellenzinitiative.

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Schisma 2013: Ora et labora

Benedikt von Nursia: “Ora et labora et lege.” Bild: Gerd A.T. Müller/CC-BY-SA-3.0

Die Genese des Kapitalkultes ist eng mit der Geschichte des Christentums verwoben. Kapitalismus als säkularisierte Religion – Teil2

Von Tomasz KoniczTELEPOLIS

Kein Gegensatz scheint krasser als der zwischen Kapitalismus und Christentum. In ihren Repliken auf die Kapitalismuskritik des Papstes, die sein apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium bestimmt, haben die meisten Kapitalismusapologeten gerade diese scheinbaren Abgründe zwischen Kapital und Vatikan betont (siehe Teil 1: Das Schisma von 2013).

Die ungeheure Wachstumsdynamik des Kapitals wird dann gerne der Statik der christlichen, mittelalterlichen Gesellschaften gegenübergestellt. Der christliche Blick auf das Jenseits, die damit einhergehende Selbstbeschränkung und Aufopferung um des ewigen Himmelreichs wegen, stehen der kapitalistischen Orientierung am Diesseits und dem egoistischen Streben nach Glück und Reichtum im Hier und Jetzt entgegen. Jeder könne danach streben, sein ganz persönliches Himmelreich auf Erden zu realisieren, wodurch langfristig die gesamte Gesellschaft profiliere – dies ist das Versprechen, das der Kapitalismus seinen Insassen gibt.

Und nicht zuletzt wird gerne die moderne Rationalität und Effizienz, auf der Wissenschaft und Wirtschaft beruhen, gegen den christlichen “Aberglauben”, gegen die religiöse Irrationalität in Anschlag gebracht. Die dynamische, von einer permanenten wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzung erfasste kapitalistische Gesellschaft erscheint so als das real existierende Erbe der Periode der bürgerlichen Aufklärung, mit der die Dämonen und die Wahngebilde des finsteren Mittelalters vertrieben sein sollten.

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Glaube und Wissen: “Gegen ein Gänseblümchen kann auch der beste Priester nicht an”

foto:der standard/urban “Mit den Geschichten der Naturwissenschaft können die Mythen und Religionen einfach nicht mithalten”, sagt Michael Köhlmeier. “Ich liebe die biblischen Texte zu sehr, als dass sie mir nicht bunt erscheinen würden”, sagt Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien.

Wissenschaft und Glaube: Autor Michael Köhlmeier und Generalvikar Nikolaus Krasa über die Schöpfungsgeschichte, wunderbare Fruchtfliegen und die “Kirche von Apple”

Interview | Peter Mayr, Markus RohrhoferderStandard.at

STANDARD: Herr Köhlmeier, Sie haben einmal gesagt: “Wenn ich Carl von Linné lese, der gerade Wespen beobachtet, da hab ich mehr religiöse Gefühle, als wenn ich eine Predigt höre.” Sind Insekten so spirituelle Tiere; oder predigen Österreichs Priester so langweilig?

Köhlmeier: Ich habe schon lange keine Predigt mehr gehört. Wie Hamlet sagt: Worte, Worte, Worte. Die bloße Anschauung von Natur kommt einer Offenbarung am nächsten. Je genauer ich Natur betrachte – und Linné hat sie sehr genau beobachtet -, desto unbegreiflicher wird sie mir erscheinen. Dann spüre ich ein religiöses Empfinden. Das spüre ich selten bei Worten.

STANDARD: Weil hinter diesen vielleicht zu wenig steckt?

Köhlmeier: Worte sind selber gemacht. Wenn ich Worte von Shakespeare oder von Rilke lese oder den vielen anderen Dichtern, die ich liebe, dann bin ich bewegt. Oder wenn ich Musik höre, die ich liebe. Ich denke mir: Das haben wir geschaffen. Dass ich derselben Gattung angehöre wie Mozart, das erhebt mich. Die Natur, die haben wir nicht selber gemacht. Verstehen Sie? Bei der Natur kann ich mit dem Mikroskop draufhalten bis ins Allerletzte, und jedes Mal ist es ein Wunder. Natur kennt keine Begrenzung. Kunst ist immer auf eine bestimmte Dimension angelegt. Der Petersdom wirkt auf eine andere Entfernung wie die Saliera. Und eines ist schon klar: Gegen ein Gänseblümchen kann auch der beste Prediger nicht an.

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Gott ist nicht tot, er macht bloss Geschäfte

Kunst als kommerzialisierte Religion: Nonnen des Ordens Sisters of Life hängen ein Jesusbild auf. Bild: Emilio Morenatti/Keystone

Spiritualität als Konsumgut verdrängt das traditionelle Christentum. Doch auch der christliche Glaube könnte durch Kommerzialisierung überleben.

Von Hugo StammTages Anzeiger

Die christlichen Kirchen stecken in einer Identitätskrise. Keine zehn Prozent der Bevölkerung besuchen mehr regelmässig einen Gottesdienst, nicht einmal mehr die Hälfte der Schweizer glaubt an einen personalen Gott, wie ihn der christliche darstellt. Die Religionsforscher sind sich weitgehend einig, dass die Verweltlichung ungebremst fortschreitet. David Voas, einer der bekanntesten Religionssoziologen, geht davon aus, dass institutionelle Religiosität zunächst von einer «unscharfen Religiosität» abgelöst wird und schließlich in die Religionslosigkeit mündet.

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Interessant: „Was kann man heute noch glauben?“

Vor wenigen Wochen ist Ihr Buch „Was kann man heute noch glauben?“ erschienen. Das Buch protokolliert ein Streitgespräch zwischen Ihnen und EKD-Ratsvorsitzendem Nikolaus Schneider zu einer traditionsreichen Fragestellung. Warum ist das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft nach wie vor ein so brisantes Thema?

EKD

Urban: Kein einziger Satz im Apostolischen Glaubensbekenntnis aller Christen ist heute in der wissenschaftlichen Theologie unumstritten. Weil das so brisant ist, gab es bisher keine Diskussion eines EKD-Ratsvorsitzenden über die kirchlichen Lehren im Lichte der Erkenntnisse der Wissenschaften. Nikolaus Schneider hat als erster den Mut dazu. Die Kirchen nehmen die Erkenntnisse ihrer eigenen historisch-kritisch forschenden Theologen kaum auf und wissen über die Erkenntnisse der Naturwissenschaftler wenig. Sie fühlen sich seit Kopernikus, die Protestanten spätestens seit Darwin, von den Erkenntnissen der Naturwissenschaften existenziell bedroht.

Wo sehen Sie den zentralen Streitpunkt zwischen Ihnen und Nikolaus Schneider?

Urban: Die Evangelische Kirche ist immer schon auch eine Kirche der Aufklärung gewesen. Daran wollen Nikolaus Schneider und ich erinnern. Schneider ist der Repräsentant aller Christen, und die sind in Deutschland sehr konservativ, sofern sie noch in die Kirche gehen. So knüpft  Nikolaus Schneider an die alten  Glaubensvorstellungen an und versucht sie, wo immer möglich, zu bewahren. Im Gegensatz zu Schneider stelle ich die im Lichte heutigen Wissens fragwürdig gewordenen alten Vorstellungen, wie Offenbarung, Heiliger Geist und Trinität zur Diskussion. Ich versuche, die dahinter stehenden Bilder in Einklang mit unserem heutigen wissenschaftlichen Weltbild zu bringen. Denn ich meine, eine Kirche der Aufklärung, die den Fundamentalismus überwindet, hätte auch den Kirchen-fernen Christen etwas zu sagen.

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“Gott oder Zufall?” – Metaphysik für den Nachttisch

Mit “Gott oder Zufall?” bietet der Biologe Robert James Berry einen Schnellkurs in Wissenschaft und Philosophie zugleich. Gemeinsam mit 25 anderen Autoren führt er die Leser von der Kosmologie bis zur Genetik – und beleuchtet das Verhältnis von Glauben und Wissen.

Von Dirk LorenzenDeutschlandradio Kultur

Sind wir Menschen ein Zufallsprodukt der Evolution – oder liegt hinter der Entstehung von Leben ein göttlicher Plan? Macht eine Weltformel, die das ganze Universum beschreibt, einen Schöpfer überflüssig? Sind Bewusstsein und Seele allein eine Folge chemischer Reaktionen im Hirn – oder gibt es etwas jenseits der Synapsen und Botenstoffe?

Das Buch “Gott oder Zufall?” führt seine Leser durch Kosmologie, Physik, Geowissenschaften, Evolutionsbiologie bis zu Medizin und Genetik und beleuchtet das Verhältnis von wissenschaftlicher Erkenntnis und christlichem Glauben. Robert James Berry, Biologe am University College London, hat gemeinsam mit 25 anderen Wissenschaftlern ein kurzweiliges und sehr informatives Buch geschrieben.

Es ist ein Schnellkurs zugleich in Wissenschaft und Philosophie. Die Autoren stellen zunächst den aktuellen Stand ihrer Forschungsgebiete vor – dann legen sie dar, wo auf metaphysischer Ebene die Konfliktpunkte liegen. Einst wähnten die Menschen in jedem Blitz ein göttliches Zeichen. Doch auch die moderne Wissenschaft lässt – sofern man denn Zugang zum Glauben hat – viel mehr zu als allein den “Lückenbüßergott”, der für das herhalten muss, was sich (noch) nicht erklären lässt.

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