Schlagwort-Archive: Zivilisation

Nasa: Heutige Gesellschaft ist so gut wie am Ende

post-apocalyptic

Die moderne Zivilisation sei zum Scheitern verurteilt, heisst es in einer Nasa-Studie. Denn die Gesellschaft ist auf einem Niveau angekommen, das sich kaum aufrechterhalten lässt.

20 Minuten

Immer wieder werden Bedenken laut, ob sich die heutige Gesellschaft in eine gute Richtung bewege. So wird beispielsweise die ungerechte Vermögensverteilung diskutiert. Auch der Umgang mit Ressourcen ist immer wieder ein Thema. Um herauszufinden, wie es mit der Welt weitergehen könnte, hat Safa Motesharrei von der University of Maryland im Auftrag der Nasa mögliche Entwicklungen durchgespielt.

Seine mithilfe von theoretischen Berechnungen entworfenen Szenarien lassen nichts Gutes ahnen. Sie basieren zwar auf einem stark vereinfachten Modell der Gesellschaft, aber so gut wie alle deuten darauf hin, dass der Zusammenbruch der heutigen Gesellschaft nur schwer abzuwenden ist. Dies schreibt der Mathematiker im Fachmagazin «Egological Economics» (die Studie als PDF gibt es hier).

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Gender-Ideologie: „Direkter Weg zur Selbstvernichtung der Weißen“

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Ein polnischer Bischof findet klare Worte gegen die Gender-Ideologie und wird mit Beschimpfungen antiklerikaler Kreise überschüttet. Die Gender-Ideologie ist der „direkte Weg zur Selbstvernichtung unserer Zivilisation“.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Der polnische Erzbischof Marek Jedraszewski von Lodz verteidigte bei einer Begegnung mit Jugendlichen die Unterschiede und Komplementarität von Mann und Frau. Der Erzbischof erteilte den Versuchen eine klare Absage, die „großartigen und einzigartigen Unterschiede zwischen Mann und Frau, die Gott so wunderbar gedacht hat“, einzuebnen.

„2050 wird man die Weißen in Reservaten zeigen“: „So sahen sie aus, die auf eigenen Wunsch aufhörten, zu existieren“

Der Erzbischof sagte, er könne sich gut vorstellen, wenn die Gender-Ideologie sich durchsetzen sollte, daß „die Wenigen, die im Jahr 2050 weiterhin daran festhalten, daß Mann und Frau zwar als Menschen gleich und von völlig gleicher Würde sind, aber ein unterschiedliches Geschlecht haben und daß das gut so ist, wie Indianer in Reservaten gezeigt werden“. Erzbischof Marek Jędraszewski ist für seine anschauliche und klare Sprache bekannt. Jugendlichen erzählte er bei einer Jugendkatechese in Pabianice bei Lodz von der Wichtigkeit, das eigene Geschlecht anzunehmen und jeder menschenfeindlichen Gleichmacherei zu trotzen.

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Papst: Kirche-Staat-Kooperation steht unter Gewissensvorbehalt

Bild: AP

Bild: AP

Kirchenleitung und zivile Macht müssen nach Worten von Papst Franziskus zum Wohl der menschlichen Gesellschaft zusammenarbeiten. Jedoch finde die zivile Macht ihren Grenzen am Gesetz Gottes, betonte er in einer Botschaft vom Freitag an einen im Mailand tagenden ökumenischen Ost-West-Kongress zum Thema “Das Leben der Christen und die zivile Macht”.

kathweb

Das Thema stelle sich mit besonderen Nachdruck zum 1.700-Jahr-Gedenken der “Mailänder Vereinbarung” von 313, hob der Papst hervor. “Diese historische Entscheidung, mit der die Christen Religionsfreiheit erhielten, eröffnete für die Verbreitung des Evangeliums neue Wege und trug auf entscheidende Weise zum Entstehen der europäischen Zivilisation bei”, so Franziskus.

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Kardinal Meisner: “Roma sind in unsere Zivilisation nicht zu integrieren”

Bild:Terno Drom.e.V.

Bild:Terno Drom.e.V.

Mit Blick auf die Lage der Roma in der Slowakei, von der er sich selbst ein Bild habe machen können, sagte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, dass diese Bevölkerungsgruppe ,,in unserer Zivilisation nicht zu integrieren sei‘‘. Nach seinen Erfahrungen in der Slowakei bekomme ,,manche Frau jedes Jahr ein Kind‘‘, und lebe vom Kindergeld.

Terno Drom e. V. – Sinti&Romajugend NRW – Facebook

Beschneidung: Geist und Fleisch

Beschneidungsbesteck: Juden und Muslime wundern sich über den aktuellen Furor über den Ritus ©DPA

Die Praxis wie auch die Ablehnung der Beschneidung sind in hohem Maß kulturrelativ. Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

Vernunft und Zivilisation können auf archaische Riten rückständiger Minderheiten keine Rücksicht nehmen! Im Namen des Rechts ist es sogar geboten, unaufgeklärte Minderheiten vor der Verstümmelung ihrer Kinder zu schützen! In etwa so legten sich – zwei Jahrtausende vor Erfindung von Talkshow und Internetforum – auch schon griechische und römische Autoren die Sache mit der Beschneidung zurecht. In der longue durée hat sich also wenig geändert: Viele Europäer halten für fortschrittlich, was sie schon immer für fortschrittlich hielten.

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Warme Küche macht große Gehirne?

Gezündelt. In dieser Höhle in Südafrika kochten bereits Frühmenschen. - Foto: M. Chazan

Bereits vor einer Million Jahren konnten die Vorfahren der Menschen warmes Essen zubereiten.

Von Roland KnauerDer Tagesspiegel

Das berichten Francesco Berna von der Universität Boston und seine Kollegen im Fachjournal „PNAS“. Zumindest in der südafrikanischen Wonderwerk-Höhle stand bereits Braten und gegartes Gemüse auf der Karte, schließen sie aus Indizienbeweisen.

Den Gebrauch des Feuers halten Forscher schon lange für einen wichtigen Schritt in Richtung Zivilisation. Menschen können Gebratenes oder Gekochtes leichter verdauen. Pflanzen wie Gemüsebohnen sind roh giftig. Obendrein zerstört die Hitze im Topf Krankheitserreger, die im rohen Fleisch oder auf der Oberfläche von Pflanzen lauern. Über einem offenen Feuer geräucherte Nahrung wiederum verdirbt erheblich langsamer und hilft so, Hungerzeiten zu überbrücken.

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“Hütet euch vor Priestern, Dieben und Häuptlingen”

Symbolbild / Bild: (c) EPA (Jim Hollander)

Matt Ridley ist kein heilloser, sondern ein rationaler Optimist. Drei Faktoren jedoch könnten seiner Ansicht nach die Entwicklung bremsen: Religion, Korruption und Bürokratie.

Von CHRISTIAN ULTSCHDie Presse

Sie haben eine schulpflichtige Tochter. Ich nehme an, als „rationaler Optimist“ gehen Sie davon aus, dass sie einmal in einer besseren Welt leben wird.

 Matt Ridley: Sicherlich.

Und was macht Sie so sicher?

Sicher kann man natürlich nicht sein. Ein Asteroid, ein Atomkrieg oder eine andere Katastrophe könnten die Zivilisation auslöschen. Das schließe ich nicht aus. Aber wahrscheinlicher ist, dass der Lebensstandard in den nächsten 70 oder 80 Jahren enorm steigt. Unser Lebensstandard wächst, weil wir füreinander arbeiten. Und dieser Prozess weitet sich aus. Innovation entsteht, wenn Menschen ihre Ideen austauschen können. Auch dieser Vorgang beschleunigt sich und wird leichter, durch das Internet und andere neue Kommunikationstechnologien.

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Warum wir ewig leben wollen

Der Mensch wird in seinem Körper wieder auferstehen, meinten die frühen Christen. (Bild: picture alliance / Klaus Rose)

Manche streben nach großen Taten für den ewigen Ruhm, andere lassen ihren Körper tiefgefrieren: Der Wunsch nach Unsterblichkeit prägt unsere Zivilisation. Warum? Weil die Angst vor dem Tod ganz natürlich ist, schreibt der britische Diplomat und Philosoph Stephen Cave.

Von Adolf StockDeutschlandradio Kultur

Was tun wir nicht alles für die Unsterblichkeit: Wir lassen uns tiefgefrieren, um eines Tages wieder aufzuerstehen, wir ziehen in grausame Kriege für den ewigen Ruhm, wir meditieren Tag für Tag, um die Ewigkeit zu spüren, oder führen ein gottgefälliges Leben, in der Hoffnung auf Himmelsfreuden und Seelenheil.

“Die Frage ist, warum haben wir diese Todesangst überhaupt? Wir haben diese Todesangst nicht, weil sie wahr ist, weil sie objektiv begründet ist, sondern weil sie nützlich ist, weil nur die Wesen, die Angst vor dem Tod haben, lange genug überleben, um sich fortzupflanzen, ihre Gene weiterzugeben. Also, es ist tief in allen unseren Knochen, dass wir Angst vor dem Tod haben.”

Das sagt Stephen Cave, Verfasser des Buchs “Unsterblich”, in dem er versucht, unseren Wunsch nach dem ewigen Leben zu verstehen. Dieser Wunsch, so Cave, entspringt einem Paradoxon: Wir wissen um die Unendlichkeit, und gleichzeitig wissen wir auch, dass wir sterben müssen. Um das ewige Leben zu finden, haben die Menschen mehr oder weniger kluge Strategien entwickelt. Dabei unterscheidet Cave vier grundsätzliche Wege, die zur Unsterblichkeit führen sollen.

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Politik der Apokalypse

Bild. saarländische-online-zeitung

Der Titel und Untertitel des vorliegenden Bandes ist etwas irreführend, da es hier nicht um eine Abhandlung ausschließlich der Religionen geht, sondern der Gefahren von Weltanschauungen insgesamt, die eine positive Utopie anstreben:

Von Klaus Ludwig HelfSaarländische Online-Zeitung

„Utopien sind Wunschträume kollektiver Erlösung und Alpträume des Erwachens.“ Dabei unterscheidet Gray nicht zwischen religiösen oder politisch-weltanschaulichen revolutionären oder radikalen Utopien, die alle- so versucht er in historischen und diachronen Exkursen nachzuweisen- in menschenverachtendenTerrorsystemen aufgegangen seien; die Zivilisation und der Humanismus seien in solchen Regimes untergegangen. Die gelte nicht nur für das Mittelalter oder für das 20. Jahrhundert, sondern auch und gerade in unserem Jahrhundert: „Die Moderne ist nicht weniger abergläubisch als das Mittelalter- und in mancher Hinsicht sogar abergläubischer Das Gewaltpotential des Glaubens wird, im Zusammenspiel mit den Auseinandersetzungen um Rohstoffe, unser Jahrhundert aller Voraussicht nach entscheidend prägen.“ Keine positive prognostische Perspektive, die der Autor am Ende seines Buches wagt. Was sind die Gründe für das Terrorpotential? Der Autor versucht, diesem Phänomen von der Antike bis zur Jetzt-Zeit nachzugehen.

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2012 und die Maya-Prophezeiung

Im Angesicht dämonischer Ängste. Die Maya-Hochkultur hat wegen ihres bis heute nicht eindeutig geklärten Untergangs unheimliche Fantasien angeregt. Ein Beispiel ist der obsessive... - Foto: Cinetext/Constantin Film

In einem Jahr, am 21. Dezember 2012, geht die Welt unter, lautet die berühmte Maya-Prophezeiung – aber besagt sie das wirklich?

Von Roland KnauerDer Tagesspiegel

Wenn am 21. Dezember 2012 tatsächlich die Welt untergehen sollte, wie es die alte Hochkultur der Maya in Zentralamerika prophezeit haben soll, wird von unserer heutigen Welt wenig übrig bleiben. Gigantische Flutwellen werden selbst die Hochlagen der Gebirge verheeren, Erdplatten werden aufreißen und alle Zivilisation wird donnernd in sich zusammenkrachen. So jedenfalls suggeriert es der fantastische Film „2012“ von Roland Emmerich.

Die Zeit wird langsam knapp, in einem Jahr ist es so weit. Man könnte sich also langsam Gedanken machen, was denn dran ist an diesem Weltuntergang.

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Polen: Mit der Palikot-Bewegung gegen den Klerus

Die Grundforderung: Staat und Kirche strikt trennen (©ddp)

Am Sonntag wählt Polen sein neues Parlament – und eine neue antiklerikale Partei könnte die Überraschung werden. Neuesten Umfragen zufolge scheint ihr der Sprung in den Sejm zu gelingen: Die „Palikot-Bewegung“ könnte das Zünglein an der Waage werden.

domradio.de

Sieben Prozent der Polen gaben an, am 9. Oktober die „Palikot-Bewegung“ wählen zu wollen. In Warschau wird die vom Polit-Provokateur Janusz Palikot gegründete Partei bereits als möglicher Königsmacher bei der Regierungsbildung gehandelt. Nun bekommt sie überraschend auch noch Schützenhilfe vom früheren Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa.

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Biologische Baustelle Mensch!

Foto: Welt Online Infografik. So veränderten sich die Knochen

Was geht in uns vor? Eine neue Schlagader bahnt sich den Weg durch den Arm, Fingerabdrücke ändern sich. Möglicherweise hat die Frau der Zukunft kaum noch Brüste.

Von Jörg ZittlauWELT ONLINE

Sich größer machen als man ist – fast jeder kennt den Napoleon-Komplex. Dabei war der französische General gar nicht so klein. Mit seinen 167 Zentimetern Körpergröße lag er im Größendurchschnitt seiner Zeit. Heute würde er zwar weit unter den üblichen 180 Zentimetern seiner Geschlechtsgenossen liegen, doch dafür war Napoleon immer noch deutlich größer als der Alpen-Ötzi mit seinen knapp 158 Zentimetern. Denn seit Beginn der Zivilisation ist der Mensch immer größer geworden, und das ist nicht die einzige Veränderung, die sein Körper erfahren hat. Hormone, Knochen, Haut, Immunsystem, alles ist anders, und einigen Exemplaren des Homo sapiens wachsen sogar neue Arterien.

Würden sich Steinzeit- und Gegenwartsmensch heute begegnen, würde man kaum glauben, dass sie der gleichen Spezies angehören. Nicht nur wegen der Größe, auch wegen der verschieden geformten Köpfe. Unsere Vorfahren mussten viel kauen, und das regte bei ihnen, wie Evolutionsbiologe David Lieberman von der Harvard University im US-amerikanischen Cambridge erklärt, “das Kieferwachstum an, sodass auch den Zähnen ausreichend Platz geschaffen wurde“.

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Der Fluch des Christentums

Das Kreuz mit den Religionen

Die sieben Geburtsfehler einer alt gewordenen Weltreligion. Eine kulurelle Bilanz nach zweitausend Jahren

schnädelbachZEIT ONLINE

Mit seinem “Mea culpa!” hatte der Papst Woityla auf seine Weise Bilanz gezogen; er bat um Vergebung für das, was Christen im christlichen Namen getan haben, hütete sich aber, irgendeine Schuld der Kirche als solcher einzuräumen. In der Perspektive der Kirchenräson ist das verständlich, aber es dient nicht der Wahrheit, denn die Wahrheit ist: Die “sieben Todsünden”, die der Papst nennt, sind nicht trotz, sondern wegen des Christentums geschehen; die Täter haben dabei nicht gegen dessen Prinzipien verstoßen, sondern nur versucht, sie durchzusetzen. Nicht bloß die Untaten einzelner Christen, sondern das verfasste Christentum selbst als Ideologie, Tradition und Institution lastet als Fluch auf unserer Zivilisation, der bis zu den Katastrophen des 20. Jahrhunderts reicht, während der christliche “Segen” stets von Individuen ausging, die das, was sie Gutes taten, allzu oft gegen den Widerstand der amtskirchlichen Autoritäten durchsetzen mussten.

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Gott als nichtrelativistischer Vielkörper

Bunt und vielschichtig. Der Islam kennt zahlreiche Ausrichtungen - FOTO: CARO / AUFSCHLAGER

Die Türken waren im Laufe ihrer Geschichte Konfuzianer, Taoisten, Buddhisten, Juden und Schamanisten. Die türkische Schriftstellerin Sema Kaygusuz fragt sich vor diesem Hintergrund, welche Identität der Islam heute gerade bei den Türken hat.

Von Sema KaygusuzDer Tagesspiegel

Als ich Gott das erste Mal sah, war ich acht. Er war ein hochgewachsener, verwahrloster Mann. Er öffnete das Gartentor so selbstverständlich, als käme er nach Hause, stand im Hof, schaute mir in die Augen und sagte: „Ich habe Hunger!“ Ich lief zu meiner Großmutter und berichtete ihr, ein Bettler frage nach Essen. Aufgeregt setzte sie ihm ein Gastmahl vor.

Zwischen meiner Großmutter und dem Bettler schien eine geheimnisvolle Welt zu existieren, von der ich nichts ahnte. Tief in mir spürte ich, dass zwischen einem hungrigen Mann und einer Frau, die ihm freigiebig ein Gastmahl vorsetzt, ein moralisches Gesetz herrscht, vermochte das Erlebte aber nicht vollständig zu begreifen.

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